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Montag, 15. Juni 2026

Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois"

Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois" (Englisch: The Love Songs of W.E.B. Du Bois) - 2021

Das ist so ein wunderschönes Buch. Lasst euch von den über 800 Seiten nicht abschrecken, es lohnt sich absolut. Barack Obama hat es auf seiner Leseliste. Es ist ein Oprah-Buch und wurde auch von verschiedenen anderen Leselisten empfohlen und ausgezeichnet. Eine klare Empfehlung in jeder Hinsicht.

W.E.B. Du Bois, der Mann im Titel, war ein US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller, Historiker und panafrikanischer Bürgerrechtler (1868–1963) und der erste Afroamerikaner, der an der Harvard University promovierte. In diesem Buch wird er häufig erwähnt. Ich habe sein Buch "Die Seelen der Schwarzen" (The Souls of Black Folk) gelesen, eine sehr umfassende Studie über die schwarze Kultur in den Vereinigten Staaten. Dieser Roman trägt zu diesem Thema bei.

Die Geschichte dreht sich um Ailey Pearl Garfield, ein schwarzes Mädchen, geboren 1973, und ihre Vorfahren, deren Ursprünge bis in die 1740er Jahre zurückreichen. Sie hat sowohl schwarze als auch indigene Vorfahren, und deren Geschichte wird ausführlich beleuchtet. Sie muss sich mit den Problemen auseinandersetzen, mit denen viele Frauen, insbesondere schwarze Frauen, zu kämpfen haben. Sie ist eine starke Frau, doch ihr werden viele Hindernisse in den Weg gelegt. Und wir erfahren, wie ihre Vorfahren, vor allem die Frauen, diese Herausforderungen gemeistert haben.

Meine einzige Kritik betrifft nicht die Geschichte oder das Buch selbst. Am Anfang gibt es zwar einen Stammbaum, aber dieser ist mitunter recht verwirrend. Ein Diagramm oder eine Nummerierung der Verwandtschaftsverhältnisse wären hilfreich gewesen. So wie es präsentiert wird, muss man viel suchen, um mehr zu erfahren. Falls ihr es noch lesen wollt: Ein Diagramm steht auf Wikipedia.

Abgesehen davon war das Buch einfach fantastisch, episch.

Buchbeschreibung:

"Jeden Sommer reist Ailey Pearl Garfield nach Chicasetta, einem Provinzort in Georgia, wo die Familie ihrer Mutter seit über 200 Jahren lebt. Dank ihres Onkels Root kommt sie nach Routledge, einem historisch Schwarzen College, setzt sich mit dem großen Denker W.E.B. Du Bois auseinander, sucht ihren Platz in der Welt. Dazu muss Ailey die Geschichte ihrer Familie verstehen, vom Sklavenhandel in Westafrika bis zu den Rassenunruhen ihrer Zeit. Denn als Nachfahrin von Schwarzen, Indigenen und Weißen trägt sie das Erbe von Unterdrückung und Widerstand, Gefangenschaft und Selbstermächtigung in sich."

Samstag, 16. Mai 2026

Whitehead, Colson "Underground Railroad"

Whitehead, Colson "Underground Railroad" (Englisch: The Underground Railroad) - 2016

Ich habe schon einige Bücher über die Underground Railroad, das Leben von Sklaven und ihren Besitzern gelesen, aber keines hat das Leben einer Flüchtling so eindrücklich geschildert wie dieses.

Mir haben alle Pulitzerpreisträger der letzten Jahre gefallen, und dieses Buch bildet da keine Ausnahme. Eine großartige Geschichte – Cora, eine Sklavin, versucht, ihrem gewalttätigen "Herrn" zu entkommen. Die Beschreibungen aller Beteiligten sind brillant: der Sklaven, ihrer Helfer, der einfachen Menschen, die es einfach nicht richtig finden, andere Menschen zu besitzen – und ihrer Feinde: der Sklavenhalter, der Sklavenfänger und all jener, die sich aufgrund ihrer helleren Hautfarbe für etwas Besseres halten. Was kann einen denn schon dazu bringen, zu glauben, die Hautfarbe sage etwas über einen aus, außer dass man  viel leichter einen Sonnenbrand bekommt je heller die Haut ist?

Aber zurück zum Buch. Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt, wir lernen sogar die Gegenspieler recht gut kennen, was sie uns aber nicht unbedingt sympathischer macht. Keine der Erzählungen ist in der Ich-Perspektive verfasst. So identifizieren wir uns mit keiner der Figuren, wie es vielleicht der Fall gewesen wäre, wenn die Geschichte so geschrieben worden wäre. Trotzdem konnte ich mich viel besser mit Cora und den anderen Sklaven und Opfern identifizieren als mit der Gegenseite. Ich stehe immer auf der Seite der Schwächeren.

Vor der Lektüre dieses Buches hatte ich die Underground Railroad nie wirklich als unterirdische Eisenbahn betrachtet, buchstäblich unter der Erde. Aber es bildet einen schönen Hintergrund für die Geschichte.

Auf jeden Fall ein brillantes Buch. Ich würde gerne mehr von diesem großartigen Autor lesen.

