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Donnerstag, 21. Mai 2026

Orsenna, Erik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied"

Orsenna, Érik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied" (Französisch: La grammaire est une chanson douce) - Grammar Is a Sweet, Gentle Song - 2001

Ein interessantes Buch. Ein ungewöhnliches Buch. Ein Grammatikbuch. Eine Geschichte.

Eine interessante Geschichte, die Grammatik nicht nur Kindern, sondern auch Französischlernenden erklärt. Ich kann die Übersetzung nicht beurteilen, da Grammatik nicht in jeder Sprache gleich ist.

Dennoch ist es eine wunderschön geschriebene Geschichte über zwei Kinder, die ihre Muttersprache neu entdecken. Viele Wortspiele, viele Hintergrundinformationen. Mir hat das Buch gefallen und ich empfehle es jedem, der sich für Sprachen interessiert. Eine sehr kreative und fantasievolle Geschichte mit wunderschönen Illustrationen.

Ich habe das Buch im französischen Original gelesen.

Buchbeschreibung:

"Die 10-jährige Französin Jeanne hat einen streitbaren Namen. Wie Jeanne d'Arc eben, oder jene Jeanne die Axt, die gegen Karl den Kühnen zu Felde zog. Und streitbar ist auch Die Grammatik ist ein sanftes Lied des französischen Autors Erik Orsenna, dessen deutsche Ausgabe von Wolf Erlbruch großartig illustriert worden ist. Um nichts weniger geht es als um die Rettung der Liebe zur Sprache und ihrer zauberhaften Gesetze. Dies begreift Jeanne, als sie bei einer Reise über den Atlantik mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Thomas auf einer Insel strandet, in der neben Menschen auch Wörter hausen. Jeanne und Thomas haben ihre Sprache verloren und müssen sie neu erlernen -- und finden auf dem Eiland überaus kompetente Lehrmeister dazu.

Die Franzosen haben seit jeher ein besonderes Verhältnis zu ihrer Muttersprache, um deren Erhalt sich der Staat in besonderem Maße gewappnet hat. So war es offenbar das besondere Ansinnen Erik Orsennas, auch kleine Französinnen und Franzosen zur nationalen Sprachliebe zu erziehen.
Die Grammatik ist ein sanftes Lied ist stark von diesem Geist geprägt. Aber Sprachliebe ist ja nicht verwerflich. Und auch jenseits didaktischer Impulse ist Orsennas Buch überaus lesenswert. Ein besonderes Lob ist dabei vor allem auch der Übersetzerin Caroline Vollmann auszusprechen, die den Text nicht nur adäquat und flüssig ins Deutsche übertragen, sondern ihn auch an die Eigenheiten der heimischen Grammatik angepasst hat. Und das ergab in manchen Passagen fast schon wieder ein neues Buch."

Dienstag, 14. April 2026

Burgess, Anthony "Die Uhrwerk-Orange"

Burgess, Anthony "Die-Uhrwerk Orange" (Englisch: A Clockwork Orange) - 1962

Mein erster Gedanke zu diesem Buch: Ich hätte es gern auf Englisch gelesen. Alternativ hätte ich mir gewünscht, die Übersetzung von Nadsat (der vom Erzähler verwendeten Fantasiesprache) direkt im Buch zu finden, anstatt sie online suchen zu müssen.

Der Anfang des Buches war also alles andere als erfreulich. Ich fand es sehr schwierig, Alex' Gedankengängen zu folgen. Aber selbst als ich den Link online endlich gefunden hatte, fiel es mir schwer, seinen Gedankengängen zu folgen. Dies ist keine typische Dystopie, in der man die Welt aus der Perspektive der Unterdrückten sieht, sondern aus der Sicht der Unterdrücker – und auch diese Perspektive ist nicht schön. Vielleicht liegt es daran, dass der Protagonist erst fünfzehn ist; man wünscht sich nicht, dass ein Teenager solche negativen Gedanken hat und ein so gewalttätiges Leben führt. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich das Leben selbst für Alex und seine Freunde verändert.

Wie dem auch sei, obwohl mir einige Teile des Buches gefallen haben, glaube ich nicht, dass ich diesen Roman so schnell wieder zur Hand nehmen werde.

Buchbeschreibung: 

"Allabendlich trifft sich der 16-jährige Alex mit seinen 'Droogs' Pete, Georgie und Dim in der Korova-Milchbar. Die vierköpfige Gang wird von pathologischer Gewaltlust getrieben.

Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Straße niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt.

Alex kommt ins Gefängnis, wo es ihm gelingt, sich durch die Weitergabe von Häftlingsgeheimnissen bei dem Gefängnisgeistlichen anzubiedern. Als ein Zellengenosse von Alex nach einer Auseinandersetzung tot aufgefunden wird, erhält die Gefängnisleitung das Plazet des Innenministers, den Delinquenten einer noch unausgereiften Konditionierungs-Maßnahme für Straftäter zu unterziehen. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt.

Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt.

Um die Öffentlichkeit zu beruhigen, leitet die Regierung schließlich Maßnahmen zu seiner Rekonditionierung ein, und so findet sich der inzwischen 19-jährige Alex im letzten Kapitel in der Korova-Milchbar wieder, diesmal in der Gesellschaft seiner neuen 'Droogs'.

Am Ende jedoch verlässt er die Bar mit dem Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen."

Samstag, 7. März 2026

See, Lisa "Der Seidenfächer"

See, Lisa "Der Seidenfächer" (Englisch: Snow Flower and the Secret Fan) - 2005

Lily und ihre Freundin Schneerose wurden beide am "fünften Tag des sechsten Monats im dritten Jahr der Herrschaft des Daoguang-Kaisers" geboren, was dem 5. Juni 1824 in unserem Kalender entspricht. Aufgrund dessen und einiger anderer Gemeinsamkeiten sind sie dazu bestimmt, "Laotong" zu sein – wir würden heute wohl sagen: beste Freundinnen für immer (BFF). Doch genau wie ihre Ehemänner wählen sie ihre Partner nicht selbst, sondern die Sterne bestimmen es.

Ich habe bereits ein anderes Buch von Lisa See gelesen, "Eine himmlische Liebe" (Peony in Love), in dem sie hauptsächlich über die chinesische Kultur im Umgang mit dem Tod und die Ahnenverehrung schreibt. Dieses Buch hier handelt mehr vom Leben der Menschen, insbesondere der Frauen, und wie Frauen im China des 19. Jahrhunderts lebten. Sie waren nicht nur weitgehend auf die Frauengemächer (und die Küche) des Hauses beschränkt, sondern mussten auch das Füßebinden ertragen. Dieser schreckliche Brauch wird in diesem Buch sehr gut beschrieben, und obwohl ich viele Bücher über China (Original-Bücher hier) gelesen habe (meine ersten waren von Pearl S. BuckOriginalbücher -, als ich noch ein Teenager war), kann ich mich nicht erinnern, dass er jemals so anschaulich geschildert wurde. Es ist auch interessant zu sehen, wie wichtig kleine Füße waren: Je kleiner, desto begehrter war ein junges Mädchen für eine Heirat und desto höher war ihr späterer Lebensstandard.

Heute können wir uns kaum vorstellen, wie Eltern ihren Kindern so etwas antun konnten. Und wie Frauen im Allgemeinen behandelt wurden. Wie konnte eine Mutter ihrer Tochter so etwas antun? Nun, zunächst einmal wird ihnen ihr Leben lang eingetrichtert, dass Frauen nichts wert sind und dass sie ihre Töchter für eine andere Familie erziehen. Aber sie wollen, dass ihre Töchter ein angenehmes oder zumindest halbwegs anständiges Leben führen. Und die Kultur schrieb vor, dass Frauen kleine Füße haben mussten. Je kleiner die Füße, desto besser die Heirat. Ich bezweifle, dass ich das heute noch gekonnt hätte, aber aus unserer Sicht ist es leicht, so zu urteilen. Wir können uns entscheiden, nicht zu heiraten oder unseren Ehemann selbst zu wählen, ohne große Probleme. Aber damals war es überlebenswichtig.

