Donnerstag, 23. Juli 2026

Meyerhoff, Joachim "Man kann auch in die Höhe fallen"

Meyerhoff, Joachim "Man kann auch in die Höhe fallen" [You can also fall upwards] - 2024

Nachdem wir letzten Monat "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" in unserem deutschen Lesekreis gelesen hatten, wollten einige unserer Lesekreismitglieder gerne noch ein Buch von diesem Autor lesen und haben dieses Buch vorgeschlagen. So war dies unser Juli-Buch.

Ich war ja schon nicht der größte Fan letzten Monat, aber irgendwie hat mir dieses Buch fast noch weniger gefallen. Der Mann würde mich verrückt machen, so unselbständig. 

Irgend jemand hat sich darüber beschwert, dass es keinen Plot gibt. Stimmt. Aber das fand ich nicht am Schlimmsten. Vieles wirkte zu aufgesetzt und übertrieben.

Das einzig Interessante war für mich die Erzählung vom Gorki-Theater und den ganzen Schauspielern, die schon zu DDR-Zeiten dort waren. Besonders fand ich die Datscha interessant, die mit lauter Kulissen ausstaffiert wurde.

Ach ja, und die Mutter, die hat mir auch gefallen. Die einzige Person in der ganzen Sippschaft.

War sicher mein letzter "Roman" von Meyerhoff.

Ich muss allerdings sagen, dass beide Bücher den anderen Mitgliedern gut gefallen haben. Sie meinten, er schreibt gut und unterhaltsam. Lt. NDR findet er allerdings seine eigene Geschichte "seltsam". Da sind wir wenigstense einer Meinung.

Klappentext:

"Zu Hause ist da, wo sie dich reinlassen müssen, wenn du klopfst.

Mit Mitte fünfzig zieht der Erzähler zu seiner Mitte achtzigjährigen Mutter aufs Land, um dort an einem Roman zu schreiben. Es werden ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.

Nachdem er in Wien von einem Schlaganfall aus der Bahn geworfen wurde, hofft Joachim Meyerhoff, durch einen Neuanfang in Berlin wieder Fuß zu fassen. Doch alles kommt anders als gedacht. Die neue Stadt zerrt an den Nerven und die künstlerische Arbeit als Schriftsteller und Schauspieler fällt ihm von Tag zu Tag schwerer. Der Erzähler verlässt Berlin und zieht zu seiner Mutter nach Norddeutschland, die auf einem herrlichen Grundstück unweit vom Meer ein sehr selbstbestimmtes Leben führt. Mutter und Sohn sind sich immer schon sehr nah gewesen, aber diese gemeinsamen Wochen werden zu einer besonderen Zeit. Der Sohn klinkt sich ein in den Tagesablauf der Mutter, beginnt zu schreiben und findet allmählich heraus aus Zorn und Nervosität, die ihn sein ganzes Leben begleitet haben.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Hennig, Bettina "Der frühe Vogel kann mich mal!"

Hennig, Bettina "Der frühe Vogel kann mich mal! Ein Lob der Langschläfer" [The early bird can go to hell! A Praise of the Late Risers] - 2011

Um gleich die erste Frage auf dem Klappentext zu beantworten: Ja, ich bin eine absolute Eule. Vor ein/zwei Uhr nachts schlafe ich nicht ein. Mit dem Ergebnis, dass ich dann eben nicht morgens um sechs Uhr aus dem Bett springen kann. War immer ein großes Problem, aber jetzt sind wir ja in Rente und ich kann machen was ich will. Tue ich auch. Früh aufstehen geht nur, wenn ich einen dringenden Termin habe. Aber auch da versuche ich immer, die so spät wie möglich zu legen.

Bettina Hennig hat jede Menge Untersuchungen angestellt oder auch nachgelesen, warum das ist. Nein, Eulen sind nicht faul, sie sind nur zu einer anderen Zeit munter. Sie können bis spät in die Nacht hinein arbeiten, wenn die Lerchen längst im Bett liegen. Aber die müssen sich dann von uns nicht anhören, wie schlimm das ist.

So schreibt sie z.B.

"Langschläfer haben es in einer von Frühaufstehern dominierten Welt oft schwer. Ihr biologischer Rhythmus (Chronotyp) ist genetisch festgelegt, weshalb sie späterMmelatonin ausschütten und morgens schwerer in die Gänge kommen. Die sogenannte "Diktatur des frühen Vogels" führt im Alltag zu diversen Herausforderungen."