Buchbeschreibung:

"Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben und Kopfgeldjägern, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit?

Underground Railroad ist ein Manifest über die Menschlichkeit und zugleich eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, in Amerika schwarz zu sein.

Ausgezeichnet mit dem National Book Award und Pulitzer Prize und ein Jahr ununterbrochen auf der New York Times-Bestsellerliste."

Colson Whitehead erhielt den Pulitzer Preis for "Underground Railroad" in 2017.

Donnerstag, 19. März 2026

Mathis, Ayana "Zwölf Leben"

Mathis, Ayana "Zwölf Leben" (Englisch: The Twelve Tribes of Hattie) - 2013

Ein weiteres Buch, das ich mir geholt habe und das auch eine Oprah-Wahl war.

Mir gefiel der Schreibstil, sehr interessante Geschichten, das Leben der Kinder wird fesselnd beschrieben.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, mehr über die verschiedenen Charaktere zu erfahren. Das ganze Buch ist eher eine Sammlung von Kurzgeschichten, und von den meisten Charakteren hört man nach dem Kapitelende nie wieder etwas.

Keine der Figuren war besonders sympathisch. Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, dass sie alle ein hartes Leben hatten, in eines hineingeboren wurden, in dem sie keine Chance hatten, es zu verbessern, und das wussten sie auch. Ich weiß nicht, wie wir reagieren würden, wenn uns ein solches Leben beschert würde. Aber selbst wenn sie nicht besonders sympathisch wären, sind ihre Geschichten herzzerreißend, und ich denke, sie wären vielleicht nettere, bessere Menschen geworden, wenn man ihnen eine Chance gegeben hätte.

Alles in allem nicht mein Lieblingsbuch, aber eine gute Lektüre.

Buchbeschreibung: 

"Als Hattie ihre erstgeborenen Zwillinge Philadelphia und Jubilee taufte, war das Ausdruck einer großen Hoffnung. Hatte der Norden, die 'Wiege der Freiheit', den Schwarzen, die aus dem Süden kamen, nicht Gleichheit und Wohlstand versprochen? Und schmeckte das Leben in dem kleinen Haus an der Wayne Street nicht nach Zukunft? Hattie wird noch viele weitere Kinder bekommen, aber kaum etwas von ihren Hoffnungen wird sich erfüllen. Schmerz über Versagen und Schicksalsschläge überschattet Hatties Dasein. Es ist ein Schmerz, der sich fortschreiben wird in die nächste Generation.

Doch diese Saga um eine außergewöhnliche Frau und ihre zwölf Kinder, die als Geschichte der Great Migration beginnt und sich zum Tableau mit zwölf Einzelporträts über das ganze zwanzigste Jahrhundert weitet, ist trotz Scheitern und Enttäuschung ein vitales Epos – voller Lebenskraft und verhaltener Zärtlichkeit, voller Mut und Entschlossenheit im Kampf gegen Bitterkeit."

Donnerstag, 22. Januar 2026

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger"

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger" (Englisch: The Heart is a Lonely Hunter) - 1940

Dieses Buch stand auf meiner Wunschliste, seit ich den Titel zum ersten Mal gehört habe. Es wirkt bezaubernd. Ein lesenswertes Buch. "Das Herz ist ein einsamer Jäger". Was jagt es? Und warum? Das sind die ersten Gedanken, die einem bei diesem Satz kommen.

Als ich anfing, das Buch zu lesen, erfuhr ich, dass die Autorin erst 23 Jahre alt war, als sie ihr erstes Buch schrieb. Als ich es zu Ende gelesen hatte, dachte ich nur, wie um alles in der Welt jemand so jung ein so tiefes Verständnis für die Welt und die Menschheit haben kann. Was für ein Geschenk muss das sein, aber wahrscheinlich auch eine ziemliche Belastung.

Diese Geschichte ist alles andere als glücklich, wie der Titel vermuten lässt. Der Roman enthält viel Verzweiflung. Aber auch viel Hoffnung. Und er lehrt uns, dass trotz des damals vorherrschenden Rassismus die Menschen auf der ganzen Welt gleich sind, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sozialem oder finanziellem Status.

Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken über die Welt anregt und darüber, ob sie sich in den letzten hundert Jahren verändert hat. Ich glaube nicht, dass das der Fall ist.

Buchbeschreibung:

"Der Roman spielt im Staat Georgia, in einer hässlichen heißen Innenstadt. Es ist die Geschichte eines begabten Mädchens, Mick Kelly, und ihres gewaltsamen Kampfes gegen eine unnachgiebige und harte Umgebung. Carson McCullers' mitleidiges Engagement gilt den einsamen Sonderlingen und Außenseitern, die sich um den taubstummen John Singer scharen, um ihm ihr Herz auszuschütten."

Freitag, 7. November 2025

Binchy, Maeve "Ein Haus in Irland"

Binchy, Maeve "Ein Haus in Irland" (Englisch: Tara Road) - 1998

Ich habe dieses Buch für ein Pfund in einem Trödelladen gefunden, als ich anfing, englische Bücher zu lesen. Irgendwie landete es immer ganz unten in meinem Bücherstapel. Dann habe ich mich an anspruchsvollere Bücher gewandt, und "Tara Road" fand ich immer weniger ansprechend. Eine Freundin meinte, das sei ein tolles Buch und ich solle es lesen; sie wollte es mir leihen. Ich sagte ihr, ich hätte es zu Hause, und dann blieb mir nichts anderes übrig, als damit anzufangen. Was meint ihr? Mir hat es gefallen. Es ist eines dieser "leicht zu lesenden" Bücher, aber es ist anders. Es hinterlässt eine Geschichte, an die ich mich noch Jahre später erinnere. Etwas, das ich von den meisten ähnlichen Büchern nicht behaupten kann.

Zwei Frauen wechseln den Ort. Beide wollen vor einem Problem davonlaufen. Natürlich sind sie die Art von Problem, vor dem man nicht wirklich davonlaufen kann, also folgt ihnen das Problem bis zu ihrem jeweiligen Rückzugsort. Schöne, leichte Lektüre, auch wenn man nicht danach sucht.

Buchbeschreibung:

"Ria Lynch und Marilyn Vine tauschen einen Sommer lang ihre Häuser. Ria zieht in das schicke New-England-Heim der völlig in ihrer Universitätskarriere aufgehenden Marilyn, während sich diese in dem gemütlichen Haus in der Tara Road in Dublin anschickt, das Leben einer irischen Hausfrau zu führen. Am Ende werden beide Frauen erkennen, daß jede das Leben der anderen in diesem Sommer entscheidend verändert hat."

Dienstag, 28. Oktober 2025

Danticat, Edwidge "Atem, Augen, Erinnerungen"

Danticat, Edwidge "Atem, Augen, Erinnerungen" (Englisch: Breath, Eyes, Memory) - 1994

Die Welt von Sophie Caco beginnt in Haiti bei ihrer Tante Atie, während ihre Mutter in den USA lebt. Wir begleiten sie vom zwölften Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter, wo sie mit der Vergangenheit ihrer Mutter, dem Geist ihrer Mutter, zu kämpfen hat.

Dies ist eine äußerst interessante Geschichte über das Leben von Frauen in allen Kulturen, insbesondere in Haiti, das Leben von Frauen in einer Kultur, die vorschreibt, was man nach dem Willen anderer zu tun hat und was man tut, um seine "Ehre" zu verteidigen.

Eine fesselnde Geschichte, ein Spaziergang zwischen Tradition und Zukunft. Ein äußerst empfehlenswerter Roman.

Ein Zitat, das mich angesprochen hat: "Sie erzählte mir von einer Gruppe von Menschen in Guinea, die den Himmel auf ihren Köpfen tragen. Sie sind das Volk der Schöpfung. Starke, große und mächtige Menschen, die alles tragen können. Ihr Schöpfer, sagte sie, gibt ihnen den Himmel zum Tragen, weil sie stark sind. Diese Menschen wissen nicht, wer sie sind, aber wenn sie in ihrem Leben viel Ärger haben, dann liegt das daran, dass sie auserwählt wurden, einen Teil des Himmels auf ihrem Kopf zu tragen."

Buchbeschreibung:

"'Ich komme aus einem Land, in dem Atem, Augen, Erinnerungen eins sind, einem Ort, an dem du deine Vergangenheit mit dir herumträgst wie das Haar auf Deinem Kopf."

Sophie ist zwölf Jahre alt, als sie ihr Heimatdorf in Haiti Hals über Kopf verlassen muß. Sie muß sich von ihrer geliebten Tante Atie trennen, die sie großgezogen hat, und sich auf eine völlig neue, komplizierte Welt einstellen: Sie soll nach New York zu einer fremden Frau - ihrer Mutter. Mit magischer Eindringlichkeit und emotionaler Intensität schildert Edwige Danticat den Werdegang der jungen Sophie, die vor allem eines lernen muß: sich selbst und ihren Ursprung zu verstehen.
"

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Schwarz, Christina "Novemberkind"

Schwarz, Christina "Novemberkind" (Englisch: Drowning Ruth) - 2001

Dieses Buch lag schon länger auf meinem SUB. Es ist ein Oprah-Buch, beschrieben als "packender Psychothriller". Dem stimme ich zu, das Buch ist sehr interessant. Es beginnt mit "Ruth erinnert sich an ihr Ertrinken", die Geschichte entwickelt sich von da an, kleine Details werden hinzugefügt und man lernt die Charaktere und ihre Beziehungen immer besser kennen. Obwohl man sich gegen Ende vorstellen kann, was passieren wird (oder was passiert ist), ist es dennoch faszinierend und man möchte wissen, wie es weitergeht. Die Charaktere sind gut beschrieben, man könnte sie im wirklichen Leben kennen und kann sich vorstellen, wen man mögen würde und wen nicht. Sie haben sowohl positive als auch negative Seiten, was sie lebendiger macht.

Ich bin ein Oprah-Fan und habe bisher noch keins gefunden, das mir nicht gefallen hat (habe aber nicht alle gelesen). Ich weiß, dass einige meiner Freunde sie zu amerikanisch finden, vielleicht sind sie das auch, aber das stört mich nicht, ich lese ständig verschiedene Geschichten über Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt.

Buchbeschreibung:

"In einer kalten Novembernacht bringt Amanda auf einer einsamen Farm ihr Baby zur Welt. In der gleichen Nacht verunglückt angeblich ihre Schwester Mattie und ertrinkt im See. Doch was geschah wirklich in jener dunklen Nacht, über die Amanda hartnäckig schweigt?"

Freitag, 26. September 2025

Fitch, Janet "Weißer Oleander"

Fitch, Janet "Weißer Oleander" (Englisch: White Oleander) - 1999

Die Geschichte der jungen Astrid ist die Geschichte von Millionen Kindern, die nicht in einer liebevollen Familie aufwachsen. Sehr traurig.

Allerdings hat mich das Buch nicht so sehr beeindruckt. Ich habe es vor Jahren mit meinem niederländischen internationalen Lesekreis gelesen und erinnere mich, dass wir nicht wirklich begeistert waren. Es war ganz okay, aber das war es auch schon.

Buchbeschreibung:

"Der weiße Oleander blüht in Kalifornien im Hochsommer. Dann, wenn die Hitze unerträglich erscheint. Für die zwölfjährige Astrid beginnt zu dieser Zeit eine ruhelose und dramatische Odyssee von Pflegefamilie zu Pflegefamilie. Ihre Mutter, eine exzentrische Schriftstellerin, die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt ist, vermag weiterhin einen dominanten Einfluss auf sie auszuüben. Erst allmählich gelingt es dem sensiblen und klugen Mädchen, einen eigenen Platz im Leben zu finden. Es zeigt sich, dass Astrid so stark wie der weiße Oleander ist, der selbst dann blüht, wenn man ihn immer wieder verpflanzt."

Samstag, 20. September 2025

Mistry, Rohinton "Das Gleichgewicht der Welt"

 Mistry, Rohinton "Das Gleichgewicht der Welt" (Englisch: A Fine Balance) - 1995

"Ein Roman, der in Indien während des Ausnahmezustands (1975-77) spielt. In der winzigen Wohnung der verwitweten Dina Dalal versuchen zwei Schneider und ein junger Student, sich inmitten der Krise ein neues Leben aufzubauen, und begegnen dabei einer Reihe eindringlicher Charaktere."

Dieses Buch ist einfach wunderbar. Das Ende ist schockierend, aber nicht völlig unerwartet, und jedes andere Ende wäre zu fiktiv gewesen, zu sehr der Versuch, das Paradies auf Erden zu finden. Wie so oft in Büchern wirken die Enden "nicht von dieser Welt".

Die Beschreibung der Menschen und ihrer Handlungen ist so lebendig, dass man das Gefühl hat, sie zu kennen, mit ihnen zu leben. Man hat Angst um sie und weiß, was als Nächstes passieren wird. Wunderschöner Schreibstil.

Buchbeschreibung:

"Bombay 1975. Vier Menschen treffen aufeinander. Ihre Schicksale verknüpft Rohinton Mistry meisterlich zu einem großen Roman. Wir bedgenen Dina Dalal, einer Frau Anfang Vierzig und Maneck Kohlah, einem Studenten aus dem Gebiet des Himalaja; dem unglaublich optimistischen Ishvar Darji und seinem widerspenstigen Neffen, zwei Schneidern, die vom Land in die Stadt geflohen sind.

Seine großen erzählerischen Bögen spannt Misty von den grünen Tälern des Himalaja bis in die Straßen von Bombay. Er erzählt von Rajaram, dem Haarsammler; dem geschäftstüchtigen Bettlermeister, Herr über eine Bettlerarmee; oder Mr Valmik, einem Korrekturleser, der eine Allergie gegen Druckerschwärze entwickelt.

Das Gleichgewicht der Welt läßt den indischen Subkontinent vor den Augen der Leser entstehen - ein Kosmos, der nur auf den ersten Blick fremd erscheint."

"A Fine Balance" stand 1996 auf der Shortlist für den Booker Prize.

Wir haben dies 2002 in unserem internationalen Lesekreis besprochen

Mittwoch, 10. September 2025

Dickens, Charles "Eine Geschichte aus zwei Städten"

Dickens, Charles "Eine Geschichte aus zwei Städten" (Englisch: A Tale of Two Cities) - 1859

Zwei der berühmtesten Zitate in einem Buch – wie oft bekommt man das schon? Aber ist der Rest des Buches so gut wie Anfang und Ende? Ja, das ist er. Was auch immer man in einem Buch sucht, "Eine Geschichte aus zwei Städten" bietet es: Geschichte, Politik, Revolution, Liebe, Drama, Intrigen, Rache, Vergebung, Opferbereitschaft – alles ist drin. Wie oft kann man das schon von einem Roman sagen?

Obwohl Dickens die Französische Revolution nicht erlebte, fängt er den Zeitgeist ein, porträtiert seine Figuren so lebendig wie möglich und schafft es, alles Wichtige so einzufangen, dass sich Menschen, die hundert Jahre später geboren wurden, vorstellen konnten, in dieser Zeit gelebt zu haben. Und selbst heute, mehr als 150 Jahre nach der Entstehung des Romans, und obwohl sich die Welt noch stärker verändert hat, können wir uns dasselbe vorstellen.

Oh, und falls ihr euch über Anfang und Ende wundert: Es beginnt mit "Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten ..." und endet mit "Was ich tue, ist weitaus besser als alles, was ich je getan habe; ich gehe zu einer weitaus besseren Ruhe, als ich sie je gekannt habe." Das ist gutes Schreiben, und es überrascht mich nicht, dass Mr. Dickens seit Jahrhunderten so bekannt und bewundert ist. Seine Geschichten werden einfach nie langweilig.

Wie dem auch sei, falls ihr es noch nicht erraten habt: Ich liebe dieses Buch.

Buchbeschreibung:

"'Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten…'

Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution entfaltet Charles Dickens eine dramatische Geschichte über Liebe, Opfer, Rache und Erlösung. Zwischen dem eleganten London und dem aufgewühlten Paris kreuzen sich die Wege des idealistischen Anwalts Sydney Carton, der jungen Lucie Manette und ihres Vaters, der nach Jahren der Gefangenschaft in der Bastille wieder in die Freiheit entlassen wird.

Mit meisterhafter Spannung und unvergesslichen Figuren schildert Dickens das Ringen zwischen Chaos und Ordnung, Gewalt und Gnade. Eine Geschichte von zwei Städten ist ein bewegendes historisches Epos über die Kraft des Einzelnen in Zeiten großer Umwälzung – und eine der meistgelesenen Erzählungen der Weltliteratur."

Dienstag, 9. September 2025

Franzen, Jonathan "Die Korrekturen"

Franzen, Jonathan "Die Korrekturen" (Englisch: The Corrections) - 2001

Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit gelesen und fand es nicht besonders gut. Ich konnte keine richtige Verbindung zu den Personen aufbauen, keiner von ihnen wirkte "echt". Der ganze Schreibstil wirkte unzusammenhängend. Vielleicht wollte Franzen genau das darstellen, aber er sollte einen die Trennung zwischen den Familienmitgliedern spüren lassen, nicht zwischen dem Leser und dem Buch.

Eigentlich hatte Oprah Franzen auf ihrer Liste, aber er lehnte ab. Ich glaube, das war einer der Gründe, warum ich es gelesen habe. Generell haben mir einige Oprah-Bücher gefallen und ich wollte einfach wissen, warum er so ein Aufhebens darum machte, auf der Liste zu stehen. Jetzt verstehe ich es, er passt einfach nicht dorthin.

Buchbeschreibung:

"Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.

Jonathan Franzen ist ein großartiger Roman gelungen: Familien- und Gesellschaftsgeschichte in einem.
"

Für "Die Korrekturen" stand Jonathan Franzen 2002 auf der Shortlist für den Pulitzer Prize.

Mittwoch, 3. September 2025

Haynes, Melinda "Und hörte nicht ihr Weinen"

Haynes, Melinda "Und hörte nicht ihr Weinen" (Englisch: Mother of Pearl) - 1999

Dieses Buch lag schon eine ganze Weile auf meinem SUB, bevor ich es in die Hand nahm. Ich weiß wirklich nicht, warum, vielleicht hat mich das Cover davon abgehalten (oder die Tatsache, dass noch 200 weitere Bücher darauf warten, gelesen zu werden).

Wie auch immer, ich habe diesen Roman geliebt. Es ist ein Oprah-Buch, und bis jetzt hat mir jedes einzelne davon gefallen, das ich gelesen habe (schon so einige).

Jedes Mal, wenn ich einen Roman lese, der im Süden der damaligen Zeit spielt, bin ich froh, dass ich nicht dort leben musste. Es gab so viele Einschränkungen, vor allem für Farbige, aber auch für alle, die nicht "dazugehörten".

Joody Two Shoes ist so etwas wie eine Wahrsagerin, jemand, der alles weiß. Sie bringt eine gewisse Mystik in diesen Roman, der stark an den magischen Realismus grenzt.

Buchbeschreibung:

"Mississippi in den späten fünfziger Jahren: Joody Two Sun besitzt magische Fähigkeiten und berät ab und zu die Bewohner des kleinen Ortes Petal. So auch die fünfzehnjährige Valuable Korner, Tochter einer stadtbekannten Hure, die mit ihren Empfindungenfür den Jungen Jackson nicht zurechtkommt. Joody Two Sun wagt nicht mitzuteilen, was sie über Valuables Vergangenheit und Zukunft weiß. Doch dann erschüttert eine Reihe von Vorfällen Valuables nächste Umgebung. Der atmosphärisch dichte Roman erzählt von Schuld, Liebe und der Sehnsucht nach Versöhnung mit dem eigenen Schicksal."

Freitag, 8. August 2025

Hegi, Ursula "Die Andere"

Hegi, Ursula "Die Andere" (Englisch: Stones from the River) - 1994

Eine ganz andere Kriegsgeschichte: Trudi ist kleinwüchsig und wächst im kriegszerrütteten Deutschland auf - keine schöne Zeit für jemanden, der nicht dem entspricht, was die Nazis von einem "normalen" Menschen erwarten.

Eine sehr interessante Lektüre darüber, wie das Leben damals war, wie die Nazis immer mehr an Boden gewannen und wie die Menschen immer misstrauischer wurden.

Ich denke, dies ist ein sehr wichtiger Bericht nicht nur über die deutsche Geschichte, sondern auch über menschliches Verhalten.

Buchbeschreibung:

"Trudi Montag hat die Gabe des Zweiten Gesichts, sie sieht in die Vergangenheit und in die Zukunft. In ihrem Kopf entstehen Geschichten, die zu den Geheimnissen der Menschen vorstoßen, zu den Unterströmungen, den Strudeln, die einen herunterziehen. Geschichten, die uns mit einer unendlichen Vielfalt von Farben umspülen. Geschichten, die sind wie der Fluß, den Trudi so liebt, und dessen Stimmungen und Geheimnisse, dessen Töne und Gerüche vermutlich nie schöner beschrieben worden sind. Die Andere ruft, am Beispiele einer kleinen Stadt, deutsches Schicksal zwischen 1915 und 1952 ins Gedächtnis. Seine überwältigende Stoffülle, der Reichtum konkreter Details, die für das Ganze der Wirklichkeit stehen, sein Realismus und seine lyrisch verdichtete Sprache verleihen dem Buch eine fast magische Qualität."

Dienstag, 13. Mai 2025

Paton, Alan "Denn sie sollen getröstet werden"

Paton, Alan "Denn sie sollen getröstet werden" (Englisch: Cry, The Beloved Country: A Story of Comfort in Desolation) - 1948

Alan Paton war ein südafrikanischer Autor und Anti-Apartheid-Aktivist. Sein Roman erzählt die Geschichte von Menschen, die in einer Gesellschaft leben müssen, die von Ungerechtigkeit geprägt ist, die später zur Apartheid führen sollte. Man kann nicht anders, als Mitleid mit allen Charakteren der Geschichte zu haben, egal was sie tun, wie sehr sie sich auch bemühen, sie kommen nicht weiter.

Eine dramatische Lektüre, eine fantastische Lektüre. Geschichte, ja, aber wenn man sich umschaut, gibt es diese Art von Problemen immer noch überall.

Buchbeschreibung:

"Südafrika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gewalt zwischen Schwarzen und Weißen regiert und zerstört das Land. Der Sohn des schwarzen Pfarrers Stephe
n Kumalo, Absalom, ist, wie viele junge Männer, nach Johannesburg gegangen und nicht wiedergekommen. Wer dorthin geht, kommt nie wieder zurück. Dann kommt ein Brief. Stephen Kumalo, der schwarze Pfarrer, macht sich auf den Weg in die große, unbekannte Stadt. Er findet seinen Sohn im Gefängnis. Absalom hat bei einem Einbruch in Panik einen jungen Weißen erschossen. Gerade dieser Mann aber hatte sich sehr für die Rechte der Schwarzen eingesetzt. In einem Land, in dem Schwarze keine Rechte haben und im Elend leben, scheint Absaloms Schicksal besiegelt. Die Versöhnung zwischen den Vätern des Opfers und des Täters, zwischen weiß und schwarz, erscheint als Zeichen der Verheißung für eine bessere Zukunft. Neuausgabe des Welterfolgs, der 1948 erstmals erschienen.
"

Freitag, 28. März 2025

Allende, Isabel "Fortunas Tochter"

Allende, Isabel "Fortunas Tochter" (Spanisch: Hija de la Fortuna) - Daughter of Fortune - 1999

Obwohl ich "Das Geisterhaus" (The House of the Spirits) geliebt habe, fand ich dieses hier sogar noch besser. Es spielt größtenteils in den Vereinigten Staaten, insbesondere in Kalifornien, und handelt von verschiedenen Kulturen, die zur Zeit des Goldrauschs zusammenkamen. Das ist eins meiner Lieblingsthemen, die ersten Jahrzehnte der USA, als Menschen aus aller Welt zusammenkamen, um so hart wie möglich zu arbeiten und mit Menschen aus anderen Ländern auszukommen ... Es erinnert mich irgendwie an mein eigenes Leben in verschiedenen Ländern in einem internationalen Umfeld.

Wie auch immer, das ist wahrscheinlich mein Lieblingsbuch aus der Trilogie, obwohl ich sie alle mochte. Das letzte Buch heißt "Porträt in Sepia" (Portrait in Sepia).

Buchbeschreibung:

"Der Roman erzählt die bewegte Geschichte von Eliza Sommers, einer lebenshungrigen jungen Frau, die Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen zwei Kulturen lebt: in Chile und Kalifornien. Als chilenisches Findelkind in der Obhut einer englischen Familie in Valparaiso aufgewachsen, bricht sie, kaum 17-jährig, aus ihrer wohlbehüteten Welt aus. Die Suche nach ihrem Geliebten Joaquin Andieta, einem nicht gesellschaftsfähigen jungen Mann, der dem Sog des kalifornischen Goldrauschs nicht widerstehen konnte, macht aus dem unerfahrenen Mädchen eine selbstbewußte Frau - und am Ende ihrer Odyssee ist Eliza endlich ganz bei sich und in der Welt."

Samstag, 15. März 2025

Kidd, Sue Monk "Die Erfindung der Flügel"

Kidd, Sue Monk "Die Erfindung der Flügel" (Englisch: The Invention of Wings) - 2014

Bisher habe ich nur "Die Bienenhüterin" (The Secret Life of Bees) von Sue Monk Kidd gelesen. Das war eine Lesekreis-Lektüre und ich habe es sehr genossen.

Allerdings hat mir dieses Buch noch besser gefallen. Die Geschichte basiert auf dem wahren Leben zweier Schwestern, die Anfang des 19. Jahrhunderts nicht nur für die Abschaffung der Sklaverei, sondern auch für die Gleichberechtigung der Frauen kämpften. Ich hatte noch nie von ihnen gehört, war aber sehr beeindruckt von ihrer Arbeit.

Sarah und Nina/Angelina Grimké wuchsen im Haus von Sklavenbesitzern auf, wuchsen mit Sklaven auf und verabscheuten die Art und Weise, wie die Sklaven behandelt wurden. Sie landen beide im Norden und ihre Geschichte ist sehr eindringlich. Darüber hinaus hat die Autorin die Geschichte von Charlotte und Hetty "Handful", einer Sklavin und ihrer Tochter, hinzugefügt und so alle Geschichten von der anderen Seite her eingeflochten. Tolle Kombination. Abwechselnd erzählen Sarah und Handful über ihr Leben. Es unterscheidet sich sehr von dem Leben, das wir heute führen, obwohl wir wissen, dass es immer noch viele Frauen gibt, die nicht die Freiheit und Bildung haben, die wir haben.

Sarah bringt beispielsweise Handful das Lesen bei. Das ist auch im wirklichen Leben passiert. Sie werden beide schwer bestraft.

Leute, die immer noch glauben, dass die Farbe unserer Haut der Hauptfaktor ist, der uns definiert, sollten das unbedingt lesen.

Es überrascht mich nicht, dass Oprah das für ihren Book Club ausgewählt hat. Es repräsentiert alles, wofür sie steht.

Einfach ein brillanter Roman.

Buchbeschreibung:

" Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk – die zehnjährige Hetty 'Handful', die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …"

Dienstag, 11. Februar 2025

Morrison, Toni "Paradies"

Morrison, Toni "Paradies" (Englisch: Paradise) - 1998

Ich liebe Toni Morrison, wirklich. Aber ich hatte Schwierigkeiten, dieses Buch durchzulesen, und ich habe es immer noch nicht ganz verstanden.

Es gibt einfach zu viele unbeantwortete Fragen in diesem Szenario. Zum Beispiel: Wer ist das weiße Mädchen mit dem die Geschichte anfängt? Das habe ich immer noch nicht herausgefunden.

Ich liebte die Geschichte selbst, die Beschreibung des Kleinstadtlebens. Ich kenne es zu gut, da ich vor etwa einem halben Jahrhundert in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin. Sie hat das richtig getroffen.

Am Anfang habe ich nicht verstanden, wer zu wem gehört. Also habe ich einen alten Trick von mir angewandt und eine Liste aller Personen gemacht, eine kleine Notiz zu ihrer Geschichte und wie sie zueinander in Beziehung standen. Es wurde etwas einfacher, aber ich habe immer noch nicht herausgefunden, wer das weiße Mädchen war ...

Allerdings ist dies ein völlig typisches Toni Morrison-Buch, die Beschreibung der Personen, die Handlung, der Alltag, die Beziehung, der Unterschied zwischen den Rassen, den Geschlechtern, den Reichen und den Armen. Toni Morrison ist DIE Autorin, wenn es um Rassismus in den Vereinigten Staaten geht, ich glaube, niemand kann dieses Gefühl besser darstellen als sie. Also, jedes ihrer Bücher ist lesenswert. Sogar mehr als einmal. Aber es ist sicherlich kein Roman, den man "zwischendurch", "unterwegs" oder "am Strand" lesen kann. Es verdient etwas mehr Aufmerksamkeit.

Buchbeschreibung:

"Toni Morrisons großes Epos über eine von Rassismus und Bigotterie bedrohte Gruppe von Frauen und die Folgen der Versklavung. 

Oklahoma, Mitte der siebziger Jahre: In einem verlassenen Kloster suchen Frauen, Schwarze und weiße, Zuflucht. Sie sind Ausgestoßene aus der amerikanischen Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet, voller Gegensätze wie Rassismus und Bürgerrechtsbewegung, Misogynie und Feminismus, Individualismus und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Das friedliche Leben im Kloster findet bald ein brutales Ende: Die Einwohner der benachbarten Stadt Ruby, Nachfahren ehemals versklavter Menschen, selbstgerecht und zutiefst patriarchal organisiert, nehmen Anstoß an der Freiheit und vermeintlichen Freizügigkeit der Frauen. 

Nach Beloved und Jazz bildet Paradies den krönenden Abschluss von Toni Morrisons grandioser Trilogie über die Nachwirkungen der Versklavung in den USA. Ein so poetisches wie engagiertes literarisches Meisterwerk."

