Mittwoch, 15. Juli 2026

Aciman, Alexander; Rensin, Emmett "Twitteratur"

Aciman, Alexander; Rensin, Emmett "Twitteratur: Weltliteratur In 140 Zeichen" (Englisch: Twitterature: The World's Greatest Books Retold Through Twitter) - 2009

Ein interessantes Konzept. Alle Klassiker im Twitter-Format lesen.

Die Idee ist ganz nett, aber das Buch selbst … sagen wir mal so: "Da ist noch Luft nach oben."

Zuallererst würde ich keine der Beschreibungen der Bücher lesen, die ich noch nicht kenne. Sie verraten nicht nur das Ende, sondern geben auch kaum Aufschluss darüber. Sie können witzig sein, wenn man das Buch schon kennt, aber das trifft nicht auf alle zu. Es sind definitiv keine Zusammenfassungen. Ein nettes kleines Buch für zwischendurch, wenn man mal eine Minute Zeit hat.

Buchbeschreibung:

"Twitter und Weltliteratur - passt das zusammen? Den Beweis dafür treten Alexander Aciman und Emmett Rensin an, die den Versuch wagen, über 70 große Werke im Twitter-Format neu zu erzählen. Von Beowulf bis Frankenstein, von Homer bis Oscar Wilde und von Kafka bis Kerouac: Verpackt in 140-Zeichen-Tweets lässt sich Literaturgeschichte überraschend zeitsparend genießen. Und nebenbei machen die witzigen Neuinterpretationen Lust darauf, den einen oder anderen Klassiker mal wieder in die Hand zu nehmen. Ein Geschenk nicht nur für Twitter-Fans!"

Einige Beispiele:
Aus Hamlet: "Was zum Teufel macht Polonius hinter dem Vorhang???"
Aus Dantes Inferno: "Ich hab 'ne Midlife-Crisis. Verloren im Wald. Hätte ich doch mein iPhone mitgenommen."
Aus Ödipus: "Party in Theben!!! Keinen interessiert's, dass ich den Alten umgebracht hab, und außerdem hängt mir diese Frau total am Hals. Volle MILF."
Aus Paradise Lost: "Oh mein Gott, ich bin in der Hölle."

