Freitag, 2. Oktober 2026

Lundberg, Sofia "Das rote Adressbuch"

Lundberg, Sofia "Das rote Adressbuch" (Schwedisch: Den röda adressboken) - The Red Address Book - 2015

Dies ist die Geschichte von Doris, einer alten Dame. Sie ist 96 Jahre alt und liegt im Sterben. Von all ihren Freunden ist nur noch ihre Großnichte Jenny übrig, und die einzige Verbindung zu ihr sind ihre wöchentlichen Skype-Gespräche. Ist Technik nicht wunderbar? Ohne sie hätte sie gar nichts. Man kann sich ansatzweise vorstellen, wie einsam viele alte Menschen sind und dass der Computer ein wahrer Lebensretter sein kann.

Es ist eine wunderbare Geschichte über eine ältere Frau, die auf ihr Leben zurückblickt. Wir begleiten Doris von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrem Berufsleben als Model und Schriftstellerin, lernen ihre Familie und Freunde kennen und erfahren, was diese ihr bedeutet haben. Eine ruhige Geschichte, und doch voller Ereignisse.

Offenbar hatte auch Sofia Lundberg eine Großtante namens Doris; nach deren Tod fand sie ein Adressbuch – genau so eines, wie es im Buch beschrieben wird.

Habe ich die Adressbücher geliebt, die ich selbst einmal besaß? Oh ja, das habe ich. Aber heute bin ich froh, meine Listen auf dem Computer zu haben. Meine Freunde ziehen viel zu oft um, als dass ich die Änderungen ständig auf Papier eintragen könnte.

Doch es gab noch einen weiteren Aspekt, der mich sehr berührt hat. Jenny lebt in den USA und spricht Schwedisch mit ihren Kindern. Auf die Frage nach deren Sprachkenntnissen erzählt sie, dass ihre kleine Tochter die Sprache gut versteht, weil sie nur Schwedisch mit ihr spricht und sich schwedische Kindersendungen im Internet ansieht. Bei ihren älteren Jungen ist es eher "durchwachsen": Jenny spricht Schwedisch mit ihnen, sie antworten auf Englisch. Genau das Gleiche ist in unserer Familie passiert (man muss nur Schwedisch durch Deutsch ersetzen). Ich musste lächeln, als ich das las.

Dies ist der erste Roman der Autorin, und ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen.

Doris’ Lebensmotto, das ihr ihre Mutter mit auf den Weg gegeben hat. Ich finde, es ist ein wunderbares Motto für uns alle:
"Ich wünsche dir genug. Genug Sonne, um deine Tage zu erhellen, und genug Regen, damit du die Sonne zu schätzen weißt. Genug Freude, um deine Seele zu stärken, und genug Schmerz, damit du die kleinen Glücksmomente des Lebens würdigen kannst. Und genug Freunde, damit du auch einen Abschied hin und wieder bewältigen kannst."

Buchbeschreibung:

"Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte."

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Trollope, Anthony "Wie wir jetzt leben"

Trollope, Anthony "Wie wir jetzt leben: Gesellschaftssatire über Finanzskandal, Börsenspekulation und moralische Korruption im viktorianischen London" oder "Umwälzungen" (Englisch: The Way We Live Now) - 1875

Klassiker gehören zu meiner Lieblingslektüre. Ich habe alle "Chroniken von Barchester" (Barchester-Bücher) von Anthony Trollope gelesen und war begeistert. Nun ist dies mein nächstes Werk dieses großartigen Klassiker-Autors – ein sehr umfangreiches Buch, genau die Art von Wälzer, die ich liebe.

Im Mittelpunkt des Romans steht ein wohlhabender Mann, dessen Geldquelle niemand kennt. Er möchte seine Tochter standesgemäß verheiraten, doch sie liebt einen anderen – einen Mann, der es wiederum nur auf ihr Geld abgesehen hat. Nun, das ist die Geschichte in aller Kürze, doch es gibt noch viele weitere Figuren und zahlreiche Handlungsstränge, die sich um sie alle ranken. Und Anthony Trollope versteht es meisterhaft, all dies zu schildern; sein Schreibstil grenzt an Poesie.

Ein wunderbares Buch. Wenn ihr Jane Austen, Charles Dickens, Klassiker und "dicke Wälzer" mögt, kann ich euch dieses Werk nur wärmstens ans Herz legen.

