Brücken bauen – keine Mauern. Das ist die Botschaft dieses Buches.
Es verbindet meine Hauptinteressen: Geografie, Geschichte und Politik. Ich bin in einem Land aufgewachsen, das durch eine Mauer geteilt war, und obwohl ich auf der "freien" Seite dieser Mauer lebte, hatte sie enorme Auswirkungen auf unser aller Leben. Natürlich bin ich gegen all die Mauern, die in diesem Buch beschrieben werden.
Zugegeben, der Autor schildert viele der weltweiten Probleme auf rund 300 Seiten. Ich bezweifle, dass er ein vollständiges Bild mit allen Einzelheiten vermitteln will. Doch wer keine Ahnung von all den Mauern hat, die weltweit errichtet werden, und glaubt, die Mauer im eigenen Land sei die einzige, kann hier viel lernen.
Wie die Berliner Mauer gehen auch viele dieser Grenzbefestigungen auf ausländische Eingriffe zurück – sei es durch Kolonialherrschaft oder andere politische Umbrüche. Wir alle kennen die Chinesische Mauer, die Berliner Mauer, die Mauer zwischen den USA und Mexiko sowie die zwischen Israel und Palästina. Doch wie viele von uns haben schon von anderen Mauern im Nahen Osten oder in Afrika gehört? Oder davon, dass es in Afrika noch immer Mauern gibt? In Marokko zum Beispiel? Warum ist die Westsahara kein eigenständiger Staat? Warum gibt es in Belfast immer noch Mauern?
Tim Marshall zitiert zudem David Goodhart, der in seinem Buch "The Road to Somewhere" erklärt, dass sich die Menschen heute in "Anywheres" (Überall-Zuhause-Menschen) und "Somewheres" (Verwurzelte) unterteilen lassen. Während die "Anywheres" meist ihren Heimatort verlassen haben und nicht nur die Welt bereist, sondern auch im Ausland gelebt haben, wohnen die "Somewheres" in der Nähe ihres Geburtsortes und stehen Veränderungen weniger offen gegenüber. Ein interessantes Konzept. Da ich selbst schon in vier verschiedenen Ländern gelebt habe, gehöre ich definitiv zur ersten Gruppe.
Tim Marshall zitiert zudem David Goodhart, der in seinem Buch "The Road to Somewhere" erklärt, dass sich die Menschen heute in "Anywheres" (Überall-Zuhause-Menschen) und "Somewheres" (Verwurzelte) unterteilen lassen. Während die "Anywheres" meist ihren Heimatort verlassen haben und nicht nur die Welt bereist, sondern auch im Ausland gelebt haben, wohnen die "Somewheres" in der Nähe ihres Geburtsortes und stehen Veränderungen weniger offen gegenüber. Ein interessantes Konzept. Da ich selbst schon in vier verschiedenen Ländern gelebt habe, gehöre ich definitiv zur ersten Gruppe.
Jedem Kapitel sind ein Zitat über Freiheit und das Bild einer Mauer vorangestellt.
Hier sind meine beiden Lieblingszitate:
"Wähle eine Führungspersönlichkeit, die in den Bau von Brücken investiert, nicht von Mauern. In Bücher, nicht in Waffen. In Moral, nicht in Korruption." (Choose a leader who will invest in building bridges, not walls. Books, not weapons. Morality, not corruption.) Rise Up and Salute the Sun: The Writings of Suzy Kassem
"Die Kräfte, die uns vereinen, sind uns innewohnend und stärker als die von außen auferlegten Einflüsse, die uns trennen." (The forces that unite us are intrinsic and greater than the superimposed influences that keep us apart.) Kwame Nkrumah
Zudem finden sich in den Kapiteln zahlreiche Karten, die die Standorte der Mauern veranschaulichen.
Dies ist also ein großartiges Buch, das uns hilft, die Spaltungen in der heutigen Welt zu verstehen.
Dies ist also ein großartiges Buch, das uns hilft, die Spaltungen in der heutigen Welt zu verstehen.
Buchbeschreibung:
"Das Zeitalter der Mauern hat eben erst begonnen – der neue Bestseller von Tim Marshall
Ich möchte unbedingt auch die beiden anderen Bücher seiner Reihe "Politics of Place" (svw: Politik der Orte) lesen (sowie alle weiteren, die er zu diesen Themen künftig noch schreiben sollte):
"Die Macht der Geographie. Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt" (Prisoners of Geography: Ten Maps That Tell You Everything You Need to Know About Global Politics)
"Im Namen der Flagge. Die Macht politischer Symbole" (Worth Dying For: The Power and Politics of Flags)














