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Montag, 24. August 2026

Williams, John "Augustus"

Williams, John "Augustus" (Englisch: Augustus) - 1972

Ich sage immer, dass ich mein Wissen über die Römerzeit größtenteils aus den Astérix-Comics beziehe – und die sind tatsächlich gar nicht schlecht, wenn man sonst keine Ahnung davon hat, was zu Zeiten Julius Cäsars vor sich ging.

Dieses Buch handelt von dessen Nachfolger; erzählt wird die Geschichte von ihm selbst, seiner Tochter sowie vielen, vielen seiner Freunde und Feinde. Es ist äußerst fesselnd zu lesen, welche Intrigen gesponnen wurden und was sich hinter den Kulissen abspielte.

Ich hätte mir am Ende des Buches eine Liste gewünscht, die die Namen der Personen sowie ihre jeweiligen Beziehungen zueinander aufführt. Zum Glück gibt es heutzutage Google; andernfalls hätte ich wohl völlig den Faden verloren – so, wie mir vorstelle, dass es den Lesern in den 1970er-Jahren ergangen sein muss, als sie das Buch erstmals in den Händen hielten.

Dennoch ist es ein sehr empfehlenswertes Buch, wenn man etwas über die Römer lernen möchte. Befolgt einfach meinen Rat: Erstellt euch eine Liste, um den Überblick darüber zu behalten, wer wer ist und in welcher Beziehung die einzelnen Personen zu Augustus standen.

Augustus war zweifellos ein äußerst beeindruckender Kaiser – ein Mann, der schon in jungen Jahren in eine Machtposition katapultiert wurde und die Verantwortung für ein riesiges Reich übernehmen musste. Seine Herrschaft währte 40 Jahre und ging als "Pax Romana" – der Römische Frieden – in die Geschichte ein; denn genau das war sein Verdienst: Er brachte den Großteil seines Reiches zur Ruhe – oft um einen hohen Preis, aber nichtsdestotrotz mit großem Erfolg.

Offenbar hat der Autor insgesamt nur drei Bücher verfasst: das vorliegende Werk, den Campus-Roman "Stoner" (Stoner) sowie den Western "Butchers Crossing" (Butcher's Crossing). Vielleicht werde ich mich eines Tages auch an eines seiner anderen Bücher wagen.

Buchbeschreibung:

"Octavius, Großneffe und Adoptivsohn von Julius Caesar, später Kaiser Augustus: Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes so plastisch, so mitreißend, als würden sich die Geschehnisse in unseren Tagen ereignen. Fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder Mensch – als das 'arme Geschöpf, das er nun einmal ist'."

Dienstag, 21. Juli 2026

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch"

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch oder Ein Israeli auf Reisen" (Hebräisch: Sefer ha'masot/ספר המסעות) - The Seasick Whale: An Israeli Abroad: Book of Travels - 1995

Ephraim Kishon ist es immer wert, zur Hand genommen zu werden. In diesem Band spricht er von seinen Reisen in verschiedene europäische Länder und in die Vereinigten Staaten. Er schafft es, wie kaum ein anderer, die Eingenheiten der Bewohner so darzustellen, dass selbst sie darüber lachen müssen. Und eigentlich lobt er sie ja auch alle mit seinen Bemerkungen.

Also, wer wissen möchte, wie man in der Schweiz eine Bananenschale loswird, warum man in Venedig nie eine Gondel nehmen solte und warum es anzuraten ist, Las Vegas nicht zu besuchen, wenn man nicht schon vorher seine Rückreise gebucht und bezahlt hat, für den ist dieses Buch Gold wert.

Buchbeschreibung:

"'Wenn du deinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnst, ist es höchste Zeit, wegzufahren.'

Bissig-humorvolle Satiren über die Eigenheiten von Touristen und Einheimischen. Als der Herr zum Walfisch sprach,speite er Jonah ans Land. Niemals hatte der Wal in den vielen Jahren seiner Seefahrt die geringsten Magenbeschwerden gehabt, doch einen Reisenden wie diesen Propheten hielt sein Bauch wahrlich nicht aus. Das war der biblische Anfang des Tourismus ... 

Mit Kishon auf Reisen, um am Ende festzustellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist."

Donnerstag, 30. April 2026

Eco, Umberto "Der Name der Rose"

Eco, Umberto "Der Name der Rose" (Italienisch: Il nome della rosa) - The Name of the Rose - 1980

Ich glaube, ich wollte dieses Buch lesen, seit ich das erste Mal von dem Film gehört habe. Und das ist schon ein paar Jahrzehnte her. Nun, endlich habe ich es geschafft. Aber ich weiß immer noch nicht, warum es "Der Name der Rose" heißt, aber vielleicht bleibt das für immer ein Rätsel.

Das Buch selbst ist definitiv ein Kriminalroman. Ein Kloster im 14. Jahrhundert. Ein Tod folgt dem anderen, manche erscheinen sehr verdächtig, doch bei den meisten ist klar, dass ein anderer Mensch den Tod verursacht hat. Mit anderen Worten: Ein Massenmörder treibt sein Unwesen. Zwei Mönche, die das Kloster besuchen, beginnen zu ermitteln und stoßen auf viele Verbindungen, manche schlüssig, andere eindeutig falsch.

Aber das ist nicht der spannendste Teil der Geschichte, zumindest nicht für mich. Ich bin nicht der größte Fan von Krimis. Was mich aber fasziniert, ist die Bibliothek und das Labyrinth, das sie umgibt, um zu verhindern, dass Unbefugte Bücher lesen. Wenn ihr euch für mittelalterliche Gebäude, Labyrinthe und insbesondere Bibliotheken interessiert, ist dies das ideale Buch für euch. Außerdem gibt es viele bekannte Namen und zahlreiche Anspielungen auf reale und fiktive Personen (Bruder Wilhelm von Baskerville, auch bekannt als Sherlock Holmes, der blinde Mönch Jorge von Burgos, eine Hommage an Jorge Luis Borges).

Es finden sich viele biblische Bezüge, beispielsweise die sieben Posaunen der biblischen Apokalypse, die das Ende der Welt ankündigen. Diese dienen nicht nur als Erzählstruktur, der Roman ist auch in sieben Tage unterteilt.

Die Ausführungen über die Franziskaner fand ich ebenfalls interessant. Da ich in einem Dorf mit einem Franziskanerkloster aufgewachsen bin und mein Leben lang Franziskanermönche kannte, war es mir neu, dass sie anfangs als Ketzer galten.

Ich hätte diese Abtei sehr gerne besucht und die Bibliothek wie die Protagonisten erkundet. Da mir dies aber nicht möglich ist, werde ich das Buch wohl noch einmal lesen müssen. Was ich ganz sicher eines Tages tun werde.

Wer sich für das Mittelalter, für Bücher, für Kriminalromane oder für Klassiker interessiert, sollte es auch lesen.

