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Samstag, 5. September 2026

Smith, Betty "Ein Baum wächst in Brooklyn"

Smith, Betty "Ein Baum wächst in Brooklyn" (Englisch: A Tree Grows in Brooklyn) - 1943

Viele meiner Freunde haben mir von diesem Buch erzählt, und es stand schon ewig auf meiner Wunschliste. Endlich bin ich dazu gekommen, es zu lesen – und ich bin froh darüber. Ein junges Mädchen, das in Armut aufwächst, liebt das Lesen. Das hätte auch meine Geschichte sein können, auch wenn wir nie so arm waren wie die Familie Nolan. Wahrscheinlich lag das daran, dass mein Vater nicht trank und seinen Lohn aus seiner Arbeit nach Hause brachte. Aber ich kann mich sehr gut in Francie hineinversetzen: wie sie die Liebe zu Büchern entdeckte und wie diese manchmal zu ihren einzigen Freunden wurden. Bücher sind immer für einen da.

Ich konnte auch Francies Mutter Katie verstehen und nachvollziehen, wie sie versuchte, jeden Cent zu sparen, um Essen auf den Tisch zu bringen. Das muss unglaublich schwer für sie gewesen sein.

Francie lebte vor hundert Jahren, doch ihre Botschaft lebt weiter und ist heute noch genauso gültig wie damals: Mit Bildung können wir uns aus dem tiefsten Loch befreien.

Das Buch ist hervorragend geschrieben – aus der Sicht eines heranwachsenden Mädchens, aber mit einer sehr reifen, erwachsenen Sichtweise. Es regt dazu an, über das Leben und seinen Sinn nachzudenken.

Auf jeden Fall konnte ich mich so gut mit Francie identifizieren, dass ich dieses Buch einfach lieben musste. Ich hätte es sehr gerne schon in meiner Jugend gelesen.

Buchbeschreibung:

"Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine Süßigkeiten-Connaisseuse, eine genaue Beobachterin der menschlichen Natur – und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der in dem bunten, ruppigen Williamsburg von 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor all den Zugewanderten, jeden Tag wird von dem hart verdienten Geld das Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen samstags durch die Straßen, um für ihren gesammelten Trödel einige Pennies für Süßes zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, kann sie sich keinen schöneren Ort vorstellen. Und wenn sie auch gegen so manche Widrigkeit anschreiben muss, trägt sie doch eines in sich: dass es sich immer lohnt, nach dem puren Leben zu streben."

Samstag, 1. August 2026

Vance, J.D. "Hillbilly Elegie"

Vance, J.D. "Hillbilly Elegie. Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise" (Englisch: Hillbilly Elegy: a memoir of a family and culture in crisis) - 2016

Ich habe dieses Buch besprochen, kurz nachdem es erschienen war und niemand ahnte, dass J.D. Vance einmal der Vizepresident von Donald Trump werden würde. Nach der Lektüre des Buches kann ich es einfach nicht verstehen, wie jemand wie dieser Autor zu den Republikanern gehen kann, die rein gar nichts für die einfachen Menschen im Land tun. Normalerweise übersetze ich die alte Beschreibung, ohne einen neuen Kommentar abzugeben, denn ich möchte den Eindruck widergeben, den ich direkt nach der Lektüre hatte. Aber diesen Absatz musste ich einfach dazupacken.

Dieses Buch wurde vor zehn Jahren als Lektüre für unseren Lesekreis ausgewählt. Nachdem ich Arlie Russell Hochschilds "Strangers in Their Own Land: Anger and Mourning on the American Right" gelesen hatte, dachte ich: Nicht schon wieder ein Buch, das versucht, Donald Trump zu erklären. Ich bezweifle, dass jemals ein Buch erklären kann, warum er gewählt wurde, denn ich glaube, es gibt keinen wirklichen Grund dafür.

Allerdings würde ich dieses Buch nicht als Erklärung dafür bezeichnen, warum Menschen für so jemanden stimmen. Es versucht vielmehr zu erklären, wie man einem Leben entkommen kann, das einem keine Chancen bietet. Denn der Autor war selbst einmal so jemand: Seine Mutter war drogenabhängig, wechselte ständig die Partner und vernachlässigte ihre Kinder. Wenn es zu schlimm wurde, sprang die Großmutter ein, wie es wohl viele Großmütter tun.

Ja, J.D. Vance hat mir geholfen, diese Menschen besser zu verstehen. Ich kenne keine vergleichbare Gemeinschaft in Europa, wo man mehr oder weniger verloren ist, wenn man aus einer bestimmten Gegend kommt, wo die Schule einem kaum hilft, aus dieser Situation herauszukommen. Es war interessant zu lesen, und ich finde, jeder Politiker sollte das lesen und versuchen, diesen Kindern bessere Lebenschancen zu ermöglichen (einschließlich der Autor selbst).

