"Nina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren.
Dienstag, 29. September 2026
Tschukovskaya, Lydia "Untertauchen"
"Nina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren.
Samstag, 22. August 2026
Fatland, Erika "Sowjetistan"
Nachdem ich "Die Grenze" (The Border) der norwegischen Autorin gelesen hatte, in dem sie die gesamte russische Grenze bereist und jedes angrenzende Land besucht, war ich gespannt auf ihr erstes Buch, in dem sie die zentralasiatischen Staaten (die sogenannten "Stans") besucht, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden.
Ich wurde nicht enttäuscht. Erika Fatland scheint ihre Themen gründlich zu recherchieren. Sie spricht mehrere Sprachen, darunter Russisch, was die Arbeit erleichtert, aber sie trifft dennoch viele Menschen, die keine ihrer Sprachen sprechen. Man merkt ihr die Erfahrung an, die sie im Umgang mit anderen Kulturen gesammelt hat. Und es ist interessant, die Perspektive einer Frau auf diesen Teil der Welt zu lesen – das kommt nicht allzu oft vor.
Diese Region blickt auf eine lange Geschichte zurück, länger als die europäische, definitiv länger als die der "Neuen Welt". Dieses Buch macht uns bewusst, dass wir immer die Geschichte eines Landes betrachten müssen, wenn wir es verstehen wollen. Von den mongolischen Eroberern über das Russische Reich bis hin zur Sowjetunion – all diese Länder haben viel Leid erfahren müssen. Es ist nicht einfach, innerhalb einer Generation zu dem zurückzukehren, was wir "normale Demokratie" nennen. Einige Länder scheinen auf einem besseren Weg zu sein als andere, aber ich bin sicher, es wird noch lange dauern, bis alle Einwohner ein freies Leben führen können.
Die Autorin erzählt uns von der Seidenstraße, den Bergen und Tälern, den einst so reichen Städten (wie Samarkand – weckt dieser Name nicht geradezu verträumte Assoziationen an Tausendundeine Nacht?). Und von den ethnischen Gruppen, die diese Gegend seit Jahrtausenden bewohnen. Indem sie ihre Geschichte in den historischen Kontext einordnet, vermittelt sie uns einen guten Eindruck vom Leben in diesen Ländern. Von alten Bräuchen wie dem Brautraub bis zum Reichtum aus dem Ölgeschäft gibt es viel zu entdecken.
Wir erfahren von Dschingis Khan und Timur (auch bekannt als Tamerlan), zwei mongolischen Eroberern, die die Region ebenso stark prägten wie später Stalin.
Vor einiger Zeit las ich ein Buch über die Hutterer (Das vergessene Volk/The Forgotten People), die über diese Region nach Kanada kamen. Erika Fatland erwähnt darin auch die Mennoniten, die dasselbe Schicksal erlitten, von denen einige noch heute in ihrer Gegend leben. Es war interessant, diese beiden Religionsgruppen zu vergleichen.
Aber das sind nicht die einzigen interessanten Menschen, denen die Reisende begegnete. Es gibt unzählige Anekdoten über die Menschen, die sie traf, und wie sie oft herzlich empfangen wurde.
Da ist zum Beispiel dieser Mann (Igor Savitsky, siehe hier auf Wikipedia), der mitten im Nirgendwo – selbst für usbekische Verhältnisse – ein Museum gründete: das Staatliche Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan, benannt nach I.V. Savitsky, auch bekannt als Nukus-Kunstmuseum oder Savitsky-Museum und Wüste der Verbotenen Kunst.
Oder sie spricht mit Menschenrechtsaktivisten, Menschen, die in den Bergen ohne Strom oder irgendetwas anderes leben, was wir alle für ein menschenwürdiges Leben als notwendig erachten. Sie leben bewusst so. Absolut faszinierend.
Wie immer war es großartig, über einen Teil der Welt zu lesen, über den wir so wenig wissen. Die meisten Europäer könnten auf einer Karte nicht einmal die richtigen Länder finden, geschweige denn die Hauptstädte nennen. Ich habe sie mir jetzt gemerkt und hoffe, sie mir zu merken. Allerdings wurde Nur-Sultan wieder zu Astana umbenannt. Wer weiß, wie lange das so bleibt:
Kasachstan: Nur-Sultan, ehemals Astana
Kirgisistan: Bischkek
Tadschikistan: Duschanbe
Turkmenistan: Aşgabat
Usbekistan: Taschkent
Zugegeben, das Buch behandelt so viele Themen – Anthropologie, Kommunismus, Diktatur, Wirtschaft, Ökologie, Menschenrechte, Politik, Religion, Soziologie, einfach alles, was zum menschlichen Leben gehört –, aber es ist trotzdem eine sehr angenehme Lektüre.
Ich fand es auch sehr wertvoll, diese Welt aus der Perspektive einer Frau zu sehen. Einer Frau, die in einer freien Welt aufgewachsen ist und daher die Einschränkungen, mit denen Frauen in diesen Ländern leben müssen, viel besser kennt als jeder Mann. Bravo, Erika!
Dies war das Buch, das unser internationaler Online-Lesekreis im November 2020 gelesen hat.