Wir lasen aber auch über Nü Shu, eine geheime Lautschrift, die von Frauen verwendet wurde und mich von Anfang an faszinierte. Und über den Brauch, dass eine Frau erst nach der Geburt ihres ersten Kindes mit ihrem Mann (und seiner Familie) zusammenlebte. Bis dahin lebte sie bei ihren Eltern und kehrte nur an bestimmten Tagen im Jahr zu ihnen zurück, wenn alle anderen dasselbe taten.

Im Buch blickt Lily aus der Perspektive einer 80-jährigen Frau auf ihr Leben zurück. Sie erzählt uns von ihrem Leben in ihrer Heimatfamilie, ihrer Ehe, ihrer Freundschaft und der Trennung von Schneerose, ihren Erlebnissen während des Taiping-Aufstands (Wikipedia) und ihren Rollen als Tochter, Ehefrau, Mutter und Freundin. Sie lässt nichts aus.

Ich fand es auch interessant, wie wichtig Horoskope waren. Lily und Schneerose waren im Zeichen des Pferdes geboren, was bedeutete, dass sie freiheitsliebend und unabhängig, aber auch fleißig waren.

Die Sprache des Buches ist wunderschön und lädt zum Weiterlesen ein.

Ein sehr interessanter Roman für alle, die sich für Geschichte, China oder das Leben von Frauen im Allgemeinen interessieren.

Buchbeschreibung:

"Fremd, exotisch, geheimnisvoll - Eine große Frauenfreundschaft im China des 19. Jahrhunderts

Lilie und Schneerose wachsen in einer Welt auf, in der Mädchen als Last gelten und in der mit dem BInden der Füße auch das Herz gefesselt werden soll. Mit siebzehn Jahren werden beide verheiratet. Nur dank einer über 1000 Jahre alten Geheimschrift, Nushu, zu der nur Frauen Zugang haben, gelingt es den beiden Freundinnen, in Kontakt zu bleiben. Doch die Sehnsucht nach Liebe, Glück und Freiheit kann ihnen niemand nehmen.."

Dienstag, 9. Dezember 2025

Juster, Norton "Milos ganz und gar unmögliche Reise"

Juster, Norton "Milos ganz und gar unmögliche Reise" oder/und "Verhext in Wörterstadt oder Weckerhund, Wedermann und Schlafittchen" (Englisch: The Phantom Tollbooth) - 1961

Dieser Kinderroman wurde mir von einer guten Freundin empfohlen, die einen ähnlichen Buchgeschmack hat.

Ich hätte ihn wahrscheinlich besser genossen, wenn ich ihn als Kind oder mit meinen Kindern gelesen hätte. Heute finde ich, dass er mindestens 20 Jahre zu spät kam.

Teilweise recht witzig, und obwohl ich sonst eher auf Worte stehe und die Sprachspiele genossen habe, hat mir die Welt der Zahlen am besten gefallen.

Aber insgesamt ist es einfach zu viel, zu überzogen, zu fantasievoll. Nicht mein Fall. Oder, wie man auf Englisch sagt: "Not my cup of tea."

Buchbeschreibung:

"Als Milo eines Tages von der Schule nach Hause kommt, findet er ein großes Paket vor...

Ein geheimnisvolles Mauthäuschen ist darin und plötzlich scheinen Zeit und Raum durcheinandergewirbelt - Milo ist im Land der Weisheit gelandet und steckt mitten in einem turbulenten Abenteuer. Es herrscht Krieg, denn König Azet der Ungekürzte ist mit seinem Bruder, dem Mathemagier, verfeindet. Um wieder Frieden zu stiften, braucht Milo nicht nur seine ganze Fantasie, sondern auch Mut und Verstand. Eine Reise voll herrlicher Verrücktheiten nimmt ihren Lauf. So trifft Milo das 0,4-Kind der 1,4-Kind-Durchschnitssfamilie, holt sich Rat bei der Häckse Minimal Makaber und bringt seinen ganzen Mut auf, um die Prinzessinnen Reines Licht und Klare Logik zurück nach Weisheit zu bringen. Zum Glück gewinnt er dabei treue Freunde, wie die Leberlaus und Wachhund Tack, die Milo in den aufregendsten Situationen beistehen...
"

Samstag, 23. August 2025

Truss, Lynne "Für Dich immer noch Sie Arschloch"

Truss, Lynne "Für Dich immer noch Sie Arschloch! Null Toleranz Für Schlechtes Benehmen" (Englisch: Talk to the Hand: The Utter Bloody Rudeness of Everyday Life - or Six Good Reasons to Stay Home and Bolt the Door) - 2005

"'Sprich mit der Hand, denn das Gesicht hört nicht zu“ sagt man. Wann hat die Welt aufgehört zuzuhören? Wann ist die Gesellschaft so rücksichtslos geworden?"

Obwohl ich Lynne Truss in vielen Punkten zustimmte, dachte ich oft: "So etwas habe ich in England nicht erlebt." Als wir nach England zogen und ich unseren zweiten Sohn bekam, war ich erstaunt über die Höflichkeit der Menschen - selbst Teenager, die sich besonders viel Mühe gaben, eine Tür aufzuhalten. Ich verstehe aber, was sie meint: Die Menschen sind nicht mehr so ​​höflich wie früher, überall. Ich schätze, für jemanden vom Kontinent werden die Menschen in Großbritannien immer höflicher sein, und die Menschen in Großbritannien werden das Gegenteil denken, weil sie höflicher behandelt werden, weil sie sich höflicher verhalten.

Wie auch immer, mir hat das Buch gefallen, definitiv nicht so gut wie "Hier steht alles, was Sie suchen" (Eats, Shoots & Leaves), aber es war ganz gut. Und ich habe oft herzlich gelacht.

Buchbeschreibung:

"Eine hoch-komische Tour de Force durch die Un-Sitten des modernen Alltags.

Bestsellerautorin Lynne Truss hat sich einem universellen Thema gewidmet: dem allgemeinen Verfall der Sitten in unserer modernen Welt. Höflichkeit und respektvoller Umgang miteinander scheinen der Vergangenheit anzugehören. Wann haben wir aufgehört, Danke und Entschuldigung zu sagen? Warum verhalten sich die Menschen in öffentlichen Räumen so, als wären sie allein in ihrem Wohnzimmer? Und warum ist es nicht einmal mehr möglich, sich gegen Unverschämtheiten zu wehren, ohne dafür aufs Übelste beschimpft zu werden? Diesen Fragen geht die englische Queen of zero tolerance mit dem ihr eigenen Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie nach – und spricht allen aus der Seele, die schon lange die Nase voll haben vom rüden Umgangston in unserer Gesellschaft!

Von der Autorin des Nr. 1-Bestsellers Eats, Shoots and Leaves, dem englischen Pendant zu Bastian Sicks Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod."

Truss, Lynne "Hier steht, was alle suchen"

Truss, Lynne "Hier steht, was alle suchen - Bärenstark in Zeichensetzung" (Englisch: Eats, Shoots and Leaves) - 2005

"Kommt ein Panda ins Café, bestellt ein Sandwich, verspeist es, zieht eine Pistole und feuert zwei Schüsse in die Luft. 'Was ist denn los?' ruft der erschreckte Kellner. Der Panda wirft ihm ein Lexikon der Tierwelt. 'Ich bin ein Panda,' sagt er, bereits an der Tür, 'schlag selbst nach.' Der Kellner sucht den entsprechenden Eintrag und findet die Erklärung: PANDA. Large black-and-white bear-like mammal, native to China. Eats, shoots and leaves. (Panda. Großes schwarz-weißes bärenähnliches Säugetier, heimisch in China. Isst, schießt und verschwindet) Kein Wunder, dass der Panda so empört war, denn er ist eigentlich friedlich und 'eats shoots and leaves', also 'frisst Schösslinge und Blätter'. Kleines Komma, große Wirkung. Im Englischen wie im Deutschen!"

