Samstag, 12. September 2026

Mayle, Peter "Mein Jahr in der Provence"

Mayle, Peter "Mein Jahr in der Provence" (Englisch: A Year in Provence) - 1989

Ich habe schon etliche Bücher von Menschen gelesen, die ihre Heimat (vorwiegend England) verlassen haben, um sich anderswo (hauptsächlich in Südeuropa – Frankreich, Spanien, Italien) niederzulassen.

Meine Favoriten darunter sind die "Der Olivenhain. Liebe in der Provence"-Reihe (The Olive Series) von Carol Drinkwater und "Unter den Zitronenbäumen" (Driving Over Lemons) von Chris Stewart (ehemaliger Genesis-Schlagzeuger).

Ich bin allerdings auch auf weniger gelungene Exemplare gestoßen, und mit der Zeit wiederholen sich die Inhalte ein wenig. Eine Freundin erzählte mir jedoch, sie habe alle Bücher von Peter Mayle über sein Leben in der Provence gelesen und fand sie urkomisch; also beschloss ich, es auch einmal damit zu versuchen.

Das Buch hat mir gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie die bereits erwähnten Werke. Der Autor besitzt Humor, und seine Geschichten über die französischen Nachbarn, die Handwerker und das Essen sind durchaus interessant. Wer diese Art von Büchern mag, sollte es lesen. Er hat zwar noch weitere Bücher über sein Leben in der Provence geschrieben, aber da ich schon so viele Bücher dieses Genres gelesen habe, werde ich ihn und seine Frau nicht weiter auf ihrem Weg begleiten.

Buchbeschreibung:

"Ein charmanter und humorvoller Blick auf das Leben in der Provence, als ein Brite beschließt, seinen Traum zu verwirklichen.

In Mein Jahr in der Provence erzählt Peter Mayle von seinem Abenteuer, als er beschließt, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und in die malerische Provence zu ziehen. Doch das erste Jahr in der neuen Heimat bringt so manche Herausforderung mit sich. Nicht nur die Sprache, sondern auch die französische Lebensart sorgen immer wieder für amüsante Missverständnisse und Überraschungen.

Der Duft von Lavendel und der Geschmack von gutem Wein

Mit viel Charme und Humor schildert Mayle seine Erlebnisse, die kulinarischen Genüsse und die Eigenheiten der Einheimischen. Eine wahre Geschichte, die Lust macht, die Provence mit ihren malerischen Landschaften, dem köstlichen Wein und der einzigartigen Küche selbst zu entdecken. Ein im wahrsten Sinne des Wortes köstliches Buch, durchzogen vom Duft von Jasmin und Lavendel, von Olivenöl, Knoblauch und gutem Wein. Ein unterhaltsamer Einblick in das Leben eines Auswanderers, der seinen Traum lebt."

Mayes, Frances "Unter der Sonne der Toskana"

Mayes, Frances "Unter der Sonne der Toskana: Das Leben bietet dir tausend Chancen ... - Du mußt sie nur wahrnehmen" auch "Das Paradies heißt Bramasole. Eine Liebeserklärung an die Toskana" (Englisch: Under the Tuscan Sun) - 1996

Ich habe ähnliche Bücher von Menschen gelesen und genossen, die ihre (meist europäische) Heimat verließen, um sich im Süden niederzulassen. Selten hatte ich das Gefühl, dass die Person auf die Menschen in ihrer neuen Heimat herabblickte. Dieses Gefühl hatte ich hier. Es gefiel mir überhaupt nicht und ich habe es deshalb nicht zu Ende gelesen – und das kommt sehr selten vor.

Der Roman "Swan" der Autorin hat mir allerdings gut gefallen. Er wurde leider nicht ins Deutsche übersetzt.

Buchbeschreibung:

