3. Phantomwise: 1972 (Phantomwise: 1972)
Dienstag, 18. August 2026
Oates, Joyce Carol "Cardiff am Meer"
3. Phantomwise: 1972 (Phantomwise: 1972)
Montag, 27. Juli 2026
Lehane, Dennis "Shutter Island"
Ich hatte nicht erwartet, dass mir dieses Buch gefallen würde, da ich kein großer Fan von Kriminalgeschichten bin. Umso positiver war ich überrascht festzustellen, dass es sich hier nicht um die übliche Thriller- oder Actionfilm-Handlung handelt – sprich: Es gibt hier tatsächlich eine echte Handlung.
Eine packende Geschichte, die mit dem Verstand spielt. Und die Wendung am Ende hat mich völlig sprachlos zurückgelassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern, hatte ich den Film nicht gesehen.
Allerdings halte ich es – wie die meisten Geschichten dieser Art – nicht für besonders geeignet für einen Lesekreis; worüber sollen wir schon diskutieren? Sicher, man kann über psychische Erkrankungen, PTBS, Klinikaufenthalte usw. sprechen. Aber das führt alles vom eigentlichen Geschehen weg.
Dennoch: lesenswert.
Ein Zitat von Seite 279 meiner Ausgabe – etwas, das ich mich selbst oft frage:
"Gott schickt uns Erdbeben, Wirbelstürme, Tornados. Er gibt uns Berge, die Feuer auf unsere Häupter speien. Ozeane, die Schiffe verschlingen. Er gibt uns die Natur, und die Natur ist eine lächelnde Mörderin. Er schickt uns Krankheiten, damit wir im Angesicht des Todes glauben. Er gab uns Büros, nur damit wir spüren konnten, wie unser Leben darin aus uns herausblutet. Er gab uns Lust und Wut und Gier und unsere schmutzigen Herzen. Damit wir in seinem Namen Gewalt ausüben konnten. Es gibt keine moralische Ordnung, die so rein ist wie dieser Sturm, den wir gerade erlebt haben. Es gibt überhaupt keine moralische Ordnung. Es gibt nur eines: Kann meine Gewalt deine besiegen?" (übersetzt von mir)
Kommentare vom Lesekreis:
- "Das Buch kam in der Gruppe sehr gut an; alle bewerteten es mit 4 oder 5 von 5 Punkten.
- Viele von uns hatten das Buch zuvor noch nicht gelesen, doch eine große Anzahl kannte bereits die Verfilmung von Martin Scorsese. Dies führte zu einer interessanten Situation, da viele Leser die entscheidende Wendung schon kannten, bevor sie das Buch überhaupt aufschlugen. Dennoch herrschte Einigkeit darüber, dass der Roman äußerst fesselnd blieb. Mehrere Mitglieder bemerkten, dass es durch das Wissen um das Ende leichter fiel, Hinweise und Details im Verlauf der Geschichte wahrzunehmen – wenngleich sich einige fragten, ob das Buch ohne dieses Vorwissen vielleicht noch besser oder aber weniger wirkungsvoll gewesen wäre.
- Einer der am häufigsten gelobten Aspekte des Romans war Lehanes Schreibstil. Die Mitglieder hoben immer wieder die bildhafte Sprache und die Atmosphäre hervor, die er im gesamten Buch schafft. Die Insel, das Wetter und die Klinik wirkten überzeugend und hinterließen einen bleibenden Eindruck. Zudem wurde gelobt, wie hervorragend es Lehane gelingt, den Leser in die 1950er-Jahre zu versetzen. Sprache, Dialoge und die Haltung der Figuren vermitteln ein starkes Gefühl für Zeit und Ort.
- Ein Großteil unserer Diskussion drehte sich um den Aufbau des Romans. Wir sprachen über die unzuverlässige Erzählweise, die in der Geschichte verstreuten Hinweise und die Art und Weise, wie Lehane den Leser zu bestimmten Annahmen verleitet. Auch einzelne Figuren und ihre Rollen in der Geschichte wurden erörtert – insbesondere, wie unterschiedlich man sie betrachtet, sobald man die Wahrheit hinter dem Rätsel kennt.
