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Mittwoch, 19. Oktober 2022

Gesthuysen, Anne "Sei mir ein Vater"

Gesthuysen, Anne "Sei mir ein Vater" [Be a Father to me] - 2015

Ich war bei einer Lesung der Autorin zu ihrem Buch "Mädelsabend". Es hat mir sehr gut gefallen und ich habe mir dann ihr vorhergehendes Buch zugelegt, das ich nun mit Widmung besitze.

Diese Geschichte gefiel mir genausogut wie die andere, die mir wiederum besser gefallen hatte als ihr Erstlingswerk "Wir sind doch Schwestern". Aber alle drei Romane sind wirklich lesenswert und ich werde mir auch ihr viertes Buch "Wir sind schließlich wer" holen, sobald es als Taschenbuch herauskommt.

Dieser Roman hat mich auch deshalb besonders angesprochen, weil es um die Freundschaft der Protagonistin zu ihrer französischen Brieffreundin geht. Und um Kunst. Und Familie. Alles Themen, zu denen man viel sagen kann und über welche die Autorin auch gut berichtet. Zudem spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, das gefällt mir auch immer wieder. Und wir erfahren etwas über die Malerin Georgette Agutte, über die man leider viel zu selten etwas hört.

Ein wirklich lesenswertes Buch.

Buchbeschreibung:

"Ein Roman über die Bedeutung von Familie, über die Liebe und über das Glamour-Paar der Pariser Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts: Georgette Agutte und Marcel Sembat Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds."

Montag, 25. Juli 2022

Gesthuysen, Anne "Mädelsabend"

Gesthuysen, Anne "Mädelsabend" [Girls' Night] - 2018

Dieses Buch gefiel mir fast besser als das erste Buch der Autorin, "Wir sind doch Schwestern". Vielleicht lag es daran, dass ich die Lesung von Anne Gesthuysen gesehen hatte. Oder (wahrscheinlicher) dass ich mich mit den Protagonisten besser identifizieren konnte, sie besser verstanden habe als die alten Tanten aus dem ersten Roman.

Ein schönes Buch. Starke Frauen, auch wenn eine der beiden das erst feststellt, als sie die achtzig schon weit überschritten hat. Ein Buch über die Frauen von damals und von heute, aber auch über die Männer, die viel dazulernen mussten.

Die Oma entsprach in etwa der Generation meiner Mutter, die sich vieles so nicht hätte gefallen lassen. Und das ist auch gut so. Andererseits hätte sie so einen "Walter" auch gar nicht erst geheiratet, da bin ich mir sicher.

Buchbeschreibung:

"Oma und Enkelin - zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus - und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.
"

Samstag, 25. September 2021

Gesthuysen, Anne "Wir sind doch Schwestern"

Gesthuysen, Anne "Wir sind doch Schwestern" [But we're sisters] - 2012

Eine interessante Geschichte über drei Damen, die ein ganzes Jahrhundert mit all seinem Trubel durchlebt haben. Vieles ist da schiefgegangen, und zur 100. Geburtstagsfeier der Ältesten gibt es viel zu Erinnern.

Dass diese Geschichte auf dem Leben der Großtanten der Autorin basieren, habe ich erst zum Schluss gelesen. Das erklärte so manches. Ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, wo gerade der Umgang mit der Nazivergangenheit anders gelebt wurde, und ich glaube nicht, dass meine Großeltern, die auch Ende des vorletzten und Anfang des letzten Jahrhunderts geboren wurden, mit den Personen gut klargekommen wären.

Trotzdem - oder gerade deswegen - eine interessante Geschichte, in die man sich gut hineindenken konnte.

Klappentext:

"Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: 'Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps.' Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung ..."