Ein interessanter Einblick in eine Gesellschaft, über die die meisten Menschen nichts wissen. Das schließt mich und die anderen Mitglieder meines Lesekreises mit ein.

Wir haben dies im Juni 2017 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Armut und Chaos, Resignation und Gewalt, Drogen und Alkohol: In diesem Teufelskreis befinden sich viele weiße Arbeiterfamilien in den USA – entfremdet von der politischen Führung, abgehängt vom Rest der Gesellschaft und damit anfällig für die einfachen Lösungen von Populisten. Früher konnten sich die „Hillbillys“, die weißen Fabrikarbeiter etwa aus Ohio oder Kentucky, erhoffen, kraft ihrer Arbeit zu bescheidenem Wohlstand zu kommen. Doch spätestens gegen Ende des 20sten Jahrhunderts zog der Niedergang der alten Industrien auch die Arbeiterfamilien in eine Abwärtsspirale, aus der die meisten bis heute keinen Ausweg finden. J. D. Vance ist es anhand der Geschichte seiner Familie wie keinem anderen gelungen, diese ausweglose Situation und die Krise einer ganzen Gesellschaft eindrücklich zu schildern. Sein Buch bewegte Millionen von Lesern in den USA und erklärt nicht zuletzt den Wahltriumph eines Donald Trump."

Donnerstag, 9. Juli 2026

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage" (Englisch: 15 Days without a Head) - 2012

Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch. Herzzerreißend und wunderschön zugleich. Eine alkoholkranke Mutter ist so verzweifelt, dass sie ihren Teenager-Sohn und seinen sechsjährigen Bruder allein zurücklässt. Keine Adresse, niemand, der sich um sie kümmern könnte, kein Geld, nichts.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Mutter oder den kleinen Bruder mögen könnte. Laurence, der arme Kerl, muss sich sowohl um die alkoholkranke Mutter als auch um seinen kleinen Bruder kümmern, der alles andere als pflegeleicht ist. Als die Mutter verschwindet, will er nicht, dass die Kinder in verschiedenen Heimen landen, also tut er so, als wäre alles in Ordnung.

Wie gesagt, Menschen wie die Mutter machen mich wütend! Sie hat zwei Kinder und kümmert sich nicht um sie. Egal welche Ausrede man hat, egal wie verzweifelt man ist, man lässt seine Kinder nicht im Stich. Was wäre, wenn Laurence auch so ein Kind wäre, das keine Verantwortung übernehmen kann? Bei so einer Mutter ist das durchaus nachvollziehbar. Zum Glück ist er es nicht. Er und all die anderen Kinder in ähnlichen Situationen tun mir wirklich leid. Die Mutter hat sie nicht verdient. Das ist meine Meinung, und dabei bleibe ich.

Es gab einige lustige Szenen im Buch, die es zeitweise erträglich machten. Nur mal so als Beispiel: Im Tagebuch werden die Wochentage folgendermaßen aufgelistet (keine Ahnung, ob sie in dem Buch so übersetzt wurden, die englischen Originalwörter stehen unter meiner Übersetzung):

Dienstag, Wanntag, Trübtag, Lügentag, Da-lang, Irgendwann, Zwischentag, Fälligkeitstag, Endtag, Dieser Tag, Schreckenstag, Fetzentag, Elendstag, Nichttag, Weltuntergangstag, Wahnsinnstag, Heute
(Tuesday, Whensday, Blursday, Lieday, Thataway, Someday, Meanday, Duesday, Endsday, Thisday, Frightday, Tattersday, Slumday, Noneday, Doomsday, Madnesday, Today)

Buchbeschreibung:

"Wie weit kann man gehen, um die eigene Familie zusammenzuhalten? Laurence, 15 Jahre alt, geht jedenfalls ziemlich weit und manövriert sich dabei in eine Reihe grotesk-komischer Situationen – nicht zuletzt, weil sein kleiner Bruder fest davon überzeugt ist, ein bissiger Hund zu sein … Laurence Roach wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben, doch das ist schwer, wenn die Mutter eine depressive Alkoholikerin ist. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er täuscht vor, seine Mutter sei noch da, zieht sich ihre Kleider an und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen. Abend für Abend schleicht er zudem in die Telefonzelle und gibt sich in der Live-Sendung des lokalen Radiosenders für seinen verstorbenen Vater aus, um seinen geheimen Traum zu verwirklichen. Nach zwei Wochen, in denen sich die beiden Brüder mit einem Minimum an Geld und Essen durchschlagen, entdeckt Laurence endlich eine Spur von seiner Mutter. Aber jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an."

Mittwoch, 24. Juni 2026

Hawkins, Paula "Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich"

Hawkins, Paula "Girl on the Train: Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich" (Englisch: The Girl on the Train) - 2015

Bevor ich dieses Buch zu lesen anfing, war ich mir nicht sicher, ob es mir gefallen würde. Hätte ich raten müssen, hätte ich wahrscheinlich gedacht, dass es mir nicht gefallen würde.

Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass es mir sehr gut gefiel. Ich bin eigentlich kein Fan von Krimis, Thrillern, Krimis oder Frauenromanen, und dieses Buch hat von allem etwas. Das Mädchen im Zug beobachtet die Leute in den Gärten, während sie an ihnen vorbeifährt. Es ist interessant zu sehen, wie viel sie aus den kurzen Blicken herauslesen kann. Man fragt sich, ob man aus jedem flüchtigen Blick auf das Leben eines anderen eine Geschichte spinnen kann.

Jedenfalls war die Geschichte gut geschrieben und voller Spannung (obwohl man leicht erraten kann, was passiert, aber man ist sich nie hundertprozentig sicher). Rachel, die Protagonistin, führt ein trauriges Leben; sie ist arbeitslos und Alkoholikerin. Die Art, wie ihr Leben beschrieben wird, lässt einen erkennen, wie leer so ein Leben sein kann.

Ich würde nicht sagen, dass dies das beste Buch war, das ich in dem Jahr gelesen habe, aber es hatte definitiv etwas.

Buchbeschreibung:

"Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von Jess. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse..."

Donnerstag, 22. Januar 2026

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger"

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger" (Englisch: The Heart is a Lonely Hunter) - 1940

Dieses Buch stand auf meiner Wunschliste, seit ich den Titel zum ersten Mal gehört habe. Es wirkt bezaubernd. Ein lesenswertes Buch. "Das Herz ist ein einsamer Jäger". Was jagt es? Und warum? Das sind die ersten Gedanken, die einem bei diesem Satz kommen.

Als ich anfing, das Buch zu lesen, erfuhr ich, dass die Autorin erst 23 Jahre alt war, als sie ihr erstes Buch schrieb. Als ich es zu Ende gelesen hatte, dachte ich nur, wie um alles in der Welt jemand so jung ein so tiefes Verständnis für die Welt und die Menschheit haben kann. Was für ein Geschenk muss das sein, aber wahrscheinlich auch eine ziemliche Belastung.

Diese Geschichte ist alles andere als glücklich, wie der Titel vermuten lässt. Der Roman enthält viel Verzweiflung. Aber auch viel Hoffnung. Und er lehrt uns, dass trotz des damals vorherrschenden Rassismus die Menschen auf der ganzen Welt gleich sind, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sozialem oder finanziellem Status.

Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken über die Welt anregt und darüber, ob sie sich in den letzten hundert Jahren verändert hat. Ich glaube nicht, dass das der Fall ist.

Buchbeschreibung:

"Der Roman spielt im Staat Georgia, in einer hässlichen heißen Innenstadt. Es ist die Geschichte eines begabten Mädchens, Mick Kelly, und ihres gewaltsamen Kampfes gegen eine unnachgiebige und harte Umgebung. Carson McCullers' mitleidiges Engagement gilt den einsamen Sonderlingen und Außenseitern, die sich um den taubstummen John Singer scharen, um ihm ihr Herz auszuschütten."

Dienstag, 14. Oktober 2025

Keyes, Marian "Rachel im Wunderland"

Keyes, Marian "Rachel im Wunderland" (Englisch: Rachel's Holiday) - 1998

Marian Keyes ist nicht unbedingt die Autorin, die ich lesen würde, aber ich habe ein paar dieser Chick Lits gelesen, als ich anfing, auf Englisch zu lesen. Irgendwie dachte ich, sie wären vielleicht einfacher, aber nach den ersten Bänden waren sie so langweilig … Trotzdem hatte ich dieses Buch noch herumliegen und habe es vor ein paar Jahren im Urlaub gelesen.

Ich war positiv überrascht. Ein gutes Buch über Rehabilitation und wie eine Alkoholikerin ständig die Wahrheit leugnet. Rachel macht gerade einen Entzug in einer entsprechenden Klinik, glaubt aber, dass sie einen tollen Urlaub haben wird. Gut beschrieben, man kann ihre Argumentation nachvollziehen, ihren Umgang mit der Situation – oder eben nicht. Interessant.

Buchbeschreibung:

"Rachel ist begeistert - vom Partyleben ihrer Traumstadt New York und von Luke, ihrem neuen Freund. Bis zu der einen Nacht, in der alles schief läuft. Rachel erkennt, dass sie ein ernstes Problem lösen muss, um glücklich zu werden."

Dienstag, 5. August 2025

Ashworth, Andrea "Als unser Haus in Flammen stand"

Ashworth, Andrea "Als unser Haus in Flammen stand" (Englisch: Once in a House on Fire) - 1999

Ich habe dieses Buch absolut geliebt. Der Schreibstil ist einfach wunderbar. Man kann sich vorstellen, dabei gewesen zu sein – das ist das beste Lob, das ich einer Autorin geben kann.