Ich habe dieses Buch geliebt. Im Ausland sieht man überall falsche englische Schilder. Leute, die meinen, gut genug Englisch zu sprechen, bringen Plakate usw. mit. Ich habe sogar schon T-Shirts mit falscher Rechtschreibung gesehen. Das Apostroph ist ein weltweites Problem; er wurde sogar ins Niederländische und Deutsche eingeführt, obwohl wir in diesen Sprachen normalerweise keine Apostrophe verwenden, zumindest nicht so wie im Englischen. Und trotzdem sieht man Ladenschilder wie "Peter's" usw., aber - noch schlimmer - man sieht Ladenschilder mit Apostrophen, wo sie selbst im Englischen falsch wären.

Ein weiterer meiner größten Hassobjekte ist die falsche Verwendung englischer Wörter in anderen Sprachen. Mein Lieblingsbeispiel: Das "deutsche" Wort für Mobiltelefon. Es heißt "handy".

Ich glaube nicht, dass dieses Buch für diejenigen geeignet ist, die den Apostroph nicht kennen, besonders nicht für Erwachsene. Wer ihn noch nicht gelernt hat, hat sich offensichtlich nicht genug damit beschäftigt und wird ihn nie lernen. Es ist ein urkomisches Buch für alle, die den Apostroph (und andere Teile der englischen Grammatik, die für manche so schwer zu lernen sind) kennen und einen Fehler sofort erkennen. Es ist urkomisch. Lest es!

Buchbeschreibung (übersetzt):

"Wir alle kennen die Grundlagen der Zeichensetzung. Oder etwa doch nicht? Ein Blick auf die meisten Schilder in den Wohnvierteln spricht Bände. Durch schlampigen Gebrauch und niedrige Standards im Internet, in E-Mails und mittlerweile auch in SMS haben wir die korrekte Zeichensetzung zu einer bedrohten Art gemacht.

In Eats, Shoots & Leaves wagt die ehemalige Herausgeberin Truss in ihrer wunderbar weltmännischen, witzigen und sehr englischen Art zu sagen, dass es an der Zeit ist, unsere Kommas und Semikolons als die wunderbaren und notwendigen Dinge zu betrachten, die sie sind. Dies ist ein Buch für Menschen, die Zeichensetzung lieben und sich über deren falsche Handhabung aufregen. Von der Erfindung des Fragezeichens zu Karl dem Großen bis hin zu George Orwells Ablehnung des Semikolons liefert diese lebendige Geschichte ein überzeugendes Plädoyer für die Erhaltung eines Systems von Druckkonventionen, das viel zu subtil ist, um daran herumzupfuschen."

Samstag, 12. Juli 2025

Kostova, Elizabeth "Der Historiker"

Kostova, Elizabeth "Der Historiker" (Englisch: The Historian) - 2005

Ich mag dieses Buch sehr. Ich stehe nicht auf Fantasy, und das hier ist etwas grenzwertig, aber es gibt auch einiges an Geschichte, ein paar Reisen, und die Geschichte selbst ist recht interessant. Okay, einige Dinge waren vorhersehbar und hätten vielleicht weggelassen oder etwas besser verschleiert werden können. Aber das war egal.

Insgesamt ist es ein sehr schöner Roman.

Buchbeschreibung:

"Ein junges Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Geheimnis um den Vater und das Schicksal der Mutter verbinden sich zu einem Drama, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem Urbild der Dracula-Legende. Eine atemberaubende Suche in Klöstern, Bibliotheken undn Archiven beginnt...

Freitag, 11. Juli 2025

Snider, Grant "Dein Bücherregal verrät dich"

Snider, Grant "Dein Bücherregal verrät dich" (Englisch: I Will Judge You by Your Bookshelf) - 2020

Hin und wieder brauchen wir alle ein Bilderbuch. Ich finde oft niedliche kleine Comics im Internet, und wenn sie vom Lesen handeln, stammen sie meistens von Grant Snider. Daher habe ich mich sehr gefreut, dieses Buch zu finden.

Vor ein paar Jahren habe ich bereits in meinem Blogbeitrag "Judge a reader by his books" (Beurteile einen Leser nach seinen Büchern) darüber geschrieben. Daher habe ich mich gefreut, hier jemanden zu finden, der der gleichen Meinung ist.

Es gibt hier einige wunderbare Seiten, wie zum Beispiel die "Buchmesse", auf der wir all die kleinen Stände finden, die es gibt, nur mit anderen Titeln (z. B. frisch gepresste Liebesromane, frittierte Memoiren, eiskalte Geschichten von wahren Verbrechen oder Ratgeber am Stiel für die Essensstände). Einfach süß. Oder "Das Porträt lesender Eltern". Oder "Hinter jedem großen Romanautor steckt ein …". Und dann gibt es noch einen Leitfaden zur "Nationalen Abteilung für Poesie". Es ist schwer, die besten Stellen zu finden, dies sind nur einige kurze Beispiele, die mir beim Durchblättern des Buches aufgefallen sind.

Aber das Beste an dem Buch ist: Man kann es immer wieder hervorholen und sich wunderbar amüsieren, es bringt einen immer zum Lachen. Es ist witzig, kreativ und zeigt uns auf wunderbare Weise, wie wir sind. Leser aller Länder, vereinigt euch! Und lest Grant Snider!

Buchbeschreibung:

"DAS Geschenk für Buchliebhaber*innen jeden Alters

Ist es unhöflich, mitten im Gespräch ein Buch zu zücken und die Nase hineinzustecken? Nimmt man im Sommer eine scheckige Bräune in Kauf, um den Urlaub mit Lesen verbringen zu können? Was erfahren Besucher*innen beim Blick in unser Bücherregal? Diese Sammlung ist eine Hommage in Bildern an unser aller Lieblingsobjekt - das Buch. Die Cartoons des beliebten New-York-Times-Zeichners Grant Snider sind Kult: Jeder One-Page-Comic ein Blick in die bisweilen exzentrische Welt der Buchverrückten. Mit ihrem leisen Witz, ihrer Detailverliebtheit und ihrer Einladung zum Um-die-Ecke-Denken das perfekte Geschenk zum Schmökern, Schwelgen, Schmunzeln und Sich-selber-Wiederfinden.."

Dienstag, 8. Juli 2025

Durgun, Tahsim "Mama, bitte lern Deutsch"

Durgun, Tahsim "Mama, bitte lern Deutsch: Unser Eingliederungsversuch in eine geschlossene Gesellschaft" [Mum, please learn German] - 2025

Ich habe dieses Buch in der Buchhandlung gefunden, gleich mitgenommen und auch sofort gelesen. Das passiert nur selten. Aber das Thema hat mich sehr interessiert. Ich selbst unterstütze nämlich u.a. eine Kurdin, die in genau der gleichen Situation ist. Sie hat im Irak nur kurz eine Schule besuchen können und kann weder lesen noch schreiben, auch nicht arabisch. Bevor wir also mit unserem Deutschlernen anfangen, muss sie erst einmal mühselig lernen, was Lesen überhaupt bedeutet. Das ist mit über 50 Jahren nämlich nicht mehr so einfach.

Und da kommen wir zu Tahsim Durgun's Mutter, die ihn am Ende des Buches fragt: "Wer hätte mir deutsch beibringen sollen? Ich war doch immer nur hier. Alleine mit euch." Und sie hat recht. Es gibt keine Kurse für Frauen wie Tahsims Mutter. Für analphabetische Flüchtlinge, für flüchtige Analphabeten. Auch wenn sie es gerne möchten, sie schaffen es nicht. Ich sehe jedes Mal bei den Ärzten südländische Frauen, die mit ihren Männern oder Söhnen kommen. Ich stelle mir das ganz schlimm vor, aber sie haben keine andere Wahl.

