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Montag, 22. September 2025

Benedetti, Mario "Die Gnadenfrist"

Benedetti, Mario "Die Gnadenfrist" (Spanisch: La Tregua) - The Truce - 1960

Diana von Thoughts on Papyrus hat mir dieses Buch empfohlen. Es ist nicht sehr lang, deshalb habe ich es gleich zwischendurch gelesen. Trotz seiner Kürze enthält es viel, eigentlich alles für ein langes Leben.

Es handelt sich um einen Mann kurz vor der Rente. Nun ja, wesentlich früher als die meisten Menschen in Rente gehen, aber man die Situation ist trotzdem lebensnah. Er fragt sich, was er mit dem Rest seines Lebens anfangen soll. Da verliebt er sich in eine Mitarbeiterin und sie sich in ihn. Nachdem er nach dem frühen Tod seiner Frau seine drei Kinder allein aufgezogen hat, ist dies für ihn ein neuer Anfang.

In seinem Tagebuch können wir seine Gedanken mitverfolgen. Dabei geht es auch um Religion, u.a. sagt er: "Offen gesagt, weiß ich nicht, ob ich in Gott glaube. Manchmal denke ich, wenn Gott wirklich existierte, dürften ihn solche Zweifel nicht verstimmen." Ich finde, allein dieses Zitat sagt schon viel über das Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Es ist eine ruhige Erzählung, die dennoch viel zu sagen hat.

Buchbeschreibung:

"Mario Benedetti (geb. 1920), Uruguayer, der in Spanien lebt, als Romancier und Erzähler nicht weniger bekannt als sein älterer Landsmann Juan Carlos Onetti, veröffentlichte 1959 seinen Roman 'Die Gnadenfrist', der bis Anfang der achtziger Jahre allein in Uruguay und Argentinien siebzehnmal aufgelegt und für Film und Fernsehen bearbeitet wurde.

Worin liegt das Geheimnis des Erfolges gerade dieses Romans? Fragte die Kritik. Vielleicht darin, dass Martin Santomé eine Figur ist, mit der sich der Leser leicht identifizieren kann: Mittlerer Angestellter in einer Firma im Montevideo der fünfziger Jahre, Familienvater, der seine Frau früh verlor und allein für seine Kinder sorgte, überdenkt er, fünfzigjährig, sein glanz- und freudloses Leben, als sich ihm überraschend eine Chance zu bieten scheint, sein leer gewordenes Dasein mit neuem Sinn zu erfüllen. Doch die an eine große Liebe zu einer jungen Frau geknüpfte Hoffnung wird vom Tod zunichte gemacht, der genauso banal erscheint wie Santomés bisheriges Los. Er nimmt ihm die Frau, mit der er ein neues Leben beginnen möchte, und hat damit dieser Liebe nicht mehr als eine Gnadenfrist gewährt."

Montag, 8. September 2025

Michell, Tom "Der Pinguin meines Lebens"

Michell, Tom "Der Pinguin meines Lebens" (Englisch: The Penguin Lesson: What I Learned from a Remarkable Bird) - 2015

Ich habe dies im August 2025 mit meinem deutschen Lesekreis besprochen.

Ich bin kein Tiermensch. Damit will ich nicht sagen, dass ich total gegen Tiere bin, aber sie interessieren mich nicht besonders.

Das Buch war ganz nett geschrieben. Ich fand auch die Berichte über die Schule, an der der Autor unterrichtete, und seine Fahrten durch Südamerika hochinteressant. Aber die Beziehung zum Pinguin, na ja. Wie gesagt, ich bin wahrscheinlich die falsche Person, dieses Buch zu beschreiben. Es war irgendwie nicht so mein Ding.

Das einzig Interessante für mich war die Beschreibung der Menschen, mit denen der Autor zusammenkam, der anthropologische Aspekt.

Dafür fanden die anderen Mitglieder das Buch sehr lesenswert. Hier ein paar Zitate:

  • Ich habe viel über eine Tierart gelernt, von der ich eigentlich nicht viel wusste.
  • Die Beschreibung wie er mit jugendlicher Unbekümmertheit und Enthusiasmus durch die Länder reistund auch den Pinguin rettet, fand ich erfrischend.
  • Anrührend die Stellen,wenn  er erzählt wie der Außenseiter  der Schule sein Talent zeigen kann.
  • Besonders gelungen fand ich die Szene im Swimmingpool.
  • Tiere sind toll. Sie sind freundlich ohne Ansehen der Person. Sie streben nicht nach Ansehen, Geld etc. Sie sind einfach und das ist so wohltuend. Und man lernt eine andere Spezies kennen und lesen. Deshalb waren Hunde für mich immer so wertvolle Hausgenossen!
  • Mir hat das Buch gut gefallen. Interessant und klug geschrieben und oft sehr berührend, aber ohne Pathos.
  • Auch über Südamerika erfährt man viel.

Buchbeschreibung:

"Tom Michell geht mit 21 nach Südamerika, um dort als Lehrer an einem Internat anzuheuern. Was er sucht, ist das ganz große Abenteuer. Womit er gar nicht rechnet, ist ein gefiederter Freund. Doch der ölverschmierte Pinguin, den der junge Lehrer am Strand von Uruguay rettet, folgt ihm auf Schritt und Tritt und stellt sein Leben volkommen auf den Kopf."