"Als Betty Schimmel (geboren 1929) 9 Jahre alt ist, endet ihre behütete Kindheit. Ihre jüdische Familie lebt auf der Flucht vor der Naziverfolgung, zuletzt in Budapest, wo sie 1944 mit dem Einmarsch der Deutschen ihr letztes Zuhause verliert. Am Leben hält sie trotz Krankheit und Entkräftung die Hoffnung, ihre Jugendliebe wiederzusehen. Doch die Hoffnung bleibt unerfüllt, der Geliebte verschollen. Mit gemischten Gefühlen geht sie eine Ehe ein, emigriert nach Amerika, wird 3fache Mutter und fühlt sich doch immer innerlich leer. Über 30 Jahre später findet sie den Langgesuchten in Budapest, doch auch er ist verheiratet und hat 3 Kinder."
Mariannes Bücherecke
Donnerstag, 18. Juni 2026
Schimmel, Betty "Werden wir uns wiedersehen"
"Als Betty Schimmel (geboren 1929) 9 Jahre alt ist, endet ihre behütete Kindheit. Ihre jüdische Familie lebt auf der Flucht vor der Naziverfolgung, zuletzt in Budapest, wo sie 1944 mit dem Einmarsch der Deutschen ihr letztes Zuhause verliert. Am Leben hält sie trotz Krankheit und Entkräftung die Hoffnung, ihre Jugendliebe wiederzusehen. Doch die Hoffnung bleibt unerfüllt, der Geliebte verschollen. Mit gemischten Gefühlen geht sie eine Ehe ein, emigriert nach Amerika, wird 3fache Mutter und fühlt sich doch immer innerlich leer. Über 30 Jahre später findet sie den Langgesuchten in Budapest, doch auch er ist verheiratet und hat 3 Kinder."
Mittwoch, 17. Juni 2026
Pagnol, Marcel "Jean de Florette"
Dies war unsere Oktoberlektüre im Lesekreis, vorgeschlagen von unserem französischen Mitglied. Ein wirklich wertvoller Beitrag für unsere internationale Lesegruppe.
Ich habe den Film vor Jahren mit meinem Französisch-Konversationskurs gesehen und fand ihn recht interessant. Das Buch hat mir natürlich noch viel mehr Einblicke gegeben.
Es ist ein Buch über das Dorfleben und wie sehr die Dorfbewohner gegen jeden Neuankömmling zusammenhalten, wie sie fast wie Feinde behandelt werden, vielleicht sogar noch schlimmer. Ich habe das selbst erlebt und konnte mich daher sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, in der Jean Cadoret einen Bauernhof erbt, die anderen Dorfbewohner ihn aber nicht dort haben wollen und alles tun, um seinen Erfolg zu verhindern.
Wir hatten eine interessante Diskussion über die unterschiedlichen Lebensweisen auf dem Land und in der Stadt, über die Vorurteile der Bewohner des einen gegenüber dem anderen und über die Sprachunterschiede, die damals sicherlich eine Rolle spielten.
Wir haben auch darüber gesprochen, wie viele kleine Dinge zu etwas Größerem führen. Das Buch bietet viel Gesprächsstoff.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch weil es mir die Gelegenheit gab, mein Französisch anzuwenden. Ich habe die Originalfassung gelesen.
Wir haben das im Oktober 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.
Buchbeschreibung:
"Marcel Pagnol führt uns in eine Provence der rauen Sitten ein, wo der Zweck die Mittel heiligt. César und Ugolin akzeptieren nicht, dass Jean sich in ihrem Dorf niederlässt, und werden ihn um sein Hab und Gut bringen."
Dienstag, 16. Juni 2026
Roberts, Gregory David "Shantaram"
"Die Welt wird von einer Million böser Männer, zehn Millionen dummer Männer und hundert Millionen Feiglingen regiert."