Vielleicht schafft der Autor ja, mit seinem Bericht, ein paar Deutsche aufzurütteln und sich zur Verfügung zu stellen, diesen Menschen zu helfen. Auch wenn ihr nicht Deutsch unterrichten könnt, ladet sie auf einen Kaffee ein und sprrecht ein wenig mit ihnen. Sie können oft mehr, als ihr denkt.

Und noch etwas für alle die, die alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren und behaupten, sie kommen nur wegen unserem Geld: In "meiner" kurdischen Familie arbeiten alle, die Töchter und Schwiegertöchter sind Krankenschwestern oder Arzthelferinnen, von denen wir sowieso nicht genug haben, die Söhne arbeiten in den Betrieben vor Ort, der Vater ist Taxifahrer. Fleißiger als viele deutsche Familien, die nur auf die Ausländer schimpfen, sind sie auf jeden Fall.

Buchbeschreibung:

"'Dieses Buch hilft mir, meine Mutter besser zu verstehen, und dir, Deutschland besser zu verstehen.'

Noch bevor Tahsim Durgun die Grundschule abschließt, muss er für seine Mutter die Abschiebebescheide entziffern, begleitet sie als Dolmetscher zu intimen Arztbesuchen und verliest Aldi-Kataloge am Fliesentisch. So wie Tahsim geht es vielen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und gleichzeitig einen Platz finden müssen in einem oft feindseligen Land.

Schreiben sie die besten Noten, bekommen sie trotzdem nur eine Hauptschulempfehlung. Fahren ihre Mitschüler-innen in den Urlaub nach Thailand, dürfen sie Deutschland nicht verlassen, weil sie kein gültiges Reisedokument besitzen. Hilflosigkeit, Angst und Überforderung sind ihre stetigen Begleiter, Einfallsreichtum und Empathie ihr Handwerkszeug.

Mit messerscharfer Intelligenz, poetischer Sprachgewalt und zynischem Humor: Internet-Star Tahsim Durgun reflektiert die Lebenswirklichkeit der postmigrantischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte in einer kurdisch-deutschen Familie rechnet Tahsim ab mit der deutschen Bürokratie und zeigt gleichzeitig tiefen Respekt für seine Mutter und ihre Errungenschaften, die für die deutsche Gesellschaft immer unsichtbar bleiben werden."

Donnerstag, 22. Mai 2025

Pamuk, Orhan "Der naive und der sentimentalische Romancier"

Pamuk, Orhan "Der naive und der sentimentalische Romancier" (Türkisch: Saf ve Düşünceli Romancı) - The Naïve and the Sentimental Novelist- 2011

Einer meiner absoluten Lieblingsautoren spricht über eines meiner Lieblingsthemen: Bücher. Was könnte da schiefgehen?

Nichts. Orhan Pamuk spricht über seine Sicht des Schreibens, seine Herangehensweise an Literatur, und zwar auf die gleiche bezaubernde Art und Weise, wie er die Figuren in seinen Romanen beschreibt. Er geht auf verschiedene Schreibformen ein und gibt dafür gute Beispiele aus der bekannten Literatur (siehe Liste unten). Er verwendet viel russische Literatur, insbesondere "Anna Karenina".

Dies ist eine Einführung in die Literatur, wie man sie versteht und was man daraus machen kann. Es wäre wahrscheinlich ein großartiges Buch für Lernende jeder Sprache, aber ganz besonders für Literaturstudenten. Ich habe noch kein Buch dieses großartigen Autors gefunden, aus dem ich nicht zumindest etwas gelernt habe. Hier habe ich viel gelernt.

Hätte er ihn nicht schon erhalten, hätte ich ihn schon oft für den Nobelpreis vorgeschlagen, aber ganz sicher besonders nach diesem Buch.

Buchbeschreibung:

"Orhan Pamuk ist nicht nur einer der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit, Pamuk ist auch ein großer Leser. Wie wirken Romane auf ihre Leser? Muss der Schriftsteller alles erlebt haben, wovon seine Romane erzählen? Warum wird ein Roman erst durch die Mischung aus Phantasie und Wirklichkeit glaubhaft? Um zu wissen, wie Schreiben geht, was alles möglich ist, muss man lesen. Orhan Pamuk, der die Weltliteratur wie kaum ein anderer kennt, erzählt uns in seinem bezauberndem Band Der naive und der sentimentalische Romancier, was das wahre Lesevergnügen ausmacht."

Orhan Pamuk "der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat" erhielt den Nobelpreis für Literatur 2006.