Buchbeschreibung:

"Wie wir jetzt leben ist ein meisterhaft konstruierter Gesellschaftsroman von Anthony Trollope, in dem die Komplexität der viktorianischen Moral, der sozialen Mobilität und der Geschlechterrollen eindringlich thematisiert wird. Mit scharfer Beobachtungsgabe und ironischem Unterton erzählt Trollope die Geschichte von Lady Glencora und Plantagenet Palliser, deren Ehe und politisches Wirken im Spiegel ehrgeiziger Nebenfiguren und gesellschaftlicher Umbrüche beleuchtet wird. Die nuancierte Charakterzeichnung und die subtile Kritik an politischen wie auch privaten Intrigen verbinden sich zu einem herausragenden Zeitporträt im Stil des Realismus. Trollope, einer der produktivsten und einflussreichsten englischen Romanciers des 19. Jahrhunderts, schöpfte seine Themen aus der eigenen Erfahrung als Beamter und aufmerksamer Zeitgenosse der gesellschaftlichen Umwälzungen der Ära. Besonders die Intrigen um Macht, Einfluss und gesellschaftliche Anerkennung reflektieren Trollopes Faszination für die psychologischen und strukturellen Aspekte britischer Institutionen. Sein humanistischer Blick auf menschliche Schwächen und Stärken prägt sein literarisches Schaffen und macht seine Romane zu nachhaltigen Analysen der Moderne. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die tiefgründige Einblicke in die viktorianische Gesellschaft suchen und zugleich literarische Raffinesse schätzen. Trollopes Werk bietet nicht nur ein scharfsinniges Bild einer vergangenen Epoche, sondern beeindruckt auch durch zeitlose Themen und eine moderne Erzählhaltung, die das Buch zu einer lohnenden Lektüre für Literatur- und Geschichtsinteressierte macht."

Trollope, Joanna "Die nächsten Verwandten"

Trollope, Joanna "Die nächsten Verwandten" (Englisch: Next of Kin) - 1996

Ich dachte, ich hätte schon mal etwas von Joanna Trollope gelesen, aber es stellte sich heraus, dass es von einer anderen Autorin war. Ich bezweifle, dass ich dieses Buch sonst in die Hand genommen hätte.

Es war ganz okay, nicht schlecht geschrieben, aber ich konnte mich nicht mit den Figuren identifizieren. Es war alles etwas zu oberflächlich und nicht tiefgründig genug für das, was der Buchumschlag versprach.

Ich würde es der Kategorie "Frauenliteratur" zuordnen.

Buchbeschreibung:

"Eine Farmersfamilie in den englischen Midlands: Nach dem Tod Caros, der amerikanischen Ehefrau eines der Farmerssöhne, gerät die scheinbar so geordnete und bodenständige Welt der Meredith' ins Wanken. Nicht nur Joe, der Witwer, und seine Adoptivtochter Roby stehen vor einem Wendepunkt, auch die anderen Familienangehörigen werden von den Launen des Schicksals nicht verschont. Einzig Zoe, die rothaarige unkonventionelle Fotografin aus der Stadt, bringt ein paar bunte Augenblicke in das Leben der verunsicherten Familie."

Mittwoch, 30. September 2026

Ghosh, Amitav "Hunger der Gezeiten"

Ghosh, Amitav "Hunger der Gezeiten" (Englisch: The Hungry Tide) - 2004

Ich habe schon einige Bücher von Amitav Ghosh gelesen (siehe hier) und war von allen begeistert. Daher habe ich mich auch auf dieses Buch gefreut. Es ist ebenfalls großartig, nur eben nicht ganz so gut wie die anderen.

Vielleicht enthielt das Buch für meinen Geschmack etwas zu viel Biologie.

Die Geschichte der Siedler am Golf von Bengalen und die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten, haben mir gut gefallen – ebenso wie das Krankenhaus, das von einem Einwanderer gegründet wurde. Auf die ganze Delfin-Geschichte hätte ich hingegen gut verzichten können.

Das wird mich jedoch nicht davon abhalten, ein weiteres Buch von Amitav Ghosh zu lesen. Falls ihr einen Favoriten habt, lasst es mich bitte wissen.

Gut fand ich auch, dass es eine Karte im Buch gab. Allerdings waren darauf nur die realen Orte verzeichnet; ich hätte mir gewünscht, dass auch die fiktiven Orte erwähnt worden wären.

Buchbeschreibung:

"Die Sundarbans in der Bucht von Bengalen – der gigantische Archipel wird nur geboren, wenn das Wasser fällt: ein unbesiedelbares Land der Ebbe, zusammengehalten von den graugrünen Wurzeln der Mangroven, beherrscht von Bengalischen Königstigern. Schon seit Jahrzehnten setzen sich westliche Tierschutzorganisationen für den Erhalt der gefährlichen Raubkatzen ein und haben deshalb in den Sundarbans das 'Projekt Tiger' ins Leben gerufen. Auf Kosten der Menschen – so sehen das zumindest die Bewohner der Inselwelt, die jährlich rund hundert von Tigern gerissene Opfer zu beklagen haben. Für sie ist jeder, der eine Großkatze erlegt, ein Held.