Stimmt. Und wer das nicht einsehen kann, sollte unbedingt dieses Buch lesen.

Im ganzen Buch geht es darum, wie wenig kompatibel Frühaufsteher und Langschläfer sind und wie letzteren die Lebensweise ersterer aufgedrückt wird. Wie schlecht es für Schüler bestellt ist, die gerade im Teenager-Alter erst gegen Mittag so richtig wach sind und die dann zwecks schlechterer Konzentration nicht so gut sind wie diejenigen, die morgens schnell aus dem Bett springen können.

Auf jeden Fall ist klar, wir haben nur andere Arbeitszeiten, Wachzeiten. Das macht uns nicht besser oder schlechter, auch wenn viele Lerchen das gerne glauben wollen.

Ich wollte, ich hätte das Buch früher gelesen, dann wäre ich nie ins Büro gegangen. Wobei das heute mit Arbeit von zu Hause auch einfacher ist als zu meiner Zeit.

So oder so, das Buch ist hochinteressant. 

Buchbeschreibung:

"Drehen Sie sich morgens gern noch mal im Bett um, statt jauchzend unter die Dusche zu springen? Laufen Sie erst nachmittags zur Höchstform auf? Dann gehören Sie zu den 'Eulen' – den Langschläfern, die seit jeher von den frühaktiven 'Lerchen' tyrannisiert werden: mit morgendlichen Sprech- und Arbeitszeiten, grausam-fröhlichen Frühstückssendungen und Prüfungen in aller Herrgottsfrüh. Es reicht! Bettina Hennig zeigt, warum Eulen die besseren und netteren, da ausgeschlafeneren Menschen sind und man so lange im Bett bleiben sollte, wie man will!"

Dienstag, 21. Juli 2026

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch"

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch oder Ein Israeli auf Reisen" (Hebräisch: Sefer ha'masot/ספר המסעות) - The Seasick Whale: An Israeli Abroad: Book of Travels - 1995

Ephraim Kishon ist es immer wert, zur Hand genommen zu werden. In diesem Band spricht er von seinen Reisen in verschiedene europäische Länder und in die Vereinigten Staaten. Er schafft es, wie kaum ein anderer, die Eingenheiten der Bewohner so darzustellen, dass selbst sie darüber lachen müssen. Und eigentlich lobt er sie ja auch alle mit seinen Bemerkungen.

Also, wer wissen möchte, wie man in der Schweiz eine Bananenschale loswird, warum man in Venedig nie eine Gondel nehmen solte und warum es anzuraten ist, Las Vegas nicht zu besuchen, wenn man nicht schon vorher seine Rückreise gebucht und bezahlt hat, für den ist dieses Buch Gold wert.

Buchbeschreibung:

"'Wenn du deinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnst, ist es höchste Zeit, wegzufahren.'

Bissig-humorvolle Satiren über die Eigenheiten von Touristen und Einheimischen. Als der Herr zum Walfisch sprach,speite er Jonah ans Land. Niemals hatte der Wal in den vielen Jahren seiner Seefahrt die geringsten Magenbeschwerden gehabt, doch einen Reisenden wie diesen Propheten hielt sein Bauch wahrlich nicht aus. Das war der biblische Anfang des Tourismus ... 

Mit Kishon auf Reisen, um am Ende festzustellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist."

Montag, 20. Juli 2026

Nguyen, Viet Thanh "Der Sympathisant"

Nguyen, Viet Thanh (Việt Thanh Nguyễn) "Der Sympathisant" (Englisch: The Sympathizer) - 2015

Nicht mein erstes Buch über den Vietnamkrieg. Nicht mein erster mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Roman. Aber sicherlich auch nicht mein letztes. Eine großartige Schilderung eines vielversprechenden Autors; ich bin sicher, wir werden noch mehr von diesem talentierten Mann lesen.

Beim Lesen der "Geständnisse" in "Der Sympathisant" wird einem bewusst, wie schwer es ist, in einem Krieg einer Seite treu zu bleiben. Und dass es keine verschiedenen Arten von Kriegen gibt. Kriege sind furchtbar. Für alle Beteiligten. Kriege töten nicht nur Menschen, Kriege zerstören Kulturen, Kriege zerstören das Gute im Menschen. Việt Thanh Nguyễn gelingt es, dies auf eine Weise darzustellen, wie es bisher nur wenigen gelungen ist.

Es sollte in uns allen den Wunsch nach einer besseren Welt wecken, den Wunsch nach dem Ende aller Kriege – falls wir diesen Wunsch nicht schon haben. Und es sollte uns gewiss dazu bringen, Flüchtlinge mit anderen Augen zu sehen. Es sind nicht Menschen, die nur kommen, weil wir in reicheren Ländern leben; sie kommen, weil ihre einzige Wahl darin besteht, in ein anderes Land zu gehen und dort wie Dreck behandelt zu werden oder Tod, Demütigung und Terror für sich und ihre Familien zu erleiden.

Es überrascht mich nicht, dass das Buch den Pulitzer-Preis erhalten hat. Absolut verdient.

Einige meiner Lieblingszitate:

"Egal wie schlecht es dir geht, tröste dich mit dem Gedanken, dass es jemanden gibt, dem es noch viel schlechter geht." (No matter how badly you might feel, take comfort in knowing there's someone who feels much worse.)

"Alle Kriege werden zweimal geführt: das erste Mal auf dem Schlachtfeld, das zweite Mal in der Erinnerung." (All wars are fought twice, the first time on the battlefield, the second time in memory.)

(Aus: "Nothing Ever Dies: Vietnam and the Memory of War", Vieth Thanh Nguyen)

Buchbeschreibung:

"Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: 'Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.'

Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.
"

Việt Thanh Nguyễn erhielt 2016 den Pulitzerpreis für "The Sympathizer".

Samstag, 18. Juli 2026

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert"

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" (Englisch: 21 Lessons for the 21st Century) - 2018

Eine brillante Fortsetzung von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Sapiens) und "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Homo Deus). Dies ist ein weiteres Buch, das meiner Meinung nach jeder lesen sollte. Der Autor zeigt uns auf, was die Zukunft für uns bereithalten könnte und wie wir uns darauf vorbereiten sollten. Dabei geht es mir nicht um die Angst vor Kriegen oder Naturkatastrophen infolge des Klimawandels, sondern um den Alltag. Was sollten wir studieren oder lernen, um einen vernünftigen Job zu bekommen? Und noch wichtiger: Was sollten unsere Kinder lernen, um im Leben zu bestehen? Meine Eltern und Großeltern verließen die Schule mit 14 oder 15 Jahren, absolvierten eine Ausbildung, und viele von ihnen arbeiteten ihr Leben lang im selben Unternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung konnten sie das Gelernte jahrzehntelang anwenden, ohne sich neues Wissen aneignen zu müssen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Das galt weder für meine Generation noch für die heutige Generation, und es wird ganz sicher auch nicht für die übernächste Generation gelten.

Wir brauchen also kluge Köpfe wie Yuval Harari, die uns sagen, was geschehen könnte und was wir tun können, um keine Angst vor der Zukunft zu haben. Genau das tut er. Seine Empfehlungen sind sinnvoll und fundiert; er erläutert jede seiner Aussagen ausführlich. Was noch besser ist: Er erklärt die Dinge so verständlich, dass auch Menschen ohne großes wissenschaftliches Vorwissen (wie ich) seinen Ausführungen folgen können, sei es zu Themen wie Politik, Weltwirtschaft oder anderen Bereichen, die uns betreffen und unser Leben beeinflussen.

Ich kann dieses Buch sowie seine anderen Werke wärmstens empfehlen. Sie sind einfach fantastisch. Ich hoffe, er schreibt noch mehr davon.

Buchbeschreibung:

"Yuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In 'Eine kurze Geschichte der Menschheit"'erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In 'Homo Deus' ging es um die Zukunft unserer Spezies. Sein neues Buch schaut auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.

Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion im Zeitalter der Fake News? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir in unserer unübersichtlichen Welt moralisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit im 21. Jahrhundert?

Seit Jahrtausenden hat die Menschheit über den Fragen gebrütet, wer wir sind und was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Doch jetzt setzen uns die heraufziehende ökologische Krise, die wachsende Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen und der Aufstieg neuer disruptiver Technologien unter Zeitdruck. Bald schon wird irgendjemand darüber entscheiden müssen, wie wir die Macht nutzen, die künstliche Intelligenz und Biotechnologie bereit halten.

Dieses Buch will möglichst viele Menschen dazu anregen, sich an den großen Debatten unserer Zeit zu beteiligen, damit die Antworten nicht von den blinden Kräften des Marktes gegeben werden."

