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Samstag, 28. Februar 2026

McCullough, Colleen "Dornenvögel"

McCullough, Colleen "Dornenvögel" (Englisch: The Thorn Birds) - 1977

Ich habe dieses Buch vor Jahren gelesen, kurz nachdem die Miniserie 1983 herauskam. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich es damals auf Deutsch gelesen habe, weil ich damals nicht so leicht an englische Bücher herankam. Oder überhaupt nicht.

Ich wollte den Roman schon ewig noch einmal lesen und habe es inzwischen geschafft.

Ich denke, man kann dieses Buch getrost als epische Saga bezeichnen. Die Geschichte der Familie Cleary über zwei Generationen erzählt die Geschichte, wie sie Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts von Neuseeland nach Australien kommt und auch nach London und Rom zieht. Die Haupthandlung spielt jedoch in Neuseeland: Wie sich eine Familie in einem fremden Land niederlässt und alle nur erdenklichen Härten durchlebt.

Die Geschichte berührt fast jedes Thema. Nun ja, sie hat über 700 Seiten und bietet daher viel Raum für Drama. Sie ist so gut geschrieben. Die Charaktere werden so lebendig, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Man fürchtet mit ihnen, man freut sich mit ihnen. Man hat Mitleid mit ihnen, wenn etwas Schlimmes passiert. Einer solchen Familie kann viel Schlimmes widerfahren, aber es gibt auch einige unerwartete Seiten, unerwartete Wege, die diese Geschichte einschlägt.

Mir hat es besonders gefallen, weil es die Strapazen zeigt, die Menschen bei der Besiedlung eines neuen Kontinents durchmachen mussten. Auch wenn die Clearys nicht die ersten Siedler waren, gab es sowohl in Neuseeland als auch in Australien viel zu überwinden. Manche Dinge sollten wir heute nicht vergessen, wo all diese Länder über alle erdenklichen modernen Einrichtungen verfügen.

Wie auch immer, wenn ihr dicke Bücher liebt und gerne über Australien lesen möchtet, ist dies ein wunderbares Buch, egal ob ihr die Serie gesehen habt oder nicht. Lest es. Ihr werdet es nicht bereuen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, die DVD wieder herauszuholen.

Buchbeschreibung: 

"Nach einer Legende singt der Dornenvogel nur dann sein wunderschönes Lied, wenn es zum Sterben geht. Denn, so heißt es, das lebendige Wesen vermag erst dann höchste Vollendung zu erreichen, wenn es das Liebste - sein Leben - opfert.

Die stürmisch-romantische Saga einer außergewöhnlichen Familie, der Clearys. Die Geschichte beginnt zu Anfang unseres Jahrhunderts, als Paddy Cleary mit Frau und sieben Kindern von Neuseeland nach Australien auswandert, um dort auf einer der großen Farmen im weiten Grasland von Neusüdwales für seine ältere Schwester zu arbeiten. Die Saga endet mehr als ein halbes Jahrhundert später, als in der dritten Generation die letzte der Clearys, die brilliante Schauspielerin Justine, die Wurzeln ihres Geschicks nach Europa verpflanzt."

Freitag, 6. Juni 2025

Guterson, David "Unsere Liebe Frau vom Wald"

Guterson, David "Unsere Liebe Frau vom Wald" (Englisch: Our Lady of the Forest) - 2003

Von allen David-Guterson-Romanen, die ich gelesen habe, gefällt mir dieser am wenigsten. Ein junges Mädchen ist von zu Hause weggelaufen und lässt sich im Wald nieder, wo sie behauptet, von der Jungfrau Maria besucht und angewiesen worden zu sein, an diesem Ort eine Kirche zu bauen. Dies führt dazu, dass Hunderte von Menschen in den Wald im Bundesstaat Washington pilgern und große Verwirrung unter den Dorfbewohnern und den in der Nähe lebenden Menschen in Wohnwagen herrscht.

Nicht gerade das, was ich nach der Lektüre von "Östlich der Berge" (East of the Mountains) und "Schnee, der auf Zedern fällt" (Snow Falling on Cedars) erwartet hatte, aber dennoch eine brillante Darstellung menschlichen Verhaltens.

Buchbeschreibung:

"Ann Holmes ist sechzehn und mit den dunklen Seiten des Lebens bestens vertraut. Ausgerechnet dieser psychisch labilen Außenseiterin erscheint in einer gottverlassenen Gegend der USA die Jungfrau Maria. Die verwahrloste Ausreißerin, die vom Pilzesammeln lebt, fühlt sich berufen, die Botschaft der Mutter Gottes weiterzugeben. Zunächst sind es nur vier verlorene Seelen, die Ann Holmes in den Wald folgen: ein desillusionierter Alt-Hippie, eine alkoholkranke Barfrau, eine eifernde Katholikin und die Mutter eines vermissten Mädchens. Doch schon bald löst Ann unter den resignierten Bewohnern der trostlosen Provinz im Nordwesten Amerikas eine Massenpsychose aus."

Dienstag, 3. Juni 2025

Curtis Higgs, Liz "Die Bad Girls der Bibel"

Curtis Higgs, Liz "Die Bad Girls der Bibel. ... und was wir von ihnen lernen können" (Englisch: Bad Girls of the Bible) - 1999

Eine unserer Kirchengemeindelesungen. Ein interessantes Konzept, die Bibelgeschichten in einen zeitgenössischen Kontext zu stellen. Manche Geschichten sind wirklich spannend, vor allem die bekannten "Mädchen". Andere waren nicht so fesselnd. Allerdings muss ich sagen, ich bin sowieso kein großer Fan von Kurzgeschichten.

Die verschiedenen Geschichten gaben uns jedoch viel Gesprächsstoff und viele Anregungen zum Nachdenken.

Mein Favorit war Lots Frau. Ein guter Ansatz.

