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Mittwoch, 12. November 2025

Noa Bercovitch, Pascale "Das Lächeln Des Delphins"

Noa Bercovitch, Pascale "Das Lächeln Des Delphins. Die Geschichte Einer wunderbaren Freundschaft" (Französisch: Oline, le dauphin du miracle) - The Dolphin’s Boy: A Story of Courage and Friendship - 2000

Die Autorin war eine Sportlerin, die einen schweren Zugunfall hatte und sich daraufhin die Beine amputieren lassen musste. Ihren Plan, nach Israel zu gehen, ließ sie sich dadurch nicht entgehen. Sie wurde nicht nur eine erfolgreiche Journalistin und Filmemacherin, sondern nahm auch an den Paralympics teil.

In ihrem teils autobiografischen Buch erzählt sie von dem Beduinenjungen Abdullah, der mit fünf Jahren von einem Baum fiel und seitdem taub war. Er wuchs zurückgezogen auf und liebte es zu schwimmen. Bei einem seiner Ausflüge begegnete er einem Delfin, der ihm nicht mehr von der Seite wich. Die Autorin drehte einen Film über diese außergewöhnliche Freundschaft zwischen dem Jungen und dem Delfin und schrieb später dieses Buch darüber. Eine wunderbare Geschichte.

Buchbeschreibung:

"Der seit seinem fünften Lebensjahr taubstumme Beduinenjunge Abid'allah wird durch die Freundschaft mit einem Delphin aus seiner Einsamkeit befreit. Beim täglichen Spiel mit dem Tier findet er zunächst seine Sprache, dann sein Gehör wieder. Pascale Noa Bercovitch entführt uns in das Fischerdorf Mezaina am Roten Meer. Ihr bewegender Bericht lässt uns eintauchen in die Welt der Beduinen am Rande der Wüste Sinai und erzählt voller Einfühlungsvermögen von einer wunderbaren Freundschaft zwischen Mensch und Tier."

Dienstag, 30. September 2025

Levi, Primo "Wann, wenn nicht jetzt?"

Levi, Primo "Wann, wenn nicht jetzt?" (Italienisch: Se non ora, quando?) - If Not Now, When? - 1982

Primo Levi lebte den größten Teil des 20. Jahrhunderts. Er war Italiener, Jude, Chemiker und schrieb mehrere Bücher. Dieses hier handelt von zwei russischen Juden, die sich hinter den feindlichen Linien einer Partisanengruppe anschließen.

Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit. Ich muss sagen, es hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache war großartig, die Geschichte interessant, die Menschen gut beschrieben. Eine lebhafte Geschichte, die auch viele Fragen zum Krieg aufwirft. Eine gute Lektüre, eine gute Grundlage für interessante Diskussionen.

Buchbeschreibung:

"Auf der Suche nach einer neuen Heimat

'Daß wir Juden sind, versteht sich von selbst. Daß wir bewaffnet waren, können wir nicht leugnen ... Sagt, daß wir Partisanen sind.'

Irgendwo in den Wäldern von Weißrußland begegnen sich 1943 zwei versprengte Soldaten der Roten Armee. Beide haben ihre Einheit verloren, beide sind Juden, und so ziehen sie gemeinsam weiter. Eines Tages stoßen sie auf Blockhütten, in denen sich weitere Juden inmitten der verschneiten Sümpfe versteckt halten. Doch das Quartier wird von Deutschen entdeckt, und nur wenigen Männern und Frauen gelingt die Flucht.

Sie wandern weiter nach Westen, ein schlecht ausgerüsteter Haufen zwischen allen Fronten, eine jüdische Partisaneneinheit, die aussieht wie eine vagabundierende Banditenbande, von den Deutschen verfolgt, von Russen wie Polen beargwöhnt, geduldet, gemieden. '
Wann, wenn nicht jetzt', singen die Partisanen den Talmud zitierend, 'sollen wir den Stein schleudern gegen Goliaths Stirn?'"