Zu Twitterature gehörende Werke
Milton, John "Das verlorene Paradies" (Paradise Lost)
Kafka, Franz "Die Verwandlung" (The Metamorphosis)
Sophokles "König Ödipus" (Oedipus the King/Οἰδίπους Τύραννος Oidípous Týrannos)
Lord Byron, George "Childe Harold's Pilgerfahrt" (Childe Harold's Pilgrimage)
Stendhal "Rot und Schwarz" (The Red and the Black/Le Rouge et le Noir)
Shakespeare, William "Macbeth" (Macbeth)
Fitzgerald, F. Scott "Der große Gatsby" (The Great Gatsby)
Homer "Ilias" (The Iliad)
Shakespeare, William "Hamlet" (Hamlet)
Gogol, Nikolai "Gogols Mantel" (The Overcoat)
Hemingway, Ernest "Der alte Mann und das Meer" (The Old Man and the Sea)
Alighieri, Dante "Hölle" aus "Die göttliche Komödie" (The Inferno "The Divine Comedy")
Lermontov, Michail "Ein Held unserer Zeit" (A Hero of Our Time)
Unknown "Beowulf" (Beowulf)
Voltaire "Candide oder der Optimismus" (Candide/Candide ou l'optimisme)
Marlowe, Christopher "Doktor Faustus" (Doctor Faustus)
Austen, Jane "Emma" (Emma)
Dickens, Charles "Große Erwartungen" (Great Expectations)
Conrad, Joseph "Herz der Finsternis" (Heart of Darkness)
Shakespeare, William "König Lear" (King Lear)
Aristophanes "Lysistrate" (Lysistrata)
Capote, Truman "Kaltblütig" (In Cold Blood)
Euripides "Medea" (Medea)
Orwell, George "1984" (Nineteen Eighty-Four)
Kerouac, Jack "Unterwegs" (On the Road)
Dostoevskij, Fjodor "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" (Notes from the Underground)
Defoe, Daniel "Robinson Crusoe" (Robinson Crusoe)
Shakespeare, William "Romeo und Julia" (Romeo and Juliet)
Tolstoi, Leo "Anna Karenina" (Anna Karenina)
Conan Doyle, Arthur "Sherlock Holmes" (Sherlock Holmes)
Pushkin, Alexander ""Eugen Onegin" (Eugene Onegin)
Unknown "Gilgamesch-Epos" (The Epic of Gilgamesh)
Homer "Die Odyssee" (The Odyssey)
Wilde, Oscar "Das Bildnis des Doran Gray" (The Picture of Dorian Gray)
Goethe, Johann Wolfgang von "Die Leiden des jungen Werther" (The Sorrows of Young Werther)
Sterne, Laurence "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" (The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman)
Sacher-Masoch, Leopold von "Venus im Pelz" (Venus in Furs)
Woolf, Virginia "Mrs. Dalloway" (Mrs. Dalloway)
Dostoevskij, Fyodor "Schuld und Sühne" (Crime and Punishment/Преступление и наказание)
Brontë, Emily "Sturmhöhe" (Wuthering Heights)
Swift, Jonathan "Gullivers Reisen" (Gulliver's Travels)
Austen, Jane "Stolz und Vorurteil" (Pride & Prejudice)
Pearl Poet "Sir Gawain und der grüne Ritter" (Sir Gawain and the Green Knight)
Twain, Mark "Die Abenteuer von Huckleberry Finn" (The Adventures of Huckleberry Finn)
Shelley, Mary "Frankenstein" (Frankenstein)
Proust, Marcel "Eine Liebe Swanns" (Swann's Way/Du côté de chez Swann)
Vergil "Aneis" (The Aeneid/Aneas)
Radiguet, Raymond "Den Teufel im Leib" (The Devil in the Flesh/Le Diable au Corps)
Stoker, Bram "Dracula" (Dracula)
Tayler Coleridge, Samuel "Ballade vom alten Seemann" (The Rime of the Ancient Mariner)
Lawrence, D.H. "Lady Chatterley" (Lady Chatterley's Lover)
Dumas, Alexandre "Die drei Musketiere" (The Three Musketeers)
Melville, Herman "Moby Dick" (Moby-Dick)
Cervantes, Miguel de "Don Quijote von der Mancha" (Don Quixote/El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha)
Chaucer, Geoffrey "Canterbury Tales" (The Canterbury Tales)

Others in other books:
All the Pretty Horses (All die schönen Pferde), 
Cormac McCarthy
All Quiet on the Western Front (Im Westen nichts Neues), Erich Maria Remarque
The Catcher in the Rye (Der Fänger im Roggen), J. D. Salinger
The Crying of Lot 49 (Die Versteigerung von No. 49), Thomas Pynchon
The Da Vinci Code (Sakrileg), Dan Brown
Ender's Game (Das große Spiel), Orson Scott Card
Harry Potter (1–7) (Harry Potter), J. K. Rowling
The Hobbit (Der kleine Hobbit), J. R. R. Tolkien
Lolita (Lolita), Vladimir Nabokov
Of Mice and Men (Von Mäusen und Menschen), John Steinbeck
A Portrait of the Artist as a Young Man (Ein Porträt des Künstlers als junger Mann), James Joyce
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, The Beatles
Slaughterhouse Five (Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug), Kurt Vonnegut
The Sound and the Fury (Schall und Wahn), William Faulkner
The Story of My Life (Die Geschichte meines Lebens) Helen Keller
The Stranger (Der Fremde/L'Étranger), Albert Camus
To Kill a Mockingbird (Wer die Nachtigall stört), Harper Lee
Twilight (Bi(s)), Stephenie Meyer
Ulysses (Ulysses), James Joyce
Waiting for Godot (Warten auf Godot) Samuel Beckett
The Wall (Die Maurer/Le Mur), Jean-Paul Sartre
The Waste Land (Das wüste Land), T. S. Eliot

Dienstag, 14. Juli 2026

Waters, Sarah "Die Frauen von London"

Waters, Sarah "Die Frauen von London" (Englisch: The Night Watch) - 2006

Obwohl mir die Idee, die Geschichte rückwärts zu erzählen, gefiel, fehlte immer etwas. Nachdem der erste Teil 1947 endete, springt die Geschichte ohne richtigen Abschluss zurück ins Jahr 1944. Dasselbe passiert dann zwischen 1944 und 1941. Ich hatte am Ende ein richtiges "Ende" erwartet, einen Abschlss, aber nein, über die Zukunft der Protagonisten erfährt man nichts. Ja, es gibt eine Geschichte, deren Lösung man gerne wüsste, ein Mysterium, das alle Figuren zu betreffen scheint und sich gegen Ende aufklärt, aber man weiß nicht, was danach passiert. Das Ende von 1947 markiert das Ende der Geschichte von Kay, Helen, Viv und Duncan, ohne dass wir erfahren, was danach mit ihnen geschieht. Es wirkt fast so, als gäbe es gar keine Geschichte, was das Lesen etwas langweilig macht.

