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Dienstag, 28. Oktober 2025

Danticat, Edwidge "Atem, Augen, Erinnerungen"

Danticat, Edwidge "Atem, Augen, Erinnerungen" (Englisch: Breath, Eyes, Memory) - 1994

Die Welt von Sophie Caco beginnt in Haiti bei ihrer Tante Atie, während ihre Mutter in den USA lebt. Wir begleiten sie vom zwölften Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter, wo sie mit der Vergangenheit ihrer Mutter, dem Geist ihrer Mutter, zu kämpfen hat.

Dies ist eine äußerst interessante Geschichte über das Leben von Frauen in allen Kulturen, insbesondere in Haiti, das Leben von Frauen in einer Kultur, die vorschreibt, was man nach dem Willen anderer zu tun hat und was man tut, um seine "Ehre" zu verteidigen.

Eine fesselnde Geschichte, ein Spaziergang zwischen Tradition und Zukunft. Ein äußerst empfehlenswerter Roman.

Ein Zitat, das mich angesprochen hat: "Sie erzählte mir von einer Gruppe von Menschen in Guinea, die den Himmel auf ihren Köpfen tragen. Sie sind das Volk der Schöpfung. Starke, große und mächtige Menschen, die alles tragen können. Ihr Schöpfer, sagte sie, gibt ihnen den Himmel zum Tragen, weil sie stark sind. Diese Menschen wissen nicht, wer sie sind, aber wenn sie in ihrem Leben viel Ärger haben, dann liegt das daran, dass sie auserwählt wurden, einen Teil des Himmels auf ihrem Kopf zu tragen."

Buchbeschreibung:

"'Ich komme aus einem Land, in dem Atem, Augen, Erinnerungen eins sind, einem Ort, an dem du deine Vergangenheit mit dir herumträgst wie das Haar auf Deinem Kopf."

Sophie ist zwölf Jahre alt, als sie ihr Heimatdorf in Haiti Hals über Kopf verlassen muß. Sie muß sich von ihrer geliebten Tante Atie trennen, die sie großgezogen hat, und sich auf eine völlig neue, komplizierte Welt einstellen: Sie soll nach New York zu einer fremden Frau - ihrer Mutter. Mit magischer Eindringlichkeit und emotionaler Intensität schildert Edwige Danticat den Werdegang der jungen Sophie, die vor allem eines lernen muß: sich selbst und ihren Ursprung zu verstehen.
"

Samstag, 31. Mai 2025

Allende, Isabel "Die Insel unter dem Meer"


Allende, Isabel "Die Insel unter dem Meer" (Spanisch: La isla bajo el mar) - Island Beneath the Sea - 2010

Ein weiterer wunderschöner Allende-Roman. Ich liebe alles von ihr, ihre Trilogie "Das Geisterhaus" (The House of the Spirits), "Fortunas Tochter" (Daughter of Fortune) und "Porträt in Sepia" (Portrait in Sepia) ist fantastisch. Wenn euch diese Romane gefallen haben, werdet ihr auch diesen lieben.

Das Setting erinnerte mich an "Das Sargassomeer" (Wide Sargasso Sea), sogar ein Teil der Handlung (zumindest am Anfang), aber nicht zu sehr, um es seltsam zu machen. Eine großartige Beschreibung des Lebens auf einer Plantage, zuerst in der Karibik, später in Louisiana, das Leben der Sklaven und der Freien, viel Geschichte, ein unglaublich gehaltvoller Bericht über das Leben der Menschen. Wie jedes Buch über die Sklaverei hat mich auch dieses manchmal sehr wütend gemacht. Ich mag die Wörter "Mulatte", "Quadroon" usw. nicht. Klingt sehr nach Nazi, wie "Halbjude". Es ist eigentlich egal, wo auf der Skala zwischen "Neger" und "Jude" diese Menschen stehen, sie sind sowieso verdammt.

Ich mochte die Hauptfigur Zarité alias Tété sehr, aber es gab auch viele andere liebenswerte Charaktere in dem Buch. Und einige weniger liebenswerte. Isabel Allende schafft es immer, sie so lebendig zu beschreiben.

Normalerweise habe ich ein kleines Problem mit dem magisch-realistischen Aspekt solcher Geschichten, obwohl ich magisch-realistische Romane sehr mag. Dieses Mal hatte ich jedoch keine Bedenken und konnte den Voodooismus und Tétés Glauben an Erzulie, die Mutter Loa, und ihr Z'étoile sehr gut akzeptieren. Es passte einfach rundum, eine stimmige Geschichte.

Buchbeschreibung:

"Die Mulattin Zarité, genannt Tété, ist erst neun Jahre alt, als der junge Plantagenbesitzer Toulouse Valmorain sie als Dienstmagd für seine lebensuntüchtige Frau kauft. Doch in Tété schlummert eine andere Bestimmung als die der willfährigen Sklavin. Selbst als ihr Herr sie in sein Bett zwingt, als man ihr das erste Kind entreißt und ihr Geliebter sie verläßt, um sich den aufständischen Sklaven in den Bergen anzuschließen, verliert Tété ihr Ziel nicht aus den Augen: die Freiheit für sich und ihre Tochter. Der Konflikt zwischen den aufständischen Sklaven und den weißen Herren in Saint-Domingue eskaliert, und Tété muß eine schwere Entscheidung treffen; sie flieht mit Valmorain, dessen kleinem Sohn und ihrer Tochter aus der brennenden Stadt Le Cap nach Kuba und weiter nach New Orleans. In der bunten kreolischen Gesellschaft findet ihr Drang nach Freiheit und Verantwortung für das eigene Leben neue Nahrung, doch müssen Jahre vergehen, bis ihr Traum Wirklichkeit wird."