Orhan Pamuk hat 2005 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Liste der erwähnten Bücher und/oder Autoren:
Abū Nuwās (al-Ḥasan ibn Hānī al-Ḥakamī) (~756-814)
Albrecht, Michael von (1933-)
Alighieri, Dante (1265-1321)
Allston, Washington (1779-1843)
Aristoteles "Physik" (Φυσικὴ ἀκρόασις/Phusike akroasis) ~4th century
Auden, W.H. "Der Schild des Achilles" - 1952
Austen, Jane (1775-1817)
Bakhtin, Michail (1895-1975)
Balzac, Honorée de "Vater Goriot" (Le Père Goriot) - 1835
- "Die menschliche Komödie" (La Comédie humaine) - 1829–48
Barnes, Julian "Eine Geschichte der Welt in 10½ Kapiteln" (A History of the World in 10½ Chapters) - 1989
Beaudelaire, Charles (1821-67)
Beauvoir, Simone de (1908-86)
Benjamin, Walter (1892-1940)
Bhabha, Homi K. (1949-)
Borges, Jorge Luis (1899-1986)
Bourdieu, Pierre (1930-2002)
Broch, Hermann (1886-1951)
Brod, Max (1884-1968)
Bulgakov, Michail "Der Meister und Margarita" (Мастер и Маргарита/Master I Margarita) - 1866-67
Butor, Michel (1926-2016)
Cabrera Infante, Guillermo "Drei traurige Tiger" (Tres tristes tigres) - 1967
Calvino, Italo "Die unsichtbaren Städte" (Le città invisibili) - 1972
- "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" (Se una notte d’inverno un viaggiatore) - 1979
Çelebi, Evliya (1611-83)
Cervantes, Miguel de "Don Quijiote von der Mancha" (El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha) - 1605-1615
Christie, Agatha "Mord im Orient-Express" (Murder on the Orient Express) - 1934
Coetze, J.M. (1940-)
Coleridge, Samuel Taylor "Biographia Literaria" (Biographia Literaria or Biographical Sketches of My Literary Life and Opinions" - 1817
- "Der alte Seefahrer" (The Rhyme of the Anicent Mariner) - 1798
Conrad, Joseph (1857-1924)
Cortázar, Julio "Rayuela. Himmel und Hölle" (Rayuela) - 1963
Defoe, Daniel "Robinson Crusoe" (Robinson Crusoe) - 1719
Desai, Kiran (1971-)
Dick, Philip K. (1928-82)
Dickens, Charles "David Copperfield" (David Copperfield) - 1850
- "Oliver Twist" (Oliver Twist) - 1838
Diderot, Denis (1713-84)
Dikbaş, Nazim (1973-)
Dostoevskij, Fjodor "Die Brüder Karamasow" (Братья Карамазовы/Brat'ya Karamazovy) - 1879-80
- "Die Dämonen" (Бесы/Bésy) - 1871´-72
Eco, Umberto (1932-2016)
Ekrem, Recaizade Mahmut "Araba Sevdazi" - 1896
Eliot, George (1819-80)
Eliot, T.S. "Hamlet und seine Probleme" (Hamlet and his Problems) - 1919
Faulkner, William "Als ich im Sterben lag" (As I lay dying) - 1930
- "Schall und Wahn" (The Sound and the Fury) - 1929
- "Wilde Palmen und der Strom" (The Wild Palms/The Old Man or If I Forget Thee Jerusalem) - 1939
Fielding, Henry "Tom Jones. Die Geschichte eines Findelkindes" (The History of Tom Jones, a Foundling) - 1749
Firdausi, Abu l-Qasem-e (940-1020)
Flaubert, Gustave "Madame Bovary" - 1857
- "Die Erziehung der Gefühle" (L’Éducation sentimentale) - 1869
Forster, E.M. "Ansichten des Romans" (Aspects of the Novel) - 1927
Foucault, Michel "Was ist ein Autor?" (Qu’est-ce qu’un auteur?) - 1969
Frank, Joseph "Dostoevsky: The Miraculous Years" - 1995
García Márquez, Gabriel (1927-2014)
Gautier, Théophile (1811-72)
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)
Greenblatt, Stephen (1943-)
Habermas, Jürgen (1929-)
Hakmen, Roza (1956-)
Handke, Peter (1942-)
Hedayat, Sadegh "Die blinde Eule" (بوف کور/Boof-e koor) - 1936
Heidegger, Martin (1889-1976)
Highsmith, Patricia (1921-95)
Homer "Ilias" (Ἰλιάς, Iliás)
- "Die Odyssee" (Odyssey") (Ομήρου Οδύσσεια, Odýsseia) - 800-600 BC
Horaz "Ars Poetica" (Ars Poetica) ~19 BC
Huyssen, Andreas (1942-)
Iser, Wolfgang (1926-2007)
James, Henry "Die Goldene Schale" (The Golden Bowl) - 1904
Joyce, James "Finnegans Wake" (Finnegans Wake) - 1939
- "Ulysses" (Ulysses) - 1922
Kafka, Franz "Die Verwandlung" - 1912
Kundera, Milan "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" (Nesnesitelná lehkost bytí) - 1984
Le Carré (1931-2020)
Lem, Stanisław (1921-2006)
Leskow, Nikolai "Die Lady Macbeth von Mzensk" (Леди Макбет Мценского уезда Ledi Makbet Mtsenskovo uyezda) - 1865
Lessing, Gotthold Ephraim "Lakoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie" - 1766
Lukács, György "Theorie des Romans" -1974
Mann, Thomas "Buddenbrooks" - 1901
- "Der Zauberberg" - 1924
Manzoni, Alessandro "Die Brautleute" (I Promessi Sposi) - 1827
Melville, Herman "Bartleby, der Schreiber" (Bartleby, the Scrivener) - 1853
-  "Moby-Dick" (Moby Dick or The Whale) - 1851
Molière "Der Geizige" (L'avare) - 1668
Montaigne, Michel de (1533-1592)
Murasaki, Lady Shikibu "Geschichten des Prinzen Genji" (源氏物語/Genji Monogatari) - frühes 11. Jahrhundert
Nabokov, Vladimir Vladimirovich "Lolita" (Lolita) - 1955
- "Fahles Feuer" (Pale Fire) - 1962
Naipaul, V.S. "Finding the Centre" - 1984
- "In a Free State" - 1971
Nerval, Gérard de "Sylvie. Erinnerungen ans Valois" (Sylvie) - 1853
Nietzsche, Friedrich (1844-1900)
Ortega y Gasset, José - 1883-1955
Pamuk, Orhan "Das schwarze Buch" (Kara Kitap) - 1990
- "Cevdet und seine Söhne" (Cevdet Bey ve Oğulları) - 1982
- "Istanbul" (İstanbul: Hatıralar ve Şehir) - 2003
- "Das Museum der Unschuld" (Masumiyet Müzesi) - 2008
- "Rot ist mein Name" (Benim Adim Kirmizi) - 1998
- "Das stille Haus" (Sessiz Ev) - 1983
- "Schnee" (Kar) - 2002
- "Die weiße Festung" (Beyaz Kale) - 1985
Perec, Georges "Das Leben Gebrauchsanweisung" (La vie mode d'emploi) - 1978
Poe, Edgar Allen "Die Philosophie der Komposition" (The Philosophy of Composition) - 1846
 - "Der Rabe" (The Raven) - 1845
Proust, Marcel "Auf der Suche nach der Verlorenen Zeit" (À la recherche du temps perdu) - 1913-27
- "Swanns Welt" (Du côté de chez Swann) - 1913
Rabelais, François (~1483-94-1553)
Robbe-Grillet, Alain (1922-2008)
Rousseau, Jean-Jacques "Die Bekenntnisse" (Les Confessions) - 1782
- "Julie oder die neue Heloise" (Julie ou la Nouvelle Héloïse) - 1761
Rumi "Geistige Zweizeiler" (Masnavi-ye-Ma'navi/مثنوی معنوی‎) ~1273
Sartre, Jean-Paul "Die Wörter" (Les Mots) - 1964
Schiller, Friedrich "Über naive und sentimentalische Dichtung" - 1795
Shakespeare, William "Macbeth" (Macbeth) - 1606
Shklovsky, Viktor (1893-1984)
Şoray, Türkan (1945-)
Stendhal "Die Kartause von Parma" (La Chartreuse de Parme) - 1839
- "Rot und Schwarz" (Le Rouge et le Noir) - 1830
Sterne, Laurence "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" (The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman) - 1759-67
- "Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien" (Sentimental Journey through France and Italy) - 1768
Strindberg, August "Der Sohn einer Magd" (Tjänstekvinnans son) - 1886
Sue, Eugène (1804-57)
Tanizaki, Jun'ichirō "Naomi oder Eine Unersättliche Liebe" (痴人の愛/Chijin no Ai) - 1925
Tanpınar, Ahmet Hamdi "Das Uhrenstellinstitut" (Saatleri Ayarlama Enstitüsü) - 1961
Thomas, Bernard "Alte Meister" - 1895
Tolstoi, Leo "Anna Karenina" (Анна Каренина/Anna Karenina) - 1877
- "Krieg und Frieden" (Война и мир/Woina I Mir) - 1868/69
Vargas Llosa, Mario "Tante Julia und der Kunstschreiber" (La tía Julia y el escribidor) - 1977
Woolf, Virginia "Mrs. Dalloway" (Mrs. Dalloway) - 1925
- "Die Wellen" (The Waves) - 1931
Wordsworth, William (1770-1850)
Yourcenar, Marguerite "Die schwarze Flamme" (L'Œuvre au noir) - 1968
- "Ich zähmte die Wölfin. Die Erinnerungen des Kaisers Hadrian" (Mémoires d'Hadrien) - 1951
- "Die Zeit, die große Bildnerin. Essays über Mythen, Geschichte und Literatur" (Aufsatz "Ton et langage dans le roman historique" aus "Le Temps, ce grand sculpteur") - 1983
Zola, Émile "Nana" (Nana) - 1880

Montag, 17. März 2025

Clarke, Stephen "Überleben unter Franzosen"

Clarke, Stephen "Überleben unter Franzosen. Ein Schnellkurs in zehn Lektionen" (Englisch: Talk to the Snail. Ten Commandments for Understanding the French) - 2006

Ich habe bislang zwei Bücher von Stephen Clarke gelesen. Dies war mein drittes. Während die anderen Romane über einen Engländer in Paris waren (na ja, die Geschichte basiert auf dem Leben des Autors), ist dies ein Sachbuch über die Franzosen und die französische Sprache. Stellenweise ziemlich lustig. Es sei denn, man ist ein sehr ernsthafter Franzose ohne Humor. Ich habe die Hälfte meines Lebens im Ausland gelebt (allerdings nicht in Frankreich) und kann verstehen, woher ein Teil seiner Frustration kommt. 

