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Mittwoch, 23. September 2026

Fielding, Henry "Tom Jones: Die Geschichte eines Findelkindes"

Fielding, Henry "Tom Jones: Die Geschichte eines Findelkindes" (Englisch: The History of Tom Jones, a Foundling) - 1749

Dieses Buch stand schon ewig auf meiner Wunschliste. Es stammt von einem der britischen Klassiker-Autoren, denen ich bisher noch nicht begegnet war, und gilt zudem als der erste echte Roman, der je geschrieben wurde.

Eigentlich hätte man daraus auch zwei Bücher machen können: Einerseits den Roman mit der Geschichte von Tom Jones und seinem Leben, und andererseits die philosophischen Betrachtungen, die Henry Fielding jedem Kapitel voranstellt.

Obwohl ich mich normalerweise gerne mit philosophischen Themen befasse, empfand ich diese Einschübe hier eher als störend denn als Bereicherung für die Geschichte. Ich hätte gut darauf verzichten können; sie trugen zur eigentlichen Handlung nichts bei. Auch den Humor, der dem Buch zugeschrieben wird, konnte ich nicht entdecken. Dabei liebe ich britischen Humor – doch dieser hier muss wohl von einer ganz anderen Art gewesen sein als jener, den wir gewöhnlich schätzen. Das Einzige, wobei mir das bisher ebenfalls so erging, war "Teatime mit Kuh" (Cold Comfort Farm) von Stella Gibbons.

Das bedeutet jedoch nicht, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Die Geschichte an sich war sehr interessant und bot einen hervorragenden Einblick in die damalige Gesellschaft: was als schicklich galt und was nicht, und wie es um die Rechte von Frauen – oder auch von Männern ohne wohlhabende Herkunft – bestellt war.

Alles in allem also eine interessante Lektüre, auch wenn das Buch nicht auf meiner Liste der Werke landet, die ich noch einmal lesen würde.

Buchbeschreibung:

"Gutsherr Allworthy findet einen Säugling und zieht den Jungen an Sohnes Statt auf. Der Findling – Tom Jones – wächst und gedeiht prächtig, in den Augen seines Ziehvaters mitunter sogar etwas zu prächtig. Als sich Tom in die Nachbarstochter verliebt, die Allworthys Neffen versprochen ist, verweist der Gutsherr Tom des Hauses. Der junge Mann macht sich auf nach London, wobei ihn seine Reise quer durchs Land und auch durch sämtliche Schichten der vorviktorianischen Gesellschaft führt. Auf Toms Suche nach sich selbst, seiner Herkunft und vor allem nach der großen Liebe erschließt sich ein wahres Panoptikum des 18. Jahrhunderts.

In seinem breit angelegten Gesellschaftepos entlarvt Fielding gesellschaftliche Mißstände ebenso schonungslos wie die charakterlichen Schwächen seiner Helden. Allen voran erobert der liebenswerte, ungestüme, keineswegs untadelige, aber unerhört sympathische Tom Jones bis heute spielend das Herz eines jeden Lesers."

Samstag, 5. September 2026

Smith, Betty "Ein Baum wächst in Brooklyn"

Smith, Betty "Ein Baum wächst in Brooklyn" (Englisch: A Tree Grows in Brooklyn) - 1943

Viele meiner Freunde haben mir von diesem Buch erzählt, und es stand schon ewig auf meiner Wunschliste. Endlich bin ich dazu gekommen, es zu lesen – und ich bin froh darüber. Ein junges Mädchen, das in Armut aufwächst, liebt das Lesen. Das hätte auch meine Geschichte sein können, auch wenn wir nie so arm waren wie die Familie Nolan. Wahrscheinlich lag das daran, dass mein Vater nicht trank und seinen Lohn aus seiner Arbeit nach Hause brachte. Aber ich kann mich sehr gut in Francie hineinversetzen: wie sie die Liebe zu Büchern entdeckte und wie diese manchmal zu ihren einzigen Freunden wurden. Bücher sind immer für einen da.

Ich konnte auch Francies Mutter Katie verstehen und nachvollziehen, wie sie versuchte, jeden Cent zu sparen, um Essen auf den Tisch zu bringen. Das muss unglaublich schwer für sie gewesen sein.

Francie lebte vor hundert Jahren, doch ihre Botschaft lebt weiter und ist heute noch genauso gültig wie damals: Mit Bildung können wir uns aus dem tiefsten Loch befreien.

Das Buch ist hervorragend geschrieben – aus der Sicht eines heranwachsenden Mädchens, aber mit einer sehr reifen, erwachsenen Sichtweise. Es regt dazu an, über das Leben und seinen Sinn nachzudenken.

Auf jeden Fall konnte ich mich so gut mit Francie identifizieren, dass ich dieses Buch einfach lieben musste. Ich hätte es sehr gerne schon in meiner Jugend gelesen.

Buchbeschreibung:

"Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine Süßigkeiten-Connaisseuse, eine genaue Beobachterin der menschlichen Natur – und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der in dem bunten, ruppigen Williamsburg von 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor all den Zugewanderten, jeden Tag wird von dem hart verdienten Geld das Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen samstags durch die Straßen, um für ihren gesammelten Trödel einige Pennies für Süßes zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, kann sie sich keinen schöneren Ort vorstellen. Und wenn sie auch gegen so manche Widrigkeit anschreiben muss, trägt sie doch eines in sich: dass es sich immer lohnt, nach dem puren Leben zu streben."

Dienstag, 28. Juli 2026

Plath, Sylvia "Die Glasglocke"

Plath, Sylvia "Die Glasglocke" (Englisch: The Bell Jar) - 1963

Was für eine interessante Lektüre! Ich bin keine große Lyrikleserin, daher kannte ich Sylvia Plath zwar, hatte aber noch nie etwas von ihr gelesen. Umso erfreuter war ich, als ein Mitglied unseres Lesekreises dieses Buch als nächstes vorschlug.

Und was für ein Buch! Ich finde, jeder, der Depressionen nicht als Krankheit ansieht und meint, man solle sich einfach "zusammenreißen", "sich mehr beschäftigen, damit man nicht so viel nachdenkt" usw., sollte dieses Buch lesen. Wobei ich bezweifle, dass das jemals passieren wird.

Sylvia Plath gelingt es, uns die Gedankenwelt eines jungen Mädchens zu zeigen, das von einer ganz normalen Schülerin, die Schriftstellerin werden will, zu einer von einer dunklen, quälenden Depression besessenen Person wird.