Buchbeschreibung:

"Liz Curtis Higgs, US-Bestseller-Autorin und auf jeder Frauenfrühstücks-Bühne ein Erlebnis der dynamischsten Art, nimmt zehn böse Mädchen aus der Bibel unter die Lupe. Sie unterteilt sie in drei Kategorien: Die einen sind böse bis ins Mark. Die zweiten sind böse für eine gewisse Zeit. Und die dritten sind bloß böse für einen kurzen Augenblick. Higgs bringt jeden Charakter auf den Punkt: witzig, locker, treffend. Plötzlich werden die Frauen aus der Bibel vor uns lebendig. Sie werden Menschen aus Fleisch und Blut, werden greifbar und verstehbar - mögen sie auch noch so zwielichtig sein und direkt aus der Versager-Ecke kommen."

Dienstag, 6. Mai 2025

Brown, Dan "Sakrileg"

Brown, Dan "Sakrileg" (Englisch: The Da Vinci Code) - 2003

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ein paar Freunde aus der Kirche es gelesen haben. Nicht meine Art von Buch. Ich stehe nicht auf Krimis oder Mystery. Und darum geht es hier, egal wie viele Anspielungen auf die katholische Kirche gemacht werden. Aber ich denke, selbst wenn mir diese Art des Schreibens gefallen würde, ist sein Stil nicht sehr ansprechend und seine Hinweise werden von seinen Charakteren eher zu leicht gefunden. Was für eine Zeitverschwendung. Unnötig zu sagen, dass dies mein erstes und mein letztes Dan Brown-Buch war.

Anscheinend steht der Autor an der Spitze der Oxfam-Liste für die meisten gespendeten Bücher, was meiner Meinung nach alles sagt.

Buchbeschreibung:

"Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt ..."

Samstag, 3. Mai 2025

Schmitt, Éric-Emmanuel "Oscar und die Dame in Rosa"

Schmitt, Éric-Emmanuel "Oscar und die Dame in Rosa" (Französisch: Oscar et la dame rose) - Oscar and the Lady in Pink - 2002

Wie schon in "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" (Monsieur Ibrahim and the Flowers of the Koran/Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran) führt Éric-Emmanuel Schmitt seine Leser durch die Augen eines Kindes in eine Religion ein. Diesmal spricht er über das Christentum. Oscar ist ein zehnjähriger Junge, der an Krebs leidet. Die Dame in Pink ist eine der Krankenschwestern in einer rosa Uniform, die ihn jeden Tag besucht. Sie schlägt ihm vor, Briefe an Gott zu schreiben. Es ist interessant, Oscars Gedanken während seiner Krankheit zu verfolgen, vielleicht während seiner letzten Tage auf Erden. Ich habe irgendwo gelesen, dass dies eine Geschichte über Akzeptanz ist. Stimmt.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch: "Meine Krankheit ist ein Teil von mir. Sie sollten sich nicht anders verhalten, weil ich krank bin. Oder können sie mich nur lieben, wenn es mir gut geht?" Gute Frage, Oscar.

Buchbeschreibung:

"Der zehnjährige Oskar hat Leukämie und weiß, dass er nicht mehr lange leben wird. Die ehemalige Catcherin Madame Rosa bringt ihn auf die Idee, über alles nachzudenken, was ihn bewegt – in 13 Briefen an den lieben Gott. Unsentimental und unerschrocken erzählen Oscars Briefe von Liebe, Schmerz, Freude und Verlust. In nur wenigen Tagen erlebt er auf wundersame Weise ein ganzes Menschenleben.."

Wir haben dies in unserem internationalen Lesekreis im Mai 2016 besprochen.

Mittwoch, 9. April 2025

Greene, Graham "Am Abgrund des Lebens"

Greene, Graham "Am Abgrund des Lebens" (Englisch: Brighton Rock) - 1938

Mir hat dieser Roman ziemlich gut gefallen, wahrscheinlich nicht einer meiner Favoriten, aber wirklich nicht schlecht. In ähnlicher Weise hat mir auch "Das Ende einer Affäre" (The End of the Affair) gefallen. Ein Journalist wird in Brighton getötet, die Polizei erklärt es für einen natürlichen Tod, eine Frau, die den Mann gerade erst kennengelernt hat, beschließt, die Täter finden zu wollen. Mir hat gefallen, wie Greene die Charaktere beschrieben hat, wie man den Protagonisten wirklich gerne hasst, versucht, die Frauen und alle anderen Personen in diesem Roman zu verstehen. Da ich selbst Katholikin bin, fand ich den religiösen Teil ziemlich interessant. Die Hauptfigur benutzte die Gebete fast wie ein Mantra, ohne überhaupt etwas über den Hintergrund zu wissen, außer der Tatsache, dass er "verdammt" war. Mir hat die Atmosphäre am Meer gefallen, ich kann mir jedoch vorstellen, dass sie einen großartigen Hintergrund für einen Film abgibt (den ich mir jetzt gerne ansehen würde). Alles in allem bin ich froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, und würde es empfehlen.

Buchbeschreibung:

"Das berühmte Seebad Brighton ist Schauplatz dieses spannenden Romans um den 17-jährigen Bandenchef Pinkie. Als ein Mordauftrag schlecht ausgeführt wird, nimmt er Kontakt mit der jungen Kellnerin Rose auf, um die Zeugin zum Schweigen zu bringen. Doch er hat nicht mit der resoluten Ida gerechnet, einer Zufallsbekannten des Mordopfers, die sich keinesfalls mit dessen spurlosem Verschwinden abfinden will."

