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Montag, 7. September 2026

Williams, Tennessee "Endstation Sehnsucht"

Williams, Tennessee "Endstation Sehnsucht" (Englisch: A Streetcar Named Desire) - 1947

Normalerweise lese ich nicht gerne Theaterstücke. Doch dies ist eine großartige Geschichte, die sich gar nicht wie ein Theaterstück liest; der Schreibstil ist so lebendig, dass man keine Schauspieler braucht, um das Geschehen vor Augen zu haben. Man kann sich die Figuren, die Schauplätze und die Handlung bildlich vorstellen. Eine tragische Geschichte, die uns mit den Menschen mitfühlen lässt – mit allen von ihnen.

Ein brillantes Buch.

Buchbeschreibung:

"Endstation Sehnsucht erzählt die Geschichte von Blanche Dubois, einer Lehrerin aus den Südstaaten. Blanche erlebt die Auflösung ihrer Familie, einer nach dem anderen stirbt, sie muß zusehen, wie der einstmals stolze Besitz, das Herrenhaus 'Belle Reve', zwangsversteigert wird.

Die einzige Zuflucht, die ihr bleibt, ist ihre Schwester Stella, die in New Orleans lebt, mit einem Mann verheiratet ist, der nach Blanches Meinung weit unter ihrem sozialen Status steht. Blanche versucht, sich im Hause ihrer Schwester einzuleben, doch ihre Unfähigkeit, die Wirklichkeit zu akzeptieren, das dadurch verstärkt auftretende Mißverhältnis zwischen tatsächlicher und erträumter Realität führt zur Katastrophe.

Endstation Sehnsucht wurde 1947 in New York uraufgeführt. Tennessee Williams erhielt dafür den Pulitzer-Preis. Mit Marion Brando in der Rolle des Stanley Kowalski wurde es in Hollywood verfilmt."

Tennessee Williams erhielt 1948 den Pulitzer Prize für "A Streetcar Named Desire".

Dienstag, 1. September 2026

MacGregor, Neil "Deutschland"

MacGregor, Neil "Deutschland. Erinnerungen einer Nation" (Englisch: Germany. Memories of a Nation) - 2014

Früher habe ich Geschichte in der Schule gehasst. Es drehte sich alles nur um Fragen wie: "Wo fand diese Schlacht statt?" oder "Wann war dieser Krieg?" – und das meist ohne viele Details. Deshalb bin ich heute dankbar für all die wunderbaren Bücher, die ich lesen kann und die mir so viele Informationen liefern und alles so viel interessanter machen.

Im Laufe der Jahre habe ich viele Bücher über Weltgeschichte, europäische Geschichte, britische Geschichte, die beiden Weltkriege und auch einzelne Aspekte der deutschen Geschichte gelesen. Allerdings gibt es kaum Bücher, die die deutsche Geschichte in ihrer Gesamtheit behandeln – wohl deshalb, weil das Deutschland, wie es heute existiert, noch gar nicht so lange in dieser Form besteht. Und dabei spreche ich nicht nur von der Wiedervereinigung, die nun schon einige Jahrzehnte zurückliegt.

Zufällig bin ich auf ein Buch von Neil MacGregor gestoßen – einem britischen Historiker, der all jene Faktoren zusammengetragen hat, die unsere heutige Nation geformt haben.

Wer noch nicht viel über Deutschland weiß (abgesehen davon, dass es hier Nazis gab – das weiß schließlich jeder), für den ist dies das ideale Buch. Ich selbst wusste nie so viel über mein eigenes Land und bin dem Autor unglaublich dankbar dafür, dass er all diese Zusammenhänge aufgearbeitet hat. Es hat mich ziemlich stolz gemacht – wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben.

Er zeigt auf, was in Deutschland vor jenem dunklen Kapitel der Geschichte geschah und wohin der Weg danach führte: die Herausforderungen und die Errungenschaften, Kultur und Kunst, Wissenschaft und Industrie, die Vergangenheit und die Zukunft. Ihm zufolge scheint Deutschland das einzige Land zu sein, das sich an die Schattenseiten seiner Geschichte erinnert – und nicht bloß an die Siege in bestimmten Kriegen.

Und das Beste daran: Er erhebt nicht den moralischen Zeigefinger. Er versucht zu verstehen, wie sich alles ereignen konnte, und ist sich dabei sehr wohl bewusst, dass nicht jeder Deutsche ein Anhänger der Nazis war – und dass gerade für diese Menschen jene Zeit besonders schwer war.

Zweifellos eines der besten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Es war jede Minute wert. Ich würde sehr gerne auch eines seiner anderen Bücher lesen.

Buchbeschreibung:

"Deutschlands Geschichte ist stärker zersplittert als die der meisten anderen europäischen Länder. Seine Grenzen waren oft in Bewegung, und die längste Zeit der letzten 500 Jahre bestand es aus einem bunten Mosaik von politischen Gebilden. Doch es gibt auch Erinnerungen, die allen Deutschen gemeinsam sind.

Montag, 31. August 2026

Carnarvon, Fiona Gräfin von Carnarvon "Lady Almina und das wahre Downton Abbey"

Carnarvon, Fiona Gräfin von Carnarvon "Lady Almina und das wahre Downton Abbey: Das Vermächtnis von Highclere Castle" (Englisch: Lady Almina and the Real Downton Abbey: The Lost Legacy of Highclere Castle) - 2011

Wenn ihr "Downton Abbey" gesehen und gemocht habt, ist dies genau das richtige Buch für euch. Die Serie wurde auf Highclere Castle gedreht, und die heutige Countess of Carnarvon beschreibt darin das Leben von Lady Almina – der realen Lady Cora Crawley –, die ihr Schloss während des Ersten Weltkriegs als Lazarett zur Verfügung stellte. Die Parallelen zwischen ihren Leben sind so zahlreich, dass es schier unglaublich ist.

Besonders gut gefielen mir die Hintergrundinformationen – nicht nur zu Lady Almina, sondern auch zu ihrem Ehemann, George Herbert, dem 5. Earl of Carnarvon, der maßgeblich an der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun beteiligt war. Zudem engagierte sich sein Halbbruder stark für die Unabhängigkeit Albaniens; man bot ihm sogar den Thron an. Lady Alminas Vater war Alfred de Rothschild – eine weitere schillernde Persönlichkeit, die die Geschichte bereichert.

Darüber hinaus enthält das Buch zahlreiche Abbildungen – nicht nur von der Familie selbst, sondern auch von den Familien der "Bediensteten" ("Downstairs"), die über Generationen hinweg auf dem Schloss arbeiteten.

Alles in allem ein interessantes Buch mit vielen historischen Hintergründen.

Buchbeschreibung:

"Sie reiste mit Dutzenden von Koffern an und erhielt jährlich ein Taschengeld von 6,5 Millionen Pfund.

Als die bürgerliche Almina im Alter von 19 Jahren den Grafen von Carnarvon, Herr von Highclere Castle, heiratet und in die Kreise des Adels aufsteigt, scheint ihr Leben perfekt. Als Erbin eines immensen Vermögens und Frau eines Adeligen feiert sie rauschende Feste und hüllt sich in teure Kleider. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nimmt Lady Alminas Schicksal eine unerwartete Wendung und sie muss beweisen, was wirklich in ihr steckt.

Seit 2010 die erste Folge von
Downton Abbey in Großbritannien ausgestrahlt wurde, ist das Kostümdrama zu einem TV-Hit geworden. Von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wurde die Serie schnell auch international zu einem Erfolg. Mithilfe von Tagebüchern, Briefen und Fotografien aus dem Archiv von Highclere Castle erzählt die aktuelle Lady von Carnarvon die faszinierende Geschichte von Lady Almina und Schloss Highclere, welches sowohl als Kulisse als auch als Inspiration für Downton Abbey dient."

Freitag, 21. August 2026

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten"

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten" (Schwedisch: Kristuslegender) [Christmas Stories] - 1893-1917

Ich hatte noch nie eine Geschichte von Selma Lagerlöf gelesen – der ersten Frau überhaupt, die den Nobelpreis für Literatur erhielt. Und da sie auch einige Weihnachtsgeschichten verfasst hat, fand ich, es sei höchste Zeit dafür.

Natürlich kannte ich die Zeichentrickserie "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen", die auf ihrem Buch basiert; doch abgesehen davon wusste ich nicht viel über Selma Lagerlöf. Nun, das hat sich geändert, und ich werde sicherlich noch einen ihrer Romane lesen – vielleicht "Gösta Berling".

Dies sind die Geschichten, die in genau dieser Ausgabe enthalten sind:

Die Heilige Nacht (Schwedisch: Den heliga natten, 1904) - The Holy Night
Die Legende vom Luciatag (Schwedisch: Luciadagens legend, 1917) - The Lucia Day Legend
Die Legende von der Christrose (Schwedisch: Legenden om julrosorna, 1908) The Legend of the Christmas Rose 
Gottesfriede (Schwedisch: Gudsfreden, 1898) - God's Peace
Ein Weihnachtsgast (Schwedisch: En julgäst, 1893) - A Christmas Guest 
Einige davon kann man sogar kostenlos herunterladen!

Jedenfalls waren die Geschichten schön zu lesen – besonders zur Weihnachtszeit. Sie verraten uns viel über das Leben in Schweden vor etwa einem Jahrhundert, und ein Blick darauf lohnt sich immer. Manche der Geschichten erinnern eher an Märchen, während andere vom einfachen Volk und dessen Alltag erzählen.

Buchbeschreibung:

"'Am 13. Dezember, in früher Morgenstunde, wenn Kälte und Dunkelheit auf Värmland lastet, kam noch in meiner Kindheit die heilige Lucia von Syrakus in alle Häuser. Sie ist das Licht, das die Dunkelheit besiegt, sie ist die Legende, die das Vergessen überwindet, sie ist die Herzenswärme …'

Fünf der schönsten Geschichten und Legenden, die Selma Lagerlöf rund um das Weihnachtsfest erzählt hat (und die sich auch gut zum Vorlesen eignen!) sind in diesem Band vereint, allesamt neu übersetzt:
Die heilige Nacht, Die Legende vom Luciatag, Die Legende von der Christrose, Gottesfriede, Ein Weihnachtsgast. In ihnen zeigt sich die Vielseitigkeit der großen Erzählerin, die schlichten, ernsthaften Anspruch, der Religion wie dem Sozialen gegenüber, mit reicher Fabulierlust verbindet."

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf erhielt den Nobel Prize fürLiterature 1909 "auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 15. August 2026

Jones, Edward P. "Die bekannte Welt"

Jones, Edward P. "Die bekannte Welt" (Englisch: The Known World) - 2004

Die Geschichte über einen schwarzen Farmer und Sklavenhalter zur Zeit des Bürgerkriegs.

Eines der wenigen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Bücher, die mir nicht sonderlich gut gefallen haben. Nicht etwa, weil ich das Thema an sich ablehnen würde – ganz im Gegenteil: Ich bin der Überzeugung, dass wir so viel wie möglich darüber wissen müssen. Ich habe bereits viele Bücher über Sklaven, Sklavenhalter und Ähnliches gelesen, und die meisten davon waren äußerst interessant. Doch dieses Buch ist kein Roman; es ist aber auch kein Sachbuch im eigentlichen Sinne – es besteht vielmehr aus willkürlich zusammengewürfelten Sachbuch-Fragmenten (die zudem kaum Neues bieten), die lediglich so arrangiert wurden, dass sie den Anschein eines Romans erwecken.

Es liest sich eher wie ein Geschichtsbuch, in dem man sich eine Vielzahl von Jahreszahlen einprägen muss, die in keinem erkennbaren Zusammenhang zueinander stehen.

Ich würde es definitiv niemandem empfehlen, der auf der Suche nach einer "leichten Lektüre" ist.

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, warum dieses Buch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Vielleicht war es einfach wieder einmal "an der Zeit" für einen schwarzen Autor, und so fiel die Wahl eben auf dieses Werk. Wer jedoch ein wirklich gutes und einzigartiges Buch über die Sklaverei sucht, sollte den Pulitzer-Preisträger von 2017 lesen: Colson Whitehead. "Underground Railroad"(Underground Railroad)  ist zweifellos das bessere Buch. Um einiges besser sogar.

Buchbeschreibung:

"Henry Townsend gehört zu den Schwarzen, die es geschafft haben. Als junger Mann von seinem Vater freigekauft, ist er mit dreißig Jahren Besitzer einer eigenen Plantage mit dazugehörigen Sklaven. Ein Paradox, das nicht denkbar wäre ohne die tätige Unterstützung seines einstigen weißen Herrn, dem mächtigsten Mann in Manchester County, und dessen Preis, wie sich zeigt, er mit dem Leben bezahlen wird.

Henry arrangiert sich schnell damit, nunmehr auf der Seite derjenigen zu stehen, für die sich der Wert eines Schwarzen lediglich in seiner Arbeitskraft bemißt, er genießt den Zuwachs an Ansehen, das ihm jeder weitere Sklave beschert. Doch als Schwarzer das Leben eines Weißen zu führen, kommt einem Fluch gleich, so scheint es. Am siebten Tag einer scheinbar harmlosen Krankheit stirbt er. Sein plötzlicher Tod stellt seine Witwe vor ungeheure Probleme, die in jenes Chaos münden, das den Anfang vom Ende der Sklaverei markiert."

Edward P. Jones erhielt den Pulitzerpreis für "The Known World" in 2004.

Mittwoch, 12. August 2026

Bunyan, John "Pilgerreise zur seligen Ewigkeit"

Bunyan, John "Pilgerreise zur seligen Ewigkeit" (Englisch: The Pilgrim's Progress from This World to That Which Is to Come) - 1678

Ein Klassiker, den ich schon seit einiger Zeit lesen wollte. Generell liebe ich Klassiker und genieße sie meist sehr. Mit diesem hier hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten; er liest sich eher wie ein Theaterstück als wie ein Roman – und ich bin nicht gerade der größte Fan davon, Theaterstücke zu lesen. Zuweilen hatte ich das Gefühl, ich sei genau wie unser Pilger auf eine Reise durch dieses Buch aufgebrochen, und ich fragte mich, ob ich jemals die Erlösung – sprich: das Ende – erreichen würde.

Ich habe es schließlich geschafft, und auch wenn ich froh bin, das Buch beendet zu haben, halte ich es doch für einen Klassiker, der besser in seiner Zeit verblieben wäre. Ich bin sicher, dass er damals weitaus mehr geschätzt wurde, heute jedoch ein wenig veraltet wirkt. Und dies sage ich aus der Perspektive einer Christin, die ihre Bibel gelesen hat und gut kennt.

Buchbeschreibung:

"'Die Pilgerreise zur seligen Ewigkeit' ist eine christliche Allegorie aus dem Jahr 1678 und gilt als eines der bedeutendsten theologischen Werke in der Literatur und als Vorläufer des erzählerischen Aspekts christlichen Medien. Der unwiderstehliche Reiz des Buches, das die Vorstellungskraft des Lesers mit der Handlung und der Szenerie eines Märchens beglückt, das seinen Einfallsreichtum anregt, indem es ihn dazu bringt, eine Vielzahl kurioser Analogien zu entdecken, das seine Gefühle für die Menschen interessiert, die verwundbarer sind als er selbst und mit Versuchungen von innen und außen kämpfen, das ihm jeden Augenblick ein Lächeln entlockt durch manchmal wunderliche und doch einfache Annehmlichkeite, und das dennoch in seinem Geist ein Gefühl der Ehrfurcht vor Gott und des Mitgefühls für den Menschen hinterläßt, wird bei jedem Leser seine Wirkung entfalten. Der vorliegende Text folgt der 1859 herausgegebenen Edition der Wuppertaler Traktatgesellschaft, wurde aber in den wichtigsten Worten und Begriffen soweit überarbeitet, dass diese der aktuell gültigen Rechtschreibung entsprechen. Darüber hinaus bietet das Buch über 500 erklärende Fußnoten."

Dienstag, 11. August 2026

Wroblewski, David "Die Geschichte von Edgar Sawtelle"

Wroblewski, David "Die Geschichte von Edgar Sawtelle" (Englisch: The Story of Edgar Sawtelle) - 2008

Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, dachte ich, es handele sich ausschließlich um einen Jungen, der ohne Stimme geboren wurde, und/oder um Hunde. Denn genau diesen Eindruck gewinnt man zunächst. Doch je länger ich weiterlas, desto vertrauter erschien mir die Geschichte. Hätte ich mir die Namen etwas genauer angesehen, hätte ich vielleicht sofort erraten, dass es sich hierbei um eine moderne Nacherzählung des Hamlet (Hamlet) handelt.

Eine interessante Geschichte – und genauso spannend wie das Original. Ich bin kein großer Tierliebhaber; ich habe zwar nichts gegen Tiere, gerate aber auch nicht gleich in helle Begeisterung, wenn ich eines sehe – weshalb diese Geschichte meiner Meinung nach auch ohne all die Hunde hätte erzählt werden können.

Wie dem auch sei: Ich ziehe Jane Smileys moderne "König Lear"-Adaption (Tausend Morgen/A Thousand Acres) diesem Buch hier vor; doch alles in allem ist es nicht schlecht.

Buchbeschreibung:

"Immer schon hat Edgar eine besonders enge Beziehung zu den Hunden gehabt, die seine Eltern auf ihrer Farm züchten. Nun ist er auf die Hilfe der Tiere angewiesen, als er eines Tages gezwungen ist, zu fliehen – vor seinem finsteren Onkel Claude. Edgar ist überzeugt davon, dass Claude seinen Vater ermordet hat …

Eine mitreißende Familiengeschichte und ein Abenteuerroman, der den dramatischen Kampf eines Jungen ums Überleben in der Wildnis vor einer atemberaubenden Landschaftskulisse schildert.

Edgar wächst auf einer abgelegenen Farm in Wisconsin auf, wo seine Eltern Gar und Trudy eine Hundezucht betreiben. Den hochsensiblen 14-Jährigen, der stumm zur Welt kam, verbindet eine enge Freundschaft mit den Tieren; die Hündin Almondine, seine treueste Kameradin, versteht sogar seine Zeichensprache. Eines Tages jedoch hat der Frieden ein Ende: Edgars Onkel Claude taucht auf und gerät wegen Erbstreitigkeiten mit Gar aneinander. Kurz darauf kommt Gar auf mysteriöse Weise ums Leben. Edgar ist überzeugt, dass Claude seinen Vater umgebracht hat, und flieht – nur begleitet von drei jungen Hunden, mit deren Hilfe er lernen muss, in der Wildnis zu überleben."

Freitag, 7. August 2026

Sitch, Rob: Cilauro, Santo: Tom Gleisner, Tom "Molwanîen - Das Land des schadhaften Lächelns"

Sitch, Rob: Cilauro, Santo: Tom Gleisner, Tom "Molwanîen - Das Land des schadhaften Lächelns" (Englisch: Molvanîa. A Land Untouched By Modern Dentistry) - 2003

Molwanîen ist ein kleines Land irgendwo in Mitteleuropa – mit eigenartigen Menschen, seltsamen Bräuchen und einer noch seltsameren Sprache. Eines meiner Lieblingszitate lautet: "Molwanîsch ist eine schwer zu sprechende Sprache – geschweige denn zu meisternde. Es gibt vier grammatische Geschlechter: männlich, weiblich, sächlich und das Sammelwort für Käsesorten, das im Nominativ eine ganz eigene Unterkategorie bildet."

Die Hauptstadt heißt Lutenblag, und das Land ist in vier Provinzen unterteilt: das Große Zentraltal, die Molwanîschen Alpen, die Östlichen Steppen und das Westliche Hochplateau. Angeblich grenzt es an Deutschland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Slowakei und Slowenien. Bekannt ist es als "weltweit führender Produzent von Roter Bete und als Geburtsort des Keuchhustens".

Macht euch keine Sorgen, wenn ihr noch nie von Molwanîen gehört habt – das Land ist nämlich komplett erfunden.

Wobei in diesem Fall jegliche Ähnlichkeit mit fiktiven Ereignissen, Personen oder Orten wohl kaum rein zufällig sein dürfte.

Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob dieses "parodistische" Reisebuch lediglich die Menschen aufs Korn nimmt, die in jener Region leben, in der Molwanîen sich angeblich befindet; doch da ich gehört habe, dass diese es selbst durchaus amüsant finden, war ich vielleicht bisweilen ein klein wenig überempfindlich. Ich glaube, wir alle können uns gut vorstellen, woher die Ideen für die Bewohner und Bräuche dieses skurrilen Landes stammen. Dennoch ist das Buch stellenweise wirklich witzig – es ist der einzige Reiseführer, den ich je von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen habe; und dabei besitze ich eigentlich eine ganze Menge davon und nutze sie auch regelmäßig.

Wenn ihr also Molwanîen einmal besuchen möchten, solltet ihr "Aeromolv" in Betracht ziehen – die einzige Fluggesellschaft, die pro Flug und pro ausgefallenem Triebwerk einen Rabatt von 10 % gewährt.

Buchbeschreibung:

"Molwanîer lachen gerne – vor allem auf Kosten anderer

Traumziel Molwanîen: Da müssen Sie hin. Da kommen Sie nie hin. Molwanîen gibt’s nämlich gar nicht. Aber den ersten umfassenden Reiseführer dazu. Und der erfindet ein ganzes Land – komplett mit Sprache, Geschichte, Restauranttipps und Kleidergrößen. Die brillante Idee reist um den Globus und wird zum Bestseller von Australien bis Italien, denn Molwanîen ist überall.

Unsere Welt ist klein geworden: Eine halbe Tagesreise führt um die halbe Welt; bumsvolle Touristenflieger landen in den entlegensten Winkeln der Erde, und auch die kleinste Fallafelbude in Damaskus ist längst kein Geheimtipp mehr. Wohin also soll sich der rastlose menschliche Entdeckergeist wenden? Vielleicht an einen Ort in unserer Fantasie, vielleicht an das bislang vom Tourismus sträflich vernachlässigte, sagenumwobene Kleinod Osteuropas: Molwanîen. Ein gastfreundliches Land, in dem schon zum Frühstück ein Glas 'Zeerstum' gereicht wird, der traditionelle Knoblauchschnaps, den man allerdings niemals innerlich anwenden sollte. Eine Pilgerstätte für Ornithologen auf der Suche nach der seltenen Molwanîschen Drossel, die jeden Herbst in eindrucksvollem Formationsflug in ihr 2,5 Kilometer entferntes Winterquartier zieht, wobei Tausende sich verirren und vor Erschöpfung verenden. Eine Oase für Liebhaber unberührter Natur, die zu sich selbst finden wollen in Molwanîens 'Großen Ebenen', einer Landschaft, die wegen ihrer unvergleichlichen Ödnis und Langeweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Da wollen Sie nicht hin? Da können Sie gar nicht hin, aber Sie werden Ihren Freunden davon erzählen."

Dienstag, 4. August 2026

Weir, Andy "Der Astronaut" - 2021

Weir, Andy "Der Astronaut" (Englisch: Project Hail Mary) - 2021

Durch dieses Buch habe ich gelernt, dass es so etwas wie "Hard Science Fiction" gibt. *) Ich bin eigentlich kein Sci-Fi-Fan, aber diese Art der Darstellung gefällt mir sehr. Und es stimmt: Dieses Buch fällt definitiv in diese Kategorie. Alle Beschreibungen sind logisch aufgebaut. Dem Autor gelingt es sogar, physikalische Zusammenhänge so zu erklären, dass ich sie verstehe. Physik war in der Schule nicht gerade mein Lieblingsfach, und ich habe mein damaliges Wissen auch nicht weiter vertieft – daher habe ich durch dieses Buch viel dazugelernt.

Aber selbst wenn man sich für solche Erklärungen gar nicht interessiert, kann man die Geschichte einfach so genießen, wie sie ist.

Und ich habe sie genossen.

Ich war von "Der Marsianer" (The Martian) begeistert und hatte mir deshalb schon vor einiger Zeit diesen Roman gekauft. Doch angesichts meines riesigen SUBs hat es eine Weile gedauert, bis ich ihn mir vorgenommen habe. Ich hatte mich mit meinem Sohn über den Marsianer unterhalten und ihm mein Exemplar gegeben. Es gefiel ihm, und er erwähnte, dass er sich dieses Buch hier zu seinem nächsten Geburtstag wünschen würde. Da ich es bereits besaß, sagte ich ihm, er solle sich keine Sorgen machen: Ich würde es lesen, und danach bekäme er mein Exemplar.

Ich bin froh, dass ich das getan habe. Ich habe diesen Ausflug – den Versuch, die Erde zu retten – sehr genossen. Das Buch steckt zudem voller Humor und Mitgefühl.

Ich kann nicht allzu viel über den Inhalt verraten, da das zu viele Spoiler enthalten würde, aber meldet euch ruhig, falls ihr Fragen habt.

*) Hard Science-Fiction (kurz Hard-SF) bezeichnet den Zweig der Science-Fiction, der durch ein Interesse an wissenschaftlicher Genauigkeit oder Details geprägt ist. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen die Naturwissenschaften (beispielsweise Astronomie, Physik, Gentechnologie) sowie technische Fortschritte. (Wikipedia)

Buchbeschreibung:

"Als Ryland Grace erwacht, muss er feststellen, dass er ganz allein ist. Er ist anscheinend der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, auf einem Flug ins Tau-Ceti-Sternsystem. Aber was erwartet ihn dort? Und warum sind alle anderen Besatzungsmitglieder tot? Nach und nach dämmert es Grace, dass von seinem Überleben nicht nur die Mission, sondern die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung abhängt."

Weir, Andy "Der Marsianer"

Weir, Andy "Der Marsianer" (Englisch: The Martian) - 2011

"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …" ... "Captain's Log, Sternzeit …" Ups, falsche Geschichte! Die Star Trekker und Sternkrieger gingen viel weiter als unser Protagonist Mark Watney.

Ich weiß nicht, warum ich mich entschieden habe, dieses Buch zu lesen, denn es liegt normalerweise so außerhalb meiner Komfortzone, ich bin kein Fan von Science-Fiction, ich komme über unlogische Annahmen oder widersprüchliche Auswirkungen nicht hinweg. Dieses schien etwas anders zu sein. Und das war es auch. Der Mars ist ein Planet, auf dem Menschen eines Tages landen könnten.

Eine großartige Geschichte: Die dritte Besatzung, die jemals auf dem Mars landet, wird von einem Staubsturm überrascht und muss evakuiert werden. Dabei bleibt einer ihrer Besatzungsmitglieder zurück, der vermutlich tot ist. Das ist er jedoch nicht. Jetzt muss er überleben, bis die vierte Besatzung mehr als 3.000 km von seinem aktuellen Standort entfernt eintrifft. Und er muss Sauerstoff, Wasser und Nahrung produzieren, um zu überleben. Glücklicherweise war er der Botaniker und Ingenieur der Besatzung (was für ein Zufall!).

Während niemand auf der Welt weiß, dass er noch lebt, beginnt er mit der Vorbereitung seiner Wohnräume und eines Fahrzeugs, das ihn an sein Ziel bringen soll …

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber nichts läuft so, wie Mark es sich vorgestellt hat.

Eine fantastische Geschichte, gut geschrieben. Besonders gut hat mir gefallen, dass zur Besatzung zwei Frauen gehörten, eine davon als Kommandantin, aber auch eine deutsche Wissenschaftlerin und eine mit einem sehr spanisch klingenden Namen. Tolle Mischung.

Während wir Mark Watneys Überlebenskampf verfolgen, lernen wir ihn kennen und lieben. Abgesehen davon, dass er natürlich äußerst intelligent ist, ist er auch ein sehr humorvoller Typ. Man fühlt mit ihm, man fühlt mit allen anderen, toller Text!

Es gibt viele technische Details in dem Buch, in denen der Autor erklärt, wie bestimmte Dinge funktionieren – nicht, dass ich ihnen allen folgen konnte – aber es war toll zu sehen, wie das funktionieren könnte.

Ich habe auch erfahren, dass der Mars zwei Monde hat, Phobos und Deimos. Nun, das wusste ich schon vorher, aber ich glaube nicht, dass ich es jemals wieder vergessen werde.

"Der Marsianer" wurde verfilmt und erhielt den Oscar für den besten Film und das beste adaptierte Drehbuch.

Buchbeschreibung:

"Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden, schließlich war er der erste Mensch in der Geschichte der Raumfahrt, der je den Mars betreten hat. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ..."

Montag, 3. August 2026

Ruiz, Don Miguel Ángel "Die vier Versprechen"

Ruiz, Don Miguel Ángel "Die vier Versprechen. Ein Weg zur Freiheit und Würde" (Englisch: The Four Agreements: A Practical Guide to Personal Freedom) - 1997

Ich habe dieses Buch vor Jahren gekauft. Ich erinnere mich nicht mehr, was mich daran so fasziniert hat, aber die Tatsache, dass ich es erst Jahre später angefangen habe zu lesen (zu einer Zeit, als mein SUB noch nicht SO groß war), sagt wohl alles.

Ich bin nicht der Typ Mensch, der sich besser fühlt, wenn man mir sagt, dass es mir besser gehen würde, wenn ich nur anfangen würde, mich selbst zu lieben. Im Gegenteil, wenn man mir sagt, ein Problem würde sich lösen, wenn ich es nur anders betrachten würde, fühle ich mich sogar noch schlechter, weil man mir damit sagt, dass ich das Problem bin.

Im Allgemeinen stimme ich zu: Wenn man nett zu anderen ist, sind sie auch nett zu einem. Meistens. Aber das ist keine Weisheit, die ich lesen muss, die habe ich auch selbst gemerkt. Und bei manchen Leuten hilft es einfach nicht. Und wenn jemand gemein zu mir sein will, wird dieses Buch daran auch nichts ändern.

Jedenfalls hat mir das Lesen dieses Buches keinen Spaß gemacht. Es hatte weniger als 200 Seiten, also las ich weiter, in der Hoffnung, am Ende die große Erleuchtung zu bekommen. Tja, Fehlanzeige.

Buchbeschreibung:

"Don Miguel Ruiz enthüllt in seinem Bestseller einen praktischen und leicht nachvollziehbaren Weg, um uns aus dem kollektiven Alptraum von Angst, Missbrauch und Gewalt zu befreien. Den Traum von Freiheit, Freude und Liebe kann jeder verwirklichen. Vier einfache, aber kraftvolle Versprechen sind der Schlüssel zur inneren Transformation."

Mittwoch, 22. Juli 2026

Hennig, Bettina "Der frühe Vogel kann mich mal!"

Hennig, Bettina "Der frühe Vogel kann mich mal! Ein Lob der Langschläfer" [The early bird can go to hell! A Praise of the Late Risers] - 2011

Um gleich die erste Frage auf dem Klappentext zu beantworten: Ja, ich bin eine absolute Eule. Vor ein/zwei Uhr nachts schlafe ich nicht ein. Mit dem Ergebnis, dass ich dann eben nicht morgens um sechs Uhr aus dem Bett springen kann. War immer ein großes Problem, aber jetzt sind wir ja in Rente und ich kann machen was ich will. Tue ich auch. Früh aufstehen geht nur, wenn ich einen dringenden Termin habe. Aber auch da versuche ich immer, die so spät wie möglich zu legen.

Bettina Hennig hat jede Menge Untersuchungen angestellt oder auch nachgelesen, warum das ist. Nein, Eulen sind nicht faul, sie sind nur zu einer anderen Zeit munter. Sie können bis spät in die Nacht hinein arbeiten, wenn die Lerchen längst im Bett liegen. Aber die müssen sich dann von uns nicht anhören, wie schlimm das ist.

So schreibt sie z.B.

"Langschläfer haben es in einer von Frühaufstehern dominierten Welt oft schwer. Ihr biologischer Rhythmus (Chronotyp) ist genetisch festgelegt, weshalb sie späterMmelatonin ausschütten und morgens schwerer in die Gänge kommen. Die sogenannte "Diktatur des frühen Vogels" führt im Alltag zu diversen Herausforderungen."

Stimmt. Und wer das nicht einsehen kann, sollte unbedingt dieses Buch lesen.

Im ganzen Buch geht es darum, wie wenig kompatibel Frühaufsteher und Langschläfer sind und wie letzteren die Lebensweise ersterer aufgedrückt wird. Wie schlecht es für Schüler bestellt ist, die gerade im Teenager-Alter erst gegen Mittag so richtig wach sind und die dann zwecks schlechterer Konzentration nicht so gut sind wie diejenigen, die morgens schnell aus dem Bett springen können.

Auf jeden Fall ist klar, wir haben nur andere Arbeitszeiten, Wachzeiten. Das macht uns nicht besser oder schlechter, auch wenn viele Lerchen das gerne glauben wollen.

Ich wollte, ich hätte das Buch früher gelesen, dann wäre ich nie ins Büro gegangen. Wobei das heute mit Arbeit von zu Hause auch einfacher ist als zu meiner Zeit.

So oder so, das Buch ist hochinteressant. 

Buchbeschreibung:

"Drehen Sie sich morgens gern noch mal im Bett um, statt jauchzend unter die Dusche zu springen? Laufen Sie erst nachmittags zur Höchstform auf? Dann gehören Sie zu den 'Eulen' – den Langschläfern, die seit jeher von den frühaktiven 'Lerchen' tyrannisiert werden: mit morgendlichen Sprech- und Arbeitszeiten, grausam-fröhlichen Frühstückssendungen und Prüfungen in aller Herrgottsfrüh. Es reicht! Bettina Hennig zeigt, warum Eulen die besseren und netteren, da ausgeschlafeneren Menschen sind und man so lange im Bett bleiben sollte, wie man will!"

Samstag, 18. Juli 2026

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert"

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" (Englisch: 21 Lessons for the 21st Century) - 2018

Eine brillante Fortsetzung von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Sapiens) und "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Homo Deus). Dies ist ein weiteres Buch, das meiner Meinung nach jeder lesen sollte. Der Autor zeigt uns auf, was die Zukunft für uns bereithalten könnte und wie wir uns darauf vorbereiten sollten. Dabei geht es mir nicht um die Angst vor Kriegen oder Naturkatastrophen infolge des Klimawandels, sondern um den Alltag. Was sollten wir studieren oder lernen, um einen vernünftigen Job zu bekommen? Und noch wichtiger: Was sollten unsere Kinder lernen, um im Leben zu bestehen? Meine Eltern und Großeltern verließen die Schule mit 14 oder 15 Jahren, absolvierten eine Ausbildung, und viele von ihnen arbeiteten ihr Leben lang im selben Unternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung konnten sie das Gelernte jahrzehntelang anwenden, ohne sich neues Wissen aneignen zu müssen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Das galt weder für meine Generation noch für die heutige Generation, und es wird ganz sicher auch nicht für die übernächste Generation gelten.

Wir brauchen also kluge Köpfe wie Yuval Harari, die uns sagen, was geschehen könnte und was wir tun können, um keine Angst vor der Zukunft zu haben. Genau das tut er. Seine Empfehlungen sind sinnvoll und fundiert; er erläutert jede seiner Aussagen ausführlich. Was noch besser ist: Er erklärt die Dinge so verständlich, dass auch Menschen ohne großes wissenschaftliches Vorwissen (wie ich) seinen Ausführungen folgen können, sei es zu Themen wie Politik, Weltwirtschaft oder anderen Bereichen, die uns betreffen und unser Leben beeinflussen.

Ich kann dieses Buch sowie seine anderen Werke wärmstens empfehlen. Sie sind einfach fantastisch. Ich hoffe, er schreibt noch mehr davon.

Buchbeschreibung:

"Yuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In 'Eine kurze Geschichte der Menschheit"'erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In 'Homo Deus' ging es um die Zukunft unserer Spezies. Sein neues Buch schaut auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.

Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion im Zeitalter der Fake News? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir in unserer unübersichtlichen Welt moralisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit im 21. Jahrhundert?

Seit Jahrtausenden hat die Menschheit über den Fragen gebrütet, wer wir sind und was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Doch jetzt setzen uns die heraufziehende ökologische Krise, die wachsende Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen und der Aufstieg neuer disruptiver Technologien unter Zeitdruck. Bald schon wird irgendjemand darüber entscheiden müssen, wie wir die Macht nutzen, die künstliche Intelligenz und Biotechnologie bereit halten.

Dieses Buch will möglichst viele Menschen dazu anregen, sich an den großen Debatten unserer Zeit zu beteiligen, damit die Antworten nicht von den blinden Kräften des Marktes gegeben werden."

Samstag, 11. Juli 2026

McKinley, Tamara "Träume jenseits des Meeres"

McKinley, Tamara "Träume jenseits des Meeres" (Englisch: Lands Beyond the Sea) - 2007

Ich würde diesen Roman unter "Catherine Cookson mit einem Hauch Australien" einordnen. Mir ist da einfach zu viel "Herr liebt arme Frau, arme Frau liebt Herrn, aber sie können nicht zusammenkommen". Die Geschichten der Sträflinge wurden in anderen Büchern (Capricornia - Capricornia, Englische PassagiereEnglish Passengers, Das Freudenschiff - The Floating Brothel, LebenslänglichFor the Term of His Natural Life, Der verborgene Fluss - The Secret River) viel besser erzählt.

Die Geschichte über die Sträflinge hätte gut sein können, wenn da nicht all diese Klischees der "Frauenliteratur" drin gewesen wären. Und ich hätte das Buch vielleicht genossen, wenn es nicht so eine seichte Lektüre gewesen wäre. Nicht mein Fall, muss ich leider sagen.

Ich habe gelesen, dass dies der erste Band einer Reihe ist. Ich bezweifle, dass ich die folgenden Bände lesen werde.

Buchbeschreibung:

"Im Jahr 1768 nimmt James Cook Kurs auf Tahiti, begleitet von dem jungen Lord Jonathan, der seine Liebste Susan in Cornwall mit einem Eheversprechen zurücklässt. Da das Schiff in Seenot gerät, landet die Mannschaft in Australien, wo sie nur mit Hilfe der Aborigines überlebt. Als Jonathan nach einer abenteuerlichen Reise endlich heimkehrt, hat er bereits einen Sohn mit einer Eingeborenen. Aber auch Susan hat das Treuegelübde gebrochen und aus Not einen anderen geheiratet. Noch ahnt sie nicht, dass diese verlorene Liebe auch sie über das Meer führen und sie und ihre Familie dramatisch verändern wird. Fesselnd erzählt Tamara McKinley von Menschen aus verschiedenen Kulturen, die Neues wagen und ihre Träume nicht aufgeben möchten. Sie zieht uns hinein in die Mythen und Riten geheimnisvoller Welten und lässt die Epoche der Entdecker in persönlichen Schicksalen lebendig werden."

Herbert, Xavier "Capricornia"

Herbert, Xavier "Capricornia. Die paradiesische Hölle" (Englisch: Capricornia) - 1938

Dieses Buch wurde mir von meinen australischen Freunden als Klassiker ihres Landes empfohlen. Es war zwar keine leichte Lektüre, aber ich war nicht enttäuscht. Der Autor beschreibt darin das Leben im australischen Norden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er erzählt vom Leben der weißen Siedler und der Aborigines, die schon seit Urzeiten auf diesem Kontinent lebten, vom neuen Leben, das durch die Vermischung beider Gruppen entstand – den "Mischlingen", den sogenannten "Yeller Fellers" (gelbe Typen) und den "Quadroons" – und den Problemen, die sich aus dieser Vermischung ergaben. Ich habe nie verstanden, wie man eine Rasse für besser als die andere halten und gleichzeitig diejenigen, die beide Rassen in sich tragen, in verschiedene Kategorien einteilen kann. Wenn man beispielsweise einen asiatischen Elternteil zwischen den "weißen" und "schwarzen" Eltern hat, ist man besser als diejenigen mit mehr "schwarzen" Vorfahren, aber immer noch schlechter als diejenigen mit mehr "weißen" Vorfahren usw. Das erscheint mir unglaublich, und ich will es gar nicht verstehen.

Ein großartiger Einblick in einen Kontinent, den ich heute kaum kenne, geschweige denn vor hundert Jahren. Ich habe ein paar Freunde in Australien, und mein Sohn hat sechs Monate dort verbracht, aber das hat mir nicht viel über deren Geschichte beigebracht. Dieses Buch hingegen schon. Eine informative, fesselnde und berührende Geschichte.

Es muss ein ziemlich schockierendes Buch gewesen sein, als es 1938 erschien, so nah an den Ereignissen. Ich schätze, viele dachten damals noch so. Der Autor wurde sogar zum "Beschützer der Aborigines" ernannt – das sagt wohl alles.

Viele Bücher, die ich über Australien gelesen habe, handelten eher von den Sträflingen, die zur Einwanderung nach Australien gezwungen wurden. Dieses Buch spielt später und erzählt daher die Fortsetzung dieser Geschichte.

Ach ja, und ich fand auch die Namen der Figuren toll, fast wie bei Charles Dickens. Viele sind nach ihrem Beruf oder einer ihrer Charakterschwächen benannt. Der Bestatter heißt Joe Crowe, Mr. Bigtit ist ein wichtiger Anwalt, O'Crimnell und O'Theef sind Polizisten usw. Ziemlich witzig. Das zeigt, dass der Roman auch voller Humor ist.

Eine lohnende Lektüre. Wer sich für Australien interessiert, sollte ihn unbedingt lesen. Er inspirierte Baz Luhrmann offenbar zu seinem Film "Australia", den ich ebenfalls sehr empfehlen kann, obwohl die Geschichte einen völlig anderen Hintergrund hat und zeitlich etwas später spielt.

Buchbeschreibung:

"Eine fesselnde Erzählung über die Herausforderungen des Lebens in Capricornia, Australien, durch die Linse von Imperialismus und kolonialer Geschichte"

Montag, 22. Juni 2026

Cela, Camilo José "Der Bienenkorb"

Cela, Camilo José "Der Bienenkorb" (Spanisch: La colmena) - The Hive - 1951

Für den "Classics Spin #44" fiel die Wahl auf Nummer 9 unserer Liste. Großartig, dachte ich: ein Nobelpreisträger. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Oft entdecke ich einen neuen Lieblingsautor, wenn ich ein Werk eines Nobelpreisträgers lese. War das diesmal auch so? Ich glaube nicht. Das Buch war ganz in Ordnung, aber nichts Besonderes. Dabei galt es angeblich als sein bestes, sein wichtigstes Werk.

Für meinen Geschmack war es ein ziemliches Durcheinander – oder, wie wir im Deutschen sagen: ein Kuddelmuddel. Es gab zu viele Kurzgeschichten, die zwar irgendwie miteinander verknüpft waren, aber die Sprünge zwischen den einzelnen Erzählungen waren so groß, dass man oft gar nicht mehr wusste, von wem gerade die Rede war. Ja, er wollte zeigen, wie sehr das Leben in Spanien während der Franco-Diktatur einem Bienenstock glich. Leider ist ihm das nur allzu gut gelungen.

Witzigerweise erwähnt er ein Buch, das bei F. Sempere & Co. in Valencia erschienen ist. Ich glaube zwar nicht, dass es eine Verbindung zu dem Verlag aus Carlos Ruiz Zafóns Reihe "Der Friedhof der Vergessenen Bücher" gibt, aber ich habe mich doch gefragt, ob das nun Zufall ist oder nicht. Ruiz Zafón war übrigens ein großartiger spanischer Autor – einer meiner Lieblinge.

Wie dem auch sei: Die Erzählweise war zerfahren, die Figuren wenig sympathisch, und das ganze Buch bot keinen wirklichen Einblick in das Leben der Charaktere. Wirklich schade.

Dies steht auf meinem Buchumschlag.

"Ganz allmählich steigt der Morgen herauf. Er krabbelt wie eine Raupe über die Herzen der Männer und Frauen der Stadt. Beihnach schmeichlerisch klopft er gegen halb erwachte Blicke, gegen Blicke, die niemals neue Horizonte entdecken oder neue Landschaften, neue Dekorationen. Der Morgen, dieser sich ewig wiederholende Morgen spielt ein wenig um das Gesicht der Stadt zu änder. Ein Grab ist sei, ein Klettermast, ein Bienenkorb."

Und das ist die Beschreibung, die im Internet steht.

"In diesem Roman entfaltet Literaturnobelpreisträger Camilo José Cela das Panoptikum des Allzumenschlichen - die Liebe, die Eifersucht, der Ehebruch vor dem Hintergrund des Franco Regimes.

Der Bienenkorb - das ist Madrid im Zweiten Weltkrieg, das ist das Cafe der Dona Rosa. Spiegel eines durch den Bürgerkrieg entwurzelten Kleinbürgertums und Drehpunkt vieler Lebensgeschichten. Von hier führen die Fäden in die Hinterhöfe, Parkanlagen und Absteigen Madrids, zu den Szenen von Liebe, Ehebruch und Eifersucht. So wird dieser beste Roman des Nobelpreisträgers zu einem eindrucksvollen Panoptikum aus dem Alltag einer faschistischen Gesellschaft.

Der nach diesem Roman gedrehte Film von Mario Camus gewann 1983 den 'Goldenen Bären' bei der Berlinale."

Camilo José Cela erhielt 1989 den Nobelpreis für Literatur "für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet."

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Montag, 15. Juni 2026

Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois"

Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois" (Englisch: The Love Songs of W.E.B. Du Bois) - 2021

Das ist so ein wunderschönes Buch. Lasst euch von den über 800 Seiten nicht abschrecken, es lohnt sich absolut. Barack Obama hat es auf seiner Leseliste. Es ist ein Oprah-Buch und wurde auch von verschiedenen anderen Leselisten empfohlen und ausgezeichnet. Eine klare Empfehlung in jeder Hinsicht.

W.E.B. Du Bois, der Mann im Titel, war ein US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller, Historiker und panafrikanischer Bürgerrechtler (1868–1963) und der erste Afroamerikaner, der an der Harvard University promovierte. In diesem Buch wird er häufig erwähnt. Ich habe sein Buch "Die Seelen der Schwarzen" (The Souls of Black Folk) gelesen, eine sehr umfassende Studie über die schwarze Kultur in den Vereinigten Staaten. Dieser Roman trägt zu diesem Thema bei.

Die Geschichte dreht sich um Ailey Pearl Garfield, ein schwarzes Mädchen, geboren 1973, und ihre Vorfahren, deren Ursprünge bis in die 1740er Jahre zurückreichen. Sie hat sowohl schwarze als auch indigene Vorfahren, und deren Geschichte wird ausführlich beleuchtet. Sie muss sich mit den Problemen auseinandersetzen, mit denen viele Frauen, insbesondere schwarze Frauen, zu kämpfen haben. Sie ist eine starke Frau, doch ihr werden viele Hindernisse in den Weg gelegt. Und wir erfahren, wie ihre Vorfahren, vor allem die Frauen, diese Herausforderungen gemeistert haben.

Meine einzige Kritik betrifft nicht die Geschichte oder das Buch selbst. Am Anfang gibt es zwar einen Stammbaum, aber dieser ist mitunter recht verwirrend. Ein Diagramm oder eine Nummerierung der Verwandtschaftsverhältnisse wären hilfreich gewesen. So wie es präsentiert wird, muss man viel suchen, um mehr zu erfahren. Falls ihr es noch lesen wollt: Ein Diagramm steht auf Wikipedia.

Abgesehen davon war das Buch einfach fantastisch, episch.