Warum also hat die Autorin diese Erzählweise gewählt? Wollte sie die Geschichte vielleicht interessanter gestalten, etwas Neues ausprobieren? Mir hat es nicht gefallen. Die Figuren blieben gesichtslos, die Geschichten fade. Ich bezweifle, dass ich so schnell wieder ein Buch von Sarah Waters lesen werde.

Buchbeschreibung:

"London 1947: Viv und Helen arbeiten in einer Partnervermittlungsagentur. Julia kann sich wieder dem Bücherschreiben widmen. Auch Vivs Bruder Duncan, der während des Krieges im Gefängnis saß, scheint seinen Platz im Leben zu finden. Nur Kay, die in den Bombennächten einen Krankenwagen fuhr und bewundernswerten Mut bewies, hat mit ihrer Liebe auch ihre Aufgabe verloren. Der Alltag der fünf jungen Londoner war bestimmt von der täglichen Angst ums Überleben. So ließen sie sich auf verbotene Liaisons und sexuelle Abenteuer ein. Liebe, Leidenschaft und Verrat von damals wirken fort bis in ihre Gegenwart. hinten: Wir lieben nie die Personen, die wir lieben sollten

Sarah Waters, Senkrechtstarterin der englischen Literaturszene und Bestsellerautorin, schildert das Schicksal von vier selbstbewußten Frauen und einem jungen Mann im London des Zweiten Weltkriegs und in den ersten Jahren danach. In einer Zeit, in der das Leben durcheinandergeriet, war ihr Alltag geprägt von verbotenen Liaisons und sexuellen Abenteuern, die sie bis heute auf geheimnisvolle Weise verbinden. 'Die Frauen von London' stand auf der Shortlist für den Bookerprize.

Montag, 13. Juli 2026

Mitchell, David "Wolkenatlas"

Mitchell, David "Wolkenatlas" (Englisch: Cloud Atlas) - 2004

Ein interessantes Buch. Ganz anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Eine Mischung aus einigen Genres, die ich mag, und anderen, die mir weniger zusagen. Stellt euch vor, Robert Louis Stevenson, Daniel Defoe, die Brontë-Schwestern, George Eliot, Michael Crighton, Graham Greene, Aldous Huxley, Ray Bradbury, H.G. Wells, George Orwell, Douglas Adams und Margaret Atwood hätten sich zusammengetan, um eine einzige, durchgehende Geschichte zu schreiben, die von einer ihrer Epochen und Genres in die nächste springt. So ungefähr sähe das Ergebnis aus. Wirklich sehr interessant und schwer zu beschreiben.

Es ist fast wie mehrere Kurzgeschichten in einem Buch, nur dass sie zusammengehören. Das ähnlichste Buch, das ich je gelesen habe, ist wohl "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino, obwohl es doch eine ganz andere Geschichte ist.

Man muss schon dystopische Literatur mögen, sonst ist dieses Buch vielleicht nichts für einen. Davon abgesehen ist der Schreibstil aber wirklich fesselnd. Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit, man lernt die Protagonisten und ihre Schicksale kennen, bewegt sich in die Zukunft und kehrt dann zurück, um das Ende der verschiedenen Handlungsstränge zu erleben. Kurz gesagt: absolut faszinierend.

Buchbeschreibung:

"Sechs Lebenswege, die sich unmöglich kreuzen können: darunter ein amerikanischer Anwalt, der um 1850 Ozeanien erforscht, ein britischer Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht, und ein koreanischer Klon, der in der Zukunft wegen des Verbrechens angeklagt wird, ein Mensch sein zu wollen. Und dennoch sind diese Geschichten miteinander verwoben. Mitchells originelle Menschheitsgeschichte katapultiert den Leser durch Räume, Zeiten, Genres und Erzählstile und liest sich dabei so leicht und fesselnd wie ein Abenteuerroman."