Man merkt, dass die Autorin aus eigener Erfahrung spricht. Sie litt selbst unter Depressionen und nahm sich schließlich das Leben. Man kann ihren Weg, ihre zermürbende Krankheit, ihre Kämpfe, ihre Tragödie wirklich nachvollziehen. Es tut mir leid, dass sie nur diesen einen Roman geschrieben hat; sie hätte der Welt so viel mehr geben können.

Wer sich für dieses Thema interessiert, selbst an Depressionen leidet oder jemanden kennt, der betroffen ist, sollte sich dieses Video der Weltgesundheitsorganisation anschauen. "Ich hatte einen schwarzen Hund, sein Name war Depression." (I had a black dog, his name was depression.) Und zögert nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wir haben dies im Januar 2017 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Die Amerikanerin Sylvia Plath (1932–1963), 'die beste, aufregendste und maßgeblich rücksichtsloseste Dichterin ihrer Generation' (John Updike), hat mit ihrem einzigen Roman, der im Jahr ihres Selbstmordes erschien, ein Jahrhundertbuch geschrieben, das auch heute nichts von seiner beklemmenden Faszination verloren hat.

1963 Jahren erschien die amerikanische Erstausgabe der Glasglocke, Sylvia Plaths einzigem Roman – vier Wochen später nahm Plath sich das Leben. Ihr Roman avancierte bald zum Kult, beschrieb er doch wie kein Buch zuvor die Stimmungslage junger Frauen, ihre Zerrissenheit angesichts gesellschaftlicher Anforderungen. 'Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wusste, was ich in New York eigentlich wollte': Die neunzehnjährige Esther gewinnt eine vierwöchige Hospitanz bei einem Modemagazin in New York, garniert mit Partyeinladungen und Werbegeschenken. Doch Esther, bisher strebsame Studentin, kann sich weder in den Arbeitsalltag so recht einfinden noch die Verlockungen der Stadt genießen. Sie fühlt sich, als lebte sie unter einer Glasglocke, die sie mehr und mehr von allem trennt …"

1982 gewann Sylvia Plath posthum den Pulitzer-Preis für "Die gesammelten Gedichte".

Donnerstag, 9. Juli 2026

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo"

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo" (Englisch: Waiting for Gonzo) - 2013

Eine Freundin lieh mir zwei Bücher dieses Autors. Dieses hier und "Fünfzehn kopflose Tage" (15 Days without a Head).

Da das andere älter ist, las ich es zuerst. Dort schrieb ich:

"Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch." 

Und das Gleiche kann ich auch von diesem hier behaupten. Nach einem etwas schleppenden Start, bei dem ich dachte, das wird nicht dasselbe sein, war ich nach ein paar Kapiteln richtig gefesselt. Oz ist ein Junge, so typisch, wie man sich einen Jungen eben vorstellt. (Ich kann das beurteilen, ich habe drei jüngere Brüder und zwei Söhne.) Er stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, nichts scheint ihm zu gelingen. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und ist so liebenswert wie die meisten Jungen.

Es erzählt uns alles über Freundschaft und über die besondere Bindung zwischen Geschwistern, selbst wenn sie sich ständig streiten.

Ein absolut lesenswertes Buch.

Buchbeschreibung:

"Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlos sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen – auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel – doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird …"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage" (Englisch: 15 Days without a Head) - 2012

Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch. Herzzerreißend und wunderschön zugleich. Eine alkoholkranke Mutter ist so verzweifelt, dass sie ihren Teenager-Sohn und seinen sechsjährigen Bruder allein zurücklässt. Keine Adresse, niemand, der sich um sie kümmern könnte, kein Geld, nichts.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Mutter oder den kleinen Bruder mögen könnte. Laurence, der arme Kerl, muss sich sowohl um die alkoholkranke Mutter als auch um seinen kleinen Bruder kümmern, der alles andere als pflegeleicht ist. Als die Mutter verschwindet, will er nicht, dass die Kinder in verschiedenen Heimen landen, also tut er so, als wäre alles in Ordnung.

Wie gesagt, Menschen wie die Mutter machen mich wütend! Sie hat zwei Kinder und kümmert sich nicht um sie. Egal welche Ausrede man hat, egal wie verzweifelt man ist, man lässt seine Kinder nicht im Stich. Was wäre, wenn Laurence auch so ein Kind wäre, das keine Verantwortung übernehmen kann? Bei so einer Mutter ist das durchaus nachvollziehbar. Zum Glück ist er es nicht. Er und all die anderen Kinder in ähnlichen Situationen tun mir wirklich leid. Die Mutter hat sie nicht verdient. Das ist meine Meinung, und dabei bleibe ich.

Es gab einige lustige Szenen im Buch, die es zeitweise erträglich machten. Nur mal so als Beispiel: Im Tagebuch werden die Wochentage folgendermaßen aufgelistet (keine Ahnung, ob sie in dem Buch so übersetzt wurden, die englischen Originalwörter stehen unter meiner Übersetzung):

Dienstag, Wanntag, Trübtag, Lügentag, Da-lang, Irgendwann, Zwischentag, Fälligkeitstag, Endtag, Dieser Tag, Schreckenstag, Fetzentag, Elendstag, Nichttag, Weltuntergangstag, Wahnsinnstag, Heute
(Tuesday, Whensday, Blursday, Lieday, Thataway, Someday, Meanday, Duesday, Endsday, Thisday, Frightday, Tattersday, Slumday, Noneday, Doomsday, Madnesday, Today)

Buchbeschreibung:

"Wie weit kann man gehen, um die eigene Familie zusammenzuhalten? Laurence, 15 Jahre alt, geht jedenfalls ziemlich weit und manövriert sich dabei in eine Reihe grotesk-komischer Situationen – nicht zuletzt, weil sein kleiner Bruder fest davon überzeugt ist, ein bissiger Hund zu sein … Laurence Roach wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben, doch das ist schwer, wenn die Mutter eine depressive Alkoholikerin ist. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er täuscht vor, seine Mutter sei noch da, zieht sich ihre Kleider an und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen. Abend für Abend schleicht er zudem in die Telefonzelle und gibt sich in der Live-Sendung des lokalen Radiosenders für seinen verstorbenen Vater aus, um seinen geheimen Traum zu verwirklichen. Nach zwei Wochen, in denen sich die beiden Brüder mit einem Minimum an Geld und Essen durchschlagen, entdeckt Laurence endlich eine Spur von seiner Mutter. Aber jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an."