Buchbeschreibung:

"Daß er in den Mauern der prächtigen Benediktinerabtei an den Hängen des Apennin das Echo eines verschollenen Lachens hören würde, das hell und klassisch herüberklingt aus der Antike, damit hat der englische Franziskanermönch William von Baskerville nicht gerechnet. Zusammen mit Adson von Melk, seinem etwas tumben, jugendlichen Adlatus, ist er in einer höchst delikaten politischen Mission unterwegs. Doch in den sieben Tagen ihres Aufenthalts werden die beiden mit kriminellen Ereignissen und drastischen Versuchungen konfrontiert: Ein Mönch ist im Schweineblutbottich ertrunken, ein anderer aus dem Fenster gesprungen, ein dritter wird tot im Badehaus gefunden. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Jorge von Burgos wacht."

Samstag, 11. April 2026

Twain, Mark "Bummel durch Europa"

Twain, Mark "Bummel durch Europa" (Englisch: A Tramp Abroad) - 1880

Ich habe schon oft erwähnt, wie sehr ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier) liebe, insbesondere seine Reisebücher. Mir wurde von einigen Leuten empfohlen, die Reiseberichte von Mark Twain über seine Europareisen zu lesen. Also tat ich das. Zuerst las ich "Die Arglosen im Ausland" (The Innocents Abroad) und fand es nicht nur unglaublich langweilig, sondern auch ziemlich rassistisch. Mir wurde dann gesagt, "Bummel durch Europa" sei viel besser. Okay, ich gab ihm noch eine Chance.

Vielleicht missfiel mir seine Einschätzung Europas, aber noch viel mehr, glaube ich, missfiel mir seine Darstellung des amerikanischen Touristen. Und wieder einmal konnte ich in seinen Büchern keinen Humor finden.

Ich fand dieses Buch nicht ganz so rassistisch wie sein erstes (was aber immer noch keine Entschuldigung für einige der Tiraden ist), aber er redete immer noch endlos und meistens über Belangloses. Langweilig, langweilig, langweilig. Ich nehme an, dies wird mein letztes Buch von Mark Twain sein, es sei denn, ich werde "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn" eines Tages mit meinen Enkelkindern noch einmal lesen, falls ich jemals welche haben sollte.

Buchbeschreibung:

"'Bummel durch Europa' (Original: 'A Tramp Abroad') ist ein halb-fiktiver, satirischer Reisebericht des amerikanischen Autors Mark Twain, der erstmals 1880 erschien.

Das Buch beschreibt eine Reise von zwei Freunden durch Deutschland, die Alpen und Italien im Jahr 1878. Der Ich-Erzähler ist Mark Twain selbst, der Reisebegleiter seinem Freund Joseph Twichell nachgebildet. Beide Reisenden hatten sich eigentlich vorgenommen, den größten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen, finden dann aber doch ständig andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Twain spielt auf dieser Reise den typischen amerikanischen Touristen jener Zeit, der angeblich alles sofort versteht, was er sieht, in Wahrheit aber häufig daneben liegt."

Samstag, 4. April 2026

Heller, Joseph "Catch 22"

Heller, Joseph "Catch 22" auch "Der IKS-Haken" (Englisch: Catch-22) - 1961

"Streng genommen ist ein Catch-22 eine problematische Situation, für die ein Umstand oder eine Regel die einzige Lösung verbietet."

In diesem Fall geht es darum, dass man verrückt sein muss, um aus der Armee entlassen zu werden. Wer jedoch die Anerkennung als verrückt beantragt, kann nicht verrückt sein. "Denn wer sich aus dem Kampfeinsatz zurückziehen will, kann nicht verrückt sein." Man kann also nicht entlassen werden.

Das ganze Buch ist in diesem satirischen Stil. Wenn man schwarzen Humor liebt (was ich tue), ist dies ein großartiges Buch. Ich hätte nie gedacht, dass ich über ein Kriegsbuch lachen könnte. Aber ich habe es getan. Und zwar sehr. Der Roman veranschaulicht den Wahnsinn des Krieges, wahrscheinlich sogar mehr als jedes ernsthafte Buch es je tun würde. Obwohl es viel zu lachen gibt, lacht man trotz der Situation, nicht wegen ihr.

Der Protagonist der Geschichte ist ein Bombenschütze der US-Armee im Zweiten Weltkrieg in Norditalien, der kurz davor steht, auf Heimaturlaub zu gehen, weil er x-mal Missionen geflogen ist. Doch dann wird die Zahl erhöht, und er kann noch nicht nach Hause.

Die Geschichte enthält viele tragische Szenen und Charaktere. Nicht nur Soldaten kommen vor, sondern auch normale Menschen, die viel Leid ertragen müssen.

Das Buch wurde nicht während des Krieges geschrieben, sondern fünfzehn Jahre später. Man merkt, dass der Autor eine Antikriegsgeschichte schreiben wollte. Er war seiner Zeit vielleicht etwas voraus, aber sind das nicht immer die Leute, die es am besten ausdrücken?

Die Geschichte des Titels ist fast so lustig wie das Buch selbst: Die Zahl musste mehrmals geändert werden, weil andere Bücher dieselbe Zahl im Titel hatten.

Absurd, satirisch, surrealistisch – nennt es, wie ihr wollt, aber genießt es.

Buchbeschreibung:

"Catch 22, also Falle 22 oder Trick 22 - das ist die ebenso irrsinnige wie ausweglose Dienstanweisung für das amerikanische Bombengeschwader, der zufolge Bomberpilot Yossarian nur dann von weiteren Einsätzen verschont bleibt, wenn er als verrückt anerkannt wird. Verrückt aber kann niemand sein, der sich weigern will, immer weitere großenteils sinnlose Einsätze zu fliegen. Also muß Yossarian ebenso wie seine Kameraden weiterfliegen, obwohl er sich die größte Mühe gibt, als verrückt zu erscheinen. Durch scheinbar absurdes Verhalten der militärischen Maschinerie ihre eigene Absurdität zu demonstrieren. Aber die Kriegsmaschinerie, gespeist aus persönlichem Ehrgeiz, Dummheit, Brutalität und Duckmäuserei, erkennt ihren eigenen Irrsinn nicht in dem Spiegel, den Yossarian - im Grunde der einzig Normale unter lauter Verrückten - vorhält."