Mittwoch, 26. März 2025

Stone, Irving "Michelangelo"

Stone, Irving "Michelangelo" (Englisch: The Agony and the Ecstasy: A Biographical Novel of Michelangelo) - 1961

Ein Buch über das Leben und die Kunst Michelangelos. Was für ein Buch! Was für ein Mann! Sein Leben war sein Werk und sein Werk war sein Leben. Er schien einfach alles zu wissen und alles tun zu können. Wie interessant muss es für jemanden wie ihn gewesen sein, in einem Zeitalter zu leben, in dem man alles selbst herausfinden muss und nicht einfach im Internet nachschlagen kann. Auch wenn es viel Leid gab, hat die Ekstase das nicht mehr als wettgemacht?

Viele von uns haben länger (bis zu sechs Monate) gebraucht, um das Buch zu lesen, als wir dachten.

Es war nicht das, was wir erwartet hatten, einige fanden, es sei zu detailliert, uns gefiel seine Herangehensweise, wie er sich darauf einließ, das Konzept der Familie, wie er sie trotzdem unterstützen musste und nicht entkommen konnte. Natürlich waren die Zeiten anders, die Kinder waren die Lebensversicherung.

Wir genossen die Teile, in denen er malte und die Menschen studierte, seine Arbeit ist einfach wunderbar.

Es war interessant zu sehen, wie er sich nach dem Tod eines Papstes um seine Kunst sorgen musste, seine Beziehungen/Freundschaften waren ein großer Faktor. Die Probleme zwischen Kirche und Staat, nun ja, die gibt es immer, wenn man Religion und Staat vermischt, man hat ein theokratisches Regime. Aber der Autor hat sich viele Gedanken darüber gemacht und es sehr gut beschrieben. Wir bekamen einen großartigen Einblick in diese Zeit, Religion, Macht, Interessen.

Er lebte in einer Welt, in der viele Interessen alles waren, sowohl Michelangelo als auch da Vinci wurden zu ihrer Zeit anerkannt (kommt nicht sehr oft vor). Während seiner Lehrzeit wurde ihm auch das Leben im Allgemeinen beigebracht. Laut da Vinci ist die Bildhauerei der Malerei unterlegen, dies war ein lebenslanger Kampf. Wir waren uns alle einig, dass in unserer Zeit alles so einfach ist und das keine großartigen Menschen hervorbringt. Dies war eine Gelegenheit, über unsere Kinder zu sprechen und wie ihre Zukunft aussieht. Kinder hatten früher mehr Kompetenz.

Es kam die Frage auf, ob der Bereich, ein großes Werk zu schreiben, verschwunden ist. Ob dies auch nur in verzweifelten Zeiten möglich ist. Wir konnten keine Antwort finden.

Wir haben eine Empfehlung für die, die das Buch noch nicht gelesen haben. Seht euch die chronologischen Listen hinten an, bevor (und während) ihr das Buch lest.

Auf jeden Fall ein sehr lohnendes und würdiges Buch.

Wir haben es in unserem internationalen Lesekreis im August 2008 besprochen.

Buchbeschreibung:

"In dem vor Vitalität berstenden Stadtstaat Florenz des 16. Jahrhunderts kämpfte eines der universalen Genies der Menschheitsgeschichte wie ein Titan gegen Kardinäle, Fürsten und Päpste. Rivalitäten mit berühmten Zeitgenossen wie Leonardo da Vinci und Raffael machten ihm das Leben ebenso schwer wie seine eigene dämonische Natur. In den Wirren einer zwischen üppigem Prunk und ständigen Kriegen zerrissenen Zeit schuf Michelangelo, 'Gottes eigenes Kind', sein unsterbliches Werk."

Dienstag, 25. Februar 2025

Sobel, Dava "Galileos Tochter"

Sobel, Dava "Galileos Tochter" (Englisch: Galileo's Daughter: A Drama of Science, Faith and Love) - 2000

Ein sehr interessantes Buch. Allerdings fanden wir den Titel nicht ganz richtig, da es in diesem Buch mehr um Galileo selbst als um seine Tochter geht.

Das Leben von Galileo wird jedoch sehr gut dargestellt. Er war ein brillanter Kopf – und seine Tochter auch. Das Buch beschreibt die Zeit und die Schwierigkeiten, mit denen Wissenschaftler zu kämpfen hatten, sowie die unterschiedlichen Umstände, unter denen die Menschen damals lebten. Die Auswahlmöglichkeiten für Frauen waren nicht groß, na ja, fast nicht vorhanden. Sie konnten entweder heiraten oder in ein Kloster gehen. Sie hatten mit vielen Krankheiten zu kämpfen, darunter auch mit der Pest. Die Bewohner des Franziskanerklosters hatten ein hartes Leben zu ertragen, sie verhungerten fast vor lauter Armut. Sie zeigten enormen Mut.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil ich gerne über Menschen in anderen Zeiten lese. Wir waren uns einig, dass die meisten von uns dieses Buch nie in die Hand genommen hätten, wenn es den Lesekreis nicht gegeben hätte.

Mein Lieblingszitat: "In der Bibel geht es darum, wie man in den Himmel kommt – nicht darum, wie es im Himmel ist." (übersetzt von mir, Original: The Bible is about how one goes to Heaven - not how Heaven goes.)

Wir haben dieses Buch in unserem internationalen Lesekreis im September 2006 besprochen.