- Auch die Themen Trauma, Schuld, Erinnerung und Selbsttäuschung regten zu Diskussionen an. Wir debattierten über die Klinik selbst, ihre Methoden und die ethischen Fragen, die sich aus der Behandlung der Patienten ergeben. Natürlich war auch das Ende ein zentrales Thema; dabei gab es unterschiedliche Ansichten zu Teddys finaler Entscheidung und deren Interpretation.
- Wie bei unseren Diskussionen üblich, suchten wir nach Verbindungen zu anderen Büchern, die wir bereits gelesen hatten. Diesmal kamen Fight Club und der finnische Roman Rikosetsivien vapaapäivä zur Sprache, da beide Werke den Leser dazu anregen, frühere Ereignisse neu zu bewerten und das eigene Verständnis des Geschehens zu hinterfragen.
- Schließlich kam auch Dennis Lehane als Autor allgemein zur Sprache. Mehrere Mitglieder merkten an, dass etliche seiner Romane verfilmt und hochgelobt wurden und Shutter Island nicht das einzige Beispiel für eine gelungene Adaption seiner Werke für die Leinwand ist. Das Buch inspirierte zudem einige Mitglieder dazu, weitere Werke von Lehane auf ihre Leselisten zu setzen.
"Shutter Island war eine herrlich gruselige Lektüre, die gerade während der unangenehmen jüngsten Hitzewelle in Ontario, Kanada, genau das Richtige war. Ein Täuschungsmanöver folgte auf das nächste. Mir gefiel das vielschichtige Zusammenspiel von Umständen, Persönlichkeiten, Hinweisen und Interpretationen. Das unterscheidet sich stark von meiner sonst eher sanften Lektüre, und ich bin dankbar für diese bereichernde neue Erfahrung."
Nochmals vielen Dank an unsere Leiterin Karin, die einen großartigen Rückblick zusammengestellt hat.
Wir haben dies im Juli 2026 in unserem internationalen Online-Lesekreis gelesen.
Buchbeschreibung:
"Im Sommer des Jahres 1954 nehmen die US-Marshals Edward Daniels und Chuck Aule Ermittlungen im Ashecliffe Hospital auf, einer Klinik für psychisch kranke Schwerverbrecher, untergebracht auf einer Insel vor der Küste von Massachusetts: Shutter Island. Rachel Solando, eine Kindsmörderin, ist spurlos aus ihrer verschlossenen Zelle verschwunden. Als ein Hurrikan aufzieht, sind die beiden Marshals auf der Insel gefangen. Doch ist die Jagd nach Rachel Solando wirklich der einzige Grund, aus dem Edward Daniels nach Shutter Island gekommen ist?"
Dienstag, 12. Mai 2026
Matheson, Richard "Ich bin Legende"
Meine Freunde werden staunen, dass ich dieses Buch überhaupt angefangen habe. Ja, ich habe es gelesen. Und ja, ich habe es auch beendet. Es war für einen Online-Lesekreis, und ich hätte es mir selbst nie ausgesucht, wenn ich die Beschreibung gelesen hätte – und das mache ich eigentlich immer.
Ich habe dieses Buch allerdings nicht selbst ausgewählt. Es ist nicht mein Thema; ich glaube nicht an Zombies, Vampire, Zeitreisen oder irgendetwas, das die Wissenschaft nicht erklären kann. Mir gefiel aber, dass der Autor versucht hat, diese Vampire biologisch zu erklären, zu einer Zeit, als man noch nicht wusste, was Vampire sind und wie diese Geschichten entstanden sind. Heute wissen wir es, und auch wenn sie keine Bakterien sind, wie Richard Matheson behauptete, hat er zumindest versucht, eine Erklärung zu finden.
I was not too impressed with the story, I couldn't be with a story like this. But the book is not too bad. If you like these kind of narrations, I think you will like it.
Die Geschichte selbst hat mich nicht sonderlich beeindruckt, sie hätte mich auch nicht begeistern können. Aber das Buch ist gar nicht so schlecht. Wenn man solche Erzählweisen mag, wird es einem wahrscheinlich gefallen.
Buchbeschreibung:
"Robert Neville lebt als letzter Mensch auf Erden in einer Welt von Vampiren. Nachts verbarrikadiert er sich in seinem zu einer Festung ausgebauten Haus, tagsüber durchstreift er das Land der Toten auf der Suche nach Nahrung und Waffen. Experimente an gefangenen Vampiren halten ihn davon ab, wahnsinnig zu werden. Doch die Vampire können warten …"
Montag, 30. März 2026
Dickey, James "Flussfahrt"
Offenbar ist dies eines der wichtigsten Bücher des letzten Jahrhunderts. Ich habe das irgendwo gelesen, finde die Stelle aber nicht mehr. Auf jeden Fall scheint es ein großer Erfolg gewesen zu sein.
Als ich die Beschreibung zum ersten Mal las, befürchtete ich, dass es nichts für mich sei und mir das Buch nicht gefallen würde. Die Beschreibung weicht jedoch etwas vom Inhalt ab. Die Geschichte handelt weniger von den Einheimischen, sondern vielmehr von Kriminellen im Wald.
Dennoch ist das Buch absolut fesselnd. Und spannend. Es passiert so viel, und die Reise der vier Männer gehört zu den schrecklichsten Geschichten, die ich je gelesen habe.
Danke an Karin für das Protokoll, das ich eigentlich als Spoiler einfügen wollte, aber Blogger macht da nicht mit. Deshalb schreibe ich das ans Ende:Fazit:
"Insgesamt war sich die Gruppe einig, dass 'Flussfahrt' ein ausgewogener, gut geschriebener Roman ist, der Spannung mit psychologischer Tiefe verbindet. Auch wenn er stilistisch nicht jedermanns Geschmack traf, hinterließ er einen starken und bleibenden Eindruck und erwies sich als ausgezeichnete Wahl für Diskussionen – ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch zum Nachdenken anregt."
Buchbeschreibung:
"Bevor der wilde Cahulawassee River einem Staudammprojekt zum Opfer fällt und endgültig gezähmt wird, planen vier Großstädter, den unberechenbaren Fluss noch einmal mit dem Kanu zu bezwingen.
Was als harmloser Wochenendausflug amerikanischer Wohlstandsbürger beginnt, die ein wenig Abenteuer suchen, entwickelt sich zusehends zum Überlebenskampf und endet in einem Alptraum.
Flussfahrt ist eine düstere Parabel über das Eindringen der Zivilisation in die Natur, die sich schließlich gewaltsam zur Wehr setzt.
Flussfahrt gilt als einer der besten und einflussreichsten amerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts. Der Roman war die Vorlage für den Filmklassiker 'Beim Sterben ist jeder der erste'. Nach mehr als anderthalb Jahrzehnten ist Flussfahrt endlich wieder auf deutsch erhältlich."
Achtung, ab hier kommt der Spoiler!
Moralische Fragen lösten eine lebhafte Debatte aus. War es notwendig, dass die Figuren das Geschehene verheimlichten? Hätten sie überlebt, wenn sie den Behörden vertraut hätten? Wäre ihnen Gerechtigkeit widerfahren? Die Mehrdeutigkeit des Romans – was genau geschah, wer die Verantwortung trug und wie die Ereignisse zu interpretieren sind – hielt die Diskussion offen und fesselnd.
Mehrere Leser bemerkten den gezielten Einsatz von Vorahnungen und „Tschechows Gewehr“, bei dem früh eingeführte Details später an Bedeutung gewinnen. Das straffe Tempo und die Kapitelstruktur wurden als Stärken hervorgehoben: Nichts wirkt überflüssig, und dennoch sind die Figuren und die Welt vollkommen ausgearbeitet.
Wir diskutierten auch übergreifende Themen wie menschliches Verhalten unter Druck, die fließende Grenze zwischen Zivilisation und Überleben, Begegnungen mit der Wildnis und die Darstellung ländlicher Stereotype. Viele waren sich einig, dass das Buch einen tief berührt – selbst Leser, die dieses Genre normalerweise nicht wählen würden.