Samstag, 11. Juli 2026

McKinley, Tamara "Träume jenseits des Meeres"

McKinley, Tamara "Träume jenseits des Meeres" (Englisch: Lands Beyond the Sea) - 2007

Ich würde diesen Roman unter "Catherine Cookson mit einem Hauch Australien" einordnen. Mir ist da einfach zu viel "Herr liebt arme Frau, arme Frau liebt Herrn, aber sie können nicht zusammenkommen". Die Geschichten der Sträflinge wurden in anderen Büchern (Capricornia - Capricornia, Englische PassagiereEnglish Passengers, Das Freudenschiff - The Floating Brothel, LebenslänglichFor the Term of His Natural Life, Der verborgene Fluss - The Secret River) viel besser erzählt.

Die Geschichte über die Sträflinge hätte gut sein können, wenn da nicht all diese Klischees der "Frauenliteratur" drin gewesen wären. Und ich hätte das Buch vielleicht genossen, wenn es nicht so eine seichte Lektüre gewesen wäre. Nicht mein Fall, muss ich leider sagen.

Ich habe gelesen, dass dies der erste Band einer Reihe ist. Ich bezweifle, dass ich die folgenden Bände lesen werde.

Buchbeschreibung:

"Im Jahr 1768 nimmt James Cook Kurs auf Tahiti, begleitet von dem jungen Lord Jonathan, der seine Liebste Susan in Cornwall mit einem Eheversprechen zurücklässt. Da das Schiff in Seenot gerät, landet die Mannschaft in Australien, wo sie nur mit Hilfe der Aborigines überlebt. Als Jonathan nach einer abenteuerlichen Reise endlich heimkehrt, hat er bereits einen Sohn mit einer Eingeborenen. Aber auch Susan hat das Treuegelübde gebrochen und aus Not einen anderen geheiratet. Noch ahnt sie nicht, dass diese verlorene Liebe auch sie über das Meer führen und sie und ihre Familie dramatisch verändern wird. Fesselnd erzählt Tamara McKinley von Menschen aus verschiedenen Kulturen, die Neues wagen und ihre Träume nicht aufgeben möchten. Sie zieht uns hinein in die Mythen und Riten geheimnisvoller Welten und lässt die Epoche der Entdecker in persönlichen Schicksalen lebendig werden."

Herbert, Xavier "Capricornia"

Herbert, Xavier "Capricornia. Die paradiesische Hölle" (Englisch: Capricornia) - 1938

Dieses Buch wurde mir von meinen australischen Freunden als Klassiker ihres Landes empfohlen. Es war zwar keine leichte Lektüre, aber ich war nicht enttäuscht. Der Autor beschreibt darin das Leben im australischen Norden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er erzählt vom Leben der weißen Siedler und der Aborigines, die schon seit Urzeiten auf diesem Kontinent lebten, vom neuen Leben, das durch die Vermischung beider Gruppen entstand – den "Mischlingen", den sogenannten "Yeller Fellers" (gelbe Typen) und den "Quadroons" – und den Problemen, die sich aus dieser Vermischung ergaben. Ich habe nie verstanden, wie man eine Rasse für besser als die andere halten und gleichzeitig diejenigen, die beide Rassen in sich tragen, in verschiedene Kategorien einteilen kann. Wenn man beispielsweise einen asiatischen Elternteil zwischen den "weißen" und "schwarzen" Eltern hat, ist man besser als diejenigen mit mehr "schwarzen" Vorfahren, aber immer noch schlechter als diejenigen mit mehr "weißen" Vorfahren usw. Das erscheint mir unglaublich, und ich will es gar nicht verstehen.

Ein großartiger Einblick in einen Kontinent, den ich heute kaum kenne, geschweige denn vor hundert Jahren. Ich habe ein paar Freunde in Australien, und mein Sohn hat sechs Monate dort verbracht, aber das hat mir nicht viel über deren Geschichte beigebracht. Dieses Buch hingegen schon. Eine informative, fesselnde und berührende Geschichte.

Es muss ein ziemlich schockierendes Buch gewesen sein, als es 1938 erschien, so nah an den Ereignissen. Ich schätze, viele dachten damals noch so. Der Autor wurde sogar zum "Beschützer der Aborigines" ernannt – das sagt wohl alles.