Buchbeschreibung:

"Anfang des 17. Jahrhunderts drohte das katholische Weltbild aus den geordneten Bahnen zu geraten. Giordano Bruno hatte die Behauptung aufgestellt, daß die Erde sich um die Sonne drehe, statt, wie bisher geglaubt, im Zentrum des Universums zu ruhen. Für diese Einsicht wurde er 1600 verbrannt. Im gleichen Jahr wurde Virginia geboren. Sie ging aus der langjährigen unehelichen Beziehung des großen Wissenschaftlers, Philosophen und Schriftstellers Galileo Galilei hervor. Wie Bruno erblickte auch Galilei durch sein Fernrohr nicht den christlichen Himmel, sondern das Firmament der Wissenschaft an der Schwelle einer neuen Epoche. Galilei war es, der das christliche Lehrgebäude seiner Zeit wie kein anderer erschütterte. Dennoch blieb er stets ein tiefgläubiger Christ. So lag es für ihn nahe, seinen illegitimen Sproß samt jüngerer Schwester mit nur dreizehn Jahren in ein Kloster zu geben. Als Nonne legte sich Virginia den Namen Maria Celeste, die Himmlische, zu. Doch Maria Celeste griff nicht nach den Sternen, obwohl sie das Talent ihres Vaters geerbt hatte. Vielmehr unterstützte sie Galilei und erkannte die Bedeutung seines Werkes. 124 Briefe aus ihrer Feder zeugen von der liebevollen Verbundenheit zwischen Vater und Tochter. Galileis Schreiben an Maria Celeste hingegen sind verschollen. Bis zu ihrem frühen Tod mit nur dreiunddreißig Jahren stand Maria Celeste dem umstrittenen Genie näher als jeder andere Mensch. Galilei, der seine Lehre unter dem Druck der Inquisition widerrufen mußte, starb 1642 und wurde neben seiner Tochter bestattet.

Das Erfolgsrezept der amerikanischen Wissenschafts- und Bestsellerautorin Dava Sobels besteht aus einer gelungenen Mischung aus den Briefen von Maria Celeste, lebendig nachgezeichnetem Zeitgeist und der verständlichen Einführung in Fachwissen.
Galileos Tochter ist eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe, die man so schnell nicht wieder aus der Hand legen wird."

Samstag, 15. Februar 2025

Woolfolk Cross, Donna "Die Päpstin"

Woolfolk Cross, Donna "Die Päpstin" (Englisch: Pope Joan) - 1996

Ein historischer Liebesroman mit einer interessanten Wendung, egal ob wir glauben, dass es Päpstin Johanna gab oder nicht. Dieser Roman erzählt uns einiges über das Leben im 9. Jahrhundert und ist leicht zu lesen. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir haben dies im April 2002 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Johanna, ein junges Mädchen mit überragenden Geistesgaben, wächst im Frankreich des 9. Jahrhunderts heran. Als Tochter eines strenggläubigen Vaters und einer heidnischen Mutter gelingt ihr, was allen Mädchen im Mittelalter verwehrt blieb: Sie erhält eine fundierte heilkundliche und philosophische Ausbildung. Doch Johanna weiß, daß ihr als Frau die letzten Tore der Weisheit verschlossen bleiben, ja daß sie kaum überleben wird. Als Mönch verkleidet, tritt sie zunächst ins Kloster Fulda ein und macht sich Jahre später auf den Weg nach Rom. Dort gelangt sie als Leibarzt des Papstes innerhalb kurzer Zeit zu großer Berühmtheit. Und schließlich ist sie es selbst, die die Geschicke der katholischen Kirche leitet: Als Papst Johannes Angelicus besteigt sie den päpstlichen Thron."

Donnerstag, 23. Januar 2025

Harris, Joanne "Schokolade: Eine himmlische Verführung"

Harris, Joanne "Schokolade: Eine himmlische Verführung" (Englisch: Chocolat) - 1999

Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit gelesen, als alle davon schwärmten. Tatsächlich war es eine meiner früheren Lesekreis-Lektüren. Es gefiel mir ganz gut, aber ich konnte mir einfach nicht erklären, warum alle es so sehr lobten. Die Geschichte selbst war nicht absolut neu oder interessant, der Schreibstil war in Ordnung, aber nichts Alltägliches. Wie gesagt, es war in Ordnung, aber das war es auch schon.

Dann sah ich zufällig den Film. Ich weiß nicht mehr, warum, denn normalerweise würde ich mir nicht unbedingt einen Film ansehen, wenn mir das Buch nicht gefallen hat. Aber ich sah ihn und fand ihn toll. Wahrscheinlich lag es an den Schauspielern, sie waren alle großartig. Dies ist die einzige Geschichte, die mir einfällt, bei der mir der Film besser gefiel als das Buch.

Buchbeschreibung:

"Es ist Fastnacht, als Vianne Rocher mit ihrer kleinen Tochter Anouk in das französische Städtchen Lansquenet-sous-Tannes kommt und die leerstehenden Räume einer Bäckerei am Kirchplatz in einen bezaubernden Laden für Schokoladen und Pralines aller Art verwandelt. Pater Reynaud, dem ortsansässigen Pfarrer, ist diese Art 'himmlischer Verführung' jedoch ein Dorn im Auge: Schokolade, und dazu noch in der Fastenzeit! Er erklärt Vianne Rocher den Krieg - und untersagt den Mitgliedern seiner Gemeinde jeden Umgang mit ihr. Doch Vianne hat ein besonderes Gespür für ihre Kunden: Für jeden weiß sie das Praliné oder die Schokoladensorte, die am besten seiner Persönlichkeit entspricht. Und so entwickelt sich ihr kleiner Laden schon rasch zum geheimen Mittelpunkt des Ortes, zu dem jeder seine Sorgen, Hoffnungen und Träume trägt. In diesem Konflikt setzt Pater Reynaud alles auf eine Karte."

Wir haben dies 2000/2001 in unserem niederländischen International Women's Lesekreis gelesen.