Anmerkungen zur Verfilmung
Einige Mitglieder hatten die Verfilmung (Beim Sterben ist jeder der Erste) gesehen und empfahlen sie zusammen mit dem Buch. Der Film wurde als sehr wirkungsvoll in der Darstellung der physischen Gefahren und der Spannung der Flussreise beschrieben. Während sich der Roman mehr auf die inneren Gedanken und die moralische Unsicherheit der Figuren konzentriert, betont der Film Action und Atmosphäre, wobei die Schauspieler sogar ihre gefährlichen Stunts selbst ausführten. Die Gruppe fand, dass die beiden Versionen gut zusammenpassen: Das Buch bietet psychologische Tiefe, und der Film fügt ein starkes visuelles und emotionales Erlebnis hinzu.".
Montag, 23. März 2026
Swindells, Robert "Mauern aus Schweigen"
Eine Freundin erzählte mir von diesem Buch und lieh es mir. Sie hatte es in der Schule unterrichtet und war sich sicher, dass es mir gefallen würde. Und so war es auch. Was für eine Geschichte!
Marthas Geschichte ist herzzerreißend. Sie hat keine Freiheit, sie wird zu Hause wie eine Gefangene gehalten. Sie kann keine Freunde finden. In der Schule wird sie gemobbt. Das konnte ich gut nachvollziehen, denn ich hatte dasselbe Problem in der Schule. Meine Eltern hatten nicht viel Geld, und meine Mutter nähte immer meine Kleidung. Es waren schöne Kleider, aber ich wurde deswegen ständig gemobbt. Und ich fühlte mich nirgendwo zugehörig.
Zum Glück waren meine Eltern ganz normale Katholiken, und sie beschwerten sich immer über Leute, die die Religion über ihre eigene Familie stellten. Denn genau das tun Marthas Eltern.
Ich kann die Geschichte nicht erzählen, ohne zu verraten, was passiert ist und warum die Familie sich so verhalten hat. Nur so viel: Martha findet einen Freund, und er hilft ihr, sich selbst zu finden.
Buchbeschreibung (übersetzt):
"Eine düstere Geschichte über beschämende Geheimnisse, religiöse Intoleranz und den Kampf eines Mädchens gegen die emotionalen Fesseln eines gewalttätigen Elternhauses. Martha ist zwölf – und ganz anders als andere Kinder, dank ihrer Eltern. Als strenge Mitglieder einer religiösen Gruppe – der Gerechten – bestimmen deren Regeln Marthas Leben. Und eine Regel ist die wichtigste: Sie darf niemals jemanden mit nach Hause einladen. Denn sonst könnte ihr beschämendes Geheimnis – die 'Abscheulichkeit' (Abomination) – ans Licht kommen. Doch als Martha in Scott, einem neuen Jungen in der Schule, ihren ersten richtigen Freund findet, kommen ihr Zweifel. Tut sie das Richtige, wenn sie hilft, die Abscheulichkeit geheim zu halten? Und wie weit werden ihre Eltern gehen, um die Wahrheit zu verbergen?"
Samstag, 14. März 2026
Stoker, Bram "Dracula"
Ich bin weder ein Fan von Fantasy noch von Horror. Aber das Thema unserer Xanadu-Lese-Challenge im November lautete: "Klassiker: Ein Klassiker für Erwachsene oder Kinder aus jedem Genre, das du noch nie gelesen hast." Es gibt eigentlich keine Genres, die ich noch nie gelesen habe; ich habe schon alles Mögliche ausprobiert, manche gefallen mir viel besser als andere. Deshalb wählte ich ein Buch, das ich selten lese. Mein Sohn hatte "Dracula" noch zu Hause, also dachte ich, das wäre der beste Zeitpunkt, es endlich zu lesen.
Natürlich kannte ich die Dracula-Geschichte, obwohl ich nie auch nur einen Ausschnitt aus einem der vielen Filme gesehen hatte, die auf diesem Klassiker basieren. Die Geschichte war also keine Überraschung. Ich war auch nicht schockiert oder verängstigt, das ist aber nicht der Grund, warum ich keine Horrorgeschichten lese – sie langweilen mich meistens einfach.