Freitag, 3. Juli 2026

Anonym "Lazarillo de Tormes"

Anonymous "Lazarillo de Tormes" (Spanisch: La vida de Lazarillo de Tormes y de sus fortunas y adversidades) - Lazarillo de Tormes - 1554

Ich stieß auf den Titel dieses Buches in Jane Smileys "13 Ways of Looking at the Novel" und dachte, es wäre interessant, es zu lesen.

Und so war es auch. Ich habe dieses fast 500 Jahre alte Buch sehr genossen – ein großartiger Klassiker, den man dank seiner Kürze recht schnell lesen kann, obwohl er voller Spannung ist. Der junge, arme Lazarillo muss sich selbst durchschlagen, hat mehrere Herren und erzählt uns in diesem Roman/dieser Novelle seine Geschichten mit ihnen.

Ich würde es nicht unbedingt mit Cervantes’ "Don Quixote von der Mancha" vergleichen, obwohl beide Werke nur etwa hundert Jahre auseinanderliegen und aus derselben Gegend stammen. Dennoch gibt es einige Ähnlichkeiten. Ich liebte den Humor in diesem Buch, jenen Humor, den man oft bei Menschen findet, die weniger Glück haben als andere, die hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen und keine Hoffnung auf Besserung haben. Lazarillo ist so ein Mensch, und sein Humor verlässt ihn nie, egal wie schwer die Zeiten auch sein mögen.

Dem Autor gelang es, ein sehr realistisch wirkendes Bild des Lebens im 16. Jahrhundert zu zeichnen. Er war witzig und intelligent, genau wie sein Protagonist Lazarillo. Ich gehe davon aus, dass der Autor ein Mann war, denn damals schrieben nur wenige Frauen, und ihre Erfahrungen wären vermutlich ganz anders gewesen.

Ein wunderbares Buch, das uns in das Genre des Schelmenromans einführt – Romane, die die Abenteuer junger Burschen aus den unteren Gesellschaftsschichten beschreiben. Weitere Bücher dieses Genres sind größtenteils aus dem Fernsehen bekannt, falls man die Romane nicht gelesen hat:

Berger, Thomas "Little Big Man" (Little Big Man)
Böll, Heinrich "The Clown" (Ansichten eines Clowns)
Cervantes, Miguel de "Don Quixote" (Don Quixote von der Mancha)
Defoe, Daniel "The Fortunes and Misfortunes of the Famous  Moll Flanders" (Glück und Unglück der berühmten Moll Flanders)
Eco, Umberto "Baudolino" (Baudolino)
Fielding, Henry "Tom Jones" (Tom Jones: Die Geschichte eines Findelkindes)
Grass, Günter "The Tin Drum" (Die Blechtrommel)
Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von "Simplicius Simplicissimus" (Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch)
Guareschi, Giovanni "Don Camillo and Peppone" (Don Camillo und Peppone)
Hašek, Jaroslov "The Good Soldier Švejk" (Der brave Soldat Schwejk)
Ilf, Ilja; Petrow, Jewgeni "The Twelve Chairs" (Zwölf Stühle)
Jonasson, Jonas "The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared" (Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand)
Mann, Thomas "Confessions of Felix Krull" (Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

Ich glaube, ich muss sie alle auf meine Wunschliste setzen.

Schade, dass der Autor unbekannt ist und es nicht mehr bekannte Romane von ihm gibt.

Buchbeschreibung:

"Gleich dem deutschen Till Eulenspiegel erzählt dieser klassische spanische Schelmenroman die Geschichte des jungen Lázaro, der zur Zeit des Siglo de Oro in der Universitätsstadt Salamanca lebt. Aus ärmsten Verhältnissen arbeitet er sich mit allen Raffinessen zum städtischen Ausrufer in der damaligen Hauptstadt Toledo hoch.."

Mittwoch, 10. Juni 2026

Meyerhoff, Joachim "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"

Meyerhoff, Joachim "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" [Oh, this gap, this terrible gap] (Alle Toten fliegen hoch. No. 3) - 2015

Unser Lesekreisbuch. für Mai 2026. Obwohl es der dritte Teil einer Serie ist, wurde beschlossen, dieses Buch zu lesen, da man die Romane auch in unterschiedlicher Folge lesen kann. Ich weiß nicht, ob es ein guter Entschluss war und ob es nicht besser gewesen wäre, von vorne anzufangen. Vielleicht lese ich die anderen auch noch. Auf jeden Fall werde ich den letzten Band lesen, da das unser nächstes Buch ist.

Es wird zwar viel auf den Humor in dem Buch hingewiesen, aber ich fand nicht, dass dies die Hauptsache war, es waren schon recht viele traurige Begebenheiten in dem Band.

Eines habe ich auf jeden Fall gelernt, ich freue mich, nicht auf eine Schauspielschule gegangen zu sein. Ich habe jede Schule geliebt, aber das war mir dann doch ein wenig verrückt.

Der Schreibstil hat mir schon gefallen, auch einige seiner Wortspielereien (z.B. Turnvater-Jahn-Gedächtnis-Choreografie). Auch die Situationskomik, wie eine unserer Leserinnen es so treffend beschrieb. Als Nicht-Alkohol-Trinkerin haben mir die Großeltern allerdings zu viel gesoffen.

"Mit zwanzig wurde ich zu meiner großen Überraschung in München auf einer Schauspielschule angenommen und zog, da ich kein Zimmer fand, bei meinen Großeltern ein. Diese beiden Welten hätten nicht unterschiedlicher sein können. Davon will ich erzählen: von meinen über alles geliebten Großeltern, gemeinsam gefangen in ihrem wunderschönen Haus, und davon, wie es ist, wenn einem gesagt wird: 'Du musst lernen, mit den Brustwarzen zu lächeln.'

Joachim Meyerhoff verbindet auf grandiose Weise Komik und Tragik miteinander. Im dritten Teil der Romanreihe 'Alle Toten fliegen hoch' nimmt sein Held sich und seine Umwelt immer genauer wahr und erkennt überall Risse, Sprünge, Lücken."

Samstag, 16. Mai 2026

Whitehead, Colson "Die Nickel Boys"

Whitehead, Colson "Die Nickel Boys" (Englisch: The Nickel Boys) - 2019

Nachdem ich seinen ersten Pulitzerpreis-gekrönten Roman "The Underground Railroad" (Underground Railroad) gelesen hatte, war ich begeistert zu hören, dass Colson Whitehead diese Auszeichnung zum zweiten Mal erhalten hat. Völlig verdient, absolut verdient.

Da mir sein letztes Buch so gut gefallen hatte, wusste ich, dass ich auch dieses lesen musste. Und es hat sich absolut gelohnt. Es ist nicht einfach nur die Geschichte eines jungen schwarzen Jungen, der in den Sechzigerjahren aufwächst, oder ein Buch darüber, was mit jungen Straftätern passiert, wenn sie erwischt werden. Nein, es ist die Geschichte davon, wie man im Leben keine Chance hat, wenn man mit der "falschen" Hautfarbe geboren wird. Man wird für etwas verurteilt, das man nicht getan hat, und von da an geht es bergab. Und niemand hilft einem, wieder aufzustehen.

Ich habe viele Bücher über Rassismus (siehe meine Liste "Anti-Racism") und Vorurteile gelesen, und oft kann man nachempfinden, was die Verurteilten erleiden. Aber Colin Whitehead hat es viel deutlicher gemacht, fast so, als wäre man selbst in Elwood Curtis' Lage. Die Details sind so gut geschrieben, dass man sich mit dem Protagonisten verbunden fühlt.

Die Jury nannte den Roman "eine schlichte und erschütternde Auseinandersetzung mit dem Missbrauch in einer Besserungsanstalt im Florida der Jim-Crow-Ära, die letztlich eine kraftvolle Geschichte von menschlicher Beharrlichkeit, Würde und Erlösung erzählt." (übersetzt von: a spare and devastating exploration of abuse at a reform school in Jim Crow-era Florida that is ultimately a powerful tale of human perseverance, dignity and redemption) Treffend formuliert, sehr präzise. Ein so schmerzhafter Bericht über das Leben, das so viele Menschen noch immer ertragen müssen.

Eine tiefgründige Geschichte, die jeden Leser nicht loslässt.

Colson Whitehead erhielt 2020 den Pulitzer-Preis für "The Nickel Boys". Er ist einer von nur vier Preisträgern, denen diese Auszeichnung zweimal verliehen wurde.

Buchbeschreibung:

"Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im Schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit."

Samstag, 9. Mai 2026

Satrapi, Marjane "Persepolis. Kindheit und Jugendjahre"

Satrapi, Marjane "Persepolis. Eine Kindheit im Iran" (Französisch: Persepolis) - Persepolis. The Story of a Childhood - 2000 
Satrapi, Marjane "Persepolis. Jugendjahre" (Französisch: Persepolis. Vol. 2) - Persepolis. The Story of a Return - 2000 

Dies ist ein weiteres Buch aus der Goodreads-Gruppe "Our Shared Shelf". Und diesmal ein wirklich gutes.

Ich hätte nie gedacht, dass mir ein Comic (außer Astérix) so gut gefallen könnte. Es ist nicht einfach nur ein Comic, sondern eine Autobiografie, ein historischer Roman. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das im Krieg aufwächst. Man kann sie mit Anne Frank oder Zlata Filipović vergleichen, die beide als Kinder Tagebücher schrieben und die Welt über die Gräueltaten in ihren Ländern informierten.

Marjane Satrapi ist genau so ein Kind. Sie wächst im Iran auf und muss mitansehen, wie ihre Welt zerbricht, wie alles, was sie kannte, getötet oder zerstört wird. Sie lernt, mit der Gefahr zu leben und ihre Gedanken vor den Menschen um sie herum zu verbergen, manchmal sogar vor ihren besten Freunden. Ihre Eltern schicken sie nach Österreich, wo sie ohne die Hilfe eines Erwachsenen mit verschiedenen Problemen zu kämpfen hat.

Im zweiten Band kehrt sie in den Iran zurück, in der Hoffnung, dort wieder ein besseres Leben zu finden, doch sie wird erneut in Aufruhr und Trauer gestürzt. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, aber ihr könnt es überall lesen; die Autorin lebt inzwischen in Frankreich.

Das Schöne an dem Buch sind nicht nur die Geschichten selbst, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. Sie veranschaulicht die Geschichte in einfachen Zeichnungen, ohne sie auszuschmücken, und zeigt sie, wie sie ist/war. Sie erklärt die Hintergründe und versucht, uns die damaligen Verhältnisse verständlich zu machen.

Tolle Bücher! Ich hatte sie mir damals aus der Bibliothek ausgeliehen, aber ich will sie mir kaufen und an interessierte Freunde weitergeben. Denn wenn wir nicht aus solchen Geschichten lernen, werden wir es nie verstehen.

Bei meinen Recherchen – ja, die mache ich auch immer – bin ich auf ein sehr interessantes Video gestoßen, das 100 Jahre iranische Geschichte anhand von elf Frauenfrisuren erklärt. Schaut es euch an, es ist wirklich beeindruckend.

Einige Kommentare aus der Lesekriesdiskussion:

  • Es war eine erschreckende, aber sehr fesselnde Art, vom Aufwachsen in einem Kriegsgebiet und der anschließenden Ankunft in Europa zu erzählen.
  • Ich fühle mich durch die Lektüre um einiges klüger, und die Diskussion war sehr interessant.
  • Ich hoffe, das Comic wird in viele Sprachen übersetzt. Sie hat in Finnland Preise gewonnen, und ich konnte mich in allem wiedererkennen, was der Künstler über das Überleben und die Heilung nach einer Todesangst ausdrückte.
  • Das vollständige Werk "Persepolis" ist ein wunderbares und bewegendes Buch. Besonders gefallen haben mir die Zeichnungen, die die Entwicklung eines jungen Mädchens vom Teenageralter zur jungen Frau so eindrücklich festhalten. Stellt euch sich vor, ihr wachst auf, während euer Zuhause von solch einem Umbruch erschüttert wird. Ich habe beim Lesen eine große Zuneigung und Bewunderung für Marji entwickelt. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Gefühl einer reichen, lebendigen und wunderschönen Kultur, die unter dem Schleier eines repressiven religiösen Regimes erstickt wird. So eindringlich.
Wir haben dies im Oktober 2021 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Im Jahr 1979 fegt die Iranische Revolution unter Ayatollah Chomeini den Schah von Persien vom Thron. Marjane ist zehn Jahre alt und das einzige Kind einer linksintellek­tuellen Familie aus dem Teheraner Bürgertum, die hofft, dass nun bessere Zeiten anbrechen. Bald jedoch wachen Revolutionswächter über den Kopftuchzwang, und der Iran­-Irak­-Krieg bricht aus. Marjane lässt sich nicht unter­kriegen und rebelliert mit Kim-­Wilde-­Kassetten und Nike-­Turnschuhen. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird sie von den Eltern als 14­Jährige allein nach Österreich geschickt. Doch mit der westlichen Lebensart kommt sie nicht zurecht und kehrt nach vier Jahren wieder in den Iran zurück."

und

"Ohne Integrität gegenüber sich selbst gibt es keine gesellschaftliche Integration! Sagt sich Marjane in Wien, wo sie von ihren Eltern am Ende des ersten Bandes hingeschickt wurde, um dem iranisch-irakischen Krieg zu entkommen. Doch nach vier Jahren Zerrissenheit zwischen Heimweh und europäischer Jugendkultur kehrt sie nach Teheran zurück, nachdem sie die letzten drei Monate in Wien als Obdachlose verbracht hatte. Doch im Iran gilt sie nun als dekadent und wird mit den täglichen Widerwärtigkeiten des islamischen Regimes konfrontiert. So beschliesst sie, nachdem sie Kunst studiert hatte und verheiratet gewesen war, Mann und Land zu verlassen, und zieht 1994 wieder nach Europa. Sie ist nirgendwo mehr zuhause."

Donnerstag, 9. April 2026

Gaarder, Jostein "Sophies Welt"

Gaarder, Jostein "Sophies Welt" (Norwegisch: Sofies verden) - Sophie's World - 1991

Dieses Buch möchte man nicht in ein paar Tagen lesen. Es enthält viele Informationen. Man könnte es als Philosophiekurs bezeichnen. Zugegeben, es ist für junge Leute geschrieben. Aber auch für uns Ältere ist einiges darin enthalten.

Sophie ist ein 14-jähriges Mädchen, das mysteriöse Briefe von einem ihr unbekannten Philosophen erhält. Er erzählt ihr von einem Philosophen nach dem anderen. Selbst wenn man das Buch nur deshalb liest, ist es eine beachtliche Leistung. Wir erfahren viel über viele Philosophen und ihre Philosophien, ihre Sprache und die Entwicklung unserer heutigen (westlichen) Weltsicht. Und Sophie heißt nicht zufällig Sophie, denn Philosophie bedeutet "Liebe zur Weisheit".

Die Geschichte um Sophie selbst ist ebenso philosophisch. Wer sind wir wirklich? Und was passiert mit den Figuren in den Büchern, die wir lesen? Jostein Gaarder hat vielleicht nicht die großartigste Geschichte aller Zeiten geschrieben, aber er hat uns auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.

Buchbeschreibung:

"Ein Roman über zwei ungleiche Mädchen und einen geheimnisvollen Briefeschreiber, ein Kriminal- und Abenteuerroman des Denkens, ein gescheites, geistreiches, witziges Buch, ein großes Lesevergnügen - und zu allem eine Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart."

Mittwoch, 8. April 2026

Godfrey, Jennie "Unser Buch der seltsamen Dinge"

Godfrey, Jennie "Unser Buch der seltsamen Dinge" (Englisch: The List of Suspicious Things) - 2024

Dieses Buch wurde von unserem örtlichen Lesekreis einstimmig für unsere Diskussion im März 2026 ausgewählt. Es ist eine interessante Geschichte über zwei Mädchen, die einen Serienmörder jagen. Ihre Hauptbemühungen bestehen darin, die Menschen in ihrem Umfeld zu "untersuchen", sprich: herumzuschnüffeln. Wie man sich denken kann, richten sie damit mehr Schaden als Nutzen an.

Ich hätte dieses Buch im Buchladen wahrscheinlich nie entdeckt; es wirkte eher wie kitschige "Frauenliteratur". Und dass es ein Sunday-Times-Bestseller ist, spricht auch nicht gerade dafür. Aber das Mitglied, das es vorgeschlagen hat, hatte es gelesen und fand es gut. Und ich weiß, dass sie einen guten Geschmack hat.

Neben der Geschichte des "Yorkshire Rippers" behandelt das Buch viele verschiedene Themen: Erwachsenwerden, erste Liebe, psychische Erkrankungen, Rassismus – fast alles, was einem dazu einfällt.

Obwohl mir das Buch insgesamt gut gefallen hat, war ich vom Ende nicht so begeistert. Vielleicht wollte die Autorin etwas Abwechslung, aber es hätte anders sein können. Es hätte anders sein sollen.

Wir hatten ein wundervolles Gespräch über dieses Buch. Es wurden ja so viele Schicksale angesprochen.

Wir fanden außerdem heraus, dass "das Titelbild einen Raben zeigt, der die Themen Neugier, Intelligenz und die bedrohliche Atmosphäre symbolisiert, und die Milchflasche das britische Schulleben jener Zeit repräsentiert. Der Vogel steht für das dunkle, gefährliche Eindringen der Außenwelt und spiegelt die Angst wider, die in Yorkshire zur Zeit der Morde herrschte." (KI)

Buchbeschreibung:

"Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Als Mivs Vater mit der Familie wegziehen möchte, bricht für sie eine Welt zusammen. Eine brutale Mordserie hält Yorkshire in Atem, doch ihr Zuhause und Sharon hinter sich zu lassen, kann Miv sich trotzdem nicht vorstellen. Egal, wie seltsam es dort auch geworden ist, seitdem ihre Mutter aufgehört hat zu sprechen und Tante Jean sich nun um alles kümmert. Was wäre, wenn der Mörder gefasst würde? Könnte Miv dann bleiben? Also beginnen die beiden Mädchen, auf eigene Faust die Menschen in ihrer Nachbarschaft zu beobachten – und setzen dabei Dinge in Gang, die alles verändern werden.

Einfühlsam und klug erzählt Jennie Godfrey von Familie, Freundschaft und Zusammenhalt und eröffnet ein weites Gesellschaftspanorama, voll ergreifender Schicksale und liebenswerter Figuren."

Dienstag, 7. April 2026

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Englisch: The Fault in Our Stars) - 2012

Normalerweise stehe ich nicht auf rührselige Chick-Lit-Geschichten. Und obwohl dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde, hatte es einen sehr Chick-Lit-artigen Touch – die Farbe des Titelbildes, die Beschreibung. Und wie wir wissen, das Cover lügt nie.

Auch in diesem Fall nicht. Ich habe jedoch so viele Zitate von John Green gelesen, dass ich ihn sehr bewundere, deshalb wollte ich seinem Buch eine Chance geben. Und ich bin froh, dass ich es getan habe. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine schöne Geschichte über ein Mädchen, das an Krebs erkrankt. Natürlich erwarten wir alle, dass sie am Ende stirbt, aber wie in vielen dieser Geschichten gibt es am Ende eine Wendung, und wir wissen nicht wirklich, was auf lange Sicht mit ihr passiert.

In diesem Buch geht es nicht in erster Linie um Krebs. Oder um Liebe. Oder um Teenager. Es ist eine gute Mischung aus all dem. Man muss jedoch bedenken, dass dies eine Geschichte für junge Erwachsene ist und nicht in erster Linie für Erwachsene geschrieben wurde. Wenn man das beachtet, wird man den Roman genießen.

Buchbeschreibung:

"'Krebsbücher sind doof', sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod."

Samstag, 21. März 2026

Murakami, Haruki "Naokos Lächeln"

Murakami, Haruki "Naokos Lächeln" (Japanisch: Noruwei no mori/ノルウェイの森) - Norwegian Wood - 1987 

♫ I once had a girl, or should I say, she once had me... ♫
♫ She showed me her room, isn't it good, Norwegian wood? ♫
(© Lennon/McCartney)

Ich habe die Beatles schon immer gemocht. Nein, ich habe die Beatles schon immer geliebt. Besonders ihre langsameren Lieder. Deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, seit ich den Titel zum ersten Mal gesehen habe.

Die Geschichte ist so vielschichtig, dass es schwerfällt, alles zusammenzufassen: die Probleme eines Teenagers beim Erwachsenwerden, der Umgang mit einem plötzlichen Tod, die erste und zweite Liebe, Krankheit, vor allem Depressionen. Ich bin eigentlich kein Fan von Gedichten, aber dieser Roman liest sich wie ein wunderschönes Gedicht. Ich liebe den Stil, den Fluss der Worte.

Man fühlt sich dem Protagonisten Toru Watanabe verbunden, man versteht seine Gefühle und sein Handeln. Und genauso fühlt man sich mit den anderen Figuren verbunden: Naoko, seiner Jugendfreundin, Midori, seiner Schulfreundin, und Reiko Ishida, die ebenfalls eine wichtige Person in seinem Leben ist.

Das Buch ist traurig, aber auch voller Hoffnung. Es wird sicherlich nicht der letzte Roman von Haruki Murakami sein, den ich gelesen habe.

Buchbeschreibung:

"Der Beatles-Ohrwurm 'Norwegian Wood' ist für den siebenunddreißigjährigen Toru Watanabe ein melancholischer Song der Erinnerung: an den Aufruhr der Gefühle in einer schmerzvollen und schicksalhaften Jugend, die er zu bewahren und zu verstehen versucht.

'Naokos Lächeln' erzählt lebendig und leidenschaftlich von einer Liebe mit Komplikationen in den unruhigen Sechzigerjahren: Toru, der einsame, ernste Student der Theaterwissenschaft, begeistert von Literatur, Musik und wortlosen Sonntagsspaziergängen auf Tokios Straßen, erfährt früh, dass der Verlust von Menschen zum Leben und zum Drama des Erwachsenwerdens dazugehört.

Der Jugendfreund Kizuki begeht Selbstmord, die geheimnisvoll anziehende Naoko verirrt sich in ihrer eigenen unerreichbaren Welt und Toru Watanabe muss sich zwischen ihr und der vor Lebenslust vibrierenden Midori entscheiden."

Dienstag, 17. März 2026

Sterne, Laurence " Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman"

Sterne, Laurence " Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" (Englisch: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman) - 1759-67

Warum ich dieses Buch bis zum Ende gelesen habe, werde ich wohl nie verstehen. Ich liebe Klassiker. Wirklich. Sie sind meine Favoriten. Nur dieser nicht.

Laurence Sterne versucht, die ganze Welt in diesen Roman zu packen und sie am Beispiel eines Gentleman namens "Tristram Shandy" zu erklären. Er möchte, dass die Geschichte sowohl philosophisch als auch unterhaltsam ist. Sie ist weder das eine noch das andere. Die meisten Charaktere sind so flach, sie sind alle hoffnungslos nutzlos, und es gibt keine wirkliche Handlung, die Geschichte springt von einem Ende zum anderen, ohne Sinn zu ergeben. Er beginnt Hunderte von Kurzgeschichten, ohne irgendwohin zu kommen, ohne sie zu beenden oder später wieder aufzuarbeiten. Ich fragte mich immer wieder, ob ich den Sinn des Ganzen herausfinden würde. Ich habe es nicht getan. Der Autor überzeugt mich nicht.

Wenn jemand einer Geschichte philosophische Gedanken hinzufügen möchte, sollte er sie wenigstens erzählen. Oder sie einfach ganz weglassen. Was in diesem Fall besser gewesen wäre.

Der Roman soll humorvoll sein, ich konnte das nicht finden, ich habe kein einziges Mal gelacht. Und ich liebe britischen Humor. Das war KEIN britischer Humor. Das einzig Lustige sind die Namen, wie Hafen Slawkenbergius. Die haben mir gefallen.

Buchbeschreibung: 

"Laurence Sterne's Auch 250 Jahre nach seinem Entstehen ist Tristram Shandy ein Wunderwerk, eine verrückte, helle Lesefreude. Den Titelhelden lernt der Leser auf einer Abfolge von Umwegen kennen und wird dabei höchst unterhaltsam mit Abschweifungen, Reflexionen und Anzüglichkeiten jeder Art eingedeckt angefangen mit der Geschichte, wie Tristrams Nase von der Geburtszange eingedrückt wurde. Laurence Sterne erprobt hier alles, was Sprache und Einfallsreichtum vermögen. Damit wurde er zu einem Begründer der modernen Literatur und sein Roman zu einem Meisterwerk der Fabulierlust."

Die englische Beschreibung sagt zum Schluss:
"Tristram Shandy ist eine freudige Hommage an die unendlichen Möglichkeiten der Belletristik und zugleich eine ironische Demonstration ihrer Grenzen." ( A joyful celebration of the endless possibilities of the art of fiction, Tristram Shandy is also a wry demonstration of 'Tristram Shandy')

Ich denke, dieser letzte Satz der Inhaltsangabe sagt alles.

Samstag, 21. Februar 2026

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung"

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung" (Englisch: Zuckerman Unbound) - 1981

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit Zuckermans erste Geschichte "Der Ghostwriter" (The Ghost Writer) gelesen und fand die Geschichte faszinierend. Teils autobiografisch, teils alternative Geschichte, Liebe und Krieg – eine perfekte Kombination all dieser Themen und eine sehr anspruchsvolle, aber auch unterhaltsame Lektüre.

