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Freitag, 18. September 2026

Domínguez, Carlos María "Das Papierhaus"

Domínguez, Carlos María "Das Papierhaus" (Spanisch: La Casa del Papel) - The House of Paper - 2007

Ein interessantes Buch über eine Frau, die beim Lesen stirbt, einen Mann, der ein Haus aus Büchern baut, und einen weiteren Mann, der versucht, die Verbindung zwischen ihnen zu finden. Für meinen Geschmack etwas zu kurz (nur 96 Seiten): Man lernt die Figuren nicht lange kennen – gerade erst eingelesen, ist die Geschichte schon vorbei.

Dennoch war es eine durchaus angenehme Lektüre. Als Bonus gibt es vorne im Buch eine schöne Karte, die den Weg der Hauptfigur nach Südamerika zeigt. Sie erinnert an alte Karten auf Pergament – ​​ein Detail, das auch jedem Bücherliebhaber gefallen dürfte. Eine wunderbare kleine Geschichte über Menschen, die Bücher lieben.

Buchbeschreibung:

"Eine Literaturdozentin, die so in die Gedichte von Emily Dickinson vertieft ist, dass sie tödlich verunglückt, ihr argentinischer Kollege, der um die halbe Welt reist, um das Geheimnis eines rätselhaften Buches zu lösen, und ein Mann, der bereit ist, seine Liebe für Bücher in Stein zu fassen: drei Menschen, die ohne Bücher nicht sein können und deren Leben auf höchst seltsame Weise miteinander verknüpft werden."

In diesem Roman werden viele Bücher erwähnt. Das wichtigste ist
"Die Schattenlinie" (The Shadow-Line) von Joseph Conrad.

Andere:
Burckhardt, Jacob "Die Cultur der Renaissance in Italien"
Cervantes, Miguel de "Don Quixote von der Mancha" (SPAN: El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha/Don Quixote)
Dickinson, Emily "Gedichte" (Poems)
Dostoevskij, Fyodor "Die Brüder Karamasow" (RUS: Братья Карамазовы/Brat'ya Karamazovy/The Brothers Karamazov)
Faulkner, William "Absalom! Absalom!" (Absalom! Absalom!)
Hesse, Hermann "Siddhartha" (Siddhartha: An Indian Poem)
Hemingway, Ernest "In einem anderen Land" (A Farewell to Arms)
Salgari, Emilio "Sandokan, der Tiger von Malesia" (IT: I Tigri di Momprasem)

Dienstag, 31. März 2026

Karystiani, Ionna "Die Frauen von Andros"

Karystiani, Ionna (Ιωάννα Καρυστιάνη) "Die Frauen von Andros" (Griechisch: Μικρά Αγγλία/Mikra Anglia) - The Jasmine Isle - 1997 

Dies ist eines der Beispiele, bei denen man für dasselbe Buch mehrere verschiedene Titel findet und sich fragt, warum. Der Originaltitel "Μικρά Αγγλία" (Mikra Anglia) bedeutet "Klein-England", so heißt die Insel in der Geschichte. Die Spanier haben ihn wörtlich mit "Pequeña Inglaterra" übersetzt. Dann der deutsche Titel "Die Frauen von Andros", was der Name der Insel ist, auf der die Frauen leben, während die Italiener und Briten sie "The Jasmin Isle" bzw. "L'isola dei gelsomini" (Die Jasmininsel) nennen. Warum? Ich bezweifle, dass selbst die Verantwortlichen den wahren Grund kennen.

Mir gefiel die Geschichte über die griechischen Seefahrer vor und während des Zweiten Weltkriegs und die Frauen, die sie auf ihrer kleinen Insel zurücklassen. Es ist definitiv (wie der deutsche Titel schon sagt) die Geschichte der Frauen. Ioanna Karystiani beschreibt die Protagonistinnen so gut, dass sie sowohl Charaktere als auch Ereignisse auf interessante Weise vorstellt. Ich mag ihren Stil, auch wenn er manchmal etwas verwirrend wirkt. Aber ich habe irgendwo gelesen, dass es eine gute Erinnerung an das damalige Leben auf den Inseln ist. Das kann ich mir gut vorstellen, denn die Autorin selbst wurde auf Kreta geboren, größer als Andros, aber dennoch eine griechische Insel. Als ich die Insel Anfang der 2000er besuchte, schien sie noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts steckengeblieben zu sein. Sehr verlockend, sehr charmant, aber dennoch war das Leben nicht so modern, wie ich es aus meinem Teil Europas kenne, daher kann ich mir vorstellen, dass diese Geschichte der Realität nahe kommt.