Es gibt so viele Stellen in diesem Buch, an denen ich nur genickt – oder den Kopf geschüttelt – habe. Vieles ist mir auch in England aufgefallen, zum Beispiel als er sich beschwert, dass die Franzosen keine französischen Wörter für Krankheiten oder Medikamente verwenden. Das habe ich in England auch erlebt. Außer bei einer einfachen Erkältung verwenden sie hauptsächlich lateinische oder griechische Wörter, sogar für die Ärzte, zu denen sie gehen.

Dann gibt es da noch die internationalen Probleme, wie zum Beispiel, sich mit den Nachbarn nicht gut zu verstehen – das ist nicht nur ein Problem, das ein Engländer in Frankreich hat. Und nicht im Restaurant bedient zu werden. Wie oft muss oder sollte man sich den Arm ausrenken, um die Aufmerksamkeit eines Kellners zu erregen? Nicht nur in Frankreich, leider.

Trotzdem gibt es im Buch viele hilfreiche Tipps, sprachlich und auch sonst. Und der Autor hat auch seinen Humor nicht verloren. Ein schönes Buch.

Buchbeschreibung:

"Sind Sie bereits in einem halb leeren französischen Lokal mit den Worten empfangen worden, man sei 'complet?' Schon mal im 'perfekten' Landhaus in der Bretagne, Provence oder Auvergne gelandet, wo es weder Strom noch fließendes Wasser gab? Und will Ihre zauberhafte französische Geliebte bei jeder Gelegenheit 'Je t’aime' von Ihnen hören? Endlich Frankreich verstehen – mit dem Engländer und Wahlfranzosen Stephen Clarke können Sie einen Anfang machen."

Samstag, 1. März 2025

Abdolah, Kader "Die geheime Schrift"

Abdolah, Kader (Hossein Sadjadi Ghaemmaghami Farahani) "Die geheime Schrift: Die Notizen des Agha Akbar" (Niederländisch: Spijkerschrift) - My Father’s Notebook - 2000

2010 haben wir "Das Haus an der Moschee" (The House of the Mosque) in unserem internationalen Lesekreis gelesen. Es war vom selben Autor und ich wollte dieses Buch seitdem immer lesen. Nun, ich habe es endlich getan und bin nicht enttäuscht. Genau wie in seinem anderen Buch gelingt es dem Autor, uns in das Land seiner Geburt zu versetzen, nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich. Er erzählt uns von den Veränderungen während der Jahrzehnte, die er dort lebte.

Dieser Roman ist noch persönlicher, er ist fast eine Autobiografie. Ishmael, der Protagonist dieser Geschichte, hat einen taubstummen Vater, der als Teppich-Gastronom arbeitet, genau wie Kader Abdolah, dessen Name das Pseudonym von Hossein Sadjadi Ghaemmaghami Farahani ist. Der Name ist eine Hommage an zwei Freunde, die im Iran hingerichtet wurden, einer während des Regimes des Schahs, der andere unter den Ayatollahs.

Ishmael landet als Schriftsteller in den Niederlanden, seine Frau folgt ihm später ... nun, ich denke, ich belasse es dabei, es gibt noch mehr Ähnlichkeiten zwischen dem Autor und seinem Protagonisten.

Zurück zum Buch: Es geht ein bisschen hin und her, von der Jugend von Ismails Vater Aga Akbar bis heute, dann zurück zu Aga Akbars Jugend, dann Ishmaels Jugend, seinem Studium ... Aber es ist keineswegs verwirrend. Ein guter Bericht über die Geschichte der Situation im Iran.

Mir gefiel auch das Thema des niederländischen Originaltitels: "Spijkerschrift" bedeutet Keilschrift, das allererste bekannte Schriftsystem. Sein Vater schreibt so, da er weder hören noch sprechen kann, entwickelt er seine eigene Rechtschreibung. Ziemlich interessant, wenn man sich für solche Themen interessiert.

Dieser Roman ist sowohl politisch als auch historisch. Eine faszinierende Lektüre.

Buchbeschreibung:

"Die Geschichte Persiens, gespiegelt in einem kleinen Dorf in den Bergen

Esmail hat ein Manuskript mit ins Exil genommen. Geschrieben hat es sein taubstummer Vater, in einer seltsamen, kaum lesbaren Schrift. So, wie er früher seinen Vater verstehen wollte, versucht Esmail nun, das Geschriebene zu entziffern. Es schildert das Leben in einem kleinen Dorf an der Grenze: »Südlich der Grenze lag der Iran, und nördlich, dort, wo immer tiefer Schnee lag, Russland.«

Dieser fast märchenhafte Roman, der einen Bogen spannt zwischen Amsterdam und Persien, erzählt von Vater und Sohn, von Analphabetismus und der Leidenschaft für Geschichten, von Armut, Abhängigkeit und erwachendem politischen Mut. Esmail schließt sich dem studentischen Kampf gegen den Schah an, später der Regime-Kritik gegen Chomeini. Er flieht – und aus dem Sohn eines Teppichknüpfers wird ein westlicher Intellektueller, der seiner Herkunft jedoch alles verdankt.
"

Ich habe dieses Buch im niederländischen Original gelesen.

Freitag, 31. Januar 2025

Hopmann, Sophie/Heidelore Mais "Gurkensandwich im Handschuhfach"

Hopmann, Sophie/Heidelore Mais "Gurkensandwich im Handschuhfach" [Cucumber Sandwich in the Glove Compartment] - 2019

Ich habe ja sechs Jahre in England gelebt, und mich zieht deshalb immer alles an, was nach England aussieht. Hier ging es also um das Gurkensandwich, das ich auch sehr liebe. Außerdem, eine Landkarte auf dem Titel wirkt bei mir auch immer.

Leider hielt das Buch nicht, was es verspricht, zumindest für mich nicht. Zugegeben, ein paar Eigenheiten der Briten (und nicht nur der Engländer, wie im Titel beschrieben, denn sie fährt auch nach Schottland) werden schon bekanntgegeben, aber lustig konnte ich es nicht wirklich finden. Die ganze Geschichte war mir zu flach. Eine etwas schrullige Deutsche fährt nach England, stapft von einem Fettnäpfchen ins nächste, ist sehr ungeschickt und unfallträchtig, das alles hat mit einer normalen Fahrt nach England nichts zu tun. Mag sein, dass das Büchlein für Leute, die kaum Englisch sprechen und auch die Insel nicht kennen, ein wenig zu bieten hat. Allerdings packen die Autorinnnen auch noch eine Liebesgeschichte mit rein, Teenager und ihre Probleme, alleinstehende Frauen, alles was so ein Groschenroman braucht. Ich brauche es nicht.

Buchbeschreibung:

"Ab in den Urlaub und rein ins Lesevergnügen. Endlich hat man wieder Zeit ein Buch zu lesen! Egal, ob am Pool entspannend oder noch mit Vorfreude zu Hause auf der Couch liegend, mit diesen Reiselektüren stimmen Sie sich perfekt auf Ihr nächstes Reiseziel England ein. Perfekte Einstimmung auf den Urlaub Deutsche Kurzgeschichte zu England Stimmungsvolle Erzählungen zu Land und Leute Inklusive fremdsprachiger Ausdrücke, um seinen Urlaubswortschatz ein wenig aufzufüllen. Sibyl... ist nun eigensinnig oder charalterfest Ist sie liebenswert skurril oder schon absonderlich Auf jeden Fall neigt sie zu unüberlegten Spontanhandlungen. So findet sie sich allein mit ihrem PKW in England wieder und trotzt dem Linksverkehr. Auch die Naturgewalten versucht sie entgegen aller Warnungen zu ignorieren. Nebel im Hochmoor von York Kann doch nicht sein! Sturm auf Lindisfarne Nein, nein das ist nur ein Windchen! Erstaunlicherweise hat sie in Cambridge keine wertvollen chinesische Vasen zerschlagen. Die Geschichte enthält circa 300 englische Wörter und Ausdrücke plus Übersetzungen in Fußnoten. Probieren Sie doch im Urlaub gleich die ein oder andere Wendung aus!"