Buchbeschreibung:
"Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen
Montag, 15. Juni 2026
Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois"
Das ist so ein wunderschönes Buch. Lasst euch von den über 800 Seiten nicht abschrecken, es lohnt sich absolut. Barack Obama hat es auf seiner Leseliste. Es ist ein Oprah-Buch und wurde auch von verschiedenen anderen Leselisten empfohlen und ausgezeichnet. Eine klare Empfehlung in jeder Hinsicht.
W.E.B. Du Bois, der Mann im Titel, war ein US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller, Historiker und panafrikanischer Bürgerrechtler (1868–1963) und der erste Afroamerikaner, der an der Harvard University promovierte. In diesem Buch wird er häufig erwähnt. Ich habe sein Buch "Die Seelen der Schwarzen" (The Souls of Black Folk) gelesen, eine sehr umfassende Studie über die schwarze Kultur in den Vereinigten Staaten. Dieser Roman trägt zu diesem Thema bei.
Die Geschichte dreht sich um Ailey Pearl Garfield, ein schwarzes Mädchen, geboren 1973, und ihre Vorfahren, deren Ursprünge bis in die 1740er Jahre zurückreichen. Sie hat sowohl schwarze als auch indigene Vorfahren, und deren Geschichte wird ausführlich beleuchtet. Sie muss sich mit den Problemen auseinandersetzen, mit denen viele Frauen, insbesondere schwarze Frauen, zu kämpfen haben. Sie ist eine starke Frau, doch ihr werden viele Hindernisse in den Weg gelegt. Und wir erfahren, wie ihre Vorfahren, vor allem die Frauen, diese Herausforderungen gemeistert haben.
Meine einzige Kritik betrifft nicht die Geschichte oder das Buch selbst. Am Anfang gibt es zwar einen Stammbaum, aber dieser ist mitunter recht verwirrend. Ein Diagramm oder eine Nummerierung der Verwandtschaftsverhältnisse wären hilfreich gewesen. So wie es präsentiert wird, muss man viel suchen, um mehr zu erfahren. Falls ihr es noch lesen wollt: Ein Diagramm steht auf Wikipedia.
Abgesehen davon war das Buch einfach fantastisch, episch.
Buchbeschreibung:
"Jeden Sommer reist Ailey Pearl Garfield nach Chicasetta, einem Provinzort in Georgia, wo die Familie ihrer Mutter seit über 200 Jahren lebt. Dank ihres Onkels Root kommt sie nach Routledge, einem historisch Schwarzen College, setzt sich mit dem großen Denker W.E.B. Du Bois auseinander, sucht ihren Platz in der Welt. Dazu muss Ailey die Geschichte ihrer Familie verstehen, vom Sklavenhandel in Westafrika bis zu den Rassenunruhen ihrer Zeit. Denn als Nachfahrin von Schwarzen, Indigenen und Weißen trägt sie das Erbe von Unterdrückung und Widerstand, Gefangenschaft und Selbstermächtigung in sich."
Samstag, 13. Juni 2026
Talshir, Anat "Über uns die Nacht"
Buchbeschreibung:
"Die Jüdin Lila begegnet dem arabischen Teehändler Elias zum ersten Mal am Vorabend der israelischen Staatsgründung in Jerusalem. Es ist der Beginn einer tiefen Liebe, die geheim bleiben muss. Als Krieg ausbricht, wird die Stadt durch eine Mauer geteilt, die die beiden fortan unüberwindbar voneinander trennt. Neunzehn Jahre wird es dauern, bis es wieder Hoffnung für Lila und Elias gibt. Doch kann ihre Liebe den Hass der beiden verfeindeten Kulturen, die Jahre der Trennung und der Sehnsucht überstehen?"
Freitag, 12. Juni 2026
Modick, Klaus "Bestseller"
Der Autor Lukas Domcik (natürlich erfunden vom Autor Klaus Modick) gibt sich als Esperanto-Übersetzer aus, damit er nicht dauernd auf seine Schriftstellerei angesprochen wird. Gut, dass ihm kein Esperanto-Sprecher begegnet ist. Wir brauchen nämlich keine Übersetzer, und wenn wir etwas für Nicht-Esperanto-Sprecher zu übersetzen haben, machen wir das selbst. Davon kann man nicht leben.
