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Mittwoch, 11. Dezember 2024

Kishon, Ephraim "Im neuen Jahr wird alles anders"

Kishon, Ephraim "Im neuen Jahr wird alles anders" [Next year everything will be different] - 1982

Ich habe es schon öfter erzählt, Kishon bedeutet für mich letzte Deutschstunde vorm Ferienbeginn und da alle Sprachen immer meine Lieblingsfächer waren, habe ich wirklich eine wunderbare Erinnerung an die Geschichten.

Dieses Buch ist eigentlich eine Sammlung vieler anderer Bücher:
Seid nett zu Touristen
Unfair zu Goliath
Wettervorhersage: Neigung zu Regenschirmverlusten
Wie rächt man sich an einem Verkehrspolizisten
Die vollkommene Ehe
Der Fisch stinkt vom Kopfe
Kontakt mit dem Jenseits
Der Fuchs im Hühnerstall
Liebe deinen Mörder
Eine detaillierte Auflistung ist hier.

So begleiten wir Ephraim Kishon auf eine Reise durch Europa, wo wir etwas über unser Marotten und die unser Nachbarländer erfahren. Wir lernen von den Eigenheiten seiner Landsleute, z.B. wie einfach es ist, im Sommer mehrere Regenschirme auf einmal zu verlieren. Er berichtet vom Leben in der Ehe mit und ohne Kinder und/oder Tieren. Telefonate kommen besonders gerne in den Geschichten vor. Und dann gibt es auch noch einen Roman, "Der Fuchs im Hühnerstall", wo wir alles, aber auch alles über die Machenschaften der Politiker kennenlernen. Ach ja, und nicht zu vergessen: die beste Ehefrau von allen!

Und auch wenn die Bücher mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt sind, sind die Geschichten alle zum Brüllen, egal, wie lang und über welches Thema. Ephraim Kishon ist es immer wert, gelesen zu werden. 

Klappentext:

"Sachen gibt's, die gibt's nicht, lautet unsere Divise immer dann, wenn uns Ereignisse aus dem privaten oder öffentlichen Bereich zu Ohren kommen, oder gar selbst passieren, die?s im Grunde zwar gar nicht geben dürfte, die aber leider doch tagtäglich vorkommen. Unser Leben hier und heute im ach so fortschrittlichen 20. Jahrhundert ist eben (glücklicherweise!) doch nicht fortschrittliche genug, als daß wir uns ein für allemal vom blühenden Unsinn entfernt hätten. Ja, man könnte sagen: je stromlinienförmiger, glatter, glänzender, kurz: perfekter wir unsere Welt einzurichten versuchen, desto barocker wird sie, desto mehr häuft sich Sand im Getriebe, desto ungeheuerlicher wird der Nonsens unseres Alltags. Ephraim Kishon, der schmunzelnde Philosoph ohne Lehrstuhl, der medizynische Doktor ehrenhalber, der windmühlenstürmende Ritter wider den allzu menschlichen Ernst, hat dieses Paradoxon unserer Existenz schon seit Jahren mit spitzer Feder immer wieder aufgegriffen.

Und er hat's weit damit gebracht - nämlich schlicht und einfach zum Humoristen Numero Eins in der Gunst der deutschen Leser. Da er aber so ungeheuerlich viel Stoff hat (weil es soviel Ungeheuerliches an Nonsens in unserem Leben gibt), schafft es der Autor einfach nicht, sich auf die faule Haut zu legen. Fast jedes Jahr erscheint ein neues Buch von ihm.