Andrea Ashworth beschreibt ihre Jugend in einem mittellosen Haushalt voller Gewalt und anderer Probleme. Ihre depressive Mutter schickt die Familie durch eine Reihe von Stiefvätern, von denen keiner als "normales" Familienmitglied bezeichnet werden kann.

Ich bewundere Andrea einfach für das, was sie trotz all ihrer Probleme erreicht hat und was sie als Ausrede hätte benutzen können, um in das gleiche Muster wie ihre Mutter zu verfallen. Manchmal tat mir die Mutter leid, manchmal war ich wütend auf andere, aber dann tat sie mir wieder leid, weil ich verstehen kann, wie man so endet wie sie. Sie hatte einfach keine Hoffnung, dass sich etwas ändern könnte, wenn sie sich änderte.

Auf jeden Fall kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Und nein, ich möchte nichts hören, was meine Bewunderung für das Buch und die Autorin trüben würde.

Buchbeschreibung:

"Die Gespenster der Vergangenheit verbannen, das wollte Andrea Ashworth mit ihrem Buch. Es erzählt die mitreißende, bestürzende Geschichte ihrer Kindheit in Manchester Anfang der siebziger Jahre: unvergeßliche Bilder von Leid und Armut, aber auch Solidarität, Zuneigung und unbeugsamen Überlebenswillen."

Samstag, 19. Juli 2025

Brontë, Anne "Die Herrin von Wildfell Hall"

Brontë, Anne "Die Herrin von Wildfell Hall" (Englisch: The Tenant of Wildfell Hall) - 1848

Ich liebe Klassiker. Von allen Brontë-Romanen ist dieser mein Lieblingsroman. Er erinnert mich an Jane Austen, wenn auch in eine andere Richtung.

Der Roman ist von Anfang an spannend. Die Beschreibung der mysteriösen Frau, die in Wildfell Hall einzieht, die misstrauischen Nachbarn, der großzügige Vermieter … alles ist schon recht interessant. Dann verschwindet sie, und das Mysterium wird noch größer.

Der Stil des Romans ist außergewöhnlich. Verschiedene Autoren dieser Zeit haben diesen Stil verwendet, die Geschichte durch verschiedene Erzähler zu erzählen, sodass der Leser immer mehr weiß als die Protagonisten.

Ich mag diesen Stil. Es muss für die Autorin schwer sein, den Schreibstil im Laufe des Romans zu ändern und dabei nicht den Faden zu verlieren. Aber für den Leser ist es großartig. Die Spannung steigt noch mehr. Man fühlt mit Gilbert, aber noch mehr mit Helen und ihrem kleinen Jungen.

Was für ein Leben diese Frauen doch führen mussten! Bin ich froh, in der heutigen Zeit zu leben.

Auch wenn sie weniger berühmt ist als ihre Schwestern Charlotte und Emily, gefällt mir dieser Roman besser als "Jane Eyre" (Jane Eyre) und ganz bestimmt auch besser als "Sturmhöhe" (Wuthering Heights).

Buchbeschreibung:

"Helen heiratet gegen alle Widerstände den gutaussehenden Arthur. Doch schon bald nach der Hochzeit stellt er sich als Schürzenjäger und Trunkenbold heraus, der von Helen Gehorsam und Nachsicht erwartet. Helen verläßt ihren Mann und behauptet sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit als alleinstehende Frau.

Anne Brontë plädiert mit diesem Meisterwerk für die Gleichberechtigung der Frau in der Ehe.
"

Montag, 23. Juni 2025

McCourt, Frank "Ein rundherum tolles Land"

McCourt, Frank "Ein rundherum tolles Land" (Englisch: 'Tis: A Memoir) - 1999

Was passiert nach "Die Asche meiner Mutter" (Angela's Ashes)? Frank McCourt verlässt Irland und kehrt in die USA zurück. Wir alle wissen, dass er Lehrer wurde und dann sein Buch schrieb, aber aus der Zeit dazwischen ist nichts mehr zu hören.

Das erfährt man in Frank McCourts zweitem Buch, das genauso gut geschrieben ist wie das erste, aber auch nicht immer eine glückliche Zeit ist. Schließlich ist er ein armer Einwanderer ohne Bildung. Und der Weg zu einem erfolgreichen Leben ist mit vielen Steinen übersät, Stolpersteinen und Trittsteinen. Dass der Autor am Ende erfolgreich ist, verdankt er eher einigen Schutzengeln als seiner eigenen guten Wahl der richtigen Steine. Aber er bleibt stets zuversichtlich, und ich denke, das hat ihn zu dem Mann gemacht, der er am Ende war.

Mir hat dieses Buch genauso gut gefallen wie sein erstes und sein drittes, "Tag und Nacht und auch im Sommer" (Teacher Man).

