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Samstag, 12. September 2026

Mayle, Peter "Mein Jahr in der Provence"

Mayle, Peter "Mein Jahr in der Provence" (Englisch: A Year in Provence) - 1989

Ich habe schon etliche Bücher von Menschen gelesen, die ihre Heimat (vorwiegend England) verlassen haben, um sich anderswo (hauptsächlich in Südeuropa – Frankreich, Spanien, Italien) niederzulassen.

Meine Favoriten darunter sind die "Der Olivenhain. Liebe in der Provence"-Reihe (The Olive Series) von Carol Drinkwater und "Unter den Zitronenbäumen" (Driving Over Lemons) von Chris Stewart (ehemaliger Genesis-Schlagzeuger).

Ich bin allerdings auch auf weniger gelungene Exemplare gestoßen, und mit der Zeit wiederholen sich die Inhalte ein wenig. Eine Freundin erzählte mir jedoch, sie habe alle Bücher von Peter Mayle über sein Leben in der Provence gelesen und fand sie urkomisch; also beschloss ich, es auch einmal damit zu versuchen.

Das Buch hat mir gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie die bereits erwähnten Werke. Der Autor besitzt Humor, und seine Geschichten über die französischen Nachbarn, die Handwerker und das Essen sind durchaus interessant. Wer diese Art von Büchern mag, sollte es lesen. Er hat zwar noch weitere Bücher über sein Leben in der Provence geschrieben, aber da ich schon so viele Bücher dieses Genres gelesen habe, werde ich ihn und seine Frau nicht weiter auf ihrem Weg begleiten.

Buchbeschreibung:

"Ein charmanter und humorvoller Blick auf das Leben in der Provence, als ein Brite beschließt, seinen Traum zu verwirklichen.

In Mein Jahr in der Provence erzählt Peter Mayle von seinem Abenteuer, als er beschließt, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und in die malerische Provence zu ziehen. Doch das erste Jahr in der neuen Heimat bringt so manche Herausforderung mit sich. Nicht nur die Sprache, sondern auch die französische Lebensart sorgen immer wieder für amüsante Missverständnisse und Überraschungen.

Der Duft von Lavendel und der Geschmack von gutem Wein

Mit viel Charme und Humor schildert Mayle seine Erlebnisse, die kulinarischen Genüsse und die Eigenheiten der Einheimischen. Eine wahre Geschichte, die Lust macht, die Provence mit ihren malerischen Landschaften, dem köstlichen Wein und der einzigartigen Küche selbst zu entdecken. Ein im wahrsten Sinne des Wortes köstliches Buch, durchzogen vom Duft von Jasmin und Lavendel, von Olivenöl, Knoblauch und gutem Wein. Ein unterhaltsamer Einblick in das Leben eines Auswanderers, der seinen Traum lebt."

Mayes, Frances "Unter der Sonne der Toskana"

Mayes, Frances "Unter der Sonne der Toskana: Das Leben bietet dir tausend Chancen ... - Du mußt sie nur wahrnehmen" auch "Das Paradies heißt Bramasole. Eine Liebeserklärung an die Toskana" (Englisch: Under the Tuscan Sun) - 1996

Ich habe ähnliche Bücher von Menschen gelesen und genossen, die ihre (meist europäische) Heimat verließen, um sich im Süden niederzulassen. Selten hatte ich das Gefühl, dass die Person auf die Menschen in ihrer neuen Heimat herabblickte. Dieses Gefühl hatte ich hier. Es gefiel mir überhaupt nicht und ich habe es deshalb nicht zu Ende gelesen – und das kommt sehr selten vor.

Der Roman "Swan" der Autorin hat mir allerdings gut gefallen. Er wurde leider nicht ins Deutsche übersetzt.

Buchbeschreibung:

"Es ist Liebe auf den ersten Blick, als die amerikanische Reiseschriftstellerin Frances Mayes und ihr Lebensgefährte Ed im Sommer 1990 Bramasole besichtigen, ein kleines Haus in den Hügeln nahe der Etruskerstadt Cortona. Doch von einer toskanischen Idylle sind die beiden noch weit entfernt: Bis das Geld zusammengekratzt, die ersten Erfahrungen mit der italienischen Bürokratie gemacht und einige Handwerker als Schlitzohren enttarnt sind, vergehen Wochen. Doch die Mühen lohnen sich: Irgendwann können sich die beiden den angenehmeren Seiten des Lebens zuwenden. Für die leidenschaftliche Köchin Frances ist das vor allem die toskanische Küche, aber es bleibt auch immer genügend Zeit für kleine Ausflüge in die Umgebung, in der es so vieles zu entdecken gibt: romantische Straßen, liebliche Landschaften, alte Städte, herrliche Märkte und, nicht zu vergessen, die Italiener selbst mit all ihrer sprichwörtlichen Gastfreundschaft und Wärme. Das erste Essen an einem langen Tisch im Garten, die erste Flasche Öl von den eigenen Olivenbäumen, das erste italienische Weihnachten. Mit ihren Schilderungen und ihren Rezepten nimmt Frances Mayes den Leser mit auf eine Reise durch ihr toskanisches Jahr, und in einem wird er ihr mit Sicherheit zustimmen: Das Paradies liegt in Bramasole."

Drinkwater, Carol "Der Olivenhain"

Drinkwater, Carol "Der Olivenhain. Liebe in der Provence" (Englisch: The Olive Series) - 2001

Ich habe nur die ersten drei Bände der Reihe gelesen, aber sie haben mir sehr gut gefallen. Vielleicht bin ich zufällig auf den ersten gestoßen, weil mir die Autorin bekannt vorkam. Ja, sie ist Helen Herriot, James Herriots Frau in der Fernsehserie "Der Doktor und das liebe Vieh" (All Creatures Great and Small). Sie hat ein arbeitsreiches Leben als Schauspielerin, aber das schien ihr nicht genug zu sein. Sie heiratete Michel, einen französischen Fernsehproduzenten, und gemeinsam kauften sie eine Olivenfarm in der Provence. Viele Nordeuropäer und US-Amerikaner haben das schon getan und darüber geschrieben. Besonders gut gefiel mir Chris Stewarts Geschichte "Unter den Zitronenbäumen" (Driving over Lemons), aber Helen Stevensons "Instruction for Vistors" oder Frances Mayes' "Unter der Sonne der Toskana" (Under the Tuscan Sun) haben mich nicht so sehr beeindruckt.

Dies ist jedoch eine wunderschöne Geschichte, in der Carol Drinkwater über ihre Liebe zu ihrem Mann und ihre gemeinsame Liebe zur Olivenfarm spricht, über die Arbeit, die ein solches Abenteuer mit sich bringt, und über die Vorteile. Sie beschreibt wunderbar sowohl die Landschaft und ihre Menschen als auch die Aktivitäten, die dort stattfinden. Es überrascht mich nicht, dass sie inzwischen sieben Bände der Reihe veröffentlicht hat. Die Lektüre ihres Buches kommt mir vor wie ein Urlaub in Südfrankreich. Ich fand es toll.