Das wird gekauft, gelesen zustimmend begrinst und homerisch belacht, daß es eine wahre Wonne ist. Zu solch befreiender Lektüre sind Sie auch hier wieder eingeladen. Allerdings ging es bei dieser Auswahl aus Kishons ständig wachsendem Satiren-Schatz nicht so sehr um Aktualität, sonder eher um das, was man sich als geschworener Kishon-Freund immer wieder gern zu Gemüte führt. Kostproben gefällig. Lesen Sie nur mal, wie teuer einen das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Schweizer kommen kann; wie die Raumprobleme eines Weltstadt-Konsulats ratsuchende Menschen einfach auf Nimmerwiedersehen zum Verschwinden bringt; warum ein Ministerpräsident den obligatorischen Willkommensgruß von einem Wildfremden bekommen muß anstatt von seinem alten Arbeitskameraden; welche Erfahrungen ein Telefonkunde mit dem 'Fräulein vom Amt' bisweilen macht; zu welchem Gipfeltreffen es führen kann, falls man mal dringend einen Handwerker braucht, und schließlich, wie ein erholungsbedürftiger Staatsmann für ein beschauliches Dorf zum 'Fuchs im Hühnerstall' wird, als er das weltvergessene Kaff mit seinen politischen Ambitionen heimsucht.

Im neuen Jahr wird natürlich alles anders - da sind die Politiker und Behörden endlich nur noch um das Wohl des einzelnen Bürgers besorgt, und die beste Ehefrau von allen weiß schon 24 Stunden vor einer Einladung, welches von ihren zahlreichen Kleidern sie für die Silvesterparty anzieht."

Samstag, 24. Februar 2024

Kishon, Ephraim "Kishon für alle Fälle"


Kishon, Ephraim "Kishon für alle Fälle. 327 unbrauchbare Lebensweisheiten" [Kishon for all occasions. 327 useless pieces of wisdom] - 1987

Wie ich schon in meinen anderen Rezensionen von Kishons Büchern erwähnt habe, habe ich Kishon schon in der Schule geliebt.

In diesem Buch sind viele seiner großen und kleinen Weisheiten verewigt, fast wie in einem Wörterbuch. Da kommen viele seiner Sprüche und Pointen zu Kindern und Medizin zu Wort, zu Reisen und moderner Kunst, zu Politik und Politikern, und natürlich, nicht vergessen, zur besten Ehefrau von allen.

Ja, leider schreibt er ja schon lange nicht mehr, aber es gibt immer noch viele Sammlungen seiner Geschichten, und es macht auch Spaß, solche wiederholt zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Ein humoristischer Erste-Hilfe-Kurs und gleichzeitig Lese- und Denkspaß für Menschen von heute. Gesammelt Kürzest-Weisheiten und treffende Wahrheiten des Philosophen mit der Narrenkappe. Im Alltag wie im Berufsleben ein amüsanter Ratgeber

Kishons 'Familiengeschichten' ist, von der Bibel abgesehen, das meistverkaufte hebräische Buch der Welt."

Mittwoch, 19. April 2023

Venske, Henning "Briefe aus dem Regierungslager"

Venske, Henning "Briefe aus dem Regierungslager" [Letters from the Government Camp] - 1999

Ich mochte Henning Venske immer sehr gerne. Ein guter Schauspieler, ein guter Kabarettist.

Mit seiner Sammlung "Briefe aus dem Regierungslager" zieht er das ganze Register seiner Kunst.

Ich habe vor kurzem erfahren, dass er eine Autobiographie geschrieben hat, "Es war mir ein Vergnügen". Die sollte ich mir auch besorgen.

Buchbeschreibung:

"Henning Venske, 1939 in Stettin geboren, ist Schauspieler, Kabarettist, Moderator, Regisseur und Schriftsteller. Venske gilt als wortgewandter Satiriker und wurde durch Rollen in der 'Sesamstraße' und im 'Tatort' einem breiten Publikum bekannt. Bis heute arbeitet er als Sprecher und Moderator. Zusammen mit Jochen Busse erhielt er 2010 den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis und 2012 den Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises."

Samstag, 3. Dezember 2022

Kishon, Ephraim "Mein Freund Jossele"

Kishon, Ephraim "Mein Freund Jossele und andere neue Satiren" [My Friend Jossele and Other New Satires] - 1980

"Ein funkelnagelneues satirisches Lesevergnügen" steht auf dem Umschlag. Na ja, wenn man bedenkt, dass diese Ausgabe von 1980 stammt und der Autor leider schon seit 17 Jahren nicht mehr unter uns weilt, kann man von funkelnagelneu schon nicht mehr sprechen. Aber ein Lesevergnügen, das ist nicht zu viel versprochen, das ist es allemal.