Montag, 20. Januar 2025

Joyce, James "Porträt des Künstlers als junger Mann"

Joyce, James "Porträt des Künstlers als junger Mann" (Englisch: A Portrait of the Artist as a Young Man) - 1916

Die Geschichte eines jungen Mannes, der versucht, sich selbst zu finden, eine Geschichte über James Joyce selbst, seine Figur Stephen Dedalus ist teilweise autobiografisch. Stephen stammt aus einer armen irischen Familie und besucht ein religiöses Internat, das er aus finanziellen Gründen verlassen muss. Dann wechselt er in eine andere religiöse Schule, wo man ihn davon zu überzeugen versucht, Priester zu werden. Diese Frage ist dem Autor sehr wichtig und er versucht, sich selbst als Priester vorzustellen. Aber er entscheidet, dass das Leben, wie es ist, für ihn viel interessanter ist und dass er es in Freiheit leben möchte. Zwischen all dem geht er von allen möglichen religiösen und sozialen Fragen zum Sinn des Lebens und seinen ersten Versuchen, Schriftsteller zu werden.

Das Buch selbst ist sehr philosophisch und man könnte ein ganz neues Buch über Stephen Dedalus schreiben ... nun, James Joyce hat es getan. "Ulysses" (Ulysses) war zunächst nur als Kurzgeschichte für die Sammlung "Dubliner" (Dubliners) gedacht, wurde dann aber als Fortsetzung von "Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" geschrieben.

Buchbeschreibung:

"James Joyce' erster Roman ist deutlich zugänglicher als seine späteren Werke 'Ulysses' (1922) und 'Finnegans Wake' (1939), verrät aber bereits die Meisterschaft seines avantgardistischen Erzählstils.

In diesem Bildungsroman wird alles aus der Perspektive des Protagonisten geschildert; der Text bietet so dem Leser einen subjektiven Blick auf die Welt."

Donnerstag, 2. Januar 2025

Cather, Willa "Schatten auf dem Fels"

Cather, Willa "Schatten auf dem Fels" (Englisch: Shadows on the Rock) - 1931

Vor ein paar Jahren habe ich mit meinem Lesekreis "Meine Antonia" (My Ántonia) gelesen und war begeistert. Es war eine großartige Beschreibung über neue Siedler in Amerika. Als ich dann auf "Schatten auf dem Fels" stieß, das von Quebec im 17. Jahrhundert handelt, dachte ich, das wäre sicherlich ein großartiges Buch für meine Liste, so ähnlich wie ihr vorheriges Buch, nur über Kanada.

Ich nehme an, die Autorin hatte nicht so viel Erfahrung mit Kanada, kannte nicht so viele Siedler von dort oder was auch immer, aber dieses Buch klang nicht so wahr wie ihr anderes. Es war eine ganz passable Lektüre, aber es hat mein Interesse an der Geschichte nicht so geweckt wie ihr anderes.

Es hat jedoch dazu geführt, dass ich mehr über die realen Personen erfahren wollte, die sie erwähnt, und ich habe im Internet eine Menge Informationen über sie gefunden, das war also schon mal was.

Normalerweise liebe ich historische Romane, aber dieser hier war nichts für mich.

Buchbeschreibung:

"Einfühlsamer Roman über das Heranwachsen eines jungen Siedlermädchens in Quebec

Die Wiederentdeckung einer großen amerikanischen Klassikerin geht weiter: In 'Schatten auf dem Fels' wendet sich Willa Cather der faszinierenden Wildnis Kanadas zu. Mit berührender Anteilnahme und literarischem Feingefühl erzählt sie von einer französischen Einwandererfamilie, die auf dem «Grauen Fels» erst heimisch werden muss.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts beginnt die Pariser Familie Auclair in Kanada ein neues Leben. Als ihre Mutter stirbt, wird die zehnjährige Cécile mit der Führung des Haushalts betraut. Allmählich lernen Vater und Tochter sich mit den langen Wintern zu arrangieren. Sie unterhalten eine kleine Apotheke, und bei der Arbeit zwischen Pulvern und Pasten hören sie die aufregendsten Geschichten von der Jagd in den Wäldern und dem Tauschhandel mit den Indianern. Doch ist Quebec wirklich die richtige Umgebung für ein heranwachsendes Mädchen wie Cécile? Immer öfter denkt Monsieur Auclair daran, nach Frankreich zurückzukehren …

Willa Cather wendet sich in diesem Roman einem der ergiebigsten Stoffe der amerikanischen Literatur zu: der Begegnung von Alter und Neuer Welt."

Donnerstag, 14. November 2024

Falcones, Ildefonso "Die Pfeiler des Glaubens"

Falcones, Ildefonso "Die Pfeiler des Glaubens" (Spanisch: La mano de Fátima) - The Hand of Fatima - 2009

Nachdem ich "Die Kathedrale des Meeres" (Cathedral of the Sea) gelesen und geliebt hatte, musste ich mir einfach den nächsten Roman dieses Autors besorgen. Ich liebe historische Romane, besonders wenn sie mir etwas über eine Zeit beibringen, über die ich nichts oder kaum etwas weiß. Ich wusste, dass die Alhambra von den Mauren erbaut wurde und dass es in Spanien viele Muslime gab, aber das war es auch schon.

1564 vereint Hernando Ruiz, ein uneheliches Kind einer muslimischen Frau, die von einem katholischen Priester vergewaltigt wurde, beide Kulturen, wird aber von keiner akzeptiert. Er verbringt sein ganzes Leben damit, die beiden Religionen zusammenzubringen und opfert dabei fast alles. Vom Aufstand der Morisken (zum Christentum konvertierte ehemalige Muslime) in Granada bis zur Vertreibung aller Muslime aus Spanien.

Aber der Autor liefert auch einen wunderbaren Bericht über Liebe und Hingabe, Entscheidungen, die getroffen werden müssen, Macht und deren Verlust, die Weitergabe des eigenen Erbes, die Themen sind endlos. Manche würden sagen "Genau wie dieses Buch." Ich war traurig, mich nach 972 Seiten davon verabschieden zu müssen.

Ein Zitat muss ich hinzufügen: "Wir Menschen sind es, die sich voneinander trennen, die interpretieren, die wählen. Gott bleibt derselbe; ich glaube, das bestreitet niemand."

