Dienstag, 31. Mai 2022

Peters, Veronika "Was in zwei Koffer passt"

Peters, Veronika "Was in zwei Koffer passt. Klosterjahre" [Whatever Fits In Two Suitcases] - 2007

Schon eine sehr interessante Geschichte. Ein junges Mädchen tritt in ein Kloster ein. Eine Entscheidung, die viele von uns absolut nicht nachvollziehen können, ich eingeschlossen. Und zwölf Jahre später verlässt sie es wieder.

Wie sie die Zeit dazwischen verbringt und was sie zu beiden Schritten geführt hat, darüber berichtet sie in dieser autobiografischen Erzählung.

Dies ist tatsächlich ein sehr gutes Buch für einen Lesekreis, es wirft so viele Fragen auf, über die man diskutieren kann.

Wir haben dieses Buch im Oktober 2009 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Als Veronika Peters 21 Jahre alt ist, gelangt sie zu einem ungewöhnlichen Entschluss: Sie geht ins Kloster. Motiviert von dem Bedürfnis, ihrem Leben einen tieferen Sinn zu geben, als nutzlose Dinge anzuhäufen, packt sie ihre Koffer und begibt sich in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. In ihrem faszinierenden Buch erzählt sie lakonisch und offen von den Licht- und Schattenseiten des klösterlichen Lebens - von den inneren und äußeren Konflikten, die sie zu bewältigen hat, und von den Herausforderungen, die ein Leben als Nonne mit sich bringt. Sie berichtet aber auch von den wunderbaren menschlichen Begegnungen, die ihr dort zuteil werden, von der Tiefe und Schönheit der religiösen Rituale und dem Glück der inneren Ruhe. Bis sie beinahe zwölf Jahre später wieder ihre Koffer packt - und in Berlin ein ganz neues Leben beginnt."

Montag, 30. Mai 2022

Pautner, Norbert "Die 200 besten Eselsbrücken"

Pautner, Norbert "Die 200 besten Eselsbrücken" [The 200 best mnemonics] - 2021

Ob es sich bei den 200 Eselsbrücken in diesem Buch um die besten handelt, kann ich nicht beurteilen, aber es sind ein paar ganz gute dabei.

Im Buch werden z.B. die Bundespräsidenten folgendermaßen aufgelistet: Heute Lüftet Heini Seinen Clown-VW Richtig. Herr Kohl Wurde Ganz Steif.

Da finde ich den besser, den ich kenne:
Heute lässt Heinrich seinen Chef warten, Hermanns ruppiger Kollege wurde gestern steinreich.

Dann fällt mir gleich ein, dass auch ein Spruch zu den Regenbogenfarben fehlt, z.B.
Regen ohne Gewitter geht bestimmt irgendwann vorbei.

So oder so, es sind viele Eselsbrücken in dem Buch, die auch größtenteils sehr interessant sind. Zum Glück bin ich aus dem Alter raus, in dem ich mir unbedingt irgendwelche physikalischen Gesetze oder mathematischen Formeln merken muss, die gängigen kenne ich.

Aber auch sonst ist das Buch ganz nett, viele spaßige Zeichnungen, die können sich Kinder und Jugendliche sicher noch besser merken als die Sprüche.

Auf jeden Fall habe ich hier ein nettes neues Schmökerbuch für das Gäste-WC gefunden. 😉

Buchbeschreibung:

"Der Spickzettel für den Kopf.

Über 200 alte und neue Eselsbrücken zu den Bereichen Allgemeinwissen, Geschichte, Sprache und Naturwissenschaften finden sich in diesem besonderen Wissensbuch. Mit den lustigen Illustrationen fällt das Auswendiglernen ganz leicht, man ist bestens präpariert für die Schule oder Quizshows und trainiert obendrein sein Gedächtnis.
"

Freitag, 27. Mai 2022

Peetz, Monika "Die Dienstagsfrauen"

Peetz, Monika "Die Dienstagsfrauen" [The Tuesday Women] - 2010

Die Beschreibung des Buches hört sich ganz gut an. Fünf Frauen treffeb sich jeden ersten Dienstag im Monat in einem französischen Restaurant. Dann stirbt einer der Ehemänner und die Frauen gehen auf einen Pilgerweg.