Einige Kommentare der Leser:
- Ich hatte einmal ein Reisebuch gelesen, das mir nicht gefallen hatte, und dachte deshalb, dieses hier würde mir auch nicht gefallen. Aber es hat mich absolut gefesselt und mein Interesse durch die vielen Ebenen von Geschichte, Politik, Kultur, Reisen usw. geweckt.
- In unserem Treffen haben wir viel darüber gesprochen, wie die Nostalgie für die UdSSR aufkommt und wie wir beispielsweise in Finnland, die dieses Buch lesen, darauf reagieren könnten.
- Mir persönlich hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es hat meinen Horizont in vielen Bereichen erweitert und war wirklich gut geschrieben. Buchbeschreibung:
Buchbeschreibung:
"Eine Reise durch die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens: Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan. Voller Fragen, Neugierde und Abenteuerlust machte sich die norwegische Journalistin Erika Fatland auf in diesen so fernab gelegenen Teil der Welt. Sowjetistan ist das Ergebnis dieser Reise: eine beeindruckende Reportage voller erstaunlicher, ergreifender und skurriler Geschichten, Begebenheiten und Begegnungen, die einem immer wieder aufs Neue die Augen öffnen.
Mit dem Ende der Sowjetunion feierten diese fünf Staaten ihre Unabhängigkeit. Sie erstrecken sich von der Wüste bis ins Hochgebirge, gelangten, wie Kasachstan, dank großer Öl- und Gasreserven zu beachtlichem Reichtum, oder zählen, wie Usbekistan, zu den ärmsten Ländern der Welt. Was sie eint, ist eine große Zerrissenheit – zwischen jahrzehntelanger Sowjetherrschaft und autonomer Selbstverwaltung; zwischen hypermoderner Großmachtinszenierung und ärmlichen Lebensbedingungen; zwischen diktatorischem Herrscherkult und höchst lebendigen Traditionen und Kulturen. Erika Fatland erzählt von Samarkand und Dschingis Khan, von Brautraub und der Kunst der Adlerjagd, von erstaunlichen Machtdemonstrationen korrupter Despoten, von marmornen Städten und riesigen Goldstatuen, die sich mit der Sonne drehen.
Sowjetistan ist ein fulminant erzähltes, ebenso bereicherndes wie lehrreiches Buch über einen im wahrsten Sinne des Wortes unfassbaren Teil der Welt."
Samstag, 17. Januar 2026
Hannah, Kristin "Ein Garten im Winter"
"Als ihr Vater stirbt, verlieren die ungleichen Schwestern Meredith und Nina Whitson ihren größten Rückhalt. Auf dem Totenbett hat er ihnen das Versprechen abgenommen, sich um die Mutter zu kümmern, die ihr Leben lang kalt und abweisend zu ihren Töchtern war. Als es ihr immer schlechter geht, rückt die Familie enger zusammen. Die ungewohnte Nähe ist eine große Herausforderung für alle. Doch ein dramatischer Zwischenfall lässt die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen."
Wir haben dieses Buch im Mai 2013 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.
Samstag, 13. Dezember 2025
Solschenizyn, Alexander "Große Erzählungen"
Ich bin ja kein großer Fan von Kurzgeschichten, wollte aber schon immer mal etwas von Solschenizyn lesen. Als ich dann dieses Buch fand, das mit einer seiner größten Erzählungen, "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", beginnt, dachte ich, ich versuche es einfach mal.
Buchbeschreibung:
"Die hier neu veröffentlichten Erzählungen begründeten den Ruhm des modernen russischen Klassikers und Nobelpreisträgers Alexander Solschenizyn."
Aber auch die anderen Geschichten sind hervorragend, deshalb beschreibe ich sie hier alle, aber keine Angst, es sind nur vier.
Buchbeschreibung:
"'Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch' über den Alltag in einem stalinistischen Arbeitslager war das aufsehenerregendste Buch, das nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion veröffentlicht wurde. Die in seiner Folge entstandenen und in diesem Band neu vorgelegten Erzählungen begründeten den Ruhm des russischen Nobelpreisträgers."
"Zum Nutzen der Sache" (Russisch: Для пользы дела/Dlja pol'zy dela) - 1963
Buchbeschreibung:
"In 'Zum Nutzen der Sache' zeichnet Solschenizyn ein bemerkenswertes Bild des sowjetischen Lebens. Er schildert die gesamte Bandbreite, von einfachen Schülern, Arbeitern und Lehrern bis hin zu den allmächtigen Beamten in Moskau, deren gesichtslose, kafkaeske Anonymität Furcht einflößt. Wie seine weltberühmten Romane 'Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch', 'Der erste Kreis' und 'Die Krebsstation' ist auch 'Zum Nutzen der Sache', an einer neuen Provinzschule angesiedelt, eine vernichtende Anklage gegen die Unterdrückung einfacher, anständiger Menschen durch karriereorientierte sowjetische Bürokraten. Solschenizyn präsentiert die Konflikte zwischen Recht und Unrecht, zwischen der Freiheit des Einzelnen und der Härte des Systems mit absoluter Aufrichtigkeit und Überzeugung."
Eine weitere großartige Geschichte, in der wir den "kleinen Mann" – oder in diesem Fall die "kleine Frau" – kennenlernen, der mit dem auskommen musste, was ihm gegeben oder erlaubt war. Diese Geschichte basiert auf Solschenizyns eigenen Erfahrungen als Lehrer nach seiner Entlassung aus dem Gulag.