Samstag, 13. September 2025

O'Dell, Scott "Das verlassene Boot am Strand"

O'Dell, Scott "Das verlassene Boot am Strand" (Englisch: Zia) - 1976

Eine Fortsetzung von "Insel der blauen Delfine" (Island of the Blue Dolphins). Zia ist Karanas Nichte und will ihre Tante finden, die auf einer einsamen Insel gelandet ist. Der Roman unterscheidet sich vom ersten, da Zias Leben in der Mission und nicht auf der Insel beschrieben wird. Trotzdem eine interessante Lektüre, ein Muss, wenn man den ersten Roman gelesen hat.

Buchbeschreibung:

"Immer wieder hat Zia die Geschichte, von ihrer Tante Karana gehört, die auf der Insel allein zurückgeblieben war. Nach dem Tod ihrer Mutter fühlt sie sich für Karana verantwortlich. Sie will sie von der Insel auf das Festland holen. Als Zia nach einem Sturm ein verlassenes Boot am Strand findet, versteckt sie es mit ihrem Bruder in der Lagune. Heimlich bereiten sie das Boot für die Fahrt zu der Insel der blauen Delphine vor und in einer Neumondnacht stechen sie in See."

O'Dell, Scott "Die Insel der blauen Delfine"

O'Dell, Scott "Die Insel der blauen Delfine" (Englisch: Island of the Blue Dolphins) - 1960

"Scott O'Dell gewann 1961 die Newbery-Medaille für Die Insel der blauen Delfine, und 1976 kürte die Children's Literature Association diese fesselnde Geschichte zu einem der zehn besten amerikanischen Kinderbücher der letzten 200 Jahre."

Das indianische Mädchen Karana landet auf einer einsamen Insel, wo sie 18 Jahre allein verbringt. Die Geschichte erzählt von ihrem Leben und ihrem Überlebenskampf.

Obwohl ich dieses Buch wahrscheinlich nicht als eines der besten Kinderbücher aller Zeiten bezeichnen würde, hat es mir als Mädchen sehr gut gefallen. Später habe ich es mit meinen Jungs gelesen und fand es immer noch wunderbar. Und dann habe ich die Fortsetzung "Das verlassene Boot am Strand" (Zia) gelesen, die als Fortsetzung interessant zu lesen ist.

Buchbeschreibung:

"Auf einer von Kormoranen und See-Elefanten bevölkerten und von Delfinen umspielten Insel ist ein Indianermädchen als Einzige ihres Stammes zurückgeblieben. Im täglichen Überlebenskampf wird sie selbst immer mehr Teil der Natur und Freundin der Tierwelt. Lange Jahre abenteuerlichen Lebens vergehen, bis wieder ein menschliches Wort an das Ohr des Mädchens dringt."

Montag, 21. April 2025

Brooks, Geraldine "Auf freiem Feld"

Brooks, Geraldine "Auf freiem Feld" (Englisch: March. A Love Story in a Time of War) - 2006

Wer hat "Eine glückliche Zeit/Betty und ihre Schwestern" (Little Women) noch nicht gelesen und würde gerne mehr über die Familie March erfahren? Hier ist eure Chance!

Ich bin kein großer Fan von Fortsetzungen, die von anderen als der Autorin selbst geschrieben wurden, vor allem nicht Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte später. Geraldine Brooks bildet jedoch eine Ausnahme; sie schreibt ihre Romane eher wie Biografien. So auch in diesem Fall. Der Protagonist ihrer Geschichte ist John March, der Vater von Meg, Jo, Beth und Amy, Marmees geliebtem Ehemann. Vieles von seinem Werk wird in "Little Women" im Hintergrund erzählt; hier sehen wir ihn selbst, seine Ideale, seine politische Einstellung. Er war ein Abolitionist und ein Verfechter der Frauenrechte, ein Träumer von einer besseren Welt. So wie Louisa May Alcott die Geschichte ihrer Familie erzählt hat, ist dies die Geschichte ihres Vaters, Amos Bronson Alcott. Er war ein bemerkenswerter Mann, seiner Zeit weit voraus, und seine Geschichte ist lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Eine kraftvolle Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

Als Mr. March, liebender Gatte und Familienvater, im Krieg lebensgefährlich verwundet wird, scheint das Band zwischen ihm und seiner Frau zerrissen. Er verliebt sich in eine andere und stürzt damit nicht nur sich selbst ins Unglück, sondern auch noch seine Familie und die Geliebte. Ein Roman über die Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau, über die Liebe zwischen Eltern und Kindern und die lebensgestaltende Kraft des Glaubens."