Im Anhang erwähnte Bücher:
Andrzejewski, Jerzy "Die Pforten des Paradieses," (Bramy raju)
Bellow, Saul "Mr. Sammlers Planet" (Mr. Sammler's Planet)
Burgess, Anthony "Uhrwerk Orange" (A Clockwork Orange)  
Camus, Albert "Der Mythos des Sisyphos" (Le Mythe de Sisyphe)
Céline, Louis-Ferdinand "Reise ans Ende der Nacht" (Voyage au bout de la nuit)
Donleavy, J.P. "Ginger Man" (The Ginger Man)
Dos Passos, John "Drei Soldaten" (Three Soldiers)
Forman, Dennis "A Night at the Opera"
Hašek, Jaroslav "Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk" (Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války)
Heller, Joseph "Was geschah mit Slocum" (Something Happened)
Heller, Joseph "Gut wie Gold" (Good as Gold)
Hersey, John "Eine Glocke für Adano" (A Bell for Adamo)
Horne Burns, John "Die Galerie" (The Gallery)
Jones, James "Verdammt in alle Ewigkeit" (From Here to Eternity)
Jones, James "Der tanzende Elefant" oder "Insel der Verdammten" (The Thin Red Line)
Kazin, Alfred "Der amerikanische Roman: Eine Interpretation moderner amerikanischer Prosaliteratur" (On Native Grounds)
Kazin, Alfred "Bright Book of Life"
Kerouac, Jack "Unterwegs" (On the Road)
Kesey, Ken "Einer flog über das Kuckucksnest " (One Flew Over the Cuckoo's Nest)
Lewis Wallant, Edward "Der Pfandleiher" (The Pawnbroker)
Lowry, Malcolm "Unter dem Vulkan" (Under the Volcano)
Mailer, Norman "Die Nackten und die Toten" (The Naked and the Dead)
Mandel, George "The Wax Boom"
Nabokov, Vladimir "Gelächter im Dunkel" (Laughter in the Dark)
Pynchon, Thomas "Die Enden der Parabel" (Gravity's Rainbow)
Remarque, Erich Maria "All Quiet on the Western Front" (Im Westen nichts Neues)
Richler, Mordecai "Der Traum des Jakob Hersch" (St. Urbain's Horseman)
Shaw, Irwin "Die jungen Löwen" (The Young Lions)
Southern, Terry "The Magic Christian"
Uris, Leon "Mila 18" (Mila 18)
Vonnegut, Kurt "Katzenwiege" (Cat's Cradle)
Vonnegut, Kurt "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" (Slaughterhouse-Five)
Waugh, Evelyn "Ohne Furcht und Tadel" (Sword of Honour)
Wouk, Herman "Die Caine war ihr Schicksal" (The Caine Mutiny)

Freitag, 3. April 2026

Sienkiewicz, Henryk "Quo Vadis?"

Sienkiewicz, Henryk "Quo Vadis?" (Polnisch: Quo Vadis. Powieść z czasów Nerona) - Quo Vadis: A Narrative of the Time of Nero - 1895 

"Wohin gehst du?", eine Frage aus dem Neuen Testament (Johannes 13,36), die in der lateinischen Übersetzung als Buchtitel verwendet wird, ist sehr ermutigend. Sie vermittelt ein Gefühl von Geheimnis.

Dieses Buch stand schon fast mein ganzes Leben lang auf meiner Wunschliste. Warum habe ich es nie zuvor in Angriff genommen? Nun, vielleicht dachte ich, es wäre eher eine Herausforderung. Tatsächlich ist es überraschend leicht zu lesen, mit einer erstaunlichen Geschichte und viel historischem Hintergrund. Ich habe andere Bücher über die frühen Christen in Rom gelesen und war schon immer von ihnen fasziniert. Warum gibt jemand sein Leben und das seiner Lieben für eine neue Religion auf? Was steckt hinter diesen Märtyrern, was sind ihre Motive, ihre Wünsche?

Dieses Buch gibt viele Antworten auf diese Fragen. Es ist ein Buch über Geschichte und gleichzeitig ein Buch über Religion und Philosophie, über Sklaverei, Macht und Armut. Wir erfahren, wie das antike Rom regiert wurde, wie die Reichen und wie die Armen lebten. Wir erleben Liebe und Krieg, Vertrauen und Verrat, Gebete und Kämpfe - die ganze Welt scheint sich auf diesen Seiten zu versammeln.

Zugegeben, es ist ein dickes Buch (über 700 Seiten), aber es lohnt sich. Wir begegnen sogar dem Heiligen Petrus und dem Heiligen Paulus; ersterer wird immer als erster Papst genannt. Wir sehen, wie seine Anhänger ihn sehen, ihn lieben und durch ihn Kraft finden. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum dieses Buch "Quo Vadis?" heißt?

Lygia ist eine junge griechische Sklavin, und der römische Patrizier Marcus verliebt sich in sie. Anfangs weiß er nicht, dass sie Christin ist, aber er versucht alle möglichen Tricks, um sie zu erobern. Daran hat sich nicht viel geändert, aber er hat andere Taktiken auf Lager. Er zieht seinen Onkel Gaius Petronius (eine der vielen realen historischen Figuren in diesem Roman) zu Hilfe.

Die Handlung ist nicht der atemberaubendste Teil des Romans, obwohl sie ziemlich gut ist. Aber der Schreibstil ist ebenso kraftvoll, die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, ebenso wie die Szenen. Die sehr realistische Beschreibung jedes noch so kleinen Details lässt einen glauben, man wäre mitten im Buch, mittendrin im Geschehen.

Es überrascht mich nicht, dass der Autor den Nobelpreis erhalten hat, er war ein fantastischer Schriftsteller. Ich werde versuchen, mehr von seinen Büchern zu lesen, dieses hier war großartig.

Buchbeschreibung:

"Der römische Patrizier Vinicius liebt die Königstochter Lygia, die dem neuen christlichen Glauben anhängt. Ungeschickt umwirbt er sie, und sie gelangt an Neros Hof gerade in dem Moment, als der dekadente Kaiser Rom anzünden lässt. Die Tat lastet er den Christen an. Lygia und ihrem Diener, dem bärenstarken Ursus, droht der Tod bei blutigen Zirkusspielen. Doch Vinicius, mittlerweile ebenfalls Christ, setzt alles daran, seine Geliebte zu retten. - Gründlich im Detail und mit sprachlicher Wucht hat Sienkiewicz in 'Quo vadis?' eine Liebe im antiken Rom geschildert. Für seinen Roman erhielt er 1905 den Nobelpreis für Literatur."

Henryk Sienkiewicz erhielt 1905 den Nobelpreis für Literatur "auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller."

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 28. März 2026

Ferri, Jean-Yves; Didier Conrad, Didier "Der Papyrus von Cäsar"

 
Ferri, Jean-Yves; Didier Conrad, Didier "Der Papyrus von Cäsar" (Französisch: Le Papyrus de César) - Asterix and the Missing Scroll - 2015

"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."

Ich liebe Asterix, seit es diese Comics gibt. Nun ja, seit ich sie kenne, also nicht lange nach Erscheinen der ersten Ausgaben. Ich habe sogar in der Schule einen französischen Band gelesen (Tour de France oder Le Tour de Gaule d’Astérix).

Wie jeder Asterix-Fan war ich traurig, als erst René Goscinny starb und dann auch noch Albert Uderzo die Arbeit an den Comics einstellte. Trotzdem musste ich mir den nächsten Band besorgen (auch wenn ich es nicht gewollt hätte, mein Mann wollte ihn unbedingt haben). Der neueste Band heißt "Der Papyrus von Cäsar". Wie alle anderen Asterix-Geschichten handelt auch diese vom wahren Leben, diesmal von Informationskontrolle. Ein Papyrus verschwindet, der eine verborgene politische Geschichte enthüllt, und ein Journalist macht sich auf die Suche danach. Julian Assange in Gallien? Warum nicht? Schließlich gab es schon die Römer und die Wikinger, sie haben schon so viel Geschichte miterlebt, warum also nicht auch aktuelle Ereignisse aufgreifen?