Ich habe Kishon schon geliebt, als ich noch zur Schule ging. Unser Deutschlehrer las uns immer am letzten Tag vor den großen Ferien Geschichten von ihm vor (ich habe das schon einige Male erwähnt). Wie er das geschafft hat, ohne dauernd laut loszuprusten, weiß ich bis heute nicht.

Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, alle Bücher die ich von Kishon habe, noch einmal zu lesen.

In diesem erzählt er uns von seinem (erfundenen) Freund Jossele. Der hat immer wieder neue Ideen, wie man andere zum Lachen bringen kann. Das heißt, eigentlich ist das gar nicht seine Absicht, aber er schafft es immer wieder. Mal will er uns praktische Winke für den Alltag geben, mal den Steuerzahler entlasten, es läuft aber immer auf das Gleiche heraus, wir können uns über eine komische Geschichte amüsieren.

Und dann erzählt er von dem Traum, unsichtbar zu sein, und dass ihm das bei den israelischen Kellnern schon gelungen ist. (siehe Der Kampf um den Blick des Kellners) Das kenne ich, das gelingt mir bei den deutschen Kellnern auch immer. Da lobe ich mir die neuen Einrichtungen, in denen man per App bestellt und bezahlt und dann das Essen und Trinken an den Tisch gebracht bekommt. Kein Halsverrenken, um zu sehen, wo man denn einen Kellner erhascht, der wirklich zufällig gerade in meine Richtung schaut. Ach, ist das schön. Hoffentlich wird das demnächst auch auf dem Lande Sitte. Obwohl, so wie ich das einschätze, werde ich das nicht mehr miterleben. Hier gibt es ja sogar noch Restaurants (und Geschäfte), die nur Bargeld nehmen.

Wer Kishon noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen.

Und dies sind die Geschichten, viele der Titel sind schon ein guter Einstieg in die Geschichten:

Das Einstein-Jossele-System
Auf Ölsuche
Praktische Winke für den Alltag
Rettungsloses Schweigen
Zur Entlastung des Steuerzahler
Gangsterfilm in Eigenproduktion
Neue Wege zum Geschichtsunterricht
Gangsterfilm in Eigenproduktion
Gewußt wo
Verbotene Spiele
Ein vergnüglicher Abend
Rohmaterial für drei Geschichten
Wo ist die Zerkowitz-Straße?
Gäste willkommen
Das Werkstatt-Kabarett
Wegweisung
Jüdisches Poker
Ideale Nummer
Der Eskimo-Effekt
Tragisches Ende eines Feuilletonisten
Geteilte Rechnung
Falsch geparkt ist halb gewonnen
Die heilsamen Schildchen
Das Fleisch ist nicht immer schwach
Strafmandat bleibt Strafmandat
Bewunderung à la Jossele
Kleine Spende - großer Dank
Ehrlich, aber nicht offen
Gottes Hand und Josseles Fuß
Der perfekte Mord
Falscher Alarm
Sulzbaum ist erledigt
Die Sache läuft
Alarm und Seelenfrieden
Der Kampf um den Blick des Kellners
Franzi ist menschlich
Mussa und Garfinkei
Nie wieder Pornofilm
Als uns der Strom gesperrt wurde
Ein Denkmal für den Spinat
Freundschaftspreis
Inspektor Fischbaums sechster Sinn
Platonische Liebe
Ich bin Zeuge
Rom sehen …
Tagungen müssen sein
Fernsehen hat Vorrang
Der Abend des langen Messers
Herzl - Schmerzl
Türkische Früchte
Dingsda
Unvergeßliche Erinnerungslücken

Buchbeschreibung:

"'Die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Ich muß gestehen, daß ich eine kleine Schwäche für Schwindler und Hochstapler habe', bekennt Ephraim Kishon in der Einleitung zu diesem, seinem neuesten Satiren-Band 'Mein Freund Jossele' und fährt fort: 'Eigentlich dürfte das niemanden überraschen. Der Beruf des Humoristen hat ja mit dem des Schwindlers vieles gemeinsam. Beide leben von der menschlichen Dummheit, beide machen sich die Schwächen der Bürokratie zunutze, beide spekulieren auf häuslichen Zwist, auf Eitelkeit und Heuchelei, auf Spannung zwischen Individuum und Gesellschaft - beide, der Schwindler und der Humorist, begehen ihre 'kriminellen' Handlungen auf intel-lektueller Basis, der eine durch Taten, der andere mit Worten, zwei Halunken von gleicher Wesensart, zwei Brüder im Geiste.'

