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Mittwoch, 12. Februar 2025

Tyler, Anne "Der leuchtend blaue Faden"

Tyler, Anne "Der leuchtend blaue Faden" (Englisch: A Spool of Blue Thread) - 2015

Das erste Buch von Anne Tyler - "Die Reisen des Mr. Leary" (The Accidental Tourist) - hat bei mir keinen großen Eindruck hinterlassen, das zweite - "Engel gesucht" (A Patchwork Planet) war auch nicht viel besser, aber das nächste - "Tag der Ankunft" (Digging to America) - war wunderbar. Es hat mir sehr gut gefallen. Als mir eine Freundin ihr neuestes Buch, "Der leuchtend blaue Faden" (A Spool of Blue Thread), empfahl, habe ich es ausprobiert.

Es ist ein wirklich gutes Buch, eine Geschichte über vier Generationen einer Familie. Eine Familie, die aus all den üblichen Mitgliedern besteht, den gewöhnlichen und den nicht so gewöhnlichen. Anne Tyler erzählt von ihnen, als ob man dabei wäre, als ob man Teil des Clans wäre. Es klingt alles so vertraut. Und schön, auch wenn nicht alles schön ist, was passiert, so ist das Leben nun einmal.

Ich kann dieses Buch empfehlen, wenn man Familiengeschichten mag, besonders aus dem 20. Jahrhundert.

Buchbeschreibung:

"Sie glaubten, die perfekte Familie zu sein – doch gibt es die perfekte Familie? Abby und Red werden immer älter, ihre vier Kinder scheinen immer eigenständigere Leben zu führen, und wer soll sich um das nunmehr viel zu große Haus kümmern? Noch ist es der Mittelpunkt, hier treffen die einzelnen Familienmitglieder aufeinander, hier versuchen sie alle, ihre individuellen Vorstellungen durchzubringen. Anne Tyler schaut tief in die Seele ihrer Figuren, entlarvt deren Sehnsüchte und seziert die familiären Beziehungen, wie nur sie es kann. Brillant beobachtet, mit feinem Witz und herzzerreißend – und so nahe am Leben, dass sich jeder im geschilderten Familienleben wiedererkennen kann."

Anne Tyler stand 2015 auf der Shortlist für den Booker Prize fürr "A Spool of Blue Thread".

Tyler, Anne "Engel gesucht"

Tyler, Anne "Engel gesucht" (Englisch: A Patchwork Planet) - 1998

Die Geschichte eines Mannes, der gesellschaftlich als "Loser" gilt, sein Versagen, die Enttäuschung seiner Familie. Wie "Die Reisen des Mr. Leary" (The Accidental Tourist), das ich vor Ewigkeiten gelesen habe, hat mich das Buch aber nicht besonders beeindruckt. Nett erzählt, aber mit den Charakteren konnte ich mich nicht anfreunden.

Buchbeschreibung:

"Barnaby Gaitlin ist ein 'Loser': die Frau ist samt Tochter auf und davon,und mit dem College hat es auch nicht geklappt. Er arbeitet bei der Bizeps-Vermietung AG, einer Firma, die älteren Menschen einen 'starken Arm' vermittelt. Als Teenager stieg er zusammen mit seinen Kumpels in die Häuser reicher Nachbarn ein; während die anderen auf Geld oder Alkohol aus waren, saß Barnaby im Wohnzimmer und blätterte fasziniert in fremden Fotoalben oder stahl Liebesbriefe. Seitdem ist er unten durch bei seiner Familie. Kurzum: Barnaby braucht dringend einen Engel. Da macht er eines Tages die Bekanntschaft von Sophia, einer grundsoliden Bankangestellten Mitte Dreißig mit streng frisiertem Dutt, die seine Dienste für ihre alte Grace bestellt. Sophia ist von seiner halbkriminellen Vergangenheit beeindruckt, er von ihrer Zuverlässigkeit. Da verschwindet Tante Grace' gesamtes Vermögen aus dem Mehlkasten in der Küche. Barnaby glaubt sich sofort verdächtigt, doch die alten Menschen halten zu ihm, und Sophia deponiert die vermißte Summe im Mehlkasten, bis Tante Grace die Barschaft in der Bademanteltasche wiederfindet. Jetzt muß Barnaby das Geld 'zurückstehlen' ..."

Absolut nicht wie "Tag der Ankunft" (Digging to America), das mir sehr gut gefallen hat.

Donnerstag, 9. Januar 2025

Tyler, Anne "Tag der Ankunft"

Tyler, Anne "Tag der Ankunft" (Englisch: Digging to America) - 2006

Zwei sehr unterschiedliche amerikanische Familien lernen sich kennen, als sie jeweils ein koreanisches Baby adoptieren. Eine Familie besteht selbst aus Einwanderern aus dem Iran. Die Familien werden Freunde und begründen eine Tradition für beide. Das Buch zeigt alle verschiedenen Aspekte des Familienlebens, die Freuden und die Probleme.

Ich habe das Lesen dieses Buches sehr genossen. Anne Tyler hat eine großartige Art, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sowohl gewöhnliche als auch außergewöhnliche Leben zu beschreiben.

Viele Themen kommen zur Diskussion. Wie weit möchte man sein Adoptivkind von einer anderen Kultur fernhalten, um mit dieser Kultur in Kontakt zu bleiben, wie sehr ist man als Familie bereit, sich dieser Kultur anzupassen? Wie sehr ist man bereit, sich selbst anzupassen? Inwieweit wird eine Ehe durch eine solche Tat gefährdet oder kann sie wachsen? All diese Fragen zeigen, was für ein großartiges Buch dies für einen Lesekreis wäre.

Buchbeschreibung:

"Die Donaldsons und die Yazdans. Die Donaldsons sind so amerikanisch, wie man nur sein kann –  patriotisch, freundlich, begeisterungsfähig und etwas naiv. Die Yazdans dagegen sind Einwanderer aus dem Iran, sie sprechen mit der Familie noch immer Farsi und sind sich ihrer Außenseiterposition stets bewusst. Die einzige Gemeinsamkeit der Familien ist, dass sie beide ein kleines Mädchen aus Korea adoptiert haben. Natürlich sind es die Donaldsons, die vorschlagen, jährlich mit sämtlichen Familienmitgliedern den 'Tag der Ankunft' der Kinder zu feiern, auch wenn sich gerade an diesem Fest die Unterschiede besonders deutlich zeigen. Anne Tylers neuer Roman behandelt ein wichtiges und aktuelles Thema: die Frage nach den Möglichkeiten der Annäherung zwischen zwei Kulturen und unseren Fähigkeiten zur Toleranz und Freundschaft."

Tyler, Anne "Die Reisen des Mr. Leary"

 
Tyler, Anne "Die Reisen des Mr. Leary" (Englisch: The Accidental Tourist) - 1985

Ich habe dieses Buch vor etlichen Jahren gelesen. Ich weiß, dass es mir nicht missfiel, aber es hat mir auch keine große Erinnerung hinterlassen, was normalerweise der Fall ist, wenn ich nicht so beeindruckt war.

Anne Tyler war 1986 Finalistin für den Pulitzer-Preis für "The Accidental Tourist".

Buchbeschreibung:

"Der kauzige, aber durchaus reizende Mr. Leary schreibt Reiseführer für Leute, die geschäftlich unterwegs sein müssen, das Reisen aber hassen - was er selbst auch tut. In sein höchst organisiertes Leben platzt Muriel, eine junge Frau, die Mr. Learys Hund erziehen soll. Aber sie begreift auch Mr. Leary selbst als faszinierende pädagogische Aufgabe."