Für jeden Asterix-Fan ein absolutes Muss!

Liste aller bisher erschienenen Asterix-Bände:
Asterix der Gallier (1959) Astérix le Gaulois (Asterix the Gaul)
Die goldene Sichel (1962) La Serpe d’or
Asterix und die Goten (1963) Astérix et les Goths
Asterix als Gladiator (1964) Astérix gladiateur
Tour de France (1965) Le Tour de Gaule d’Astérix
Asterix und Kleopatra (1965) Asterix et Cleopatra
Der Kampf der Häuptlinge (1966) Le Combat des Chefs
Asterix bei den Briten (1966) Astérix chez les Bretons
Asterix und die Normannen (1966) Astérix et les Normands -
Asterix als Legionär (1967) Astérix légionnaire
Asterix und der Avernerschild (1968) Le Bouclier Arverne
Asterix bei den Olympischen Spielen (1968) Astérix aux Jeux Olympiques
Asterix und der Kupferkessel (1969) Le Chaudron
Asterix in Spanien (1969) Astérix en Hispanie
Streit um Asterix (1970) La Zizanie
Asterix bei den Schweizern (1970) Astérix chez les Helvètes
Die Trabantenstadt (1971) La Zizanie
Die Lorbeeren des Cäsar (1972) Les Lauriers de César
Der Seher (1972) Le Devin
Asterix auf Korsika (1973) Astérix en Corse
Das Geschenk Cäsars (1974) Le Cadeau de César
Die große Überfahrt (1975) La Grande Traversée
Obelix GmbH & Co. KG (1976) Obélix et compagnie
Asterix bei den Belgiern (1979) Astérix chez les Belges
Der Große Graben (1980) Le Grand Fossé
Die Odyssee (1981) L’Odyssée d’Astérix
Der Sohn des Asterix (1983) Le Fils d’Astérix
Asterix im Morgenland (1987) Astérix chez Rahàzade
Asterix und Maestria (1991) La rose et la glaive
Obelix auf Kreuzfahrt (1996) La galère d’Obélix
Asterix und Latraviata (2001) Astérix et Latraviata
Asterix plaudert aus der Schule (2003) Astérix et la rentrée gauloise
Gallien in Gefahr (2005) Le ciel lui tombe sur la tête
Asterix & Obelix feiern Geburtstag (2009) L’anniversaire d’Astérix et Obélix
Asterix bei den Pikten (2013) Astérix chez les Pictes
Der Papyrus des Cäsar (2015) Le Papyrus de César
Asterix in Italien (2017) Astérix et la Transitalique
Die Tochter des Vercingetorix (2019) La Fille de Vercingétorix
Asterix und der Greif (2021) Astérix et le Griffon
Die weiße Iris (2023) L’Iris Blanc
Asterix in Lusitanien (2025) Astérix en Lusitanie

Illustrierte Alben:
Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist (1989) Comment Obélix est tombé dans la marmite du druide quand il était petit
Asterix erobert Rom (2012) Les Douze Travaux d'Astérix
Das Geheimnis des Zaubertranks (2018) Le Secret de la Potion Magique
Der Goldene Hinkelstein (2020) Le Menhir d’Or
Im Reich der Mitte (2023) L’Empire du Milieu

Ich muss wohl nicht sagen, dass ich sie alle gelesen habe?

Buchbeschreibung:

"DIE GALLIER sind wieder da! Und nicht nur die Gallier, sondern auch der gute alte Julius (Cäsar) – seines Zeichens größter Feldherr aller Zeiten und neuerdings auch Schriftsteller ... Ja, der große Feldherr Julius Cäsar hat ein Buch geschrieben – und zwar kein geringeres als den Latein-Klassiker 'Der Gallische Krieg/De bello Gallico'. Auf Drängen seines Verlegers und PR-Beraters Syndicus unterschlägt er darin allerdings ein nicht ganz unwesentliches Kapitel der gallischen Geschichte. Nämlich jenes, das von den unbeugsamen Galliern handelt. Cäsar behauptet, ganz Gallien besiegt zu haben und das können unsere gallischen Freunde Asterix, Obelix & Co. natürlich nicht auf sich sitzen lassen. So entbrennt die vermutlich erste PR-Schlacht der Geschichte: eine Schlacht voll hintergründigem Witz und mit großer Spannung, jeder Menge verkloppter Römer – und verspeister Wildschweine? Lassen Sie sich überraschen!"

Goscinny, René; Uderzo, Albert "Asterix der Gallier"

  
Goscinny, René; Uderzo, Albert "Asterix der Gallier" (Französisch: Astérix le Gaulois) - Asterix the Gaul - 1959

Die Geschichten um den kleinen gallischen Krieger Asterix und seinen riesigen Freund Obelix sind legendär. Sie haben unzählige Kinder und Jugendliche durch ihre Kindheit und Jugend begleitet und sie bis ins Erwachsenenalter unterstützt. Ich gehöre auch zu diesen jungen Lesern und habe sie von Anfang an verschlungen – zuerst auf Deutsch, später auf Französisch und teilweise auch auf Englisch. Sie sind in jeder Sprache großartig.

Dies ist das erste seiner vielen Abenteuer, in dem er gegen den mächtigen Julius Caesar kämpft.

In diesem Beitrag (hier in Englisch) habe ich eine Liste all seiner Abenteuer (bis jetzt) ​​zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Buchbeschreibung:

"Wir befinden uns im Jahre 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."

Donnerstag, 26. März 2026

Fo, Dario "Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu"

Fo, Dario "Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu" (Italienisch: Il Paese dei Mezaràt: I miei primi sette anni (e qualcuno in più)) - My first seven years (plus a few more) - 2004

Ich weiß, dass dies nicht zu den Büchern gehört, für die Dario Fo seinen Nobelpreis erhielt, denn er schrieb es erst sieben Jahre später.

Doch man kann an diesem Buch erkennen, wie sich der Schriftsteller Dario Fo vom kleinen Kind zum Nobelpreisträger entwickelte. Und er ist nicht nur ein berühmter Schriftsteller, sondern auch Schauspieler und Komiker. Und schon allein das Hören seiner Geschichten lässt einen glauben, dass er ein sehr guter Mensch ist. Er ist der kleine Junge, der immer alle zum Lachen bringt, besonders in den schweren Kriegszeiten.

Titel und Handlung des Buches stammen von einem Zitat von Bruno Bettelheim: "Ich bitte dich nur darum, mir die ersten sieben Jahre im Leben eines Mannes zu geben. Es ist alles da; den Rest kannst du behalten." (wobei ich das nirgendwo im Internet gefunden habe) Zum Glück geht Dario Fo hier etwas weiter, sodass wir auch einen Blick auf den italienischen Widerstand gegen den Faschismus werfen können.

Einige der Geschichten sind recht witzig, und das ganze Buch ist recht leicht zu lesen. Ich bin gespannt, mehr von diesem Autor zu lesen.