"Es ist Liebe auf den ersten Blick, als die amerikanische Reiseschriftstellerin Frances Mayes und ihr Lebensgefährte Ed im Sommer 1990 Bramasole besichtigen, ein kleines Haus in den Hügeln nahe der Etruskerstadt Cortona. Doch von einer toskanischen Idylle sind die beiden noch weit entfernt: Bis das Geld zusammengekratzt, die ersten Erfahrungen mit der italienischen Bürokratie gemacht und einige Handwerker als Schlitzohren enttarnt sind, vergehen Wochen. Doch die Mühen lohnen sich: Irgendwann können sich die beiden den angenehmeren Seiten des Lebens zuwenden. Für die leidenschaftliche Köchin Frances ist das vor allem die toskanische Küche, aber es bleibt auch immer genügend Zeit für kleine Ausflüge in die Umgebung, in der es so vieles zu entdecken gibt: romantische Straßen, liebliche Landschaften, alte Städte, herrliche Märkte und, nicht zu vergessen, die Italiener selbst mit all ihrer sprichwörtlichen Gastfreundschaft und Wärme. Das erste Essen an einem langen Tisch im Garten, die erste Flasche Öl von den eigenen Olivenbäumen, das erste italienische Weihnachten. Mit ihren Schilderungen und ihren Rezepten nimmt Frances Mayes den Leser mit auf eine Reise durch ihr toskanisches Jahr, und in einem wird er ihr mit Sicherheit zustimmen: Das Paradies liegt in Bramasole."

Drinkwater, Carol "Der Olivenhain"

Drinkwater, Carol "Der Olivenhain. Liebe in der Provence" (Englisch: The Olive Series) - 2001

Ich habe nur die ersten drei Bände der Reihe gelesen, aber sie haben mir sehr gut gefallen. Vielleicht bin ich zufällig auf den ersten gestoßen, weil mir die Autorin bekannt vorkam. Ja, sie ist Helen Herriot, James Herriots Frau in der Fernsehserie "Der Doktor und das liebe Vieh" (All Creatures Great and Small). Sie hat ein arbeitsreiches Leben als Schauspielerin, aber das schien ihr nicht genug zu sein. Sie heiratete Michel, einen französischen Fernsehproduzenten, und gemeinsam kauften sie eine Olivenfarm in der Provence. Viele Nordeuropäer und US-Amerikaner haben das schon getan und darüber geschrieben. Besonders gut gefiel mir Chris Stewarts Geschichte "Unter den Zitronenbäumen" (Driving over Lemons), aber Helen Stevensons "Instruction for Vistors" oder Frances Mayes' "Unter der Sonne der Toskana" (Under the Tuscan Sun) haben mich nicht so sehr beeindruckt.

Dies ist jedoch eine wunderschöne Geschichte, in der Carol Drinkwater über ihre Liebe zu ihrem Mann und ihre gemeinsame Liebe zur Olivenfarm spricht, über die Arbeit, die ein solches Abenteuer mit sich bringt, und über die Vorteile. Sie beschreibt wunderbar sowohl die Landschaft und ihre Menschen als auch die Aktivitäten, die dort stattfinden. Es überrascht mich nicht, dass sie inzwischen sieben Bände der Reihe veröffentlicht hat. Die Lektüre ihres Buches kommt mir vor wie ein Urlaub in Südfrankreich. Ich fand es toll.

Buchbeschreibung:

"Carol Drinkwater erzählt uns von den zwei großen Leidenschaften ihres Lebens: Von Michel, dem französischen Filmproduzenten, und von 'Apassionata', einer verlassenen Olivenfarm, in die sich Carol und Michel unter dem weiten Himmel Frankreichs verlieben."

Hier sind die Titel der englischen Serie, von denen leider nur dieses übersetzt wurde:
The Olive Farm: A Memoir of Life, Love and Olive Oil in the South of France - 2001
The Olive Season: Amour, a New Life and Olives Too - 2003
The Olive Harvest: A Memoir of Love, Life and Olives in the South of France - 2004
The Illustrated Olive Farm - 2005
The Olive Route: A Personal Journey to the Heart of the Mediterranean - 2007
The Olive Tree: A Personal Journey Through Mediterranean Olive Groves - 2008
Return To the Olive Farm - 2010

Freitag, 11. September 2026

Donaldson, Julia "Der Grüffelo"

Donaldson, Julia "Der Grüffelo" (Englisch: The Gruffalo) - 1999

Ein fröhliches Buch. Ein lustiges Buch. Ein Buch über ein Tier, das gar nicht existiert – und das deshalb zwar schreckliche Krallen und ein schreckliches Maul haben mag, einem aber keine Angst einjagen kann, weil es eben ... nicht existiert.