Montag, 4. November 2024

Schneider, Wolf "Deutsch fürs Leben"

Schneider, Wolf "Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß" [German for Life. What the School Forgot to Teach Us] - 1994

Wir haben hier ein Buch, dass allen, die gerne mit Sprache umgehen oder die irgendwie damit zu tun haben, helfen will. Wolf Schneider ist ein sehr guter Deutschlehrer, er kann viel erklären und auf Probleme hinweisen.

Ein sehr guter Ratgeber.

Buchbeschreibung:

"Für Journalisten ist professionelles Schreiben so wichtig wie der Schraubenschlüssel für den Schlosser. Was ihr oberster Sprachlehrer Wolf Schneider sagt, kann jeder nutzen, der professionell schreiben will -- und das funktioniert Seine Lehrbücher sind Bestseller. Schneiders Werk Deutsch für Profis war noch flammendes Plädoyer, attackierte und argumentierte, erklärte und verteidigte die Absicht, überhaupt generelle Regeln für gutes Schreiben zu notieren. Doch das Buch wurde Pflichtlektüre in vielen Redaktionen. Und Wolf Schneider eine Institution.Seine jüngste Stilkunde konnte er aus der Sicherheit heraus schreiben, nicht mehr viel begründen zu müssen. Schneider verdichtete seine Lehre auf 50 Regeln. 'Schlichte Wörter wählen', 'Verben hofieren' oder 'Hauptsätze ausreizen' lauten die Ratschläge, die er mit Beispielen aus Prosa und Lyrik belegt.Kampfschrift wider den Sprachschluder ist auch Deutsch fürs Leben, das abschreckende Beispiele, vornehmlich von renommierten Publikationen, vortrefflich vorführt. Ein lebendiges, nützliches und -- das darf man erwarten -- sprachlich brillantes Buch, um das niemand herumkommt, der professionell schreiben will." 

Mittwoch, 11. September 2024

Diffenbaugh, Vanessa "Die verborgene Sprache der Blumen"

Diffenbaugh, Vanessa "Die verborgene Sprache der Blumen" (Englisch: The Language of Flowers) - 2011

Als ich dieses Buch zum ersten Mal sah, war ich von dem Titel angezogen. "Die Sprache der Blumen" lautet der englische Titel. Ich liebe Sprachen, aber ich hatte noch nie gehört, dass Blumen eine Sprache haben. Natürlich wissen wir alle, dass Rosen Liebe bedeuten sollen, aber es scheint so viel mehr dahinter zu stecken.

Ich habe diese Geschichte sehr genossen. Dieses Buch ist wie das Tagebuch eines jungen Mädchens angelegt, das in Pflegeheimen aufwuchs, und es erzählt zwei Geschichten gleichzeitig: die Zeit, die sie bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag in verschiedenen Einrichtungen und Heimen verbrachte, und die Zeit danach. So wie die Zeit das Leben der Protagonistin teilt, ist auch das Buch in zwei Teile gegliedert: die Geschichte des Mädchens und ihrer Probleme, die eine breite Palette psychologischer Probleme abdeckt, die sie mit dieser Welt hat, und die Geschichte der Blumen, wie sie zu etwas Besonderem wurden.

Ich war sehr froh zu erfahren, dass die Stephanotis, die ich vor etwa dreißig Jahren als Hauptblume meines Brautstraußes ausgewählt hatte, Glück in der Ehe versprach, und ich kann sagen, dass dies völlig wahr ist. Mir gefiel die Tatsache nicht, dass meine Lieblingsblume, die Pfingstrose, für Wut steht. Vielleicht ist es gut, dass sie nur für eine sehr kurze Zeit im Jahr erhältlich sind.

Ob man nun an die Sprache der Blumen glaubt oder nicht, dieses Buch bietet so viel mehr als nur das. Es greift viele verschiedene Themen auf, ohne zu verwirrend oder chaotisch zu werden.

Auf der Website von Random House gab es ein ganzes "Blumenlexikon", aber da sie inzwischen ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht haben – "A Victorian Flower Dictionary" (Goodreads) –, wurde es eingestellt. Es gibt jedoch anderswo im Internet eine Liste, hier.

Buchbeschreibung:

"Das Wichtigste im Leben der jungen Victoria sind Blumen. Sie weiß alles über sie und kennt vor allem ihre Bedeutung. Aufgewachsen in Waisenhäusern und Pflegefamilien, rettet dieses Wissen sie immer wieder. Mit achtzehn findet Victoria Arbeit in einem Blumenladen und bindet mit viel Erfolg und Einfühlungsvermögen für jeden Kunden den richtigen Strauß: Myrte für Liebe, Jasmin für Nähe, Maiglöckchen für Rückkehr des Glücks. All das wünscht sich Victoria auch, als sie Grant kennenlernt. Erstaunt stellt sie fest, dass er ebenfalls die Sprache der Blumen versteht – und sie von demselben Menschen gelernt hat wie sie selbst …"

Mittwoch, 28. August 2024

Garfield, Simon "Briefe!"

 

Garfield, Simon "Briefe! Ein Buch über die Liebe in Worten, wundersame Postwege und den Mann, der sich selbst verschickte" (Englisch: To the Letter: A Curious History of Correspondence - A Celebration of the Lost Art of Letter Writing) - 2013

Ich habe vor ein paar Jahren ein Buch von Simon Garfield gelesen: "On the Map. Why the World Looks the Way it Does" (Karten! Ein Buch über Entdecker, geniale Kartografen und Berge, die es nie gab).

Ich war wirklich begeistert. Und da ich Briefe genauso liebe wie Karten, musste ich mir dieses Buch einfach besorgen.

Es ist ein interessantes Buch über die Entwicklung von Briefen, wie sie überhaupt entstanden sind, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und was sie heute in einer Welt der E-Mails und Telefonnachrichten bedeuten.

Ich war früher eine begeisterte Briefeschreiberin und habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Und obowhl es einen guten Überblick über die Gewohnheit des Briefeschreibens bietet und einige nette Anekdoten enthält, fand ich es manchmal ein bisschen langweilig. Ich habe nichts dagegen, in einer Geschichte hin und her zu springen, aber das hier war alles ein bisschen zu planlos.

Das war vielleicht einer der Gründe, warum ich es nicht in einem Rutsch gelesen habe, ich konnte seine Struktur einfach nicht nachverfolgen.

Außerdem erwähnt er in seinem Werk viele Autoren und Bücher, ein Inhaltsverzeichnis wäre schön gewesen.

Ich schreibe immer noch gern Briefe.

Ein schönes Zitat:

"Heute ist das Morgen, um das wir uns gestern Sorgen machten."

Er erwähnt auch ein Briefabonnement, bei dem man zweimal im Monat einen echten Brief von einem seiner Lieblingsautoren erhält. Das gibt es immer noch und hier bei "The Rumpus" findet man alles darüber. Ich konnte nicht herausfinden, ob sie auch etwas ins Ausland schicken, aber es gibt hier ziemlich viele US-Leser, also vielleicht etwas für sie.

Buchbeschreibung:

"In jedem Brief steckt eine Geschichte im Kleinen und in diesem Buch stecken einige der größten Briefe aller Zeiten. Von Oscar Wildes ungewöhnlicher Methode, seine Post aufzugeben bis zum Versuch des Fahrradfans Reginald Bray, sich selbst zu verschicken - Simon Garfield entdeckt eine Fülle von Geschichten rund um die Kunst des Briefeschreibens. In den Hauptrollen: Plinius d. J., Cicero, Napoleon, J. W. von Goethe, Lewis Carroll, Jane Austen, Virginia Woolf, Albert Einstein, Queen Mum und viele mehr. Dazu eine unterhaltsame Geschichte der Ratgeber, wie man Briefe schreibt - einschließlich einer Anleitung, wann man Fische als Hochzeitsgeschenke verschicken darf. Zwischen den Kapiteln dieser wunderbaren Reise durch die Welt der Briefe entfaltet sich ein fesselnder Briefwechsel eines ganz normalen britischen Paares in Kriegszeiten, der zeigt, wie die schlichtesten Mitteilungen ein Leben verändern können. 'Briefe!' ist Loblied und Schwanengesang zugleich - auf die Kunst der Briefe: von den alten Römern bis zur E-Mail."