Ich bin froh, dass ich den Roman gelesen habe, weil immer so viel darüber gesprochen wird. Aber ich glaube nicht an Vampire und die Geschichte hat mich auch nicht sonderlich begeistert. Da es sich aber um einen Klassiker handelt, war es selbst für einen Wahrheitsliebhaber wie mich eine durchaus lesenswerte Lektüre.
Buchbeschreibung:
"Der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsilvanien. Er soll dort den Grafen Dracula beraten, der nach England auswandern will und zu diesem Zweck ein Grundstück in London erwirbt.
Während seiner Reise trifft Harker auf sehr misstrauische und abergläubische Gestalten, die ihn vor dem Grafen warnen. Im Schloss des Grafen verlaufen die Tage zunächst ruhig, da sich der Gastgeber selbst bei Tage nicht blicken lässt.
Aber dann schöpft Harker Verdacht, denn der Graf hat kein Spiegelbild. Bald schon ahnt der junge Engländer von der unheimlichen Macht seines Gegners. Und er weiß, dass er die Mauern des Schlosses nie lebend verlassen wird, wenn er nicht flieht.
In London wartet ein Heer von ahnungslosen Opfern auf den Vampir.
Bram Stoker hat in diesem Roman Tod und Erotik auf faszinierende Art zusammengeführt. Dieses Buch gehört zur anerkannten Weltliteratur, es lässt sich auf verschiedenste Art interpretieren und lesen, als viktorianisches Sittengemälde, als spannender Abenteuerroman und als Schauerroman."
Shelley, Mary Wollstonecraft "Frankenstein"
Wie gesagt, nicht mein übliches Genre, aber unser Lesekreis wählte es als Alternative zu den Lockdown-Maßnahmen, die viele von uns daran hinderten, unsere gewohnte Bibliothek zu nutzen. Wir brauchten also etwas, das wir online finden konnten. Zum Glück hatte mein Sohn noch einige seiner Bücher zu Hause, sodass ich das Buch sogar hatte.
Frankenstein ist nicht das Monster, wie viele glauben. Er ist der Schöpfer. Obwohl er vielleicht doch etwas Monsterhaftes an sich hat, da es ihm egal ist, was aus seiner Schöpfung wird. Er ist so hässlich, dass er keine sozialen Kontakte knüpfen kann und deshalb zum Monster wird.
Dieses Buch ist nicht nur eine Horrorgeschichte, sondern birgt auch viel Psychologie in sich. Wir erhalten Einblicke in die Gedankenwelt der Menschen, ihre Träume und Ambitionen.
Was mir am Science-Fiction-Teil besonders gefiel, war, dass es keine abwegigen Erklärungen zur Entstehung des Wesens gibt. Man sieht das so oft in Filmen: Da wird etwas absolut Unmögliches auf eine Weise dargestellt, von der man weiß, dass sie nicht funktionieren kann. Hier hingegen gibt es nichts, was man als Fehler bezeichnen könnte. Wir müssen uns einfach vorstellen, dass es so geschehen ist.
"Der Roman über den jungen Schweizer Viktor Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, ist ein seltenes Glanzstück der romantischen Schauerliteratur: Das grandiose erzählerische Geschick, mit dem die englische Autorin ihr Thema zu einer bis heute ungebrochen populären Geschichte verarbeitete, lässt ihren 'Frankenstein'-Roman weit über die meisten vergleichbaren Romane seiner Epoche hinausragen.
Dienstag, 17. Februar 2026
Golding, William "Herr der Fliegen"
"Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Kein Erwachsener überlebt. Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph läßt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten - die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschließt. Das Beängstigende an diesem Gleichnis menschlicher Gesellschaft ist die Tatsache, daß diese Jungen keineswegs Monstren oder Verbrecher sind. Jeder von ihnen ist in irgendeiner Jungenklasse der Welt zu finden."
William Golding erhielt den Nobelpreis für Literatur 1983 "für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten".
