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Mittwoch, 7. Mai 2025

Orwell, George "1984"

Orwell, George "1984" (Englisch: Nineteen Eighty-Four) - 1949

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dieses Buch in meiner Jugend gelesen habe. Aber das ist so lange her, sicherlich vor 1984. Also dachte ich, es wäre an der Zeit, es noch einmal zu lesen.

Ist Orwells negatve Utopie eingetroffen, hat er es richtig vorhergesagt? Ja und nein. "Big Brother" beobachtet uns. Während ich dies hier schreibe, weiß ich, dass jeder, der möchte, es lesen kann. Aber interessiert sich "Big Brother" wirklich für meine Überlegungen zu den Büchern, die ich lese? Ich bezweifle es. Ein paar meiner Freunde haben es gelesen, und das ist nicht anders, als wenn ich ein paar Fotokopien mache und es verteile.

Ich denke jedoch, dass  wir alle "Big Brother"sind. Wir haben gesehen, wie nützlich das Internet war, als all diese Menschen gegen das Regime in ihren Ländern protestierten. Ohne das Internet, ohne Mobiltelefone, Facebook usw. hätte es keine massiven Veränderungen nicht gegeben.

Orwells Fantasien sind also, ob gut oder schlecht, wahr geworden, aber sie werden auf eine völlig andere Weise genutzt. Der Teleschirm könnte mit Facebook verglichen werden, nur dass wir entscheiden können, was wir dort reinstellen und was nicht, und wir können auch entscheiden, wen wir unsere Texte lesen lassen und wen nicht. Ein gewaltiger Unterschied.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch: "Wir werden uns an einem Ort treffen, wo es keine Dunkelheit gibt."

Buchbeschreibung:

"Im April des Jahres 1984 führt Winston Smith ein ödes und tristes Leben in London, einer düsteren Stadt im totalitären Staate Ozeanien, in der alle permanent vom Großen Bruder beobachtet und jeder Schritt und jedes Wort von der Gedankenpolizei überwacht werden. Winston, ein Mitglied der äußeren Partei, verbringt seine Tage damit, im Ministerium für Wahrheit die Geschichte so umzuschreiben, wie es die Regierung verfügt. Äußerlich angepasst, brodelt in ihm ein tiefer Hass gegen die Partei und das Regime, weil die Kluft zwischen der Propaganda, die er tagtäglich verfassen muss, und Realität, die er erlebt, zu groß ist. Ist er der einzige Mensch in diesem Staat, dessen Gedächtnis noch funktioniert und der bemerkt, dass die Partei alles zu ihren Gunsten manipuliert?

Als er in Julia nicht nur seine große Liebe, sondern auch eine Gleichgesinnte findet, fasst er den Mut, mit ihr gemeinsam der geheimen Organisation der Bruderschaft beizutreten, die sich der Zerstörung der Partei verschrieben hat. Aber das stets wachsame System duldet keine Opposition, und auch an vermeintlich sicheren Orten lauert die totale Überwachung.

Wird ihm die Gehirnwäsche oder gar die Vaporisierung drohen, die der Große Bruder für Andersdenkende und Regimegegner bereithält?"

Ich liebe Landkarten und möchte immer wissen, wo die Leute sind, über die ich lese. Deshalb habe ich nach einer Karte von Ozeanien, Eurasien und Ostasien gesucht und hier eine gefunden.

Ein weiteres großartiges Buch von Orwell: "Farm der Tiere" (Animal Farm).

Orwell, George "Farm der Tiere"

Orwell, George "Farm der Tiere" (Englisch: Animal Farm) - 1945

"Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere." Ich glaube, das ist eines der bekanntesten und beliebtesten Zitate aller Zeiten. Und das wahrste.

Jeder kennt "Farm der Tiere". Wer es nicht gelesen hat, hat davon gehört. Wenn nicht, hier eine kurze Zusammenfassung: Die Tiere auf der Manor Farm beginnen eine Revolution, verjagen den Bauern und übernehmen die Kontrolle. Sie beginnen sehr demokratisch und sozialistisch, aber am Ende werden die Schweine den Menschen immer ähnlicher und beuten die anderen Tiere aus.

Orwell war gegen Stalin und seine Politik, daher ist dies ein sehr politisches Buch, getarnt als Märchen. Was soll ich sagen? Ich liebe es!!!

Und es ist heute fast noch aktueller als damals.

Buchbeschreibung:

"Orwells Meisterwerk der politischen Satire mit dem geflügelten Resümee: Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere.

Dem Roman liegt die Überzeugung zugrunde, daß alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung im Kaleidoskop der Macht herbeiführen, daß die Grunstrukturder Gesellschaft aber immer die gleiche bleibe. Dieser Pessimismus zeigt, daß die Farm der Tiere mehr ist als nur eine Satire auf die kommunistische Revolution in Sowjetrußland. Die Satire zielt nicht nur auf den einmaligen historischen Tatbestand, sondern auf jede Revolution überhaupt, deren Ursachen und Antriebe, deren Versagen und endliche Verkehrung ins Gegenteil Orwell an einem animalischen Staatswesen demonstriert."

Ich empfehle auch "1984" (Nineteen Eighty Four).

Donnerstag, 18. April 2024

Orwell, George "Der Weg nach Wigan Pier"

Orwell, George "Der Weg nach Wigan Pier" (Englisch: The Road to Wigan Pier) - 1937

Ich habe dies für den "1937 Club"  gelesen.

Ich habe bereits einige Bücher von George Orwell gelesen und sie waren alle hochinteressant. Dieses begann ein wenig langwierig, viele Zahlen wären leichter zu verstehen gewesen, wenn man sie in die heutigen Währungen umgerechnet hätte oder wenn man sie zumindest in den Kontext gestellt hätte. Woher soll ich wissen, wie viel 15s. oder 3s. 6d. sind? Wie viel muss man für ein Brot bezahlen? Wie viel bekommt ein guter Verdiener?

Aber das Buch wird besserh, als der Autor die Bedingungen erwähnt, unter denen die Menschen leben.

Wir schreiben das Jahr 1937. Ein Jahr, das sehr wichtig war. Wie ein anderer Blogger schrieb: "In den 30er Jahren ist eine Menge gutes Schreiben entstanden. Turbulente Zeiten neigen dazu …" (siehe hier, danke CyberKitten)

Und ja, wir haben wieder ähnlich turbulente Zeiten und wenn wir nicht aufpassen, könnte sich die Geschichte wiederholen.

Ein Zitat aus dem Buch:

"Sie [die Sozialisten] haben nie hinreichend deutlich gemacht, dass die wesentlichen Ziele des Sozialismus Gerechtigkeit und Freiheit sind. Mit Blick auf wirtschaftliche Fakten gingen sie davon aus, dass der Mensch keine Seele habe, und setzten sich explizit oder implizit eine materialistische Utopie zum Ziel. Dadurch konnte der Faschismus jeden Instinkt ausnutzen, der sich gegen Hedonismus und eine billige Vorstellung von 'Fortschritt' auflehnt. Es gelang ihr, sich als Trägerin der europäischen Tradition zu präsentieren und an den christlichen Glauben, den Patriotismus und die militärischen Tugenden zu appellieren. Es ist weitaus schlimmer als sinnlos, den Faschismus als 'Massensadismus' oder eine andere einfache Formulierung dieser Art abzutun. Wenn wir so tun, als handele es sich nur um eine Verirrung, die bald von selbst vergeht, träumen wir einen Traum, aus dem wir erwachen, wenn uns jemand mit einem Gummiknüppel schlägt."

Und auch diese berühmten Worte von Martin Niemöller sollten wir nicht vergessen.

"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Wenn wir nicht aufpassen, werden wir wieder da sein. Und zwar früher, als wir denken möchten.

Buchbeschreibung:

"The Road to Wigan Pier ist ein Buch des englischen Schriftstellers George Orwell, das erstmals 1937 veröffentlicht wurde. Die erste Hälfte dieses Werkes dokumentiert seine soziologischen Untersuchungen der trostlosen Lebensbedingungen unter der Arbeiterklasse in Lancashire und Yorkshire im industriellen Norden Englands vor dem Zweiten Weltkrieg. Die zweite Hälfte ist ein langer Essay über seine bürgerliche Erziehung und die Entwicklung seines politischen Gewissens, in dem er die britische Haltung zum Sozialismus hinterfragt. Orwell stellt klar, dass er selbst für den Sozialismus ist, hält es aber für notwendig, Gründe aufzuzeigen, warum viele Menschen, die vom Sozialismus profitieren würden und ihn logischerweise unterstützen sollten, in der Praxis wahrscheinlich starke Gegner sind.

Das Buch setzt sich 'mit der sozialen und historischen Realität des Depressions-Leidens im Norden Englands auseinander, - Orwell will nicht einfach Übel und Ungerechtigkeiten aufzählen, sondern das durchbrechen, was er als bürgerliche Vergessenheit ansieht, - Orwells Korrektiv zu solcher Falschheit direkt in die Erfahrung des Elends.' Erster Teil

George Orwell machte sich auf, um über das Leben der Arbeiterklasse in den trostlosen industriellen Kerngebieten der West Midlands, Yorkshire und Lancashire zu berichten. Er verbrachte seine Zeit damit, unter den Menschen zu leben, und als solche sind seine Beschreibungen detailliert und lebendig. Das erste Kapitel beschreibt das Leben der Familie Brooker, ein wohlhabenderes Beispiel der nördlichen Arbeiterklasse. Sie haben einen Laden und eine billige Unterkunft in ihrem Haus. Orwell beschreibt die alten Leute, die in dem Heim leben, und ihre Lebensbedingungen.

Das zweite Kapitel beschreibt das Leben der Bergleute und die Bedingungen in einem Kohlebergwerk. Orwell beschreibt, wie er in ein Kohlebergwerk hinabgestiegen ist, um die Vorgänge zu beobachten, und er erklärt, wie die Kohle verteilt wird. Die Arbeitsbedingungen sind sehr schlecht. Dies ist der Teil des Buches, der am häufigsten zitiert wird.

Kapitel drei beschreibt die soziale Situation des durchschnittlichen Bergarbeiters. Hygienische und finanzielle Bedingungen werden besprochen. Orwell erklärt, warum die meisten Bergleute in Wirklichkeit nicht so viel verdienen, wie man manchmal glaubt.

Kapitel Vier beschreibt die Wohnsituation im industriellen Norden. Es herrscht Wohnungsnot in der Region und deshalb nehmen die Menschen eher Substandard-Wohnungen an. Die Wohnverhältnisse sind sehr schlecht.

Kapitel Fünf beschäftigt sich mit der Arbeitslosigkeit und Orwell erklärt, dass die Arbeitslosenstatistiken der damaligen Zeit irreführend sind.

Kapitel Sechs befasst sich mit der Ernährung des durchschnittlichen Bergarbeiters und wie die meisten Familien, obwohl sie in der Regel genug Geld haben, um Lebensmittel zu kaufen, lieber etwas Leckeres kaufen, um ihr tristes Leben zu bereichern. Dies führt in vielen Familien zu Unterernährung und körperlichem Verfall.

Kapitel Sieben beschreibt die Hässlichkeit der Industriestädte im Norden Englands. Zweiter Teil

Im Gegensatz zur geradlinigen Dokumentation des ersten Teils des Buches diskutiert Orwell im zweiten Teil die Bedeutung des Sozialismus für die Verbesserung der Lebensbedingungen. Dieser Abschnitt erwies sich als kontrovers. Orwell legt seine Ausgangsprämissen sehr einfach dar:
Sind die im ersten Teil beschriebenen entsetzlichen Zustände erträglich? (Nein)
Ist der Sozialismus, '
von ganzem Herzen als Weltsystem angewandt', in der Lage, diese Bedingungen zu verbessern? (Ja)
Warum sind wir dann nicht alle Sozialisten?

Der Rest des Buches besteht aus Orwells Versuch, diese schwierige Frage zu beantworten.
"

Mittwoch, 9. August 2023

Orwell, George "Ganz unten in Paris und London oder Erledigt in Paris und London"

Orwell, George "Ganz unten in Paris und London oder Erledigt in Paris und London" (Englisch: Down and Out in Paris and London: A Gritty Memoir on Life & Poverty in Two Cities) - 1933

Nachdem ich "Nineteen Eighty Four" (1984) and "Animal Farm" (Farm der Tiere) gelesen hatte, hatte ich erwartet, nun ja, ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, aber es war etwas anderes.

Das Buch war gut geschrieben und dies wird nicht das letzte sein, das ich von diesem Autor gelesen habe, es kam mir einfach nicht so vor, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Obwohl ich es hätte wissen müssen. Schließlich handelt es sich hier um Memoiren.

George Orwell gibt uns einen guten Einblick in das Leben auf der Straße. Da das Buch fast 90 Jahre alt ist, kann man leicht davon ausgehen, dass sich die Dinge inzwischen verändert haben. Aber ist das so? Wir sehen immer noch Obdachlose auf den Straßen. Je größer die Stadt, desto mehr Obdachlose gibt es.

Ich vermute, dass die sehr aufschlussreichen Romane des Autors über die Zukunft auf seinen Erfahrungen in den Slums beruhen, darüber muss er beim Schreiben seiner späteren Romane viel nachgedacht haben.
Es zeigt uns auch, wohin es führen kann, wenn wir die Armen vernachlässigen. Nicht lange nach seinen Erlebnissen auf der Straße begann der Zweite Weltkrieg.


Vielleicht sollte dies jeder lesen, insbesondere diejenigen, die kein Mitgefühl für jemanden haben, der weniger gut gestellt ist als sie.

Buchbeschreibung:

"Nach seiner Demission als Polizeioffizier in Burma landet Orwell 1933 in den Slums: bei den Arbeitslosen, Asozialen in Paris, wo er sich als Küchenhilfe in einem Luxusrestaurant verdingt; bei den Pennern von London, mit denen er durch die Gossen und Asyle pilgert. Der unsentimentale, erschütternde Bericht eines Betroffenen."