Ich glaube, ich hätte dieses Buch alleine nicht gewählt, es schien mir schon bei der Beschreibung zu seicht. Dass es bessere Bücher über den Jakobsweg, habe ich bereits in Coline Serreau's "Pilgern auf Französisch" erwähnt:
Kerkeling, Hape "Ich bin dann mal weg" (I'm Off Then) - 2006
Booth, Cathleen "Mercy & Grace on the Camino de Santiago" - 2020 (leider nur in Englisch)

Manchmal habe ich das Gefühl, zu lange im Ausland gelebt zu haben, Vieles, was über deutsche Bücher als humorvoll beschrieben wird, kann ich leider nicht nachvollziehen. So auch hier.

Dennoch haben wir ein gutes Gespräch über den Inhalt führen können. Es kommt ja einiges im Buch vor.

Wir haben dieses Buch im April 2011 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Fünf Freundinnen auf dem Jakobsweg. Ein hinreißend komischer Roman über eine Reise, die alles verändert.

Fünf Freundinnen. Seit über 15 Jahren treffen sie sich regelmäßig am ersten Dienstag im Monat. In ihrem Stammlokal nennt man sie die Dienstagsfrauen. Einmal im Jahr unternehmen die fünf Frauen etwas gemeinsam. Dieses Jahr haben sie etwas ganz Besonderes vor: Pilgern auf dem Jakobsweg. Am Ende dieser Reise ist nichts mehr, wie es war.

Würden sie sich heute begegnen, wären sie wohl gar nicht miteinander befreundet. Aber seit die fünf Frauen vor 15 Jahren nach ihrem Französischkurs auf einen Absacker bei Luc eingefallen sind, ist am ersten Dienstag im Monat der Kamintisch für sie reserviert. Fünf Frauen, nun dies- und jenseits der vierzig, mit sehr unterschiedlichen Temperamenten:

Da ist Caroline, die Strafverteidigerin, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. Organisiert, konsequent und streitbar. Sie sagt, was sie denkt, und sie tut, was sie sagt. Und kann trotzdem gut mit Kikis Chaos umgehen. Kiki, chronisch gut gelaunt, gern verliebt, entwirft beruflich Haushaltsgegenstände. Sie hofft auch mit 35 noch, von der Wegwerfware wegzukommen. Bei Aufträgen und bei Männern. Eva wäre schon froh, wenn sie ein eigenes Leben hätte. Als Hausfrau, Ehefrau und Mutter mit brachliegender medizinischer Approbation ist sie geplagt von den schrecklichen 'V’s': vierzig, vier Kinder, verirrt. Estelle, die Apothekergattin, ist die Frau, die immer zu viel in den Koffer packt und das Tragen anderen überlässt. Einig sind sie sich nur, wenn es darum geht, ihrer Freundin Judith beizustehen. Die zierliche Kindfrau ist die Dramaqueen der Dienstagsfrauen. Sie bespricht ihre Probleme lieber, als dass sie sie löst. Doch wer will ihr das übel nehmen? Jetzt, wo sie gerade Witwe geworden ist?

Nach dem Tod ihres Mannes findet Judith ein Tagebuch, das er über seine Pilgerreise nach Lourdes geführt hat. Arne, an Krebs erkrankt, konnte den Weg nicht zu Ende gehen. Die fünf Freundinnen machen sich auf, Arnes Reise zu vollenden – und ahnen nicht, worauf sie sich einlassen. Schritt für Schritt kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das ihr Leben durcheinanderwirbelt.