Da mein Spanisch nicht "so gut" ist, habe ich die englische Übersetzung gelesen. Entgegen dem Gefühl, das ich oft habe, fühlt es sich nicht wirklich wie eine Übersetzung an, auch wenn ich die Originalsprache nicht spreche.

Dies ist ein MUSS für alle, die lange Bücher und/oder historische Romane lieben.

Buchbeschreibung:

"Andalusien 1568. Nach Jahren der Unterdrückung erheben sich die Mauren gegen ihre christlichen Peiniger. Unter den Aufständischen ist auch Hernando Ruiz, ein junger Mann mit auffallend blauen Augen, gezeugt bei der brutalen Vergewaltigung einer Muslimin durch einen Priester. Von Geburt an als Außenseiter gezeichnet, führt Hernando einen einsamen Kampf, bis die Liebe zu einer Frau ihm Hoffnung auf ein neues Leben schenkt, aber auch eine schreckliche Entscheidung abverlangt ..."

Falcones, Ildefonso "Das Lied der Freiheit"

Falcones, Ildefonso "Das Lied der Freiheit" (Spanisch: La Reina Descalza) - The Barefoot Queen - 2013

Wie schon in seinen früheren Büchern "Die Kathedrale des Meeres" (Cathedral of the Sea) und "Die Pfeiler des Glaubens" (The Hand of Fatima) enttäuscht Ildefonso Falcones auch mit seinem neuesten Roman nicht. Ob er nun über Barcelona im 14. Jahrhundert, Muslime im 16. Jahrhundert oder Zigeuner im 18. Jahrhundert spricht, er scheint alle Charaktere persönlich zu kennen und führt uns in ihr Leben und ihre Kämpfe ein. Diesmal sind es die Zigeuner und ihre Probleme in einem Land, in dem sie nicht willkommen sind, na ja, wo sind sie das schon? Sie können ihren Lebensunterhalt nicht verdienen, indem sie irgendwo bleiben, weil sie viele, viele Jobs nicht ausüben dürfen, aber sie können auch nicht reisen. Und als die spanische Krone beschließt, sie alle einzusperren, um den perfekten Völkermord durchzuführen. Nun, zum Glück gibt es keinen perfekten Völkermord, es gibt immer Angehörige einer Rasse, die bereit sind, bis zum Ende zu kämpfen.

Ildefonso Falcones ist ein großartiger Geschichtenerzähler. Er kann uns in die Charaktere verlieben und mit ihnen fühlen lassen, während sie ihr dramatisches Leben durchleben. Und darüber hinaus ist es auch eine fantastische Geschichtsstunde. Wir lernen nicht nur etwas über Spanien im 18. Jahrhundert, sondern auch über Sklaven in Kuba, Tabakanbau und -verarbeitung, Handel und Schmuggel. Es gibt so viel in dieser Geschichte. Obwohl Caridad, eine ehemalige Sklavin, die Protagonistin sein soll, sind ihre Freundin Milagros mit ihrem Großvater Melchor und ihre Familie auch ziemlich wichtig für die Geschichte.

Alle seine Bücher sind einfach hervorragend. Hoffentlich schreibt er bald mehr.

Buchbeschreibung:

"Sevilla 1748: Die freigelassene Sklavin Caridad findet Zuflucht bei der Zigeunerfamilie Vega. Hier freundet sie sich mit der schönen Sängerin Milagros an. Beide wissen, was es heißt, einem unterdrückten Volk anzugehören – noch dazu als Frau in einer von Männern beherrschten Welt. Ihre von Schicksalsschlägen gezeichneten Lebenswege führen sie von den sonnenverbrannten Ebenen Andalusiens in die prunkvollen Straßen und Theater der Königsresidenz Madrid.

Ildefonso Falcones’ opulenter Roman ist wie der Flamenco: Er erzählt von Schmerz und Trauer, Liebe und Freundschaft, Hass und Verrat, Sehnsucht und Hoffnung – und von der Freiheit.
"

Donnerstag, 29. August 2024

Falcones, Ildefonso "Die Tränen der Welt"

Falcones, Ildefonso "Die Tränen der Welt" (Spanisch: El pintor de almas) - The painter of souls - 2019

"Ich möchte, dass meine Leser*innen unterhaltsame und spannende Lesestunden genießen." sagt der Autor über dieses Werk. Das ist ihm vollauf gelungen.

Ich habe von ihm ja schon mehrere Bücher gelesen (siehe hier und hier). Sie sind alle sagenhaft. Jedesmal nimmt Ildefonso Falcones sich einen anderen Teil der Geschichte Barcelonas, seiner Heimatstadt vor. Daher vergleiche ich ihn natürlich auch gerne mit Carlos Ruiz Zafón (deutsch und englisch), dessen sagenhafte Romane ja auch größtenteils in Barcelona stattfinden. Eine Stadt, die ich unbedingt einmal besuchen möchte.

In dieser Geschichte geht es nicht nur um die politischen Probleme zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, auch die Kunst kommt nicht zu kurz. So lernen wir nicht nur über die Entstehung der Sagrada Familia und anderer Gaudí-Werke sondern auch über andere berühmte Künstler der Zeit. Es entsteht das Bild einer wunderhübschen Stadt.

Aber in erster Linie handelt es sich hier um die Probleme der Arbeiterschaft, die nicht nur von den Reichen sondern auch von der Kirche unterdrückt wurden. Ihr Kampf für bessere Bedingungen für sich und ihresgleichen ist schwer und wieder immer wieder von denen behindert, die nichts von ihrer Überlegenheit aufgeben wollen.

Ich freue mich schon auf sein nächstes Buch,das hoffentlich bald in einer Übersetzung erscheint: "Esclava de la libertad" (Sklavin der Freiheit).