Bei uns zu Hause war dieses Buch ein absoluter Liebling, als die Jungs noch klein waren. Es erinnert an ein Märchen, ist aber eine moderne Bilderbuchgeschichte. Wunderschöne Illustrationen, eine lustige und doch einfache Geschichte; nicht ganz so kurz wie manche anderen Pappbilderbücher – schon ein Buch für "große Kinder", aber bei Kindern jeden Alters gleichermaßen beliebt. Es ist in Reimen verfasst, sodass man den Rhythmus fast mitsingen kann; vor allem aber kann man herrlich mitknurren und -tönen und all die Tiergeräusche aus dem Wald nachahmen.

Einfach bezaubernd.

Buchbeschreibung:

"Die kleine Maus überlistet den großen Grüffelo überlistet. Der große Wald ist voller Gefahren. Da ist es gut, wenn man einen starken Freund hat. Und wenn man keinen hat, muss man einen erfinden. Die kleine Maus droht jedem, der sie fressen will, mit dem schrecklichen Grüffelo. Dabei gibt's Grüffelos gar nicht. Doch dann taucht er plötzlich wirklich auf, und sein Lieblingsschmaus ist Butterbrot mit kleiner Maus. Aber was eine clevere Maus ist, die lehrt auch einen Grüffelo das Fürchten."

Ich habe gesehen, dass es auch eine schottische Ausgabe gibt. Das dürfte lustig sein.

Donnerstag, 10. September 2026

Kross, Jaan " Professor Martens Abreise"

Kross, Jaan " Professor Martens Abreise" (Estnisch: Professor Martensi ärasõit) - Professor Martens' Departure - 1984

Ich hatte mir vorgenommen, für mein Projekt "Die Welt durch Bücher bereisen" (Travel the World Through Books) ein Buch über Estland zu lesen.

Dabei stieß ich auf ein Buch über Estland, das die Geschichte anhand des Lebens von Friedrich Fromhold Martens erzählt – einem estnischen Diplomaten im Dienste des russischen Zaren. Es steckt voller Geschichte. Professor Martens verfasste zahlreiche Werke zum Völkerrecht und war maßgeblich an der Etablierung dessen beteiligt, was wir heute als Völkerrecht bezeichnen. Er gehörte zu den Politikern, die nach dem Ende des Russisch-Japanischen Krieges verhandelten; es kursierte sogar die (falsche) Meldung, er habe den Friedensnobelpreis erhalten – eine Auszeichnung, die er zweifellos verdient hätte. Dennoch wurde er mit diversen anderen Preisen und Ehrentiteln geehrt. Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählt die Gründung des Weltgerichtshofs in Den Haag.

Obwohl das Werk als Roman deklariert ist, liest es sich wie eine Biografie – und es ist wahrscheinlich historisch akkurater als viele Bücher, die diesen Anspruch tatsächlich erheben. Schon nach kurzer Lektüre verspürt man den Wunsch, mehr über diese Persönlichkeit zu erfahren und zu wissen, ob er tatsächlich so war, wie er im Buch geschildert wird. Das Internet ist voll von Artikeln über ihn. Auch das Buch selbst ist reich an Details und erzählt die faszinierende Lebensgeschichte eines Mannes aus einer Region, über die wir noch immer viel zu wenig wissen.

Buchbeschreibung:

"Estland zu Beginn dieses Jahrhunderts: Professor Martens fährt nach Petersburg. Unterwegs läßt er noch einmal sein Leben an sich vorüberziehen. Es ist, von außen gesehen, eine steile Karriere, vom Sohn eines Flickschneiders zum international angesehenen Diplomaten. Doch als er auf den inneren Konflikt zwischen politischem Opportunismus und persönlicher Integrität stößt, weicht sein Stolz der Todesangst. In diesem historischen Roman voller politischer Brisanz stellt Jaan Kross die Frage nach der Mittäterschaft unter einem autoritären Regime."

Mittwoch, 9. September 2026

Boom, Corrie ten "Die Zuflucht

Boom, Corrie ten with Sherrill, John and Elizabeth "Die Zuflucht: Corrie ten Boom erzählt aus ihrem Leben 1892-1945" (Niederländisch: De Schuilplaats) - The Hiding Place. The Triumphant Story of Corrie Ten Boom - 1972

Wenn ihr Anne Franks "Tagebuch" gelesen haben, solltet ihr auch dieses Buch lesen. Es erzählt die Geschichte einer Familie, die Menschen wie die Familie Frank versteckte, und schildert, was ihnen widerfuhr.

