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Freitag, 17. Juli 2026

Maalouf, Amin "Samarkand"

Maalouf, Amin "Samarkand" (Französisch: Samarcande) - Samarkand - 1988

Viele Wörter klingen für mich wie das Paradies, wie traumhafte Worte, die mich an einen magischen Ort entführen, wie aus Tausendundeiner Nacht: Samarkand ist so ein Beispiel. Denkt man dabei nicht sofort an Moscheen und Minarette, orientalische Märkte und blau gekachelte Häuser?

"Samarkand" stammt aus der Feder des im Libanon geborenen französischen Autors Amin Maalouf, dessen Werke auf Französisch verfasst sind. Viele seiner Texte wurden jedoch übersetzt.

Dieser Roman führt uns vom Leben des Dichters, Mathematikers und Astronomen Omar Khayyám und seiner Gedichtsammlung Rubaiyat im Samarkand des 11. Jahrhunderts bis zur Reise der fiktiven Figur Benjamin O. Lesage auf der Titanic im Jahr 1912. Ich hatte noch nie von Omar Khayyám gehört und freute mich sehr, nicht nur etwas über seine Dichtung, sondern vor allem über sein Leben und das seiner Zeitgenossen in einer Region zu erfahren, die mir und den meisten Europäern damals genauso unbekannt war wie heute. Ich habe einiges über die persische und islamische Geschichte gelernt.

Eine sehr gut geschriebene Darstellung eines äußerst interessanten Themas. Ich habe dieses Buch geliebt.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Karte im Anhang, auf der alle Namen dieser fernen Orte verzeichnet waren.

Buchbeschreibung:

"Samarkand im 11. Jahrhundert: Der bedeutendste Philosoph, Mathematiker und Astronom des Orients, Omar Khajjam, wird als Ungläubiger verfolgt. Seine geheimen und gefährlichen Gedanken hat er im Rubaijat niedergeschrieben, doch die wertvolle Handschrift ist verschollen. Erst Jahrhunderte später taucht sie auf rätselhafte Weise auf der Titanic auf …

Amin Maalouf entfaltet die exotische, fremde Welt des Orients und erzählt vom abenteuerlichen Leben des sagenumwobenen Gelehrten, von dessen Verstrickungen in die Macht, von seiner Liebe zu der schönen Dichterin Dschahane – und verfolgt den wundersamen Weg der geheimnisvollen Schrift bis ins 20. Jahrhundert.
"

Samstag, 25. April 2026

Obama, Barack "Hoffnung wagen"

Obama, Barack "Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream" (Englisch: The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream) - 2006

Ich denke, spätestens seit meiner Rezension von "Dreams from My Father" (Ein amerikanischer Traum) (oder Hillary Clintons "Living History" - Gelebte Geschichte) weiß jeder, welche Partei ich unterstützen würde, wenn ich in den USA leben würde. Ich fand das Buch großartig und wollte mehr über Barack Obama erfahren, also habe ich sein nächstes gelesen.

Ich bin oft schockiert, wenn ich höre, wie manche Leute über diesen Präsidenten reden, als wäre er ein Bösewicht und würde nur das Schlimmste für sein Land wollen, obwohl er so viel für sie getan hat und versucht, jedem zu helfen. Ich verstehe auch nicht, warum Menschen, die hart für ihr Geld arbeiten müssen, ihn und seine Partei nicht unterstützen, wenn diese versucht, die Steuervorteile für Reiche zu kürzen und das Leben des "kleinen Mannes" etwas leichter zu machen. Wer wünscht sich denn keine Krankenversicherung? Ich lebe in einem Land, in dem Krankenversicherung und Unterstützung bei Arbeitslosigkeit selbstverständlich sind. Wir glauben daran, dass niemand zurückgelassen wird. Vielleicht hat Barack Obama deshalb hier so viele Anhänger – er verfolgt dieselben Ziele wie wir.

Aber zurück zum Buch. Während der Autor in "Dreams from My Father" (Ein amerikanischer Traum), über seine Kindheit und seine ersten Schritte ins Erwachsenenleben berichtet, schildert er nun seine Anfänge als Politiker. Ich fand es äußerst interessant, einen Blick hinter die Kulissen eines ehemaligen Senators zu werfen, der alle Facetten der Politik sowie ihre Vor- und Nachteile kennt. Sehr lesenswert, ich finde, jeder sollte dieses Buch lesen.

Er zitiert Daniel Patrick Moynihan: "Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten." (Everyone is entitled to his own opinion, but not to his own fact.) Ich denke, das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.

Buchbeschreibung:

"Persönlich, glaubwürdig, visionär – Ansichten und Standpunkte des politischen Hoffnungsträgers der USA vor seiner Wahl 2008

Wie US-Senator Barack Obama im Wahljahr 2008 Millionen Menschen für sich gewann, ist Legende. Zu seinem schnell aufsteigenden Stern in hohem Maße beigetragen hat sein zuvor erschienenes Buch 'Hoffnung wagen'('The Audacity of Hope'). Hier präsentierte Obama sich als Mann der Integration, als Liberaler im positiven Sinn mit klaren Positionen. Uns allen machte er Hoffnung auf eine Renaissance des 'besseren Amerika'. Nicht wenige wünschen sich Barack Obama heute sehnsüchtig zurück ins Weiße Haus."

Barack Obama erhielt 2009 den Friedensnobelpreis "für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 31. Mai 2023

Taha, Karosh "Im Bauch der Königin"

Taha, Karosh "Im Bauch der Königin" - In the Belly of the Queen - 2020

Ein interessantes Buch, nicht ganz einfach zu verdauen, aber schon wert zu lesen. Die Autorin ist eine in Deutschland geborene Kurdin und sie erzählt von dem Leben als Ausländerin in Deutschland aber auch als Kurdin in der internationalen Gemeinschaft.

Das Einzigartige an diesem Buch ist, dass man es von zwei Seiten aus lesen kann, nein, lesen muss. Irgendwo wird es als Wenderoman beschrieben, wobei ich das eigentlich mit der politischen Wende um den Mauerfall verbinde.

Ich habe mich entschlossen, oben anzufangen, so wie die Buchhändlerin mir den Band überreicht und habe dadurch mit dem Teil von Raffiq angefangen, von dem wir nicht erfahren, aus welchem Teil Kurdistans er ist, oder ob er überhaupt aus Kurdistan ist, aber ich bin mal davon ausgegangen. In erster Linie erzählt er von seinen Freunden Younes und Amal, Teenager wie er, die kurz vor dem Schulabschluss stehen und sich überlegen, was sie danach machen wollen. Raffiq erzählt auch von ihrer Kindheit und ihrem Alltag, wo Younes Mutter Shahira eine große Rolle spielt. Sie hält sich nicht an die allgemeinen Regeln der Kurden, und die Eltern der Jugendlichen sind nicht gerade begeistert von ihr.

Die andere Hälfte des Buches wird von Amal erzählt. Ihre Familie stammt aus dem Irak, der Vater hat seine Frau vor vielen Jahren verlassen und in seiner Heimat eine neue Familie gegründet. Amal nimmt sich ein Beispiel an Shahira und lässt sich nicht alles gefallen, was in ihrer Umgebung nicht einfach ist. Es wird von allen als sehr schockierend empfunden, dass sie sich die Haare kurz schneidet.

Man kann das Buch insgesamt als eine Erzählung vom Heranwachsen betrachten, den Problemen mit den Eltern, die größer sind, weil die Eltern in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen sind. Ich hoffe, meine Söhne empfinden das nicht so, unsere Kultur war der unserer Gastländer etwas ähnlicher.

Viele der Probleme, die die Jugendlichen haben, sind sicher genau die gleichen wie die anderer deutscher und westeuropäischer Jugendlichen, und so lernen manche vielleicht daraus, dass Menschen überall gleich sind.

Durch die Erzählweise bekommen wir zwei Perspektiven vorgesetzt, die den Anschein haben, als handele es sich um zwei total verschiedene Romane. Das fand ich am Faszinierendsten.

Buchbeschreibung:

"Shahira bricht die Regeln der kurdischen Community mehrfach: Sie ist alleinerziehend, schert sich nicht um die Blicke der Leute, die sie mit ihrer Freizügigkeit auf sich zieht, lebt nicht monogam. Für Amal und Raffiq, die Freunde ihres Sohnes Younes, ist sie Faszination und Provokation zugleich. Sie bewundern Shahira für ihre Kompromisslosigkeit und ihren Umgang mit Sexualität, missbilligen aber auch, wie sie ihre Bedürfnisse scheinbar über die ihres Sohnes stellt. Shahiras Andersartigkeit konfrontiert alle drei mit ihren eigenen Sehnsüchten, ihren Vorurteilen wie auch den Entscheidungen, die sie treffen müssen. Und ändert auf diese Weise ihr Leben für immer."

Mittwoch, 1. Februar 2023

Emcke, Carolin "Von den Kriegen"

 

Emcke, Carolin "Von den Kriegen. Briefe an Freunde" - Echoes of Violence: Letters from a War Reporter - 2004

Ich habe Carolin Emcke durch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels kennengelernt und wollte seitdem immer wieder eines ihrer Bücher lesen. Dann fand ich eines und bin froh sagen zu können, dass sich das Warten gelohnt hat.

Die Autorin ist Journalistin und berichtet hauptsächlich über Kriegsgebiete und hat Freunden jedes Mal E-Mails geschrieben, wenn sie von einer ihrer Reisen zurückgekehrt ist. Hier hat sie sie veröffentlicht. Sie besuchte Afghanistan, Kolumbien, den Irak, den Kosovo, Libanon, Nicaragua, Pakistan, Rumänien und die USA (vor und nach dem 11. September) und berichtet von ihren Begegnungen mit Betroffenen. Ein brillanter Bericht darüber, was Krieg einem Volk antun kann. Wenn wir es vorher nicht wussten, sollten wir es sicherlich aus diesem Buch lernen. Krieg ist dumm! Krieg ist schrecklich! Krieg sollte nicht erlaubt sein! Aus keinem Grund. Die Mächtigen sollte man in einen Raum setzen und sie sollten selbst um ihre Probleme kämpfen.

Ich muss ein Zitat aus dem Buch einfügen: "Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet." Walter Benjamin

Buchbeschreibung:

"Unterwegs in den Krisengebieten der Welt - wie gehen Menschen mit Krieg und Gewalt um, was verändert sich angesichts des fremden Leids im Berichterstatter, welche Rolle kommt dem Zeugen zu? Carolin Emcke schreibt in ihren Briefen von Orten, die aus dem Blickfeld der Medien geraten sind, obwohl Krieg und Leid dort andauern: vom endlosen Bürgerkrieg in Kolumbien, von der Sklavenarbeit in den Freihandelszonen Nicaraguas, vom Überlebenskampf der Straßenkinder in der Kanalisation von Bukarest, von den serbischen Massakern an Kosovo-Albanern und den Vergeltungsanschlägen an Serben, dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak."

Carolin Emcke hat 2016 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.