Mit dieser sclbstironischcn Charakterisierung reicht Ephraim Kishon, der '"Weltmeister des Humors', die Fackel weiter an Jossele, diesem Schalk besonderer Art aus der unerschöpflichen Phantasie des Bestsellerautors. Im Cafe, seinem bevorzugten Aufenthaltsort, entwickelt Jossele mit genialer Geschicklichkeit täglich neue Strategien für raffiniert ausgeklügelte Streiche, die es ihm ermöglichen, sowohl seine materielle Lage aufzubessern, als auch sein seelisches Gleichgewicht und seine innere Befriedigung immer wieder zu befestigen.

Dieses jüngste Kishon-Buch erzählt in seinem ersten, von Rudolf Angcrer brillant und treffend illustrierten Teil von den perfektionierten Schwindeleien des schlitzohrigen Lebenskünstlers Jossele. Der zweite Teil enthält eine Auswahl ganz neuer Alltagssatiren mit zum Teil politischem Hintergrund in der bewährten und vielgeliebten Form.

So präsentiert sich dieser Band als ein funkelnagelneues satirisches Lesevergnügen voller Charme, Phantasie und überraschender Pointen zum Spaß, zum nachdenklichen Schmunzeln und zur Erheiterung aller alten und neuen Kishon-Fans."

Freitag, 4. November 2022

Kishon, Ephraim "Kein Öl, Moses?"

Kishon, Ephraim "Kein Öl, Moses?" [No Oil, Moses?] - 1974

Ich habe Kishon vor vierzig bis fünfzig Jahren geliebt. Und er ist auch heute noch recht amüsant zu lesen, obwohl einiges von seinem Witz im Laufe der Zeit verlorengegangen ist.

Von "… Und zogen die Kinder Israels" bis zu den "Weihnachtsgedanken eines Israeli", Kishon kann über alles seine Überlegungen anstellen und sie uns in einer absolut köstlichen Weile mitteilen. Und wenn man mal unbedingt etwas Heiteres braucht zum Aufmuntern, ist diese Lektüre immer gut geeignet.

Satire vom Feinsten.

Buchbeschreibung:

"'Jeder Bürger in einer Demokratie hat das Recht, der Regierung zu sagen, was er über sie denkt. Und die Regierung hat das Recht, nicht zuzuhören.'

Ephraim Kishon und seine Frau, "die beste Ehefrau von allen", haben zwei Kinder, Renana und Rafi, und eine Hündin namens Franzi. Eigentlich eine ganz normale israelische Familie, wenn Ephraim nicht über verschiedene Episoden des Familienlebens Satiren schreiben würde. Auch Erlebnisse mit seinem Freund Jossele und sonstige Begegnungen mit seinen Mitmenschen verarbeitet Kishon zu kurzen Satiren."

Dienstag, 25. Oktober 2022

Kishon, Ephraim "Kein Applaus für Podmanitzki"

Kishon, Ephraim "Kein Applaus für Podmanitzki. Satirisches" [No Applause For Podmanitzki] - 1973

Dieses Mal erzählt der sagenhafte Schriftsteller Ephraim Kishon nicht (so sehr) von der "besten Ehefrau von allen", nein, er nimmt das Theater und vor allem die Theaterkritiker auf die Schippe.

Aber ganz egal, worüber er schreibt, ich glaube, er könnte das Telefonbuch zitieren und nur ab und zu einen Seufzer einfügen, man kann sich immer köstlich über seine Geschichten amüsieren.

Seine Wortspielereien sind einfach fantastisch, seine Erzählungen sowieso. Und wer nach dieser Lektüre keine Lust auf einen Theaterbesuch hat, ist selbst schuld.

