Buchbeschreibung:
"Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat.
Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch oder Ein Israeli auf Reisen" (Hebräisch: Sefer ha'masot/ספר המסעות) - The Seasick Whale: An Israeli Abroad: Book of Travels - 1995
Ephraim Kishon ist es immer wert, zur Hand genommen zu werden. In diesem Band spricht er von seinen Reisen in verschiedene europäische Länder und in die Vereinigten Staaten. Er schafft es, wie kaum ein anderer, die Eingenheiten der Bewohner so darzustellen, dass selbst sie darüber lachen müssen. Und eigentlich lobt er sie ja auch alle mit seinen Bemerkungen.
Also, wer wissen möchte, wie man in der Schweiz eine Bananenschale loswird, warum man in Venedig nie eine Gondel nehmen solte und warum es anzuraten ist, Las Vegas nicht zu besuchen, wenn man nicht schon vorher seine Rückreise gebucht und bezahlt hat, für den ist dieses Buch Gold wert.
Buchbeschreibung:
"'Wenn du deinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnst, ist es höchste Zeit, wegzufahren.'
Bissig-humorvolle Satiren über die Eigenheiten von Touristen und Einheimischen. Als der Herr zum Walfisch sprach,speite er Jonah ans Land. Niemals hatte der Wal in den vielen Jahren seiner Seefahrt die geringsten Magenbeschwerden gehabt, doch einen Reisenden wie diesen Propheten hielt sein Bauch wahrlich nicht aus. Das war der biblische Anfang des Tourismus ...
Mit Kishon auf Reisen, um am Ende festzustellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist."
Ich glaube, ich wollte dieses Buch lesen, seit ich das erste Mal von dem Film gehört habe. Und das ist schon ein paar Jahrzehnte her. Nun, endlich habe ich es geschafft. Aber ich weiß immer noch nicht, warum es "Der Name der Rose" heißt, aber vielleicht bleibt das für immer ein Rätsel.
Das Buch selbst ist definitiv ein Kriminalroman. Ein Kloster im 14. Jahrhundert. Ein Tod folgt dem anderen, manche erscheinen sehr verdächtig, doch bei den meisten ist klar, dass ein anderer Mensch den Tod verursacht hat. Mit anderen Worten: Ein Massenmörder treibt sein Unwesen. Zwei Mönche, die das Kloster besuchen, beginnen zu ermitteln und stoßen auf viele Verbindungen, manche schlüssig, andere eindeutig falsch.
Aber das ist nicht der spannendste Teil der Geschichte, zumindest nicht für mich. Ich bin nicht der größte Fan von Krimis. Was mich aber fasziniert, ist die Bibliothek und das Labyrinth, das sie umgibt, um zu verhindern, dass Unbefugte Bücher lesen. Wenn ihr euch für mittelalterliche Gebäude, Labyrinthe und insbesondere Bibliotheken interessiert, ist dies das ideale Buch für euch. Außerdem gibt es viele bekannte Namen und zahlreiche Anspielungen auf reale und fiktive Personen (Bruder Wilhelm von Baskerville, auch bekannt als Sherlock Holmes, der blinde Mönch Jorge von Burgos, eine Hommage an Jorge Luis Borges).
Es finden sich viele biblische Bezüge, beispielsweise die sieben Posaunen der biblischen Apokalypse, die das Ende der Welt ankündigen. Diese dienen nicht nur als Erzählstruktur, der Roman ist auch in sieben Tage unterteilt.
Die Ausführungen über die Franziskaner fand ich ebenfalls interessant. Da ich in einem Dorf mit einem Franziskanerkloster aufgewachsen bin und mein Leben lang Franziskanermönche kannte, war es mir neu, dass sie anfangs als Ketzer galten.
Ich hätte diese Abtei sehr gerne besucht und die Bibliothek wie die Protagonisten erkundet. Da mir dies aber nicht möglich ist, werde ich das Buch wohl noch einmal lesen müssen. Was ich ganz sicher eines Tages tun werde.
Wer sich für das Mittelalter, für Bücher, für Kriminalromane oder für Klassiker interessiert, sollte es auch lesen.
Buchbeschreibung:
"Daß er in den Mauern der prächtigen Benediktinerabtei an den Hängen des Apennin das Echo eines verschollenen Lachens hören würde, das hell und klassisch herüberklingt aus der Antike, damit hat der englische Franziskanermönch William von Baskerville nicht gerechnet. Zusammen mit Adson von Melk, seinem etwas tumben, jugendlichen Adlatus, ist er in einer höchst delikaten politischen Mission unterwegs. Doch in den sieben Tagen ihres Aufenthalts werden die beiden mit kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen konfrontiert: Ein Mönch ist im Schweineblutbottich ertrunken, ein anderer aus dem Fenster gesprungen, ein dritter wird tot im Badehaus gefunden. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Jorge von Burgos wacht."
