Dieses Buch stand schon lange auf der Wunschliste unseres deutschen Lesekreises, aber wir mussten erst warten, bis es als Taschenbuch erschien. Im August 2026 haben wir es endlich auf unsere Leseliste gesetzt.
Ich schreibe schon mein ganzes Leben lang Briefe, hatte Brieffreunde auf der ganzen Welt, und als ich anfing, Esperanto zu lernen, wurden es noch mehr. Daher hatte ich erwartet, dass dieses Buch perfekt für mich sein würde.
Ich hatte irgendwo gelesen, dass es eine Weile dauert, bis man sich in Sybils Leben eingelesen hat, und dem kann ich nur zustimmen. Ich kann nicht behaupten, dass mich die Geschichte von der ersten Seite an gefesselt hat.
Allerdings war ich nie eine so organisierte Briefschreiberin wie Sybil. Ich setze mich nicht jeden Morgen hin; ich beantworte erhaltene Briefe immer dann, wenn mir gerade danach ist. Ich glaube, der Empfänger bekommt so eine bessere Antwort, als wenn ich nur schreiben würde, weil ich gerade "muss". Und ich habe noch nie einem Autor geschrieben – vielleicht sollte ich das eines Tages mal tun.
Ich vernachlässige jedoch nicht die Menschen in meiner Umgebung; ich versuche, sie so oft wie möglich zu treffen. Sybil scheint eher der Typ Mensch zu sein, der nur Briefe schreibt. Was hätte ich meinen weit entfernt wohnenden Freunden zu erzählen, wenn ich kein "richtiges Leben" hätte?
Letztendlich hat mir das Buch zwar gefallen, aber nicht auf die Art, wie ich es erwartet hatte.
Wir hatten eine schöne Diskussion über diesen Roman. Wir sind alle Senioren und dachten, das sei wahrscheinlich einer der Gründe, warum uns das Buch so gut gefallen hat. Eine unserer Teilnehmerinnen erwähnte, dass ihre Tochter keinen Zugang zu dem Buch gefunden habe. Vielleicht ist da etwas dran.
Auf jeden Fall waren wir uns alle einig, dass wir etwas Zeit brauchten, um mit all den Charakteren warm zu werden. Und ja, es sind eine ganze Menge. Die deutsche Ausgabe enthielt am Ende eine Liste all ihrer Briefpartner – ein kleines "Who’s Who?". In unserer englischen Ausgabe fehlte diese Liste. Ich frage mich, warum? Wie ihr alle wisst, liebe ich Listen.
Ich habe allerdings online eine @ The Book Companion gefunden.
Und @ SuperSummary:
Und während ich danach suchte, entdeckte ich, dass eine Verfilmung mit Jane Fonda in der Rolle der Sybil Van Antwerp geplant ist.
In dem Roman werden unzählige Bücher erwähnt. Ich führe hier nur diejenigen auf, die ich selbst gelesen habe; die übrigen sind auf hier auf Goodreads zu finden.
Austen, Jane (deutsche Einträge) "Pride & Prejudice" (Stolz & Vorurteil) - 1813 (The Motherhood and Jane Austen)
Brontë, Emily (deutsch) "Wuthering Heights" (Sturmhöhe) - 1887
Du Maurier, Daphne "Rebecca" (Rebecca) - 1938
Gabaldon, Diana "Outlander" (UK: Cross Stich) (Feuer und Stein) - 1991
Hanff, Helene "84 Charing Cross Road" (84 Charing Cross Road) - 1970
Ishiguro, Kazuo "The Remains of the Day" (Was vom Tage übrigblieb) - 1989
Johnson, Adam "The Orphan Master's Son" (Das geraubte Leben des Waisen Jun Do) - 2012
Joyce, James "Ulysses" (Ulysses) - 1922
Rushdie, Salman (deutsche Beiträge) "The Satanic Verses" (Die Satanischen Verse) - 1988
Steinbeck, John (deutsche Einträge) "Travels with Charley" (Die Reise mit Charley) - 1962
Woolf, Virginia "To the Lighthouse" (Zum Leuchtturm) - 1927
Also, elf von vierzig Büchern. Aber vielleicht lese ich in Zukunft noch mehr.
Und ein Zitat, dem ich voll und ganz zustimme:
"… Ich mag Präsident Obama. Er ist ein hervorragender Redner, ich könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er das Telefonbuch vorliest."
Buchbeschreibung:
"Adoptivtochter und Starjuristin, Gartenliebhaberin und Ehefrau, Mutter und mütterliche Freundin – die 73jährige Sybil van Antwerp hatte schon viele Rollen inne in ihrem bewegten Leben. Eines hat sie dabei stets begleitet: ihre Leidenschaft fürs Briefeschreiben. Jeden Tag greift sie zu Füller und Papier und schreibt darüber, was sie bewegt und stört, was sie begeistert und betrauert. Voller geistreichem Humor und mitunter etwas ruppiger Herzlichkeit berichtet sie von Schicksalsschlägen und Glücksmomenten, von Liebe und Triumph. Doch jenseits dieser Seiten hat Sybil die Menschen, die ihr etwas bedeuten, stets auf Abstand gehalten. Bis ein anonymes Schreiben sie zwingt, sich mit ihren eigenen Fehlern auseinanderzusetzen – und sich dem einen großen Geheimnis zu stellen, das ihr Leben geprägt hat. Denn für ein Postscriptum ist es nie zu spät.
Ein ebenso bewegender wie tiefgründiger Briefroman mit einer etwas kratzbürstigen Heldin und großen Themen – für alle Fans von Elizabeth Strouts unnachahmlicher Protagonistin Olive Kitteridge.
Ein Juwel von einem Roman über die Kraft, Trost in der Literatur zu finden und eine Verbindung zu Menschen zu knüpfen, denen wir vielleicht nie persönlich begegnen."




