Buchbeschreibung:

"Ein hintergründiger Ausflug in die Welt des Theaters an der Seite des Kult-Satirikers. Jarden Podmanitzki ist ein mittelmäßiger Schauspieler, der noch nie allein auf der Bühne gestanden hat. Ephraim Kishon spaziert in dieser Geschichtensammlung durch die Welt des Theaters. Bühne frei - für einen großen Satiriker und das Leben selbst."

Samstag, 21. Mai 2022

Austen, Jane "Kloster Northanger"

 

Austen, Jane "Kloster Northanger" oder Die Abtei von Northanger" (Englisch: Northanger Abbey) - 1818

Wie ich schon mehrfach gesagt habe, bin ich ein riesiger Jane-Austen-Fan. Ich habe alle ihre Romane gelesen, die meisten mehrmals.

"Northanger Abbey" ist bei weitem mein unbeliebtester Austen-Roman, es scheint, als wäre es von einer anderen Person geschrieben worden, aber das ist nicht erstaunlich, da es eine Parodie sein soll.
Offensichtlich scheint sie den Schauerroman (Gothic Novel) ziemlich gut dargestellt zu haben, und ich mag das nicht besonders. Ein weiterer Grund, dass sich dieser von ihren anderen Romanen stark unterscheidet, ist wahrscheinlich, dass er posthum veröffentlicht wurde, ohne dass sie ihn überarbeiten konnte.


Ich habe Die Abtei von Northanger ein zweites Mal in der Gruppe The Motherhood and Jane Austen Book Club rezensiert.

Dieser Blogeintrag ist hier und eine Liste aller meiner "Mutterschafts"-Rezensionen hier.

All diejenigen, die diesen Roman nicht gelesen haben, weise ich darauf hin, dass nachfolgend auch Spoiler enthalten sind.

Die Heldin dieses Romans ist Catherine Morland, ein junges Mädchen, das gerne Schauerromane liest. Wir begleiten sie bei ihrem ersten Ausflug nach Bath, wo sie von ihren Nachbarn, Mr. und Mrs. Allen, mitgenommen wird.

Genau wie in "Emma" gibt es in diesem Roman nicht viele Mutterfiguren, aber ich denke, dass sie hier auffälliger sind, auch wenn sie weniger sichtbar sind.
Sie werden vielleicht nicht so oft erwähnt, aber man kann trotzdem ihren Einfluss sehen.

Nicht-Mütter mit Einfluss auf unsere Heldin: Mrs. Allen

Mütter: Mrs. Morland, Mrs. Thorpe
Nicht anwesende Mütter: Mrs. Tilney

Mrs. Allen
Sie hat keine eigenen Kinder und dient daher als Anstandsdame, nimmt unsere Heldin Catherine Morland mit nach Bath und versucht, sie in die dortige Gesellschaft einzuführen.
Dies führt zu der Annahme der Thorpes, dass Catherine ihren Reichtum erben wird. Mrs. Allen scheint nicht sehr organisiert zu sein, und kleine Probleme jeder Art sind eine große Hürde für sie. Sie meint es jedoch gut und mag Catherine wirklich so, wie sie ist.


Mrs. Morland
Catherines echte Mutter, ist sicherlich eine gute und liebevolle Frau, die ihren Kindern alles Gute wünscht, aber am Ende nicht viel besser ist als Mrs. Allen. Schließlich lässt sie ihre Tochter mit letzterer an einen Ort gehen, den sie selbst nicht wirklich kennt. Sie ist jedoch ziemlich freundlich und praktischer veranlagt und glaubt wahrscheinlich, dass es besser ist, ihre Tochter wegzuschicken.

Mrs. Thorpe
Die dritte Mutter, die einen großen Einfluss auf Catherine Morlands Leben hat, wenn auch nicht unbedingt so, wie sie es gerne hätte. Sie ist auch nicht die Art von Person, die man gerne für die Erziehung seiner Kinder hätte und scheint mehr mit sich selbst und ihrer Kleidung beschäftigt zu sein als mit ihren eigenen Kindern. Auch mit deren Erziehung ist sie nicht sehr erfolgreich, obwohl sie das will, was alle Eltern wollen: das Beste für ihre Kinder.

Mrs. Tilney
Wir treffen die Mutter der Tilneys nicht wirklich, da sie schon fast ein Jahrzehnt tot ist, bevor unsere Geschichte überhaupt beginnt. Sie ist jedoch wichtig für die Geschichte und das Leben ihrer Kinder und auch unserer Heldin Catherine Morland.

Ich habe immer gedacht, dass "Northanger Abbey" nicht mit den anderen Romanen von Jane Austen vergleichbar ist, es war immer mein unbeliebtester Roman. Beim erneuten Lesen ist mir die Geschichte jedoch definitiv ans Herz gewachsen, und ich habe Catherine Morland gemocht, die trotz aller Mutterfiguren (oder sagen wir Nicht-Mutterfiguren) in ihrem Leben eine gute Person zu werden scheint. Ich ziehe ihre eigene Mutter allen anderen vor, aber das ist nicht unbedingt ein Lob.

Buchbeschreibung:

"Der posthum veröffentlichte Roman gehört zu den frühen Werken der englischen Klassikerin Jane Austen: Die siebzehnjährige Catherine Morland beeindruckt den jungen Geistlichen Henry Tilney mit ihrer frischen, naiven Art. Bevor Henry und Catherine ein Paar werden können, müssen sie allerhand kleine und große Hürden überwinden."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Andere Romane von Jane Austen, die ich in Bezug auf Mutterschaft gelesen habe:

"Emma" (Emma) - 1816
"Mansfield Park" (Mansfield Park) - 1814
"Kloster Northanger" oder "Die Abtei von Northanger" (Northanger Abbey) - 1818
"Überredung" (Persuasion) - 1817
"Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) - 1813
"Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (
Sense & Sensibility) - 1811

Und hier ist ein Link zu all meinen englischen Jane Austen-Rezensionen.

Freitag, 22. April 2022

Sonneborn, Martin & Latour, Claudia "99 Ideen zur Wiederbelebung der politischen Utopie"

Sonneborn, Martin & seine politische Beraterin: Latour, Claudia "99 Ideen zur Wiederbelebung der politischen Utopie. Das kommunistische Manifest" [99 Ideas to Revive the Political Utopia. The Communist Manifesto] - 2021

Schade, dass ich dieses Buch nicht schon im September letzten Jahres in der Hand hatte. Nicht, dass ich dann total anders gewählt hätte, aber ich hätte mich etwas informierter gefühlt.

Ich habe nie Titanic gelesen. Ich verfolge auch nicht die Ziele jeder kleinen politischen Partei. Der Name Martin Sonneborn wurde mir erst ein Begriff, als alle entsetzt aufschrien, dass er jetzt für DIE PARTEI nach Brüssel gehe. Aber auch dadurch habe ich mich weniger für ihn interessiert. Erst als mein Sohn nach Brüssel zog und ich Bücher gesucht habe, die dort stattfinden, fiel sein Name. Und kurz darauf, fand ich seine "99 Ideen zur Wiederbelegung der politischen Utopie". Und da ich der "als 10.000ster Leser gelesene Lesende" (nee, ich hab's auch nicht verstanden) war, gabs noch 33 Bonus-Tracks dazu (zwinkerzwonker, um mit Herrn Sonneborn zu sprechen).

Das Buch enthält viele Anregungen, die sich die derzeit Regierenden auch gerne mal ansehen sollten. Manches ist recht überzogen und wird wohl niemals so eintreten, obwohl es sicher besser wäre als was wir im jetzigen System haben. Aber das ein oder andere sollte man sich ruhig mal zu Herzen nehmen.

Und das Buch sollte in allen Schulen verteilt werden.

Hier ein paar gute Zitate:

  • Fun Fact: Mit den Berufsbezeichnungen "Unternehmensberater" und "Politiker" sind keinerlei fachliche Qualifikationen verknüpft. Anders als die Professionen "Rechtsanwalt", "Bäcker" & "Frauenarzt" sind sie rechtlich nicht geschützt.
    Jeder darf sie also tragen: Wir, Sie, Mario Barth, seine bekloppte kleine Nicht, deren schwerhöriger Urgroßonkel und dessen Putzfrau (Osteuropa) auch.