Buchbeschreibung:
"1956, nachdem er seine Qualen im Gulag hinter sich gelassen hatte, wollte Alexander Solschenizyn in einem ruhigen Winkel der UdSSR untertauchen und bewarb sich als Mathematiklehrer. Auf der Suche nach einer Unterkunft in der Stadt, in die er versetzt worden war, sah er die Hütte von Matrona, einer älteren Witwe, die dort mit einer lahmen Katze und einer Ziege lebte, und beschloss, dort zu bleiben.
'Matrjonas Haus' ist die Geschichte einer alten Bäuerin, deren zäher Kampf gegen Kälte, Hunger und gierige Verwandte von einem jungen Mann beschrieben wird, der sie erst nach ihrem Tod versteht."
Offenbar basiert diese Geschichte auf wahren Begebenheiten, genauer gesagt auf einem Unfall im Zweiten Weltkrieg. Ich kann mich nur wiederholen: Der Autor ist ein großartiger Erzähler.
Buchbeschreibung:
"In 'Ein Zwischenfall am Bahnhof Krechetowka' trifft ein Leutnant der Roten Armee auf einen verstörenden Nachzügler und muss entscheiden, was er mit ihm anfangen soll."
Alexander Solschenizyn erhielt den Nobelpreis für Literatur 1970 "für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat".
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Mittwoch, 19. November 2025
Pasternak, Boris "Doktor Schiwago"
Buchbeschreibung:
"Im russischen Zarenreich aufgewachsen, erlebt der Moskauer Arzt Shiwago den Ausbruch der Revolution. Alle Hoffnungen auf eine glänzende Karriere werden mit der neuen Ordnung zerstört, und Shiwago beschließt, mit seiner Familie auf ein Landgut reicher Verwandter zu ziehen. Die Familienidylle gerät ins Wanken, als Shiwago Lara wieder trifft, die er in einem Lazarett kennenlernte … Sein halbes Leben lang arbeitete Boris Pasternak an diesem Roman, der in der Sowjetunion nicht publiziert werden durfte. In der Verfilmung mit Omar Sharif wurde er zum Klassiker."
Boris Pasternak erhielt 1958 den Nobelpreis für Literatur "für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition".
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Samstag, 30. August 2025
Alexievich, Svetlana "Secondhand-Zeit"
"In der UdSSR geboren - das ist eine Diagnose." Das sagte eine der von der Autorin interviewten Personen, und es wäre auch ein toller Titel für dieses Buch gewesen.
Ich liebe ihr Verständnis für alle, wie sie es schafft, ihre Gefühle und Geschichten so zu erzählen, als wären wir mit den Erzählern dabei. Ich konnte mich auch mit vielen Geschichten identifizieren. Da wir in einer anderen Zeit aufgewachsen sind, haben wir wahrscheinlich viel von dem durchgemacht, was die ehemaligen Sowjets nach dem Zerfall ihres Staates durchmachen mussten. Nicht genau dasselbe, aber unser Leben war dem doch näher als das unserer Kinder heute. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich russische Literatur immer geliebt habe.
Und dann sind da noch die Geschichten, die sie erzählt, die uns ihren Interviewpartnern näherbringen. Mir gefiel, wie sie sagten: "Für uns ist die Küche nicht nur ein Ort zum Kochen, sie ist ein Esszimmer, ein Gästezimmer, ein Büro, eine Rednerbühne." und "Wir unterhalten uns gerne in der Küche, lesen ein Buch. 'Leser' ist unsere Hauptbeschäftigung." Oder ihre Witze über Politik – die besten Witze stammen immer von Unterdrückten. "Wie erkennt man einen Kommunisten? An jemandem, der Marx liest. Und wie erkennt man einen Antikommunisten? An jemandem, der ihn versteht." Aber einer meiner Lieblingssätze ist: "In fünf Jahren kann sich in Russland alles ändern, in zweihundert Jahren gar nichts."
Die Autorin hat mit ihrem Werk eine lebendige Geschichte der UdSSR zusammengestellt, ihre Misserfolge und ihre positiven Seiten. Ja, es gab viele Menschen, die in ihrer Unterdrückung etwas Positives sahen, und teilweise verstehe ich sie sogar. Abgesehen vom obigen Witz ist der Kommunismus eine gute Idee, wenn er nur für andere Spezies als den Menschen erfunden worden wäre. Weil der Mensch gierig ist, wird er niemals teilen wollen, und Karl Marx träumte davon, dass dies möglich sein könnte. Er teilte diesen Traum mit so vielen Menschen, genauso wie viele Menschen noch immer an den amerikanischen Traum glauben und daran, eines Tages Millionäre zu sein.