Die amerikanische Meeresbiologin Piya ist in diesen gefährlichen Archipel gekommen, um Delfine zu erforschen. Der Fischer Fokir beeindruckt sie tief durch sein Gespür für das Wasser, denn er kann sie zu den nur schwer auffindbaren Delfingründen rudern. Während er seine Krebsnetze auswirft, beobachtet sie die stahlgrauen Tiere – und dabei finden die beiden zueinander, ohne Worte, denn sie sprechen keine gemeinsame Sprache.

Vor der prachtvollen Kulisse des undurchdringlichen Mangrovendschungels in den Sundarbans, einer unwirtlichen, nur von Ebbe und Flut beherrschten Inselwelt im Osten Indiens, entfaltet der begnadete Geschichtenerzähler Amitav Ghosh ein spannungsreiches Dreiecksdrama, in dem alle Farben der Liebe aufscheinen – ihre Schönheit, ihre Abgründe, ihre Macht."

Dienstag, 29. September 2026

Tschukovskaya, Lydia "Untertauchen"

Tschukovskaya, Lydia (Чуковская, Лидия Корнеевна) "Untertauchen" (Russisch: Спуск под воду/Spusk pod vodu) - Going Under - 1972

Ich entdeckte die Übersetzung dieses Buches in einer deutschen Buchhandlung. Der Grund, warum ich es zuerst in die Hand nahm, war das Bild auf dem Cover: ein Birkenwald im Winter). Ich liebe Birken, sie haben etwas Besonderes.

Und da ich russische Literatur liebe, war ich neugierig auf diese mir völlig unbekannte Autorin.

"Untertauchen" spielt in einem russischen Sanatorium. Die Ich-Erzählerin hat ihren Mann durch das Sowjetregime verloren und versucht herauszufinden, was mit ihm geschehen ist.

Die Autorin muss sehr mutig gewesen sein. Als unerschrockene Kritikerin des Regimes konnte sie ihr autobiografisches Buch in der UdSSR nicht veröffentlichen, doch Jahre später erschien es in einem New Yorker Verlag. Dies führte zu einem Berufsverbot. Sehr  tapfer.

Wenn ihr euch für Geschichte, Russland, das Stalin-Regime und die UdSSR interessiert, dies ist eine Geschichte, die authentisch wirkt.

Buchbeschreibung:

"Nina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren.

Als sie Bilibin kennenlernt, der im gleichen Arbeitslager wie ihr Mann war, sucht sie seine Nähe. Es entspinnt sich eine zarte Zuneigung, doch enttäuscht wendet sie sich ab, als auch Bilibin nicht die Wahrheit, sondern das Verdrängen und Vergessen sucht."

Montag, 28. September 2026

Marshall, Tim "Abschottung"

Marshall, Tim "Abschottung: Die neue Macht der Mauern" (Englisch: Divided: Why We're Living in an Age of Walls/auch: The Age of Walls. How Barriers Between Nations Are Changing Our World) - 2018

Brücken bauen – keine Mauern. Das ist die Botschaft dieses Buches.

Es verbindet meine Hauptinteressen: Geografie, Geschichte und Politik. Ich bin in einem Land aufgewachsen, das durch eine Mauer geteilt war, und obwohl ich auf der "freien" Seite dieser Mauer lebte, hatte sie enorme Auswirkungen auf unser aller Leben. Natürlich bin ich gegen all die Mauern, die in diesem Buch beschrieben werden.

Zugegeben, der Autor schildert viele der weltweiten Probleme auf rund 300 Seiten. Ich bezweifle, dass er ein vollständiges Bild mit allen Einzelheiten vermitteln will. Doch wer keine Ahnung von all den Mauern hat, die weltweit errichtet werden, und glaubt, die Mauer im eigenen Land sei die einzige, kann hier viel lernen.

Wie die Berliner Mauer gehen auch viele dieser Grenzbefestigungen auf ausländische Eingriffe zurück – sei es durch Kolonialherrschaft oder andere politische Umbrüche. Wir alle kennen die Chinesische Mauer, die Berliner Mauer, die Mauer zwischen den USA und Mexiko sowie die zwischen Israel und Palästina. Doch wie viele von uns haben schon von anderen Mauern im Nahen Osten oder in Afrika gehört? Oder davon, dass es in Afrika noch immer Mauern gibt? In Marokko zum Beispiel? Warum ist die Westsahara kein eigenständiger Staat? Warum gibt es in Belfast immer noch Mauern?

