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Mittwoch, 28. Mai 2025

Eliot, George "Die Mühle am Floss"

Eliot, George "Die Mühle am Floss" (Englisch: The Mill on the Floss) - 1860

Ich bewunderere klassische Literatur sehr und freue ich mich immer auf ein neues Werk, das ich noch nicht gelesen habe. George Eliot hat uns viele Romane geschenkt, und ich habe bisher "Middlemarch" (Middlemarch) und "Daniel Deronda" (Daniel Deronda) gelesen. Beide haben mir sehr gefallen, so wie auch dieser Roman.

Der erste Teil war besonders interessant, eine Geschichte über eine Kindheit im frühen 19. Jahrhundert, nicht in einer armen, aber auch nicht besonders wohlhabenden Familie. Heutzutage würde man sie vielleicht als Mittelschicht bezeichnen.

In diesem Buch geht es viel um die damalige Ausbildung, aber es ist auch eine großartige Geschichte über eine Familienbeziehung – nicht nur über die Geschwisterrivalität zwischen Maggie Tulliver, unserer Protagonistin, und ihrem Bruder Tom, sondern auch über die ihrer Eltern und deren Geschwister. Wie so oft beim Lesen klassischer Geschichten denke ich, dass sich nicht viel geändert hat.

Dann gibt es da noch die Dreiecksbeziehung, die wir in vielen Romanen sehen, aber hier ist sie besonders ergreifend und regt zum Nachdenken darüber an, was es bedeutet, sich in den Richtigen zu verlieben, der sich auch in einen verliebt und frei ist. Wie viele Zufälle müssen für eine großartige Beziehung zusammenkommen!

George Eliot war eine frühe Feministin, und das kann sie in keinem ihrer Romane leugnen. Genau wie George (oder Mary Ann Evans) kämpft Maggie mit den Einschränkungen, die Mädchen auferlegt werden. In dieser Hinsicht ähnelt sie sehr meiner Lieblingsautorin Jane Austen.

Die Mühle spielt eine große Rolle in der gesamten Geschichte, doch der Floss scheint lange Zeit am Rande des Romans zu fließen, bis er am Ende wiederkehrt und Anfang und Ende verbindet. Kein Happy End, die Geschichte ist nicht wirklich darauf "zugeflossen", aber das hatte ich auch nicht erwartet.

Eine tolle Lektüre.

Buchbeschreibung: 
 
"Das Leben ist nicht leicht für die ungestüme Maggie Tulliver, die ihren Bruder Tom verehrt und verzweifelt versucht, die Anerkennung ihrer Eltern zu gewinnen. Dennoch ist es eine unbeschwerte Kindheit, die sie in der idyllischen Umgebung der Dorlcoter Mühle verlebt – bis der Vater die Mühle verliert und Tom die Schulden der Familie begleichen muss. Zunehmend gerät Maggie zwischen die Fronten der vier Männer in ihrem Leben: des Vaters, ihres Bruders, eines Verehrers und ihres Jugendfreunds, der zufällig der Sohn des Erzfeindes ihres Vaters und Bruders ist.

Die ergreifende Geschichte eines ungleichen Geschwisterpaars, die nach vielen Wirrungen in einer alles verschlingenden Flutkatastrophe endet, gilt als Eliots autobiographischster Roman."

Eliot, George "Silas Marner"

Eliot, George "Silas Marner: Der Weber von Raveloe" (Englisch: Silas Marner) - 1861

Ich habe mehrere Romane von George Eliot gelesen und mochte sie alle. Daher war es keine Überraschung, dass mir auch Silas Marner und sein Leben sehr gefielen. Es gibt viele Bücher, die an diesem Ort und in dieser Zeit spielen (englische Midlands, französische Kriege des frühen 19. Jahrhunderts), und ich vergleiche diesen Autor immer mit Charles Dickens, der zur gleichen Zeit lebte und ähnliche Leben beschrieb.