Svetlana Alexijewitsch bringt uns dazu, wie Russen zu denken, ihr tragisches Leben zu verfolgen und uns vorzustellen, dass wir es hätten sein können. Ich habe irgendwo gelesen, ihr Thema sei die "Geschichte der russisch-sowjetischen Seele". Keine schlechte Beschreibung. Ich habe noch nie eine so gute und prägnante Beschreibung des Lebens anderer Menschen gelesen. Sie fragte ihre Mitbürger, was sie unter "Freiheit" verstehen, und erhielt unterschiedliche Antworten von denen, die sich an die UdSSR erinnerten, und denen, die sich nicht an sie erinnerten. Sie sind in verschiedenen Ländern aufgewachsen. Ich kann das insofern nachvollziehen, als unser Land in Ost und West geteilt war, wahrscheinlich so, wie die UdSSR/Russen in Vorher und Nachher geteilt sind. Wir sprechen dieselbe Sprache, haben aber viele unterschiedliche Erinnerungen.
Belov, Vasily Ivanovich (Васи́лий Ива́нович Бело́в)
Berdyaev, Nikolai Alexandrovich (Никола́й Алекса́ндрович Бердя́ев
Chernyshevsky, Nikolay Gavrilovich (Никола́й Гаври́лович Черныше́вский)
Dobrolyubov, Nikolay Alexandrovich (Никола́й Алекса́ндрович Добролю́бов)
Dovlatov-Mechik, Sergei Donatovich (Серге́й Дона́тович Довла́тов)
Fyodorov, Nikolai Fyodorovich (икола́й Фёдорович Фёдоров)
Galaktionovich, Vladimir (Влади́мир Галактио́нович Короле́нк)
Grinevsky, Aleksandr Stepanovich (better known by his pen name, Aleksandr Grin, Александр Грин)
Grossman, Vasily Semyonovich (Васи́лий Семёнович Гро́ссман)
Herzen, Aleksandr Ivanovich (Алекса́ндр Ива́нович Ге́рцен)
Iskander, Fazil Abdulovich (Фази́ль Абду́лович Исканде́р)
Kollontai, Alexandra Mikhailovna (Алекса́ндра Миха́йловна Коллонта́й - née Korolenko, Domontovich, Домонто́вич)
Lermontov, Mikhail Yuryevich (Михаи́л Ю́рьевич Ле́рмонтов)
Nekrassow, Nikolai Alexejewitsch (Николай Алексеевич Некрасов)
Ogarev, Nikolay Platonovich (Никола́й Плато́нович Огарёв)
Okudzhava, Bulat Shalvovich (Була́т Ша́лвович Окуджа́ва)
Platonov, Andrei (Андре́й Плато́нов)
Pushkin, Alexander Sergeyevich (Алекса́ндр Серге́евич Пу́шкин)
Rasputin, Grigori Jefimowitsch (Григорий Ефимович Распутин)
Saltykov-Shchedrin, Mikhail Yevgrafovich (Михаи́л Евгра́фович Салтыко́в-Щедри́н)
Shalamov, Varlam Tikhonovich (Варла́м Ти́хонович Шала́мов)
Uspensky, Gleb Ivanovich (Глеб Ива́нович Успе́нский)
Bücher:
Belyaev, Alexander Romanovich (Беляев, Александр Романович) "Человек-амфибия=Chelovek-Amfibiya" (Amphibian Man/Der Amphibienmensch) - 1927
Brezhnev, Leonid Ilyich (Бре́жнев, Леони́д Ильи́) "Малая земля=Malaja semlja" (Little Land/Das kleine Land) - 1978
Brezhnev, Leonid Ilyich (Бре́жнев, Леони́д Ильи́) "Возрождение=Vozrozhdenie" (Rebirth/Wiedergeburt) - 1978
Brezhnev, Leonid Ilyich (Бре́жнев, Леони́д Ильи́) "Целина=Celina" (The Virgin Lands/Neuland) - 1979
Bulgakov, Mikhail (Булгаков, Михаил Афанасьевич) "Ма́стер и Маргари́та=Master i Margarita" (The Master and Margarita/Der Meister und Margarita) - 1967
Bunin, Ivan Alekseyevich (Бунин, Иван Алексеевич) "Okajannyje dni=Окаянные дни" (Cursed Days/Verfluchte Tage) (Nobel) - 1926
Chekhov, Anton Pavlovich (Чехов, Антон Павлович) "Сапожник и нечистая сила= Sapozhnik i nechistaja sila" (The Cobbler and the Devil aka The Shoemaker and the Devil/Der Schuster und das Böse) - 1888
Chernyshevsky, Nikolay Gavrilovich (Чернышевский, Николай Гаврилович) "Что делать?=Chto delat?" (What is to be done?/Was tun?) - 1863
Dostojevskij, Fyodor Mikhailovich (Фёдор Миха́йлович Достое́вский) "Братья Карамазовы/Brat'ya Karamazovy" (The Brothers Karamazov/Die Brüder Karamasow) - 1879-80
Fadejew, Alexander Alexandrowitsch (Александр Александрович Фадеев) "Molodaia gvardia=Молодая гвардия" (The Young Guard/Die junge Garde) - 1946
Gogol, Nikolai Vasilievich (Никола́й Васи́льевич Го́голь) "Шинель=Shinel" (The Overcoat/Der Mantel) - 1842
Marx, Karl "Das Kapital" (Capital: Critique of Political Economy) - 1867
Ostrovsky, Nikolai Alexeevich (Николай Алексеевич Островский) "Как закалялась сталь=Kak zakalyalas' sta" (How the Steel Was Temperered/Wie der Stahl gehärtet wurde) - 1832-34
Pasternak, Boris Leonidovich (Пастернак, Борис Леонидович) "Доктор Живаго=Doktor Živago" (Doctor Zhivago/Doktor Schiwago) - 1957
Polevoy, Boris Nikolaewich (Борис Николаевич Полевой) "Повесть о настоящем человеке= Povest' o nastojashhem cheloveke" (The Story of a Real Man/Der wahre Mensch) - 1947
Rybakov, Anatoly Naumovich (Рыбаков, Анатолий Наумович) "Дети Арбата=Deti Arbata" (Children of the Arbat/Kinder des Arbat) - 1987
Sholokhov, Mikhail Aleksandrovich (Шолохов, Михаил Александрович) "Они сражались за Родину=Oni srazhalis' za Rodinu" (They Fought for Their Country/Sie kämpften für ihre Heimat) - 1959 Nobel Prize
Solzhenitsyn, Aleksandr Aleksandr Isayevich (Солженицын, Александр Исаевич) "Архипелаг ГУЛАГ=Archipelag GULAG" (The Gulag Archipelago/Der Archipel Gulag) - 1973
Solzhenitsyn, Aleksandr Isayevich (Солженицын, Александр Исаевич) дин день Ивана Денисовича=Odin den' Ivana Denisovicha" (One Day in the Life of Ivan Denisovich/Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch) - 1962
Tolstoy, Lew Nikolajewitsch (Толстой, Лев Николаевич) "Война и мир=Woina I Mir" (War and Peace/Krieg und Frieden) - 1868/69
Turgenev, Ivan Sergeyevich (Тургенев, Иван Сергеевич) "Zapiski Okhotnika=Записки охотника" (A Sportsman's Sketches aka The Hunting Sketches/Aufzeichnungen eines Jägers) - 1852
Buchbeschreibung:
"Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt. Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des 'Second-hand', der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. 'Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.' Wer das Russland von heute verstehen will, muss dieses Buch lesen. Swetlana Alexijewitsch formt aus den erschütternden Erfahrungen von Menschen, die zwischen Neuanfang und Nostalgie schwanken, den Lebensroman einer noch nicht vergangenen Epoche."
Die Staaten Russlands, der UdSSR und der ehemaligen UdSSR hatten einige Nobelpreisträger für Literatur. Swetlana Alexijewitsch ist bisher die letzte.
Nobelpreisgewinner für Literatur:
Ivan Bunin - 1933
Boris Pasternak - 1958
Michail Sholokhov - 1965
Aleksandr Solzhenitsyn - 1970
Joseph Brodsky - 1987
Alexievich, Svetlana - 2015 (Weißrussland aber geboren in der UdSSR)
Svetlana Alexievich erhielt den Nobelpreis für Literatur 2015 "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt" und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2013.
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Alexievich, Svetlana "Tschernobyl"
Ich wusste von Tschernobyl. Wie wir alle. Wir alle haben von der Atomkatastrophe 1986 gehört. Wir alle haben von den Gefahren gehört, denen Atomkraftwerke uns alle aussetzen. Und das nicht erst seit Fukushima 2011. Für uns Europäer begann es schon viel früher.
Wir wussten auch, dass die Russen versuchten, den Unfall so lange wie möglich vor dem Ausland zu verheimlichen. Was wir nur vom Hörensagen wussten, war die Tatsache, dass sie ihn sogar vor ihrem eigenen Volk verheimlichten und ihre eigenen Leute in Gefahr schickten. Feuerwehrleute und andere "Freiwillige", die zum Aufräumen in die Gefahrenzone geschickt wurden. Und das nicht nur für ein paar Minuten. Die meisten von ihnen sind inzwischen tot, und ohne Swetlana Alexijewitsch und viele andere heldenhafte Menschen, die ihre Geschichten erzählten, wüssten wir immer noch nicht, was genau in Tschernobyl und Umgebung passiert ist.
Wer sich auch nur im Geringsten für die Zukunft unseres Planeten und für die Umwelt interessiert, sollte Sie diesen erschütternden Bericht darüber lesen, was Geld den Menschen antun kann. Denn genau darum geht es: Geld und Macht. Jeder Krieg wird darum geführt und jede Geschäftsentscheidung wird darauf basiert. Und wer zahlt den Preis? Wir, die "kleinen Leute".
Eine sehr eindringliche Geschichte, die jeder lesen sollte, insbesondere diejenigen, die immer noch glauben, Atomkraft sei die "billigste" und "beste" Energieform.
Dieses Buch erinnert eindringlich an das Zitat: "Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt – sondern von unseren Kindern geliehen." (wahrscheinlich von Moses Henry Cass – laut Quote Investigator, aber vielen anderen weisen Menschen zugeschrieben).
Buchbeschreibung:
"Swetlana Alexijewitsch wurde bekannt durch die Dokumentation menschlicher Schicksale und gilt als wichtigste Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Über viele Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche psychologische Porträts, die ungeheure Nähe zu den Betroffenen aufbauen und von höchster Sensibilität und journalistischer Perfektion zeugen."
Svetlana Alexievich erhielt den Nobelpreis für Literatur 2015 "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt" und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2013.
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Dienstag, 26. August 2025
Dunmore, Helen "Die tausend Tage der Anna Michailowna"
Buchbeschreibung:
"Leningrad, 1941. Die deutschen Truppen belagern die Stadt, und der endlose russische Winter rückt unaufhaltsam näher. Hunderttausende werden den nächsten Frühling nicht mehr erleben. In einer Zeit, da der Hunger so groß ist, dass man Leder und Tapeten auskocht, um Suppe daraus zu machen, und die Kälte so eisig, dass man die Toten nicht beerdigen kann, weil der Boden zu hart ist, schafft es die dreiundzwanzigjährige Anna mit einem unbeugsamen Willen, ihren Vater und den erst fünfjährigen Bruder Kolja am Leben zu erhalten. Unter dramatischen Umständen lernt sie den Arzt Andrej kennen, und vor dem Hintergund unendlich schwerer Wochen und Monate entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte ......"
Mittwoch, 5. Februar 2025
Aitmatow, Tschingis "Dshamilja"
Buchbeschreibung:
"Der 15-jährige Said erzählt die Geschichte seiner jungen, verheirateten Schwägerin Dshamilja. Während ihr ungeliebter Ehemann an der Front steht, lernt die selbstbewusste, lebensfrohe Dshamilja den scheuen, träumerischen Danijar kennen und lieben. Der junge Said erzählt mit den Augen eines Kindes, das zu verstehen beginnt, welch eine Macht die Liebe sein kann. Denn Dshamilja sagt sich von ihrem Heimatort und den alten Traditionen los und zieht in die Ferne. Neu mit einem Nachwort von Tschingis Aitmatow: Die wahre Geschichte hinter 'Dshamilja'."
Freitag, 24. Januar 2025
Rasputin, Walentin "Abschied von Matjora"
Ein wunderbarer Bericht darüber, was Entwicklung und Fortschritt mit Menschen machen können. Matjora ist ein Dorf in Sibirien, ein Dorf, wie es Millionen davon auf der Welt gibt. Die Menschen haben ihr ganzes Leben dort verbracht und jeder kennt jeden, das Leben geht weiter wie vor Hunderten von Jahren, hier und da finden wir neue Ergänzungen, die das Leben einfacher machen, Maschinen werden eingeführt, aber für die einfachen Leute geht das Leben weiter wie immer. Menschen heiraten, bekommen Kinder und sterben.
Buchbeschreibung:
"Ratlos steht die 80jährige Bäuerin Darja vor Ende ihres heimatlichen Inseldorfes Matjora, das durch das Anstauen der Angara für das Bratsker Kraftwerk in den Fluten verschwinden wird. 'Vor hundert Jahren', klagt sie, 'haben die Menschen in Ruhe und Frieden gelebt ... Eure Knochen, die schont ihr fein. Bloß daß ihr euer Seele verplempert habt ... Wenn einer große Dinge tut, dann freilich ist sein Gewissen aus Eisen gegossen ...' Ihr Enkel versucht ihr die Bedeutung der Maschine für das Leben des Menschen, für seine Selbstverwirklichung zu erklären. Doch die Alte läßt sich nicht beirren. Die Maschine, meint sie, werden die Erde zuschande machen: Ihr seid nicht die Herren der Maschine, sondern werdet von ihr beherrscht. Ihr müßt immer schneller rennen, um sie einzuholen, und für den Menschen in euch habt ihr keine Zeit mehr. Ihr habt ihn unterwegs verloren. Rasputin entwickelt aus diesem historisch rückwärts gerichteten Blick seiner Heldin zukunftswichtige Fragen, die beim weiteren kommunistischen Aufbau zu bewältigen sind. Die Realisierung der alten Formel: Sowjetmacht+Elektrifizierung=Kommunismus erfordert ein gleichzeitiges Bewahren jener menschlichen Werte und humanistischen Zielstellungen, die das Bauernvolk in Jahrhunderten erprobt und ausgeprägt hat. 'Abschied von Matjora' gehört zu den meistdiskutierten Werken in der UdSSR."
Ich habe auch "In den Wäldern die Zuflucht" (To Live and Remember) von diesem großartigen Autor gelesen.
Samstag, 4. Januar 2025
Follett, Ken "Winter der Welt"
Buchbeschreibung:
"1933. Seit dem Ersten Weltkrieg ist eine neue Generation herangewachsen. Nun spitzt sich die Lage in Europa erneut gefährlich zu. In dieser dramatischen Zeit versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern. - Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten. Er entschließt sich, gegen den Faschismus zu kämpfen, und meldet sich freiwillig als Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.
Follett, Ken "Kinder der Freiheit"
Nun, mir haben alle drei Bücher gefallen. Sehr sogar. Ich habe die Charaktere liebgewonnen und fühlte mich, als wäre ich Teil ihrer Familie oder zumindest eine enge Freundin von ihnen. Insgesamt habe ich etwa 3.000 Seiten voller wunderbarer Geschichten gelesen. Und ich bin immer noch erstaunt über die Menge an Recherche, die Ken Follett dafür betrieben haben muss.
Buchbeschreibung:
"Der Krieg ist zu Ende, doch die Welt ist noch immer in Aufruhr. In Berlin wird eine Mauer errichtet, die Ost und West trennt und Millionen Familien zerstört. Nicht alle finden sich damit ab - trotz der Gefahr für Leib und Leben. Zur gleichen Zeit kämpfen die Schwarzen in Amerika für ihre Bürgerrechte, und die USA und die Sowjetunion stürzen sich in eine Auseinandersetzung, die die Welt an den Rand der Katastrophe führt. Wem kann man noch trauen in dieser Zeit, in der die Welt mehr als einmal am Abgrund steht?"
Und dies sind die ersten beiden Bücher der Trilogie:
Follett, Ken "Sturz der Titanen" (Fall of Giants) - 2010 - 1. Weltkrieg
Follett, Ken "Winter der Welt" (Winter of the World) - 2012 - 2. Weltkrieg
Follett, Ken "Sturz der Titanen"
Wir treffen eine walisische Bergarbeiterfamilie, zwei russische Waisen, einen englischen Grafen und seine Familie, einen deutschen Diplomaten, einen amerikanischen Politiker und viele, viele mehr. Durch ihre Augen können wir ihre Angst vor einem drohenden Krieg sehen, was sie tun oder nicht tun können, um ihn zu verhindern und wie sie ihr Leben einrichten müssen, um ihn zu überstehen.
"Sturz der Titanen" (Fall of Giants). Ich würde sagen, man kann dieses Buch sehr leicht vergleichen mit "Die Säulen der Erde" (The Pillars of the Earth) und dessen Fortsetzungen die auch zu meinen Lieblingsromanen gehören, und deshalb habe ich mir dieses Buch besorgt. Es ist genauso brillant. Es ist nur eine ganz andere Zeit. Europa im zwanzigsten Jahrhundert. Dieses Buch spielt während des Ersten Weltkriegs, das nächste wird der Zweite Weltkrieg sein und das dritte der Kalte Krieg. Diese Art, Geschichte zu zeigen, erinnert mich ein wenig an Edward Rutherfurd, einen anderen meiner Lieblingsautoren, der die Geschichte eines Landes, einer Region oder einer Stadt im Laufe der Zeit immer anhand mehrerer fiktiver Familien und auch einiger realer historischer Figuren beschreibt. Dieses Buch ist sehr ähnlich. Die Familien in dem Buch kommen aus Wales, England, Deutschland, Russland und den USA und sie haben alle sehr unterschiedliche Hintergründe. Man hat das Gefühl, man ist dabei, als der Krieg beginnt, aber man hat all die Ängste mit den Charakteren miterlebt.
Ken Folletts Schreibstil ist wunderschön, seine Recherche zu einem Thema erstaunlich perfekt. Ich habe viele Bücher zu diesem Thema gelesen und trotzdem viele neue Details gelernt.
Der einzige Nachteil des Buches ist, dass man es kaum weglegen kann und gleich nach der letzten Seite das Internet lesen möchte. Ich hatte Glück, dass ich lange genug warten konnte, bis alle drei Teile der Serie erschienen sind, sodass ich nicht zu lange auf das nächste warten musste.
"Europa, 1914: Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die durch politische Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen Arbeiterschicht und Adel. Und zwei Brüder aus Russland, die in den Strudel der Revolution geraten und sich auf verschiedenen Seiten gegenüberstehen. Ihre Schicksale verflechten sich vor dem Hintergrund eines heraufziehenden Sturmes, der die alten Mächte hinwegfegen und die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird."
Mittwoch, 16. Oktober 2024
Bulgakow, Michail "Der Meister und Margarita"
Eine meiner Blogger-Freundinnen (Emma von Words and Peace) empfahl mir, eine Ausgabe mit vielen Anmerkungen zu lesen. Da ich das Buch bereits hatte (ich hatte es vor ein paar Jahren gekauft, als Russland das Thema einer deutschen Buchmesse war) und es keine Anmerkungen hatte, suchte ich im Internet und es gibt einige großartige Webseiten, die die Bedeutung fast jedes Satzes akribisch erklären.
Buchbeschreibung:
"Das vielschichtige Hauptwerk von Michail Bulgakow vereint mehrere Genremerkmale, Stilhaltungen und Problemstellungen. Es ist nicht nur eine fantastische Abenteuergeschichte und beißende Zeitsatire, sondern auch eine philosophische Parabel über das Wesen von Gut und Böse, über menschliche Schwächen, demoralisierende Auswirkungen von Unfreiheit und Unterdrückung, die Macht der Kunst und die Ohnmacht des Künstlers. Zentrales Thema ist die Entlarvung der Lüge in der Kunst wie im Leben.
Übersetzungen in mehrere Weltsprachen, zahlreiche Werkanalysen, Bühnenfassungen und Verfilmungen zeugen von der künstlerischen Kraft des Romans und von der von ihm ausgehenden Faszination."
Und hier noch eine kurze:
"Moskau zu Beginn der 1930er-Jahre: Der Teufel sucht die Stadt heim und stürzt ihre Bewohner mit tatkräftiger Unterstützung seiner Zauberlehrlinge in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung. Es ist die verdiente Strafe für Heuchelei, Korruption und Mittelmaß. Doch zwei Gerechte genießen Satans Sympathie: der im Irrenhaus sitzende Schriftsteller, genannt 'Meister', und Margarita, dessen einstige Geliebte. Bulgakows Gesellschaftssatire aus der Sowjetzeit ist ein faustisch-fantastisches Meisterwerk."