Ein Zitat, das mir besonders gut gefallen hat:
"Wenn ein Bauer stirbt, der das Land und die Geschichte der Menschen kennt, die es bearbeiten, wenn ein weiser Mann stirbt, der Mond und Sonne, Wind und Vogelflug zu lesen weiß, ... stirbt nicht nur ein Mann. Es stirbt eine ganze Bibliothek."

Buchbeschreibung:

"Der Nobelpreisträger Dario Fo, einer der bekanntesten und international erfolgreichsten Dramatiker, erinnert sich an seine Kindheit und Jugend. Mit einem scharfen Auge für die komischen Seiten des Lebens in allen Situationen beschreibt er sein Elternhaus am Ufer des Lago Maggiore, seine Begegnung mit der Malerei und der Literatur und erzählt von kleinen Schurkereien und großen Taten in bewegten Zeiten.

Das Leben schreibt noch immer die besten Geschichten. Und Dario Fo erzählt in komödiantischer Meisterschaft die skurrile Geschichte seines Lebens. Geboren zwischen Eisenbahnwaggons - sein Vater ist der geachtete Stationsvorsteher Felice - wächst er an den Ufern des Lago Maggiore auf. Ein zauberhafter Ort, der allerdings seinen Bewohnern harte körperliche Arbeit und Entbehrungen abverlangt. Das Leben in Armut und inmitten kleiner Gaunereien wird spätestens bei Kriegsausbruch zum Kampf ums Überleben. Zunächst aus der Perspektive des kleinen Jungen erzählt, der fest davon überzeugt ist, dass die Dächer in der nahe gelegenen Schweiz aus Schokolade sind, berichtet Fo über erste Begegnungen mit der Malerei und dem Volkstheater. Schon früh zeigt sich eine klare politische Haltung, die später im Widerstand gipfelt. Doch der Lebenskünstler Fo sieht immer auch die komische Seite, ob polnische und englische Kriegsgefangene ihrem Schicksal entkommen, weil sie in die Verkleidung einer Varietégruppe schlüpfen, oder ob er sich in einem Nonnenkloster vor der Einberufung versteckt.

Fos Autobiographie ist ein Muss für die Fans seiner Theaterstücke, doch auch alle anderen Leser werden sich dem Charme dieser italienischen Kindheit und Jugend nicht entziehen können."

Dario Fo "der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet" erhielt den Nobelpreis für Literatur in 1997.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 14. März 2026

Shelley, Mary Wollstonecraft "Frankenstein"

Shelley, Mary Wollstonecraft "Frankenstein" (Englisch: Frankenstein: or, The Modern Prometheus) - 1818

Ich wollte dieses Buch schon immer mal lesen. Es ist ein Klassiker, der zwar nicht so recht in mein übliches Genre passt, aber definitiv ein Klassiker ist. Angeblich einer der allerersten Science-Fiction-Romane. Mary Wollstonecraft verbrachte einige Zeit in der Schweiz mit ihrem späteren Ehemann Percy B. Shelley und Lord Byron, als sie beschlossen, einen Wettstreit auszutragen: Wer würde die beste Horrorgeschichte schreiben? Ich habe von den beiden anderen Autoren nichts gelesen, aber ich bin mir sicher, dass Mary gewonnen hat.

Wie gesagt, nicht mein übliches Genre, aber unser Lesekreis wählte es als Alternative zu den Lockdown-Maßnahmen, die viele von uns daran hinderten, unsere gewohnte Bibliothek zu nutzen. Wir brauchten also etwas, das wir online finden konnten. Zum Glück hatte mein Sohn noch einige seiner Bücher zu Hause, sodass ich das Buch sogar hatte.

Frankenstein ist nicht das Monster, wie viele glauben. Er ist der Schöpfer. Obwohl er vielleicht doch etwas Monsterhaftes an sich hat, da es ihm egal ist, was aus seiner Schöpfung wird. Er ist so hässlich, dass er keine sozialen Kontakte knüpfen kann und deshalb zum Monster wird.

Dieses Buch ist nicht nur eine Horrorgeschichte, sondern birgt auch viel Psychologie in sich. Wir erhalten Einblicke in die Gedankenwelt der Menschen, ihre Träume und Ambitionen.

Was mir am Science-Fiction-Teil besonders gefiel, war, dass es keine abwegigen Erklärungen zur Entstehung des Wesens gibt. Man sieht das so oft in Filmen: Da wird etwas absolut Unmögliches auf eine Weise dargestellt, von der man weiß, dass sie nicht funktionieren kann. Hier hingegen gibt es nichts, was man als Fehler bezeichnen könnte. Wir müssen uns einfach vorstellen, dass es so geschehen ist.

Und bevor ich es vergesse: Es ist großartig geschrieben. Nicht nur die Handlung, auch Stil und Technik sind wunderbar. Ein wunderschöner Klassiker.

Dies war unser internationaler Online-Lesekreis-Roman im Juni 2020.

Buchbeschreibung:

"Der Roman über den jungen Schweizer Viktor Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, ist ein seltenes Glanzstück der romantischen Schauerliteratur: Das grandiose erzählerische Geschick, mit dem die englische Autorin ihr Thema zu einer bis heute ungebrochen populären Geschichte verarbeitete, lässt ihren 'Frankenstein'-Roman weit über die meisten vergleichbaren Romane seiner Epoche hinausragen.

Samstag, 28. Februar 2026

McCullough, Colleen "Dornenvögel"

McCullough, Colleen "Dornenvögel" (Englisch: The Thorn Birds) - 1977

Ich habe dieses Buch vor Jahren gelesen, kurz nachdem die Miniserie 1983 herauskam. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich es damals auf Deutsch gelesen habe, weil ich damals nicht so leicht an englische Bücher herankam. Oder überhaupt nicht.

Ich wollte den Roman schon ewig noch einmal lesen und habe es inzwischen geschafft.

Ich denke, man kann dieses Buch getrost als epische Saga bezeichnen. Die Geschichte der Familie Cleary über zwei Generationen erzählt die Geschichte, wie sie Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts von Neuseeland nach Australien kommt und auch nach London und Rom zieht. Die Haupthandlung spielt jedoch in Neuseeland: Wie sich eine Familie in einem fremden Land niederlässt und alle nur erdenklichen Härten durchlebt.

Die Geschichte berührt fast jedes Thema. Nun ja, sie hat über 700 Seiten und bietet daher viel Raum für Drama. Sie ist so gut geschrieben. Die Charaktere werden so lebendig, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Man fürchtet mit ihnen, man freut sich mit ihnen. Man hat Mitleid mit ihnen, wenn etwas Schlimmes passiert. Einer solchen Familie kann viel Schlimmes widerfahren, aber es gibt auch einige unerwartete Seiten, unerwartete Wege, die diese Geschichte einschlägt.

Mir hat es besonders gefallen, weil es die Strapazen zeigt, die Menschen bei der Besiedlung eines neuen Kontinents durchmachen mussten. Auch wenn die Clearys nicht die ersten Siedler waren, gab es sowohl in Neuseeland als auch in Australien viel zu überwinden. Manche Dinge sollten wir heute nicht vergessen, wo all diese Länder über alle erdenklichen modernen Einrichtungen verfügen.

