Buchbeschreibung:
"Ein Dorf in Süditalien wird zum Schauplatz eines halben Jahrhunderts europäischer Geschichte - eine großartige Familiensaga.
Für den "Classics Spin #44" fiel die Wahl auf Nummer 9 unserer Liste. Großartig, dachte ich: ein Nobelpreisträger. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Oft entdecke ich einen neuen Lieblingsautor, wenn ich ein Werk eines Nobelpreisträgers lese. War das diesmal auch so? Ich glaube nicht. Das Buch war ganz in Ordnung, aber nichts Besonderes. Dabei galt es angeblich als sein bestes, sein wichtigstes Werk.
Für meinen Geschmack war es ein ziemliches Durcheinander – oder, wie wir im Deutschen sagen: ein Kuddelmuddel. Es gab zu viele Kurzgeschichten, die zwar irgendwie miteinander verknüpft waren, aber die Sprünge zwischen den einzelnen Erzählungen waren so groß, dass man oft gar nicht mehr wusste, von wem gerade die Rede war. Ja, er wollte zeigen, wie sehr das Leben in Spanien während der Franco-Diktatur einem Bienenstock glich. Leider ist ihm das nur allzu gut gelungen.
Witzigerweise erwähnt er ein Buch, das bei F. Sempere & Co. in Valencia erschienen ist. Ich glaube zwar nicht, dass es eine Verbindung zu dem Verlag aus Carlos Ruiz Zafóns Reihe "Der Friedhof der Vergessenen Bücher" gibt, aber ich habe mich doch gefragt, ob das nun Zufall ist oder nicht. Ruiz Zafón war übrigens ein großartiger spanischer Autor – einer meiner Lieblinge.
Wie dem auch sei: Die Erzählweise war zerfahren, die Figuren wenig sympathisch, und das ganze Buch bot keinen wirklichen Einblick in das Leben der Charaktere. Wirklich schade.
Dies steht auf meinem Buchumschlag.
"Ganz allmählich steigt der Morgen herauf. Er krabbelt wie eine Raupe über die Herzen der Männer und Frauen der Stadt. Beihnach schmeichlerisch klopft er gegen halb erwachte Blicke, gegen Blicke, die niemals neue Horizonte entdecken oder neue Landschaften, neue Dekorationen. Der Morgen, dieser sich ewig wiederholende Morgen spielt ein wenig um das Gesicht der Stadt zu änder. Ein Grab ist sei, ein Klettermast, ein Bienenkorb."
Und das ist die Beschreibung, die im Internet steht.
"In diesem Roman entfaltet Literaturnobelpreisträger Camilo José Cela das Panoptikum des Allzumenschlichen - die Liebe, die Eifersucht, der Ehebruch vor dem Hintergrund des Franco Regimes.
Der Bienenkorb - das ist Madrid im Zweiten Weltkrieg, das ist das Cafe der Dona Rosa. Spiegel eines durch den Bürgerkrieg entwurzelten Kleinbürgertums und Drehpunkt vieler Lebensgeschichten. Von hier führen die Fäden in die Hinterhöfe, Parkanlagen und Absteigen Madrids, zu den Szenen von Liebe, Ehebruch und Eifersucht. So wird dieser beste Roman des Nobelpreisträgers zu einem eindrucksvollen Panoptikum aus dem Alltag einer faschistischen Gesellschaft.
Der nach diesem Roman gedrehte Film von Mario Camus gewann 1983 den 'Goldenen Bären' bei der Berlinale."
Camilo José Cela erhielt 1989 den Nobelpreis für Literatur "für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet."
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.
Kaminer, Wladimir "Die Kreuzfahrer" [The Crusaders] - 2018
Ich habe ja immer mal von einer Ostseekreuzfahrt geträumt, Start in Lübeck oder Kiel, dann nach Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, über Tallinn, Riga, Klaipėda, Gdańsk, vielleicht Szczecin, Stralsund, aber auf jeden Fall Rostock zurück zum Starthafen. Hört sich toll an. Man bezieht in Lübeck sein Zimmer und braucht nichts wieder einzupacken, man kann all diese Städte mit einem Landgang besuchen.