Buchbeschreibung:

"'Die Asche meiner Mutter' ist so gut - sie verdient eine Fortsetzung." So schrieb die New York Times über Frank McCourts Bestseller. Mit dem vorliegenden Buch erfüllte der Autor nicht nur den Wunsch seines Rezensenten, sondern auch die Hoffnungen der Millionen von begeisterten Lesern und schrieb seine Geschichte fort.

'Ein rundherum tolles Land' beginnt dort, wo der erste Teil endet: als Frank McCourt mit 19 Jahren an Bord eines irischen Schiffes nach Amerika kommt und nichts hat als die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Arm, mit schlechten Zähnen und entzündeten Augen, ohne jede nennenswerte Ausbildung, erreicht er das Land seiner Träume - und muss feststellen, dass er mit seinem Aussehen und seinem irischen Akzent ein Nichts ist. Wie er sich trotz aller Widrigkeiten einen Platz im Leben erkämpft, einen Platz 'auf dem Bindestrich von Irisch-Amerika', berichtet der große Erzähler McCourt in seiner unnachahmlichen Mischung aus Traurigkeit und Witz. Seine unglaublichen Geschichten über Priester und Jungfrauen, über irische Kneipen, bayrische Bierkeller und die merkwürdigen Sitten der Amerikaner im Allgemeinen verbinden sich zu einer augenzwinkernden Hommage an das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in der 'toll' nicht nur 'großartig' bedeutet."

Samstag, 5. Oktober 2024

Frazier, Charles "Ins Dunkel hinein"

Frazier, Charles "Ins Dunkel hinein" (Englisch: Nightwoods) - 2011

Nachdem ich "Unterwegs nach Cold Mountain" (Cold Mountain) gelesen hatte, konnte ich das nächste Buch dieses Autors kaum erwarten. Neun Jahre später erschien "Dreizehn Monde" (Thirteen Moons) und ich war wieder am Anfang und konnte das nächste kaum erwarten. Ich bin dankbar, dass ich diesmal nicht so lange warten musste, obwohl vier Jahre auch ziemlich lange sind.

"Ins Dunkel hinein" (Nightwoods): Eine junge Frau muss sich um die Zwillinge ihrer ermordeten Schwester kümmern. Kein neuer Plot. Aber – es steckt so viel mehr in dieser Geschichte, und nicht nur die schöne Beschreibung der von Charles Frazier geliebten Appalachen. Er schafft es wie kein anderer, das Leben gewöhnlicher Menschen zu beschreiben. Alle seine Romane handeln von völlig unterschiedlichen Themen, zu völlig unterschiedlichen Zeiten, und dennoch gibt er einem das Gefühl, die ganze Zeit "dabei“ zu sein. Genial.

Buchbeschreibung:

"Verstört, sprachlos, irgendwie zurückgeblieben – so kommen die Zwillinge Dolores und Frank bei Tante Luce an. Vermutlich waren sie dabei, als ihre Mutter starb, ermordet von Bud, einem brutalen Gelegenheitsgauner und ehemaligen Lebensgefährten der Mutter. Luce gewinnt langsam das Vertrauen der Zwillinge, und auch sie selbst, die Außenseiterin, die in einem verfallenden Sommerhaus in North Carolina lebt, scheint zur Ruhe zu kommen. Auf eine leichte, aufregend unspektakuläre Weise gelingt es Charles Frazier, eine Handvoll fragiler Menschen vor den Gefahren zu retten, die sie immer enger zu umschließen drohen."

Freitag, 7. Juni 2024

Wahl, Caroline "22 Bahnen"

Wahl, Caroline "22 Bahnen" [22 Lanes] - 2023

Eine sehr rührige Geschichte. Tilda lebt mit ihrer geschiedenen Mutter und ihrer kleinen Schwester in einer Wohnung. Sie studiert und arbeitet nebenher. Das Problem ist, die Mutter ist Alkoholikerin und somit ist Tilda nicht nur die Erzieherin ihrer Schwester als auch die Pflegerin ihrer Mutter. So etwas sollte niemandem zugemutet werden, schon gar nicht einem jungen Mädchen, das noch am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, am Anfang ihres Lebens steht.

Eine gut geschriebene Geschichte, in der man nachvollziehen kann, wie es in Tilda aussieht, wie sie eigentlich nichts anderes wünscht als ein normales Leben, erst recht für ihre kleine Schwester.

Wenn man die Beschreibung so sieht, denkt man, dieses Buch könne seicht und kitschig sein. Ist es aber nicht. Man fühlt mit Tilda mit.

Buchbeschreibung:

"Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern - und an schlechten Tagen auch um die Mutter. Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der - genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.

'22 Bahnen' ist eine raue und gleichzeitig zärtliche Geschichte über die Verheerungen des Familienlebens und darüber, wie das Glück zu finden ist zwischen Verantwortung und Freiheit."

"22 Bahnen" wurde 2023 von den Deutschen Unabhängigen Buchhandlungen zum "Lieblingsbuch der Unabhängigen" gewählt.