Wie auch immer, wenn ihr dicke Bücher liebt und gerne über Australien lesen möchtet, ist dies ein wunderbares Buch, egal ob ihr die Serie gesehen habt oder nicht. Lest es. Ihr werdet es nicht bereuen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, die DVD wieder herauszuholen.

Buchbeschreibung: 

"Nach einer Legende singt der Dornenvogel nur dann sein wunderschönes Lied, wenn es zum Sterben geht. Denn, so heißt es, das lebendige Wesen vermag erst dann höchste Vollendung zu erreichen, wenn es das Liebste - sein Leben - opfert.

Die stürmisch-romantische Saga einer außergewöhnlichen Familie, der Clearys. Die Geschichte beginnt zu Anfang unseres Jahrhunderts, als Paddy Cleary mit Frau und sieben Kindern von Neuseeland nach Australien auswandert, um dort auf einer der großen Farmen im weiten Grasland von Neusüdwales für seine ältere Schwester zu arbeiten. Die Saga endet mehr als ein halbes Jahrhundert später, als in der dritten Generation die letzte der Clearys, die brilliante Schauspielerin Justine, die Wurzeln ihres Geschicks nach Europa verpflanzt."

Donnerstag, 26. Februar 2026

Chevalier, Tracy "Das Geheimnis der Glasmacherin"

Chevalier, Tracy "Das Geheimnis der Glasmacherin. Venedig gestern, heute und für alle Zeiten" (Englisch: The Glassmaker) - 2024

Ich habe schon einige Romane von Tracy Chevalier gelesen, und sie waren alle sehr interessant. Sie handelten stets von unterschiedlichen Menschen in verschiedenen Gegenden und zu verschiedenen Zeiten.

Aber dieses Buch war etwas Besonderes. Nach den Beschreibungen dachte ich zunächst, es ähnele den Geschichten von Edward Rutherfurd, der uns durch die Jahrhunderte führt, indem er uns verschiedene Personen aus verschiedenen Familien vorstellt. Nun, dieses Buch war etwas anders. Die Geschichte beginnt 1494. Orsola Rossa, die Protagonistin, lebt mit ihrer Familie, die Glasmacher sind, in Murano. 500 Jahre später ist sie in ihren Sechzigern und hat eine Pestepidemie, mehrere Kriege und viele Veränderungen im Leben der Menschen, insbesondere der Frauen, miterlebt.

Obwohl ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dieser Erzählweise war, habe ich die Menschen in Murano und Venedig sehr ins Herz geschlossen. Nicht alle, aber die meisten. Und die Geschichte der Familie und wie sie all die Umbrüche überstanden hat, war ebenfalls fantastisch.

Man merkt, dass Tracy Chevalier viel Zeit und Mühe in die Recherche investiert hat. Ich fand es besonders spannend, all die Details der Glasherstellung kennenzulernen. Großartig!

Ich werde Venedig wohl nie besuchen, aber das ist ein guter Ersatz.

Buchbeschreibung:

"Venedig, 1468. Auf Murano, Wiege der Glaskunst, fließt die Zeit sanft wie das Wasser in den Kanälen. Doch der tragische Tod des Glasvirtuosen Lorenzo Rosso bringt die Welt zum Stillstand. In ihrer Verzweiflung nimmt Tochter Orsola das Schicksal der Familie in die Hand. Mutig kämpft sie gegen alle Konventionen und erlernt im Verborgenen das Handwerk des Vaters. Ihr gläsernes Geheimnis, zart wie die Perlen, die sie formt, trägt sie durch die Zeiten und das Leben der jungen Frau verschmilzt mit den Geheimnissen der Stadt. Orsolas Geschichte ist die Geschichte einer Frau, für die der Glaube an die Liebe und das Vertrauen auf sich selbst alles überdauern, und zugleich eine Liebeserklärung an eine der romantischsten Städte der Welt."

Samstag, 10. Januar 2026

Vergil "Aeneis"

Vergil "Aeneis" (Latin: Aeneis) - The Aeneid - 29-19 BC 

Ich bin kein großer Freund von Gedichten, und dies ist ein besonders bedeutendes Beispiel dafür, eines der frühesten. Ich fand es schwer verständlich, da ich lieber flüssige Geschichten in Prosa lese.

Dennoch verstehe ich, warum so viele Geschichten daraus zu erfolgreichen Filmen verarbeitet wurden. Es sind die Geschichten vom Beginn des Römischen Reiches, vom Beginn unseres heutigen Lebens. Viele von uns haben in der Schule die Geschichte Trojas und viele der anderen Geschichten, die in diesem Gedicht erzählt werden, gelernt.

Wie gesagt, keine leichte Lektüre, aber ich bin sehr froh, dass ich mich durchgekämpft habe, und es wird mir immer in Erinnerung bleiben, genau wie die "Die Odyssee" (Odyssey), ein weiteres Epos.

Buchbeschreibung:

"Vergils sagenhaftes Epos über die Flucht des Aeneas aus seiner brennenden Vaterstadt Troja, seine abenteuerlichen Irrfahrten, seinen Abstieg in die Unterwelt und seine Ankunft in der neuen Heimat Italien gehört seit über zweitausend Jahren zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken der Weltliteratur."

Samstag, 29. November 2025

Shakespeare, William "Viel Lärm um nichts"

Shakespeare, William "Viel Lärm um nichts" (Englisch: Much Ado About Nothing) - 1598/99

Wie viele von euch vielleicht wissen, bin ich kein großer Fan von Theaterstücken. Ich liebe es, sie im Theater oder sogar im Fernsehen zu sehen, und ich sage immer, dafür wurden sie geschrieben. Ab und zu möchte ich jedoch unbedingt ein Shakespeare-Stück lesen, und dieses habe ich zur Zeit der Covid-Pandemie gelesen, wo es ja fast unmöglich war, Theaterstücke zu sehen.

Eine meiner Lieblingsserien im Fernsehen ist "Viel Lärm um nichts" (Much Ado About Nothing) von und mit dem großartigen Kenneth Brannagh als Benedick und seiner damaligen Frau Emma Thompson (von der ich auch ein großer Fan bin) als Beatrice.

Vor einiger Zeit stieß ich auf die Leseversion des Stücks in der Auflage "No Fear" (Keine Angst) und dachte: "Das klingt interessant." Das Schöne daran ist, dass man nicht nur eine moderne Version des Stücks bekommt, sondern den Originaltext direkt daneben, links, und den neuen rechts. Dazu Erklärungen zu alten Ausdrücken usw. Genial. Besonders für Leute, die es nicht gewohnt sind, Klassiker zu lesen.

Natürlich hat es mir sehr geholfen, das Stück zu verstehen, um was es ging. Aber ich werde vielleicht versuchen, noch mehr von dem Dichter aus Stratford-upon-Avon bei diesem Verlag zu lesen.

Inzwischen habe ich auch eine Theaterversion sehen können. Einfach fantastisch.