Deshalb musste ich unbedingt lesen, wie es mit unserem Freund Zuckerman weitergeht. Ich war etwas enttäuscht. Nicht vom Schreibstil, nicht von der Geschichte an sich, sondern davon, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Band so viel Zeit vergangen war. Nicht nur viele Jahre, dem dem Protagonisten ist auch viel in dieser Zeit passiert. Der Autor erzählt uns zwar die wichtigsten Geschehnisse, aber man hat trotzdem das Gefühl, dass etwas fehlt. Als ob man einen alten Schulfreund nach Jahrzehnten wiedertrifft und nicht mehr so ​​recht weiß, wer er ist.

Trotzdem ist die Geschichte genauso interessant und offen wie die erste. Nathan Zuckerman hat sich mehr oder weniger zu dem Schriftsteller entwickelt, den wir von ihm erwartet hatten, und sein Privatleben lässt keine Wünsche offen.

Buchbeschreibung:

"Nathan Zuckerman, inzwischen Mitte dreißig, würde trotz seines neuen Ruhms als Bestsellerautor gern ein zurückgezogenes Leben führen, doch als er im letzten der turbulenten sechziger Jahre durch die Straßen von Manhattan geht, trifft er überall auf selbst ernannte Berater, Mahner und Amateurkritiker. Angesichts der Morde an Robert Kennedy und Martin Luther King beginnt Zuckerman sich zu fragen, ob das Wort 'Zielscheibe' vielleicht nicht bloß eine Metapher ist."

Philip Roth erhielt 2011 den International Booker Prize.

Roth, Philip "Der Ghostwriter"

Roth, Philip "Der Ghostwriter" (Englisch: The Ghost Writer) - 1979

Warum ich vorher noch keine Bücher dieses außergewöhnlichen Autors gelesen hatte, ist mir ein Rätsel.

Was soll ich sagen, ich war von dem Buch wirklich begeistert. Ich fragte mich, ob es teilweise autobiografisch ist, denn es hatte auf jeden Fall Tendenzen, die danach klangen. Mir gefiel der alternative Geschichtsteil, ein Genre, das ich sehr schätze.

Ein junger Autor trifft einen älteren Autoren, sein schriftstellerisches Vorbild. Und dort begegnet er einem interessanten jungen Mädchen mit einer faszinierenden Vergangenheit. Das ist die Grundgeschichte. Doch es ist die Art und Weise, wie Philip Roth die Geschichte erzählt, die sie interessant macht. Sie weckt den Wunsch, alles über Nathan Zuckerman, den jungen Autor, und sein Leben zu erfahren und die ganze Reihe lesen zu wollen.

Auf nur 180 Seiten gelingt es Philip Roth, einen Überblick über die jüdische Geschichte, den Holocaust, Anne Franks Tagebuch und das Leben in den Vereinigten Staaten der 1950er Jahre zu geben, insbesondere über die Situation der Juden damals.

Wenn euch die ersten Sätze gefallen (Übersetzung von mir): "Es war die letzte Stunde Tageslicht an einem Dezembernachmittag vor über zwanzig Jahren – ich war dreiundzwanzig, schrieb und veröffentlichte meine ersten Kurzgeschichten und dachte, wie so mancher Bildungsroman-Held vor mir, bereits über meinen eigenen umfangreichen Bildungsroman nach –, als ich in seinem Versteck ankam, um den großen Mann zu treffen. Das Schindelbauernhaus lag am Ende einer unbefestigten Straße, 350 Meter hoch in den Berkshires, doch die Gestalt, die aus dem Arbeitszimmer kam, um mich feierlich zu begrüßen, trug einen Gabardineanzug, eine gestrickte blaue Krawatte, die mit einer schlichten silbernen Spange an einem weißen Hemd befestigt war, und gut gebürstete schwarze Ministerschuhe, die mich eher an einen Schuhputzstand als an den Hochaltar der Kunst denken ließen", dann wird euch das ganze Buch gefallen. Sein Schreibstil ist wunderschön.

Buchbeschreibung:

"Die Anfänge einer großen Schriftsteller-Karriere

In
Der Ghost Writer lernen wir in den fünfziger Jahren Nathan Zuckerman kennen, einen hoffnungsvollen jungen Autor mit einer Leidenschaft für bedeutende Bücher, der in einem abgelegenen Winkel Neuenglands, als Gast im Haus seines literarischen Idols E. I. Lonoff, die gegensätzlichen Ansprüche von Literatur und Erfahrung entdeckt."

Philip Roth erhielt 2011 den Booker International Prize und war 1980 Finalist für den Pulitzer-Preis.

Freitag, 13. Februar 2026

Webster, Jean "Daddy Langbein"

Webster, Jean "Daddy Langbein" (Englisch: Daddy Longlegs) - 1912

Ein beliebter Klassiker für alle, die ihn damals lesen durften. Ich muss ihn wohl zuerst auf Deutsch gelesen haben, denn ich erinnere mich, dass ich ihn zu einer Zeit gelesen habe, als es – abgesehen von ein paar Klassikern, die wir in der Schule lesen mussten – unmöglich war, Bücher auf Englisch zu bekommen.

Ich habe das Buch von Anfang an geliebt und es immer wieder gelesen. Eine wunderbare Geschichte über ein Waisenkind, das die Chance auf eine höhere Bildung bekommt, weil ein reicher Mann bereit ist, dafür zu bezahlen. Seine einzige Bedingung ist, dass sie ihm einmal im Monat einen Brief über ihr Leben schreibt.

Und so können wir einen wunderschönen Briefroman mit vielen wunderbaren Briefen von Judy an ihren Wohltäter über das Leben eines Waisenkindes lesen, das zur Schule geht und erwachsen wird. Sie hat diesen Mann, der für alles bezahlt, noch nie in ihrem Leben gesehen, nur einmal sah sie ihn verschwinden und bemerkte, dass er sehr lange Beine hatte. Da sie seinen richtigen Namen nicht kennt, nennt sie ihn fortan "Daddy Langbein" (Daddy Longlegs).

Ein schöner Roman für alle, die Jane Austen, die Brontë-Schwestern, "Eine glückliche Zeit" und ähnliche Werke mögen. Auch für Leser jeden Alters geeignet.