Nach der Lektüre dieses Buches bin ich mir nicht so sicher, dass diese Art des Reisens etwas für mich ist. Dass man mich nicht falsch versteht, das Buch ist fabelhaft, wie alles von diesem Autoren. Aber: ich habe mich nie zu Urlauben auf irgendwelchen spanischen oder griechischen Inseln "all inclusive mit Kinderbelustigung" hinreißen lassen, wir haben mit unseren Kindern in Jugendherbergen übernachtet oder uns ein Häuschen gemietet, ich mag diese Touristenbespaßung nicht. Ich möchte Städte besuchen, Museen, alles, was die Menschen in anderen Ländern ausmacht kennenlernen. Ich habe das Gefühl, das ist auf diesen Kreuzfahrtschiffen nicht so. Erinnert mich mehr an diese Kaffeefahrten mit einem Reisebus, an denen meine Eltern früher teilgenommen haben.
Ich glaube aber, Wladimir Kaminer hat die Art der Kreuzfahrten schon ganz gut beschrieben, vielleicht zu gut für meinen Geschmack. Es kommt einem so vor, als ob die Reisenden von der Bar auf dem Schiff in die nächste Bar an Land gehen. Für jemanden wie mich, der keinen Alkohol mag, nicht unbedingt erstrebenswert.
Vielleicht kann mich ja jemand überzeugen, der schon öfter eine solche Fahrt mitgemacht hat, dass es sich doch lohnt …
Buchbeschreibung:
"Ein Kreuzfahrtschiff ist eine ganz eigene Welt. Der Reisende betritt man eine schwimmende des Glücks mit Bar, Tanzabenden und dem reibungslosen Übergang von einer Mahlzeit in die nächste. Und natürlich mit jeder Menge neuer Bekanntschaften. Aber auch an Land gibt es viel zu entdecken: von Putin-Schokolade in St. Petersburg, über falsche Götter auf der Akropolis bis zu verrückten karibischen Taxifahrern. Und wer könnte schöner davon erzählen als Wladimir Kaminer, Kreuzfahrer aus Leidenschaft?"
Dies ist genau das Richtige für alle, denen "Der Schatten des Windes" (The Shadow of the Wind) gefallen hat. Ein weiteres Buch über Bücher, Geschichte, Mysterien und die fabelhafte Stadt Barcelona. Es hat alles, es ist eine Liebesgeschichte und eine Kriminalgeschichte. Diesmal bringt uns ein Autor zurück zum Friedhof der vergessenen Bücher und in die Buchhandlung Sempere & Söhne, auf einer weiteren Suche nach dem Autor eines Buches.
Ich liebe einfach den Schreibstil von Carlos Ruiz Zafón, die Art, wie er einen dazu bringt, sich zu fragen, was als nächstes passieren wird, wie man versucht, herauszufinden, was hinter der Geschichte steckt, man ist fast da, erreicht es aber nie ganz. Seine Entwirrung des Fadens ist atemberaubend, außergewöhnlich. Ich kann sein nächstes Werk kaum erwarten. Seine Romane wecken in mir den Wunsch, besser Spanisch zu lernen, damit ich sie im Original lesen kann.
Buchbeschreibung:
"Barcelona in den turbulenten Jahren vor dem Bürgerkrieg: Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts auszulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät - und in welchen Strudel furchterregender Ereignisse.
Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewigem Leben und Ruhm regiert wird."
Ich habe ein anderes Buch von Maria Barbal gelesen, "Campher", und als ich dieses hier sah, musste ich es einfach in die Hand nehmen.
Wir erhalten einen großartigen Einblick in das Leben der Menschen in Katalonien zu Beginn des letzten Jahrhunderts und wie ihr Leben durch den spanischen Bürgerkrieg verändert wurde. Conxa erzählt uns von ihrem gesamten Leben, von ihrem Leben als armes Kind, das zu Verwandten gegeben wurde, die keine Kinder hatten. Ich weiß, dass das früher oft passiert ist, die Leute hatten oft zu viele Kinder und dann gab es immer welche, die keine hatten. Dann wurde eines der Kinder aus dieser Familie zu Verwandten gegeben, um von ihnen zu "erben". Ich habe das von meinen Eltern gehört, die in ihrer Jugend einige Beispiele kannten.
Obwohl dies nur eine Novelle ist, ist die Geschichte so reichhaltig wie längere Romane, es steckt so viel drin. Man hat fast das Gefühl, als würde die Autorin über ihr eigenes Leben sprechen, obwohl sie mehr als ein halbes Jahrhundert später lebte. Aber sie muss viel von ihrer Familie gehört haben, so wie wir alle.
Und es geht nicht nur um diesen Teil unserer Welt oder diese Zeit. Krieg ist zu allen Zeiten schrecklich, und die Zeiten waren überall hart (und sind es für viele, viele Menschen auf der ganzen Welt immer noch). Die Autorin hat ein großartiges Auge für die Menschen. Und ihr Stil ist außergewöhnlich.
Buchbeschreibung:
"Conxa ist gerade dreizehn, als ihre Eltern, arme Bauern in den katalanischen Pyrenäen, sie zu einer kinderlosen Tante bringen. An Arbeit mangelt es auch hier nicht, und für Gefühle kennt die Tante keine Worte, aber das Mädchen ist zumindest versorgt. Als sie einige Jahre später ihre große Liebe Jaume heiratet, erlebt Conxa sogar ein bescheidenes Glück. Doch der hereinbrechende Bürgerkrieg macht auch vor dem abgelegensten Gebirgsdorf nicht Halt - und verändert Conxas Leben für immer ..."
Hislop, Victoria "Das Herz der Tänzerin" (Englisch: The Return) - 2008
"Insel der Vergessenen" (The Island) hat mir so gut gefallen, dass ich Victoria Hislops nächstes Buch lesen musste. Nach diesem Buch habe ich mich völlig in diese Autorin verliebt. Sie hat eine Art, einen in ihre Geschichten hineinzuziehen, das ist unglaublich. Und sie hat mich mit diesem Buch nicht enttäuscht. "Das Herz der Tänzerin" führt uns an einen anderen Ort und in eine andere Zeit der Geschichte, die aber genauso spannend ist. Eine junge Frau entdeckt nicht nur die schreckliche Geschichte des spanischen Bürgerkriegs, sondern auch ihre eigene. Zusammen mit ihr wird der Leser gezwungen, durch diesen fesselnden Bericht mehr über diesen schrecklichen Teil der Geschichte zu erfahren.
Die Charaktere sind genauso lebhaft und lebendig wie die ganze Geschichte, man fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, als Brüder wegen einer Ideologie gegeneinander kämpften. Der Autorin gelingt es auch, Granada so gut zu beschreiben, dass man glaubt, mit dem Protagonisten der Geschichte dort zu sein. Ich würde es auf jeden Fall gerne besuchen, nachdem ich dieses Buch gelesen habe. Ich denke noch Jahre, nachdem ich es beendet habe, daran. Und ich habe noch mehr Bücher von Victoria Hislop gelesen, die leider noch nicht alle ins Deutsche übersetzt wurden. Ich würde mich auch über ein neues Buch freuen.
Ein ausgezeichneter Roman.
Buchbeschreibung:
"Eine Liebe in Zeiten des Krieges, ein dunkles Geheimnis, das Generationen überdauert
Als Sonia nach Spanien reist, ahnt sie nicht, wie sehr die Geschichte des Landes auch das Schicksal ihrer Familie geprägt hat. Immer tiefer taucht Sonia ein in die Vergangenheit der Familie Ramírez, eine Vergangenheit, die auch für Sonia Folgen hat …
Spanien in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: Die vier Kinder der Familie Ramírez aus Granada sind dabei, ihre Träume zu verwirklichen. Mercedes, die jüngste Tochter, liebt den Tanz über alles. Aber erst als sie den Gitarristen Javier Montero trifft, wird sie durch seine Musik zur erfolgreichsten Flamencotänzerin des Landes. Jede Bewegung zeugt von ihrer Zuneigung füreinander, jede Note besingt ihre große Liebe. Doch nach der Machtübernahme Francos bleibt nichts, wie es war. Die Familie droht an den politischen Konflikten zu zerbrechen, Mercedes und Javier verlieren sich in den Wirren des Spanischen Bürgerkrieges. Fieberhaft begibt sich die Tänzerin auf die gefährliche Suche nach dem Geliebten …
Jahrzehnte später erfährt die zweiunddreißigjährige Sonia bei einem Spanienaufenthalt von der berührenden Liebe in Zeiten des Krieges. Fasziniert nimmt sie die Spuren der Vergangenheit auf, ohne zu wissen, wie sehr Mercedes’ Schicksal mit ihrem eigenen verwoben ist …"
Andere Bücher von Victoria Hislop sind hier und hier (englisch).