Montag, 5. Januar 2026
Brijs, Stefan "Der Engelmacher"
"'Gott gibt und Gott nimmt, Victor. Aber nicht immer. Manchmal müssen wir es selbst tun!'
Wolfheim, gelegen im Dreiländereck, ganz in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Dorfbewohner wundern sich vor allem über die drei Babys, die er dabei hat: Es sind offensichtlich Drillinge, die Jungen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und alle sind von einer Hasenscharte entstellt – eine Fehlbildung, die bereits Victor von seinem Vater geerbt hatte und die ihm seinerzeit das Leben schwer machte. Denn die Einheimischen sind abergläubisch. Auch jetzt machen Gerüchte die Runde. Und tatsächlich drängen sich Fragen auf: Wo ist die Mutter? Was will Victor nach all den Jahren in Wolfheim? Warum versteckt er die Kinder? Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, ändert sich die Lage dramatisch und seine Popularität steigt. Man beginnt sich mit ihm zu arrangieren, auch wenn er nach wie vor wunderlich erscheint. Man fasst sogar Zutrauen zu ihm. Bis die Kinderfrau der Drillinge, eine ehemalige Lehrerin aus dem Dorf, eines plötzlichen Todes stirbt …"
Dienstag, 28. Januar 2025
Ruiz Zafón, Carlos "Marina"
Buchbeschreibung:
"'Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.' So beginnt Óscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern.
In 'Marina' beschwört Carlos Ruiz Zafón erstmals sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft."
Montag, 25. November 2024
Ruiz Zafón, Carlos "Der dunkle Wächter"
Weitere Bücher über diesen großartigen Autor sind hier (in deutsch) und hier (in englisch)
Buchbeschreibung:
"Cravenmoore – so heißt das geheimnisumwobene Anwesen, auf dem der Spielzeugfabrikant Lazarus Jann mit zahllosen seiner Konstruktionen lebt: mechanischen Menschen, die ihm Diener und Gesellschaft sind und ihn vor den dunklen Schatten seiner Vergangenheit bewahren sollen. Familie Sauvelle, die Lazarus aus seiner Einsamkeit reißt, weckt auch sein mörderisches Geheimnis aus jahrelangem Schlaf. Ein brutaler Mord reißt die Familie aus ihrem neuen Glück. Der Sommer an der blauen Bucht, der so strahlend begann, könnte ihr letzter werden.
Warum dürfen sie bestimmte Zimmer nicht betreten und warum ist die schwerkranke Frau des Fabrikanten nie zu sehen? Was hat es mit den geheimnisvollen Septemberlichtern auf sich, die vom Leuchtturm drohen? Als ein brutaler Mord geschieht, versuchen Irene und Ismael das Geheimnis von Cravenmoore aufzudecken und wecken damit die dunklen Schatten der Vergangenheit."
Donnerstag, 12. September 2024
Leroux, Gaston "Das Fantom der Oper"
Das Treffen begann mit dem Anhören des Erkennungslieds des Phantoms der Oper von Sarah Brightman und Steve Harley, um eine passende Gothic-Atmosphäre zu schaffen.
Buchbeschreibung:
"In den geheimnisumwobenen Gewölben der Pariser Oper hält sich ein unsagbar häßlicher Mensch verborgen. Um die Liebe einer jungen Sängerin zu gewinnen, ist ihm jedes Mittel recht; aus der Oper wird ein Tollhaus, die Ereignisse überstürzen sich. Leroux' Kriminalklassiker wurde bereits mehrfach verfilmt. Deutsche Leser, die nach der Gänsehaut erzeugenden Lektüre des Romans noch nicht genug haben, können sich die 'Visionen der Hölle' (FAZ) in Hamburg im eigens hierfür gebauten Flora-Theater mit Wagner-Tenor Peter Hoffmann in der Titelrolle ansehen."
Dienstag, 23. Januar 2024
Gaiman, Neil "Coraline"
Gaiman, Neil "Coraline" (Englisch: Coraline) - 2002
Coraline ist nur eine kurze Novelle. Es war eine gute Lektüre, wenn auch nichts Spektakuläres. Ich hätte es wahrscheinlich gerne mit meinen Jungs gelesen.