Das Buch beschreibt eine Reise von zwei Freunden durch Deutschland, die Alpen und Italien im Jahr 1878. Der Ich-Erzähler ist Mark Twain selbst, der Reisebegleiter seinem Freund Joseph Twichell nachgebildet. Beide Reisenden hatten sich eigentlich vorgenommen, den größten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen, finden dann aber doch ständig andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Twain spielt auf dieser Reise den typischen amerikanischen Touristen jener Zeit, der angeblich alles sofort versteht, was er sieht, in Wahrheit aber häufig daneben liegt."
Sienkiewicz, Henryk "Quo Vadis?" (Polnisch: Quo Vadis. Powieść z czasów Nerona) - Quo Vadis: A Narrative of the Time of Nero - 1895
"Wohin gehst du?", eine Frage aus dem Neuen Testament (Johannes 13,36), die in der lateinischen Übersetzung als Buchtitel verwendet wird, ist sehr ermutigend. Sie vermittelt ein Gefühl von Geheimnis.
Dieses Buch stand schon fast mein ganzes Leben lang auf meiner Wunschliste. Warum habe ich es nie zuvor in Angriff genommen? Nun, vielleicht dachte ich, es wäre eher eine Herausforderung. Tatsächlich ist es überraschend leicht zu lesen, mit einer erstaunlichen Geschichte und viel historischem Hintergrund. Ich habe andere Bücher über die frühen Christen in Rom gelesen und war schon immer von ihnen fasziniert. Warum gibt jemand sein Leben und das seiner Lieben für eine neue Religion auf? Was steckt hinter diesen Märtyrern, was sind ihre Motive, ihre Wünsche?
Dieses Buch gibt viele Antworten auf diese Fragen. Es ist ein Buch über Geschichte und gleichzeitig ein Buch über Religion und Philosophie, über Sklaverei, Macht und Armut. Wir erfahren, wie das antike Rom regiert wurde, wie die Reichen und wie die Armen lebten. Wir erleben Liebe und Krieg, Vertrauen und Verrat, Gebete und Kämpfe - die ganze Welt scheint sich auf diesen Seiten zu versammeln.
Zugegeben, es ist ein dickes Buch (über 700 Seiten), aber es lohnt sich. Wir begegnen sogar dem Heiligen Petrus und dem Heiligen Paulus; ersterer wird immer als erster Papst genannt. Wir sehen, wie seine Anhänger ihn sehen, ihn lieben und durch ihn Kraft finden. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum dieses Buch "Quo Vadis?" heißt?
Lygia ist eine junge griechische Sklavin, und der römische Patrizier Marcus verliebt sich in sie. Anfangs weiß er nicht, dass sie Christin ist, aber er versucht alle möglichen Tricks, um sie zu erobern. Daran hat sich nicht viel geändert, aber er hat andere Taktiken auf Lager. Er zieht seinen Onkel Gaius Petronius (eine der vielen realen historischen Figuren in diesem Roman) zu Hilfe.
Die Handlung ist nicht der atemberaubendste Teil des Romans, obwohl sie ziemlich gut ist. Aber der Schreibstil ist ebenso kraftvoll, die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, ebenso wie die Szenen. Die sehr realistische Beschreibung jedes noch so kleinen Details lässt einen glauben, man wäre mitten im Buch, mittendrin im Geschehen.
Es überrascht mich nicht, dass der Autor den Nobelpreis erhalten hat, er war ein fantastischer Schriftsteller. Ich werde versuchen, mehr von seinen Büchern zu lesen, dieses hier war großartig.
Buchbeschreibung:
"Der römische Patrizier Vinicius liebt die Königstochter Lygia, die dem neuen christlichen Glauben anhängt. Ungeschickt umwirbt er sie, und sie gelangt an Neros Hof gerade in dem Moment, als der dekadente Kaiser Rom anzünden lässt. Die Tat lastet er den Christen an. Lygia und ihrem Diener, dem bärenstarken Ursus, droht der Tod bei blutigen Zirkusspielen. Doch Vinicius, mittlerweile ebenfalls Christ, setzt alles daran, seine Geliebte zu retten. - Gründlich im Detail und mit sprachlicher Wucht hat Sienkiewicz in 'Quo vadis?' eine Liebe im antiken Rom geschildert. Für seinen Roman erhielt er 1905 den Nobelpreis für Literatur."
Henryk Sienkiewicz erhielt 1905 den Nobelpreis für Literatur "auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller."
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.
Ich habe schon einige Romane von Tracy Chevalier gelesen, und sie waren alle sehr interessant. Sie handelten stets von unterschiedlichen Menschen in verschiedenen Gegenden und zu verschiedenen Zeiten.
Aber dieses Buch war etwas Besonderes. Nach den Beschreibungen dachte ich zunächst, es ähnele den Geschichten von Edward Rutherfurd, der uns durch die Jahrhunderte führt, indem er uns verschiedene Personen aus verschiedenen Familien vorstellt. Nun, dieses Buch war etwas anders. Die Geschichte beginnt 1494. Orsola Rossa, die Protagonistin, lebt mit ihrer Familie, die Glasmacher sind, in Murano. 500 Jahre später ist sie in ihren Sechzigern und hat eine Pestepidemie, mehrere Kriege und viele Veränderungen im Leben der Menschen, insbesondere der Frauen, miterlebt.
Obwohl ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dieser Erzählweise war, habe ich die Menschen in Murano und Venedig sehr ins Herz geschlossen. Nicht alle, aber die meisten. Und die Geschichte der Familie und wie sie all die Umbrüche überstanden hat, war ebenfalls fantastisch.
Man merkt, dass Tracy Chevalier viel Zeit und Mühe in die Recherche investiert hat. Ich fand es besonders spannend, all die Details der Glasherstellung kennenzulernen. Großartig!
Ich werde Venedig wohl nie besuchen, aber das ist ein guter Ersatz.
Buchbeschreibung:
"Venedig, 1468. Auf Murano, Wiege der Glaskunst, fließt die Zeit sanft wie das Wasser in den Kanälen. Doch der tragische Tod des Glasvirtuosen Lorenzo Rosso bringt die Welt zum Stillstand. In ihrer Verzweiflung nimmt Tochter Orsola das Schicksal der Familie in die Hand. Mutig kämpft sie gegen alle Konventionen und erlernt im Verborgenen das Handwerk des Vaters. Ihr gläsernes Geheimnis, zart wie die Perlen, die sie formt, trägt sie durch die Zeiten und das Leben der jungen Frau verschmilzt mit den Geheimnissen der Stadt. Orsolas Geschichte ist die Geschichte einer Frau, für die der Glaube an die Liebe und das Vertrauen auf sich selbst alles überdauern, und zugleich eine Liebeserklärung an eine der romantischsten Städte der Welt."
Dies ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher des Jahres. Und ich möchte unbedingt das ander Buch des Autoren üer den Orient Express lesen: "Der Turm der Welt".
Zuerst einmal zur Ausstattung. Das Titelbild ist vielversprechend, eine einzelne Frau läuft an einem Zug vorbei, der Dampf der Lokomotive verhüllt nicht nur sie, sondern auch einen Teil des Bahnhofs in ein geheimnisvolles Szenario.
Das Buch hat nicht nur eine Klappe vorne mit der Landkarte, die alle Städte angibt, durch die der Zug fährt (und fdamit ast ganz Europa, angefangen im Süden von Dänemark), es hat auch hinten eine mit den Wagen des Zuges und welcher der Charaktere in welchem Abteil untergebracht ist, wo die Speisewagen sind usw. Einfach ein Vergnügen, so ein Buch in die Hand zu nehmen und sich auf das Lesen zu freuen.
Zum Glück geht es dann so weiter. Im Mai 1940 fährt der letzte Orient-Express zum letzten Mal. In dieser fiktiven Geschichte geht es um einiges, ein König aus einem Balkanstaat fährt mit um sein Land zurückzuerobern, einige andere interessante Personen, die im Kriegsgeschehen mitmischen wollen und - der wichtigste Passagier: ein Zug, hinter dem Hitler besonders her ist, dern Wagen von Compiègne (Wagon de L’armistice). Minutiös wird die Fahrt beschrieben, wir lernen alle Personen und ihre Vorgeschichte kennen. Und es findet so manche Überraschung statt. Die ganze Story ist einfach spannend.
Selbstverständlich sind all diese Personen erfunden, und es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Mischung an Bord war. Aber man mag es sich gerne so vorstellen. Man vergibt ja immer bis zu 5 Punkten für ein Buch, dieses hat mindestens 6 verdient.
Buchbeschreibung:
"Mai 1940: Deutsche Panzer rollen westwärts. Während in Paris die Angst um sich greift, bricht der Simplon Orient Express ein letztes Mal nach Istanbul auf. An Bord des Zuges eine schicksalhafte Reisegesellschaft. Jeder der Fahrgäste mit einem ganz eigenen Grund, diese letzte Fahrt unter allen Umständen anzutreten: Ein Balkanfürst will die Herrschaft über sein Land zurückfordern. Seine jüdische Geliebte fürchtet um ihre Liebe – und um ihr Leben. Ein deutscher Spion setzt alles daran, sie zu beschützen. Ein russischer Großfürst ist auf der Flucht, die Sowjetmacht ihm längst auf den Fersen. Eine Stummfilmdiva fürchtet das Vergessenwerden mehr als den Krieg. Ebenfalls an Bord – Agenten aller kriegführenden Mächte. Was niemand ahnt: Im Zug befindet sich etwas, nach dem Hitler seine Truppen in ganz Europa suchen lässt. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem schlechten Stern. Jeder Grenzübertritt kann das Ende bedeuten. Jeder der Passagiere fürchtet den nächsten Tag. Schließlich bricht Feuer aus. Und während Europa in Dunkelheit versinkt, rast der Express als lodernde Fackel durch die Nacht ..."