Definitiv ein Bewusstseinsstrom-Roman (Stream of Consciousness), lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Andros in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts: Seit alters her ist die Kykladeninsel Heimat bedeutender Reederfamilien. Die Männer beherrschen als Seefahrer die Weltmeere, und die "ewige Liebe zum Meer" zieht sie immer wieder hinaus. An Land zurück bleiben die Frauen mit ihren Erinnerungen und Sehnsüchten. Sie müssen die traditionelle Rolle der Männer übernehmen, tragen die Verantwortung für Familie und Haus - und können nur davon träumen, selbst einmal die Insel zu verlassen. Ioanna Karystiani erzählt die Schicksale und Geschichten all dieser Frauen; sie erzählt von deren Erinnerungen und Sehnsüchten, von zerbrochenen Ehen, unerfüllter Liebe und den Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. "Ist es möglich, dem Schicksal zu entrinnen?" - diese Frage stellen sich vor allem die jüngeren Frauen und versuchen, aus den Lebensformen der Mütter und Großmütter auszubrechen. Bis die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs auch diese Welt überschatten. Im Mittelpunkt dieser Gemeinschaft steh en die Kapitänsfrau Mina und ihre Töchter Orsa und Moska - und die unglückliche Liebe zwischen dem jungen Kapitän Spiros und Orsa, die von der Mutter und eisernen Gesetzen der Familientradition dazu verdammt ist, einen ungeliebten Mann zu heiraten, um dann Spiros als Ehemann ihrer jüngeren Schwester zu sehen."

Montag, 8. September 2025

Michell, Tom "Der Pinguin meines Lebens"

Michell, Tom "Der Pinguin meines Lebens" (Englisch: The Penguin Lesson: What I Learned from a Remarkable Bird) - 2015

Ich habe dies im August 2025 mit meinem deutschen Lesekreis besprochen.

Ich bin kein Tiermensch. Damit will ich nicht sagen, dass ich total gegen Tiere bin, aber sie interessieren mich nicht besonders.

Das Buch war ganz nett geschrieben. Ich fand auch die Berichte über die Schule, an der der Autor unterrichtete, und seine Fahrten durch Südamerika hochinteressant. Aber die Beziehung zum Pinguin, na ja. Wie gesagt, ich bin wahrscheinlich die falsche Person, dieses Buch zu beschreiben. Es war irgendwie nicht so mein Ding.

Das einzig Interessante für mich war die Beschreibung der Menschen, mit denen der Autor zusammenkam, der anthropologische Aspekt.

Dafür fanden die anderen Mitglieder das Buch sehr lesenswert. Hier ein paar Zitate:

  • Ich habe viel über eine Tierart gelernt, von der ich eigentlich nicht viel wusste.
  • Die Beschreibung wie er mit jugendlicher Unbekümmertheit und Enthusiasmus durch die Länder reistund auch den Pinguin rettet, fand ich erfrischend.
  • Anrührend die Stellen,wenn  er erzählt wie der Außenseiter  der Schule sein Talent zeigen kann.
  • Besonders gelungen fand ich die Szene im Swimmingpool.
  • Tiere sind toll. Sie sind freundlich ohne Ansehen der Person. Sie streben nicht nach Ansehen, Geld etc. Sie sind einfach und das ist so wohltuend. Und man lernt eine andere Spezies kennen und lesen. Deshalb waren Hunde für mich immer so wertvolle Hausgenossen!
  • Mir hat das Buch gut gefallen. Interessant und klug geschrieben und oft sehr berührend, aber ohne Pathos.
  • Auch über Südamerika erfährt man viel.

Buchbeschreibung:

"Tom Michell geht mit 21 nach Südamerika, um dort als Lehrer an einem Internat anzuheuern. Was er sucht, ist das ganz große Abenteuer. Womit er gar nicht rechnet, ist ein gefiederter Freund. Doch der ölverschmierte Pinguin, den der junge Lehrer am Strand von Uruguay rettet, folgt ihm auf Schritt und Tritt und stellt sein Leben volkommen auf den Kopf."

Samstag, 31. Mai 2025

Montefiore, Santa "Der Geisterbaum"

Montefiore, Santa "Der Geisterbaum" (Englisch: Meet Me Under The Ombu Tree) - 2002

Ich dachte, das könnte so etwas wie von den anderen südamerikanischen Autoren sein, die ich gelesen habe, so etwas wie ein Buch von Isabel Allende. Das war es aber nicht. Die Beschreibungen des Lebens in Südamerika, in diesem Fall Argentinien, sind nicht schlecht, aber die ganze Geschichte ist im Grunde eine kitschige Liebesgeschichte. Nachdem ich das Buch und die Autorin recherchiert hatte, war ich nicht überrascht, herauszufinden, dass sie tatsächlich Britin ist und diesen Namen wahrscheinlich gewählt hat, um exotischer zu klingen. Nicht mein Typ Buch, aber sicherlich das einzige, das ich von dieser Autorin lesen werde.

Buchbeschreibung:

"Sofia Solana - wild, hübsch, verwöhnt und eigensinnig - verlebt eine glückliche Kindheit auf der weitläufigen Ranch ihrer Familie in der argentinischen Pampa.

Dass ihr Herz ihrem Cousin Santi gehört, verrät sie jedoch nur einem: dem uralten Ombu-Baum, von dem es heißt, er habe magische Kräfte. Der Zauber wirkt - im Schatten des
Geisterbaums werden die beiden ein Liebespaar. Doch als Sofia schwanger wird, schicken ihre entsetzten Eltern sie fort nach Europa. Ein letztes Mal sehen sich die Liebenden unter dem Ombu und schwören sich ewige Treue. Sofia ahnt nicht, dass ihre Liebe verraten wird. Als eine Familientragödie sie nach vielen ereignisreichen Jahren heim nach Argentinien ruft, trifft Sofia unter dem Baum ihrer Kinheit Santi wieder. Doch kann das Versprechen der Liebe noch gelten, das die beiden einst sehnsüchtig in seine Rinde ritzten?"

Donnerstag, 18. Juli 2024

Basti, Abel & van Helsing, Jan "Hitler überlebte in Argentinien"

Basti, Abel & van Helsing, Jan "Hitler überlebte in Argentinien"Hitler in Argentina - 2011

Ein großartiges und interessantes Buch, ob man den Autoren nun glaubt oder nicht. Ihren Recherchen zufolge überlebte Hitler das Ende des Krieges und floh nach Argentinien.

Es gibt viel über den Zweiten Weltkrieg und über Südamerika (und die Verbindung zwischen beiden) zu lernen. Egal, wie viel man liest, es gibt immer mehr. Das ist mein Eindruck. Obwohl ich viele Bücher, sowohl Belletristik als auch Sachbücher, zu diesem Thema lese (siehe hier und hier), gibt es in jedem Buch, das ich darüber lese, etwas Neues. Dieses unterschied sich wahrscheinlich am meisten von allen anderen. Die Autoren versuchen, die Annahme zu beweisen, dass Hitler den Krieg überlebt und viele, viele Jahre in Argentinien gelebt hat. Ich erinnere mich, dass ich die Gerüchte schon als kleines Kind gehört habe, und sie haben nie aufgehört.

Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte versuchen, ein Exemplar zu finden. Die Recherche ist hochinteressant.

Über Abel Basti:

"Basti behauptet, Hitler sei nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen.

Er war auch Koordinator mehrerer Expeditionen in der Nähe der argentinischen Küste mit dem Ziel, U-Boote zu finden, die von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurden
."