Ich war noch nie ein Fan von Büchern, in denen Kinder Helden sind, und das fällt in diese Kategorie. Aber ich kann die Attraktion erkennen.
Ich fand die Bilder von Chris Riddell sehr gut. Er ist ein wunderbarer Illustrator und macht jedes Buch besser, auch die großartigen.
Und diese Zitate gefielen mir:
"Märchen sind mehr als wahr: nicht weil sie uns sagen, dass es Drachen gibt, sondern weil sie uns sagen, dass man Drachen besiegen kann."
"Wenn man Angst vor etwas hat, es aber trotzdem tut - das ist mutig."
Glücklicherweise gibt es in einem Lesekreis immer mehrere Leute, die eine andere Meinung haben, also hier:
• Ich habe Coraline absolut geliebt. Ich habe es mir als Hörbuch angehört, das von Neil Gaiman selbst gesprochen wurde. Seine Erzählweise passte perfekt zur Geschichte.
• Die Geschichte hatte alles, was ich von einem Buch erwarte: Sie war geheimnisvoll, ein wenig gruselig, spannend, hatte zum Nachdenken anregende Schichten und interessante, lebendige Details. Ganz zu schweigen von einer lieben Protagonistin, sehr interessanten verschiedenen Nebencharakteren, insbesondere die KATZE, und einem wirklich interessanten Antagonisten.
• Schöne Wendungen in der Handlung, bei den Spielen mit der anderen Mutter, und wo am Ende alles wieder gut wird.
• Ich denke lieber nicht darüber nach, was das über mich und mein Gehirn aussagt, aber das war die gehirnstimulierendste und herzerwärmendste Geschichte, die ich das ganze Jahr über gelesen/gehört habe. ♥
Wir haben dies im Dezember 2023 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.
Buchbeschreibung:
"Coraline ist mit ihren
Eltern in ein düsteres altes Haus gezogen. Die Nachbarn sind reichlich
merkwürdig: Der verrückte Herr mit Schnurrbart erzählt von seinem
Mäusezirkus, die schrulligen Schauspielerinnen warnen sie vor dem tiefen
Brunnen im Garten. Eines Tages stößt sie im Haus auf eine zugemauerte
Tür. Und sieht dort dunkle Schatten verschwinden. Was verbirgt sich
dahinter?"
Mittwoch, 4. Oktober 2023
Poe, Edgar Allan "Der Doppelmord in der Rue Morgue"
Unser Buch im internationalen Online Lesekreis im August 2023.
Düster, grausig, schaurig, abgründig, das habe ich irgendwo über die Werke von Edgar Allan Poe gelesen. Ja, dem kann ich nur zustimmen. Ich kenne Leute, die diese Art des Schreibens lieben, aber nicht ich. Ich hatte Angst, dass es mir nicht gefallen würde, habe aber mein Bestes gegeben, um etwas zu entdecken, das mich dazu verleiten könnte, mehr von diesem Autor zu lesen. Leider sollte das nicht so sein. Diesmal war es gut, dass das Buch nicht so dick war. Oder vielleicht trug das zu meiner Unzufriedenheit bei.
Mein größtes Problem bei Geschichten wie diesen ist, dass man daraus nichts lernen kann. Absolut gar nichts. Und das ist mein Hauptgrund zum Lesen. Unser Lesekreis hatte sich für eine Sammlung von Kurzgeschichten entschieden. Das Problem dabei ist immer, dass es in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Zusammenstellungen gibt. Dies waren die Geschichten der finnischen Mitglieder:
Das verräterische Herz (1843)
Der Kobold des Perversen (1845)
Der Doppelmord in der Rue Morgue (1841)
Das Geheimnis der Marie Rogêt (1843)
Der entwendete Brief (1844)
Du bist der Mann (1844)
Und diese waren in der englischen Ausgabe:
Das ovale Porträt
Ligeia
Eleonora
Morella
Berenice
Der Untergang des Hauses Usher
Die Maske des roten Todes
Hopp-Frosch
Die Grube und das Pendel
Das Fass von Amontillado
Der Goldkäfer
Der Doppelmord in der Rue Morgue
Das Geheimnis der Marie Rogêt
Der entwendete Brief
Die Gruppe hatte eine andere Meinung. Es gab eine wirklich gute Diskussion über Poes Werke und Leben. Einige hatten einige der grausamen und schrecklichen Werke gelesen, aber die meisten von uns hatten eine Auswahl einiger verschiedener Arten gelesen, von denen einige wirklich klug und intelligent sind, und man kann deutlich sehen, wie er ein Genre geschaffen hat, das die Literatur für Hunderte von Jahre beeinflusste.