"Ich möchte, dass meine Leser*innen unterhaltsame und spannende Lesestunden genießen." sagt der Autor über dieses Werk. Das ist ihm vollauf gelungen.
Ich habe von ihm ja schon mehrere Bücher gelesen (siehe hier und hier). Sie sind alle sagenhaft. Jedesmal nimmt Ildefonso Falcones sich einen anderen Teil der Geschichte Barcelonas, seiner Heimatstadt vor. Daher vergleiche ich ihn natürlich auch gerne mit Carlos Ruiz Zafón (deutsch und englisch), dessen sagenhafte Romane ja auch größtenteils in Barcelona stattfinden. Eine Stadt, die ich unbedingt einmal besuchen möchte.
In dieser Geschichte geht es nicht nur um die politischen Probleme zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, auch die Kunst kommt nicht zu kurz. So lernen wir nicht nur über die Entstehung der Sagrada Familia und anderer Gaudí-Werke sondern auch über andere berühmte Künstler der Zeit. Es entsteht das Bild einer wunderhübschen Stadt.
Aber in erster Linie handelt es sich hier um die Probleme der Arbeiterschaft, die nicht nur von den Reichen sondern auch von der Kirche unterdrückt wurden. Ihr Kampf für bessere Bedingungen für sich und ihresgleichen ist schwer und wieder immer wieder von denen behindert, die nichts von ihrer Überlegenheit aufgeben wollen.
Ich freue mich schon auf sein nächstes Buch,das hoffentlich bald in einer Übersetzung erscheint: "Esclava de la libertad" (Sklavin der Freiheit).
Buchbeschreibung:
"Ein neues Zeitalter - eine Welt voller Möglichkeiten
Barcelona, 1901. Während soziale Unruhen die Stadt in Aufruhr versetzen, führt der ehrgeizige Maler Dalmau Sala ein Leben zwischen zwei Welten. Tagsüber gestaltet er Kacheln in einer Keramikfabrik und versucht in den elitären Kreisen seines Arbeitgebers seine Kunst zu verkaufen. Nach Feierabend kämpft Dalmau gemeinsam mit Emma, seiner großen Liebe, für die Rechte der Arbeiterklasse. Doch als ein tragisches Unglück geschieht, zerbricht ihre Beziehung. Jeder seiner Versuche, sie zurückzugewinnen, scheitert – bis Emma festgenommen wird. Als die Protestaktionen der Republikaner immer stärker ausarten, muss Dalmau um ihrer beider Leben fürchten und sich entscheiden: Wählt er die Flucht ins Ungewisse oder den Kampf für seine Ideale und für die Liebe?
Meisterhaft, packend und unterhaltsam porträtiert der Autor des Weltbestsellers Die Kathedrale des Meeres die aufstrebende Metropole Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts."
Obwohl ich Deutsche bin, lese ich nicht oft deutsche Humorbücher, weil ich den britischen Humor bevorzuge. An diesem hier konnte ich wegen des Titelbilds nicht vorbeigehen. Unsere "liebe Bundeskanzlerin" in einer typischen Pose als Karikatur (ich habe es 2014 gelesen). Hat das Buch gehalten, was das Cover versprochen hat?
Nun, nicht wirklich, ich kann es nicht leugnen, dies war eine weitere Erkundung eines modernen Buches, das in meiner Muttersprache geschrieben wurde und nicht allzu gut endete. Es war in Ordnung, aber das war es auch schon. Die Geschichte war nicht so fesselnd wie versprochen. Ich glaube nicht, dass ich in naher Zukunft noch ein Buch dieser Autorin lesen werde.
Buchbeschreibung:
"Während ihrer Urlaubsreise mit der Transsibirischen Eisenbahn kommt einer Regierungschefin das Gedächtnis abhanden. In Omsk fällt ihr ein Bahnhofsschild aufs Haupt und stiehlt ihr fortan zwanzig Jahre ihres Lebens und jeden Tag aufs Neue ihre Erinnerungen. Ihr engster Beraterkreis und ihr Mann sind sich einig, diese Unpässlichkeit vorerst geheimzuhalten und die Chefin Tag für Tag neu 'auf Schiene' zu setzen. Der Plan funktioniert - allerdings mit einigen Nebenwirkungen: Sie regiert plötzlich, als gäbe es kein Morgen, spontan, unvoreingenommen, ja geradezu leidenschaftlich. Und auf der Suche nach ihrem Gedächtnis kennt sie kein Pardon ..."