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Freitag, 6. Dezember 2024

Kingsolver, Barbara "Das Flugverhalten der Schmetterlinge"

Kingsolver, Barbara "Das Flugverhalten der Schmetterlinge" (Englisch: Flight Behaviour) - 2012

Ich bin ein Fan von Barbara Kingsolver und ihren Romanen. Ich liebe ihren Schreibstil, ich liebe ihre Geschichten, ich liebe die Themen, über die sie spricht. Sie ist eine sehr umweltorientierte Person, die weiß, wie man über dieses äußerst wichtige Thema schreibt, das viel zu oft von Leuten abgetan wird, die denken, sie könnten etwas Geld sparen und die Auswirkungen auf unsere Zukunft und, noch mehr, die Zukunft unserer Kinder ignorieren. Ja, ich bin, wie eine Bekannte es einmal ausdrückte, ein "verdammter Umweltschützer", ich frage mich seit Jahrzehnten, was mit unserer Welt passieren wird, die Leute haben mich ausgelacht, weil ich meinen Müll getrennt habe, lange bevor es "modern" war.

Was ist so großartig an diesem Roman? Barbara Kingsolver bringt die Auswirkungen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels in die ländlichste Gegend, die man sich vorstellen kann, in eine Gegend, in der die Menschen denken, wenn sie nicht auf die große böse Welt achten, wird ihnen nichts Schlimmes passieren. Obwohl der Handlungsort in den Vereinigten Staaten ist, könnte dies überall passieren. Aber das ist nicht das einzige Thema, das sie anspricht, sie spricht über Freundschaft, Armut, Bildung, Religion, Wissenschaft, Intoleranz.

Die Charaktere sind ganz normale Menschen, ein Bauer, der mit seiner Familie auf dem Grundstück seiner Eltern lebt, die Eltern gleich nebenan, ein normales Leben für viele Menschen, die auf dem Land leben. Sie wollen ihren Wald verkaufen, um Geld zu verdienen, und dann entdecken sie Schmetterlinge, die es in dieser Gegend nie gab und die dort auch nicht sein sollten.

Aber die Autorin beobachtet auch die Familie und ihr Leben genau, ihre Interaktion mit den Einheimischen und den besuchenden Biologen. Mir gefällt ihre Art, ihre Charaktere zu beschreiben, ich habe viele von ihnen in ihren Büchern liebgewonnen.

Im Verlauf der Geschichte wird uns klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, dass etwas getan werden muss, aber dass es bereits zu spät ist, da viele Maßnahmen mindestens dreißig Jahre zu spät erfolgen.

Wenn dieser Roman zumindest einigen Lesern bewusst gemacht hat, dass wir Dinge ändern sollten, uns nicht nur über steigende Benzinpreise beschweren, sondern uns überlegen sollten, was wir, die kleinen Männer und Frauen, tun können, um unsere Umwelt zu verbessern, dann hat er seinen Zweck erfüllt. Ich schätze, dass jene, die es nicht verstehen wollen, jene, denen wissenschaftliche Erkenntnisse missfallen und die lieber so weitermachen wie ihre Vorfahren, dieses Buch sowieso nicht mögen werden.

Ich habe schon gesagt, dass ich alle ihre Romane lesen möchte, ein paar fehlen noch, sie stehen noch auf meiner Wunschliste und ich werde dafür sorgen, dass ich bald dazu komme. Ich hoffe auch, dass sie noch viele weitere schöne Romane schreiben wird.

Buchbeschreibung:

"An einem Novembermorgen tritt Dellarobia Turnbow, Mitte zwanzig und Mutter von zwei kleinen Kindern, die Flucht nach vorn an: Sie ist wild entschlossen, ein neues Leben zu beginnen, und kehrt Familie und Farmhaus den Rücken. Doch unterwegs überrascht sie ein überwältigendes Naturereignis – Millionen von orangefarbenen Monarchfaltern haben sich auf den Bäumen zum Überwintern niedergelassen. Dellarobia ist fasziniert und kehrt geläutert nach Hause zurück. Die Schmetterlinge und die junge Frau werden zur nationalen Attraktion. Erst von dem attraktiven Biologen Ovid Byron erfährt sie, was sich hinter dem zauberhaft en Anblick wirklich verbirgt ..."

Montag, 5. Februar 2024

Kingsolver, Barbara "Demon Copperhead"

Kingsolver, Barbara "Demon Copperhead" (Englisch: Demon Copperhead) - 2022

Ich muss es schon hundertmal erwähnt haben. Ich bin ein großer Charles Dickens-Fan. Ich liebe die Bücher von Barbara Kingsolver absolut, daher war dies genau das richtige Buch für mich, eine moderne Version meines Lieblingsbuchs von Dickens, "David Copperfield".

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von neu verfassten Klassikern. Ich sage immer: Autoren sollten ihre eigene Idee für eine Geschichte haben und nicht die anderer aufgreifen. Dies jedoch ist nun eine Geschichte, die es verdient, aufgegriffen und mit neuen Augen betrachtet zu werden. Es ist leicht zu sagen, das ist so lange her und nicht mehr Teil unseres Lebens . Aber was, wenn es doch so ist?

Barbara Kingsolver hat es geschafft, die Geschichte perfekt ins 21. Jahrhundert zu übertragen. Wir begleiten Demon alias David durch sein trauriges Leben, in dem er von einer problematischen Situation in die nächste schlittert bzw. geschubst wird..

Selbst wenn man "David Copperfield" in- und auswendig kennt und genau weiß, was als nächstes kommt, ist es immer noch ein äußerst spannender Roman, oder vielleicht sogar gerade deshalb. Man weiß, was kommt, fragt sich aber, wie hat sie das in die Geschichte eingebaut. Brillant.

Ich denke, die Geschichte gibt uns einen guten Überblick über die heutigen Probleme, selbst in den sogenannten Ländern der Ersten Welt, und gibt uns viel Anlass zum Nachdenken. Etwas, das Barbara Kingsolver so gut macht.0

Dies könnte mein Lieblingsbuch des Jahres werden.

Buchumschlag:

"Ein Trailer in den Wäldern Virginias. Das Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der 'Hillbilly-Cadillac'-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups, aufgegeben von sämtlichen Superhelden und dem Rest der Nation. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt - die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren, großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen, trotz allem, was das Leben für ihn bereithält: Armut, Pflegefamilien, Drogensucht, erste Liebe und unermesslichen Verlust. Es ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft. Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint."

Freitag, 16. September 2022

Kingsolver, Barbara "Siebengestirn"

Kingsolver, Barbara "Siebengestirn. Meine Tochter" (Englisch: Pigs in Heaven) - 1993

Dies ist eine Fortsetzung des Romans "Das Bohnenbaumglück" (The Bean Trees), nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von Barbara Kingsolver, deren Geschichten ich normalerweise sehr mag. Aber ich denke, der Hauptgrund, warum dies nicht mein Favorit war und es auch nicht sein wird, ist, was mit den Personen in dem Buch passiert.

Zunächst wird ein Baby bei einer jungen Frau zurückgelassen, die dann versucht, es ohne große Hilfe von außen großzuziehen. Ein paar Jahre später stellt jemand fest, dass sie das Kind doch nicht hätte adoptieren dürfen, weil das kleine Mädchen Cherokee ist. Nun, ich verstehe die amerikanischen Ureinwohner, aber ich fühle wirklich mit der Adoptivmutter, die Angst hat, ihr Kind aufgeben zu müssen. Ein so unmögliches Dilemma, das gar nicht so selten zu sein scheint, schließlich basiert die Geschichte auf wahren Begebenheiten.

Ich lese gerne über andere Kulturen, ich lese gerne über problematische Szenarien, vielleicht war das ein bisschen zu viel für mich, ich weiß nicht. Ich mochte den Schreibstil trotzdem und werde auf jeden Fall weitere Bücher von Barbara Kingsolver lesen.


Buchbeschreibung:

"Taylor Greer droht ihre sechsjährige Adoptivtochter, das Indianermädchen Turtle, zu verlieren, seit eine ehrgeizige Stammesanwältin Turtle zu ihrem Cherokee-Stamm zurückbringen will. Taylor flieht mit der geliebten Tochter quer durch den Südwesten von Amerika, begleitet von ihrer junggebliebenen Mutter, die alle Hebel in Bewegung setzt, um Turtle behalten zu können."

Ich habe das englische Original gelesen.

Ich habe auch andere Bücher von Barbara Kingsolver gelesen, meine englischen Rezensionen sind hier, meine deutschen hier. Sie ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen.

Kingsolver, Barbara "Das Bohnenbaumglück"

Kingsolver, Barbara "Das Bohnenbaumglück" (Englisch: The Bean Trees) - 1988

Nachdem ich mit dem Buchclub "Die Giftholzbibel/Willkommen in Kilanga" (The Poisonwood Bible) und "Im Land der Schmetterlinge" (Prodigal Summer) gelesen hatte, musste ich einfach mehr von den Romanen dieser fabelhaften Autorin lesen. Ich erfuhr erst später, dass dies ihr allererster gewesen war.

Eine ziemlich interessante Handlung über eine junge Frau, der einfach ein Baby überlassen wird. Aber auch viele andere Menschen kommen im Roman vor, missbrauchte Frauen und Kinder, illegale Einwanderer, Menschen, die helfen, und Menschen, die es nicht tun.

Ich denke, Barbara Kingsolver kann über jedes Thema schreiben, was auch immer sie wählt, es ist interessant, sie hat einen Schreibstil, der Lust macht, weiterzulesen.


Buchbeschreibung (Übersetzung von mir):

"Taylor Greer wächst im ländlichen Kentucky arm auf und hat zwei Ziele: eine Schwangerschaft zu vermeiden und wegzukommen. Beides gelingt ihr, als sie ein altes Auto kauft und in den Westen fährt. Aber als sie das Land zur Hälfte durchquert hat, holt sie die Mutterschaft ein, als sie die Hüterin eines verlassenen kleinen Mädchens wird, das sie Turtle nennt. In Tuscon treffen sie auf eine außergewöhnliche Vielfalt von Menschen, und mit ihrer Hilfe baut Taylor sich und ihrem süßen, fassungslosen Kind ein Leben auf."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Ich habe auch andere Bücher von Barbara Kingsolver gelesen, meine englischen Rezensionen sind hier, meine deutschen hier. Sie ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen.

Es gibt auch eine Fortsetzung: "Siebengestirn. Meine Tochter" (Pigs in Heaven)

Dienstag, 5. April 2022

Kingsolver, Barbara "Im Land der Schmetterlinge"

Kingsolver, Barbara "Im Land der Schmetterlinge" (Englisch: Prodigal Summer) - 2001

"Drei miteinander verwobene Liebesgeschichten spielen in den Appalachen, USA. Die erste - mit einer zurückgezogen lebenden Wildhüterin und einem jungen Jäger, die zweite - eine junge Witwe, die die Farm ihres Mannes übernimmt, und die dritte zwischen zwei alten mürrischen Bauern, einer ein traditioneller Bauer und die andere eine Umweltschützerin. Wie immer bei Kingsolver, Natur und Umwelt bestimmen die Geschichte!"

Bisher mochte ich alle Bücher von Barbara Kingsolver, die ich gelesen habe. Ich mag ihren Stil, die Art, wie ihre Charaktere lebendig werden. Dieses hier beinhaltet viel Familiengeschichte, die verschiedenen Personen in dem Buch scheinen alle einige Verbindungen zueinander zu haben, aber es gibt auch etliches über Naturschutz, was mir sehr gefallen hat, aber für einige andere Lesekreismitglieder war es ein wenig "zu viel".

Wie auch immer, allen Fans von Barbara Kingsolver und ähnlichen Autoren wird dieser Roman gefallen. Ein Buch, das einem ein gutes Gefühl gibt.

Ich habe auch andere Bücher von Barbara Kingsolver gelesen, meine Rezensionen sind hier.

Wir haben diese Geschichte in unserem internationalen Lesekreis im Januar 2003 diskutiert.

Buchbeschreibung:

"Ein einziger Sommer im Südosten der Vereinigten Staaten, warm und intensiv: Die Biologin Deanna, die sich in die Einsamkeit eines Nationalparks zurückgezogen hat, begegnet dem Jäger Eddie, der alles verkörpert, was Deanna eigentlich ablehnt. Doch sie kann sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen, und zwischen ihnen kommt es zu einer leidenschaftlichen Beziehung."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Dienstag, 8. Februar 2022

Kingsolver, Barbara "Die Giftholzbibel"


Kingsolver, Barbara "Die Giftholzbibel" oder "Willkommen in Kilanga" (Englisch: The Poisonwood Bible) - 1998

Eines meiner Lieblingsbücher überhaupt. Diese Geschichte wird in Tagebuchform von der Frau und den vier Töchtern eines Predigers erzählt. Er nimmt sie mit nach Afrika, wo alle fünf unterschiedliche Erfahrungen machen und das Land mit unterschiedlichen Perspektiven sehen. Der Vater ist ziemlich gewalttätig, nicht das, was man von einem religiösen Mann erwarten würde (obwohl eine meiner Freundinnen sagt, dass sie einen Mann genau wie ihn kennt und deshalb den Roman nicht mag).

Dieses Buch erzählt nicht nur die Geschichte einer Familie und verschiedener Frauen, sondern auch die Geschichte Belgisch-Kongos und die Unterschiede der Kulturen.

Buchumschlag:

"Idealistisch, mutig und von grenzenlosem Gottvertrauen beseelt, verlässt Reverend Price mit seiner Frau und seinen vier jugendlichen Töchtern die amerikanische Heimat, um im Kongo zu missionieren. Doch als das Land seine Souveränität erklärt, erlebt die Familie die ganze Kraft Afrikas: Sie muss um ihr Überleben kämpfen, aber vor allem die Töchter lieben längst die Schönheiten und Verlockungen des geheimnisvollen Kontinents. Ein hinreißendes Afrika-Epos und eine großartige Familiensaga."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Ich habe inzwischen mehrere andere Kingsolver-Romane gelesen und mochten sie alle, meine Beschreibungen sind hier. Obwohl dieser neben "The Lacuna" (leider immer noch nicht ins Deutsche übersetzt) immer noch mein Favorit ist.

Barbara Kingsolver wurde 1999 mit "The Poisonwood Bible" für den Pulitzer-Preis nominiert.