Wie jemand diese Gräueltaten mitansehen kann – sei es aufseiten des Feindes oder im eigenen Volk – und dabei dennoch so positiv bleibt und an einen Sinn hinter all dem glaubt ... das ist für mich unfassbar. Ich bin dankbar, dass es solche Menschen gibt, und hoffe, dass ich genauso reagieren würde, wenn ich vor dieser Entscheidung stünde.

Die Familie ten Boom gehörte jedenfalls zum niederländischen Widerstand. Sie versteckten jeden, der Hilfe brauchte – vor allem Juden – und verhalfen ihnen zur Flucht aus dem Land.

Besonders gut gefiel mir der Vater, der seiner Familie ein echtes Vorbild war. Hier ist ein Zitat, das dies wunderbar veranschaulicht:
"Vater hielt das Baby fest an sich; sein weißer Bart streifte dessen Wange, während er in das kleine Gesicht blickte – mit Augen, die so blau und unschuldig waren wie die des Kindes selbst. Schließlich sah er zu dem Pastor auf.'‚Sie sagen, wir könnten für dieses Kind unser Leben verlieren. Ich würde das als die größte Ehre betrachten, die meiner Familie zuteilwerden könnte.'"

Ein weiteres Zitat, auf das ich eingehen möchte:
"Seltsamerweise fiel es den Menschen nicht am schwersten, den Deutschen oder Japanern zu verzeihen; vielmehr waren es die eigenen Landsleute, die sich auf die Seite des Feindes geschlagen hatten."
Das kann ich gut verstehen. Viele Deutsche oder Japaner hatten keine Wahl, doch diese Leute hatten ihre eigenen Landsleute verraten. Allerdings muss ich – nachdem fast zwanzig Jahre in den Niederlanden lebe – widersprechen, dass man den Deutschen so bereitwillig verzieh; es gibt hier viele Menschen, die es bis heute nicht vergessen haben.

Es war sehr interessant zu sehen, wie sie das Versteck errichteten und wie es ihnen gelang, ein zusätzliches Zimmer in das Haus einzubauen, ohne dass es jemand bemerkte.

Zugegeben, das Buch ist stark religiös geprägt; Corrie ten Boom und ihre Familie waren Kalvinisten und gehörten der Niederländisch-Reformierten Kirche an, die sehr streng und konservativ war. Doch genau das war ein Beweggrund für ihr Handeln. Auf jeden Fall ist das Buch absolut lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Corrie ten Boom, die niederländische Autorin wurde vor allem mit ihrem Buch 'Die Zuflucht' berühmt, in dem sie erzählt, wie ihre Familie während des Dritten Reichs Juden in ihrem Haus versteckte und dabei schwere Opfer bringen mußte. In ihren Werken spiegeln sich die ungewöhnliche Tiefe und Kraft ihres Glaubens und ihre warmherzige Art auf bewegende Weise wider.

Der internationale Bestseller berichtet über die entscheidenden Jahre im Leben Corrie ten Booms. Mit ihrer ganze Familie bietet sie Verfolgten Schutz und wird selbst zu einer Verfolgten: 1944 wird sie verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert. Anders als ihre Schwester überlebt sie die Qualen.

Trotz alldem wird sie eine Botschafterin des Themas "Vergebung" und predigt nach dem Krieg in über 60 Ländern.
"

Dienstag, 8. September 2026

McBratney, Sam "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?"

McBratney, Sam "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?" (Englisch: Guess How Much I Love You) - 1994

Noch ein wunderschönes Buch, das man gemeinsam mit den Kleinen genießen kann – und das für sie genauso reizvoll ist wie für uns. Eine herrliche Gute-Nacht-Geschichte, die zum Mitmachen einlädt: Das Kind kann in die Rolle des kleinen Hasen schlüpfen, der den großen Hasen bis zum Mond und wieder zurück liebt.

Und wir können dieses Buch ebenfalls bis zum Mond und darüber hinaus lieben. Die Illustrationen sind wunderschön, die Sprache ist einfach, aber fesselnd. Einfach perfekt.

Buchbeschreibung:

"Der kleine Hase hat den großen Hasen lieb. Wie lieb? Sooo lieb hat er ihn und breitet die Ärmchen aus. Aber die Arme des großen Hasen reichen weiter. Manchmal, wenn man jemanden sehr, sehr gern hat, sucht man nach Worten, die dieses überwältigende Gefühl beschreiben können. Der kleine und der große Hase machen es vor, wie das gehen kann.

Ein zeitlos schönes Bilderbuch."