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Samstag, 7. November 2026

Dumas, Alexandre "Der Graf von Monte Christo"

Dumas, Alexandre "Der Graf von Monte Christo" (French: Le comte de Monte-Cristo) - The Count of Monte Cristo - 1844-46

Als ich klein war, lief jeden Sonntag im deutschen Fernsehen ein Mantel-und-Degen-Film. Jeden Sonntag!

Dieses Buch hat mich an jene Zeit erinnert, und wahrscheinlich mag ich es deshalb so sehr. Ich musste an "Die drei Musketiere" und all die anderen Bücher und Filme zu diesem Thema denken.

Dieses Buch bietet alles: Liebe und Hass, Reich und Arm, Abenteuer, Rache, Tod, Geheimnisse, Mord, Intrigen, Geschichte und – natürlich – Mantel-und-Degen-Action.

Wie die meisten Klassiker gewährt es zudem Einblicke in die Politik der damaligen Zeit. Nun empfinde ich die französische Geschichte – oder Geschichte im Allgemeinen – zwar nie als ganz so spannend wie die der Tudors, aber einen gewissen Reiz hat sie definitiv.

Ich habe das Buch im Original gelesen; das war eine gute Übung für mein eingerostetes Französisch.

Buchbeschreibung:

"Durch eine Intrige wird der junge Seemann Edmond Dantés in die Kerker der Festungsinsel If verschleppt und dort 14 Jahre gefangengehalten. In der Haft trifft er auf den eigenartigen Abbé Faria, der ihm aus Wohlgefallen sein gesamtes Vermögen von 13 Millionen Francs vererbt. Der Schatz liegt auf der Insel Monte Christo vergraben. Dantés hebt ihn nach dem Tode des Abbé und seiner Flucht aus der Festung und nennt sich fortan Graf von Monte Christo. Ihn treibt nur noch ein einziges Ziel an: Die Rache an seinen Peinigern, die mittlerweile reich und angesehen geworden sind. Im Gegensatz zum echten Vorbild läßt Alexandre Dumas seinen Helden sehr viel subtiler vorgehen. Der Graf alias Edmond Dantès gewinnt die Gunst seiner Erzfeinde und macht sie so von sich abhängig. Er kämpft mit Worten und scheinbar guten Taten und zieht so die Schlinge immer weiter zu."

Freitag, 30. Oktober 2026

Slimani, Leïla "All das zu verlieren"

Slimani, Leïla "All das zu verlieren" (Französisch: Dans le jardin de l'ogre) - Adèle - 2014

Ein interessantes Buch, auch wenn mir die Protagonistin Adèle Robinson überhaupt nicht gefiel. Wer die Beschreibung des Buches liest, ahnt vielleicht, warum.

Es ist die Geschichte einer sexsüchtigen Frau. Sie schläft mit jedem Mann, der ihr über den Weg läuft. Ich konnte mit dieser Frau einfach nichts anfangen.

Wenn einem die Ehe nicht gefällt, sollte man sie beenden. Wir leben schließlich nicht mehr im Mittelalter (oder in der Mitte des 20. Jahrhunderts), als man an seinen Ehemann gebunden war.

Wenn man sich nicht als Mutter fühlt … nun, wie kann man sich nicht als Mutter fühlen, wenn man eine ist? Ich kenne keine Mutter, die ihre Kinder nicht liebt – selbst jene, die sonst niemand mag. Man tut es einfach.

Ich weiß, dass Sucht eine Krankheit ist und es schwer ist, davon loszukommen, aber mit solchen Menschen kann ich nicht umgehen. Sie sind egoistisch und nutzen alle in ihrem Umfeld aus.

Ich glaube, die Autorin wollte Adèle nicht verurteilen. Aber da ich meine Zeit damit verbracht habe, über sie zu lesen, nehme ich mir das Recht heraus, sie zu beurteilen. Mir taten einfach ihr Mann leid, der alles tat, um es ihr recht zu machen, und ihr Sohn, der sich seine Geburt nicht ausgesucht hat, aber die Liebe seiner Eltern verdient. Es gibt immer Opfer, wenn sich jemand für ein egoistisches Leben entscheidet.

Seien wir ehrlich: Wir alle haben manchmal Probleme, die unlösbar erscheinen. Manchmal sind sie tatsächlich nicht zu lösen. Aber Adèle hätte viele Wege aus dieser Situation gehabt, ohne allzu viele Menschen zu verletzen.

Ich frage mich, warum der Titel "Dans le jardin de l'ogre" nicht mit "Im Garten des Menschenfressers" übersetzt wurde, sondern stattdessen im Englischen der Name der Protagonistin verwendet wurde und der deutsche Titel ein ganz anderer ist. Ich finde den französischen Titel viel besser, auch wenn es eigentlich um Adèle geht.

Hier sind einige Kommentare der anderen Mitglieder:

Adèle ist eine unsympathische Antiheldin.
Das Buch handelte mehr von Aufmerksamkeitsdefizitstörung als von Sucht.
Sie scheint eher unter Aufmerksamkeitsdefizitstörung zu leiden.
Die Figur wird als Süchtige beschrieben, die sich nicht beherrschen kann und fast jeden in ihrem Umfeld betrügt.
Das Thema ist so heikel, dass es aus männlicher Sicht sehr schwerfällt, sich mit der Person zu identifizieren. Ich kann Adèle nur als Außenstehender mit anderen Figuren vergleichen.
Leïla Slimanis Mutter ist Ärztin, und Leïla arbeitete früher als Reporterin. Die Figuren im Buch schöpfen daher viel aus dieser Lebenserfahrung.
Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Mir auch nicht.
Ich kann über Bücher, die mir nicht gefallen haben, besser nachdenken.
Welches ihrer Probleme war gesellschaftlich bedingt, durch ihre Erziehung, ihre Persönlichkeit oder auch ihren IQ?
Sexsucht war ein Symptom, nicht die Ursache.
Ich habe keinen Respekt vor Menschen mit Adèles Schwäche.
Mir gefiel der Originaltitel auch viel besser, und ich hätte sehr gern die Meinung eines französischsprachigen Lesers dazu gehört, wie das Buch im Original wirkte. Ich habe es auf Finnisch gelesen, was es kühl und abweisend erscheinen ließ, ohne jeglichen Reiz und keine prickelnde Spannung. (Anmerkung von mir: Ich habe es auf Französisch gelesen, und selbst dort wirkte es kühl und abweisend.)



Es sieht so aus, als hätten mir alle zugestimmt.

Das war der Roman für unseren internationalen Online-Lesekreis im Juli 2020.

Buchbeschreibung:

"Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel."

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Stendhal "Rot und Schwarz"

Stendhal "Rot und Schwarz" (Französisch: Le Rouge et le Noir) - The Red and the Black - 1830

Ich wollte diesen Roman schon seit Ewigkeiten lesen. Dann entdeckte ich ihn in einem dieser Büchertauschregale, die ich so gerne aufsuche.

Der Autor, Henri-Marie Beyle, wählte das Pseudonym Stendhal nach der deutschen Stadt Stendal bei Braunschweig, wo er eine Zeit lang gelebt hatte.

Natürlich bin ich es nicht so gewohnt, französische Bücher zu lesen wie deutsche oder englische; daher habe ich etwas länger gebraucht, um es zu Ende zu lesen.

Auch wenn ich mit keiner der Figuren in der Geschichte so recht warm werden konnte, ist die zugrundeliegende Idee großartig. Das Buch beleuchtet Frankreich zur Zeit der Napoleonischen Kriege und in der darauffolgenden Ära sowie den gesellschaftlichen Wandel. Das "Rot" steht für Politik, die Welt und die Soldaten, das "Schwarz" für das Gegenteil: Religion, Weltabkehr und Priestertum. Wahrscheinlich ist es gerade dieser Kontrast – und das daneben verlaufende Alltagsleben –, der das Buch zu einem Klassiker gemacht hat.

Julien Sorel, der Protagonist, ist zu klug für sein eigenes Wohl. Er wuchs in einer Zeit auf, in der Intelligenz allein nicht ausreichte, wenn man keine Eltern hatte, die einen an einer Stelle unterbringen konnten, wo diese Intelligenz gefragt war. Das war wohl sein größtes Problem. Er wollte Soldat werden, doch für einen Eintritt in Napoleons Armee war es bereits zu spät. Auch seine Entscheidung, Priester zu werden, passte nicht wirklich zu seiner Weltsicht. Nun, solche Situationen gibt es auch heute noch, und es ist stets schwierig, sich aus dem gesellschaftlichen Milieu, in das man hineingeboren wurde, emporzuarbeiten – für Frauen vermutlich noch mehr als für Männer. Doch hier sehen wir einen jungen Mann, der es dennoch versucht.

Wer sich für Klassiker interessiert und mehr über diese Epoche erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

Buchbeschreibung:

"Der soziale Aufstieg und Fall des begabten, ehrgeizigen Bauernsohns Julien Sorel ist das Thema dieses Romans. Zwei Frauen ebnen dem aufstrebenden Jüngling den Weg in das Großbürgertum. Doch am Ende steht sein Verderben. Rot und Schwarz zählt zu den wichtigsten Klassikern der europäischen Literatur."

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Staël, Anne-Louise-Germaine de "Corinna oder Italien"

Staël, Anne-Louise-Germaine de "Corinna oder Italien" (Französisch: Corinne ou l'Italie) - Corinne: Or Italy - 1807

Ich lese gerne Klassiker, und dieses Werk stammt aus derselben Zeit wie das meiner Lieblingsautorin Jane Austen.

Doch obwohl dieses Buch laut einer Beschreibung auf Goodreads von Fachleuten als kulturell bedeutsam eingestuft wurde und zum Wissensschatz unserer Zivilisation gehört, hat es mich nicht wirklich gefesselt. Es erinnerte mich an wesentlich ältere Literatur; die Handlung entwickelte sich nicht auf eine Weise, die einen wirklich bei der Stange hält. Hier ein paar willkürliche Gedanken, dort ein Brief. Ja, das Buch mag für die Literaturgeschichte wichtig sein, aber bitte: Man sollte es auf keinen Fall jüngeren Schülern aufzwingen, die es nicht gewohnt sind, Klassiker zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Corinna oder Italien von Germaine de Staël gilt als literarischer Meilenstein der europäischen Romantik und verwebt kunstvoll die Schilderung einer leidenschaftlichen Liebe mit tiefgreifenden Reflexionen über Kunst, Kultur und Identität. Im Zentrum des Romans steht Corinna, eine außergewöhnliche Dichterin und Intellektuelle, deren Begegnung mit dem englischen Adligen Oswald zu einer intellektuell wie emotional reichen Erkundung Italiens und seiner kulturellen Landschaften führt. Staël kombiniert in ihrem stilistisch eleganten Werk psychologische Feinfühligkeit und reiche Landschaftsbeschreibungen mit kritischen Überlegungen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft, wodurch das Buch zugleich Reisebericht, Bildungsroman und Gesellschaftskritik ist. Germaine de Staël, eine der bedeutendsten Autorinnen und Intellektuellen ihrer Zeit, war politisch wie literarisch eng mit den großen Umbrüchen der napoleonischen und postrevolutionären Epoche verbunden. Ihre eigenen Reisen durch Italien und ihre Auseinandersetzung mit europäischen Kulturtraditionen prägten das Werk entscheidend. Ihr persönlicher Kampf um geistige Autonomie und ihre humanistische Weltanschauung fließen in die Figur der Corinna ebenso ein wie ihre Erfahrungen als Frau im männlich dominierten Kunst- und Literaturbetrieb. Dieses Werk sei allen empfohlen, die sich für die Schnittstellen von Literatur, Kultur und gesellschaftlichem Wandel interessieren. Corinna oder Italien eröffnet vertiefende Einblicke in die europäische Geistesgeschichte, bietet brillante zeitgenössische Analysen und begeistert durch sprachliche Eleganz und intellektuelle Tiefe."

Montag, 14. September 2026

Némirovsky, Irène "Die Familie Hardelot"

Némirovsky, Irène "Die Familie Hardelot" (Französisch: Les Biens de ce monde) - All Our Wordly Goods - 1941

Ich hatte bereits zwei Bücher von Irène Némirovsky gelesen ("Suite française" und "La Proie"), die mir beide gut gefallen haben. Daher war ich auf dieses Werk gespannt.

Und ich wurde nicht enttäuscht. "Die Familie Hardelot" war sogar noch besser als die beiden anderen – wahrscheinlich, weil sie es noch vollenden konnte bevor man sie umbrachte.

Die Geschichte beginnt im Ersten Weltkrieg und reicht bis ins Jahr 1940. Wir erleben zwei Kriege mit – oder zumindest den Beginn des zweiten. Doch wir sehen das Geschehen aus der Perspektive der einfachen Bevölkerung, nicht aus der der Soldaten. Zwar werden die Männer an die Front geschickt, doch ihre Geschichten stehen nicht im Mittelpunkt. Wir erleben, was die Alten, die Frauen und die Kinder durchmachen müssen.

Eine faszinierende, fesselnde Geschichte. Die Charaktere sind allesamt sehr lebendig gezeichnet.

Buchbeschreibung:

"Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt.

Im Frühjahr 1940 beginnt Irène Némirovsky die Arbeit an einem Buch, das ganz in der Tradition des großen europäischen Familienromans steht. Über Jahre hat sie die träge Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kreise, in denen sie verkehrte, beobachtet. Sie hat erlebt, wie diese Familien sich in Sicherheit wiegen und sich weigern, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nun will Némirovsky ihnen den Spiegel vorhalten. Der Roman, der unmittelbar vor Suite française entstand, wurde erst posthum 1947 veröffentlicht und ist der illusionslose Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.

Ein großer Familienroman und zugleich ein Sittengemälde des französischen Bürgertums und seines Verfalls."

Freitag, 17. Juli 2026

Maalouf, Amin "Samarkand"

Maalouf, Amin "Samarkand" (Französisch: Samarcande) - Samarkand - 1988

Viele Wörter klingen für mich wie das Paradies, wie traumhafte Worte, die mich an einen magischen Ort entführen, wie aus Tausendundeiner Nacht: Samarkand ist so ein Beispiel. Denkt man dabei nicht sofort an Moscheen und Minarette, orientalische Märkte und blau gekachelte Häuser?

"Samarkand" stammt aus der Feder des im Libanon geborenen französischen Autors Amin Maalouf, dessen Werke auf Französisch verfasst sind. Viele seiner Texte wurden jedoch übersetzt.

Dieser Roman führt uns vom Leben des Dichters, Mathematikers und Astronomen Omar Khayyám und seiner Gedichtsammlung Rubaiyat im Samarkand des 11. Jahrhunderts bis zur Reise der fiktiven Figur Benjamin O. Lesage auf der Titanic im Jahr 1912. Ich hatte noch nie von Omar Khayyám gehört und freute mich sehr, nicht nur etwas über seine Dichtung, sondern vor allem über sein Leben und das seiner Zeitgenossen in einer Region zu erfahren, die mir und den meisten Europäern damals genauso unbekannt war wie heute. Ich habe einiges über die persische und islamische Geschichte gelernt.

Eine sehr gut geschriebene Darstellung eines äußerst interessanten Themas. Ich habe dieses Buch geliebt.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Karte im Anhang, auf der alle Namen dieser fernen Orte verzeichnet waren.

Buchbeschreibung:

"Samarkand im 11. Jahrhundert: Der bedeutendste Philosoph, Mathematiker und Astronom des Orients, Omar Khajjam, wird als Ungläubiger verfolgt. Seine geheimen und gefährlichen Gedanken hat er im Rubaijat niedergeschrieben, doch die wertvolle Handschrift ist verschollen. Erst Jahrhunderte später taucht sie auf rätselhafte Weise auf der Titanic auf …

Amin Maalouf entfaltet die exotische, fremde Welt des Orients und erzählt vom abenteuerlichen Leben des sagenumwobenen Gelehrten, von dessen Verstrickungen in die Macht, von seiner Liebe zu der schönen Dichterin Dschahane – und verfolgt den wundersamen Weg der geheimnisvollen Schrift bis ins 20. Jahrhundert.
"

Mittwoch, 8. Juli 2026

Lafayette, Madame de "Die Prinzessin von Clèves"

Lafayette, Madame de (Marie-Madeleine) "Die Prinzessin von Clèves" (Französisch: La Princesse de Clèves) - The Princess of Cleves - 1678

Dies ist ein weiterer Klassiker aus Jane Smileys Buch "13 Arten, den Roman zu betrachten" (13 Ways of Looking at the Novel). Ich konnte ihn nicht auf Französisch finden und musste ihn mir daher in englischer Sprache aus der Bibliothek ausleihen. Er war aber trotzdem sehr interessant. Ich denke, Madame de Lafayette kannte sich gut mit dem Leben am französischen Hof im 16. Jahrhundert aus, weshalb die Geschichte um die Prinzessin von Kleve sehr realistisch wirkt.

Wenn ihr klassische Romane mögt und mehr als nur über das England des 19. Jahrhunderts erfahren möchtet, ist dieses Buch genau das Richtige für euch.

Buchbeschreibung:

"Liebe und Intrige am französischen Hof

Die Prinzessin von Clèves ist schön und wohlhabend, der Hof Heinrichs II. liegt ihr zu Füßen. Warum widersteht die junge Witwe dem diskreten, aber aufopfernden Werben des allseits begehrten Herzogs von Nemours? In einem Umfeld voller Machtkämpfe, Eitelkeiten und Affären strebt sie nach einer anderen Art von Glück, dessen höchste Ideale innere Ruhe und Loyalität über den Tod hinaus sind. Madame de La Fayette lässt uns Empfindungen und Absichten ihrer Figuren unmittelbar erleben. Mit vornehmer Zurückhaltung schildert sie widerstreitende Gefühle wie Vernunft und Leidenschaft und verknüpft sie zu einem virtuos verdichteten Erzählrhythmus. Die Prinzessin von Clèves ist ein wahrhaft aristokratischer Roman – und das nicht nur wegen des hohen Stands seiner Protagonisten."

Dienstag, 23. Juni 2026

Delacourt, Grégoire "Alle meine Wünsche"

Delacourt, Grégoire "Alle meine Wünsche" (Französisch: La liste de mes envies) - The list of my desires (aka My wish list) - 2012

Ich lese ab und zu gerne französische Bücher, besonders aber, wenn sie interessant sind.

Dieses Buch wurde mir von einem unserer französischen Mitglieder im internationalen Lesekreis empfohlen. Es liest sich leicht, zumindest sprachlich, daher werde ich versuchen, mehr Bücher dieses Autors zu lesen.

Jocelyne ist mit Jocelyn verheiratet. Sie haben zwei erwachsene Kinder, beide arbeiten. Ihre Ehe wirkt nach außen hin perfekt, doch hinter der Fassade verbergen sich viele Risse. Als etwas Unerwartetes passiert, ist Jocelyne überfordert, und alles scheint zusammenzubrechen.

Eine interessante Lektüre. Besonders gut gefiel mir, dass die Protagonistin darüber nachdenkt, was im Leben wichtig ist und was nicht, und dass eine solche Liste die eigene Perspektive verändern kann.

Jocelyne liest und liebt "Belle du Seigneur" (Die Schöne des Herrn), wovon ich vorher noch nie gehört hatte. Es stammt vom Schweizer Autor Albert Cohen, von dem ich ebenfalls noch nie gehört hatte.

Wir haben das Buch im November 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Jocelyne führt einen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Arras. Die Kinder sind aus dem Haus, und Jocelynes ganze Leidenschaft gilt ihrem Internet-Blog übers Stricken und Nähen. Sie liebt ihr kleines Leben, liebt sogar ihren ungehobelten Mann - bis durch einen Lottogewinn alles aus den Fugen gerät.."

Mittwoch, 17. Juni 2026

Pagnol, Marcel "Jean de Florette"

Pagnol, Marcel "Jean de Florette" (Französisch: Jean de Florette, L'eau des collines #1) - Jean de Florette  - 1963

Dies war unsere Oktoberlektüre im Lesekreis, vorgeschlagen von unserem französischen Mitglied. Ein wirklich wertvoller Beitrag für unsere internationale Lesegruppe.

Ich habe den Film vor Jahren mit meinem Französisch-Konversationskurs gesehen und fand ihn recht interessant. Das Buch hat mir natürlich noch viel mehr Einblicke gegeben.

Es ist ein Buch über das Dorfleben und wie sehr die Dorfbewohner gegen jeden Neuankömmling zusammenhalten, wie sie fast wie Feinde behandelt werden, vielleicht sogar noch schlimmer. Ich habe das selbst erlebt und konnte mich daher sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, in der Jean Cadoret einen Bauernhof erbt, die anderen Dorfbewohner ihn aber nicht dort haben wollen und alles tun, um seinen Erfolg zu verhindern.

Wir hatten eine interessante Diskussion über die unterschiedlichen Lebensweisen auf dem Land und in der Stadt, über die Vorurteile der Bewohner des einen gegenüber dem anderen und über die Sprachunterschiede, die damals sicherlich eine Rolle spielten.

Wir haben auch darüber gesprochen, wie viele kleine Dinge zu etwas Größerem führen. Das Buch bietet viel Gesprächsstoff.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch weil es mir die Gelegenheit gab, mein Französisch anzuwenden. Ich habe die Originalfassung gelesen.

Wir haben das im Oktober 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Marcel Pagnol führt uns in eine Provence der rauen Sitten ein, wo der Zweck die Mittel heiligt. César und Ugolin akzeptieren nicht, dass Jean sich in ihrem Dorf niederlässt, und werden ihn um sein Hab und Gut bringen."

Donnerstag, 21. Mai 2026

Orsenna, Erik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied"

Orsenna, Érik "Die Grammatik ist ein sanftes Lied" (Französisch: La grammaire est une chanson douce) - Grammar Is a Sweet, Gentle Song - 2001

Ein interessantes Buch. Ein ungewöhnliches Buch. Ein Grammatikbuch. Eine Geschichte.

Eine interessante Geschichte, die Grammatik nicht nur Kindern, sondern auch Französischlernenden erklärt. Ich kann die Übersetzung nicht beurteilen, da Grammatik nicht in jeder Sprache gleich ist.

Dennoch ist es eine wunderschön geschriebene Geschichte über zwei Kinder, die ihre Muttersprache neu entdecken. Viele Wortspiele, viele Hintergrundinformationen. Mir hat das Buch gefallen und ich empfehle es jedem, der sich für Sprachen interessiert. Eine sehr kreative und fantasievolle Geschichte mit wunderschönen Illustrationen.

Ich habe das Buch im französischen Original gelesen.

Buchbeschreibung:

"Die 10-jährige Französin Jeanne hat einen streitbaren Namen. Wie Jeanne d'Arc eben, oder jene Jeanne die Axt, die gegen Karl den Kühnen zu Felde zog. Und streitbar ist auch Die Grammatik ist ein sanftes Lied des französischen Autors Erik Orsenna, dessen deutsche Ausgabe von Wolf Erlbruch großartig illustriert worden ist. Um nichts weniger geht es als um die Rettung der Liebe zur Sprache und ihrer zauberhaften Gesetze. Dies begreift Jeanne, als sie bei einer Reise über den Atlantik mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Thomas auf einer Insel strandet, in der neben Menschen auch Wörter hausen. Jeanne und Thomas haben ihre Sprache verloren und müssen sie neu erlernen -- und finden auf dem Eiland überaus kompetente Lehrmeister dazu.

Die Franzosen haben seit jeher ein besonderes Verhältnis zu ihrer Muttersprache, um deren Erhalt sich der Staat in besonderem Maße gewappnet hat. So war es offenbar das besondere Ansinnen Erik Orsennas, auch kleine Französinnen und Franzosen zur nationalen Sprachliebe zu erziehen.
Die Grammatik ist ein sanftes Lied ist stark von diesem Geist geprägt. Aber Sprachliebe ist ja nicht verwerflich. Und auch jenseits didaktischer Impulse ist Orsennas Buch überaus lesenswert. Ein besonderes Lob ist dabei vor allem auch der Übersetzerin Caroline Vollmann auszusprechen, die den Text nicht nur adäquat und flüssig ins Deutsche übertragen, sondern ihn auch an die Eigenheiten der heimischen Grammatik angepasst hat. Und das ergab in manchen Passagen fast schon wieder ein neues Buch."

Samstag, 9. Mai 2026

Satrapi, Marjane "Persepolis. Kindheit und Jugendjahre"

Satrapi, Marjane "Persepolis. Eine Kindheit im Iran" (Französisch: Persepolis) - Persepolis. The Story of a Childhood - 2000 
Satrapi, Marjane "Persepolis. Jugendjahre" (Französisch: Persepolis. Vol. 2) - Persepolis. The Story of a Return - 2000 

Dies ist ein weiteres Buch aus der Goodreads-Gruppe "Our Shared Shelf". Und diesmal ein wirklich gutes.

Ich hätte nie gedacht, dass mir ein Comic (außer Astérix) so gut gefallen könnte. Es ist nicht einfach nur ein Comic, sondern eine Autobiografie, ein historischer Roman. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das im Krieg aufwächst. Man kann sie mit Anne Frank oder Zlata Filipović vergleichen, die beide als Kinder Tagebücher schrieben und die Welt über die Gräueltaten in ihren Ländern informierten.

Marjane Satrapi ist genau so ein Kind. Sie wächst im Iran auf und muss mitansehen, wie ihre Welt zerbricht, wie alles, was sie kannte, getötet oder zerstört wird. Sie lernt, mit der Gefahr zu leben und ihre Gedanken vor den Menschen um sie herum zu verbergen, manchmal sogar vor ihren besten Freunden. Ihre Eltern schicken sie nach Österreich, wo sie ohne die Hilfe eines Erwachsenen mit verschiedenen Problemen zu kämpfen hat.

Im zweiten Band kehrt sie in den Iran zurück, in der Hoffnung, dort wieder ein besseres Leben zu finden, doch sie wird erneut in Aufruhr und Trauer gestürzt. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, aber ihr könnt es überall lesen; die Autorin lebt inzwischen in Frankreich.

Das Schöne an dem Buch sind nicht nur die Geschichten selbst, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. Sie veranschaulicht die Geschichte in einfachen Zeichnungen, ohne sie auszuschmücken, und zeigt sie, wie sie ist/war. Sie erklärt die Hintergründe und versucht, uns die damaligen Verhältnisse verständlich zu machen.

Tolle Bücher! Ich hatte sie mir damals aus der Bibliothek ausgeliehen, aber ich will sie mir kaufen und an interessierte Freunde weitergeben. Denn wenn wir nicht aus solchen Geschichten lernen, werden wir es nie verstehen.

Bei meinen Recherchen – ja, die mache ich auch immer – bin ich auf ein sehr interessantes Video gestoßen, das 100 Jahre iranische Geschichte anhand von elf Frauenfrisuren erklärt. Schaut es euch an, es ist wirklich beeindruckend.

Einige Kommentare aus der Lesekriesdiskussion:

  • Es war eine erschreckende, aber sehr fesselnde Art, vom Aufwachsen in einem Kriegsgebiet und der anschließenden Ankunft in Europa zu erzählen.
  • Ich fühle mich durch die Lektüre um einiges klüger, und die Diskussion war sehr interessant.
  • Ich hoffe, das Comic wird in viele Sprachen übersetzt. Sie hat in Finnland Preise gewonnen, und ich konnte mich in allem wiedererkennen, was der Künstler über das Überleben und die Heilung nach einer Todesangst ausdrückte.
  • Das vollständige Werk "Persepolis" ist ein wunderbares und bewegendes Buch. Besonders gefallen haben mir die Zeichnungen, die die Entwicklung eines jungen Mädchens vom Teenageralter zur jungen Frau so eindrücklich festhalten. Stellt euch sich vor, ihr wachst auf, während euer Zuhause von solch einem Umbruch erschüttert wird. Ich habe beim Lesen eine große Zuneigung und Bewunderung für Marji entwickelt. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Gefühl einer reichen, lebendigen und wunderschönen Kultur, die unter dem Schleier eines repressiven religiösen Regimes erstickt wird. So eindringlich.
Wir haben dies im Oktober 2021 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Im Jahr 1979 fegt die Iranische Revolution unter Ayatollah Chomeini den Schah von Persien vom Thron. Marjane ist zehn Jahre alt und das einzige Kind einer linksintellek­tuellen Familie aus dem Teheraner Bürgertum, die hofft, dass nun bessere Zeiten anbrechen. Bald jedoch wachen Revolutionswächter über den Kopftuchzwang, und der Iran­-Irak­-Krieg bricht aus. Marjane lässt sich nicht unter­kriegen und rebelliert mit Kim-­Wilde-­Kassetten und Nike-­Turnschuhen. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird sie von den Eltern als 14­Jährige allein nach Österreich geschickt. Doch mit der westlichen Lebensart kommt sie nicht zurecht und kehrt nach vier Jahren wieder in den Iran zurück."

und

"Ohne Integrität gegenüber sich selbst gibt es keine gesellschaftliche Integration! Sagt sich Marjane in Wien, wo sie von ihren Eltern am Ende des ersten Bandes hingeschickt wurde, um dem iranisch-irakischen Krieg zu entkommen. Doch nach vier Jahren Zerrissenheit zwischen Heimweh und europäischer Jugendkultur kehrt sie nach Teheran zurück, nachdem sie die letzten drei Monate in Wien als Obdachlose verbracht hatte. Doch im Iran gilt sie nun als dekadent und wird mit den täglichen Widerwärtigkeiten des islamischen Regimes konfrontiert. So beschliesst sie, nachdem sie Kunst studiert hatte und verheiratet gewesen war, Mann und Land zu verlassen, und zieht 1994 wieder nach Europa. Sie ist nirgendwo mehr zuhause."

Donnerstag, 7. Mai 2026

Modiano, Patrick "Place de l'Étoile"

Modiano, Patrick "Place de l'Étoile" (Französisch: La Place de l'Étoile) - La Place de l'Étoile - 1968

Ein interessantes, gewiss herausforderndes Buch. Der Autor war noch sehr jung, erst 23 Jahre alt, als er dieses erste Buch schrieb, das ihm schließlich den Nobelpreis für Literatur einbrachte.

Patrick Modiano beginnt mit einer kleinen Geschichte, die man für einen Witz halten könnte, wäre sie nicht so traurig:
"Im Juni 1942 spricht ein deutscher Offizier einen jungen Mann an und fragt: Entschuldigen Sie, Monsieur, wo ist der Place de l’Étoile?' Der junge Mann deutet auf seine linke Brustseite. – Eine jüdische Geschichte." Der junge Mann meint damit natürlich den Davidstern, den alle Juden tragen mussten, und nicht den berühmten Platz in Paris.

Dann erzählt er weiter von seinem Protagonisten Raphaël Schlemilowitsch und dessen Überleben – oder Nicht-Überleben – im Holocaust. Ich brauchte eine Weile, um zu begreifen, worauf er hinauswollte. Er lebt das Leben vieler Menschen und beschreibt dies mit einem fast magisch realistischen, aber zweifellos ungemein sarkastischen Stil. In seinen Erzählungen begegnen wir vielen berühmten Juden und Nichtjuden, die Geschichte geschrieben haben – in der Vergangenheit wie in der Gegenwart.

Ich weiß nicht, ob dies das Hauptwerk ist, für das der Autor den Literaturnobelpreis erhielt, und ob es ein typischer Roman von ihm ist, aber ich würde es sicherlich nicht als leichte Lektüre bezeichnen. Wer sich jedoch für Geschichte interessiert, könnte Gefallen daran finden.

Buchbeschreibung:

"Der Held Raphaël Schlemilovitch führt viele schillernde Leben, als Kollaborationsjude«, als Geliebter von Eva Braun, als jüdischer Mädchenhändler. Er kommt mehrfach zu Tode und reist durch Zeiten und Länder. Bis er schließlich auf der Couch von Dr. Freud im Wien der sechziger Jahre erwacht.Ein so unterhaltsamer wie provokanter Parforceritt – und ein literarischer Befreiungsschlag von antisemitischen Zuschreibungen."

Patrick Modiano erhielt den Nobelpreis für Literatur 2014 "für die Kunst des Erinnerns, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt während der (deutschen) Besatzung sichtbar gemacht hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Freitag, 24. April 2026

Dugain, Marc " Die Offizierskammer"

Dugain, Marc " Die Offizierskammer" (Französisch: La Chambre des officiers) - The Officer's Ward - 1999

Ein weiteres Buch, das wir im Lesekreis gelesen haben, empfohlen von unserem französischen Mitglied. Kein so dickes Buch wie das, das wir vorher gelesen haben, weniger als 160 Seiten, fast eine Kurzgeschichte.

Eine etwas andere Kriegsgeschichte, die nur eine Schlacht am Anfang der Handlung, zu Beginn des Krieges, schildert. Unser Protagonist Adrien wird verwundet, schwer verwundet. Die Hälfte seines Gesichts fehlt, und er muss den Rest des Krieges in einem Krankenhaus nahe Paris verbringen, wo er andere Verwundete trifft. Manche überleben viele Operationen, andere nicht.

Adrien begegnet anderen verwundeten Männern und sogar einer Frau, und zwischen ihnen entsteht eine Bindung, wie sie nur Menschen mit einem ähnlichen Schicksal eingehen können. Es beginnt eine Freundschaft, die über den Krieg hinaus ein Leben lang hält.

Es ist eine einfache Geschichte, erzählt in einfachen Worten und Sätzen (deshalb hatte ich keine Probleme, sie auf Französisch zu lesen). Sie ist interessant, aber ich hätte mir gewünscht, sie wäre etwas ausführlicher, etwas tiefgründiger gewesen.

Wir hatten jedoch ein sehr anregendes Gespräch darüber. Die meisten von uns empfanden die Geschichte als traurig, aber auch voller Hoffnung. Sie zeigte, wie die Menschlichkeit selbst dann noch zum Vorschein kommt, wenn scheinbar nichts mehr hilft. Und dass wir am Ende alle gleich sind.

Wir haben dies im Januar 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"In den frühen Tagen des Ersten Weltkriegs, noch bevor die Front wirklich eröffnet ist, wird der junge Offizier Adrien Fournier bei einem Aufklärungsritt von der Explosion einer Granate erfasst, sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen."

Hugo, Victor "Die Elenden"

Hugo, Victor "Die Elenden" (Französisch: Les Misérables) - Les Misérables - 1862

Was für eine Geschichte! "Les Misérables – die Elenden". Und elend sind sie wahrlich. Jemand stiehlt ein Brot, weil Kinder hungern, und muss dafür sein Leben lang büßen! Eine andere tut nichts Falsches, zumindest nicht nach heutigen Maßstäben, und wird trotzdem bestraft. Nur weil sie arm ist.

Und das ist das Verbrechen all dieser elenden Gestalten. Sie sind arm. Ihr Schicksal ist schon vor ihrer Geburt besiegelt, und sie können nichts dagegen tun.

Oder etwa doch? In Zeiten wie diesen ist es kein Wunder, dass die Menschen sich nach einer Revolution sehnen und alles tun würden, um ihrer Hölle auf Erden zu entkommen. Sogar töten.

Ich habe keine Ahnung, warum ich das nie zuvor gelesen habe. Ich muss einfach sagen, dass ich es von Anfang bis Ende geliebt habe. Die Handlung war spannend, man wollte immer wissen, wie es weitergeht. Die Charaktere waren so lebendig und detailreich beschrieben, jeder einzelne von ihnen so authentisch, als wäre er direkt aus dem Buch gesprungen. Ich war so froh, dass es ein so langes Buch war (über tausend Seiten, was für eine Geschichte!), denn so musste ich mich nicht so schnell verabschieden. Dadurch erstreckt es sich über die Leben mehrerer Protagonisten.

Dieses Buch möchte man am liebsten sofort wieder von vorne lesen, sobald man es aus der Hand gelegt hat. Ein wahrer Klassiker.

Buchbeschreibung:

"Nach neunzehn Jahren Haft kehrt Jean Valjean nach Frankreich zurück. Ein freundlicher Bischof nimmt ihn auf und hält sogar noch zu ihm, als er selbst von ihm bestohlen wird. Dankbar beschließt Valjean, nunmehr anständig zu leben. Er verschafft sich eine neue Identität, wird reich und unterstützt Arme und Entrechtete. Alles setzt er daran, die todkranke Arbeiterin Fantine und ihre kleine Tochter Cosette zu retten. Da holt ihn seine Vergangenheit ein. 'Die Elenden' ist unter dem Originaltitel 'Les Misérables' auch als Film und Musical sehr bekannt. Victor Hugo hat sein leidenschaftliches Plädoyer für Humanität in ein gewaltiges Epos gefasst."

Freitag, 17. April 2026

de Brunhoff, Jean "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten"

de Brunhoff, Jean "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten" (Französisch: Histoire de Babar le petit éléphant) - The Story of Babar - 1934

Ich erinnere mich, wie mein kleiner Bruder Babar, den Elefanten, im Fernsehen sah. Und da er mittlerweile über 50 ist, ist das schon eine Ewigkeit her. Meine Söhne liebten Babar, Céleste und ihre Familie ebenfalls, sowohl im Fernsehen als auch in ihren Büchern.

Mir ist aufgefallen, dass ich nie über Babar geschrieben habe, obwohl Elefanten meine absoluten Lieblingstiere sind. Aber da wir jedes Jahr über "Paris in July" schreiben, war das die perfekte Gelegenheit, ihn denen vorzustellen, die noch nie von ihm gehört haben – auch wenn ich bezweifle, dass es viele sind.

Also, Babar ist ein Elefant. Seine Mutter wird im Dschungel getötet, und so kommt er in die Stadt. Jean de Brunhoffs Frau Cécile erzählte ihren Kindern diese Geschichten über einen Elefanten in der Stadt.

Wie bei so vielen anderen Büchern (besonders Kinderbüchern) hat sich das Cover im Laufe der Zeit stark verändert (siehe die Collage oben), aber die Zeichnungen sind immer gleich geblieben.

Leider starb der Autor mit nur 37 Jahren an Tuberkulose. Er konnte also nicht alle seine vielen Bücher über "seinen" Elefanten schreiben. Hier ist eine Liste:

Die Geschichte von Babar (Histoire de Babar) – 1934
Babars Reisen (Le Voyage de Babar) – 1934
Babar der König (Babar the King) – 1935
Babars ABC (L'ABC de Babar) – 1936
Zephirs Ferien und Babars Freund Zephir (Les vacances de Zéphir) – 1937
Babar und seine Kinder (Babar en famille) – 1938
Babar und der Weihnachtsmann (Babar et le père Noël) – 1940

Sein Sohn Laurent führte jedoch die Geschichten fort, er lernte, den Elefanten genauso zu zeichnen wie sein Vater, und so konnten Babar und seine Familie noch viele weitere Abenteuer erleben. Auf diese Weise lässt sich kaum noch erkennen, welche Geschichte vom Vater und welche vom Sohn stammt.

Babars Cousin: Dieser Schlingel Arthur (Babar et ce coquin d'Arthur) – 1946
Babars Picknick (Pique-nique chez Babar) – 1949
Babars Besuch auf der Vogelinsel (Babar dans l'île aux oiseaux) – 1952
Babar und der Zirkus (Babar au cirque)
Babars Jahrmarkt (La fête de Célesteville) – 1954
Babar und der Professor (Babar et le professeur Grifaton) – 1956
Babars Schloss (Le Château de Babar) – 1961
Babars Englischunterricht (Je parle anglais avec Babar) – 1963
Babar kommt nach Amerika (Babar en Amérique) – 1965
Babar in New York (Babar à New York) - 1966
Babars Deutschunterricht (Je parle allemand avec Babar) – 1966
Babars Spanischunterricht (Je parle espagnole avec Babar) – 1966
Babars Geburtstagsüberraschung (L'anniversaire de Babar) – 1972
Babar besucht einen Planeten (Babar sur la planète mole) – 1974
Babar und der Wully-Wully (Babar et le Wouly-Wouly) – 1977
Babars Geheimnis (Babar et les quatre voleurs) – 1979
Babar und der Geist (Babar et le fantôme) – 1981
Babar und sein kleines Mädchen (Babar et sa fille Isabelle) – 1988
Babars Schlacht (La victoire de Babar) – 1992
Babars Rettung (Babar et la cité perdue) – 1995
Babar und der Succotash-Vogel (Babar et l'oiseau magicien) – 2000
Babars Yoga für Elefanten (Babar: le yoga des éléphants) – 2002
Babars Kunstmuseum (Le musée de Babar) – 2003
Babars Welttournee (Le tour du monde de Babar) – 2005
Babars Celesteville-Spiele (Coup de foudre aux Jeux de Célesteville) – 2011
Babars Reiseführer für Paris (Babar à Paris) – 2017
Babar besucht einen Planeten (Babar sur la planète mole) – 1974
Babar und der Wully-Wully (Babar et le Wouly-Wouly) – 1977
Babars Geheimnis (Babar et les quatre voleurs) – 1979
Babar und der Geist (Babar et le fantôme) – 1981
Babar und sein kleines Mädchen (Babar et sa fille Isabelle) – 1988
Babars Schlacht (La victoire de Babar) – 1992
Babars Rettung (Babar et la cité perdue) – 1995
Babar und der Succotash-Vogel (Babar et l'oiseau magicien) – 2000
Babars Yoga für Elefanten (Babar: le yoga des éléphants) – 2002
Babars Kunstmuseum (Le musée de Babar) – 2003
Babars Welttournee (Le tour du monde de Babar) – 2005
Babars Celesteville-Spiele (Coup de foudre aux Jeux de Célesteville) – 2011
Babars Reiseführer für Paris (Babar à Paris) – 2017

Ich habe diese Titel ins Deutsche übersetzt, weiß aber nicht, ob sie alle auch so herausgegeben wurden. Falls jemand mehr weiß oder eine gute Seite mit allen Titeln findet, sagt mir bitte Bescheid. Ich werde die Liste gerne korrigieren.

Ich habe einige weitere englische Titel gefunden, denen ich keine französischen Originale zuordnen konnte. Ich gehe davon aus, dass es sie gibt, aber die Seiten sind nicht immer optimal, da es sich um verschiedene Übersetzungen handelt, und selbst Goodreads listet nicht alle auf.

Lauthals (A tue-tete) - 1957
Serafina die Giraffe – 1961
Serafinas Glücksfund – 1962
Kapitänin Serafina – 1963
Anatole und sein Esel – 1963
Babars Französischunterreicht – 1963
Babar lernt kochen – 1967
Babar verliert seine Krone – 1967
Babars Spiele – 1968
Babar geht Skifahren –
Babars Mondreise – 1969
Babars Rüssel – 1969
Gregory und die Schildkröte im Tal der Musikbäume – 1971
Babars anderer Rüssel – 1971
Babar besucht einen anderen Planeten – 1972
Lerne Babar und seine Familie kennen – 1973
Babars Bücherbus – 1974
Bonhomme und das riesige Biest – 1974
Babar rettet den Tag – 1976
Das eine Schwein mit Hörnern – 1979
Babar der Zauberer – 1980
Babars kleine Bibliothek – 1980
Babars Jubiläumsalbum – 1981
Babars ABC – 1983
Babars Farbenbuch – 1984
Babars Zählbuch – 1986
Weihnachten mit Babar und Baby Isabelle 1987
Babars Abenteuer, Kalender für 1988
Babars kleiner Zirkusstar, 1988
Babar in Hollywood, Kalender für 1990/89
Babars ereignisreiches Jahr, 1989
Babar in der Geschichte, Kalender für 1991/90
Isabelles neue Freundin, 1990
Babar geht zur Schule, 2003
Babar in den USA, 2008
Babar und seine Familie (Adaption von "Babar und seine Familie", 1973), 2012
B wie Babar: Ein ABC-Buch (Adaption von "Babars ABC", 1983), 2012
Babar und das neue Baby (Adaption von "Babars kleines Mädchen", 1987), 2013
Die Insel des Paradises (L'Île du Paradis), 2014

Viel Spaß! mit der Elefantenfamilie.

Buchbeschreibung:

"Als Babar noch ein kleiner Elefant ist, verliert er seine Mutter und kommt in die Stadt. Dort trifft er die alte Dame, die ihm alle seine Wünsche erfüllt, er lernt rechnen, autofahren und hat viele Freunde. Doch plötzlich bekommt er Heimweh - und dann kann ihn alles Glück nicht mehr in der Stadt halten..."

Donnerstag, 2. April 2026

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen"

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen" (Französisch: Trois femmes puissantes) - Three strong women - 2009

Wie ich bereits in meiner Rezension zu dem Buch "Rosie Carpe" (Rosie Carpe) der Autorin erwähnte, lese ich ab und zu gerne französische Bücher, um mein Französisch anzuwenden und zu verbessern. Leider gefallen sie mir selten, weil sie meistens so seltsam sind. Auch dieses Buch war keine Ausnahme.

Mir gefiel die Beschreibung des Romans – oder besser gesagt, dessen, was ich für einen Roman über drei Frauen hielt, die sich kannten. Beim Lesen musste ich jedoch feststellen, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Geschichten handelt, die nichts miteinander zu tun haben (außer dass eine von ihnen eine entfernte Verwandte der anderen ist, aber die Geschichten sich nicht überschneiden). Da ich kein großer Fan von Kurzgeschichten bin, war ich ziemlich enttäuscht, als die erste Geschichte mitten im Buch und auch in der Handlung abrupt endete. Keine der Geschichten hat wirklich ein Ende, nun ja, die letzte vielleicht ein bisschen. Keine der Figuren war mir sympathisch; sie alle hatten seltsame Eigenarten, mit denen ich nichts anfangen konnte.

Die Geschichten waren unangenehm und endeten abrupt. Die Figuren schienen nicht einmal den Wunsch zu haben, ihr Leben zum Besseren zu verändern. Das ist immer das Schlimmste an solchen Geschichten.

Nein, nicht mein Fall. Ich muss mir merken, nicht noch einmal in diese Falle zu tappen und ein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Die vierzigjährige Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Das schwierige Treffen mit dem Vater führt die Frau an den Rand des Wahnsinns. Fanta hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren - doch ihm entgeht Entscheidendes. Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös und begehrenswert, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern sich bemüht - doch sie endet, tot, an Grenzen. Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu handeln, wie es die Umgebung verlangt: drei Frauen, die selbst in extremster Situation ihre Würde verteidigen."

NDiaye, Marie "Rosie Carpe"

NDiaye, Marie "Rosie Carpe" (Französisch: Rosie Carpe) - Rosie Carpe - 2001

Ich lese gerne ab und zu ein französisches Buch, um mein Französisch anzuwenden und zu verbessern. Leider machen sie mir selten Spaß, weil sie immer so seltsam sind. Bei diesem hier ist es nicht anders.

Die Geschichte fängt recht einfach an, aber dann werden so viele Nebengeschichten ohne Sinn und Verstand eingestreut. Die Geschichte ist sehr traurig, wird aber gegen Ende richtig merkwürdig. Und es ist nicht nur die verstörende Geschichte, die mich genervt hat, es gab im ganzen Roman keine einzige liebenswerte oder auch nur sympathische Figur. Nein, nicht wirklich mein Fall.

Buchbeschreibung:

"Eine junge Frau steht in der überfüllten Ankunftshalle des Flughafens von Pointe-à-Pitre, an ihrer Hand ein ängstlicher Junge. Die Frau wartet. Sie hat ein Leben hinter sich gelassen, fern in Frankreich, und wartet darauf, daß ein neues beginnt, jetzt und hier, im Tropenparadies Guadeloupe. 'Und Lazare?' fragt das Kind. 'Wo ist Lazare, Mama?' Eine Reisegruppe nach der anderen wird mit Blumen in Empfang genommen. Aber Lazare kommt nicht."

Samstag, 28. März 2026

Ferri, Jean-Yves; Didier Conrad, Didier "Der Papyrus von Cäsar"

 
Ferri, Jean-Yves; Didier Conrad, Didier "Der Papyrus von Cäsar" (Französisch: Le Papyrus de César) - Asterix and the Missing Scroll - 2015

"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."

Ich liebe Asterix, seit es diese Comics gibt. Nun ja, seit ich sie kenne, also nicht lange nach Erscheinen der ersten Ausgaben. Ich habe sogar in der Schule einen französischen Band gelesen (Tour de France oder Le Tour de Gaule d’Astérix).

Wie jeder Asterix-Fan war ich traurig, als erst René Goscinny starb und dann auch noch Albert Uderzo die Arbeit an den Comics einstellte. Trotzdem musste ich mir den nächsten Band besorgen (auch wenn ich es nicht gewollt hätte, mein Mann wollte ihn unbedingt haben). Der neueste Band heißt "Der Papyrus von Cäsar". Wie alle anderen Asterix-Geschichten handelt auch diese vom wahren Leben, diesmal von Informationskontrolle. Ein Papyrus verschwindet, der eine verborgene politische Geschichte enthüllt, und ein Journalist macht sich auf die Suche danach. Julian Assange in Gallien? Warum nicht? Schließlich gab es schon die Römer und die Wikinger, sie haben schon so viel Geschichte miterlebt, warum also nicht auch aktuelle Ereignisse aufgreifen?

Für jeden Asterix-Fan ein absolutes Muss!

Liste aller bisher erschienenen Asterix-Bände:
Asterix der Gallier (1959) Astérix le Gaulois (Asterix the Gaul)
Die goldene Sichel (1962) La Serpe d’or
Asterix und die Goten (1963) Astérix et les Goths
Asterix als Gladiator (1964) Astérix gladiateur
Tour de France (1965) Le Tour de Gaule d’Astérix
Asterix und Kleopatra (1965) Asterix et Cleopatra
Der Kampf der Häuptlinge (1966) Le Combat des Chefs
Asterix bei den Briten (1966) Astérix chez les Bretons
Asterix und die Normannen (1966) Astérix et les Normands -
Asterix als Legionär (1967) Astérix légionnaire
Asterix und der Avernerschild (1968) Le Bouclier Arverne
Asterix bei den Olympischen Spielen (1968) Astérix aux Jeux Olympiques
Asterix und der Kupferkessel (1969) Le Chaudron
Asterix in Spanien (1969) Astérix en Hispanie
Streit um Asterix (1970) La Zizanie
Asterix bei den Schweizern (1970) Astérix chez les Helvètes
Die Trabantenstadt (1971) La Zizanie
Die Lorbeeren des Cäsar (1972) Les Lauriers de César
Der Seher (1972) Le Devin
Asterix auf Korsika (1973) Astérix en Corse
Das Geschenk Cäsars (1974) Le Cadeau de César
Die große Überfahrt (1975) La Grande Traversée
Obelix GmbH & Co. KG (1976) Obélix et compagnie
Asterix bei den Belgiern (1979) Astérix chez les Belges
Der Große Graben (1980) Le Grand Fossé
Die Odyssee (1981) L’Odyssée d’Astérix
Der Sohn des Asterix (1983) Le Fils d’Astérix
Asterix im Morgenland (1987) Astérix chez Rahàzade
Asterix und Maestria (1991) La rose et la glaive
Obelix auf Kreuzfahrt (1996) La galère d’Obélix
Asterix und Latraviata (2001) Astérix et Latraviata
Asterix plaudert aus der Schule (2003) Astérix et la rentrée gauloise
Gallien in Gefahr (2005) Le ciel lui tombe sur la tête
Asterix & Obelix feiern Geburtstag (2009) L’anniversaire d’Astérix et Obélix
Asterix bei den Pikten (2013) Astérix chez les Pictes
Der Papyrus des Cäsar (2015) Le Papyrus de César
Asterix in Italien (2017) Astérix et la Transitalique
Die Tochter des Vercingetorix (2019) La Fille de Vercingétorix
Asterix und der Greif (2021) Astérix et le Griffon
Die weiße Iris (2023) L’Iris Blanc
Asterix in Lusitanien (2025) Astérix en Lusitanie

Illustrierte Alben:
Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist (1989) Comment Obélix est tombé dans la marmite du druide quand il était petit
Asterix erobert Rom (2012) Les Douze Travaux d'Astérix
Das Geheimnis des Zaubertranks (2018) Le Secret de la Potion Magique
Der Goldene Hinkelstein (2020) Le Menhir d’Or
Im Reich der Mitte (2023) L’Empire du Milieu

Ich muss wohl nicht sagen, dass ich sie alle gelesen habe?

Buchbeschreibung:

"DIE GALLIER sind wieder da! Und nicht nur die Gallier, sondern auch der gute alte Julius (Cäsar) – seines Zeichens größter Feldherr aller Zeiten und neuerdings auch Schriftsteller ... Ja, der große Feldherr Julius Cäsar hat ein Buch geschrieben – und zwar kein geringeres als den Latein-Klassiker 'Der Gallische Krieg/De bello Gallico'. Auf Drängen seines Verlegers und PR-Beraters Syndicus unterschlägt er darin allerdings ein nicht ganz unwesentliches Kapitel der gallischen Geschichte. Nämlich jenes, das von den unbeugsamen Galliern handelt. Cäsar behauptet, ganz Gallien besiegt zu haben und das können unsere gallischen Freunde Asterix, Obelix & Co. natürlich nicht auf sich sitzen lassen. So entbrennt die vermutlich erste PR-Schlacht der Geschichte: eine Schlacht voll hintergründigem Witz und mit großer Spannung, jeder Menge verkloppter Römer – und verspeister Wildschweine? Lassen Sie sich überraschen!"

Goscinny, René; Uderzo, Albert "Asterix der Gallier"

  
Goscinny, René; Uderzo, Albert "Asterix der Gallier" (Französisch: Astérix le Gaulois) - Asterix the Gaul - 1959

Die Geschichten um den kleinen gallischen Krieger Asterix und seinen riesigen Freund Obelix sind legendär. Sie haben unzählige Kinder und Jugendliche durch ihre Kindheit und Jugend begleitet und sie bis ins Erwachsenenalter unterstützt. Ich gehöre auch zu diesen jungen Lesern und habe sie von Anfang an verschlungen – zuerst auf Deutsch, später auf Französisch und teilweise auch auf Englisch. Sie sind in jeder Sprache großartig.

Dies ist das erste seiner vielen Abenteuer, in dem er gegen den mächtigen Julius Caesar kämpft.

In diesem Beitrag (hier in Englisch) habe ich eine Liste all seiner Abenteuer (bis jetzt) ​​zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Buchbeschreibung:

"Wir befinden uns im Jahre 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."

Freitag, 27. März 2026

Ionesco, Eugène "Die Nashörner"

Ionesco, Eugène "Die Nashörner" (Französisch: Rhinocéros) - Rhinoceros - 1957

Ich habe Stücke von Ionesco gesehen, zum Beispiel "Die kahle Sängerin", aber nie ein Buch gelesen. Normalerweise lese ich nicht gerne Theaterstücke, ich sage immer, man sollte sie lieber anschauen als lesen.

Aber dann bin ich auf dieses hier gestoßen und hatte schon ewig nichts Französisches mehr gelesen. Also habe ich angefangen, es zu lesen, und es hat mir großen Spaß gemacht.

Die Geschichte beginnt mit zwei Männern, die in einem Café sitzen und ein Nashorn vorbeilaufen sehen. Ich möchte die Handlung nicht verraten, daher ist das so ziemlich alles, was ich dazu sagen werde.

Nur so viel: Das ganze Stück ist fantastisch, voller absurder Themen, die zum Nachdenken anregend, sowohl philosophische als auch humorvolle Gedanken. Und wenn man sieht, wann es geschrieben wurde, versteht man auch den Hintergrund, den Grund für die Frage: "Muss ich mich anpassen oder nicht?"

Besonders gefreut habe ich mich, darüber, dass dies ein französisches Buch war, das mir gefallen hat.

Buchbeschreibung:

"In diesem Meisterwerk des absurden Theaters verwandeln sich die Bewohner einer ganzen Stadt - von einer Ausnahme abgesehen - in eine Horde schnaubender, mörderischer Nashörner. Ionescos Stück über die Verwandlung der Menschen in dickhäutige Herdentiere ist einer der eindringlichsten Parabeln der modernen Literatur: Sie beschreibt die Ausbreitung von Fanatismus und Barbarei als alltäglichen Prozess, bei dem am Ende alles Menschliche als 'abnorm' gilt."