Tim Marshall zitiert zudem David Goodhart, der in seinem Buch "The Road to Somewhere" erklärt, dass sich die Menschen heute in "Anywheres" (Überall-Zuhause-Menschen) und "Somewheres" (Verwurzelte) unterteilen lassen. Während die "Anywheres" meist ihren Heimatort verlassen haben und nicht nur die Welt bereist, sondern auch im Ausland gelebt haben, wohnen die "Somewheres" in der Nähe ihres Geburtsortes und stehen Veränderungen weniger offen gegenüber. Ein interessantes Konzept. Da ich selbst schon in vier verschiedenen Ländern gelebt habe, gehöre ich definitiv zur ersten Gruppe.

Jedem Kapitel sind ein Zitat über Freiheit und das Bild einer Mauer vorangestellt.

Hier sind meine beiden Lieblingszitate:
"Wähle eine Führungspersönlichkeit, die in den Bau von Brücken investiert, nicht von Mauern. In Bücher, nicht in Waffen. In Moral, nicht in Korruption." (Choose a leader who will invest in building bridges, not walls. Books, not weapons. Morality, not corruption.) Rise Up and Salute the Sun: The Writings of Suzy Kassem

"Die Kräfte, die uns vereinen, sind uns innewohnend und stärker als die von außen auferlegten Einflüsse, die uns trennen." (The forces that unite us are intrinsic and greater than the superimposed influences that keep us apart.) Kwame Nkrumah

Zudem finden sich in den Kapiteln zahlreiche Karten, die die Standorte der Mauern veranschaulichen.

Dies ist also ein großartiges Buch, das uns hilft, die Spaltungen in der heutigen Welt zu verstehen.

Buchbeschreibung:

"Das Zeitalter der Mauern hat eben erst begonnen – der neue Bestseller von Tim Marshall

Wir leben in einem neuen Zeitalter des Isolationismus und Nationalismus, in dem Mauern wieder Konjunktur haben, von der amerikanischen Mauer an der Grenze zu Mexiko bis hin zu der Firewall, mit der China sich gegen den Westen abschottet. Europa errichtet Zäune gegen Flüchtlinge, Mauern und Zäune ziehen sich durch den Nahen Osten, den Sudan, Korea, Indien. Mindestens 65 Länder der Welt, mehr als je zuvor, haben stark befestigte Grenzen. Es gibt viele Gründe dafür: Reichtum und Armut, Rasse, Religion, Politik, Angst. Tim Marshall zeigt in seiner fesselnden und scharfsinnigen Analyse, wie Abschottung unsere Gegenwart prägt. Sie steht für ein Versagen von Politik und ist eine Gefahr für die Zukunft."

Ich möchte unbedingt auch die beiden anderen Bücher seiner Reihe "Politics of Place" (svw: Politik der Orte) lesen (sowie alle weiteren, die er zu diesen Themen künftig noch schreiben sollte):

"Die Macht der Geographie. Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt" (Prisoners of Geography: Ten Maps That Tell You Everything You Need to Know About Global Politics)

"Im Namen der Flagge. Die Macht politischer Symbole" (Worth Dying For: The Power and Politics of Flags)

Samstag, 26. September 2026

Cognetti, Paolo "Acht Berge"

 
Cognetti, Paolo "Acht Berge" (Italienisch: Le otto montagne) - The Eight Mountains - 2016

Pietro und Bruno sind seit ihrer Kindheit befreundet – seit dem Sommer, als Pietros Mutter beschloss, die Ferien nicht in Mailand, sondern in den Bergen zu verbringen, und sein Vater ihn dort, in den Dolomiten, zum Klettern mitnahm.

Es ist ein Buch, das sich viel Zeit lässt. Nicht langweilig, sondern genau so, wie man sich die Zeit in den Bergen vorstellt. Eine Geschichte über die Beziehung zwischen Vater und Sohn und die Entwicklung einer Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Jungen. Selbst wenn man sich nicht für Berge oder Natur interessiert, ist es eine wunderbare Erzählung über Menschen, die sich nach einem einfachen Leben sehnen – einem Leben, das heutzutage kaum noch möglich ist, zumindest nicht in der westlichen Welt. Eine leise Geschichte, erzählt aus der Sicht des Protagonisten, der nichts beschönigt.

Eine wunderschöne Geschichte.

Buchbeschreibung:

"Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat.

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod."