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Montag, 3. November 2025

Monferat, Benjamin "Welt in Flammen"

Monferat, Benjamin (Stephan Rother) "Welt in Flammen" [World in Flames] - 2014

Dies ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher des Jahres. Und ich möchte unbedingt das ander Buch des Autoren üer den Orient Express lesen: "Der Turm der Welt".

Zuerst einmal zur Ausstattung. Das Titelbild ist vielversprechend, eine einzelne Frau läuft an einem Zug vorbei, der Dampf der Lokomotive verhüllt nicht nur sie, sondern auch einen Teil des Bahnhofs in ein geheimnisvolles Szenario.

Das Buch hat nicht nur eine Klappe vorne mit der Landkarte, die alle Städte angibt, durch die der Zug fährt (und fdamit ast ganz Europa, angefangen im Süden von Dänemark), es hat auch hinten eine mit den Wagen des Zuges und welcher der Charaktere in welchem Abteil untergebracht ist, wo die Speisewagen sind usw. Einfach ein Vergnügen, so ein Buch in die Hand zu nehmen und sich auf das Lesen zu freuen.

Zum Glück geht es dann so weiter. Im Mai 1940 fährt der letzte Orient-Express zum letzten Mal. In dieser fiktiven Geschichte geht es um einiges, ein König aus einem Balkanstaat fährt mit um sein Land zurückzuerobern, einige andere interessante Personen, die im Kriegsgeschehen mitmischen wollen und - der wichtigste Passagier: ein Zug, hinter dem Hitler besonders her ist, dern Wagen von Compiègne (Wagon de L’armistice). Minutiös wird die Fahrt beschrieben, wir lernen alle Personen und ihre Vorgeschichte kennen. Und es findet so manche Überraschung statt. Die ganze Story ist einfach spannend.

Selbstverständlich sind all diese Personen erfunden, und es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Mischung an Bord war. Aber man mag es sich gerne so vorstellen. Man vergibt ja immer bis zu 5 Punkten für ein Buch, dieses hat mindestens 6 verdient.

Buchbeschreibung:

"Mai 1940: Deutsche Panzer rollen westwärts. Während in Paris die Angst um sich greift, bricht der Simplon Orient Express ein letztes Mal nach Istanbul auf. An Bord des Zuges eine schicksalhafte Reisegesellschaft. Jeder der Fahrgäste mit einem ganz eigenen Grund, diese letzte Fahrt unter allen Umständen anzutreten: Ein Balkanfürst will die Herrschaft über sein Land zurückfordern. Seine jüdische Geliebte fürchtet um ihre Liebe – und um ihr Leben. Ein deutscher Spion setzt alles daran, sie zu beschützen. Ein russischer Großfürst ist auf der Flucht, die Sowjetmacht ihm längst auf den Fersen. Eine Stummfilmdiva fürchtet das Vergessenwerden mehr als den Krieg. Ebenfalls an Bord – Agenten aller kriegführenden Mächte. Was niemand ahnt: Im Zug befindet sich etwas, nach dem Hitler seine Truppen in ganz Europa suchen lässt. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem schlechten Stern. Jeder Grenzübertritt kann das Ende bedeuten. Jeder der Passagiere fürchtet den nächsten Tag. Schließlich bricht Feuer aus. Und während Europa in Dunkelheit versinkt, rast der Express als lodernde Fackel durch die Nacht ..."

Im Nachwort schreibt der Autor übrigens, dass das Wort "Geschichte" in der deutschen Sprache ja mehrere Bedeutungen besitzt. Zum einen "die historische Überlieferung und ihre wissenschaftliche Erforschung", zum anderen "die rein fiktive Handlung eines Romans". Er betont auch, das dies kein historischer Roman ist, befürchtet aber, dass man ihn als solchen wahrnehmen wird. Das habe ich auch getan. Aber gerade bei solchen Büchern schlage ich viel nach, weil ich dann wissen möchte, was wirklich geschah.

Samstag, 22. Juli 2023

Schrobsdorff, Angelika "Du bist nicht so wie andre Mütter"

  

Schrobsdorff, Angelika "Du bist nicht so wie andre Mütter" - You Are Not Like Other Mothers - 1992

Das Leben einer jüdischen Mutter zu Beginn des letzten Jahrhunderts. In diesem Buch geht es um die Mutter der Autorin, Else, die nicht das war, was man von "netten" jüdischen Mädchen erwartete. Sie war eine sehr frühe Feministin, und das alles vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus und des Beginns des Zweiten Weltkriegs, bei dem die meisten ihrer Familienmitglieder getötet wurden.

Else zog mit ihren Kindern nach Bulgarien, nur um sich dort verstecken zu müssen, außerdem rückten die Nazis überall näher.


Eine hochinteressante Geschichte über eine Zeit, die uns so viele Bücher bescherte, dass es oft schwer fällt, sich für ein Buch zu entscheiden.
Aber dieses ist es auf jeden Fall wert.


Buchbeschreibung:

"'Sie war so kompliziert wie ein Puzzle, das aus Tausenden Stücken zusammengesetzt ist - und ich mußte diese Teile finden und ineinanderfügen', schreibt Angelika Schrobsdorff über ihre Mutter. Die Teile, die sie benutzt, sind Briefe, Fotoalben, Erinnerungen von Freunden und für die spätere Zeit gemeinsam gelebtes Leben. Begonnen hat alles voller Harmonie in einem begüterten jüdischen Geschäftshaus im Berlin des Jahrhundertbeginns. Else Kirschner, sprühend vor Charme, mit dunklen Locken und leuchtenden Augen, liebte die rührend um sie besorgten Eltern, und sie liebte das Leben, das ihr Jahre des Wohlstands bescherte, angefüllt mit Theater und Konzerten, Ferien im Sommerhaus am See und großen Leidenschaften. Doch die Nazis setzen dem ein jähes Ende. Else, inzwischen mit dem preußischen Junker Erich Schrobsdorff verheiratet, flieht mit ihren beiden Töchtern nach Bulgarien ... Voller Leidenschaft, aber ohne Pathos, voller Mitgefühl und Bewunderung und dennoch mit kritischem Blick erzählt Angelika Schrobsdorff von den beiden Leben ihrer Mutter."