Zwischendrin erzählt er davon, dass heute doch jeder "Klotzkopf Englisch kann … die deutsche Sprache wird sowieso täglich englischer, und mir fiel mein alter Latein- und Griechischlehrer vom Gymnasium ein, der apodiktisch behauptet hatte, Englisch müsse ein Norddeutscher mit Lateinkenntnissen gar nicht lernen, weil Englisch lediglich eine Mischung aus Vulgärlatein und Plattdeutsch sei. Heute ist Englisch zu einer Mischung aus Vulgärlatein allen Sprachen der Welt verkommen - nur das Plattdeutsche ist dabei irgendwie auf der Strecke geblieben." Da soll Herr Modick sich mal ins Hinterland von Oldenburg begeben, da wird er sehr viele Leute finden (auch jüngere), die zwar Plattdeutsch, aber immer noch kein Englisch sprechen. Moin.
Noch ein Zitat! "Umberto Eco, unter allen postmodernen Schlaumeiern der ungekrönte König, ist einmal der Frage nachgegangen, was eigentlich selbst für intellektuell und ästhetisch belastbare Leute das Faszinierende an einem ästhetisch maximal mediokren Film wie Casablanca sei". Hier handelt es sich um den Essay "Casablanca oder die Klischees tanzen", 1958. Eco behauptet, "Die wilde, scheinbar unlogische Vermischung aller möglichen Klischees und Archetypen macht den Film zu einer Art Collage der westlichen Mythologie."
Buchbeschreibung:
"Klaus Modick erzählt die Geschichte des Schriftstellers Lukas Domcik, der aus einem Manuskriptfund Kapital schlagen will.
Tante Theas Erinnerungen an ihre Jugend in den Dreißiger- und Vierzigerjahren verpackt er als Roman und gibt Rachel, eine junge, fernsehtaugliche und von ihm begehrte Maskenbildnerin, als Autorin aus. Mit dieser unschlagbaren Kombination spekuliert er auf einen Weltbestseller. Doch im Rausch seiner Amour fou verliert Domcik schon bald die Übersicht - und die Fäden seiner attraktiven Marionette aus den Händen …
Eine pointierte Literaturbetriebssatire - und ein grandioses Lesevergnügen!"
Donnerstag, 11. Juni 2026
Levithan, David "Letztendlich sind wir dem Universum egal"
Es geht um jemanden, von dem wir wissen, dass er nicht existieren kann, aber die Idee ist einfach zu faszinierend, um sie nicht weiterzuverfolgen. Was wäre, wenn es körperlose Wesen gäbe, die von einem Menschen zum nächsten wechseln und dessen Leben nur einen Tag lang leben würden? Ein solches Wesen ist A, das zu Beginn des Buches 5994 Tage und am Ende 6034 Tage gelebt hat. Das heißt, wir begleiten es/sie/ihn vierzig Tage lang durch ein sehr kompliziertes Leben. Als Junge verliebt es/er sich in das Mädchen Rhiannon und versucht, sie wiederzusehen. Das verändert so manches Leben, das Leben der Teenager, in deren Körper er oder sie für diese Tage schlüpft. Wir lernen gemeinsam mit A viele verschiedene Menschen kennen und erleben, wie es/sie/er diese versteht, wie es/sie/er zwar nur für kurze Zeit in ihren Körpern lebt, aber sich dennoch so in sie hineinversetzen kann, als wäre er schon immer da gewesen.
"Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.
Offensichtlich gibt es dazu eine "Fortsetzung" mit dem Titel "Another Day" (Letztendlich geht es nur um dich), die auch "The Story of Rhiannon" genannt werden könnte, und eine "Vorgeschichte" mit dem Titel "Six Earlier Days" [keine deutsche Übersetzung], das von sechs früheren Tagen des Protagonisten A handelt.