Buchbeschreibung:

"Jeden Sommer reist Ailey Pearl Garfield nach Chicasetta, einem Provinzort in Georgia, wo die Familie ihrer Mutter seit über 200 Jahren lebt. Dank ihres Onkels Root kommt sie nach Routledge, einem historisch Schwarzen College, setzt sich mit dem großen Denker W.E.B. Du Bois auseinander, sucht ihren Platz in der Welt. Dazu muss Ailey die Geschichte ihrer Familie verstehen, vom Sklavenhandel in Westafrika bis zu den Rassenunruhen ihrer Zeit. Denn als Nachfahrin von Schwarzen, Indigenen und Weißen trägt sie das Erbe von Unterdrückung und Widerstand, Gefangenschaft und Selbstermächtigung in sich."

Samstag, 11. April 2026

Twain, Mark "Bummel durch Europa"

Twain, Mark "Bummel durch Europa" (Englisch: A Tramp Abroad) - 1880

Ich habe schon oft erwähnt, wie sehr ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier) liebe, insbesondere seine Reisebücher. Mir wurde von einigen Leuten empfohlen, die Reiseberichte von Mark Twain über seine Europareisen zu lesen. Also tat ich das. Zuerst las ich "Die Arglosen im Ausland" (The Innocents Abroad) und fand es nicht nur unglaublich langweilig, sondern auch ziemlich rassistisch. Mir wurde dann gesagt, "Bummel durch Europa" sei viel besser. Okay, ich gab ihm noch eine Chance.

Vielleicht missfiel mir seine Einschätzung Europas, aber noch viel mehr, glaube ich, missfiel mir seine Darstellung des amerikanischen Touristen. Und wieder einmal konnte ich in seinen Büchern keinen Humor finden.

Ich fand dieses Buch nicht ganz so rassistisch wie sein erstes (was aber immer noch keine Entschuldigung für einige der Tiraden ist), aber er redete immer noch endlos und meistens über Belangloses. Langweilig, langweilig, langweilig. Ich nehme an, dies wird mein letztes Buch von Mark Twain sein, es sei denn, ich werde "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn" eines Tages mit meinen Enkelkindern noch einmal lesen, falls ich jemals welche haben sollte.

Buchbeschreibung:

"'Bummel durch Europa' (Original: 'A Tramp Abroad') ist ein halb-fiktiver, satirischer Reisebericht des amerikanischen Autors Mark Twain, der erstmals 1880 erschien.

Das Buch beschreibt eine Reise von zwei Freunden durch Deutschland, die Alpen und Italien im Jahr 1878. Der Ich-Erzähler ist Mark Twain selbst, der Reisebegleiter seinem Freund Joseph Twichell nachgebildet. Beide Reisenden hatten sich eigentlich vorgenommen, den größten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen, finden dann aber doch ständig andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Twain spielt auf dieser Reise den typischen amerikanischen Touristen jener Zeit, der angeblich alles sofort versteht, was er sieht, in Wahrheit aber häufig daneben liegt."

Donnerstag, 2. April 2026

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen"

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen" (Französisch: Trois femmes puissantes) - Three strong women - 2009

Wie ich bereits in meiner Rezension zu dem Buch "Rosie Carpe" (Rosie Carpe) der Autorin erwähnte, lese ich ab und zu gerne französische Bücher, um mein Französisch anzuwenden und zu verbessern. Leider gefallen sie mir selten, weil sie meistens so seltsam sind. Auch dieses Buch war keine Ausnahme.

Mir gefiel die Beschreibung des Romans – oder besser gesagt, dessen, was ich für einen Roman über drei Frauen hielt, die sich kannten. Beim Lesen musste ich jedoch feststellen, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Geschichten handelt, die nichts miteinander zu tun haben (außer dass eine von ihnen eine entfernte Verwandte der anderen ist, aber die Geschichten sich nicht überschneiden). Da ich kein großer Fan von Kurzgeschichten bin, war ich ziemlich enttäuscht, als die erste Geschichte mitten im Buch und auch in der Handlung abrupt endete. Keine der Geschichten hat wirklich ein Ende, nun ja, die letzte vielleicht ein bisschen. Keine der Figuren war mir sympathisch; sie alle hatten seltsame Eigenarten, mit denen ich nichts anfangen konnte.

Die Geschichten waren unangenehm und endeten abrupt. Die Figuren schienen nicht einmal den Wunsch zu haben, ihr Leben zum Besseren zu verändern. Das ist immer das Schlimmste an solchen Geschichten.

Nein, nicht mein Fall. Ich muss mir merken, nicht noch einmal in diese Falle zu tappen und ein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Die vierzigjährige Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Das schwierige Treffen mit dem Vater führt die Frau an den Rand des Wahnsinns. Fanta hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren - doch ihm entgeht Entscheidendes. Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös und begehrenswert, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern sich bemüht - doch sie endet, tot, an Grenzen. Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu handeln, wie es die Umgebung verlangt: drei Frauen, die selbst in extremster Situation ihre Würde verteidigen."

Samstag, 21. März 2026

Murakami, Haruki "Kafka am Strand"

Murakami, Haruki "Kafka am Strand" (Japanisch: Umibe no Kafuka/海辺のカフカ) - Kafka on the Shore - 2004

Ich hatte keine Ahnung, dass dieses Buch eine Art Fantasy oder zumindest eine Geschichte des magischen Realismus ist. Ich weiß nicht, was ich davon halten sollte, aber mit so einer Geschichte hatte ich definitiv nicht gerechnet. Vielleicht hat jemand in den Ferien ein Buch von Kafka gelesen oder so.

Jedenfalls nennt sich der Protagonist Kafka. Er läuft von zu Hause weg, um allem zu entfliehen, und beginnt ein neues Leben in einer Bibliothek. Bis jetzt recht interessant. Dann gibt es da noch diesen alten Mann, der als Kind in einen seltsamen militärischen "Unfall" verwickelt gewesen zu sein scheint und mit Katzen sprechen kann. Außerdem gibt es einen Weg von einem Leben ins andere und zurück. Alles ziemlich seltsam. Trotzdem eine interessante Lektüre, eine interessante Geschichte. Man kann versuchen, die verschiedenen Charaktere zu analysieren, die alle unterschiedliche Ziele in ihrem Leben haben – nun ja, sie haben nicht wirklich ein Ziel, aber sie scheinen alle ihrem eigenen Muster im Leben zu folgen.

Wie gesagt, ein seltsames Buch, aber durchaus unterhaltsam.

Buchbeschreibung:

"Der 15-jährige Kafka Tamura reißt von zu Hause aus und flüchtet vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku. Seine abenteuerliche Reise führt ihn in eine fremde Stadt, wo er der faszinierenden Bibliotheksleiterin Saeki begegnet und ihr verfällt. Er macht die Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen alten Mann, der mit Katzen sprechen kann, und gleitet ab in eine fremde, seltsame Welt. Was ist Traum, was ist Wirklichkeit? Wo endet diese Reise voller rätselhafter Begegnungen und labyrinthischer Wege?"