Buchbeschreibung:

"Ein neues Zeitalter - eine Welt voller Möglichkeiten

Barcelona, 1901. Während soziale Unruhen die Stadt in Aufruhr versetzen, führt der ehrgeizige Maler Dalmau Sala ein Leben zwischen zwei Welten. Tagsüber gestaltet er Kacheln in einer Keramikfabrik und versucht in den elitären Kreisen seines Arbeitgebers seine Kunst zu verkaufen. Nach Feierabend kämpft Dalmau gemeinsam mit Emma, seiner großen Liebe, für die Rechte der Arbeiterklasse. Doch als ein tragisches Unglück geschieht, zerbricht ihre Beziehung. Jeder seiner Versuche, sie zurückzugewinnen, scheitert – bis Emma festgenommen wird. Als die Protestaktionen der Republikaner immer stärker ausarten, muss Dalmau um ihrer beider Leben fürchten und sich entscheiden: Wählt er die Flucht ins Ungewisse oder den Kampf für seine Ideale und für die Liebe?

Meisterhaft, packend und unterhaltsam porträtiert der Autor des Weltbestsellers Die Kathedrale des Meeres die aufstrebende Metropole Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts."

Montag, 22. Juli 2024

Greene, Graham "Das Ende einer Affäre"

Greene, Graham "Das Ende einer Affäre" (Englisch: The End of the Affair) - 1951

Diese Geschichte sieht aus wie eine einfache Liebesaffäre zwischen einem Mann und einer verheirateten Frau. Sie leben ihre Affäre in aller Stille, ohne erwischt zu werden, bis etwas Schreckliches passiert. Greene beschreibt ein Leben voller Elend für beide Protagonisten, und der Roman ist manchmal ziemlich deprimierend. Aber der Schreibstil ist wunderbar, und die Charaktere wirken sehr real. Sie sind eifersüchtig und besessen, die Beziehungen werden perfekt beschrieben. Die Geschichte spielt in London während des Zweiten Weltkriegs, aber ich denke, sie könnte jederzeit und überall stattfinden. Dies war mein erster Roman von Greene und ich habe auch "Brighton Rock" (Am Abgrund des Lebens) gelesen, was mir auch sehr gut gefallen hat.

Wir haben dies 2000/2001 in unserem niederländischen internationalen Lesekreis gelesen.

Buchbeschreibung:

"Ein erfolgreicher Schriftsteller wird von einer heftigen Liebe zu der Frau seines Nachbarn ergriffen, die sie ebenso heftig erwidert. Bis die Geliebte plötzlich ihre Beziehungen zu ihm abbricht, nachdem er um Haaresbreite dem Tod durch eine Bombe entgangen ist. Eifersüchtig beauftragt er einen Detektiv, dessen Recherchen schließlich zur Aufdeckung eines geheimnisvollen 'Dritten Mannes' führen."

Mittwoch, 24. April 2024

McCourt, Frank "Die Asche meiner Mutter"

McCourt, Frank "Die Asche meiner Mutter" (Englisch: Angela's Ashes) - 1996

Ich habe dieses Buch vor langer Zeit in meinem ersten Lesekreis in England gelesen. Eine wundervolle Autobiografie, so lebendig. Und elend. Was für ein elendes Leben. Tolstoi beginnt "Anna Karenina" (Anna Karenina) mit: "Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise." Frank McCourt fügt sogar hinzu: "Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit." Nun, diese Familie hat eine sehr elende Kindheit und Frank McCourt hat ein unglaubliches Talent, dies zu beschreiben. Man fragt sich, wie Menschen so leben können. Ein alkoholkranker Vater, kranke Kinder, kein Job, kein Geld, kein Essen.

Aber in diesem Buch steckt auch Hoffnung, und Frank McCourt ist der beste Beweis dafür. Trotz seiner elenden Kindheit gelang es ihm, Lehrer und dann Autor zu werden, der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Wir haben darüber im Juni 1999 in unserem britischen Lesekreis geesprochen.

Buchbeschreibung:

"'Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit', so beginnt Frank McCourt seine Erinnerungen an die armseligen Kinder- und Jugendjahre in den Slums von Limerick. In seinem Buch, geschrieben mit Humor und Sprachwitz, verbinden sich erschütternde Begebenheiten, skurrile Charaktere, tiefstes Elend und höchste Lebenslust."

Sein zweites Buch "'Tis" (Ein rundherum tolles Land) erzählt uns von seinem Leben in den USA und sein drittes "Teacher Man" (Tag und Nacht und auch im Sommer) von seinem Leben als Lehrer.

Frank McCourt erhielt den Pulitzer Preis für seine Autobiographie in 1997. 

Donnerstag, 22. Juni 2023

Ilibagiza, Immaculée with Erwin, Steve "Die Erscheinungen von Kibeho"

 

Ilibagiza, Immaculée with Erwin, Steve "Die Erscheinungen von Kibeho: Maria spricht zur Welt aus dem Herzen Afrikas" (Englisch: Our Lady of Kibeho: Mary speaks to the World from the Heart of Africa) - 2008

Ich habe Immaculée Ilibagizas erschütternde Geschichte über den Völkermord in Ruanda "Aschenblüte. Ich wurde gerettet, damit ich erzählen kann" (Left to Tell: Discovering God Amidst the Rwandan Holocaust) gelesen, die vor diesem Buch geschrieben wurde, aber später geschah. Während des ersten Buches war ich immer erstaunt über ihren Glauben, ihren unzerstörbaren Glauben an Gott, dass er sie verschonen würde. Wie konnte jemand so jung und so voller Glauben sein?

Als ich dieses Buch gelesen habe, war ich nicht überrascht.
Sie wurde so geboren, ihre Familie war sehr religiös und dann sah sie die Visionäre.

Ein bemerkenswertes Buch einer bemerkenswerten jungen Frau.


Buchbeschreibung:

"Dreizehn Jahre vor dem schrecklichen Völkermord in Ruanda, bei dem mehr als eine Million Menschen getötet wurden, erschien die Jungfrau Maria zunächst drei Schülerinnen, im Folgejahr insgesamt acht Jugendlichen, sieben Mädchen und einem Jungen, in einem abgelegenen Ort im Süden Ruandas. Die Jungfrau Maria warnte in ihren Botschaften vor dem bevorstehenden Massenmord und teilte den Jugendlichen in Botschaften für die Regierung und die Kirchenführer mit, wie die Feindschaft unter den verschiedenen Ethnien beendet werden kann. Zunächst glaubte den Mädchen niemand. Die Mitschülerinnen verspotteten sie und die Lehrer der High School sowie die Vertreter der Amtskirche waren skeptisch. Als in diesem abgelegenen Ort jedoch ein Wunder nach dem anderen geschah, pilgerten viele der Einwohner Ruandas nach Kibeho - oft in tagelangen Fußmärschen durch den Busch -, da es von vielen Orten aus keine Straßenverbindung gab. Immaculée Ilibagizas selbst war oft in Kibeho und Zeugin vieler Wunder, die dort geschahen. Sie hat auch die Visionärinnen persönlich kennengelernt. Die Erscheinungen von Kibeho sind die einzigen Marienerscheinungen in Afrika, die vom Vatikan für die Gesamtkirche anerkannt wurden."

Ilibagiza, Immaculée "Aschenblüte"

Ilibagiza, Immaculée mit Erwin, Steve "Aschenblüte. Ich wurde gerettet, damit ich erzählen kann" (Englisch: Left to Tell: Discovering God Amidst the Rwandan Holocaust) - 2006

Nachdem ich "Handschlag mit dem Teufel" (Shake Hands with the Devil) gelesen hatte, in dem General Roméo Dallaire einen schrecklichen Bericht über den Völkermord in Ruanda abgibt, sagte ich nicht nein, als mir eine Freundin anbot, mir dieses Buch über ein junges Mädchen zu leihen, das den Völkermord überlebte.

Dies war eine noch weltbewegendere Geschichte, da Immaculée Ilibagiza nicht nur erzählt, wie sie überlebte (zusammen mit sieben anderen Frauen 91 Tage lang in einem winzigen Badezimmer eingepfercht, kaum zu essen und die ganze Zeit über absolut ruhig sein zu müssen, wie sie lernten
ohne Sprache zu kommunizieren), erzählt sie auch vom Verlust ihrer gesamten Familie und Freunde, kaum jemand, den sie kannte, überlebte, die meisten wurden auf brutalste Weise getötet. Der wundersamste Teil ihrer Geschichte ist ihr triumphales Überleben und ihr Glaube, der sie nie verließ.

Eine erstaunliche Geschichte einer bemerkenswerten jungen Frau.


Immaculée Ilibagiza hat ihre eigene Homepage,
"Left to Tell". Ich habe auch ein weiteres Buch von ihr gelesen: "Die Erscheinungen von Kibeho" (Our Lady of Kibeho).

Schaut euch das Buch in meinem
"Photo ABC". an.

Buchbeschreibung:

"'Ich hörte sie meinen Namen brüllen. Meine früheren Freunde und Nachbarn – jetzt liefen sie mit Macheten durchs Haus und suchten nach mir …' In einem winzigen Versteck überlebt Immaculée Ilibagiza den Völkermord in Ruanda. Mit Hilfe ihres Glaubens gelingt es ihr, die Angst vor Entdeckung und das Grauen der Massaker zu ertragen - aber auch, den Mördern ihrer Familie zu verzeihen und ein neues Leben zu beginnen."

Samstag, 3. Dezember 2022

Hahn, Ulla "Spiel der Zeit"

Hahn, Ulla "Spiel der Zeit" [Game of Time] - 2014

Ich habe die ersten zwei Bücher dieser ursprünglich als Trilogie geplanten Autobiografie gelesen, so musste dieses auch irgendwann an die Reihe kommen. Nach "Das verborgene Wort" und "Aufbruch" ist Hilla mittlerweile erwachsen geworden und studiert in Köln. Zu einer Zeit, die interessanter nicht sein könnte und in die sie genau passt, sie ist ein 68er Kind.

Wie ich schon in den vorhergehenden Büchern erwähnte, hat mich Hilla sehr an mich selbst erinnert, nur dass sie mehr Glück hatte und studieren konnte/durfte. Vielleicht habe ich diese Bücher deshalb so gern gelesen, man kann sich dann überlegen, was hätte sein können. Obwohl, manchmal macht es mich auch traurig. Und ärgerlich.

Auf jeden Fall hat die Autorin eine hervorragende Geschichte gewoben.

Ulla Hahn hat noch ein viertes Buch über Hilla dazugepackt, das werde ich wohl auch demnächst lesen: "Wir werden erwartet".

Buchbeschreibung:

"Hilla Palm, Arbeiterkind vom Dorf, ist als Studentin in Köln angekommen. Im turbulenten Jahr 1968 sucht sie hier heimisch zu werden, erkundet die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens, sehnt sich nach Orientierung im Leben und muss doch erkennen: Ich bin meine Vergangenheit. Erst als sie ihrer Liebe begegnet, findet sie die Kraft für einen neuen Blick auf alte Verletzungen.
Ulla Hahn verwebt in diesem großen Epos eigene Erfahrungen mit Erfindungen, lässt Hilla Palm erzählen und fällt der 'kleinen Schwester' auch mal ins Wort. 'Spiel der Zeit' ist ein Buch über die Jahre der Sehnsucht und Leidenschaft - ein mitreißender Entwicklungsroman und zugleich ein imposantes Epochengemälde der 68er Jahre, eine der radikalen Umbruchphasen in der Geschichte der Bundesrepublik.
"