Posts mit dem Label Bildungsroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bildungsroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. Juli 2026

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo"

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo" (Englisch: Waiting for Gonzo) - 2013

Eine Freundin lieh mir zwei Bücher dieses Autors. Dieses hier und "Fünfzehn kopflose Tage" (15 Days without a Head).

Da das andere älter ist, las ich es zuerst. Dort schrieb ich:

"Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch." 

Und das Gleiche kann ich auch von diesem hier behaupten. Nach einem etwas schleppenden Start, bei dem ich dachte, das wird nicht dasselbe sein, war ich nach ein paar Kapiteln richtig gefesselt. Oz ist ein Junge, so typisch, wie man sich einen Jungen eben vorstellt. (Ich kann das beurteilen, ich habe drei jüngere Brüder und zwei Söhne.) Er stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, nichts scheint ihm zu gelingen. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und ist so liebenswert wie die meisten Jungen.

Es erzählt uns alles über Freundschaft und über die besondere Bindung zwischen Geschwistern, selbst wenn sie sich ständig streiten.

Ein absolut lesenswertes Buch.

Buchbeschreibung:

"Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlos sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen – auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel – doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird …"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage" (Englisch: 15 Days without a Head) - 2012

Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch. Herzzerreißend und wunderschön zugleich. Eine alkoholkranke Mutter ist so verzweifelt, dass sie ihren Teenager-Sohn und seinen sechsjährigen Bruder allein zurücklässt. Keine Adresse, niemand, der sich um sie kümmern könnte, kein Geld, nichts.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Mutter oder den kleinen Bruder mögen könnte. Laurence, der arme Kerl, muss sich sowohl um die alkoholkranke Mutter als auch um seinen kleinen Bruder kümmern, der alles andere als pflegeleicht ist. Als die Mutter verschwindet, will er nicht, dass die Kinder in verschiedenen Heimen landen, also tut er so, als wäre alles in Ordnung.

Wie gesagt, Menschen wie die Mutter machen mich wütend! Sie hat zwei Kinder und kümmert sich nicht um sie. Egal welche Ausrede man hat, egal wie verzweifelt man ist, man lässt seine Kinder nicht im Stich. Was wäre, wenn Laurence auch so ein Kind wäre, das keine Verantwortung übernehmen kann? Bei so einer Mutter ist das durchaus nachvollziehbar. Zum Glück ist er es nicht. Er und all die anderen Kinder in ähnlichen Situationen tun mir wirklich leid. Die Mutter hat sie nicht verdient. Das ist meine Meinung, und dabei bleibe ich.

Es gab einige lustige Szenen im Buch, die es zeitweise erträglich machten. Nur mal so als Beispiel: Im Tagebuch werden die Wochentage folgendermaßen aufgelistet (keine Ahnung, ob sie in dem Buch so übersetzt wurden, die englischen Originalwörter stehen unter meiner Übersetzung):

Dienstag, Wanntag, Trübtag, Lügentag, Da-lang, Irgendwann, Zwischentag, Fälligkeitstag, Endtag, Dieser Tag, Schreckenstag, Fetzentag, Elendstag, Nichttag, Weltuntergangstag, Wahnsinnstag, Heute
(Tuesday, Whensday, Blursday, Lieday, Thataway, Someday, Meanday, Duesday, Endsday, Thisday, Frightday, Tattersday, Slumday, Noneday, Doomsday, Madnesday, Today)

Buchbeschreibung:

"Wie weit kann man gehen, um die eigene Familie zusammenzuhalten? Laurence, 15 Jahre alt, geht jedenfalls ziemlich weit und manövriert sich dabei in eine Reihe grotesk-komischer Situationen – nicht zuletzt, weil sein kleiner Bruder fest davon überzeugt ist, ein bissiger Hund zu sein … Laurence Roach wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben, doch das ist schwer, wenn die Mutter eine depressive Alkoholikerin ist. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er täuscht vor, seine Mutter sei noch da, zieht sich ihre Kleider an und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen. Abend für Abend schleicht er zudem in die Telefonzelle und gibt sich in der Live-Sendung des lokalen Radiosenders für seinen verstorbenen Vater aus, um seinen geheimen Traum zu verwirklichen. Nach zwei Wochen, in denen sich die beiden Brüder mit einem Minimum an Geld und Essen durchschlagen, entdeckt Laurence endlich eine Spur von seiner Mutter. Aber jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an."

Freitag, 3. Juli 2026

Anonym "Lazarillo de Tormes"

Anonymous "Lazarillo de Tormes" (Spanisch: La vida de Lazarillo de Tormes y de sus fortunas y adversidades) - Lazarillo de Tormes - 1554

Ich stieß auf den Titel dieses Buches in Jane Smileys "13 Ways of Looking at the Novel" und dachte, es wäre interessant, es zu lesen.

Und so war es auch. Ich habe dieses fast 500 Jahre alte Buch sehr genossen – ein großartiger Klassiker, den man dank seiner Kürze recht schnell lesen kann, obwohl er voller Spannung ist. Der junge, arme Lazarillo muss sich selbst durchschlagen, hat mehrere Herren und erzählt uns in diesem Roman/dieser Novelle seine Geschichten mit ihnen.

Ich würde es nicht unbedingt mit Cervantes’ "Don Quixote von der Mancha" vergleichen, obwohl beide Werke nur etwa hundert Jahre auseinanderliegen und aus derselben Gegend stammen. Dennoch gibt es einige Ähnlichkeiten. Ich liebte den Humor in diesem Buch, jenen Humor, den man oft bei Menschen findet, die weniger Glück haben als andere, die hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen und keine Hoffnung auf Besserung haben. Lazarillo ist so ein Mensch, und sein Humor verlässt ihn nie, egal wie schwer die Zeiten auch sein mögen.

Dem Autor gelang es, ein sehr realistisch wirkendes Bild des Lebens im 16. Jahrhundert zu zeichnen. Er war witzig und intelligent, genau wie sein Protagonist Lazarillo. Ich gehe davon aus, dass der Autor ein Mann war, denn damals schrieben nur wenige Frauen, und ihre Erfahrungen wären vermutlich ganz anders gewesen.