Man merkt jedoch, dass eine Frau dieses Buch geschrieben hat. Sie macht andere Beobachtungen – ich möchte nicht sagen, sie sind tiefer oder besser, nur anders. Und dadurch trägt sie viel zum Verständnis der Menschen dieser Zeit bei.

Man könnte sagen, dieses Buch handelt von Karma. Wie Oscar Wilde sagte: "Die Guten endeten glücklich und die Bösen unglücklich. Deshalb heißt es ja Dichtung." Geschichten wie diese bestätigen dies.

Ich werde unbedingt noch mehr Bücher von George Eliot (Pseudonym von Mary Ann Evans) lesen müssen.

Buchbeschreibung:

"Silas Marner, ein junger Weber, verliert alles durch eine Intrige seines besten Freundes. Gezwungen, Heimat und Gemeinde zu verlassen, siedelt er sich im Dorf Raveloe an, wo auf wundersame Weise ein Findelkind in sein Leben tritt und ihm die Augen für die Schönheit der Welt öffnet. Doch auch dieses Glück gerät bald erneut in Gefahr."

Donnerstag, 27. März 2025

Eliot, George "Middlemarch"

Eliot, George "Middlemarch" (Englisch: Middlemarch) - 1871-72

"Einer der klassischen Romane der englischen Literatur, der von Virginia Woolf als einer der wenigen englischen Romane für Erwachsene bewundert wurde. Eine kritische Einführung und historische Dokumente zu medizinischer Reform, Religionsfreiheit und dem Aufkommen der Eisenbahn."

Neben Jane Austen ist George Eliot alias Marian Evans einer meiner liebsten britischen Klassikerautoren. Ich liebe Klassiker. Englisch ist nicht meine Muttersprache, aber ich könnte einfach ständig englische Klassiker lesen. Ich habe mit meinen verschiedenen Lesekreisen Klassiker gelesen, einer davon in England. Und ich war normalerweise diejenige, die es leicht fand, während meine britischen Freundinnen es schwer fanden. Jemand dachte, es könnte daran liegen, dass die Sätze so lang sind und das ist im zeitgenössischen Englisch nicht mehr so, während das Deutsche voller solcher Sätze steckt.

Ich denke, "Middlemarch" ist schwieriger als, sagen wir, ein Jane-Austen-Roman. Zunächst einmal sind da mehr Leute, und mehr Leute sind für das ganze Buch wichtig. Aber es liegt auch an der Sprache. Obwohl ich "Middlemarch" wirklich geliebt habe und es zum Lesen empfehlen würde, würde ich George Eliot nicht als die einfachste Schriftstellerin bezeichnen.

Vielleicht liebe ich ihre Romane deshalb so sehr, und "Middlemarch"  ist wahrscheinlich mein Lieblingsroman von ihr. Dorothea Brooke, die Hauptfigur, ist wunderbar beschrieben. Sie muss mit so vielen Dingen fertig werden.

Sie hätte heutzutagen (als Autorin) mit den Möglichkeiten, die wir haben, eine großartige Frau werden können, aber sie musste ihr ganzes Leben lang darum kämpfen, gehört zu werden. Fast jedes für die damalige Zeit relevante Thema wird angesprochen, medizinische Reformen, Industrialisierung, religiöses Denken, Frauenrechte, eine großartige Beschreibung des gesellschaftlichen Wandels von der alten Zeit zu unserer modernen Welt. In diesem Buch gibt es alles, Gut und Böse, Schuld, Zuneigung, Liebe, Einsamkeit, Hoffnung, Glück, Neid, Eifersucht, Zweifel, was auch immer … Eine großartige Lektüre!

Ich fand, Dorothea war die beste Figur, nicht nur, weil sie zufällig auch die Hauptfigur war. Sie war ihrer Zeit so weit voraus und so stark. Und sie wusste, was sie wollte. Ich bewunderte sie wirklich und sie tat mir gleichzeitig leid. Die meisten Entscheidungen in ihrem Leben waren wohlüberlegt, sie wusste, was sie tat, und doch lief nichts so, wie sie es erwartet hatte, hauptsächlich, weil die Zeit für eine so unglaubliche Frau wie Dorothea noch nicht reif war. Anscheinend steckt viel von Marian Evans in Dorothea Brooke.

