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Samstag, 22. August 2026

Fatland, Erika "Die Grenze"

Fatland, Erika "Die Grenze. Eine Reise um Russland" (Norwegisch: Grensen: En reise rundt Russland gjennom Nord-Korea, Kina, Mongolia, Kasakhstan, Aserbajdsjan, Georgia, Ukraina, Hviterussland, Litauen, Polen, Latvia, Estland, Finland og Norge samt Nordøstpassasjen) - The Border: A Journey Around Russia Through North Korea, China, Mongolia, Kazakhstan, Azerbaijan, Georgia, Ukraine, Belarus, Lithuania, Poland, Latvia, Estonia, Finland, Norway, and the Northeast Passage - 2017

Die Autorin ist eine norwegische Journalistin, die eine Reise entlang der gesamten russischen Grenze unternommen hat. Sie besuchte jedes einzelne Land – auch solche, die international nicht anerkannt sind, wie die de facto souveränen Gebiete im Kaukasus: Abchasien, Südossetien, Adscharien, Bergkarabach und Donezk. Die Einreise in einige dieser Gebiete war nicht einfach. Um nach Bergkarabach zu gelangen, musste sie über Armenien reisen, da eine Einreise von Aserbaidschan aus – zu dem das Gebiet offiziell noch immer gehört – nicht möglich ist.

Sie bereiste all diese Gebiete unter schwierigen Bedingungen und sprach mit den Menschen vor Ort über die jüngere und ältere Geschichte; dabei erfährt man viel über diesen Teil der Welt. Ich halte es für wichtig, mehr über das größte, sehr mächtige und wohl gefährlichste Land der Welt zu wissen.

Es handelt sich um ein großartiges, hervorragend geschriebenes Buch, bei dem man das Gefühl hat, gemeinsam mit der Autorin zu reisen und mit ihr die Länder, die dort lebenden Menschen und deren Geschichte zu entdecken. Fantastisch.

Dies ist das zweite Buch über Russland und seine Geschichte, das Erika Fatland verfasst hat. Ihr erstes Werk, "Sowjetistan. Eine Reise durch Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan" (Sovietistan: Travels in Turkmenistan, Kazakhstan, Tajikistan, Kyrgyzstan, and Uzbekistan), habe ich nach diesem gelesen. Daraus habe ich ebenso viel gelernt wie aus diesem Buch.

Buchbeschreibung:

"Die Journalistin Erika Fatland reist entlang der schier endlosen Grenze Russlands. Von Nordkorea über den Kaukasus, das Kaspische und das Schwarze Meer. Durch die Ukraine und die Staaten Osteuropas geht es bis zur russisch-norwegischen Grenze – nach 14 Staaten und über 20 000 Kilometern stößt sie auf die Arktis. Doch hier endet die Reise nicht etwa.

Von der tschuktschischen Hauptstadt Anadyr aus macht sich Erika Fatland im 'Arktischen Sommer' auf die Reise entlang der Nordostpassage, vorbei an Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja bis nach Kirkenes – und hat damit das flächenmäßig größte Land der Welt einmal umrundet.

Erika Fatland, Autorin des Bestsellers Sowjetistan, reist entlang der über 20 000 Kilometer langen russischen Grenze durch 14 Länder und begegnet dort den unterschiedlichsten Menschen – Taxifahrern, Geschichtsprofessoren, Rentierhirten und anderen. Sie hört zu, stellt Fragen, sammelt Geschichten. So entstehen schillernde Porträts dieser eigenwilligen Menschen und Länder. Aber auch ein Porträt des weltpolitischen Giganten – aus der Sicht seiner Nachbarn."

Freitag, 13. Juni 2025

Sonneborn, Martin "Herr Sonneborn geht nach Brüssel"

Sonneborn, Martin "Herr Sonneborn geht nach Brüssel" [Mr. Sonneborn goes to Brussels] - 2019

"Endlich verstehen, wie in Europa Politik gemacht wird."

Ja, das wäre etwas. Ich glaube allerdings, dass kaum ein Politiker versteht, wie Politik gemacht wird, Europa oder anderswo.

Ich hatte ja schon "99 Ideen zur Wiederbelebung der politischen Utopie. Das kommunistische Manifest" vom gleichen Autoren gelesen, Chefredakteur der Titanic und Vorsitzender der selbstgegründeten Partei "DIE PARTEI".

Humor hat er. Und schreiben kann er auch, das steht außer Frage. Und auch, wenn er damit angibt, im EP nichts zu tun,glaube ich, dass er manchmal mehr geschafft hat als mancher andere, der jahrzehntelang auf einem Posten sitzt.

Da erzählt er z.B. vom monatlichen Umzug des gesamten Parlaments nach Straßburg. Oder von den parlamentarischen Abenden in der Landesvertretung von Baden-Würrtemberg.

Und er bildet ein schönes T-Shirt von seiner Partei ab, bei dem ich überlege, ob ich es mir zulegen sollte. Es geht um den übergeschnappten Präsidenten eines bislang großen Landes, der dieses Land angeblich wieder größer machen möchte, aber Die Partei bietet das Gegenteil an. Siehe hier.

Ich hatte das Glück, vor kurzem das Europäische Parlament zu besuchen. Unser Sohn arbeitet dort für die Volt-Partei und durfte uns herumführen (siehe unten). War schon hochinteressant. Genau wie dieses Buch.

Ich kann es nur empfehlen für jeden, der sich auch nur weitgehen für (Europa-)Politik interessiert. Ob man sich für Martin Sonneborn begeistern kann oder nicht, macht dabei überhaupt keinen Unterschied. Er gibt einen hervorragenden Einblick, wie Europa fluppt oder auch nicht.

Ich bin sehr dafür, dass man so eine Satire-Partei beibehält. Sie zeigt viel auf, was anders und besser gemacht werden könnte. Und weckt vielleicht den ein oder anderen von den etablierten Parteien auf.

Buchbeschreibung:

"Endlich verstehen, wie in Europa Politik gemacht wird.

Das Abenteuer beginnt im Frühjahr 2014. Unerwartet wird der ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn ins EU-Parlament gewählt – als einziger Abgeordneter seiner Partei (Die Partei). Und da er schon mal da ist, beschließt er rauszufinden: Wie funktioniert Europa?

Am Anfang ist es wie eine Klassenfahrt für Erwachsene. Europäer mit 24 verschiedenen Muttersprachen treffen aufeinander. Sie kennen sich nicht, sollen aber gemeinsam Politik machen. Und es werden wilde Jahre: Es geht um die Vergrößerung der EU, den Brexit, Datenschutzrichtlinien, die Katalonienkrise und die Beziehungen zu den USA und zu Russland. Politik wird von Menschen gemacht. Von den Fraktionslosen wie dem polnischen Monarchisten, der das Frauenwahlrecht wieder abschaffen will, und Alessandra Mussolini, der Enkelin des Duce, die über Berlusconis legendäre Po-Liste ins Parlament gekommen ist, genauso wie von den Mitgliedern der großen Parteien. Martin Sonneborn begegnet Martin Chulz (bzw. Schulz), Elmar Brocken (Brok), Beatrix von Strolch, Udo Voigt (NPD) und seiner Frau, Manfred Streber (Manfred Weber, CSU, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei) und Herbert Reul (neuerdings Innenminister in NRW und ein bisschen dumm), Bernd Lucke, Nigel Farage und Angela Merkel."