Da das Buch über hundert Jahre alt ist, ist es kostenlos auf Gutenberg.com erhältlich (das leider in Deutschland nicht zugänglich ist). Es wurde im Laufe der Zeit auch mehrfach verfilmt.

Buchbeschreibung:

"Dieses Jugendbuch ist ein Liebesroman für junge Frauen. Der berühmte Klassiker wurde mit Fred Astaire verfilmt.Die junge Jerusha kann wunderbar schreiben, deshalb schickt ein reicher Gönner das Waisenkind aufs College. Er erwartet dafür jeden Monat einen Brief, in dem das Mädchen über ihre Fortschritte berichtet. Da ist Jerusha ganz in ihrem Element: freimütig und frech, voller Beobachtungsgabe und übersprudelnder Fantasie schildert sie dem ihr unbekannten Mann, den sie Daddy Langbein nennt, wie sie vorankommt und was sie bewegt. Und ihr Leben steckt voller Überraschungen!Seit Generationen wird die temperamentvolle Heldin von heranwachsenden Mädchen geliebt."

Montag, 19. Januar 2026

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers"

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers" (Englisch: The Sound of Summer Voices) - 1969

Was würdest du denken, wenn du mit elf Jahren herausfändest, dass deine Tante deine Mutter ist und deine Mutter nie existiert hat? Genau vor diesem Problem steht Patrick, doch niemand will ihm die Wahrheit sagen. Also muss er seine ganze Familie ausspionieren, um mehr Details herauszufinden.

Eine sehr interessante Geschichte über das Erwachsenwerden und die Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, an der man nicht beteiligt war. Ich habe diesen Roman vor Jahren gelesen, würde ihn aber gerne noch einmal lesen, wenn ich nur ein Exemplar hätte …

Buchbeschreibung:

"Über das Aufwachsen eines von den Großeltern streng erzogenen Jungen in den Südstaaten der USA der beginnt, die Aussagen und Lügen der Erwachsenen nicht mehr zu glauben und sich auf dei Suche nach Wahrheiten macht."

Dienstag, 13. Januar 2026

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" - Confessions of Felix Krull - 1954

Thomas Mann, einer meiner Lieblingsschriftsteller, wurde 150, und da ich das Jahr nicht beenden wollte, ohne wenigstens einen neuen Roman von ihm zu lesen, ging ich auf die Suche. Ich hatte dieses Buch auf meinem SUB, also war die Entscheidung klar.

Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, dass dieses Buch unvollendet ist. Inzwischen weiß ich, dass Mann lange an diesem Buch gearbeitet hat und sicher immer wieder Notizen über die Handlung machte, aber nur den ersten Teil vollendete und dann vor der Erstellung des zweiten starb.

Schade, der Anfang ist schon mal gut. Der zweite Teil wäre bestimmt genauso hervorragend gewesen, wie alles von Thomas Mann.

Auf jeden Fall enthält das Buch viel Augenzwinkern. Und wenn auch Felix Krull es schafft, viele Menschen auszutricksen, kann man ihn nur ob seiner List bewundern.

Das Buch liest sich sehr gut, ich habe es wirklich genossen.

Buchbeschreibung:

"Thomas Manns charmanter Hochstapler hat die Leser im Sturm erobert: Felix Krull, der eine Schwäche für Luxus und Eleganz hat. In rasanter Geschwindigkeit steigt er in einem Pariser Grandhotel vom Liftboy zum Oberkellner auf und erobert vor allem die Herzen der weiblichen Gäste. Als er eines Tages den unglücklich verliebten Marquis de Venosta trifft und mit ihm die Rollen tauscht, scheint seinem Glück nichts mehr im Wege zu stehen. Er begibt sich auf eine Weltreise und beweist mehr als einmal, dass ihm in Sachen Schwindeleien und Irreführung, niemand so schnell das Wasser reichen kann … Eine humorvolle Hommage an den schönen Schein!"

Thomas Mann erhielt den Nobelpreis für Literatur 1929 "vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 25. Oktober 2025

Dickens, Charles "Der Raritätenladen"

Dickens, Charles "Der Raritätenladen" (Englisch: The Old Curiosity Shop) - 1840

Als ich einem anderen Blogger erzählte, dass ich dieses Buch gerade lese, meinte er, es sei "… nicht eines meiner Lieblingsbücher von Dickens, aber das ist schon eine hohe Messlatte, ich habe es trotzdem genossen." Jetzt, wo ich es gerade beendet habe, kann ich sagen, er hat meine Gedanken in Worte gefasst. Es ist definitiv nicht mein Lieblingsbuch, das bleibt "David Copperfield" (David Copperfield), aber ich habe noch kein Buch von Charles Dickens gelesen, das mir nicht gefallen hat.

Mein Lesevergnügen wurde durch das Exemplar, das ich hatte, nicht gerade gesteigert – ein billiger Nachdruck im A4-Format (im USA Letter-Format). Nun ja, es ließ sich nicht ändern. Es hat mich gelehrt, beim Online-Bestellen von Büchern auf die Größe der Ausgabe zu achten.

Witzigerweise soll dies das beliebteste Buch von Dickens zu seinen Lebzeiten gewesen sein. Wie es auf dem Cover heißt, stürmten Leser in New York sogar das Schiff, das den letzten Teil brachte. Erinnert mich an "Harry Potter" (Harry Potter) heute. Wow! Nicht alle Geschichten überdauern die Zeit gleich gut.

Doch wie in allen Büchern von Dickens beobachtete er seine Umgebung so gut und konnte sie so beschreiben, dass man in seine Welt eintaucht, dass es sich definitiv lohnt, es zu lesen. Besonders, wenn man Klassiker mag. Und dicke Bücher.

Ich habe noch ein paar übrig und freue mich darauf, sie in die Hände zu bekommen.

Buchbeschreibung:

"Die kleine Nelly lebt bei ihrem Großvater, der in London einen Raritätenladen besitzt. Um die schwierigen Finanzen aufzubessern und den Lebensunterhalt für die kleine Nelly zu sichern, leiht er sich heimlich Geld vom Wucherer Quilp – das er beim Spielen jedoch wieder verliert. Als er seine Schulden nicht begleichen kann, müssen Nelly und ihr Großvater fliehen – und ohne Rücklagen und Sicherheiten versuchen, ihr Glück neu zu finden … Das ergreifende und turbulente Leben eines kleinen Mädchens, das plötzlich erwachsen werden muß, um in einer Welt voller Gefahren und Unsicherheiten zu bestehen."