Buchbeschreibung:

"Zwei Paare, so manche Intrige, zahlreiche Verwicklungen und ein strahlendes Happy End - dies sind die Zutaten, die Shakespeare Ende des 16. Jahrhunderts in seiner herrlich flirrenden Komödie Viel Lärm um nichts verarbeitete. Während der tapfere Kriegsheld Claudio das Herz der schönen Hero zu gewinnen sucht, spinnt der böswillige Don Juan eine finstere Intrige, um das Glück der beiden Liebenden zu zerstören. Beatrice und Benedikt hingegen, beide überaus scharfzüngig und um keine spitze Bemerkung verlegen, sind sich derweil zunächst alles andere als zugetan, doch schon bald fassen ihre Freunde den Entschluss, ihrem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen ..."

Shakespeare, William "Romeo und Julia"

Shakespeare, William "Romeo und Julia" (Englisch: Romeo and Juliet) - 1597

Es ist immer seltsam, einen bekannten Klassiker zum ersten Mal zu lesen. So ging es mir mit "Romeo und Julia". Wir alle wachsen mit der Geschichte auf, sie wird immer wieder in anderen Büchern, Theaterstücken und Filmen nacherzählt. Und da ich nicht besonders gerne Theaterstücke lese, die meiner Meinung nach eher aufgeführt als gelesen werden sollten, hatte ich die ganze Geschichte nie gelesen.

Also habe ich es mir besorgt. 126 Seiten, kein großer Aufwand, kann man in ein oder zwei Tagen lesen, also selbst wenn mir das Buch nicht gefällt, ist es kein Problem.

War es die Mühe wert? Absolut. Shakespeares Schreibstil macht es lohnenswert, seine Stücke zu lesen, auch wenn es nicht immer leicht ist, diese alten englischen Wörter zu verstehen. Oh, so schreiben zu können! Wie wunderbar wäre das. Aber ihn zu lesen ist die beste Alternative.

Buchbeschreibung:

"Julia liebt Romeo und Romeo liebt Julia. Doch die Liebe darf nicht sein, denn zwischen den Familien des Paares herrscht seit Generationen bittere Feindschaft. Beim ersten Ton der Lerche muss Romeo aus Verona fliehen. Um die erzwungene Hochzeit mit dem adeligen Paris zu verhindern, nimmt Julia einen Schlaftrunk. Alle halten sie für tot - auch Romeo, der daraufhin eine schicksalhafte Entscheidung trifft.

Die Sehnsucht nach Liebe, nach einem friedlichen Zusammenleben bleibt aktuell - auch in unserer Gegenwart.
"

Montag, 3. November 2025

Monferat, Benjamin "Welt in Flammen"

Monferat, Benjamin (Stephan Rother) "Welt in Flammen" [World in Flames] - 2014

Dies ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher des Jahres. Und ich möchte unbedingt das ander Buch des Autoren üer den Orient Express lesen: "Der Turm der Welt".

Zuerst einmal zur Ausstattung. Das Titelbild ist vielversprechend, eine einzelne Frau läuft an einem Zug vorbei, der Dampf der Lokomotive verhüllt nicht nur sie, sondern auch einen Teil des Bahnhofs in ein geheimnisvolles Szenario.

Das Buch hat nicht nur eine Klappe vorne mit der Landkarte, die alle Städte angibt, durch die der Zug fährt (und fdamit ast ganz Europa, angefangen im Süden von Dänemark), es hat auch hinten eine mit den Wagen des Zuges und welcher der Charaktere in welchem Abteil untergebracht ist, wo die Speisewagen sind usw. Einfach ein Vergnügen, so ein Buch in die Hand zu nehmen und sich auf das Lesen zu freuen.

Zum Glück geht es dann so weiter. Im Mai 1940 fährt der letzte Orient-Express zum letzten Mal. In dieser fiktiven Geschichte geht es um einiges, ein König aus einem Balkanstaat fährt mit um sein Land zurückzuerobern, einige andere interessante Personen, die im Kriegsgeschehen mitmischen wollen und - der wichtigste Passagier: ein Zug, hinter dem Hitler besonders her ist, dern Wagen von Compiègne (Wagon de L’armistice). Minutiös wird die Fahrt beschrieben, wir lernen alle Personen und ihre Vorgeschichte kennen. Und es findet so manche Überraschung statt. Die ganze Story ist einfach spannend.

Selbstverständlich sind all diese Personen erfunden, und es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Mischung an Bord war. Aber man mag es sich gerne so vorstellen. Man vergibt ja immer bis zu 5 Punkten für ein Buch, dieses hat mindestens 6 verdient.

Buchbeschreibung:

"Mai 1940: Deutsche Panzer rollen westwärts. Während in Paris die Angst um sich greift, bricht der Simplon Orient Express ein letztes Mal nach Istanbul auf. An Bord des Zuges eine schicksalhafte Reisegesellschaft. Jeder der Fahrgäste mit einem ganz eigenen Grund, diese letzte Fahrt unter allen Umständen anzutreten: Ein Balkanfürst will die Herrschaft über sein Land zurückfordern. Seine jüdische Geliebte fürchtet um ihre Liebe – und um ihr Leben. Ein deutscher Spion setzt alles daran, sie zu beschützen. Ein russischer Großfürst ist auf der Flucht, die Sowjetmacht ihm längst auf den Fersen. Eine Stummfilmdiva fürchtet das Vergessenwerden mehr als den Krieg. Ebenfalls an Bord – Agenten aller kriegführenden Mächte. Was niemand ahnt: Im Zug befindet sich etwas, nach dem Hitler seine Truppen in ganz Europa suchen lässt. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem schlechten Stern. Jeder Grenzübertritt kann das Ende bedeuten. Jeder der Passagiere fürchtet den nächsten Tag. Schließlich bricht Feuer aus. Und während Europa in Dunkelheit versinkt, rast der Express als lodernde Fackel durch die Nacht ..."

Im Nachwort schreibt der Autor übrigens, dass das Wort "Geschichte" in der deutschen Sprache ja mehrere Bedeutungen besitzt. Zum einen "die historische Überlieferung und ihre wissenschaftliche Erforschung", zum anderen "die rein fiktive Handlung eines Romans". Er betont auch, das dies kein historischer Roman ist, befürchtet aber, dass man ihn als solchen wahrnehmen wird. Das habe ich auch getan. Aber gerade bei solchen Büchern schlage ich viel nach, weil ich dann wissen möchte, was wirklich geschah.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Hemingway, Ernest "In unserer Zeit"

Hemingway, Ernest "In unserer Zeit" (Englisch: In Our Time) - 1925

Ich habe dieses Buch ausgewählt, weil für unsere "Read the Year"-Challenge das Jahr 1925 vorgegeben war. Ein ganzes Jahrhundert. Ich hatte bereits einige Bücher aus diesem Jahr gelesen, daher war die Auswahl nicht gerade begrenzt, aber auf meiner Wunschliste gab es kein einziges Buch, das zu der Challenge gepasst hätte. Also habe ich mich für einen Autor entschieden, den ich mag und von dem ich mehr lesen wollte.

Hätte ich es gewählt, wenn mir bewusst gewesen wäre, dass es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt? Wahrscheinlich nicht. Zugegeben, sie waren irgendwie miteinander verknüpft. Aber es hat mich trotzdem nicht wirklich gefesselt.