Buchbeschreibung:
"Der Doppelmord in der Rue Morgue. Weitere schaurig-spannende Erzählungen vom Meister des Grauens und der bizarren Verbrechen. Edgar Allan Poes Geschichten gehen unter die Haut und halten einen bis zum letzten Wort in Atem.
Der amerikanische Schriftsteller und Dichter E. A. Poe (1809-1849) gilt als Erfinder des fantastischen Kriminalromans. In seinen grausamen, tragischen und spannenden Werken spürt man sehr deutlich den Einfluss der englischen und deutschen Romantik, besonders den von G. G. Byron und E. T. A. Hoffmann. Die Eigenart des Stils von E. A. Poe fand keine Nachfolger in seiner Heimat, sondern im Ausdruck des Schaffens von Charles Baudelaire und im Symbolismus und in der Dekadenzdichtung."
Montag, 10. Oktober 2022
Gotthelf, Jeremias "Die schwarze Spinne"
Gotthelf, Jeremias "Die schwarze Spinne" - The Black Spider - 1842
Eine Geschichte, die wohl so alt ist wie die Menschheit. Mehrere alte Sagen werden hier verarbeitet. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse wird beschrieben. Der Teufel versucht, die Menschen zu bestechen. Und wer sich an den Pakt mit ihm nicht hält, wird eben bestraft. Mich wundert, dass man daraus noch keinen Film gemacht hat. Oder vielleicht doch?
Beschreibung:
"Für seine Hilfe beim Frondienst versprechen Bauern dem Teufel ein ungetauftes Kind. Als sie ihn um seinen Lohn prellen, rächt sich der Teufel mit einer Spinnenplage, der Mensch und Vieh zum Opfer fallen. Eine Mutter findet schliesslich die Kraft, des Unglücks Herr zu werden. Jahrhunderte später bricht die Plage durch Gottlosigkeit jedoch erneut aus.
Als Vorlage diente dem Dichter eine Volkssage, von der zwei Varianten in dem Heft gebracht werden. Daten zur Entstehung der Novelle, eine Selbstbiografie des Dichters, sowie ausführliche Anmerkungen runden das Heft ab."
Samstag, 27. August 2022
Kafka, Franz "Die Verwandlung"
Kafka war einer der Schriftsteller, die ich in der Schule lesen musste und deren Lektüre ich ganz furchtbar fand. Besonders diese Geschichte hier. Das war wohl der erste Schritt, der jegliche "fantastische Literatur" auf meine Negativ-Liste setzte.
Ich kann mit dieser Art Idee nichts anfangen. Ich habe mir damals sogar gewünscht, dass Kafkas Freund, der ihm versprochen hatte, alle seine Werke nach Kafkas Tod zu vernichten, dies auch eingehalten hätte. Hat er leider nicht und so müssen sich ewig und drei Tage die Schüler mit dem Lesen seiner Geschichten herumquälen.
Was will der Autor uns mit dieser Geschichte sagen? Keine Ahnung. Und ich will es auch wirklich nicht wissen.
Buchbeschreibung:
"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt". Schon der erste Satz aus Kafkas berühmter Erzählung vermittelt schlagartig die Irritation, die sich in das Verhältnis zur empirischen Wirklichkeit eingeschlichen hat, die die problematische Schnittstelle äußerer und innerer Realitäten bestimmt."





