Buchbeschreibung:

"Carol Drinkwater erzählt uns von den zwei großen Leidenschaften ihres Lebens: Von Michel, dem französischen Filmproduzenten, und von 'Apassionata', einer verlassenen Olivenfarm, in die sich Carol und Michel unter dem weiten Himmel Frankreichs verlieben."

Hier sind die Titel der englischen Serie, von denen leider nur dieses übersetzt wurde:
The Olive Farm: A Memoir of Life, Love and Olive Oil in the South of France - 2001
The Olive Season: Amour, a New Life and Olives Too - 2003
The Olive Harvest: A Memoir of Love, Life and Olives in the South of France - 2004
The Illustrated Olive Farm - 2005
The Olive Route: A Personal Journey to the Heart of the Mediterranean - 2007
The Olive Tree: A Personal Journey Through Mediterranean Olive Groves - 2008
Return To the Olive Farm - 2010

Donnerstag, 10. September 2026

Kross, Jaan " Professor Martens Abreise"

Kross, Jaan " Professor Martens Abreise" (Estnisch: Professor Martensi ärasõit) - Professor Martens' Departure - 1984

Ich hatte mir vorgenommen, für mein Projekt "Die Welt durch Bücher bereisen" (Travel the World Through Books) ein Buch über Estland zu lesen.

Dabei stieß ich auf ein Buch über Estland, das die Geschichte anhand des Lebens von Friedrich Fromhold Martens erzählt – einem estnischen Diplomaten im Dienste des russischen Zaren. Es steckt voller Geschichte. Professor Martens verfasste zahlreiche Werke zum Völkerrecht und war maßgeblich an der Etablierung dessen beteiligt, was wir heute als Völkerrecht bezeichnen. Er gehörte zu den Politikern, die nach dem Ende des Russisch-Japanischen Krieges verhandelten; es kursierte sogar die (falsche) Meldung, er habe den Friedensnobelpreis erhalten – eine Auszeichnung, die er zweifellos verdient hätte. Dennoch wurde er mit diversen anderen Preisen und Ehrentiteln geehrt. Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählt die Gründung des Weltgerichtshofs in Den Haag.

Obwohl das Werk als Roman deklariert ist, liest es sich wie eine Biografie – und es ist wahrscheinlich historisch akkurater als viele Bücher, die diesen Anspruch tatsächlich erheben. Schon nach kurzer Lektüre verspürt man den Wunsch, mehr über diese Persönlichkeit zu erfahren und zu wissen, ob er tatsächlich so war, wie er im Buch geschildert wird. Das Internet ist voll von Artikeln über ihn. Auch das Buch selbst ist reich an Details und erzählt die faszinierende Lebensgeschichte eines Mannes aus einer Region, über die wir noch immer viel zu wenig wissen.

Buchbeschreibung:

"Estland zu Beginn dieses Jahrhunderts: Professor Martens fährt nach Petersburg. Unterwegs läßt er noch einmal sein Leben an sich vorüberziehen. Es ist, von außen gesehen, eine steile Karriere, vom Sohn eines Flickschneiders zum international angesehenen Diplomaten. Doch als er auf den inneren Konflikt zwischen politischem Opportunismus und persönlicher Integrität stößt, weicht sein Stolz der Todesangst. In diesem historischen Roman voller politischer Brisanz stellt Jaan Kross die Frage nach der Mittäterschaft unter einem autoritären Regime."

Samstag, 22. August 2026

Fatland, Erika "Die Grenze"

Fatland, Erika "Die Grenze. Eine Reise um Russland" (Norwegisch: Grensen: En reise rundt Russland gjennom Nord-Korea, Kina, Mongolia, Kasakhstan, Aserbajdsjan, Georgia, Ukraina, Hviterussland, Litauen, Polen, Latvia, Estland, Finland og Norge samt Nordøstpassasjen) - The Border: A Journey Around Russia Through North Korea, China, Mongolia, Kazakhstan, Azerbaijan, Georgia, Ukraine, Belarus, Lithuania, Poland, Latvia, Estonia, Finland, Norway, and the Northeast Passage - 2017

Die Autorin ist eine norwegische Journalistin, die eine Reise entlang der gesamten russischen Grenze unternommen hat. Sie besuchte jedes einzelne Land – auch solche, die international nicht anerkannt sind, wie die de facto souveränen Gebiete im Kaukasus: Abchasien, Südossetien, Adscharien, Bergkarabach und Donezk. Die Einreise in einige dieser Gebiete war nicht einfach. Um nach Bergkarabach zu gelangen, musste sie über Armenien reisen, da eine Einreise von Aserbaidschan aus – zu dem das Gebiet offiziell noch immer gehört – nicht möglich ist.

Sie bereiste all diese Gebiete unter schwierigen Bedingungen und sprach mit den Menschen vor Ort über die jüngere und ältere Geschichte; dabei erfährt man viel über diesen Teil der Welt. Ich halte es für wichtig, mehr über das größte, sehr mächtige und wohl gefährlichste Land der Welt zu wissen.

Es handelt sich um ein großartiges, hervorragend geschriebenes Buch, bei dem man das Gefühl hat, gemeinsam mit der Autorin zu reisen und mit ihr die Länder, die dort lebenden Menschen und deren Geschichte zu entdecken. Fantastisch.

Dies ist das zweite Buch über Russland und seine Geschichte, das Erika Fatland verfasst hat. Ihr erstes Werk, "Sowjetistan. Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan" (Sovietistan: Travels in Turkmenistan, Kazakhstan, Tajikistan, Kyrgyzstan, and Uzbekistan), habe ich nach diesem gelesen. Daraus habe ich ebenso viel gelernt wie aus diesem Buch.

Buchbeschreibung:

"Die Journalistin Erika Fatland reist entlang der schier endlosen Grenze Russlands. Von Nordkorea über den Kaukasus, das Kaspische und das Schwarze Meer. Durch die Ukraine und die Staaten Osteuropas geht es bis zur russisch-norwegischen Grenze – nach 14 Staaten und über 20 000 Kilometern stößt sie auf die Arktis. Doch hier endet die Reise nicht etwa.

Von der tschuktschischen Hauptstadt Anadyr aus macht sich Erika Fatland im 'Arktischen Sommer' auf die Reise entlang der Nordostpassage, vorbei an Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja bis nach Kirkenes – und hat damit das flächenmäßig größte Land der Welt einmal umrundet.

Erika Fatland, Autorin des Bestsellers Sowjetistan, reist entlang der über 20 000 Kilometer langen russischen Grenze durch 14 Länder und begegnet dort den unterschiedlichsten Menschen – Taxifahrern, Geschichtsprofessoren, Rentierhirten und anderen. Sie hört zu, stellt Fragen, sammelt Geschichten. So entstehen schillernde Porträts dieser eigenwilligen Menschen und Länder. Aber auch ein Porträt des weltpolitischen Giganten – aus der Sicht seiner Nachbarn."

Freitag, 7. August 2026

Sitch, Rob: Cilauro, Santo: Tom Gleisner, Tom "Molwanîen - Das Land des schadhaften Lächelns"

Sitch, Rob: Cilauro, Santo: Tom Gleisner, Tom "Molwanîen - Das Land des schadhaften Lächelns" (Englisch: Molvanîa. A Land Untouched By Modern Dentistry) - 2003

Molwanîen ist ein kleines Land irgendwo in Mitteleuropa – mit eigenartigen Menschen, seltsamen Bräuchen und einer noch seltsameren Sprache. Eines meiner Lieblingszitate lautet: "Molwanîsch ist eine schwer zu sprechende Sprache – geschweige denn zu meisternde. Es gibt vier grammatische Geschlechter: männlich, weiblich, sächlich und das Sammelwort für Käsesorten, das im Nominativ eine ganz eigene Unterkategorie bildet."

Die Hauptstadt heißt Lutenblag, und das Land ist in vier Provinzen unterteilt: das Große Zentraltal, die Molwanîschen Alpen, die Östlichen Steppen und das Westliche Hochplateau. Angeblich grenzt es an Deutschland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Slowakei und Slowenien. Bekannt ist es als "weltweit führender Produzent von Roter Bete und als Geburtsort des Keuchhustens".

Macht euch keine Sorgen, wenn ihr noch nie von Molwanîen gehört habt – das Land ist nämlich komplett erfunden.

Wobei in diesem Fall jegliche Ähnlichkeit mit fiktiven Ereignissen, Personen oder Orten wohl kaum rein zufällig sein dürfte.

Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob dieses "parodistische" Reisebuch lediglich die Menschen aufs Korn nimmt, die in jener Region leben, in der Molwanîen sich angeblich befindet; doch da ich gehört habe, dass diese es selbst durchaus amüsant finden, war ich vielleicht bisweilen ein klein wenig überempfindlich. Ich glaube, wir alle können uns gut vorstellen, woher die Ideen für die Bewohner und Bräuche dieses skurrilen Landes stammen. Dennoch ist das Buch stellenweise wirklich witzig – es ist der einzige Reiseführer, den ich je von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen habe; und dabei besitze ich eigentlich eine ganze Menge davon und nutze sie auch regelmäßig.

Wenn ihr also Molwanîen einmal besuchen möchten, solltet ihr "Aeromolv" in Betracht ziehen – die einzige Fluggesellschaft, die pro Flug und pro ausgefallenem Triebwerk einen Rabatt von 10 % gewährt.

Buchbeschreibung:

"Molwanîer lachen gerne – vor allem auf Kosten anderer

Traumziel Molwanîen: Da müssen Sie hin. Da kommen Sie nie hin. Molwanîen gibt’s nämlich gar nicht. Aber den ersten umfassenden Reiseführer dazu. Und der erfindet ein ganzes Land – komplett mit Sprache, Geschichte, Restauranttipps und Kleidergrößen. Die brillante Idee reist um den Globus und wird zum Bestseller von Australien bis Italien, denn Molwanîen ist überall.

Unsere Welt ist klein geworden: Eine halbe Tagesreise führt um die halbe Welt; bumsvolle Touristenflieger landen in den entlegensten Winkeln der Erde, und auch die kleinste Fallafelbude in Damaskus ist längst kein Geheimtipp mehr. Wohin also soll sich der rastlose menschliche Entdeckergeist wenden? Vielleicht an einen Ort in unserer Fantasie, vielleicht an das bislang vom Tourismus sträflich vernachlässigte, sagenumwobene Kleinod Osteuropas: Molwanîen. Ein gastfreundliches Land, in dem schon zum Frühstück ein Glas 'Zeerstum' gereicht wird, der traditionelle Knoblauchschnaps, den man allerdings niemals innerlich anwenden sollte. Eine Pilgerstätte für Ornithologen auf der Suche nach der seltenen Molwanîschen Drossel, die jeden Herbst in eindrucksvollem Formationsflug in ihr 2,5 Kilometer entferntes Winterquartier zieht, wobei Tausende sich verirren und vor Erschöpfung verenden. Eine Oase für Liebhaber unberührter Natur, die zu sich selbst finden wollen in Molwanîens 'Großen Ebenen', einer Landschaft, die wegen ihrer unvergleichlichen Ödnis und Langeweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Da wollen Sie nicht hin? Da können Sie gar nicht hin, aber Sie werden Ihren Freunden davon erzählen."

Dienstag, 21. Juli 2026

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch"

Kishon, Ephraim "Der seekranke Walfisch oder Ein Israeli auf Reisen" (Hebräisch: Sefer ha'masot/ספר המסעות) - The Seasick Whale: An Israeli Abroad: Book of Travels - 1995

Ephraim Kishon ist es immer wert, zur Hand genommen zu werden. In diesem Band spricht er von seinen Reisen in verschiedene europäische Länder und in die Vereinigten Staaten. Er schafft es, wie kaum ein anderer, die Eingenheiten der Bewohner so darzustellen, dass selbst sie darüber lachen müssen. Und eigentlich lobt er sie ja auch alle mit seinen Bemerkungen.

Also, wer wissen möchte, wie man in der Schweiz eine Bananenschale loswird, warum man in Venedig nie eine Gondel nehmen solte und warum es anzuraten ist, Las Vegas nicht zu besuchen, wenn man nicht schon vorher seine Rückreise gebucht und bezahlt hat, für den ist dieses Buch Gold wert.

Buchbeschreibung:

"'Wenn du deinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnst, ist es höchste Zeit, wegzufahren.'

Bissig-humorvolle Satiren über die Eigenheiten von Touristen und Einheimischen. Als der Herr zum Walfisch sprach,speite er Jonah ans Land. Niemals hatte der Wal in den vielen Jahren seiner Seefahrt die geringsten Magenbeschwerden gehabt, doch einen Reisenden wie diesen Propheten hielt sein Bauch wahrlich nicht aus. Das war der biblische Anfang des Tourismus ... 

Mit Kishon auf Reisen, um am Ende festzustellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist."

Dienstag, 16. Juni 2026

Roberts, Gregory David "Shantaram"

Roberts, Gregory David "Shantaram" (Englisch: Shantaram) - 2003

Ein hochinteressantes Buch, das mir von mehreren Freunden empfohlen wurde.

Dieser Roman basiert auf dem Leben des Australiers Gregory David Roberts, der wegen bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis saß und anschließend nach Indien floh, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sein Leben verlief danach alles andere als geradlinig, sondern äußerst abwechslungsreich. Wir begleiten ihn im Kampf gegen die Mudschaheddin oder in den Slums, wo er ein Krankenhaus leitet. In jedem Fall ist in "Shantarams" Leben (diesen Namen gaben ihm seine indischen Freunde) immer etwas los. Die Geschichte ist packend, äußerst provokant und zeigt die Höhen und Tiefen eines Lebens. Sie handelt von allem: Liebe und Hass, Verbrechen und Strafe, Arm und Reich, Korruption und Ehrlichkeit, dem Sinn des Lebens und seinen Banalitäten. Über 900 spannende Seiten, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Zumindest ging es mir so.

Dieses Buch wird mich mein Leben lang begleiten, da bin ich mir fanz sicher.

Eines meiner Lieblingszitate:
"Die Welt wird von einer Million böser Männer, zehn Millionen dummer Männer und hundert Millionen Feiglingen regiert."
und:
"Nichts ist so deprimierend wie ein guter Rat."

Und noch etwas: Ich fand es toll, wie leicht der Protagonist Sprachen lernt.

Buchbeschreibung:

"Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen

Als der Australier Lindsay in Bombay strandet, hat er zwei Jahre Gefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Zu seinem großen Glück begegnet er dem jungen Inder Prabaker, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Auf ihren Streifzügen durch die exotische Metropole schließen die beiden eine innige Freundschaft, und Lindsay lernt nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen: Er wird zu 'Shantaram', einem 'Mann des Friedens', und kämpft für die Ärmsten der Armen. Doch dann verfällt Lindsay einer Deutsch-Amerikanerin mit dubiosen Kontakten zur Unterwelt."

Donnerstag, 21. Mai 2026

Orsenna, Erik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied"

Orsenna, Érik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied" (Französisch: La grammaire est une chanson douce) - Grammar Is a Sweet, Gentle Song - 2001

Ein interessantes Buch. Ein ungewöhnliches Buch. Ein Grammatikbuch. Eine Geschichte.

Eine interessante Geschichte, die Grammatik nicht nur Kindern, sondern auch Französischlernenden erklärt. Ich kann die Übersetzung nicht beurteilen, da Grammatik nicht in jeder Sprache gleich ist.

Dennoch ist es eine wunderschön geschriebene Geschichte über zwei Kinder, die ihre Muttersprache neu entdecken. Viele Wortspiele, viele Hintergrundinformationen. Mir hat das Buch gefallen und ich empfehle es jedem, der sich für Sprachen interessiert. Eine sehr kreative und fantasievolle Geschichte mit wunderschönen Illustrationen.

Ich habe das Buch im französischen Original gelesen.

Buchbeschreibung:

"Die 10-jährige Französin Jeanne hat einen streitbaren Namen. Wie Jeanne d'Arc eben, oder jene Jeanne die Axt, die gegen Karl den Kühnen zu Felde zog. Und streitbar ist auch Die Grammatik ist ein sanftes Lied des französischen Autors Erik Orsenna, dessen deutsche Ausgabe von Wolf Erlbruch großartig illustriert worden ist. Um nichts weniger geht es als um die Rettung der Liebe zur Sprache und ihrer zauberhaften Gesetze. Dies begreift Jeanne, als sie bei einer Reise über den Atlantik mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Thomas auf einer Insel strandet, in der neben Menschen auch Wörter hausen. Jeanne und Thomas haben ihre Sprache verloren und müssen sie neu erlernen -- und finden auf dem Eiland überaus kompetente Lehrmeister dazu.

Die Franzosen haben seit jeher ein besonderes Verhältnis zu ihrer Muttersprache, um deren Erhalt sich der Staat in besonderem Maße gewappnet hat. So war es offenbar das besondere Ansinnen Erik Orsennas, auch kleine Französinnen und Franzosen zur nationalen Sprachliebe zu erziehen.
Die Grammatik ist ein sanftes Lied ist stark von diesem Geist geprägt. Aber Sprachliebe ist ja nicht verwerflich. Und auch jenseits didaktischer Impulse ist Orsennas Buch überaus lesenswert. Ein besonderes Lob ist dabei vor allem auch der Übersetzerin Caroline Vollmann auszusprechen, die den Text nicht nur adäquat und flüssig ins Deutsche übertragen, sondern ihn auch an die Eigenheiten der heimischen Grammatik angepasst hat. Und das ergab in manchen Passagen fast schon wieder ein neues Buch."

Samstag, 18. April 2026

Steinbeck, John "Die Reise mit Charley"

Steinbeck, John "Die Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika" (Englisch: Travels with Charley. In Search of America) - 1962

Ich habe die Bücher von John Steinbeck schon immer geliebt. Bis ich "Die Straße der Ölsardinen" (Cannery Row) las. Das hielt mich aber nicht davon ab, weitere Bücher von ihm zu lesen. Als unser 1961er-Club hochkam und ich ein Buch von ihm entdeckte, griff ich sofort zu. Leider hatte ich es gerade beendet, als ich herausfand, dass es erst 1962 erschienen war (obwohl es wahrscheinlich 1961 geschrieben wurde). Nun ja, ich konnte nicht in ein oder zwei Tagen ein weiteres Buch lesen, daher muss dies mein Beitrag zu dieser Herausforderung sein (ich werde aber später noch ein weiteres lesen und hier einen Link einfügen).

Ich bin aber sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn es hat mir John Steinbeck und meine Liebe zu seiner Literatur wieder in Erinnerung gerufen.

Obwohl ich kein großer Fan von Wohnmobilen oder Camping im Allgemeinen bin, habe ich es genossen, den Autoren und seinen Hund Charley durch die Vereinigten Staaten zu begleiten. Ich bezweifle, dass ich jemals dorthin reisen werde, aber irgendwie habe ich jetzt das Gefühl ich hätte das getan. Er selbst sagt gegen Ende: "… Ich hatte nicht die Absicht, irgendeine Art von Querschnitt darzustellen, und ich glaube auch nicht, dass ich das getan habe, sodass ein Leser sagen könnte: 'Er glaubt, er habe ein zutreffendes Bild gezeichnet…' Das glaube ich nicht. Ich habe nur wiedergegeben, was mir einige Leute erzählt und was ich gesehen habe. Ich weiß nicht, ob das typisch war oder ob man daraus irgendwelche Schlüsse ziehen kann." Ich denke, das ist das Beste, was man versuchen kann, und ich bin froh, dass wir ihn auf dieser Reise begleiten konnten.

Er erwähnt auch: "Ich mag Wetter lieber als Klima." Das ist ein großartiges Zitat, dem ich voll und ganz zustimme.

Ich habe das Buch sehr genossen.

Und falls ihr bessere Bücher über Reisen durch die USA kennt, lasst es mich bitte wissen.

Buchbeschreibung:

"Amerika - was für ein Land!

Von den großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas stößt man kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt.

Im Jahre 1960 ist es, als der spätere Literaturnobelpreisträger John Steinbeck sich mit 58 Jahren noch einmal auf die Reise durch sein eigenes Land macht. Teil des Plans sind Pudel Charley und der 'Rosinante' getaufte Dreivierteltoner mit Bootskajüte auf der Ladefläche. Auf diesem Weg besucht Steinbeck 34 Bundesstaaten in elf Wochen und erlebt dabei so einiges..."

John Steinbeck erhielt den Nobelpreis für Literatur in 1962 "für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn".
 
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 11. April 2026

Twain, Mark "Bummel durch Europa"

Twain, Mark "Bummel durch Europa" (Englisch: A Tramp Abroad) - 1880

Ich habe schon oft erwähnt, wie sehr ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier) liebe, insbesondere seine Reisebücher. Mir wurde von einigen Leuten empfohlen, die Reiseberichte von Mark Twain über seine Europareisen zu lesen. Also tat ich das. Zuerst las ich "Die Arglosen im Ausland" (The Innocents Abroad) und fand es nicht nur unglaublich langweilig, sondern auch ziemlich rassistisch. Mir wurde dann gesagt, "Bummel durch Europa" sei viel besser. Okay, ich gab ihm noch eine Chance.

Vielleicht missfiel mir seine Einschätzung Europas, aber noch viel mehr, glaube ich, missfiel mir seine Darstellung des amerikanischen Touristen. Und wieder einmal konnte ich in seinen Büchern keinen Humor finden.

Ich fand dieses Buch nicht ganz so rassistisch wie sein erstes (was aber immer noch keine Entschuldigung für einige der Tiraden ist), aber er redete immer noch endlos und meistens über Belangloses. Langweilig, langweilig, langweilig. Ich nehme an, dies wird mein letztes Buch von Mark Twain sein, es sei denn, ich werde "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn" eines Tages mit meinen Enkelkindern noch einmal lesen, falls ich jemals welche haben sollte.

Buchbeschreibung:

"'Bummel durch Europa' (Original: 'A Tramp Abroad') ist ein halb-fiktiver, satirischer Reisebericht des amerikanischen Autors Mark Twain, der erstmals 1880 erschien.

Das Buch beschreibt eine Reise von zwei Freunden durch Deutschland, die Alpen und Italien im Jahr 1878. Der Ich-Erzähler ist Mark Twain selbst, der Reisebegleiter seinem Freund Joseph Twichell nachgebildet. Beide Reisenden hatten sich eigentlich vorgenommen, den größten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen, finden dann aber doch ständig andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Twain spielt auf dieser Reise den typischen amerikanischen Touristen jener Zeit, der angeblich alles sofort versteht, was er sieht, in Wahrheit aber häufig daneben liegt."

Twain, Mark "Die Arglosen im Ausland"

Twain, Mark "Die Arglosen im Ausland" (Englisch: The Innocents Abroad) - 1869

Dies war eines der langweiligsten Bücher, die ich seit Langem gelesen habe. Oft wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, ob ich es als Sarkasmus oder einfach nur als dumm, arrogant und ignorant abtun sollte. Ich weiß, Mark Twain war keines von beidem, aber sein Reisebericht wirkt wie eine Satire auf dumme, arrogante, ignorante und ungebildete Amerikaner, die nichts Besseres zu tun haben, als auf jeden Europäer herabzusehen, der nicht perfekt Englisch spricht oder nicht denselben Lebensstandard hat wie sie. Ich will nicht behaupten, dass es solche Leute nicht auch in anderen Ländern gibt, aber dieses Buch wurde von einem Amerikaner über Amerikaner im Ausland geschrieben.

Ich hatte einen guten Reisebericht über eine längst vergangene Zeit erwartet. Stattdessen las ich eine rassistische Hetzrede, einen verurteilenden Monolog, eine vernichtende Tirade.

Vielleicht war dieses Buch früher einmal sehr lustig, vielleicht gibt es Bücher, die den Test der Zeit nicht bestehen, die nach einer gewissen Zeit veraltet sind. Ich denke, dieses Buch gehört dazu.

Ich konnte über die meisten seiner Geschichten nicht lachen. Ich fand sie oft unhöflich und herablassend. Vielleicht dachten Amerikaner im 19. Jahrhundert eben so über die Welt. Hoffentlich ist das heute nicht mehr so.

Es ist die Geschichte von engstirnigen Menschen, die ins Ausland reisen, nur um alles mit ihrer Heimat zu vergleichen und natürlich festzustellen, dass zu Hause alles besser ist. Warum sollte man die Welt erkunden, wenn man doch nur an anderen Ländern etwas auszusetzen hat?

Nein, dieses Buch ist nicht lustig, nicht geistreich.

Warum habe ich es überhaupt zu Ende gelesen? Ich hatte nie die Hoffnung aufgegeben, dass es irgendwo etwas Interessantes geben würde, dass ihm im nächsten Land etwas gefallen würde. Leider wurde ich enttäuscht.

Wenn ihr ein lustiges Reisebuch lesen möchtet, empfehle ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier). Er ist zwar auch Amerikaner, hat aber einen viel umfassenderen Blick auf die Welt, ein viel größeres Herz und echten Humor und Witz.

Buchbeschreibung:

"Im Sommer 1867 begleitete Mark Twain eine Gruppe von 77 amerikanischen Pilgern auf eine Vergnügungsreise mit dem Raddampfer 'Quaker City' ins Heilige Land. In 50 Reisebriefen berichtete er der Zeitung Daily Alta California von seinen Abenteuern in Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei und Palästina. Die kauzigen, komischen und ziemlich respektlosen Reportagen verarbeitete Twain zu seinem erfolgreichsten Buch 'Die Arglosen im Ausland', doch wurde darin fast alles gestrichen, was Anstoß hätte erregen können. Nun endlich liegt die Erstübersetzung der Urfassung aller Berichte vor, ungekürzt und unzensiert: Twain at his best. Denn keine Kuh war dem jungen Reporter zu heilig, um geschlachtet zu werden, ganz gleich, ob es sich dabei um den Nationalstolz seiner Reisegefährten oder die Kunstschätze und Pilgerstätten der Alten Welt handelte."

Dienstag, 31. März 2026

Karystiani, Ionna "Die Frauen von Andros"

Karystiani, Ionna (Ιωάννα Καρυστιάνη) "Die Frauen von Andros" (Griechisch: Μικρά Αγγλία/Mikra Anglia) - The Jasmine Isle - 1997 

Dies ist eines der Beispiele, bei denen man für dasselbe Buch mehrere verschiedene Titel findet und sich fragt, warum. Der Originaltitel "Μικρά Αγγλία" (Mikra Anglia) bedeutet "Klein-England", so heißt die Insel in der Geschichte. Die Spanier haben ihn wörtlich mit "Pequeña Inglaterra" übersetzt. Dann der deutsche Titel "Die Frauen von Andros", was der Name der Insel ist, auf der die Frauen leben, während die Italiener und Briten sie "The Jasmin Isle" bzw. "L'isola dei gelsomini" (Die Jasmininsel) nennen. Warum? Ich bezweifle, dass selbst die Verantwortlichen den wahren Grund kennen.

Mir gefiel die Geschichte über die griechischen Seefahrer vor und während des Zweiten Weltkriegs und die Frauen, die sie auf ihrer kleinen Insel zurücklassen. Es ist definitiv (wie der deutsche Titel schon sagt) die Geschichte der Frauen. Ioanna Karystiani beschreibt die Protagonistinnen so gut, dass sie sowohl Charaktere als auch Ereignisse auf interessante Weise vorstellt. Ich mag ihren Stil, auch wenn er manchmal etwas verwirrend wirkt. Aber ich habe irgendwo gelesen, dass es eine gute Erinnerung an das damalige Leben auf den Inseln ist. Das kann ich mir gut vorstellen, denn die Autorin selbst wurde auf Kreta geboren, größer als Andros, aber dennoch eine griechische Insel. Als ich die Insel Anfang der 2000er besuchte, schien sie noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts steckengeblieben zu sein. Sehr verlockend, sehr charmant, aber dennoch war das Leben nicht so modern, wie ich es aus meinem Teil Europas kenne, daher kann ich mir vorstellen, dass diese Geschichte der Realität nahe kommt.

Definitiv ein Bewusstseinsstrom-Roman (Stream of Consciousness), lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Andros in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts: Seit alters her ist die Kykladeninsel Heimat bedeutender Reederfamilien. Die Männer beherrschen als Seefahrer die Weltmeere, und die "ewige Liebe zum Meer" zieht sie immer wieder hinaus. An Land zurück bleiben die Frauen mit ihren Erinnerungen und Sehnsüchten. Sie müssen die traditionelle Rolle der Männer übernehmen, tragen die Verantwortung für Familie und Haus - und können nur davon träumen, selbst einmal die Insel zu verlassen. Ioanna Karystiani erzählt die Schicksale und Geschichten all dieser Frauen; sie erzählt von deren Erinnerungen und Sehnsüchten, von zerbrochenen Ehen, unerfüllter Liebe und den Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. "Ist es möglich, dem Schicksal zu entrinnen?" - diese Frage stellen sich vor allem die jüngeren Frauen und versuchen, aus den Lebensformen der Mütter und Großmütter auszubrechen. Bis die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs auch diese Welt überschatten. Im Mittelpunkt dieser Gemeinschaft steh en die Kapitänsfrau Mina und ihre Töchter Orsa und Moska - und die unglückliche Liebe zwischen dem jungen Kapitän Spiros und Orsa, die von der Mutter und eisernen Gesetzen der Familientradition dazu verdammt ist, einen ungeliebten Mann zu heiraten, um dann Spiros als Ehemann ihrer jüngeren Schwester zu sehen."

Mittwoch, 4. März 2026

Kerouac, Jack "Unterwegs"

Kerouac, Jack "Unterwegs" (Englisch: On the Road) - 1951 

Vor Jahren habe ich "Der Fänger im Roggen" (The Catcher in the Rye) gelesen und es hat mir nicht gefallen. Ich dachte, das läge daran, dass ich vielleicht zu jung war, um es wirklich zu verstehen.

Warum beginne ich eine Rezension über ein Buch mit einem anderen? Nun, dieses Buch erinnerte mich in vielerlei Hinsicht an J. D. Salinger. Kurz gesagt: Mir hat es auch nicht gefallen.

In diesem Buch geht es nicht um das Geschwafel eines verwöhnten Bengels, sondern um jemanden, der gerne einer wäre. Jemand, der glaubt, die Welt liege ihm zu Füßen, aber nicht in dem Sinne, wie sie einem bietet, wenn man nur hart genug arbeitet, sondern wie sie einem bietet, wenn man gar nicht arbeitet. Es ist alles "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" ohne den Spaß. Dieses Buch ist so öde, so langweilig, dass man am liebsten Sal und seine Freunde mit den Köpfen zusammenschlagen würde. Wer auch immer sie als Vorbild genommen hat, lebt heute bestenfalls vom Mindestlohn, ist aber wahrscheinlicher im Gefängnis gelandet.

Das ist eine sehr egozentrische Geschichte, die mich zu keinem Zeitpunkt fesseln konnte. Der Schreibstil ist monoton und repetitiv. Die Charaktere sind so fehlerhaft, dass man hofft, sie existieren im wirklichen Leben nicht.

Ja, mit Sicherheit das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Warum es auf so vielen "Muss ich gelesen haben"-Listen steht, ist mir ein Rätsel.

Buchbeschreibung:

"Dies ist das literarische Statement einer Jugend, die inmitten der 'schlechtesten der Welten' ein leidenschaftliches Bekenntnis zum 'glückseligen Leben' ablegte. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit waren die Zauberwörter der Beat Generation, die ständig auf der Suche nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein war. Ihre Trampfahrten durch die ungeheuren Weiten des Landes ließen sie ein Amerika entdecken, das die bürgerliche Erfolgsmoral nicht kannte."
Eine Karte von Kerouacs Überlandreise 1947–1948 im Kerouac ROMnibus findet ihr hier.

Donnerstag, 19. Februar 2026

Kaminer, Wladimir "Ich bin kein Berliner"

Kaminer, Wladimir "Ich bin kein Berliner. Ein Reiseführer für faule Touristen" [I'm not a Berliner. A travel guide for lazy tourists] - 2007

Wladimir Kaminer ist immer einen Lacher wert. Selbst wenn er eigentlich "nur" einen Städteführer schreiben will. Er kann einfach nicht ohne Humor.

Aber es ist natürlich trotzdem (auch) ein tolles (Sach-)Buch, dass viele Hinweise auf Berlin und seine Eigenheiten gibt.

Ich habe Berlin schon mehrfach besucht sowohl vor als auch nach der Mauer, aber ich kenne es nicht wirklich richtig so richtig. Da muss ich wohl Berliner fragen, ob sie sich wiedererkennen. Aber unterhaltsam ist das Buch auf jeden Fall. Wie alles von Kaminer.

Buchbeschreibung:

"'Ich bin kein Berliner, ich bin auch nicht Deutschland. Ich kenne mich hier nicht wirklich aus. Vor fünfzehn Jahren kam ich nach Ostberlin, aus Gründen die mir bis heute rätselhaft geblieben sind. Die Reise erwies sich als fatale Entscheidung. Einmal hier gelandet, kommt man kaum mehr weg. Berlin bindet.'

Es gibt derzeit wohl kaum einen bekannteren Berliner als Wladimir Kaminer. Und keinen, der geeigneter wäre, die Stadt einem Touristen in all ihren Facetten vorzustellen. Von einer kurzen Einführung in die Berliner Historie über Geschichten zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand oder das Verhalten japanischer Touristen bringt Wladimir Kaminer auf gewohnt mitreißende Art dem Leser seine neue Heimat näher. Dabei dürfen natürlich auch praktische Hinweise nicht fehlen: Dazu gehören Adressen origineller Restaurants, Geschäfte und anderer im Buch vorgestellten Attraktionen."

Freitag, 26. Dezember 2025

Jonasson, Jonas "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

Jonasson, Jonas "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" (Schwedisch: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann) - The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared - 2009

Der in 35 Sprachen übersetzte Roman hatte seinen größten Erfolg, abgesehen von seiner schwedischen Heimat, in Deutschland, wo er über eine Million Exemplare verkaufte. Und dort habe ich dieses Juwel von einem Buch entdeckt. Die Geschichte enthält alles: Krimi, Mord, historischer Roman, alternative Geschichte, Liebe, Drama und jede Menge Humor. Sie ist so urkomisch und spannend. Sie wird in zwei Teilen erzählt: Allan Karlssons Leben bis zu seinem 100. Geburtstag und danach. Beide Teile sind voller Abenteuer.

Dieser Roman ist leicht zu lesen und dennoch voller Informationen und Philosophie. Eine schöne Geschichte über einen Mann, der sich nicht anpassen und nicht aufgeben will.

Auf Jonas Jonassons Website findet ihr alle Länder, die er bereist hat, und die Menschen, die er im Laufe seines Lebens getroffen hat. Er reiste von Schweden nach Moskau, Stalingrad (Wolgograd), Gulag-Lager, Wladiwostok, Los Alamos, ins Weiße Haus, nach Washington, China, in den Himalaya, nach Tibet, Afghanistan, Iran, Nordkorea, Bali und Paris und traf Zar Nikolaus (na ja, das war sein Vater), Gustav Fabergé (auch sein Vater), Wladimir Lenin, Miguel Primo de Rivera, Francisco Franco, Robert Oppenheimer, Harry S. Truman, Song Meiling, Eleonor Roosevelt, Jiang Ping, Winston Churchill, Tage Erlander, Josef Stalin, Kim II. Sung, Kim Jong II., Kirill Merezkow,, Mao Tse Tung, Charles de Gaulle, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon.

Buchbeschreibung:

"Eigentlich hat Allan Karlsson allen Grund zum Feiern: Er wird 100 Jahre alt. Das Problem ist nur, dass er im Altersheim festsitzt, noch alle Fünfe beisammen hat und sein Körper sich bisher standhaft weigert, das Zeitliche zu segnen. Zu allem Überfluss hat sich auch noch der Bürgermeister samt Lokalpresse angekündigt. Allan hat auf den ganzen Zirkus überhaupt keine Lust. So steigt er in seinen Pantoffeln kurzerhand aus dem Fenster und stellt bald ganz Schweden auf den Kopf..."

Samstag, 22. November 2025

de Winter, Leon "Zionoco"

de Winter, Leon "Zionoco" (Niederländisch: Zionoco) - Zionoco - 1995

Wenn man nicht wüsste, dass Leon de Winter Jude ist, würde man es nach der Lektüre einiger seiner Bücher vermuten. In den meisten scheint die Hauptfigur auf die eine oder andere Weise nach ihren jüdischen Wurzeln zu suchen, was mich fragen lässt, ob der Autor selbst dahintersteckt.

Ich lese gerne über solche Themen. Nur scheint de Winter oft von seinem ursprünglichen Anliegen abzuschweifen. Sex steht immer im Weg. Und so ist dieser Roman eine Mischung aus Pornoroman mit Alkoholiker-Beschreibungen und der Suche nach Identität, nach einem normalen Leben. Es ist eine Mischung aus vielen Themen, ein Versuch, sie alle zusammenzubringen. Doch am Ende ist die Suche nach dem Zionoco, dem Berg Zion, genauso erfolglos wie dieses Buch. Ich fand es fad und langweilig. Dies ist mein zweites und wahrscheinlich letztes Buch dieses Autors. Auch "Der Himmel von Hollywood" (De Hemel van Hollywood/The Hollywood Sign) hat mir nicht besonders gefallen.

Buchbeschreibung:

"De Winter beschreibt mitreißend und ergreifend die tragikomische Suche nach dem unerreichbaren Vater. Rabbi Sol Mayer verkauft in New York absolute Wahrheiten und zweifelt dennoch: an Gott, an seiner Ehe und am selbst erlebten Wunder, das den Lebemann und Taugenichts bewogen hatte, Rabbi zu werden wie sein Vater. Als er sich in eine junge Sängerin verliebt, bringt das nicht nur seine Hormone durcheinander.

Als Sol Mayer in Boston in der Boeing 737 auf die Starterlaubnis nach New York wartet, weiß er noch nicht, dass dieser Flug sein Leben verändern wird: Der attraktive Rabbiner, Starprediger von Temple Yaakov, der großen Synagoge an der Fifth Avenue, verliebt sich verzweifelt in seine Sitznachbarin, Sängerin einer kleinen Band. Damit bekommt seine ohnehin nicht ganz intakte Gegenwart noch mehr Risse. Die Ehekrise mit Naomi, Erbin eines Millionenvermögens, der er sein soziales und materielles Prestige zu verdanken hat, lässt sich nicht länger verdrängen. Und beruflich hat sich der liberale Rabbiner mit öffentlichen Angriffen gegen orthodoxe Chassiden gerade mächtige Feinde geschaffen. Vor allem aber wird seine dunkle Vergangenheit wieder virulent, die Zeit, in der Sol als Lebemann und Taugenichts gegen den übermächtigen Vater rebellierte. Nur ein Wunder hatte den jungen Mann, der damals nichts vom Glauben wissen wollte, nach dem Tod des Vaters bewogen, in dessen Fußstapfen zu treten und ebenfalls Rabbiner zu werden. Wunder – oder Delirium seines alkoholumnebelten Hirns? Eine Frage, die Sol seither metaphysische Qualen bereitet. Eine Reihe stürmischer und aufwühlender Ereignisse zwingen ihn zu einer halluzinatorischen Reise, die ihn noch einmal in die Fußstapfen des Vaters treten lässt, wunderlicher, als er sich je hätte träumen lassen."

Donnerstag, 6. November 2025

Conrad, Joseph "Herz der Finsternis"

Conrad, Joseph "Herz der Finsternis" (Englisch: Heart of Darkness) - 1902

Ich stieß auf dieses Buch, als ich Jane Smileys "13 Ways of Looking at the Novel" las. Es klang interessant, und ich fand es beim nächsten Besuch in der Bibliothek wieder.