Mittwoch, 24. April 2024

McCourt, Frank "Die Asche meiner Mutter"

McCourt, Frank "Die Asche meiner Mutter" (Englisch: Angela's Ashes) - 1996

Ich habe dieses Buch vor langer Zeit in meinem ersten Lesekreis in England gelesen. Eine wundervolle Autobiografie, so lebendig. Und elend. Was für ein elendes Leben. Tolstoi beginnt "Anna Karenina" (Anna Karenina) mit: "Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise." Frank McCourt fügt sogar hinzu: "Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit." Nun, diese Familie hat eine sehr elende Kindheit und Frank McCourt hat ein unglaubliches Talent, dies zu beschreiben. Man fragt sich, wie Menschen so leben können. Ein alkoholkranker Vater, kranke Kinder, kein Job, kein Geld, kein Essen.

Aber in diesem Buch steckt auch Hoffnung, und Frank McCourt ist der beste Beweis dafür. Trotz seiner elenden Kindheit gelang es ihm, Lehrer und dann Autor zu werden, der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Wir haben darüber im Juni 1999 in unserem britischen Lesekreis geesprochen.

Buchbeschreibung:

"'Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit', so beginnt Frank McCourt seine Erinnerungen an die armseligen Kinder- und Jugendjahre in den Slums von Limerick. In seinem Buch, geschrieben mit Humor und Sprachwitz, verbinden sich erschütternde Begebenheiten, skurrile Charaktere, tiefstes Elend und höchste Lebenslust."

Sein zweites Buch "'Tis" (Ein rundherum tolles Land) erzählt uns von seinem Leben in den USA und sein drittes "Teacher Man" (Tag und Nacht und auch im Sommer) von seinem Leben als Lehrer.

Frank McCourt erhielt den Pulitzer Preis für seine Autobiographie in 1997. 

Samstag, 13. April 2024

Walls, Jeannette "Schloss aus Glas"

Walls, Jeannette "Schloss aus Glas" (Englisch: The Glass Castle: A Memoir) - 2005

Was würde man tun, wenn die Kindheit mehr als außergewöhnlich wäre, wenn man alles versuchen würde, um ihr zu entkommen und es endlich schaffte, herauszukommen? Jeannette Walls erzählt uns ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Eltern, ihrer Geschwister und ihrer selbst. Vom Aufwachsen auf der Straße, nie zu wissen, ob sie am nächsten Tag etwas zu essen hatten, geschweige denn, einen Schlafplatz zu finden, bis hin zur Karriere als Top-Journalistin. Das ist ein extrem langer Weg und Jeanette Walls kann dies so beschreiben, als ob man dort gewesen wäre. Der Bericht über ein Leben, das sowohl verheerend als auch ermutigend ist.

Interessant.

Buchbeschreibung:

"Der innere Konflikt der Autorin, der sie jahrelang schweigen ließ, wird bereits in der Einleitung deutlich. An einem stürmischen Märzabend befindet sich die bekannte Kolumnistin Jeanette Walls auf dem Weg zu einer Party. Ihre Vorfreude weicht schlagartig, als sie vom Taxi aus die zerlumpte alte Frau mit dem verfilzten Haar erblickt, die gerade einen Müllcontainer durchwühlt. Sie erkennt die vertrauten Bewegungen, die Art, wie sie den Kopf schieflegt, um ihren Fund zu begutachten. Schockiert und beschämt kehrt Jeanette Walls in ihr nobles Appartment auf der Park Avenue zurück. 'The Party is over!' -- Die Vergangenheit war zurückgekehrt. Die Pennerin auf der Straße war Jeanette Walls eigene Mutter. Eine Kindheit der etwas anderen Art zieht noch einmal vorüber.

'Wir türmten ständig, meistens mitten in der Nacht!' -- Ob solche Eltern für Jeanette und ihre beiden Geschwister (ein viertes kam später hinzu), eher Segen oder Fluch darstellten, mag der Leser entscheiden. Mit einer Art Hippie-Philosophie und einem nonkonformistischen Besserwissertum, das zuweilen nervt, ausgestattet, hatten Rex und Rose Mary Walls beschlossen, allem Konsum den Kampf anzusagen. Ein naturhaftes Leben 'on the road' sollte den Kindern 'echte Werte' vermitteln. Ein zwiespältiges Unterfangen bei einem Vater, der in lichten Momenten seinen Kindern die Welt erklärte, Sterne vom Himmel holte und ihnen ein 'Schloß aus Glas' versprach, dann wieder klaute wie ein Rabe, und sich in den finstersten Phasen seiner Trunksucht gar in einen regelrechten Berserker verwandeln konnte.

Auch die Mutter, eine vor jeder Arbeit zurückscheuende verhinderte Künstlerin, bot kein rechtes Gegenmodell. Jeanette Walls indes beschloss rückblickend, die positiven Aspekte ihrer 'Erziehung' herauszustellen. Die ständige Flucht vor 'den Handlangern, Blutsaugern, der Gestapo', wie der Vater seine Verfolger verwünschte, die Nahrungsaufnahme aus Müllcontainern, die zerschlissene Kleidung -- das gewählte Außenseitertum gerät bei ihr nicht zum Mangel sondern zum Lebensgewinn.

Wie das elterliche Fantasiegebäude erste Risse bekam und die allmähliche Abspaltung erfolgte, wird mit leisem Humor, großer erzählerischer Kraft und (nicht immer nachvollziehbarer) Liebe abgehandelt."

Montag, 12. Juni 2023

Ansay, A. Manette "Blauwasser"

Ansay, A. Manette "Blauwasser" (Englisch: Blue Water) - 2006

Ich habe vor ein paar Jahren ein Buch von Manette Ansay gelesen (Vinegar Hill), und es hat mir sehr gut gefallen. Als ich vor einiger Zeit mit jemandem darüber redete, hatte ich das Gefühl, ich müsste unbedingt noch eines ihrer Bücher lesen. Und ich habe es nicht bereut.

Die Geschichte war fesselnd und spannend.
Ich konnte es kaum erwarten, die Seiten umzublättern. Die Autorin hat einen hervorragenden Schreibstil. Die Protagonisten sind hervorragend beschrieben, die Handlung lässt sich gut verfolgen und man kann mit den Charakteren mitfühlen.

Wie in ihrem anderen Buch fragen wir uns, wie viel ein Mensch ertragen kann, aber auch, wie wir jemandem vergeben können.
In dem Roman findet man alle möglichen Emotionen: Liebe und Hass, Wut und Hoffnung, Trauer und Vergebung. Es gibt Lösungen, aber auch Probleme, die nicht gelöst werden können. Eine interessante Geschichte.

Sicherlich nicht mein letztes Buch von Manette Ansay.

Buchbeschreibung:

"Der sechsjährige Sohn von Megan und Rex kommt bei einem Autounfall ums Leben. Für Megan bricht eine Welt zusammen. Der gewaltsame Tod nimmt ihr und ihrer Familie allen Lebensmut. Ein herzzerreißender  aber nie rührseliger Roman über Liebe, Verlust, Freundschaft und die Möglichkeit der Vergebung.

Gemeinsam mit ihrem Mann segelt Megan um die Welt. Beide hoffen, inmitten der Weite des Ozeans endlich alles hinter sich lassen zu können und wieder zueinander zu finden. Doch Megan erkennt, dass sie nicht davonlaufen kann: Sie muss sich ihrer Trauer stellen. Sie fliegt zurück nach Hause, wo sie der Unfallfahrerin, einer alten Schulfreundin, begegnet. Kann sie sich mit der Frau aussöhnen, die den Tod ihres Sohnes so leichtfertig verursacht hat?
"

Mittwoch, 22. Februar 2023

Perry, Matthew "Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing"


Perry, Matthew "Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing. Die Autobiografie des FRIENDS-Stars" (Englisch: Friends, Lovers, and the Big Terrible Thing) - 2022

Mögt ihr F.R.I.E.N.D.S.? Dann könnte euer Lieblingscharakter derselbe sein wie der von vielen: Chandler Bing.

Ich wusste, dass er ein Problem mit Alkoholismus hatte. Ich fragte mich, wie er es trotzdem schaffte, einen so fröhlichen Charakter zu spielen.

Matthew Perry öffnet sich, er erzählt uns alles aus seinem Leben. Während manche das vielleicht ein wenig übertrieben finden, denke ich, dass dies ein großartiges Buch für diejenigen ist, die versuchen, diese Krankheit zu verstehen. Denn das ist es, eine Krankheit. Ich leide an Migräne und habe schon einiges darüber gehört, wie z.B. einfach ein Aspirin einzunehmen, es zu ignorieren, kann ja nicht so schlimm sein usw. Jeder, der an einer chronischen, unsichtbaren Krankheit leidet, kann davon erzählen. Aber unter Alkoholismus oder Drogenmissbrauch zu leiden, ist etwas anderes, viele Menschen geben ihnen die Schuld für das, was sie "tun", und haben kein Mitgefühl für das, was ihnen widerfährt!

Ich denke, wenn ihr Matthews Autobiografie lest, könnt ihr verstehen, wie schwer es ist, gegen eine solche Krankheit anzukämpfen, und dass Kommentare wie die oben genannten nur hinderlich sind.

 

Dieses Buch hat mir mein Sohn zu Weihnachten geschenkt. Er weiß, wie sehr ich F.R.I.E.N.D.S. liebe. Eigentlich meine ganze Familie. Sagt irgend etwas und wir können mit einem F.R.I.E.N.D.S. Zitat antworten, wir können tatsächlich ganze Gespräche mit F.R.I.E.N.D.S. Zitaten führen. Wir haben viele Dinge mit F.R.I.E.N.D.S. Zitaten, Untersetzer, Gläser, Tassen, Teller usw. Wir haben den Jungs einmal Kissenbezüge mit dem Spruch "The Cushions are the Essence of the Chair" (Die Kissen sind die Essenz des Stuhls) geschenkt und die beiden haben sie in ihren Wohnungen. Hätte er es mir geschenkt, wenn er es vorher selbst gelesen und alle Einzelheiten gewusst hätte? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, er hätte es getan, und ich bin froh, dass er es getan hat.

Es ist viel Matthew in Chandler und viel Chandler in Matthew, wie zu erwarten war. Durch das Lesen dieser Memoiren, liebe ich ihn noch mehr. Dies ist wahrscheinlich eine der traurigsten Geschichten, die ich dieses Jahr lesen werde. So dunkel, so verheerend.

Das Buch ist so ehrlich, dass man das Gefühl hat, der Autor spricht mit einem persönlich wie mit seinem allerbesten Freund, auf den er sich verlassen kann. Ich wünsche Matthew Perry alles Gute für die Zukunft.

Buchbeschreibung:

"Durch sein Mitwirken in der US-Kultserie FRIENDS erreichte der Schauspieler Matthew Perry Weltruhm. Erstmals erzählt er nun seine eigene außergewöhnliche Geschichte und spricht offen über private Suchtkämpfe und darüber, was sich tatsächlich hinter den Kulissen der erfolgreichsten Sitcom aller Zeiten abspielte. Der TV-Star gewährt tiefe Einblicke in seine langjährige Erkrankung und reflektiert gewohnt humorvoll und selbstkritisch, was die Süchte eines Mannes befeuert hat, dem es an nichts zu mangeln schien. Unerschrocken ehrlich, zutiefst bewegend und urkomisch: dies ist das Buch, auf das Fans gewartet haben."

Donnerstag, 21. Juli 2022

Frazier, Charles "Unterwegs nach Cold Mountain"

Frazier, Charles "Unterwegs nach Cold Mountain" (Englisch: Cold Mountain) - 1997

Ich habe dieses Buch zweimal gelesen, das erste Mal mit meinem britischen Lesekreis, als es gerade veröffentlicht wurde, und dann noch einmal, als der Film herauskam, und ich wollte mich noch einmal damit befassen, bevor ich ihn mir ansehe. Beim ersten Mal war ich mit dem Ende nicht zufrieden, nun, ich habe es nicht wirklich verstanden, aber beim zweiten Mal machte es Sinn und es gefiel mir besser.

Inzwischen ist dieses eines meiner Lieblingsbücher.
Und Charles Frazier wurde zu einem meiner Lieblingsschriftsteller.

Die Geschichte handelt vom amerikanischen Bürgerkrieg, von Liebe, Kämpfen in schlechten Zeiten, Kameradschaft.
Aber es zeigt nicht nur das Leben der Menschen während des Bürgerkriegs, es scheint eine unendliche Beschreibung des Lebens zu sein. Ich denke, es ist ein großartiger Roman, der über Generationen hinweg weiterleben und gelesen werden wird.

Alles in allem, "Cold Mountain" ist einfach fantastisch, der Film war auch sehr gut, das sage ich selten, nachdem ich ein Buch gelesen habe, wirklich sehenswert, ob man das Buch gelesen hat oder nicht. Dies war sein Buch über den Bürgerkrieg, das zweite Buch Buch des Autoren "Dreizehn Monde" (Thirteen Moons), handelt von einer früheren Zeit, der Zeit der Indianer (oder Ureinwohner Amerikas/Indigene Amerikaner, wie sie jetzt genannt werden, aber in dem Buch wurden sie Indianer genannt, weil das damals der Begriff war). Ich lese gerne Bücher, die Geschichte oder andere Kulturen in mein Leben bringen, ich kann seine Bücher wirklich empfehlen.

Wir haben dieses Buch im Februar 2000 in unserem britischen Lesekreis besprochen.
 
Buchbeschreibung:

"Im amerikanischen Bürgerkrieg wird der junge Soldat Inman zum Deserteur. Verletzt an Leib und Seele zieht er durch ein zerstörtes Land in Richtung Heimat in North Carolina. Die Sehnsucht nach einem Leben in Frieden und vor allem die Liebe zu Ada, der wohlbehüteten Bürgertochter aus Cold Mountain, treiben ihn auf dem gefährlichen Weg voran. Doch die Ada aus der Zeit von vor dem Krieg gibt es nicht mehr. Die Umstände machten sie zu einer selbstbewußten Frau, die auf eigenen Beinen zu stehen vermag, ihren Lebensunterhalt zusammen mit der naturverbundenen Ruby durch die Bewirtschaftung der väterlichen Farm bestreitet. Ein ergreifender Roman über die Zerstörung der menschlichen Seele und die Hoffnungsmacht der Liebe."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.