Ein wunderbares Buch, das uns in das Genre des Schelmenromans einführt – Romane, die die Abenteuer junger Burschen aus den unteren Gesellschaftsschichten beschreiben. Weitere Bücher dieses Genres sind größtenteils aus dem Fernsehen bekannt, falls man die Romane nicht gelesen hat:

Berger, Thomas "Little Big Man" (Little Big Man)
Böll, Heinrich "The Clown" (Ansichten eines Clowns)
Cervantes, Miguel de "Don Quixote" (Don Quixote von der Mancha)
Defoe, Daniel "The Fortunes and Misfortunes of the Famous  Moll Flanders" (Glück und Unglück der berühmten Moll Flanders)
Eco, Umberto "Baudolino" (Baudolino)
Fielding, Henry "Tom Jones" (Tom Jones: Die Geschichte eines Findelkindes)
Grass, Günter "The Tin Drum" (Die Blechtrommel)
Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von "Simplicius Simplicissimus" (Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch)
Guareschi, Giovanni "Don Camillo and Peppone" (Don Camillo und Peppone)
Hašek, Jaroslov "The Good Soldier Švejk" (Der brave Soldat Schwejk)
Ilf, Ilja; Petrow, Jewgeni "The Twelve Chairs" (Zwölf Stühle)
Jonasson, Jonas "The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared" (Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand)
Mann, Thomas "Confessions of Felix Krull" (Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Ich glaube, ich muss sie alle auf meine Wunschliste setzen.

Schade, dass der Autor unbekannt ist und es nicht mehr bekannte Romane von ihm gibt.

Buchbeschreibung:

"Gleich dem deutschen Till Eulenspiegel erzählt dieser klassische spanische Schelmenroman die Geschichte des jungen Lázaro, der zur Zeit des Siglo de Oro in der Universitätsstadt Salamanca lebt. Aus ärmsten Verhältnissen arbeitet er sich mit allen Raffinessen zum städtischen Ausrufer in der damaligen Hauptstadt Toledo hoch.."

Mittwoch, 10. Juni 2026

Meyerhoff, Joachim "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"

Meyerhoff, Joachim "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" [Oh, this gap, this terrible gap] (Alle Toten fliegen hoch. No. 3) - 2015

Unser Lesekreisbuch. für Mai 2026. Obwohl es der dritte Teil einer Serie ist, wurde beschlossen, dieses Buch zu lesen, da man die Romane auch in unterschiedlicher Folge lesen kann. Ich weiß nicht, ob es ein guter Entschluss war und ob es nicht besser gewesen wäre, von vorne anzufangen. Vielleicht lese ich die anderen auch noch. Auf jeden Fall werde ich den letzten Band lesen, da das unser nächstes Buch ist.

Es wird zwar viel auf den Humor in dem Buch hingewiesen, aber ich fand nicht, dass dies die Hauptsache war, es waren schon recht viele traurige Begebenheiten in dem Band.

Eines habe ich auf jeden Fall gelernt, ich freue mich, nicht auf eine Schauspielschule gegangen zu sein. Ich habe jede Schule geliebt, aber das war mir dann doch ein wenig verrückt.

Der Schreibstil hat mir schon gefallen, auch einige seiner Wortspielereien (z.B. Turnvater-Jahn-Gedächtnis-Choreografie). Auch die Situationskomik, wie eine unserer Leserinnen es so treffend beschrieb. Als Nicht-Alkohol-Trinkerin haben mir die Großeltern allerdings zu viel gesoffen.

"Mit zwanzig wurde ich zu meiner großen Überraschung in München auf einer Schauspielschule angenommen und zog, da ich kein Zimmer fand, bei meinen Großeltern ein. Diese beiden Welten hätten nicht unterschiedlicher sein können. Davon will ich erzählen: von meinen über alles geliebten Großeltern, gemeinsam gefangen in ihrem wunderschönen Haus, und davon, wie es ist, wenn einem gesagt wird: 'Du musst lernen, mit den Brustwarzen zu lächeln.'

Joachim Meyerhoff verbindet auf grandiose Weise Komik und Tragik miteinander. Im dritten Teil der Romanreihe 'Alle Toten fliegen hoch' nimmt sein Held sich und seine Umwelt immer genauer wahr und erkennt überall Risse, Sprünge, Lücken."

Donnerstag, 9. April 2026

Gaarder, Jostein "Sophies Welt"

Gaarder, Jostein "Sophies Welt" (Norwegisch: Sofies verden) - Sophie's World - 1991

Dieses Buch möchte man nicht in ein paar Tagen lesen. Es enthält viele Informationen. Man könnte es als Philosophiekurs bezeichnen. Zugegeben, es ist für junge Leute geschrieben. Aber auch für uns Ältere ist einiges darin enthalten.

Sophie ist ein 14-jähriges Mädchen, das mysteriöse Briefe von einem ihr unbekannten Philosophen erhält. Er erzählt ihr von einem Philosophen nach dem anderen. Selbst wenn man das Buch nur deshalb liest, ist es eine beachtliche Leistung. Wir erfahren viel über viele Philosophen und ihre Philosophien, ihre Sprache und die Entwicklung unserer heutigen (westlichen) Weltsicht. Und Sophie heißt nicht zufällig Sophie, denn Philosophie bedeutet "Liebe zur Weisheit".

Die Geschichte um Sophie selbst ist ebenso philosophisch. Wer sind wir wirklich? Und was passiert mit den Figuren in den Büchern, die wir lesen? Jostein Gaarder hat vielleicht nicht die großartigste Geschichte aller Zeiten geschrieben, aber er hat uns auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.

Buchbeschreibung:

"Ein Roman über zwei ungleiche Mädchen und einen geheimnisvollen Briefeschreiber, ein Kriminal- und Abenteuerroman des Denkens, ein gescheites, geistreiches, witziges Buch, ein großes Lesevergnügen - und zu allem eine Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart."

Dienstag, 7. April 2026

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Englisch: The Fault in Our Stars) - 2012

Normalerweise stehe ich nicht auf rührselige Chick-Lit-Geschichten. Und obwohl dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde, hatte es einen sehr Chick-Lit-artigen Touch – die Farbe des Titelbildes, die Beschreibung. Und wie wir wissen, das Cover lügt nie.

Auch in diesem Fall nicht. Ich habe jedoch so viele Zitate von John Green gelesen, dass ich ihn sehr bewundere, deshalb wollte ich seinem Buch eine Chance geben. Und ich bin froh, dass ich es getan habe. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine schöne Geschichte über ein Mädchen, das an Krebs erkrankt. Natürlich erwarten wir alle, dass sie am Ende stirbt, aber wie in vielen dieser Geschichten gibt es am Ende eine Wendung, und wir wissen nicht wirklich, was auf lange Sicht mit ihr passiert.

In diesem Buch geht es nicht in erster Linie um Krebs. Oder um Liebe. Oder um Teenager. Es ist eine gute Mischung aus all dem. Man muss jedoch bedenken, dass dies eine Geschichte für junge Erwachsene ist und nicht in erster Linie für Erwachsene geschrieben wurde. Wenn man das beachtet, wird man den Roman genießen.

Buchbeschreibung:

"'Krebsbücher sind doof', sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod."