Der Autor, ein polnischer Romanautor, der auf Englisch schrieb, erzählt die Geschichte eines englischen Kapitäns, der für einen Auftrag nach Afrika reist. Sein Schiff wird vor seiner Ankunft zerstört, und er ist gezwungen, den schwarzen Kontinent zu bereisen. Er schildert seine Erlebnisse und Begegnungen mit den Bewohnern, sowohl den Einheimischen als auch den Kolonisten.

Obwohl es sich um eine Novelle mit nur 110 Seiten handelt, also nicht sehr lang, steckt so viel Information in der Geschichte, dass man keinen einzigen Satz überspringen kann, ohne den Faden zu verlieren. Er hat einen besonderen Schreibstil, wahrscheinlich weil Englisch nicht seine Muttersprache ist, und er dennoch den Fluss seiner Muttersprache bewahrt, wie wir es wahrscheinlich alle irgendwie tun.

Auf jeden Fall gibt er uns einen interessanten Einblick in die Kolonialisierung und ihre Auswirkungen auf die Menschen in Afrika und auch auf die Europäer, die dorthin gingen. Es ist eine hochinteressante Studie über einen Teil der Geschichte, der unser Leben bis heute beeinflusst.

Mein Lieblingszitat:

"Die Eroberung der Erde, die meist bedeutet, sie denen wegzunehmen, die eine andere Hautfarbe oder eine etwas flachere Nase haben als wir selbst, ist bei genauerem Hinsehen keine schöne Sache. Was sie rettet, ist allein die Idee. Eine Idee dahinter; kein sentimentaler Vorwand, sondern eine Idee; und ein selbstloser Glaube an diese Idee – etwas, das man aufbauen, vor dem man sich verneigen und dem man ein Opfer darbringen kann ..."

Buchbeschreibung:

"In den Abenteuerbüchern Joseph Conrads ist der Dschungel still. Im Herz der Finsternis (1899) etwa schlängelt sich der Kongo lautlos durch die 'erhabene Stille des Urwalds': Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der 'schweigenden Wildnis' ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur 'ein Wort' in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun 'als eine Stimme dar'. Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf 'Das Grauen! Das Grauen!' sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: 'Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme'."

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Bonnett, Alastair "Die seltsamsten Orte der Welt"

Bonnett, Alastair "Die seltsamsten Orte der Welt: Geheime Städte, Wilde Plätze, Verlorene Räume, Vergessene Inseln" (Englisch: Off the Map) - 2014

Kartophilie ist die Liebe zu Karten. Die habe ich auf jeden Fall. Sie lässt sich gut mit Topophilie, der Liebe zu Orten, kombinieren. Ich glaube, ich leide unter beidem, und dieses Buch ist großartig für alle Kartensüchtigen unter uns.

Alastair Bonnett, Professor für Sozialgeographie aus Newcastle, listet in diesem Buch viele interessante, merkwürdige, vergessene, verlorene und unsichtbare Orte auf und beschreibt sie sehr treffend. Es gibt Orte, die wir nicht besuchen wollen (wie Pripyat bei Tschernobyl), Orte, die wir nicht besuchen können (wie den Berg Athos, na ja, zumindest nicht der weibliche Teil dieser Welt), Orte, die es nicht mehr gibt (oder umbenannt wurden), Orte, die allein schon wegen ihrer seltsamen Identität Spaß machen würden (Baarle-Nassau in den Niederlanden ist ein interessantes Beispiel und definitiv auf unserer Liste) und viele kuriose, merkwürdige und skurrile Orte, über die es einfach Spaß macht zu lesen.

Wer Geographie und/oder Karten liebt, für diejenigen ist dieses Buch genau das Richtige. Holt euren Atlas raus und lest ihn.

Buchbeschreibung:

"Spätestens seit Google Earth ist die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen. Es gibt keine unbekannten Orte mehr, keine unberührten Eilande, nichts mehr zu entdecken - oder etwa doch?

Alastair Bonnett stellt in diesem Buch faszinierende und außergewöhnliche Orte vor, die unsere Vorstellungen von der Welt gehörig durcheinanderbringen. Sie tauchen auf und unter, wie die Inseln im Gangesdelta, verschwinden von Satellitenbildern, wie Sandy Island vor der australischen Küste, oder verstecken sich unter Gebüsch und Gestrüpp, das alle Spuren überwuchert, wie auf der britischen Halbinsel Arne. Unterhaltsam und leichtfüßig werden Orte wie Bir Tawil in Ostafrika beschrieben, die partout keine Nation haben will, oder Orte, die scheinbar zu zwei Nationalstaaten gleichzeitig gehören. Berichtet wird von versteckten Labyrinthen, unterirdischen, verlassenen oder überbauten Städten ebenso wie von ihrer historischen Entwicklung. Lehrreich, aber nicht belehrend führt Bonnett durch geographische Kuriositäten und zeigt, dass auch für den heutigen Menschen das Entdecken nie aufhört."

Samstag, 18. Oktober 2025

James, Henry "Daisy Miller"

James, Henry "Daisy Miller" (Englisch: Daisy Miller) - 1879

Der Autor beschreibt das Leben einer Amerikanerin im Europa des 19. Jahrhunderts. Wie das Leben in den USA mit dem in Europa kollidiert, wo man noch altmodische Umgangsformen beachten muss, während die Amerikaner damals viel unabhängiger waren.

Mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte ist, dass sie zu kurz ist. Man hat gerade erst mit dem Lesen begonnen, und schon ist es vorbei. Nicht wirklich toll für mich. Und ich würde es nicht als Komödie bezeichnen. Ich habe kein einziges Mal gelacht, was ich von einer Komödie normalerweise erwarte.

Trotzdem gibt es in diesem Buch vieles, das einer näheren Betrachtung bedarf. Haben wir uns wirklich so sehr verändert, dass wir nicht mehr an Konventionen glauben, wie wir uns ständig einreden? Sind wir wirklich so viel "moderner" als die Menschen vor 200 Jahren? Manchmal, nein oft, habe ich da meine Zweifel.

Es ist ein gutes Buch über die Gesellschaft und ihre Vorurteile. Lesenswert. Sicherlich nicht mein letztes Buch von Henry James.

Buchbeschreibung:

"Der junge Amerikaner Winterbourne, der im Schweizer Kurort Vevey eigentlich nur seine Tante besuchen will, lernt dort eine bezaubernde, blutjunge Lady kennen, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Obwohl sie nach Meinung seiner Tante unter seinem Stand ist, kann er nicht anders, als diesem faszinierenden Wesen näher zu kommen. Nach einem gemeinsamen Ausflug ins nahegelegene Schloss Chillon, der von den Verwandten misstrauisch beäugt wird, muss Winterbourne sich verabschieden, um in Genf 'gewissen Geschäften' nachzugehen. Doch als er im darauf folgenden Winter erfährt, dass sich Daisy Miller mit ihrer Familie in Rom aufhält, reist er dorthin, um die exquisite Schönheit wiederzusehen ..."