Geraldine Brooks erhielt 2006 den Pulitzerpreis für "March" (Auf freiem Feld).

Dienstag, 15. April 2025

Green, Hannah "Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen"

Green, Hannah (Joanne Greenberg) "Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen" (Englisch: I Never Promised you a Rose Garden) - 1964

Joanne Greenberg hat diesen halb-autobiografischen Roman unter dem Pseudonym Hannah Green geschrieben.

Was für ein faszinierendes Buch. Ein Teenager, der an Schizophrenie leidet. Was geht in so einer Person vor?

Hannah Green versucht, diese psychische Krankheit aus der Sicht verschiedener Menschen zu erklären, vor allem der Betroffenen selbst, ihrer Zeit vor, im und nach dem Krankenhaus, ihrer Eltern, Familie, Freunde, Ärzte, Therapeuten.

Ich denke, dieses Buch ist für jeden hilfreich, der psychische Krankheiten verstehen möchte und was sie für alle Beteiligten bedeuten können.

Buchbeschreibung:

"Die Flucht vor der Realität, vor Krankheit und familiärer Isolation endet für die sechzehnjährige Deborah in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie. Befund: Schizophrenie. Unter dem Pseudonym Hannah Green schildert die Autorin in diesem ermutigenden autobiographischen Roman den mühsamen Kampf des Mädchens um ihre Heilung. Sie gewährt einen Blick in die Alptraumwelt psychotischen Fühlens, in die fragmentarischen Beziehungen, aber auch in die Solidarität unter den Kranken. Sicher wägt sie die Argumente für ein Leben in unserer unvollkommenen Realität ab gegen die Argumente für einen Rückzug in die Sicherheit der Krankheit. Die Heilung schließlich ist überzeugend. Mit ihr wird die Krankheit nicht zu einem Stück abgelehnter Vergangenheit, sondern nachträglich akzeptierter persönlicher Geschichte. Deborah ist gesund, als sie wieder bereit ist, den Herausforderungen der Realität standzuhalten."

Samstag, 15. Oktober 2022

Droste-Hülshoff, Annette von "Die Judenbuche"

Droste-Hülshoff, Annette von "Die Judenbuche" - The Jew's Beech - 1842

Annette von Droste-Hülshoff ist für Deutschland wohl das, was Jane Austen für Großbritannien ist, die berühmteste Autorin des 19. Jahrhunderts. Sie ist vor allem für ihre Gedichte bekannt, hat aber auch einige Novellen und Kurzgeschichten geschrieben. Sie stand einmal auf dem 20-DM-Schein in Deutschland, dies zeigt, wie wichtig sie ist.

Der Roman ist leicht zu lesen, er ist kurz und wird in Deutschland von Schülern der 8. oder 9. Klasse gelesen.
Es basiert auf der wahren Geschichte eines Mordes, eigentlich zweier Morde, aber sowohl die Geschichte vor als auch nach der Tat ist fiktiv. Ein faszinierender Bericht, nicht nur über das Verbrechen selbst, sondern auch über das Leben in Deutschland oder Mitteleuropa zu dieser Zeit, das wir mit dem Leben in anderen Ländern damals und heute vergleichen können.

Die Sprache ist, wie man es von einer Dichterin erwartet, sehr poetisch. Die Geschichte enthält Symbolik und viel Weisheit.

Dies ist eine gute Lektüre für jemanden, der sich für klassische Literatur interessiert.

Buchbeschreibung:

"Meisterhaft wird hier aufgezeigt, wie ein junger, schwacher Mensch zum Mörder wird und deshalb nach Jahren Selbstmord begeht. Droste-Hülshoff hat das finstere Ereignis, von dem sie in ihrer Kindheit berichten hörte, im Rahmen westfälischer Landschaft und Sitten in eine Dichtung verwandelt und ein Werk geschaffen, in dem verborgene Kräfte schicksalsbestimmend werden.

Das Nachwort befaßt sich mit Leben und Werk der Dichterin. Auf 4 Seiten werden Worterklärungen gegeben.
"

Wer sich für das Leben der Autorin interessiert, dem empfehle ich "Das Spiegelbild" von Irina Korschunow.