Dienstag, 30. Juli 2024

Grjasnowa, Olga "Der Russe ist einer, der Birken liebt"

Grjasnowa, Olga "Der Russe ist einer, der Birken liebt" All Russians Love Birch Trees - 2012 

Ich habe im Radio von diesem Buch gehört, die Journalistin Christine Westermann, die über besondere Bücher berichtet, hat es empfohlen. Ich liebe ihre Empfehlungen und mir gefiel der Titel, also wollte ich das Buch lesen.

Die Protagonistin ist eine junge Frau, die der Autorin nicht unähnlich ist. Sie ist in Aserbaidschan aufgewachsen und spricht mehrere Sprachen. Das gilt auch für Masha, unsere Hauptfigur. Sie lebt mit ihrem Freund in Frankfurt. Nach einer Tragödie geht sie nach Israel, wo sie versucht, sich niederzulassen. Ihr Zuhause könnte überall sein, aber sie findet heraus, dass es nirgendwo ist. Sie muss sich damit abfinden, aus einer Einwandererfamilie aus der großen Sowjetunion zu stammen, Jüdin zu sein und alles, was dazu gehört, einschließlich der Geschichte ihrer Familie sowohl in Aserbaidschan als auch in Deutschland. Aber sie beschreibt auch, wie sie in Deutschland behandelt wird, wie ihre Familie dort lebt. Dies sollte eine interessante Lektüre besonders für junge Leute sein.

Es ist nicht die Geschichte als solche, die so außergewöhnlich ist, es sind die Abfolge der Ereignisse und die Träume einer Frau, die Suche nach Glück. Eine Geschichte, die es wert ist, gelesen zu werden. Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum es nicht nur in verschiedene andere Sprachen übersetzt wurde, sondern dass eine der Sprachen Englisch ist.

Eine fesselnde Geschichte, die ich im deutschen Original gelesen habe.

Buchbeschreibung: 

"Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend. Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer erkrankt. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Ebenso tragisch wie komisch, mit Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat."

Dienstag, 14. Mai 2024

Littger, Peter "The devil lies in the detail"

Littger, Peter "The devil lies in the detail: Lustiges und Lehrreiches über unsere Lieblingsfremdsprache" - 2015

Ich mag ja Bücher, die den englischen Sprachgebrauch der Deutschen ein wenig auf die Schippe nehmen. Da gibt es die lustigen mit den direkt übersetzten Sprichwörtern (With him is not good cherry-eating) und die ernsteren, die versuchen, den Leser durch nochmalige Wiederholung der Grammatik zu erziehen. Beide bringen genausowenig wie dieses hier.

Die beste Idee, seine Kenntnisse einer Sprache zu verbessern, ist, sie zu gebrauchen. Und zwar möglichst täglich. Jetzt kommen die Einwände, ich kann ja nicht jeden Tag ins Ausland fahren. Muss man auch nicht. Heute kann man fast jeden Film auf Englisch sehen, man kann englische Bücher kaufen (am besten mit Kinderbüchern anfangen), man kann im Internet englische Berichte lesen, ansehen oder anhören, YouTube und Podcasts sind nicht weit. Und dann ist da noch Duolingo. All das gab es zu unserer Zeit überhaupt nicht.

Die Buchbeschreibung hat mich an einen Vorfall in London erinnert, in denen eine Touristin an der Eisbude vor mir ein "water ice" bestellte und der arme Verkäufer absolut keine Idee hatte, was er damit meinte. Zum Glück konnte ich helfen, in England nennt man "Wassereis" "lollies".

Dies ist trotzdem ein sehr witziges Buch über den Umgang mit der englischen Sprache.

Buchbeschreibung:

"Richtiges Englisch? Verdammt schwierig. Millionen Deutsche geben sich für ihr Sprachkönnen eine gute Note, doch selbst die Besten machen Fehler. Humorvoll und geistreich bringt der Autor der erfolgreichen SPIEGEL-ONLINE-Kolumne 'Fluent English' Licht ins Dickicht der deutsch-englischen Sprachverwirrung. 'I know what you mean.' Spätestens wenn Sie diesen freundlichen Satz von Ihrem englischen oder amerikanischen Gesprächspartner hören, ahnen Sie vielleicht, dass Sie für einen unfreiwillig komischen Moment im englisch-deutschen Sprachaustausch gesorgt haben. Zum Beispiel, wenn Sie beim Eisverkäufer 'two ice balls' bestellt, die Kollegen über den 'beamer in the conference room' informiert oder sich über eine 'genial idea' gefreut haben. But don’t make you worries! In 23 Kapiteln erzählt Peter Littger unterhaltsame und nützliche Geschichten von unserem 'English made in Germany' und hilft typische Fallstricke in unserem Alltagsenglisch aufzudecken und Missverständnisse zu vermeiden. 'The devil lies in the detail' - it’s a handy companion for those wanting to improve their English. Mit einem Glossar der 101 teuflischsten Patzer, die wir im Englischen machen."

Mittwoch, 20. März 2024

Sieg, Sören; Krohn, Axel "Ich hab dich rein optisch nicht verstanden"

Sieg, Sören; Krohn, Axel "Ich hab dich rein optisch nicht verstanden. Deutsche Dialoge mitgehört" [I didn't understand you visually. Overheard German dialogues] - 2015

Ein Fund in einem Bücherschrank (dort wandert es auch wieder hin). Sah ganz lustig aus, und ich habe meistens so ein Buch im Auto, das ich dann zwischendurch mal lese, wenn ich irgendwo warten muss.

Aber das hat dann doch eine Weile gedauert, und ich habe es nur zu Ende gelesen, weil ich immer mal zwischendrin aufgehört habe.

Von Sören Sieg habe ich ja vorher schon mal was gelesen (z.B. Schönen Sonntag: Die 88 besten Geschichten von Leo, Lina und Lukas). Dies hat mich eigentlich aufgrund der Versprecher interessiert, die in dem Buch vorkommen sollten. Aber es war alles mehr als flach, unterste Schublade. War bestimmt mein letztes Buch, auf dem dieser Name steht.

Buchbeschreibung:

"'Da geh ich mit Ihnen Chloroform.' Dialoge aus dem wahren Leben In Deutschland wird jede Menge Stuss geredet. Streitgespräche auf offener Straße, Missverständnisse an der Käsetheke, pseudointellektuelle Philosophievorträge im Café ...

Mal skurril und verquer, mal einfach witzig, mitunter überraschend tiefsinnig - so lesen sich die Dialoge aus Deutschlands Alltag, die Sören Sieg und Axel Krohn mitgehört und aufgeschrieben haben."

Freitag, 23. September 2022

Grass, Günter "Fünf Jahrzehnte"

Grass, Günter "Fünf Jahrzehnte" [Five Decades] - 1999

Ein schönes Buch für alle, die mehr über den Nobelpreisträger wissen wollen. Es berichtet über fünf Jahrzehnte Günter Grass mit vielen Texten, Fotos und Zeichnungen seiner Kunst.

Buchbeschreibung:

"In dem Buch unter dem Titel 'Fünf Jahrzehnte - Ein Werkstattbericht' blickt Literaturnobelpreisträger Günter Grass auf seine künstlerische und literarische Entwicklung zurück."

Günter Grass erhielt den Nobelpreis für Literatur 1999 "weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.