Viele Bücher, die ich über Australien gelesen habe, handelten eher von den Sträflingen, die zur Einwanderung nach Australien gezwungen wurden. Dieses Buch spielt später und erzählt daher die Fortsetzung dieser Geschichte.

Ach ja, und ich fand auch die Namen der Figuren toll, fast wie bei Charles Dickens. Viele sind nach ihrem Beruf oder einer ihrer Charakterschwächen benannt. Der Bestatter heißt Joe Crowe, Mr. Bigtit ist ein wichtiger Anwalt, O'Crimnell und O'Theef sind Polizisten usw. Ziemlich witzig. Das zeigt, dass der Roman auch voller Humor ist.

Eine lohnende Lektüre. Wer sich für Australien interessiert, sollte ihn unbedingt lesen. Er inspirierte Baz Luhrmann offenbar zu seinem Film "Australia", den ich ebenfalls sehr empfehlen kann, obwohl die Geschichte einen völlig anderen Hintergrund hat und zeitlich etwas später spielt.

Buchbeschreibung:

"Eine fesselnde Erzählung über die Herausforderungen des Lebens in Capricornia, Australien, durch die Linse von Imperialismus und kolonialer Geschichte"

Freitag, 10. Juli 2026

Moran, Caitlin "How to be a woman: Wie ich lernte, eine Frau zu sein"

Moran, Caitlin "How to be a woman: Wie ich lernte, eine Frau zu sein" (Englisch: How to be a Woman) - 2011

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir diese Art von Selbsthilfebüchern für Frauen nicht gefällt, besonders wenn sie versuchen, witzig und "cool" zu sein.

Ähnlich wie "All About Love: New Visions" von Bell Hooks war auch dieses Buch eines der Empfehlungen in der Goodreads-Gruppe "Our Shared Shelf" von Emma Watson. Bis zu diesem Buch waren zwei von vier Büchern gut.

Caitlin Moran ist eine ganz andere Autorin. Sie versucht sich an Humor, schreibt ein bisschen Frauenliteratur, wie eine Kolumne in einer Frauenzeitschrift. Vielleicht ganz nett zu lesen, wenn man beim Arzt auf den Termin wartet und nichts anderes zu lesen hat. Was mir nie passiert, weil ich nie ohne Buch zu einem Termin gehe. Aber auch das ist nicht mein Fall.

Buchbeschreibung:

"Es ist verdammt schwer, eine Frau zu sein. Caitlin Moran kann ein Lied davon singen. Als Teenager kämpfte sie mit unförmigen Damenbinden, rostigen Nassrasierern und schlechten Pornos, als Erwachsene scheitert sie grandios am Ideal der modernen Frau. Die ist schön und schlank, hat Kind und Karriere und ist natürlich immer komplett epiliert. Blödsinn, meint Caitlin Moran. Wir dürfen fett, faul und behaart sein. Hauptsache, wir haben Spaß, einen tragfähigen BH und die gleichen Rechte wie Männer. Alles, was ein Mann tun kann, darf eine Frau auch. Und gerne mit den Männern zusammen – denn Feminismus ohne Männer ist todlangweilig."

Donnerstag, 9. Juli 2026

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo"

Cousins, Dave "Warten auf Gonzo" (Englisch: Waiting for Gonzo) - 2013

Eine Freundin lieh mir zwei Bücher dieses Autors. Dieses hier und "Fünfzehn kopflose Tage" (15 Days without a Head).

Da das andere älter ist, las ich es zuerst. Dort schrieb ich:

"Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch." 

Und das Gleiche kann ich auch von diesem hier behaupten. Nach einem etwas schleppenden Start, bei dem ich dachte, das wird nicht dasselbe sein, war ich nach ein paar Kapiteln richtig gefesselt. Oz ist ein Junge, so typisch, wie man sich einen Jungen eben vorstellt. (Ich kann das beurteilen, ich habe drei jüngere Brüder und zwei Söhne.) Er stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste, nichts scheint ihm zu gelingen. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und ist so liebenswert wie die meisten Jungen.

Es erzählt uns alles über Freundschaft und über die besondere Bindung zwischen Geschwistern, selbst wenn sie sich ständig streiten.

Ein absolut lesenswertes Buch.

Buchbeschreibung:

"Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlos sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen – auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel – doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird …"