Freitag, 24. April 2026
Hugo, Victor "Die Elenden"
Samstag, 7. März 2026
See, Lisa "Eine himmlische Liebe"
Durch Peony erfahren wir viel über die Oper "Der Päonien-Pavillon" (The Peony Pavilion) von Tang Xianzu, der die Handlung in die Song-Dynastie (906–1127) verlegte, obwohl er über die Ming-Dynastie (1368–1644) schrieb – ein Kunstgriff, der in der Literatur bis heute Anwendung findet, wenn über schwierige Zeiten eines Landes geschrieben wird. Das zweite große Kunstprojekt, das im Roman dargestellt wird, ist der "Gemeinschaftskommentar der drei Frauen von Wu Wushan zu Der Päonien-Pavillon", der im Buch eine wichtige Rolle spielt und tatsächlich existiert hat. Das macht das Buch noch interessanter.
Buchbeschreibung:
Dies ist die Autorin von "Der Seidenfächer" (Snow Flower and the Secret Fan), das anscheinend viel beliebter ist, aber ich würde auf jeden Fall auch dieses Buch empfehlen.
Samstag, 13. Dezember 2025
Gorki, Maxim "Die Mutter"
Buchbeschreibung:
"Russland im frühen 20. Jahrhundert: Arbeiter und einfache Bauern quälen sich durch den armseligen Alltag. Fabrikbesitzer und reiche Bauern halten die Arbeiter und Bediensteten mit einem Hungerlohn gerade so am Leben. Doch es keimt Hoffnung auf. Einige junge Leute kämpfen mutig gegen die katastrophalen Verhältnisse. Unter ihnen auch der Sohn der Arbeiterwitwe Pelagea Nilowna. Diese Mutter, ihr Leben lang nur abgeplagt und in ihr Schicksal ergeben, schöpft durch ihren Sohn Pawel Hoffnung auf ein besseres Leben und verschreibt sich mit ihm und den anderen jungen Leuten den Zielen des Aufstandes. Doch der Preis ist hoch für sie und ihren Sohn."
Mittwoch, 19. November 2025
Pasternak, Boris "Doktor Schiwago"
Buchbeschreibung:
"Im russischen Zarenreich aufgewachsen, erlebt der Moskauer Arzt Shiwago den Ausbruch der Revolution. Alle Hoffnungen auf eine glänzende Karriere werden mit der neuen Ordnung zerstört, und Shiwago beschließt, mit seiner Familie auf ein Landgut reicher Verwandter zu ziehen. Die Familienidylle gerät ins Wanken, als Shiwago Lara wieder trifft, die er in einem Lazarett kennenlernte … Sein halbes Leben lang arbeitete Boris Pasternak an diesem Roman, der in der Sowjetunion nicht publiziert werden durfte. In der Verfilmung mit Omar Sharif wurde er zum Klassiker."
Boris Pasternak erhielt 1958 den Nobelpreis für Literatur "für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition".
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.
Samstag, 25. Oktober 2025
Dickens, Charles "Harte Zeiten"
Ich glaube, ich habe schon erwähnt, dass ich Dickens liebe. Als nächsten Roman stieß ich auf "Harte Zeiten". Mein erster Gedanke war, das könnte der Titel aller seiner Romane sein. Und ich glaube immer noch, dass ich damit Recht hatte.
Wie dem auch sei, Charles Dickens ist einer der besten Autoren aller Zeiten. Er schafft es, Menschen, ihre Charaktereigenschaften, ihre Interaktionen, ihr Schicksal zu beschreiben – all das gelingt ihm wunderbar, und trotzdem klingt es, als wäre es das Normalste der Welt. Wie die meisten meiner Freunde wissen, bevorzuge ich dicke Wälzer. Dieses hier war zwar nicht so groß, aber es hatte alle nötigen Komponenten und erzählte eine großartige Geschichte. Wieder eine Geschichte darüber, wie unterschiedlich das Leben für Reiche und Arme war, wie schwer es war, durchs Leben zu kommen, wenn man nicht gerade auf der glücklichen Seite des Lebens geboren wurde. Und trotzdem steckt so viel Humor in dieser Geschichte. Die Charaktere sind alle brillant. Jeder einzelne von ihnen ist so speziell, manche sehr warmherzig, andere weniger.
Ich habe die Lektüre dieser Geschichte wirklich genossen und würde sie jedem empfehlen, der klassische Romane mag, und vielleicht sogar als Einstiegsroman für diejenigen, die so tun, als ob sie ihnen keine Freude machen würden.
Buchbeschreibung:
"Harte Zeiten schildert die Ausbeutung der englischen Fabrikarbeiter durch den ungebremsten Kapitalismus. Der Roman zählt noch heute zu den eindrucksvollsten sozialkritischen Romanen in der europäischen Literatur."
Mittwoch, 10. September 2025
Dickens, Charles "Eine Geschichte aus zwei Städten"
"'Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten…'
Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution entfaltet Charles Dickens eine dramatische Geschichte über Liebe, Opfer, Rache und Erlösung. Zwischen dem eleganten London und dem aufgewühlten Paris kreuzen sich die Wege des idealistischen Anwalts Sydney Carton, der jungen Lucie Manette und ihres Vaters, der nach Jahren der Gefangenschaft in der Bastille wieder in die Freiheit entlassen wird.
Mit meisterhafter Spannung und unvergesslichen Figuren schildert Dickens das Ringen zwischen Chaos und Ordnung, Gewalt und Gnade. Eine Geschichte von zwei Städten ist ein bewegendes historisches Epos über die Kraft des Einzelnen in Zeiten großer Umwälzung – und eine der meistgelesenen Erzählungen der Weltliteratur."
Freitag, 5. September 2025
Alvarez, Julia "Die Zeit der Schmetterlinge"
Das Erstaunliche an diesem Buch ist, dass es nur wenige Dinge sind, die einen zum Feind eines Diktators machen können, ohne sich überhaupt engagieren zu wollen. Revolutionäre oder sogenannte Revolutionäre sind nicht immer irgendwelche seltsamen Menschen, die aufstehen und sagen: "Hey, ich mag den Kerl nicht, lasst uns etwas dagegen tun." Oft kann man nicht viel dagegen tun, auf der schwarzen Liste zu stehen. Ich habe viele Bücher über Kriege, Sklaverei und andere Diktaturen gelesen und oft festgestellt, dass ich wahrscheinlich genauso geendet hätte wie die Protagonistinnen. Hier bin ich mir jedoch sicher, dass es so gewesen wäre, obwohl ich nicht so hübsch bin wie die Mirabal-Schwestern, sodass ich vielleicht unbemerkt geblieben wäre.
Julia Alvarez erwähnt, dass sie "an die Macht von Geschichten glaubt, die Welt zu verändern". Ich denke, sie trägt dazu bei und sollte mehr von dieser brillanten Geschichtenerzählerin lesen. Wir brauchen Autorinnen wie sie, die uns bewusst machen, was in dieser Welt vor sich geht und uns dazu motivieren, für eine bessere Welt zu kämpfen.
Buchbeschreibung:
"Am 25. November 1960 wurden auf einer einsamen Gebirgsstraße im Norden der Dominikanischen Republik die drei Widerstandskämpferinnen Minerva, Patria und María Teresa Mirabal, genannt die Schmetterlinge, von den Schergen des gefürchteten Diktators Trujillo umgebracht. Die Schwestern hatten ihre inhaftierten Ehemänner besucht, die man in ein abgelegenes Gefängnis verlegt hatte, um die Frauen zu zwingen, diese gefährliche Reise zu unternehmen. Nur die vierte Schwester Dedé überlebte, da sie nicht mitgefahren war. Julia Alvarez zeichnet die außergewöhnliche Familienchronik der vier Heldinnen nach. Jede kommt selbst zu Wort und schildert aus ihrer Sicht ihre Kindheit, ihre Erziehung, ihre erste Liebe, ihre Heirat, ihre Familie und ihr politisches Erwachen, schließlich den Entschluß, in den Untergrund zu gehen und den Diktator zu bekämpfen."
Wenn ihr noch keine Zeit habt, diesen fantastischen Bericht über einige wundervolle Frauen zu lesen, lest Sie ihre Geschichte hier auf Wikipedia.
Ich habe noch ein anderes Buch über das Thema gelesen, dieses Mal über den Dikator Rafael Trujillo:
Vargas Llosa, Mario "Das Fest des Ziegenbocks" (Spanish: La fiesta del chivo) - 2000
Samstag, 1. März 2025
Abdolah, Kader "Die geheime Schrift"
Buchbeschreibung:
"Die Geschichte Persiens, gespiegelt in einem kleinen Dorf in den Bergen
Dieser fast märchenhafte Roman, der einen Bogen spannt zwischen Amsterdam und Persien, erzählt von Vater und Sohn, von Analphabetismus und der Leidenschaft für Geschichten, von Armut, Abhängigkeit und erwachendem politischen Mut. Esmail schließt sich dem studentischen Kampf gegen den Schah an, später der Regime-Kritik gegen Chomeini. Er flieht – und aus dem Sohn eines Teppichknüpfers wird ein westlicher Intellektueller, der seiner Herkunft jedoch alles verdankt."
Ich habe dieses Buch im niederländischen Original gelesen.
Samstag, 4. Januar 2025
Follett, Ken "Winter der Welt"
Buchbeschreibung:
"1933. Seit dem Ersten Weltkrieg ist eine neue Generation herangewachsen. Nun spitzt sich die Lage in Europa erneut gefährlich zu. In dieser dramatischen Zeit versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern. - Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten. Er entschließt sich, gegen den Faschismus zu kämpfen, und meldet sich freiwillig als Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.
Follett, Ken "Kinder der Freiheit"
Nun, mir haben alle drei Bücher gefallen. Sehr sogar. Ich habe die Charaktere liebgewonnen und fühlte mich, als wäre ich Teil ihrer Familie oder zumindest eine enge Freundin von ihnen. Insgesamt habe ich etwa 3.000 Seiten voller wunderbarer Geschichten gelesen. Und ich bin immer noch erstaunt über die Menge an Recherche, die Ken Follett dafür betrieben haben muss.
Buchbeschreibung:
"Der Krieg ist zu Ende, doch die Welt ist noch immer in Aufruhr. In Berlin wird eine Mauer errichtet, die Ost und West trennt und Millionen Familien zerstört. Nicht alle finden sich damit ab - trotz der Gefahr für Leib und Leben. Zur gleichen Zeit kämpfen die Schwarzen in Amerika für ihre Bürgerrechte, und die USA und die Sowjetunion stürzen sich in eine Auseinandersetzung, die die Welt an den Rand der Katastrophe führt. Wem kann man noch trauen in dieser Zeit, in der die Welt mehr als einmal am Abgrund steht?"
Und dies sind die ersten beiden Bücher der Trilogie:
Follett, Ken "Sturz der Titanen" (Fall of Giants) - 2010 - 1. Weltkrieg
Follett, Ken "Winter der Welt" (Winter of the World) - 2012 - 2. Weltkrieg
Follett, Ken "Sturz der Titanen"
Wir treffen eine walisische Bergarbeiterfamilie, zwei russische Waisen, einen englischen Grafen und seine Familie, einen deutschen Diplomaten, einen amerikanischen Politiker und viele, viele mehr. Durch ihre Augen können wir ihre Angst vor einem drohenden Krieg sehen, was sie tun oder nicht tun können, um ihn zu verhindern und wie sie ihr Leben einrichten müssen, um ihn zu überstehen.
"Sturz der Titanen" (Fall of Giants). Ich würde sagen, man kann dieses Buch sehr leicht vergleichen mit "Die Säulen der Erde" (The Pillars of the Earth) und dessen Fortsetzungen die auch zu meinen Lieblingsromanen gehören, und deshalb habe ich mir dieses Buch besorgt. Es ist genauso brillant. Es ist nur eine ganz andere Zeit. Europa im zwanzigsten Jahrhundert. Dieses Buch spielt während des Ersten Weltkriegs, das nächste wird der Zweite Weltkrieg sein und das dritte der Kalte Krieg. Diese Art, Geschichte zu zeigen, erinnert mich ein wenig an Edward Rutherfurd, einen anderen meiner Lieblingsautoren, der die Geschichte eines Landes, einer Region oder einer Stadt im Laufe der Zeit immer anhand mehrerer fiktiver Familien und auch einiger realer historischer Figuren beschreibt. Dieses Buch ist sehr ähnlich. Die Familien in dem Buch kommen aus Wales, England, Deutschland, Russland und den USA und sie haben alle sehr unterschiedliche Hintergründe. Man hat das Gefühl, man ist dabei, als der Krieg beginnt, aber man hat all die Ängste mit den Charakteren miterlebt.
Ken Folletts Schreibstil ist wunderschön, seine Recherche zu einem Thema erstaunlich perfekt. Ich habe viele Bücher zu diesem Thema gelesen und trotzdem viele neue Details gelernt.
Der einzige Nachteil des Buches ist, dass man es kaum weglegen kann und gleich nach der letzten Seite das Internet lesen möchte. Ich hatte Glück, dass ich lange genug warten konnte, bis alle drei Teile der Serie erschienen sind, sodass ich nicht zu lange auf das nächste warten musste.
"Europa, 1914: Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die durch politische Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen Arbeiterschicht und Adel. Und zwei Brüder aus Russland, die in den Strudel der Revolution geraten und sich auf verschiedenen Seiten gegenüberstehen. Ihre Schicksale verflechten sich vor dem Hintergrund eines heraufziehenden Sturmes, der die alten Mächte hinwegfegen und die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird."
Freitag, 29. November 2024
Machfus, Nagib "Zuckergässchen"
Machfus, Nagib "Zuckergässchen" (Arabisch: السكرية/Al-Sukkariyya) - Sugar Street - 1957 (Kairo-Trilogie 3)
Selten war ich so traurig wie beim Beenden dieses Romans. Nicht wegen seines Inhalts, obwohl es nicht nur glückliche Ereignisse gab, sondern weil dies das Ende der Geschichte über die Familie Abd al-Jawad ist. Ich hätte ihr Leben und das ihrer Nachkommen gerne bis in die Gegenwart weiterverfolgt.
Nachdem ich "Zwischen den Palästen" (Palace Walk) und "Palast der Sehnsucht" (Palace of Desire) gelesen hatte, die ersten beiden Romane dieser Trilogie über die Heimatstadt des Autors, Kairo, konnte ich es kaum erwarten, den nächsten zu lesen.
Wie in den beiden vorherigen Büchern lernen wir nicht nur die Familie kennen, sondern erfahren auch etwas über die ägyptische Geschichte. Dieses Buch führt uns durch die Jahre 1935 bis 1944. Wir können den Unterschied in der Gesellschaft zwischen dem Beginn der Saga im Jahr 1917 und dem (fast) Ende des Zweiten Weltkriegs erkennen. Es gibt einen großen Unterschied darin, wie Frauen behandelt werden, was sie tun dürfen, obwohl es immer noch einige Menschen gibt, die im letzten Jahrhundert leben. Das Gleiche wie heute, schätze ich.
Ich würde gerne mehr über Ägypten lesen. Es gibt eine andere ägyptische Autorin, die ich sehr mag, Ahdaf Soueif. Ich habe ihren Roman "Die Landkarte der Liebe" (The Map of Love) und eine Sammlung von Kurzgeschichten "Aischa" (Aisha) gelesen und ich bin sicher, dass ich andere gute ägyptische Autoren finden werde, die diese Geschichte fortsetzen werden. Wenn jemand einen Vorschlag hat, freue ich mich immer über Empfehlungen.
Buchbeschreibung:
"Der einst stolze Herrscher der Familie, Abd al-Gawwad, verfolgt, gealtert und durch Krankheit gezähmt, das Straßentreiben vor seinem Palast. Die gute alte Zeit ist für ihn dahin und die Kinder sind längst Chadiga lebt glücklich verheiratet in der Zuckerstraße; Aisha hat durch Typhus ihren Mann und ihre Söhne verloren; Yasin fühlt sich bei der ehemaligen Mätresse geborgen, während Kamal seine Leiden in den Armen einer Prostituierten zu stillen sucht.Als der Zweite Weltkrieg Ägypten erreicht, beginnt auch für Abd al-Gawwads Familie eine schwierige Zeit, die zur Zerreißprobe wird.."
Nagib Machfus erhielt den Nobelpreis für Literatur 1988 als "Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne".
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Machfus, Nagib " Palast der Sehnsucht"
Machfus, Nagib " Palast der Sehnsucht" (Arabisch: قصر الشوق/Qasr el-Shōq) - Palace of Desire - 1957 (Kairo-Trilogie 2)
Teil 2 der Kairo-Trilogie, beginnt 1924, fünf Jahre nachdem "Zwischen den Palästen" (Palace Walk) endet. Die Kinder sind erwachsen geworden, sogar der jüngste Sohn, und die Familie zieht nach mehreren Zwischenfällen weiter. al-Sayyid Ahmad Abd al-Jawad, der Patriarch, versucht immer noch, seine Kinder zu kontrollieren, aber er ist weniger erfolgreich als im ersten Buch.
Wieder treffen wir alle Freunde und Nachbarn der Familie, die Schwiegersöhne, die von den Söhnen verfolgten Mädchen – und den Vater. Eine Geschichte, die den Titel "Saga" wirklich verdient.
Wir erfahren auch wieder etwas über die Sicht der Ägypter auf die britische Besatzung und können sie vollkommen verstehen. Warum sollte ein Land über ein anderes herrschen?
Ich weiß, ich habe erwähnt, dass ich dicke Bücher liebe, aber was ich noch mehr liebe, ist eine Fortsetzung eines dicken Buches, die es noch dicker macht. Dies ist einer dieser Fälle. Und das dritte Buch "Zuckergässchen" (Sugar Street) macht das ganze noch besser.
Buchbeschreibung:
"Kamal, der jüngste Sohn des geliebt-gefürchteten Familienpatriarchen Abd al-Gawwad, bekommt die Härten und Hürden des Erwachsenwerdens deutlich zu spüren: Seine erste, heftige Liebe zur Aristokratentocher Aida bleibt unerwidert und hinterlässt in ihm das Gefühl, lediglich Mittel eines weiblichen Ränkespiels gewesen zu sein. Und seinem Wunsch, Englischlehrer zu werden, seiner Begeisterung für die nationale Unabhängigkeitsbewegung, seinem Interesse für die Wissenschaft, die ihn an den religiösen Bräuchen zweifeln lässt, begegnet der Vater mit schroffer Ablehnung; er verteufelt Kamal als Ketzer. Trotz der Sehnsucht nach Erkenntnis und Befreiung aus den Fesseln überkommener Traditionen fühlt sich Kamal wie gelähmt. Angesichts der herrschenden Doppelmoral droht der Traum von Reinheit und Schönheit zu zerbrechen. Entmutigt beginnt er, sich in Weinbuden zu betrinken und durch Bordellgassen zu streifen, während sein Bruder Jasin und der Vater, ohne es voneinander zu wissen, um die Liebe derselben jungen Lautenspielerin buhlen - Zanuba. Aber diese betörende, fordernde Frau lässt nicht mit sich spielen. Sie will geheiratet und geachtet werden.."
Nagib Machfus erhielt den Nobelpreis für Literatur 1988 als "Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne".
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Machfus, Nagib "Zwischen den Palästen"
"Der Nobelpreis für Nagib Machfus galt vor allem auch seiner Kairo-Trilogie. Sie ist das Hauptwerk des Autors, ein Meilenstein der modernen arabischen Literatur. Die westliche Kritik verglich sie mit den 'Buddenbrooks', mit der 'Forsythe Saga', mit der 'Danziger Trilogie', mit der 'Comédie humaine' Balzacs, nannte sie den 'Baedecker zu Ägyptens Seele' ... Über drei Generationen und drei Jahrzehnte hinweg wird das Leben einer Kairoer Kaufmannsfamilie verfolgt und zu einem opulenten Gemälde ägyptischen Lebens verdichtet.
Nagib Machfus erhielt den Nobelpreis für Literatur 1988 als "Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne".
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Freitag, 13. September 2024
Rutherfurd, Edward "Die Rebellen von Irland"
Buchbeschreibung:
"Acht Familien - acht Schicksale, die von Reichtum und Armut, Liebe und Verrat, Glück und Verlust künden. So stellen die Liebesabenteuer der eigenwilligen und leidenschaftlichen Anne den Zusammenhalt der Anwaltsfamilie Walsh, die es im 18. Jahrhundert zu Ansehen und Wohlstand bringt, auf eine harte Probe. Ein farbenprächtiger Bilderbogen zur Geschichte der grünen Insel Irland."
Ich empfehle außerdem besonders "London" (London) und "The Forest" (Der Wald der Könige) vom gleichen Autoren.
Dienstag, 3. September 2024
Lahiri, Jhumpa "Das Tiefland"
Ich habe ein paar Bücher von Jhumpa Lahiri gelesen, und dieses hier lag schon seit einiger Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Ich habe keine Ahnung, warum ich so lange gebraucht habe, um damit anzufangen. Oh, Moment mal, das müssen die Hunderte anderer Bücher auf dem Regal sein. LOL
Obwohl ich viele Bücher über Indien gelesen habe, und ziemlich viele über die Unabhängigkeit (z. B. Mitternachtskinder - Midnight's Children - von Salman Rushdie) und den Kampf dafür, wusste ich nicht viel über die Naxaliten, nur eine allgemeine Vorstellung davon, dass sie existierten. In diesem Buch lernen wir die Organisation und ihre Anhänger kennen. Und die Geschichte berührt auch den Grund, warum Inder ihr Land verließen, sowie die Rolle der Frauen in der damaligen Gesellschaft, sowohl in Indien als auch in den USA.
Ich wusste, dass es eine gewalttätige Zeit war, aber es ist anders, wenn man von Einzelpersonen hört und wie es ihnen unter bestimmten Umständen erging, selbst wenn diese fiktiv sind. Da ich immer gerne die Hintergründe meiner Bücher recherchiere, besonders wenn es historische sind, erfuhr ich, dass die Gruppe immer noch existiert und es immer noch viele Konflikte mit ihnen gibt und jedes Jahr zahlreiche Menschen getötet werden. Davon hört man im Rest der Welt kaum etwas. Wie schade!
Und dann gibt es in dem Buch auch noch eine "nächste Generation" und all die Implikationen, die sich daraus ergeben, in einem Land aufzuwachsen, in dem die eigenen Eltern nicht geboren wurden.
Ich fand diesen Roman äußerst interessant und gut geschrieben.
Buchbeschreibung:
"Nach sechs Jahren meldet sich die Autorin der wunderbaren Liebesgeschichte 'Einmal im Leben' mit einem neuen Roman zurück: Am Rande eines mit Wasserhyazinthen überwucherten, zu Monsunzeiten überschwemmten Tieflands in einem Vorort von Kalkutta wachsen die Brüder Subhash und Udayan Mitra auf. Sie sind unzertrennlich, aber auch sehr verschieden. Beide interessieren sich für Wissenschaft und Politik. Aber Subhash, der Pflichtbewusste, entzieht sich den wirren politischen Verhältnissen der sechziger Jahre und zieht in ein ruhiges Küstenstädtchen im Osten der USA, um sich dort der Wissenschaft zu widmen. Udayan hingegen lässt sich mit militanten Maoisten ein und riskiert alles für seinen Traum von einer gerechteren Welt … Aber als Subhash erfährt, was seinem Bruder in jenem mit Hyazinthen überwucherten Gewässer zugestoßen ist, kehrt er nach Indien zurück, um die Wunden zu heilen, die Udayan, nicht zuletzt im Herzen seiner jungen, schwangeren Frau, geschlagen hat. Es entspinnt sich ein mitreißendes familiäres Drama über Kontinente und Generationen. Dieser beeindruckende Roman war in den angelsächsischen Ländern ein großer Bestseller. Lahiris Kunst liegt in der Verbindung von weiter Perspektive mit intimster persönlicher Geschichte. Ihre Charaktere, ihre Sätze und Bilder funkeln: Sie ist eine literarische Meisterin, eine der faszinierendsten und erfolgreichsten Autorinnen in den USA von heute."
Samstag, 17. August 2024
Camus, Albert "Die Gerechten"
Ich bin lese nicht gerne Theaterstücke, aber ich liebe Albert Camus. Und was soll ich sagen, dies liest sich fast wie ein Roman. Es hat wahrscheinlich geholfen, dass es um ein Thema geht, das mich sehr interessiert. Anscheinend basiert es auf echten Sozialrevolutionären.
Die große philosophische Frage des Stücks lautet: Kann man für die Revolution töten? Ist es gerecht oder ist es immer noch Mord? Tötet man ein paar, um Tausende oder sogar noch mehr zu retten? Das gilt es zu entscheiden.
Nicht nur mit dem Ort, auch mit dem Thema und der Art, wie er die Fragen stellt, erinnert er mich an meine russischen Lieblingsautoren Dostojewskij und Tolstoi.
Auf jeden Fall gibt uns dieses Buch viel Stoff zum Nachdenken. Perfekt.
Buchbeschreibung (es scheint kein deutsches Buch zu geben, in dem nur "Die Gerechten" veröffentlicht wurden):
"Sieben Theaterstücke schrieb Albert Camus neben seiner Prosa, bis heute wird er auf deutschen Bühnen gespielt.
Der
Band enthält die Dramen 'Caligula', 'Das Missverständnis', 'Der
Belagerungszustand', 'Die Gerechten' und "Die Besessenen' in
Neuübersetzung.
Zum ersten Mal auf Deutsch publiziert wird die Calderón-Bearbeitung 'Die Liebe zum Kreuz', eine Familientragödie um Vater, Bruder und
Schwester. Die größte Entdeckung ist das Kammerstück 'Impromptu der
Philosophen', unter Pseudonym veröffentlicht, in Frankreich erst 2006
erschienen. Camus nimmt darin Jean-Paul Sartre auf die Schippe: Ein
Irrer erklärt einem ehrbaren Bürger die Absurdität des Lebens.
Erstmals alle Dramen des großen französischen Autors in neuer Übersetzung vereint."
Albert Camus erhielt den Nobelpreis für Literatur 1957 "für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet".
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Mittwoch, 31. Juli 2024
Vargas Llosa, Mario "Das Fest des Ziegenbocks"
Wir haben dies im August 2022 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.
"Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exiljahren nach Santo Domingo zurückkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senatspräsident und Günstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren Vorwürfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür und an ein ungeheuerliches Geschehen.
Mario Vargas Llosa erhielt den Nobelpreis für Literatur 2010 "für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage".
Mario Vargas Llosa hat 1996 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.
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Freitag, 24. Mai 2024
Abdolah, Kader "Das Haus an der Moschee"
Buchbeschreibung:
"Ein altes Haus in Senedjan. Seit 800 Jahren wohnt hier die Familie des Teppichhändlers Agha Djan. Unter seiner Obhut leben die Menschen in einträchtiger Harmonie - bis die von Teheran und den Aufständen gegen das korrupte Regime des Schahs ausgehende Unruhe auch sie erreicht.
Freitag, 26. Januar 2024
Dickens, Charles "Barnaby Rudge"
Ich bin ein großer Charles Dickens-Fan. Ich habe noch nie ein Buch von ihm gelesen, das nicht faszinierend war. Dieses hier war auch fantastisch.
Ich wusste nicht, dass dies ein weiterer historischer Roman war (neben "A Tale of Two Cities" - Eine Geschichte aus zwei Städten).
Was mir an diesem Buch gefallen hat, war genau das, was ich normalerweise an Dickens liebe. Seine Beschreibung des kleinen Mannes, des Lebens der Menschen zu der Zeit, über die er schreibt. Wie lebten sie? Was waren ihre Probleme? Warum rebellierten sie in diesem Fall?
Wir erhalten einen umfassenden Einblick in das Leben und die Probleme der Menschen im 18. Jahrhundert, auch wenn es noch nicht die Zeit war, in der Dickens lebte.
Ich kann verstehen, warum dies das am wenigsten gelesene seiner Bücher ist, obwohl es das eigentlich nicht verdient. Das Thema scheint den Lesern möglicherweise nicht so interessant zu sein, oder vielleicht fehlt ihnen eine echte Wohlfühlromanze. Egal aus welchem Grund, dies ist ein großartiges Buch und wer ein Liebhaber klassischer Literatur ist, sollte darüber nachdenken, mindestens eines von Dickens' Büchern zu lesen. Und wer dann nicht weitermachen will - das ist dann dessen Verlust.
Ich würde dies gerne mit einem Lesekreis lesen, da es so viel zu besprechen gibt. Da ich auf meinem Blog aber keine Spoiler geben möchte, werde ich nicht näher darauf eingehen.
Buchbeschreibung:
"John Willet, der Besitzer des Maibaums [Maypole Inn], und seine drei Kumpane versammelten sich an einem Abend im Jahr 1775 im Maypole Inn im Dorf Chigwell um das Feuer. Einer der drei, Solomon Daisy, erzählt eine bekannte lokale Geschichte über den Mord an Reuben Haredale, der 22 Jahre zuvor an diesem Tag stattgefunden hatte. Ruben war der Besitzer des Warren gewesen, eines örtlichen Anwesens, in dem heute Geoffrey, der verstorbene Bruder von Ruben, und Geoffreys Nichte, Rubens Tochter Emma Haredale, wohnen. Nach dem Mord wurden Rubens Gärtner und Steward vermißt und waren Verdächtige des Verbrechens. Eine Leiche wurde später gefunden und als die des Verwalters identifiziert, so daß angenommen wurde, daß der Gärtner der Mörder war.
Die Geschichte springt ins Jahr 1780. Am 27. Jahrestag des Mordes an Reuben Haredale sieht Solomon Daisy, der die Glockenturmuhr aufzieht, einen Geist auf dem Kirchhof. Er berichtet seinen Freunden im Maibaum über das haarsträubende Ereignis. John Willet reist in einem Wintersturm ab und nimmt Hugh, den Wirt des Maibaums, als Führer. Auf dem Weg zurück zum Maibaum treffen sie drei Männer, die unterwegs nach London sind. Barnaby und seine Mutter haben ruhig in einem Dorf auf dem Land gelebt, müssen jedoch die Flucht ergreifen. Sie gehen nach London in der Hoffnung, ihren Verfolgern zu entkommen.
In London schließt sich Barnaby einer randalierenden Menge an, die mehrere katholische Kirchen und die Häuser katholischer Familien in Brand setzen. Es sind die sogenannten Gordon-Unruhen von 1780."








