Samstag, 17. August 2024
Camus, Albert "Die Gerechten"
Ich bin lese nicht gerne Theaterstücke, aber ich liebe Albert Camus. Und was soll ich sagen, dies liest sich fast wie ein Roman. Es hat wahrscheinlich geholfen, dass es um ein Thema geht, das mich sehr interessiert. Anscheinend basiert es auf echten Sozialrevolutionären.
Die große philosophische Frage des Stücks lautet: Kann man für die Revolution töten? Ist es gerecht oder ist es immer noch Mord? Tötet man ein paar, um Tausende oder sogar noch mehr zu retten? Das gilt es zu entscheiden.
Nicht nur mit dem Ort, auch mit dem Thema und der Art, wie er die Fragen stellt, erinnert er mich an meine russischen Lieblingsautoren Dostojewskij und Tolstoi.
Auf jeden Fall gibt uns dieses Buch viel Stoff zum Nachdenken. Perfekt.
Buchbeschreibung (es scheint kein deutsches Buch zu geben, in dem nur "Die Gerechten" veröffentlicht wurden):
"Sieben Theaterstücke schrieb Albert Camus neben seiner Prosa, bis heute wird er auf deutschen Bühnen gespielt.
Der
Band enthält die Dramen 'Caligula', 'Das Missverständnis', 'Der
Belagerungszustand', 'Die Gerechten' und "Die Besessenen' in
Neuübersetzung.
Zum ersten Mal auf Deutsch publiziert wird die Calderón-Bearbeitung 'Die Liebe zum Kreuz', eine Familientragödie um Vater, Bruder und
Schwester. Die größte Entdeckung ist das Kammerstück 'Impromptu der
Philosophen', unter Pseudonym veröffentlicht, in Frankreich erst 2006
erschienen. Camus nimmt darin Jean-Paul Sartre auf die Schippe: Ein
Irrer erklärt einem ehrbaren Bürger die Absurdität des Lebens.
Erstmals alle Dramen des großen französischen Autors in neuer Übersetzung vereint."
Albert Camus erhielt den Nobelpreis für Literatur 1957 "für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet".
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.
Dienstag, 30. Juli 2024
Grjasnowa, Olga "Der Russe ist einer, der Birken liebt"
Buchbeschreibung:
"Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend. Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer erkrankt. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Ebenso tragisch wie komisch, mit Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat."
Dienstag, 11. Juni 2024
Kröger, Theodor "Das vergessene Dorf"
Kröger, Theodor "Das vergessene Dorf. Vier Jahre Sibirien. Ein Buch der Kameradschaft" [The Forgotten Village] - 1934
Eine Geschichte über Russland, von einem Nicht-Russen geschreiben. Es ist nicht sicher, ob es sich hier tatsächlich um eine Autobiographie des Autoren handelt, aber wann ist man sich da schon hundertprozentig sicher.
Auf jeden Fall schafft er es, die Weiten und die Härte Sibiriens zu bschreiben, wie es schon im normalen Leben nicht so einfach ist, aber wenn man ganz von der übrigen Welt abgeschnitten ist, wird es noch furchtbarer.
Das Buch ist sehr mitreißend, sehr bewegend, man fühlt dermaßen mit den Protagonisten mit, dass einem fast selbst kalt dabei wird.
Es ist schon eine Weile her, seitdem ich dieses Buch gelesen habe, aber ich werde es nie vergessen.
Buchbeschreibung:
"10. August 1914. Beim Versuch, über die russisch-finnische Grenze zu fliehen, wird Theodor Kröger verhaftet. Von diesem Augenblick an ist er der Zaristischen Kriegsjustiz unentrinnbar ausgeliefert. Die Anklage lautet auf Mord und Spionage. Trotz härtester Verhörmethoden und systematischer Folterungen gelingt es nicht, ihm ein Geständnis abzuringen. Er wird zum Tode verurteilt. Einflußreichen Freunden im Hintergrund verdankt er jedoch seine Begnadigung zu lebenslänglicher Verbannung nach Sibirien. Hier erwarten ihn neue Abenteuer und Gefahren. Da sind die Mißstände in der kleinen Urwaldstadt Nikitino und die grausame Lage der in der Nähe internierten Kriegsgefangenen - aber auch Fayme, das schöne Tartarenmädchen, das sich seiner Liebe mit zarter und tiefer Leidenschaft öffnet, einer Liebe, die wie ein heiteres Abschiednehmen aus der Bitterkeit des Vergangenen seinem Leben einen neuen, glücklichen Sinn verheißt... So außergewöhnlich die Situationen sind und so entlegen die sibirische Landschaft für unser westliches Auge, die Kröger mit brillanter Schärfe und großer menschlicher Einfühlung beschreibt, so faszinierend gelingt es ihm, den Leser hinter dem Einzigartigen des Erlebten und Erlittenen jene Spur wieder aufnehmen zu lassen, die seine Odyssee durch Sibirien als einen Leidensweg für die vielen, die vor und nach ihm dorthin verbannt wurden, markiert hat."





