  • Zum Thema "Test vor einer Wahl": Bedeutet: Bei Landtags- und Bundestagswahlen werden auf dem Wahlzettel künftig drei Wissensfragen vorangestellt. Z.B. "Wie heißt die Hauptstadt von Paris"? Wahlzettel mit weniger als einer richtigen Antwort werden als "ungültig" gewertet.

  • Wenn aber Tatsachen nur mehr in Tarnkleidung im öffentlichen Raum erscheinen, weil die Dinge fortwährend als etwas anderes bezeichnet werden als das, was si e nun mal sind ….
    Wir wollen keinen Facility Manager, der in Wirklichkeit nur der Hausmeister, keine Eigenverantwortung, die nur Sozialabbau, keine Freistellung, die eine Kündigung, keinen Kollateralschaden, der die Inkaufnahme ziviler Kriegstoter, keine Preisanpassung, die eine Verteuerung, keine flexiblen Arbeitsverhältnisse, die eine unsichere Beschäftigung, keine Rückführung, die eine Abschiebung, keinen sozialverträglichen Stellabbau, der eine Massenentlassung, kein Wirkmittel, das eine Waffe, keine soziale Schwäche, die immer nur Armut, keine humanitäre Intervention, die ein Angriffskrieg und keine Friedensmission, die eben doch nur ein Kriegseinsatz ist.

  • Damit sie den Kontakt zur Basis nicht verlieren, regen wir eine Verpflichtung für Parlamentarier an, einmal im Jahr öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, z.B. die U8 in Berlin, wo mehr Leute Bierdosen mit sich führen als Fahrkareten. Als zusätzliche Challenge muss jeder Parlamentarier einmal pro Legislatur beim Bürgeramt ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen und sich außerdem ume ein Mietwohnung bewerben. Beides persönlich, versteht sich.
    Mein Vorschlag, jeder sollte nach dem Schulabschluss ein halbes Jahr in einem kleinen Dorf wohnen und auf der anderen Seite des Kreises in einem Dorf arbeiten mit unterschiedlichen Arbeitsanfangs- und Endzeiten. Mal sehen, wie viele von den Stadtluschis immer noch behaupten, man braucht kein Auto, man kann ja öffentliche Verkehrsmittel benutzen?

  • Das Politische ist privat.

  • "What are the differences between Mark Zuckerberg and me? I give private information on corporations to you for free, and I’m a villain. Zuckerberg gives your private information to corporations for money and he’s Man of the Year." Julian Assange
    (Was sind die Unterschiede zwischen Mark Zuckerberg und mir? Ich gebe Ihnen kostenlos private Informationen über Unternehmen, und ich bin ein Bösewicht. Zuckerberg gibt Ihre privaten Informationen für Geld an Unternehmen weiter und ist Mann des Jahres.)
  • "Nicht die Veröffentlichung von Wahrheit sollte bestraft werden, sondern die Verbreitung von Lügen: Julian Assange freibomben und Julian Reichelt (Bild) festsetzen!" Wir


Buchbeschreibung:

"Existenzmaximum! Universelle Gesamtgerechtigkeit! Bierpreisbremse! Es ist eine Schande für die gesamte Branche, dass Sonneborn & seine politische Beraterin, zwei blutige Anfänger im Politikbetrieb, Forderungen zu Papier bringen müssen, die so naheliegend sind, dass sie seit Jahrzehnten realisiert sein sollten. Was machen eigentlich die Parteien beruflich so?! Na schön, erledigen die beiden halt die Drecksarbeit (99-mal). Denn aus der Einsicht in die Untragbarkeit der gegebenen Verhältnisse und dem bestimmten Willen, sie durch einen (tödlichen) Witz zu vernichten, erwächst die Notwendigkeit politischer Intervention."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und hier geht's zum Original:
Marx, Karl; Engels, Friedrich "Das kommunistische Manifest" - The Communist Manifesto - 1848