Mein erster Gedanke zu diesem Buch: Ich hätte es gern auf Englisch gelesen. Alternativ hätte ich mir gewünscht, die Übersetzung von Nadsat (der vom Erzähler verwendeten Fantasiesprache) direkt im Buch zu finden, anstatt sie online suchen zu müssen.
Der Anfang des Buches war also alles andere als erfreulich. Ich fand es sehr schwierig, Alex' Gedankengängen zu folgen. Aber selbst als ich den Link online endlich gefunden hatte, fiel es mir schwer, seinen Gedankengängen zu folgen. Dies ist keine typische Dystopie, in der man die Welt aus der Perspektive der Unterdrückten sieht, sondern aus der Sicht der Unterdrücker – und auch diese Perspektive ist nicht schön. Vielleicht liegt es daran, dass der Protagonist erst fünfzehn ist; man wünscht sich nicht, dass ein Teenager solche negativen Gedanken hat und ein so gewalttätiges Leben führt. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich das Leben selbst für Alex und seine Freunde verändert.
Wie dem auch sei, obwohl mir einige Teile des Buches gefallen haben, glaube ich nicht, dass ich diesen Roman so schnell wieder zur Hand nehmen werde.
Buchbeschreibung:
"Allabendlich trifft sich der 16-jährige Alex mit seinen 'Droogs' Pete, Georgie und Dim in der Korova-Milchbar. Die vierköpfige Gang wird von pathologischer Gewaltlust getrieben.
Am Ende jedoch verlässt er die Bar mit dem Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen."
Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Straße niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt.
Alex kommt ins Gefängnis, wo es ihm gelingt, sich durch die Weitergabe von Häftlingsgeheimnissen bei dem Gefängnisgeistlichen anzubiedern. Als ein Zellengenosse von Alex nach einer Auseinandersetzung tot aufgefunden wird, erhält die Gefängnisleitung das Plazet des Innenministers, den Delinquenten einer noch unausgereiften Konditionierungs-Maßnahme für Straftäter zu unterziehen. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt.
Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt.
Um die Öffentlichkeit zu beruhigen, leitet die Regierung schließlich Maßnahmen zu seiner Rekonditionierung ein, und so findet sich der inzwischen 19-jährige Alex im letzten Kapitel in der Korova-Milchbar wieder, diesmal in der Gesellschaft seiner neuen 'Droogs'.


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