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Donnerstag, 30. Oktober 2025

Bonnett, Alastair "Die seltsamsten Orte der Welt"

Bonnett, Alastair "Die seltsamsten Orte der Welt: Geheime Städte, Wilde Plätze, Verlorene Räume, Vergessene Inseln" (Englisch: Off the Map) - 2014

Kartophilie ist die Liebe zu Karten. Die habe ich auf jeden Fall. Sie lässt sich gut mit Topophilie, der Liebe zu Orten, kombinieren. Ich glaube, ich leide unter beidem, und dieses Buch ist großartig für alle Kartensüchtigen unter uns.

Alastair Bonnett, Professor für Sozialgeographie aus Newcastle, listet in diesem Buch viele interessante, merkwürdige, vergessene, verlorene und unsichtbare Orte auf und beschreibt sie sehr treffend. Es gibt Orte, die wir nicht besuchen wollen (wie Pripyat bei Tschernobyl), Orte, die wir nicht besuchen können (wie den Berg Athos, na ja, zumindest nicht der weibliche Teil dieser Welt), Orte, die es nicht mehr gibt (oder umbenannt wurden), Orte, die allein schon wegen ihrer seltsamen Identität Spaß machen würden (Baarle-Nassau in den Niederlanden ist ein interessantes Beispiel und definitiv auf unserer Liste) und viele kuriose, merkwürdige und skurrile Orte, über die es einfach Spaß macht zu lesen.

Wer Geographie und/oder Karten liebt, für diejenigen ist dieses Buch genau das Richtige. Holt euren Atlas raus und lest ihn.

Buchbeschreibung:

"Spätestens seit Google Earth ist die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen. Es gibt keine unbekannten Orte mehr, keine unberührten Eilande, nichts mehr zu entdecken - oder etwa doch?

Alastair Bonnett stellt in diesem Buch faszinierende und außergewöhnliche Orte vor, die unsere Vorstellungen von der Welt gehörig durcheinanderbringen. Sie tauchen auf und unter, wie die Inseln im Gangesdelta, verschwinden von Satellitenbildern, wie Sandy Island vor der australischen Küste, oder verstecken sich unter Gebüsch und Gestrüpp, das alle Spuren überwuchert, wie auf der britischen Halbinsel Arne. Unterhaltsam und leichtfüßig werden Orte wie Bir Tawil in Ostafrika beschrieben, die partout keine Nation haben will, oder Orte, die scheinbar zu zwei Nationalstaaten gleichzeitig gehören. Berichtet wird von versteckten Labyrinthen, unterirdischen, verlassenen oder überbauten Städten ebenso wie von ihrer historischen Entwicklung. Lehrreich, aber nicht belehrend führt Bonnett durch geographische Kuriositäten und zeigt, dass auch für den heutigen Menschen das Entdecken nie aufhört."

Montag, 20. Oktober 2025

Winchester, Simon "Eine Karte verändert die Welt"

Winchester, Simon "Eine Karte verändert die Welt. William Smith und die Geburt der modernen Geologie" (Englisch: The Map that Changed the World: A Tale of Rocks, Ruin and Redemption) - 2001

Dies war eines der interessantesten wissenschaftlichen Bücher, die ich je gelesen habe. William Smith, ein ganz normaler Junge im 18. Jahrhundert, entdeckt die Geschichte unseres Planeten. Er entdeckte als Erster, dass die Erde in Schichten aufgebaut ist, er fand Fossilien, die sich von denen in anderen Gebieten unterschieden, er entdeckte, dass England einst unter Wasser gelegen haben muss, er entdeckte die Eiszeit. Er erstellte eine geologische Karte von England, die der heute noch verwendeten sehr ähnlich sieht. Erstaunlich. Ich habe die Geschichte dieses ganz normalen Mannes, der die Kartografie für immer veränderte und so viel entdeckte, ohne jemals eine solche Ausbildung genossen zu haben, mit Begeisterung gelesen. Er legte den Grundstein für so viele weitere wissenschaftliche Entdeckungen, die die Welt für immer verändern sollten. Dieses Buch sollte jeder lesen.

Buchbeschreibung:

"Im Jahre 1793 machte William Smith eine faszinierende Entdeckung: Beim Ausheben von Wassergräben bemerkte er verschiedene Erdschichten und in den einzelnen Schichten Fossilien, die sich in Größe und Aussehen unterschieden. Die unsichtbare Welt unter unseren Füßen ließ den Ingenieur nicht mehr los. Über zwanzig Jahre reiste er quer durch das englische Königreich, vermaß und untersuchte die Böden. Er verlor dabei all sein Hab und Gut, die wissenschaftliche Anerkennung jedoch blieb ihm versagt. Erst 1831 wurde die bahnbrechende Bedeutung von Smiths erster geologischer Karte Englands erkannt. Voller Verve zeichnet Simon Winchester, preisgekrönter Sachbuchautor und Journalist, die dramatische Lebensgeschichte des Gründervaters der modernen Geologie nach."