Allerdings war dies seine erste Veröffentlichung, und wir erkennen viele Themen, die in seinen späteren Werken auftauchen werden. Dass ich einige davon gelesen hatte, hat mir geholfen.

Also nicht mein Lieblingsbuch von ihm.

Buchbeschreibung:

"Diese fünfzehn Stories erzählen verhalten, knapp und einfach von alltäglichen Menschen und Ereignissen, aber die Magie dieser scheinbar kunstlosen Sprache erschließt hinter der Oberfläche einen Bezirk menschlicher Erfahrungen, n dem nichts mehr alltäglich und gleichgültig ist: Einsamkeit, Vergeblichkeit und Mehrdeutigkeit des Daseins werden in diesen Geschichten bezwingend vergegenwärtigt."

Ernest Hemingway erhielt den Nobelpreis für Literatur 1954 "für seine kraftvolle und innerhalb der heutigen Erzählkunst stilbildende Meisterschaft, jüngst an den Tag gelegt in 'The Old Man and the Sea', (dt. Der alte Mann und das Meer)und den Pulitzerpreis für "The Old Man and the Sea" in 1953.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 18. Oktober 2025

James, Henry "Daisy Miller"

James, Henry "Daisy Miller" (Englisch: Daisy Miller) - 1879

Der Autor beschreibt das Leben einer Amerikanerin im Europa des 19. Jahrhunderts. Wie das Leben in den USA mit dem in Europa kollidiert, wo man noch altmodische Umgangsformen beachten muss, während die Amerikaner damals viel unabhängiger waren.

Mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte ist, dass sie zu kurz ist. Man hat gerade erst mit dem Lesen begonnen, und schon ist es vorbei. Nicht wirklich toll für mich. Und ich würde es nicht als Komödie bezeichnen. Ich habe kein einziges Mal gelacht, was ich von einer Komödie normalerweise erwarte.

Trotzdem gibt es in diesem Buch vieles, das einer näheren Betrachtung bedarf. Haben wir uns wirklich so sehr verändert, dass wir nicht mehr an Konventionen glauben, wie wir uns ständig einreden? Sind wir wirklich so viel "moderner" als die Menschen vor 200 Jahren? Manchmal, nein oft, habe ich da meine Zweifel.

Es ist ein gutes Buch über die Gesellschaft und ihre Vorurteile. Lesenswert. Sicherlich nicht mein letztes Buch von Henry James.

Buchbeschreibung:

"Der junge Amerikaner Winterbourne, der im Schweizer Kurort Vevey eigentlich nur seine Tante besuchen will, lernt dort eine bezaubernde, blutjunge Lady kennen, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Obwohl sie nach Meinung seiner Tante unter seinem Stand ist, kann er nicht anders, als diesem faszinierenden Wesen näher zu kommen. Nach einem gemeinsamen Ausflug ins nahegelegene Schloss Chillon, der von den Verwandten misstrauisch beäugt wird, muss Winterbourne sich verabschieden, um in Genf 'gewissen Geschäften' nachzugehen. Doch als er im darauf folgenden Winter erfährt, dass sich Daisy Miller mit ihrer Familie in Rom aufhält, reist er dorthin, um die exquisite Schönheit wiederzusehen ..."

Dienstag, 7. Oktober 2025

Raittila, Hannu "Canal Grande"

Raittila, Hannu "Canal Grande" (Finnisch: Canal Grande) - Canal Grande - 2001

Ich glaube nicht, dass ich dieses Buch jemals gefunden hätte, wenn es Bookcrossing nicht gäbe. Ihr wisst schon, die Website, die Leser dazu ermutigt, Bücher zu lesen, sich zu registrieren und sie anderen zugänglich zu machen. Super Idee, denn sonst hätte ich viel Spaß verpasst.

Eine Gruppe finnischer Wissenschaftler reist nach Venedig, um den Untergang zu verhindern. Die finnische und italienische Mentalität und … ähm … Arbeitsmoral prallen, gelinde gesagt, aufeinander.

Ein witziger, völlig absurder Roman, teils chaotisch, teils unglaublich komisch. Ich fand ihn toll. Wenn ihr mehr über die Menschen dieses kleinen skandinavischen Landes erfahren wollt, lest dieses Buch.

Buchbeschreibung:

"Fünf Finnen und ein Sanierungsfall

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.

Was geschieht, wenn fünf Finnen im Auftrag der UNESCO nach Venedig reisen, um die Stadt vor dem Versinken zu retten? Nun, es geschieht eine ganze Menge Unsinn. Urkomisch, intelligent, voller Anspielungen auf Literatur, Kunst und Kultur: '
Canal Grande' ist ein fesselnder Roman und eine unterhaltsame Auseinandersetzung nicht nur mit Venedig, sondern auch mit den Finnen und der abendländischen Kultur."

Montag, 6. Oktober 2025

Vreeland, Susan "Die Malerin"

Vreeland, Susan "Die Malerin" (Englisch: The Passion of Artemisia) - 2002

Ich habe "Mädchen in Hyazinthenblau" (Girl in Hyacinth Blue) von dieser Autorin vor ein paar Jahren gelesen und war begeistert. Ich wollte schon immer mal wieder etwas von ihr lesen. Nun stieß ich auf dieses Buch über eine Frauenfigur aus dem Barock. Obwohl ich Kunst liebe, hatte ich noch nie von Artemisia Gentileschi gehört. Typisch, Frauen werden normalerweise nicht besonders gewürdigt.

Zunächst einmal gefällt mir die Einleitung der Autorin sehr gut. Sie erwähnt, dass jedes fiktive Werk über Geschichte oder eine historische Figur ein Werk der Fantasie und nicht der Realität ist. Sie erzählt ihre Geschichte auf der Grundlage bekannter Beweise. Sie verwendet tatsächliche Werke der Künstlerin und wirkliche Ereignisse. Das hat mir sehr gefallen.

Ihr Schreibstil ist sehr lebendig. Ihre Beschreibungen sind sehr detailliert. Wir konnten sehen, wie die Menschen damals lebten, was ihre Hoffnungen und Ängste waren. Welchen Einfluss die Kirche auf ihr Leben hatte.

Durch diesen Roman lernte ich eine wundervolle Frau kennen, eine begeisterte und begabte Malerin, die mit den Zwängen der Zeit zu kämpfen hatte, aber dennoch wunderschöne Kunstwerke schuf.

Ich werde nach weiteren Büchern von Susan Vreeland suchen. Sagt mir Bescheid, wenn ihr eines gelesen habt.

Buchbeschreibung:

"Rom zur Zeit der Renaissance: Die junge Künstlerin Artemisia Gentileschi lebt nur für ihre große Leidenschaft, die Malerei. Doch ihre Liebe zur Kunst wird ihr zum Verhängnis, als Artemisia den Mann, der ihr im Atelier ihres Vaters Gewalt angetan hat, vor aller Augen anklagt. Sie wendet sich damit gegen die Moralvorstellungen ihrer Zeit und wird öffentlich gedemütigt."