Donnerstag, 17. September 2026

Mukherjee, Neel "Das Leben in einem Atemzug"

Mukherjee, Neel "Das Leben in einem Atemzug" (Englisch: A State of Freedom) - 2017

Ich mag Geschichten, die in Indien spielen, und bisher bin ich noch auf keine gestoßen, die mir nicht gefallen hätte. Nun, diesmal ist es wohl doch passiert. Was ich nicht wusste – und was im Buch nirgendwo erwähnt wird –, ist, dass es sich eigentlich um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt; das merkt man erst, als die erste Geschichte plötzlich endet (auf Seite 22).

Die beiden längeren Geschichten scheinen zusammenzugehören, hätten aber ebenso gut von völlig unterschiedlichen Personen handeln können, da man erst gegen Ende bemerkt, dass es sich um dieselbe Person handelt, von der in der anderen Geschichte die Rede ist. Das waren auch die einzigen Geschichten, die mich wirklich fesseln konnten. Bei den anderen drei fand ich keinen rechten Zugang zu den Figuren, geschweige denn zur Handlung selbst. Die zweite und die vierte Geschichte handeln von einem wohlhabenden Inder, der alle zwei Jahre in seine Heimat zurückkehrt, um seine Familie zu besuchen; die vierte Geschichte beleuchtet dabei stärker das Leben des Hauspersonals, das seine Familie beschäftigt. Diese hat mir am besten gefallen.

Auch die erste, dritte und fünfte Geschichte sollen miteinander verknüpft sein, doch der Zusammenhang ist weitaus weniger offensichtlich und bereichert die einzelnen Geschichten nicht wirklich.

Wie gesagt: Obwohl ich Geschichten aus Indien eigentlich mag, war dieses Buch nichts für mich. Ich werde mich künftig wieder Autoren wie Amitav Ghosh, Jhumpa Lahiri, Rohinton Mistry, V.S. Naipaul, Vikram Seth und anderen zuwenden, auf die ich hoffentlich noch stoßen werde.

Eine Empfehlung an den Verlag: Bezeichnet Kurzgeschichten nicht als Roman; das führt zu schlechten Rezensionen von Lesern, die einen Roman erwarten, während Leser, die Kurzgeschichten mögen, das Buch gar nicht erst zur Hand nehmen.

Buchbeschreibung:

"Was geschieht, wenn wir versuchen, das Leben, in dem wir zu Hause sind, für etwas Besseres zu verlassen? In fünf Schicksalen entfaltet sich in diesem Roman ein grandioses Panorama der modernen indischen Gesellschaft.

Neel Mukherjee erzählt in
Das Leben in einem Atemzug von Menschen, die aufbrechen, ihr Zuhause verlassen, um für sich und ihre Familien ein besseres Leben zu erlangen. Da ist die Köchin in Mumbai, die in sechs Haushalten kocht; da ist der Mann, der mit seinem Tanzbär von Ort zu Ort zieht, da ist das Mädchen, das vor den Terroristen, die ihr Dorf bedrohen, in die Stadt flieht – sie alle erleben, was es bedeutet, nicht mehr im eigenen, vertrauten Umfeld zu sein. Ihre Schicksale erzählen von den Frösten der Freiheit, vom Fremd- und Alleinsein, von Armut und Arbeit. Aber auch von der Hoffnung und Glück. Ein atmosphärisch dichter Roman aus dem heutigen Indien, einer modernen Gesellschaft, in der die Schatten einer anderen noch deutlich spürbar sind. Leidenschaftlich und voller Empathie entfaltet sich in einem Reigen von Geschichten das unstillbare menschliche Streben nach einem anderen, besseren Leben."

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