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Dienstag, 29. April 2025

Hyun, Martin; Kaminer, Wladimir "Gebrauchsanweisung für Nachbarn"

Hyun, Martin; Kaminer, Wladimir "Gebrauchsanweisung für Nachbarn" [Instructions for use for neighbours] - 2024

Ein Buch von Wladimir Kaminer ist meistens sehr lustig, aber man lernt auch etwas daraus. Dieses Mal hat er sich mit dem Schriftsteller Martin Hyun zusammengetan. Von ihm hatte ich noch nichts gelesen, aber das muss ich schleunigst nachholen. Die beiden scheinen sehr gut zueinander zu passen. Ihr Humor ist ähnlich. Vielleicht, weil beide einen "Migrationshintergrund" haben. (Wie ich dieses Wort hasse. Menschen sind Menschen, aber diejenigen mit mehr Auslandserfahrung, auf welche Art und Weise auch immer, sind häufig umgänglicher, zumindest als diejenigen, die sie hier nicht haben wollen.) 

Was soll ich sagen. Ein wunderbares Buch über Nachbarn, über die netten, aber noch mehr über die, die nichts als Ärger bereiten. Über Nachbarn im Haus, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Urlaub, eben immer dort, woe man auf Menschen trifft und sich mit denen einen bestimmten Platz teilen muss. Ich habe in meinem Leben meistens Glück gehabt mit meinen direkten Nachbarn. Da habe ich schon andere Geschichten gehört.

Wer also nette Nachbarn hat, sollte zu diesem Buch greifen. Und wer mit ihnen nicht klarkommt, auf jeden Fall. Vielleicht findet ihr ja ein paar Tipps, was man mit solchen Menschen machen kann.

Und hier ein Zitat:

"In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten." König T'Challa in "Black Panther"

Und dies war eine Beschreibung von einer Zugfahrt, die mir besonders gefiel:

"Auf einer Bahnfahrt nach Prag befand ich mich plötzlich in einem Abteil mit einer Gruppe junger Politiker der Volt-Partei. Aber zum Glück waren sie äußerst angenehme Reisegefährten. Keine lauten Reden über Kabinettsposten oder die zukünftige Weltherrschaft, sondern höfliche Konversation voller Idealismus und Rücksichtnahme. Ich war beeindruckt. Das erinnerte mich an eine andere Zugfahrt, bei der ich im Ruhebereich eines ICE völlig unerwartet von ehrgeizigen Nachwuchspolitikern einer konservativen Partei umgeben war. Diese Jungpolitiker nahmen so viel Raum im Abteil ein, dass ich dachte, sie hätten ihr ganze Ministerium mitgebracht. Ohne Rücksicht auf die anderen Zuggäste diskutierten sie lautstark über ihre zukünftigen Bundestagsmandate und wer von ihnen wohl asl Erster Kanzler werden würde."

Buchbeschreibung:

"Von singenden Hausnachbarn und nackt schlafwandelnden Zimmernachbarn, raumgreifenden Sitzplatznachbarn  und redseligen Friedhofsnachbarn: Mit charmantem Witz erzählen Wladimir Kaminer und Martin Hyun von ihren Nachbarschaftserfahrungen. Sie erklären, wie man ungeliebte Mitbewohner loswird und erfolgreich kollektiven Projekten ausweicht. Wem im Flugzeug die Armlehne gehört. Und warum Nachbarn nicht nur fürs Gießen der Zimmerpflanzen oder für gemeinschaftliche Straßenfeste wertvoll sind."

Samstag, 25. Januar 2025

Morrison, Toni "Heimkehr"

Morrison, Toni "Heimkehr" (Englisch: Home) - 2012

Toni Morrison ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich liebe ihren Schreibstil so sehr. Sie schafft es, alles so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein, dass man Charaktere in ihrem Buch persönlich kennt.

Wie Frank Money, der Protagonist in diesem Roman. Er hat den Koreakrieg überlebt, nun ja, körperlich. Nach einer mehr als schwierigen Kindheit haben er und seine Schwester auch als Erwachsene kein leichtes Leben, man findet in diesem Roman fast jede Form von Missbrauch und Problemen.

Dies ist ein Roman, über den ich noch lange nachdenken werde.

Buchbeschreibung:

"Drei Jungs aus dem rassistischen Höllenloch Lotus, Georgia, haben sich freiwillig nach Korea gemeldet. Zwei kehren nicht zurück, der dritte, Frank 'Smart' Money, führt nach dem Krieg zunächst ein haltloses Vagabundendasein und erlebt dabei den ungebrochen fortgesetzten Rassismus des weißen Amerika der fünfziger Jahre, aber auch die Selbsthilfeorganisationen der Schwarzen und deren Solidarität.

Kaum hat sich Frank unter prekären wirtschaftlichen und psychischen Umständen zu einem neuen Leben niedergelassen, da erreicht ihn die Nachricht, dass seine jüngere Schwester in Gefahr sei. Die Sorge um sie führt ihn zurück nach Lotus, zum Elternhaus und zu einem Geheimnis aus ihrer Kindheit, dem er bis zu seiner bitteren Enthüllung nachgeht."

Toni Morrison erhielt den Nobelpreis für Literatur 1993 "für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels, und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 15. März 2023

Buck, Pearl S. "Die beiden Schwestern"

Buck, Pearl S. "Die beiden Schwestern. Das Mädchen von Kwangtung" (Englisch: Love and the Morning Calm) - 1951

Wie viele der Bücher von Pearl S. Buck, habe ich dieses vor vielen Jahren gelesen. Auch wenn die Geschichte der beiden Schwestern langsam ewas veraltet sein kann, so zeigt sie doch, wie es ist, wenn zwei unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen, wie Menschen, die in der einen aufwachsen, es manchmal sehr schwer haben, sich in eine andere einzufügen.

Und das ist ein Thema, das heute so aktuell ist wie nie zuvor.

Buchbeschreibung:

"Sie sind in Korea aufgewachsen, die beiden Schwestern Deborah und Mary; das tätige Christentum ihrer Missionar-Eltern und die uralten Weisheitslehren des Ostens haben ihr Weltbild geformt. Als sie, die eine siebzehn, die andere achtzehn Jahre alt, in New York eintreffen, erscheinen sie ihren Verwandten wie blumenhafte Geschöpfe von einem andern Stern, verwirrend und befremdend - so wie sie selber verwirrt und befremdet den seltsamen Rätseln gegenüberstehen, die ihnen das amerikanische Leben aufgibt. Es ist eine mit großer Anmut und einem fast schalkhaft zu nennenden Humor geschilderte Begegnung zwischen Ost und West, die Pearl S. Buck zum Thema dieses kleinen Romans gemacht hat. Doch hinter der Anmut und dem Schalk steht ein sehr ernstes Anliegen, denn das stille, von selbstloser Anteilnahme am Schicksal der Mitmenschen getragene Wirken der beiden Schwestern in ihrer neuen Umgebung enthüllt wie ein reiner, klarer Spiegel die ganze hohle, sinnlose Nichtigkkeit unseres eigenen ichbezogenen Daseins. Eine Erzähling zum Nachdenken also, dargeboten in unterhaltsamster Form."

Andere Bücher, die ich von Pearl S. Buck gelesen habe, sind hier.

Pearl S. Buck
erhielt den Nobelpreis für Literatur 1938 "für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.