Alles in allem ein wunderbares Buch, ein Muss für jeden, der klassische Romane liebt. Die meisten Mitglieder unseres Lesekreises stimmten mir zu, nur einige fanden es ein bisschen zu schwierig.

Die BBC machte 1994 eine nette Miniserie daraus.

Wir haben das im Juni 2007 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Wir haben auch "Daniel Deronda" (Daniel Deronda) von der selben Autorin gelesen.

Buchbeschreibung:

"'Middlemarch, der berühmteste Roman von Mary Ann Evans, die unter dem männlichen Pseudonym George Eliot auftrat, um als schreibende Frau wahrgenommen zu werden, gilt bis heute zu Recht als Höhepunkt englischer Romankunst des 19. Jahrhunderts; seine Mischung aus Realismus, farbiger Personenzeichnung, psychologischer Einfühlung, naturwissenschaftlichem und philosophischem Interesse und historischem und sozialgeschichtlichem Bewusstsein ist unerreicht. Das Buch zeichnet ein lebhaftes Gemälde von den Skurrilitäten der englischen Provinz und ihrer Bewohner. Es ist mit scheinbar leichter Hand geschrieben, in einem Stil, den eine verhaltene, doch stets präsente elegante Ironie prägt, wie sie ähnlich vollendet in der englischen Literatur vielleicht am ehesten Jane Austen ein halbes Jahrhundert vor George Eliot zu Gebote stand. Für Virginia Woolf war es 'das herrliche Buch' schlechthin."

Eliot, George "Daniel Deronda"

Eliot, George "Daniel Deronda" (Englisch: Daniel Deronda) - 1876

Ich mag den Stil des 19. Jahrhunderts. Besonders gut gefällt mir der Stil von George Eliot. Sie beschreibt die Charaktere sehr gut, die Probleme zwischen den verschiedenen Menschen sind sehr interessant und jeder wirkt so lebendig. Es gibt Menschen, die man mag, und andere, die man nicht mag. Der Roman gibt viele Informationen über das damalige Leben, viel Geschichte, die Probleme, die die Juden im Laufe der Jahrhunderte hatten. Ein sehr interessantes Buch, viel zu lesen, etwa 750 Seiten.

George Eliot sagte selbst, sie habe wegen des jüdischen Elements mit stärkerem Widerstand gegen ihr Buch gerechnet. Sie wollte die Juden mit Sympathie und Verständnis darstellen und hatte das Gefühl, dass dies ihren Lesern missfallen würde. Während des gesamten Buches war ich erstaunt, wie viel George Eliot über die Juden und die Probleme wusste, mit denen sie konfrontiert waren, sie hat beinahe den Zweiten Weltkrieg vorhergesagt.

Ich habe dieses Buch geliebt.

Wir haben es im Juni 2003 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Wir haben auch "Middlemarch" (Middlemarch) von derselben Autorin gelesen.

Buchbeschreibung: 

"Daniel Deronda ist der letzte beendete Roman der Autorin und der Einzige, der zur viktorianischen Zeit spielt. Der junge wohlhabende Daniel Deronda ist ratlos, wenn es um seine zukünftige Lebensplanung geht. Ganz zur Missgunst seines Vaters, dem Gentleman Sir Hugo Malinger. Die Lage spitzt sich weiter zu, als er die jüdische Sängerin Mirah vor dem Selbstmord rettet und zu seiner eigenen Verunsicherung immer stärkere Gefühle für sie entwickelt. Um seiner chaotischen Gefühlswelt zu entkommen, macht er sich zu einer Reise nach Deutschland auf. Dort kreuzt sich sein Weg mit der schönen Gwendolen. Ihre enorme Anziehungskraft stößt ihn in immer tiefere Verwirrung. Nun muss er sich nicht nur für seinen zukünftigen Lebensweg, sondern auch für eine der zwei Frauen, die er liebt, entscheiden."