Toni Morrison erhielt den Nobelpreis für Literatur 1993 "für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels, und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Donnerstag, 6. Februar 2025

Letts, Billie "Wo dein Herz schlägt"

Letts, Billie "Wo dein Herz schlägt" (Englisch: Where the Heart is) - 1995

Eine unserer ersten Lesekreis-Lektüren. Ein siebzehnjähriges Mädchen wird schwanger und hat absolut keine Unterstützung. Sie bekommt ihr Baby in einem Wal-Mart in Oklahoma. Zum Glück wird sie von einigen wohlmeinenden Menschen aufgenommen und beginnt ein richtiges Leben mit ihrem Baby.

Ein schönes, leichtes Buch, das man vielleicht lesen möchte, wenn man etwas Leichtes sucht. Wenn ich mich recht erinnere, hat es allen sehr gut gefallen. Nicht unbedingt eine große Botschaft, aber es führte zu einer guten Diskussion.

Wir haben dies im Oktober 2001 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Novalee ist 17, im siebten Monat schwanger und gerade von ihrem Freund Willy verlassen worden. Allein und völlig mittellos, bleibt ihr nichts anderes übrig, als eine Existenz für sich und ihr Kind aufzubauen. Dabei helfen ihr der farbige Photograph Moses, der exzentrische Stadtbibliothekar Forney Hull und Krankenschwester Thelma."

Montag, 30. Dezember 2024

García Márquez, Gabriel "Hundert Jahre Einsamkeit"

García Márquez, Gabriel "Hundert Jahre Einsamkeit" (Spanisch: Cien años de soledad) - One Hundred Years of Solitude - 1967

Mein erstes Buch von Gabriel García Márquez. Nicht mein letztes. Eine Familiensaga, einer dieser fantastischen südamerikanischen Romane des magischen Realismus.

In dieser Geschichte werden sieben Generationen beschrieben, beginnend mit der Einwanderung des ersten Mitglieds nach Kolumbien, und sie umfasst fast ein Jahrhundert südamerikanischer Geschichte während der Kolonialzeit. Es wird viel Symbolik verwendet, was dieses Buch noch interessanter macht.

Ich habe es bereits einige Male gelesen und es ist immer wieder genauso fantastisch wie beim ersten Mal. Dieser Autor überrascht mich jedes Mal wieder.

Wir haben dieses Buch im September 2018 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Das imaginäre Macondo ist Schauplatz drastischer und geheimnisvoller Ereignisse im Leben der Familie Buendia über Generationen. Macondo ist Heimat der Nachfahren Jose Arcadio Buendias und seiner mehr als hundert Jahre alt werdenden Frau Ursula. Macondo ist ebenso typisch karibisch wie einzigartig; in Macondo erfüllen sich die Prophezeiungen des Melchiades über hundert Jahre. Macondo ist ein Ort voller Phantasie, tropischer Fülle und seltsamer Geschehnisse, hier blühen Absurdes und Verrücktes, steht Komisches neben Trauer und Elend.

Bildhaft und anekdotenreich erzählt der Literaturnobelpreisträger García Márquez die hundertjährige Familiengeschichte der Buendías - eine Geschichte von Siegen und Niederlagen, hochmütigem Stolz und blinder Zerstörungswut, unbändiger Vitalität und ihrem endgültigem Untergang. Die ganze Tragödie Lateinamerikas spiegelt sich in der phantastischen Welt von Macondo. Die Neuübersetzung von Dagmar Ploetz lässt den stilistischen Reichtum des Originals frisch aufleuchten und bietet eine wunderbare Gelegenheit, diesen Klassiker der Weltliteratur neu zu entdecken.
"

Ich habe in meinem internationalen Lesekreis auch "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" (Love in the Time of Cholera"/El amor en los tiempos del cólera) gelesen und es absolut geliebt.

Gabriel García Márquez erhielt 1982 den Nobelpreis für Literatur "für seine Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Lamb, Wally "Früh am Morgen beginnt die Nacht"

Lamb, Wally "Früh am Morgen beginnt die Nacht" (Englisch: I know this much is true) - 1998

Mein zweites Wally Lamb-Buch (von vielen), nach "Die Musik der Wale" (She's Come Undone).

Das ist ein sehr bewegendes Buch, wunderbar und schrecklich zugleich. Es ist unglaublich, wie viel ein Mensch ertragen kann, wenn er muss. Dominick muss mit so vielen Problemen fertig werden und es gibt niemanden, der ihm helfen kann, außer sich selbst. Der Autor hat eine sehr talentierte Art, Menschen in jeder Art von Verzweiflung zu beschreiben. Seine Schilderungen sind sehr einfühlsam, man kann die Charaktere wirklich verstehen. Ich fand das toll.

Buchbeschreibung:

"Seit seiner Kindheit kümmert sich Dominick Birdsey um seinen Zwillingsbruder Thomas, der unter Schizophrenie leidet. Unterdessen ist sein eigenes Leben in die Brüche gegangen: Seine Frau hat ihn verlassen, er hat seinen Job verloren und seine Mutter ist gestorben, ohne ihm mitgeteilt zu haben, wer sein leiblicher Vater ist. Als Thomas nun die endgültige Verbannung in eine geschlossene Anstalt droht, unternimmt Dominick den verzweifelten Versuch, ihn davor zu bewahren."