Buchbeschreibung:

"'So ein Unsinn', werden Sie sich über den Titel denken. 'Hitler ist im Berliner Bunker gestorben. Man hat die verkohlten Leichen von ihm und Eva Braun gefunden, und das dort aufgefundene Gebiss wurde als das von Hitler identifiziert.' Nun ja, diese Darstellung des Ablebens von Adolf Hitler ist zwar die offiziell anerkannte und wurde kürzlich auch recht aufwendig verfilmt, ist aber selbst unter Historikern umstritten. Nicht zuletzt deshalb, da der angebliche Schädel Hitlers im Jahre 2010 untersucht wurde und sich nach einem DNA-Test als der einer Frau herausstellte. Auch die Untersuchung der Zahnbrücke Hitlers durch zwei Experten erbrachte keine Sicherheit, denn die stammt - wie auch die Röntgenaufnahmen des Zahnarztes - wohl von seinem Doppelgänger. Man fragt sich zudem, wieso Josef Stalin bis zu seinem Tod behauptet hat, Hitler sei nach Südamerika geflohen. Und wieso berichten die größten Tageszeitungen Paraguays im Jahre 2010, dass Hitler lange in Südamerika gelebt hat und auch dort gestorben ist? Nun stellen Sie sich bestimmt die Frage: 'Ja und, was soll’s? Jetzt ist er aber bestimmt tot! Was soll ich mich damit noch beschäftigen?' Richtig, genau das sollte man meinen. Doch werden in diesem Buch Personen präsentiert - die namentlich genannt werden -, die nicht nur behaupten, Adolf Hitler persönlich in Südamerika angetroffen zu haben und das über einen längeren Zeitraum hinweg - bis ins Jahr 1961 -, sondern auch, dass er die letzten zwanzig Jahre seines Lebens nicht untätig war - ganz im Gegenteil! Er hat demnach sein politisches Ziel nie aus den Augen verloren, und nach dem gescheiterten Plan A einen Plan B in Angriff genommen - teilweise zusammen mit den Regierungen Argentiniens und Paraguays! Folgende Fragen werden unter anderem in diesem Buch erörtert: Wieso sind die argentinischen Akten über Hitler immer noch unter Verschluß, wenn er doch nie in Argentinien war? Wieso wurde Adolf Eichmann vom BND nicht festgenommen, obwohl sein Aufenthaltsort bereits Jahre bekannt war? Welche Rolle spielt die GESTAPO, die im Jahre 2008 die Zeugin Olga Meyer aus Miramar davon abhielt, Abel Basti ein Foto von Hitler in Argentinien auszuhändigen? Welche Rolle spielt Hitlers Sohn, der den Augenzeugen zufolge unbehelligt in der Schweiz studieren konnte und was macht seine Tochter, die heute in Buenos Aires leben soll? Wer befehligt die geheime U-Boot-Flotte, die seit den 1950er Jahren die Weltmeere unsicher macht? Hat Deutschland deshalb bis heute keinen Friedensvertrag? Was werden die Historiker sagen, wenn sie den paraguayischen Original-Ausweis von Martin Bormann vorgelegt bekommen - ausgestellt im Jahre 1961? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: 1. alle in diesem Buch mit Namen auftretenden Augenzeugen lügen, oder 2. wir werden seit 66 Jahren von den Regierungen belogen!"

Montag, 30. Oktober 2023

Voltaire "Candide oder der Optimismus"

 

Voltaire "Candide oder der Optimismus" (Französisch: Candide, ou l'Optimisme) - Candide, or Optimism - 1759

Eine interessante Sicht auf das Zeitalter der Aufklärung.

Candide ist ein junger Mann, der in Deutschland lebt. Er verliebt sich in ein Mädchen, kann sie aber wegen ihrer Eltern nicht heiraten. Er nimmt die Philosophie "Alles ist zum Besten" an und reist mit dieser Überzeugung um die Welt.

Er stößt wahrscheinlich auf ebenso viele Probleme wie Homers Odysseus in der "Odyssey" (Die Odyssee) und bekämpft sie fast mit der gleichen Energie.

Der Roman verspricht, lustig zu sein, und das ist er auch. Ich habe oft während der Lektüre gelacht. Wie kann ein Buch gleichzeitig lustig und philosophisch sein? Es überrascht mich nicht, dass Voltaire auch mehr als zwei Jahrhunderte später immer noch ein so renommierter Autor ist. 

Dieser Roman erinnerte mich ein wenig an Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts", obwohl es umgekehrt sein sollte, da dieses hier früher geschrieben wurde. Anders als im deutschen Roman konnte ich in diesem Buch mehr Philosophie erkennen.

Buchbeschreibung:

"Mit viel Witz und Ironie entlarvt der französische Philosoph Voltaire (1694 - 1778) in diesem Klassiker der Aufklärung jedes Paradies auf Erden als Illusion. Ein phantastisches Lehrstück über die Grausamkeiten der Welt und die einfachen Wege zum Glück.

In Voltaires scharfsinniger Satire werden Utopien, Heilslehren und jedes Paradies auf Erden als Illusionen entlarvt. Das Buch wurde nach Erscheinen 1759 in Genf öffentlich verbrannt und vom Vatikan auf den Index gesetzt."

Freitag, 10. März 2023

Fröhlich, Alexandra "Dreck am Stecken"

Fröhlich, Alexandra "Dreck am Stecken" [A Skeleton in the Closet] - 2019

Unser Lesekreisbuch für Februar 2023.

Eigentlich hatten wir gerade darüber gesprochen, dass wir kein Buch über den 2. Weltkrieg lesen wollten, da schlug ein Mitglied dieses Buch vor. Hörte sich ganz interessant an, darum wurde entschieden: das lesen wir.

Nun ja, da hat sie doch so ganz klammheimlich ein Buch vorgeschlagen, in dem es doch um den zweiten Weltkrieg geht. Oder zumindest um seine Nachwirkungen. Und die kann man immer noch nicht unter den Tisch kehren. Die vier Enkel von Opa Heinrich müssen dies am eigenen Leib erfahren.

Ich habe von der Autorin bereits "Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen" gelesen, das mir gut gefallen hat.

Was soll ich sagen, dieses hier war nicht so richtig tiefgehend, auch nicht so richtig witzig, und man konnte die verschiedenen Menschen nicht so richtig nachvollziehen. Eine zerrüttete Familie, die allein schon genug Stoff für einen brisanten Roman liefern könnte, ohne Vergangenheitsbewältigung, ohne skurrile Verwandtschaft. Aber irgendwie kommen einem die Figuren nicht nahe.

Die meisten anderen Lesekreismitglieder waren da der gleichen Meinung.

Buchbeschreibung:

"Eine Familie, die sich fremd geworden ist. Ein unerwartetes Erbe, das sie wieder zusammenführt. Und jede Menge Dreck am Stecken ...

Opa Heinrich ist tot. Sein Vermächtnis: ein vergilbtes Tagebuch. Johannes und seine Brüder beschließen erst mal, seine Vergangenheit ruhen zu lassen. Doch zur Beerdigung erscheinen lauter Menschen, die sie noch nie gesehen haben, eine alte Dame ist sogar aus Argentinien angereist. Was hatte der Großvater mit diesen Leuten zu schaffen? Aus Neugierde beginnt Johannes, das Tagebuch zu lesen. Danach ist klar: Die vier Brüder müssen ihrer Familiengeschichte auf den Grund gehen. Denn Opa hatte Dreck am Stecken. Und zwar nicht zu knapp ...
"

Samstag, 2. Juli 2022

Osorio, Elsa "Mein Name ist Luz"


Osorio, Elsa "Mein Name ist Luz" (Spanisch: A veinte años, Luz) My Name is Light - 1998

Ein hochinteressanter Roman über etwas, das noch gar nicht so lange her ist, aber noch nicht so weit verbreitet ist. Natürlich weiß jeder, dass es in Argentinien viele Probleme gab, aber ich habe noch keinen Roman gelesen, in dem das so gut beschrieben wurde. Eine tief bewegende Geschichte, die mit dem Literaturpreis von Amnesty International ausgezeichnet wurde. Absolut lesenswert.

Wir haben diese Erzählung im April 2008 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Systematisch wurden in den Jahren der argentinischen Diktatur (1976-1983) die Babys inhaftierter Regimegegnerinnen geraubt und von Militärs adoptiert. Viele Jahre später versucht eine junge Frau - Opfer dieser Praxis -, Licht in das Dunkel ihrer Herkunft zu bringen. Alle ihre inneren Kräfte muß Luz dabei aufbieten, um von den Schatten der Vergangenheit nicht erdrückt zu werden."