Samstag, 21. März 2026

Murakami, Haruki "Naokos Lächeln"

Murakami, Haruki "Naokos Lächeln" (Japanisch: Noruwei no mori/ノルウェイの森) - Norwegian Wood - 1987 

♫ I once had a girl, or should I say, she once had me... ♫
♫ She showed me her room, isn't it good, Norwegian wood? ♫
(© Lennon/McCartney)

Ich habe die Beatles schon immer gemocht. Nein, ich habe die Beatles schon immer geliebt. Besonders ihre langsameren Lieder. Deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, seit ich den Titel zum ersten Mal gesehen habe.

Die Geschichte ist so vielschichtig, dass es schwerfällt, alles zusammenzufassen: die Probleme eines Teenagers beim Erwachsenwerden, der Umgang mit einem plötzlichen Tod, die erste und zweite Liebe, Krankheit, vor allem Depressionen. Ich bin eigentlich kein Fan von Gedichten, aber dieser Roman liest sich wie ein wunderschönes Gedicht. Ich liebe den Stil, den Fluss der Worte.

Man fühlt sich dem Protagonisten Toru Watanabe verbunden, man versteht seine Gefühle und sein Handeln. Und genauso fühlt man sich mit den anderen Figuren verbunden: Naoko, seiner Jugendfreundin, Midori, seiner Schulfreundin, und Reiko Ishida, die ebenfalls eine wichtige Person in seinem Leben ist.

Das Buch ist traurig, aber auch voller Hoffnung. Es wird sicherlich nicht der letzte Roman von Haruki Murakami sein, den ich gelesen habe.

Buchbeschreibung:

"Der Beatles-Ohrwurm 'Norwegian Wood' ist für den siebenunddreißigjährigen Toru Watanabe ein melancholischer Song der Erinnerung: an den Aufruhr der Gefühle in einer schmerzvollen und schicksalhaften Jugend, die er zu bewahren und zu verstehen versucht.

'Naokos Lächeln' erzählt lebendig und leidenschaftlich von einer Liebe mit Komplikationen in den unruhigen Sechzigerjahren: Toru, der einsame, ernste Student der Theaterwissenschaft, begeistert von Literatur, Musik und wortlosen Sonntagsspaziergängen auf Tokios Straßen, erfährt früh, dass der Verlust von Menschen zum Leben und zum Drama des Erwachsenwerdens dazugehört.

Der Jugendfreund Kizuki begeht Selbstmord, die geheimnisvoll anziehende Naoko verirrt sich in ihrer eigenen unerreichbaren Welt und Toru Watanabe muss sich zwischen ihr und der vor Lebenslust vibrierenden Midori entscheiden."

Dienstag, 17. März 2026

Sterne, Laurence " Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman"

Sterne, Laurence " Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" (Englisch: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman) - 1759-67

Warum ich dieses Buch bis zum Ende gelesen habe, werde ich wohl nie verstehen. Ich liebe Klassiker. Wirklich. Sie sind meine Favoriten. Nur dieser nicht.

Laurence Sterne versucht, die ganze Welt in diesen Roman zu packen und sie am Beispiel eines Gentleman namens "Tristram Shandy" zu erklären. Er möchte, dass die Geschichte sowohl philosophisch als auch unterhaltsam ist. Sie ist weder das eine noch das andere. Die meisten Charaktere sind so flach, sie sind alle hoffnungslos nutzlos, und es gibt keine wirkliche Handlung, die Geschichte springt von einem Ende zum anderen, ohne Sinn zu ergeben. Er beginnt Hunderte von Kurzgeschichten, ohne irgendwohin zu kommen, ohne sie zu beenden oder später wieder aufzuarbeiten. Ich fragte mich immer wieder, ob ich den Sinn des Ganzen herausfinden würde. Ich habe es nicht getan. Der Autor überzeugt mich nicht.

Wenn jemand einer Geschichte philosophische Gedanken hinzufügen möchte, sollte er sie wenigstens erzählen. Oder sie einfach ganz weglassen. Was in diesem Fall besser gewesen wäre.

Der Roman soll humorvoll sein, ich konnte das nicht finden, ich habe kein einziges Mal gelacht. Und ich liebe britischen Humor. Das war KEIN britischer Humor. Das einzig Lustige sind die Namen, wie Hafen Slawkenbergius. Die haben mir gefallen.

Buchbeschreibung: 

"Laurence Sterne's Auch 250 Jahre nach seinem Entstehen ist Tristram Shandy ein Wunderwerk, eine verrückte, helle Lesefreude. Den Titelhelden lernt der Leser auf einer Abfolge von Umwegen kennen und wird dabei höchst unterhaltsam mit Abschweifungen, Reflexionen und Anzüglichkeiten jeder Art eingedeckt angefangen mit der Geschichte, wie Tristrams Nase von der Geburtszange eingedrückt wurde. Laurence Sterne erprobt hier alles, was Sprache und Einfallsreichtum vermögen. Damit wurde er zu einem Begründer der modernen Literatur und sein Roman zu einem Meisterwerk der Fabulierlust."

Die englische Beschreibung sagt zum Schluss:
"Tristram Shandy ist eine freudige Hommage an die unendlichen Möglichkeiten der Belletristik und zugleich eine ironische Demonstration ihrer Grenzen." ( A joyful celebration of the endless possibilities of the art of fiction, Tristram Shandy is also a wry demonstration of 'Tristram Shandy')

Ich denke, dieser letzte Satz der Inhaltsangabe sagt alles.

Samstag, 21. Februar 2026

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung"

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung" (Englisch: Zuckerman Unbound) - 1981

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit Zuckermans erste Geschichte "Der Ghostwriter" (The Ghost Writer) gelesen und fand die Geschichte faszinierend. Teils autobiografisch, teils alternative Geschichte, Liebe und Krieg – eine perfekte Kombination all dieser Themen und eine sehr anspruchsvolle, aber auch unterhaltsame Lektüre.

Deshalb musste ich unbedingt lesen, wie es mit unserem Freund Zuckerman weitergeht. Ich war etwas enttäuscht. Nicht vom Schreibstil, nicht von der Geschichte an sich, sondern davon, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Band so viel Zeit vergangen war. Nicht nur viele Jahre, dem dem Protagonisten ist auch viel in dieser Zeit passiert. Der Autor erzählt uns zwar die wichtigsten Geschehnisse, aber man hat trotzdem das Gefühl, dass etwas fehlt. Als ob man einen alten Schulfreund nach Jahrzehnten wiedertrifft und nicht mehr so ​​recht weiß, wer er ist.

Trotzdem ist die Geschichte genauso interessant und offen wie die erste. Nathan Zuckerman hat sich mehr oder weniger zu dem Schriftsteller entwickelt, den wir von ihm erwartet hatten, und sein Privatleben lässt keine Wünsche offen.

Buchbeschreibung:

"Nathan Zuckerman, inzwischen Mitte dreißig, würde trotz seines neuen Ruhms als Bestsellerautor gern ein zurückgezogenes Leben führen, doch als er im letzten der turbulenten sechziger Jahre durch die Straßen von Manhattan geht, trifft er überall auf selbst ernannte Berater, Mahner und Amateurkritiker. Angesichts der Morde an Robert Kennedy und Martin Luther King beginnt Zuckerman sich zu fragen, ob das Wort 'Zielscheibe' vielleicht nicht bloß eine Metapher ist."

Philip Roth erhielt 2011 den International Booker Prize.

Roth, Philip "Der Ghostwriter"

Roth, Philip "Der Ghostwriter" (Englisch: The Ghost Writer) - 1979

Warum ich vorher noch keine Bücher dieses außergewöhnlichen Autors gelesen hatte, ist mir ein Rätsel.

Was soll ich sagen, ich war von dem Buch wirklich begeistert. Ich fragte mich, ob es teilweise autobiografisch ist, denn es hatte auf jeden Fall Tendenzen, die danach klangen. Mir gefiel der alternative Geschichtsteil, ein Genre, das ich sehr schätze.

Ein junger Autor trifft einen älteren Autoren, sein schriftstellerisches Vorbild. Und dort begegnet er einem interessanten jungen Mädchen mit einer faszinierenden Vergangenheit. Das ist die Grundgeschichte. Doch es ist die Art und Weise, wie Philip Roth die Geschichte erzählt, die sie interessant macht. Sie weckt den Wunsch, alles über Nathan Zuckerman, den jungen Autor, und sein Leben zu erfahren und die ganze Reihe lesen zu wollen.

Auf nur 180 Seiten gelingt es Philip Roth, einen Überblick über die jüdische Geschichte, den Holocaust, Anne Franks Tagebuch und das Leben in den Vereinigten Staaten der 1950er Jahre zu geben, insbesondere über die Situation der Juden damals.

Wenn euch die ersten Sätze gefallen (Übersetzung von mir): "Es war die letzte Stunde Tageslicht an einem Dezembernachmittag vor über zwanzig Jahren – ich war dreiundzwanzig, schrieb und veröffentlichte meine ersten Kurzgeschichten und dachte, wie so mancher Bildungsroman-Held vor mir, bereits über meinen eigenen umfangreichen Bildungsroman nach –, als ich in seinem Versteck ankam, um den großen Mann zu treffen. Das Schindelbauernhaus lag am Ende einer unbefestigten Straße, 350 Meter hoch in den Berkshires, doch die Gestalt, die aus dem Arbeitszimmer kam, um mich feierlich zu begrüßen, trug einen Gabardineanzug, eine gestrickte blaue Krawatte, die mit einer schlichten silbernen Spange an einem weißen Hemd befestigt war, und gut gebürstete schwarze Ministerschuhe, die mich eher an einen Schuhputzstand als an den Hochaltar der Kunst denken ließen", dann wird euch das ganze Buch gefallen. Sein Schreibstil ist wunderschön.

Buchbeschreibung:

"Die Anfänge einer großen Schriftsteller-Karriere

In
Der Ghost Writer lernen wir in den fünfziger Jahren Nathan Zuckerman kennen, einen hoffnungsvollen jungen Autor mit einer Leidenschaft für bedeutende Bücher, der in einem abgelegenen Winkel Neuenglands, als Gast im Haus seines literarischen Idols E. I. Lonoff, die gegensätzlichen Ansprüche von Literatur und Erfahrung entdeckt."

Philip Roth erhielt 2011 den Booker International Prize und war 1980 Finalist für den Pulitzer-Preis.

Freitag, 13. Februar 2026

Webster, Jean "Daddy Langbein"

Webster, Jean "Daddy Langbein" (Englisch: Daddy Longlegs) - 1912

Ein beliebter Klassiker für alle, die ihn damals lesen durften. Ich muss ihn wohl zuerst auf Deutsch gelesen haben, denn ich erinnere mich, dass ich ihn zu einer Zeit gelesen habe, als es – abgesehen von ein paar Klassikern, die wir in der Schule lesen mussten – unmöglich war, Bücher auf Englisch zu bekommen.

Ich habe das Buch von Anfang an geliebt und es immer wieder gelesen. Eine wunderbare Geschichte über ein Waisenkind, das die Chance auf eine höhere Bildung bekommt, weil ein reicher Mann bereit ist, dafür zu bezahlen. Seine einzige Bedingung ist, dass sie ihm einmal im Monat einen Brief über ihr Leben schreibt.

Und so können wir einen wunderschönen Briefroman mit vielen wunderbaren Briefen von Judy an ihren Wohltäter über das Leben eines Waisenkindes lesen, das zur Schule geht und erwachsen wird. Sie hat diesen Mann, der für alles bezahlt, noch nie in ihrem Leben gesehen, nur einmal sah sie ihn verschwinden und bemerkte, dass er sehr lange Beine hatte. Da sie seinen richtigen Namen nicht kennt, nennt sie ihn fortan "Daddy Langbein" (Daddy Longlegs).

Ein schöner Roman für alle, die Jane Austen, die Brontë-Schwestern, "Eine glückliche Zeit" und ähnliche Werke mögen. Auch für Leser jeden Alters geeignet.

Da das Buch über hundert Jahre alt ist, ist es kostenlos auf Gutenberg.com erhältlich (das leider in Deutschland nicht zugänglich ist). Es wurde im Laufe der Zeit auch mehrfach verfilmt.

Buchbeschreibung:

"Dieses Jugendbuch ist ein Liebesroman für junge Frauen. Der berühmte Klassiker wurde mit Fred Astaire verfilmt.Die junge Jerusha kann wunderbar schreiben, deshalb schickt ein reicher Gönner das Waisenkind aufs College. Er erwartet dafür jeden Monat einen Brief, in dem das Mädchen über ihre Fortschritte berichtet. Da ist Jerusha ganz in ihrem Element: freimütig und frech, voller Beobachtungsgabe und übersprudelnder Fantasie schildert sie dem ihr unbekannten Mann, den sie Daddy Langbein nennt, wie sie vorankommt und was sie bewegt. Und ihr Leben steckt voller Überraschungen!Seit Generationen wird die temperamentvolle Heldin von heranwachsenden Mädchen geliebt."

Montag, 19. Januar 2026

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers"

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers" (Englisch: The Sound of Summer Voices) - 1969

Was würdest du denken, wenn du mit elf Jahren herausfändest, dass deine Tante deine Mutter ist und deine Mutter nie existiert hat? Genau vor diesem Problem steht Patrick, doch niemand will ihm die Wahrheit sagen. Also muss er seine ganze Familie ausspionieren, um mehr Details herauszufinden.

Eine sehr interessante Geschichte über das Erwachsenwerden und die Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, an der man nicht beteiligt war. Ich habe diesen Roman vor Jahren gelesen, würde ihn aber gerne noch einmal lesen, wenn ich nur ein Exemplar hätte …

Buchbeschreibung:

"Über das Aufwachsen eines von den Großeltern streng erzogenen Jungen in den Südstaaten der USA der beginnt, die Aussagen und Lügen der Erwachsenen nicht mehr zu glauben und sich auf dei Suche nach Wahrheiten macht."

Dienstag, 13. Januar 2026

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" - Confessions of Felix Krull - 1954

Thomas Mann, einer meiner Lieblingsschriftsteller, wurde 150, und da ich das Jahr nicht beenden wollte, ohne wenigstens einen neuen Roman von ihm zu lesen, ging ich auf die Suche. Ich hatte dieses Buch auf meinem SUB, also war die Entscheidung klar.

Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, dass dieses Buch unvollendet ist. Inzwischen weiß ich, dass Mann lange an diesem Buch gearbeitet hat und sicher immer wieder Notizen über die Handlung machte, aber nur den ersten Teil vollendete und dann vor der Erstellung des zweiten starb.

Schade, der Anfang ist schon mal gut. Der zweite Teil wäre bestimmt genauso hervorragend gewesen, wie alles von Thomas Mann.

Auf jeden Fall enthält das Buch viel Augenzwinkern. Und wenn auch Felix Krull es schafft, viele Menschen auszutricksen, kann man ihn nur ob seiner List bewundern.

Das Buch liest sich sehr gut, ich habe es wirklich genossen.

Buchbeschreibung:

"Thomas Manns charmanter Hochstapler hat die Leser im Sturm erobert: Felix Krull, der eine Schwäche für Luxus und Eleganz hat. In rasanter Geschwindigkeit steigt er in einem Pariser Grandhotel vom Liftboy zum Oberkellner auf und erobert vor allem die Herzen der weiblichen Gäste. Als er eines Tages den unglücklich verliebten Marquis de Venosta trifft und mit ihm die Rollen tauscht, scheint seinem Glück nichts mehr im Wege zu stehen. Er begibt sich auf eine Weltreise und beweist mehr als einmal, dass ihm in Sachen Schwindeleien und Irreführung, niemand so schnell das Wasser reichen kann … Eine humorvolle Hommage an den schönen Schein!"

Thomas Mann erhielt den Nobelpreis für Literatur 1929 "vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 25. Oktober 2025

Dickens, Charles "Der Raritätenladen"

Dickens, Charles "Der Raritätenladen" (Englisch: The Old Curiosity Shop) - 1840

Als ich einem anderen Blogger erzählte, dass ich dieses Buch gerade lese, meinte er, es sei "… nicht eines meiner Lieblingsbücher von Dickens, aber das ist schon eine hohe Messlatte, ich habe es trotzdem genossen." Jetzt, wo ich es gerade beendet habe, kann ich sagen, er hat meine Gedanken in Worte gefasst. Es ist definitiv nicht mein Lieblingsbuch, das bleibt "David Copperfield" (David Copperfield), aber ich habe noch kein Buch von Charles Dickens gelesen, das mir nicht gefallen hat.

Mein Lesevergnügen wurde durch das Exemplar, das ich hatte, nicht gerade gesteigert – ein billiger Nachdruck im A4-Format (im USA Letter-Format). Nun ja, es ließ sich nicht ändern. Es hat mich gelehrt, beim Online-Bestellen von Büchern auf die Größe der Ausgabe zu achten.

Witzigerweise soll dies das beliebteste Buch von Dickens zu seinen Lebzeiten gewesen sein. Wie es auf dem Cover heißt, stürmten Leser in New York sogar das Schiff, das den letzten Teil brachte. Erinnert mich an "Harry Potter" (Harry Potter) heute. Wow! Nicht alle Geschichten überdauern die Zeit gleich gut.

Doch wie in allen Büchern von Dickens beobachtete er seine Umgebung so gut und konnte sie so beschreiben, dass man in seine Welt eintaucht, dass es sich definitiv lohnt, es zu lesen. Besonders, wenn man Klassiker mag. Und dicke Bücher.

Ich habe noch ein paar übrig und freue mich darauf, sie in die Hände zu bekommen.

Buchbeschreibung:

"Die kleine Nelly lebt bei ihrem Großvater, der in London einen Raritätenladen besitzt. Um die schwierigen Finanzen aufzubessern und den Lebensunterhalt für die kleine Nelly zu sichern, leiht er sich heimlich Geld vom Wucherer Quilp – das er beim Spielen jedoch wieder verliert. Als er seine Schulden nicht begleichen kann, müssen Nelly und ihr Großvater fliehen – und ohne Rücklagen und Sicherheiten versuchen, ihr Glück neu zu finden … Das ergreifende und turbulente Leben eines kleinen Mädchens, das plötzlich erwachsen werden muß, um in einer Welt voller Gefahren und Unsicherheiten zu bestehen."

Freitag, 22. August 2025

Cervantes, Miguel de "Don Quijote von der Mancha"

Cervantes, Miguel de "Don Quijote von der Mancha" (Spanisch: El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha) - Don Quixote, vols. 1 and 2 - 1605/1615

Auch wer Don Quijote nicht gelesen hat, kennt sein Pferd Rosinante, seinen treuen Diener Sancho Pansa, seine geliebte Dulcinea, seinen Kampf gegen die Windmühlen und viele andere seiner Geschichten.

Beim Lesen klassischer Geschichten muss man die Zeit berücksichtigen, in der sie geschrieben wurden, und die damals verwendete Sprache. Auch bei der Übersetzung klassischer Geschichten muss man daran denken. Daher war ich nicht allzu überrascht, dass die Sprache nicht so flüssig war wie beispielsweise bei einem Roman von Charles Dickens oder Jane Austen.

Es werden viele Kurzgeschichten erzählt, fast wie im etwa 300 Jahre älteren "Das Decameron" (The Decameron). Dennoch ist der mittelalterliche Charakter erkennbar.

Das ist vielleicht einer der Gründe, warum mir der zweite Teil besser gefallen hat als der erste. Ich hatte mich durch all die kleinen Geschichten gearbeitet, und das Ganze fügte sich immer mehr zusammen und entwickelte sich zu einem großen Buch, anstatt nur aus kleinen Kurzgeschichten zu bestehen.

Don Quijote lebt in seiner eigenen Welt, was die Geschichte manchmal fast märchenhaft erscheinen lässt. Dies wird jedoch immer von einem Augenzwinkern des Autors begleitet, sodass wir alle gemeinsam lachen können. Wir bangen mit Don Quijote um den Ausgang seiner nächsten Aufgabe, mit Sancho um den Ausgang des ganzen Abenteuers. Wird er jemals zu Frau und Kindern zurückkehren?

Ich hatte eine Ausgabe, die in zwei Hälften geteilt war, obwohl sie sehr schwer waren. In solchen Fällen kann ich verstehen, dass die Leute zu einem E-Reader tendieren, obwohl ich das normalerweise überhaupt nicht mag (siehe hier).

Wenn ihr also klassische Bücher oder dicke Bücher mögt, solltet ihr dieses Buch unbedingt auf eure Leseliste setzen. Und denkt daran, besonders beim Lesen von Don Quijote: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Buchbeschreibung:

"Die Abenteuer des Möchtegern-Ritters 'Don Quijote von der Mancha' erschienen 1605 und 1615 in zwei Teilen. Cervantes begründete damit die neue Gattung 'Roman' und machte sich und den verträumten Landadeligen Alonso Quijano mit seinem bäuerlichen Knappen Sancho unsterblich. "

Montag, 11. August 2025

Hornby, Nick "About a Boy"

Hornby, Nick "About a Boy" (Englisch: About a Boy) - 1998

Ein witziger, aber auch nachdenklicher und berührender Roman. Will, der ewige Teenager, trifft auf Marcus, das seltsame Kind. Sie lernen sich kennen und wachsen zusammen. Beide sehen das Familienleben vorher und nachher mit anderen Augen. Und auch das Single-Leben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Und obwohl das Ende geändert wurde, hat mir auch der Film gefallen.

Buchbeschreibung:

"Kinder sind so ungefähr das letzte, was sich Will Freeman, 36 Jahre alt und überzeugter Single, wünscht. Er lebt gut und faul von den Tantiemen eines Weihnachtslieds, das sein Vater 1938 komponiert hat. Seine Tage verbringt er mit Nichtstun, und für die Abende bemüht er sich zur Abwechslung mal um junge, alleinerziehende und gutaussehende Mütter. Marcus mit seinen zwölf Jahren hat ganz andere Probleme. Seine Eltern haben sich getrennt, und seine Mutter hat die beängstigende Neigung, beim Frühstück zu weinen. Ausserdem hasst sie Turnschuhe an Kinderfüssen. Die falsche Kleidung, der falsche Haarschnitt und eine von der Mutter geerbte musikalische Neigung für Joni Mitchell machen Marcus in der Schule zum Aussenseiter. Zum Glück bringt ihn das Schicksal mit Will zusammen, der Experte in Mode und Popmusik und Fussball ist. Marcus merkt bald, wie nützlich ihm Will beim Aufbau einer neuen Persönlichkeit sein kann. Fast gegen seinen Willen gerät Will so in den Sog von Kindern und Müttern..."

Samstag, 14. Juni 2025

Harry Potter und der Stein der Weisen


Rowling, J.K. "Harry Potter und der Stein der Weisen" (Englisch: Harry Potter and the Philosopher's Stone) (US: Harry Potter and the Sorcerer's Stone) - 1997

Ich stehe nicht auf Fantasy-Geschichten. Und obwohl meine Söhne und mein Mann diese Geschichten lesen, habe ich diese nie gelesen. Mein damaliger Lesekreis beschloss jedoch, dass wir zumindest den ersten Band lesen sollten. Und das taten wir auch. Ich dachte, vielleicht würde es mir gefallen, schließlich war es so erfolgreich. Tja, das tat es nicht. Nicht mein Fall.

Aber es gibt viel über diese Reihe zu sagen. Sie hat Millionen von Kindern Bücher nähergebracht, so viele Kinder, die sonst nie ein Buch in die Hand genommen hätten, sind jetzt begeisterte Leser. Allein dafür verdient J.K. Rowling eine Medaille.

Buchbeschreibung:

"Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist.

Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.
"

Wir haben dies 2000/2001 in unserem niederländischen internationalen Lesekreis gelesen.

Dienstag, 10. Juni 2025

Alcott, Louisa May "Eine glückliche Zeit" oder "Betty und ihre Schwestern"

Alcott, Louisa May "Betty und ihre Schwestern"
Englisch: "Little Women" - 1868
Alcott, Louisa May "Good Wives"  - 1869
Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
Alcott, Louisa May "Jo's Boys" - 1886

Dieses Buch wurde in Englisch in mehreren Bänden verfasst. In England gibt es vier Bücher (siehe oben), in den Vereinigten Staaten nur zwei. Die Geschichten wurden im Doppelband herausgegeben. Ich lasse die Beschreibung der Bücher, wie ich sie im Englischen beschrieben habe.

Alcott, Louisa May "Little Women" - 1868

Dies war eines der ersten Bücher, die ich auf Englisch gelesen habe. Ich habe es geliebt. Ich liebe Klassiker, und dieses Buch versetzt uns direkt in diese Zeit zurück.

Die Beschreibung der March-Mädchen und ihres Lebens ist einfach fabelhaft. Man hat das Gefühl, fast mit ihnen dort gewesen zu sein, ihre Probleme und Träume mit ihnen geteilt zu haben.

Zugegeben, heute wären die Charaktere ganz anders, aber das ist das Schöne daran, etwas aus vergangenen Tagen zu lesen. Die Beziehungen nicht nur zwischen den Schwestern und ihren Freunden und Verwandten, sondern insbesondere zu ihren Eltern waren ganz anders, da andere Dinge von ihnen erwartet wurden. Die Familie March war wahrscheinlich eine Ausnahme von der Regel, da die Mädchen ermutigt wurden, zu tun, was sie wollten. Und die Eltern hatten damals eine ganz andere Meinung über Bildung, sogar sehr modern im Vergleich zu vielen heutigen Systemen. Ein weiterer Grund, dieses Buch zu lieben.

Buchbeschreibung (auch übersetzt):

"Little Women ist die bezaubernde Geschichte der vier March-Mädchen und ihrer Annäherung an das Frausein.

Meg, die Älteste und Schönste, lässt Eitelkeit und gesellschaftliche Ambitionen hinter sich und findet Erfüllung in der romantischen Liebe. Die jungenhafte Jo hingegen, die alles Lieben verachtet, sucht ungestüm Trost im Schreiben. Die sanfte Beth lehnt weltliche Interessen ab und widmet ihr Leben lieber ihrer Familie, der Freude an der Musik und der zaghaften Hilfe für alle, die im Leben leiden. Amy, die Jüngste und Unvollkommenste der March-Mädchen, versucht ständig, ihren Egoismus und ihre mädchenhaften Ansprüche zu überwinden, obwohl sie eine schwere Aufgabe zu meistern hat.

Der Weg dieser vier 'kleinen Frauen' wird nach dem Vorbild von Bunyans Pilgerfahrt erzählt, und wir erfahren, wie jede von ihnen – durch Schwierigkeiten und wichtige Lektionen auf dem Weg – ihre eigene Himmlische Stadt erreicht."

Alcott, Louisa May "Good Wives" - 1869

In den USA erscheint es mittlerweile als zweiter Teil von "Little Women", aber Louisa May Alcott hat es als separates Buch geschrieben, daher werde ich es separat kommentieren.

Ich fand diese Fortsetzung genauso großartig wie den ersten Teil. Die Mädchen werden erwachsen, haben andere Probleme als zuvor, verlieben sich und gehen den Weg ihrer Eltern weiter. Sie müssen mit vielen Härten fertig werden: Tod, Trennung, Missverständnisse. Man möchte einfach für sie da sein.

Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

"Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

Drei Jahre nach
Little Women sind die vier March-Mädchen zu jungen Erwachsenen herangewachsen und blicken in die Zukunft. Meg startet mit dem unbeschwerten Optimismus einer frisch vermählten Braut ins Eheleben, doch nicht alles läuft glatt. Unterstützt von der strengen, aber sanften Führung ihrer Mutter und den harten Lektionen, die die Erfahrung mit sich bringt, strebt Meg nach einer glücklichen Ehe und Mutterschaft. Währenddessen schlüpft ihre Schwester Jo in ihre Schreiberkleidung und versucht erneut, als Schriftstellerin erfolgreich zu sein, doch die junge 'Mylady' Amy entdeckt auf ihren Reisen ins Ausland größere Talente als die Kunst. Nur die sanftmütige kleine Beth hat keine Ambitionen jenseits ihrer häuslichen Annehmlichkeiten, und obwohl ihre Last am schwersten ist, findet auch sie endlich Frieden.

Abwechselnd ergreifend und komisch, ist Good Wives der passende, wenn auch unerwartete Abschluss der Karrieren der fröhlichen Little Women."

Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
 
Der dritte der vier "Little Women"-Bände. Die Mädchen sind alle erwachsen und haben eigene Kinder. Jo eröffnet zusammen mit ihrem Mann Friedrich Bhaer ihre Schule in Plumfield. Neue Charaktere kommen hinzu, alte verschwinden, und Jo und Friedrich müssen immer wieder um ihre Söhne kämpfen. Aber sie meistern all das mit der Anmut, die man von den March-Mädchen erwartet. Sehr schöne Lektüre.

"In Plumfield, einer experimentellen Jungenschule, können die kleinen Schüler so ziemlich alles tun, was sie wollen, sogar Treppengeländer hinunterrutschen. Denn genau das wünschte sich die Schriftstellerin Jo Bhaer, einst Jo March aus Little Women, schon immer: ein Haus, 'in dem es von Jungen wimmelt … in allen Stadien der … Lebensfreude'. Am Ende von Good Wives erbte Jo das Anwesen in Plumfield von Tante March, einen ungeschliffenen Diamanten. Nun bieten sie und ihr Mann, Professor Bhaer, ihren unbändigen Schützlingen eine ganz andere Art der Bildung – und viel Liebe. Tatsächlich, gesteht Jo, weiß sie kaum, 'was mir besser gefällt: Schreiben oder Jungen'. Hier ist die Geschichte des zerlumpten Waisenkinds Nat, des verwöhnten Stuffy, des wilden Dan und all der anderen lebhaften Bewohner von Plumfield, deren Abenteuer Generationen von Lesern in ihren Bann gezogen haben."

Alcott, Louisa May "Jo's Boys” - 1886

Der letzte "Little Women"-Roman.

Die Jungs sind mittlerweile erwachsen. Die meisten Figuren aus "Little Men" haben die Schule verlassen, kehren aber immer wieder nach Plumfield zurück und bringen viel Aufruhr und Aufregung mit sich.

Es ist erstaunlich, wie faszinierend Louisa May Alcotts Romane auch mehr als 120 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch sind.

"Louisa May Alcott, bekannt für ihre Romane Little Women und Little Men, brachte die Geschichte ihrer temperamentvollen Protagonistin Jo und die Abenteuer und Missgeschicke der Familie March in Jo’s Boys zu einem unterhaltsamen, überraschenden und bittersüßen Abschluss. Zehn Jahre nach Little Men spielt Jo’s Boys erneut in Plumfield, der Schule in Neuengland, die noch immer von Jo und ihrem Ehemann Professor Bhaer geleitet wird. Jo bleibt im Mittelpunkt der Geschichte, umgeben von ihren Söhnen – darunter der rebellische Dan, der Seemann Emil und der vielversprechende Musiker Nat –, während sie Schiffbruch und Sturm, Enttäuschung und sogar Mord erleben.

Alcotts Serie ist seit über einem Jahrhundert beliebt und begeistert mit ihrer kraftvollen und liebevollen Darstellung von Familie bis heute alle. Sie ist der Zufluchtsort, an den der verlorene Sohn immer zurückkehren kann, an dem Widrigkeiten geteilt werden und an dem unsere Träume, trotz unserer Fehler geliebt zu werden, wahr werden. In dieser Ausgabe von Jo’s Boys erleben die Leser erneut einen geschätzten Klassiker einer der beliebtesten amerikanischen Schriftstellerinnen."

Wenn ihr mehr über Mr. March, den Vater der "Little Women", erfahren möchten, lest "Auf freiem Feld" (March) von Geraldine Brooks.

Mittwoch, 28. Mai 2025

Eliot, George "Die Mühle am Floss"

Eliot, George "Die Mühle am Floss" (Englisch: The Mill on the Floss) - 1860

Ich bewunderere klassische Literatur sehr und freue ich mich immer auf ein neues Werk, das ich noch nicht gelesen habe. George Eliot hat uns viele Romane geschenkt, und ich habe bisher "Middlemarch" (Middlemarch) und "Daniel Deronda" (Daniel Deronda) gelesen. Beide haben mir sehr gefallen, so wie auch dieser Roman.

Der erste Teil war besonders interessant, eine Geschichte über eine Kindheit im frühen 19. Jahrhundert, nicht in einer armen, aber auch nicht besonders wohlhabenden Familie. Heutzutage würde man sie vielleicht als Mittelschicht bezeichnen.

In diesem Buch geht es viel um die damalige Ausbildung, aber es ist auch eine großartige Geschichte über eine Familienbeziehung – nicht nur über die Geschwisterrivalität zwischen Maggie Tulliver, unserer Protagonistin, und ihrem Bruder Tom, sondern auch über die ihrer Eltern und deren Geschwister. Wie so oft beim Lesen klassischer Geschichten denke ich, dass sich nicht viel geändert hat.

Dann gibt es da noch die Dreiecksbeziehung, die wir in vielen Romanen sehen, aber hier ist sie besonders ergreifend und regt zum Nachdenken darüber an, was es bedeutet, sich in den Richtigen zu verlieben, der sich auch in einen verliebt und frei ist. Wie viele Zufälle müssen für eine großartige Beziehung zusammenkommen!

George Eliot war eine frühe Feministin, und das kann sie in keinem ihrer Romane leugnen. Genau wie George (oder Mary Ann Evans) kämpft Maggie mit den Einschränkungen, die Mädchen auferlegt werden. In dieser Hinsicht ähnelt sie sehr meiner Lieblingsautorin Jane Austen.

Die Mühle spielt eine große Rolle in der gesamten Geschichte, doch der Floss scheint lange Zeit am Rande des Romans zu fließen, bis er am Ende wiederkehrt und Anfang und Ende verbindet. Kein Happy End, die Geschichte ist nicht wirklich darauf "zugeflossen", aber das hatte ich auch nicht erwartet.

Eine tolle Lektüre.

Buchbeschreibung: 
 
"Das Leben ist nicht leicht für die ungestüme Maggie Tulliver, die ihren Bruder Tom verehrt und verzweifelt versucht, die Anerkennung ihrer Eltern zu gewinnen. Dennoch ist es eine unbeschwerte Kindheit, die sie in der idyllischen Umgebung der Dorlcoter Mühle verlebt – bis der Vater die Mühle verliert und Tom die Schulden der Familie begleichen muss. Zunehmend gerät Maggie zwischen die Fronten der vier Männer in ihrem Leben: des Vaters, ihres Bruders, eines Verehrers und ihres Jugendfreunds, der zufällig der Sohn des Erzfeindes ihres Vaters und Bruders ist.

Die ergreifende Geschichte eines ungleichen Geschwisterpaars, die nach vielen Wirrungen in einer alles verschlingenden Flutkatastrophe endet, gilt als Eliots autobiographischster Roman."

Freitag, 23. Mai 2025

Mitchell, Margaret "Vom Winde verweht"

Mitchell, Margaret "Vom Winde verweht" (Englisch: Gone With the Wind) - 1936

Ich habe dieses Buch vor Ewigkeiten gelesen – ungefähr zur selben Zeit, als ich es zum ersten Mal im Kino sah. Ich liebe diese Geschichte, das Buch und den Film, beide sind großartig. Ich habe diesen Film mindestens ein Dutzend Mal im Kino gesehen (vor der Video-Zeit). Es war auch der erste Film, den ich je auf Englisch gesehen habe. 

Ich habe das Buch dann wieder gelesen und muss sagen, es hat mir genauso gut gefallen wie als Teenager, auch wenn sich meine Ansichten zu einigen Teilen geändert haben. Das mag daran liegen, dass in meiner Jugend in kleineren Dörfern noch bestimmte Werte aus dem tiefen Süden vorherrschten. Ich habe diese Art des Lebens hinter mir gelassen, bin mir aber fast sicher, dass sich auch sie geändert haben.

Ich habe es genossen, über das "Leben" im Krieg zu lesen, die Vorfreude, wie ihn sich jeder aus irgendeinem Grund wünscht, wie sie sich in die Kämpfe stürzten und besiegt und hoffnungslos zurückkehrten. Das macht Krieg mit jedem Volk. Rhett Butler sagt: "Wenn die Menschen, die Kriege begannen, sie nicht heilig machten, wer wäre dann töricht genug zu kämpfen? Doch egal, welche Parolen die Redner den kämpfenden Idioten auftischen, egal, welche edlen Ziele sie Kriegen zuschreiben, es gibt immer nur einen Grund für einen Krieg. Und das ist Geld. Alle Kriege sind in Wirklichkeit Geldstreitigkeiten. Aber so wenige Menschen erkennen das."

Ich bewundere Rhett heute mehr als vor Jahren. Wie er Scarlett und ihre Launen ertragen hat. Aber ich verstehe Scarlett auch besser und kann die Anziehungskraft zwischen den beiden erkennen.

Ein weiterer sehr wichtiger Teil des Buches ist die Liebe zum Land. Als Scarlett aus Atlanta nach Hause zurückkehrt, fragt sie sich: "… Steht Tara noch? Oder ist Tara auch vom Winde verweht, der durch Georgia fegte?" Es überrascht mich nicht, dass dieser Satz als Titel des Buches verwendet wurde.
Und dann die Entschlossenheit, der Wille, den Scarlett dort zeigte, wo die meisten Menschen das Ende fürchten.

"So wahr mir Gott helfe, so wahr mir Gott helfe, die Yankees werden mich nicht besiegen. Ich werde das durchstehen, und wenn es vorbei ist, werde ich nie wieder Hunger leiden. Nein, auch keiner meiner Leute. Wenn ich stehlen oder töten muss – so wahr mir Gott helfe, werde ich nie wieder Hunger leiden.

Das ist noch eindringlicher als der immer (fälschlicherweise) zitierte letzte Satz des Films: "Meine Liebe, das ist mir scheißegal." Das korrekte Ende sowohl des Films als auch des Buches lautet natürlich: "Morgen ist auch noch ein Tag." Scarlett lebt nach dieser Philosophie, aber sie ist nicht immer zu ihrem Vorteil.

Ich habe den Nachfolger "Scarlett" von Alexandra Ripley nicht gelesen und weigere mich auch, ihn zu lesen. Ich finde, die Geschichte hätte von Margaret Mitchell geschrieben werden sollen oder gar nicht (schließlich hat sie die Figuren erfunden). Ich lese nicht gerne Fortsetzungen, die nicht vom Originalautor geschrieben wurden. Ich könnte mir jedoch überlegen, "Rhett" (Rhett Butler's People) von Donald McCaig zu lesen, weil ich nichts dagegen hätte, zu lesen, was Rhett Butlers Familie durchmacht, während "Vom Winde verweht" spielt.

Margaret Mitchell erhielt den Pulitzerpreis for "Gone With the Wind" 1937.

Buchbeschreibung:

"Vom Wind verweht ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, eine abenteuerliche Liebesgeschichte, vor allem aber das große Epos des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Pendant zu Krieg und Frieden

Die Südstaatlerin Scarlett O'Hara ist jung und vom Leben verwöhnt. Als Tochter eines Plantagenbesitzers lebt sie im Luxus auf dem Familiengut Tara, und es mangelt ihr nicht an Verehrern. Doch der Ausbruch des Bürgerkriegs verändert mit einem Schlag alles. Plötzlich muss Scarlett mit aller Kraft um die Erhaltung ihres Familienbesitzes kämpfen. Ein Mann taucht immer wieder in ihrem Leben auf und steht ihr in den Wirren der Nachkriegszeit bei: der skrupellose Kriegsgewinnler Rhett Butler. Zwischen ihm und Scarlett entwickelt sich eine große Liebe, doch beide sind auch viel zu stolz und eigensinnig, um diese Liebe zu leben...

Margaret Mitchells Klassiker wurde sofort nach Erscheinen im Jahre 1936 zum Bestseller und hat seitdem Millionen Leser auf der ganzen Welt begeistert. Die legendäre Verfilmung drei Jahre später machte Vivien Leigh als Scarlett und Clark Gable als Rhett zum berühmtesten Liebespaar der Filmgeschichte."