Harari, Yuval Noah "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen"

Harari, Yuval Noah "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Englisch: Homo Deus. A Brief History of Tomorrow)- 2016

Nach der Lektüre von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Sapiens. A Brief History of Mankind) wusste ich, dass ich auch die weiteren Bücher dieses brillanten Wissenschaftlers und Autors lesen musste.

Nachdem er zu erklären versucht hat, wie wir an den heutigen Punkt gelangt sind, nimmt uns Yuval Noah Harari nun mit auf eine Expedition in die Zukunft. Fast wie bei Charles Dickens in "Eine Weihnachtsgeschichte" (A Christmas Carol) haben wir uns mit dem "Geist der vergangenen Weihnacht" befasst und kennen den "Geist der gegenwärtigen Weihnacht", doch wir haben keine Ahnung, was uns der "Geist der zukünftigen Weihnacht" bringen wird. Der Autor zeigt uns verschiedene Möglichkeiten auf: Er schildert, was geschehen könnte, wenn wir uns nicht ändern, aber auch, was möglich ist, wenn wir es doch tun. Ich muss dazu sagen: Vieles davon war mir nicht neu, doch er eröffnet so viele unterschiedliche Perspektiven, dass es spannend ist zu sehen, wohin die Reise noch gehen könnte.

Dieses überaus fesselnde Buch macht uns bewusst, wer und wo wir heute sind, was getan werden muss und was wir selbst tun können. Wir alle wissen, dass Maschinen und Computer einen riesigen Teil unserer einstigen Welt übernommen haben – doch sind wir auch für den nächsten Schritt bereit?

Freut euch schon mal auf sein nächstes Buch, in dem er sich mit der Gegenwart befasst: "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" (21 Lessons for the 21st Century).

Meiner Meinung nach sollten all seine Bücher in jeden Lehrplan aufgenommen werden.

Buchbeschreibung:

"EINE GESCHICHTE VON MORGEN

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In 'Homo Deus' stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind."

Harari, Yuval Noah "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

Harari, Yuval Noah "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Hebrew: קיצור תולדות האנושות/Ḳizur Toldot Ha-Enoshut) - Sapiens. A Brief History of Mankind - 2014

Dieses Buch gehört zu den interessantesten, die ich jemals gelesen habe. Es ist ein Werk, das zu erklären versucht, wie wir zu den Wesen wurden, die wir heute sind – und was in der Zeitspanne zwischen dem Auftreten der ersten menschenähnlichen Formen auf der Erde und der Gegenwart geschehen ist. Es liefert Antworten auf viele Fragen, die man sich vielleicht noch nie gestellt hat, es aber eigentlich schon immer hätte tun sollen.

Warum hat der Homo sapiens überlebt und nicht der Neandertaler? Warum wandelten wir uns von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern? Hat uns das gutgetan? Waren die Menschen im Mittelalter unglücklicher als wir heute? Welchen Vorteil bieten globale Gemeinschaften? Und wohin führt diese Entwicklung? Wie stark beeinflusst die Biologie die Geschichte? Was genau sind kulturelle Unterschiede?

Wer sich solche Fragen stellt, findet die Antwort wahrscheinlich in diesem Buch. Oder aber – die Frage lässt sich schlicht nicht beantworten.

Ein brillantes Buch eines großen Denkers: eines Geschichtsprofessors, der sich intensiv mit seinen Mitmenschen auseinandergesetzt hat.

Buchbeschreibung:

"Wie haben wir, Homo Sapiens, es geschafft, den Kampf der sechs menschlichen Spezies ums Überleben für uns zu entscheiden? Warum ließen unsere Vorfahren, die einst Jäger und Sammler waren, sich nieder, betrieben Ackerbau und gründeten Städte und Königreiche? Warum begannen wir, an Götter zu glauben, an Nationen, an Menschenrechte? Warum setzen wir Vertrauen in Geld, Bücher und Gesetze und unterwerfen uns der Bürokratie, Zeitplänen und dem Konsum? Und hat uns all dies im Lauf der Jahrtausende glücklicher gemacht?

Vor 100 000 Jahren war Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Unsere Vorfahren teilten sich den Planeten mit mindestens fünf weiteren menschlichen Spezies, und die Rolle, die sie im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70 000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ. Bis heute hat sich diese Vorherrschaft stetig zugespitzt: Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will."
 
Inzwischen habe ich auch "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Homo Deus) gelesen. Genauso großartig.