Die Pilgerreise, als Unterstützung für die trauernde Judith gedacht, wird für die fünf Freundinnen ein Augenöffner. Nichts ist, was es scheint.
"

Donnerstag, 26. Mai 2022

Lamb, Wally "Die Stunde, in der ich zu glauben begann"

Lamb, Wally "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" (Englisch: The Hour I First Believed) - 2008

Columbine High School, Littleton, Colorado, 1999. Caelum Quirk ist Lehrer an dieser Schule, seine Frau arbeitet dort als Schulkrankenschwester. Er ist in Connecticut und besucht seine Tante nach ihrem Schlaganfall, während sich seine Frau in der Schule versteckt, in der Hoffnung, nicht von den beiden Schülern getötet zu werden, die sich auf dem Kriegspfad zu befinden.

Dieses Buch handelt nicht von den unglücklichen Schülern und Lehrern, die an diesem schrecklichen Tag getötet wurden, es handelt von den "Glücklichen", die überlebt haben, denen, die davongekommen sind. Wenn man sich das Leben ansieht, das diese Menschen nach dem Angriff führten, könnte man sich fast wünschen, bei einem solchen Ereignis zu sterben. Auch wenn der Tag beschrieben wird, die Schießereien nicht allzu detailliert sind, der Autor sich nicht mit jedem Detail aufhält, ist dies kein entsetzlicher Thriller, der gerne grausame Taten zeigt.

Dies ist mein drittes Buch von Wally Lamb und ich finde sie alle hervorragend. Der Autor findet immer eine großartige Art, die Gefühle der Menschen zu beschreiben, er nimmt nach und nach jede Situation auseinander. Ich liebe seinen Stil. Er hat eine großartige Art, eine Geschichte zu erzählen. Einige Kritiker nannten ihn einen modernen Dostojewski, sicherlich ein großes Lob, aber nicht zu viel für diesen fantastischen Geschichtenerzähler und guten Psychologen. In diesem Buch steckt so viel Menschlichkeit, dass es trotz vieler negativer Ereignisse immer noch ein Buch der Hoffnung und Liebe ist. Die Charaktere sind sehr menschlich, nicht übertrieben, realistisch. Wir haben auch gelernt, dass Menschen ein Produkt ihrer Umstände sind, besonders wenn eins auf das andere folgt.

Der Roman handelt nicht nur von Columbine und der Schießerei, er kombiniert so viele andere Themen, Wally Lamb hätte den Stoff in drei Büchern verarbeiten können. Es war großartig, über diese Charaktere zu lesen, die immer versuchen, sich aufzurappeln, nachdem sie hingefallen sind. Mir hat dieses sehr anschauliche Buch wirklich gut gefallen.

Es kam die Frage auf, woran wir dachten, was er "zu glauben begann"? Einige entschieden sich für "Hoffnung", andere für "Gott". Der niederländische Titel "Vleugelslag" (Flügelschlag) spielt auf den Schmetterlingseffekt an.


Buchbeschreibung:

"Gibt es eine göttliche Vorsehung? Oder wird die Welt vom Chaos regiert? Als ein un-begreifliches Gewaltverbrechen über Caelum und seine Frau Maureen hereinbricht, gerät ihr Leben vollkommen aus den Fugen. In einer Welt, die scheinbar jeglichen Sinn verloren hat, schickt Wally Lamb seine Figuren auf eine Reise, von der sie erst durch einen ungeheuren Akt der Hoffnung erlöst werden. Erst vor Kurzem sind Caelum und seine Frau Maureen nach Colorado gezogen. Doch was ein Neubeginn für ihre Ehe sein soll, findet durch den Amoklauf an der Columbine Highschool ein abruptes Ende. Mitten in dem blutigen Massaker: Maureen, die den Anschlag versteckt in einem Wandschrank überlebt. Traumatisiert flüchtet sie in eine eigene Welt - und zwingt so auch Caelum, sich seinen Ängsten zu stellen und jenes dunkle Rätsel seiner Herkunft zu lösen, vor dem seine Tante ihn zu schützen versuchte. Eine Tour de force durch die Abgründe der menschlichen Seele, mit der Wally Lamb sein erzählerisches Können und sein Gespür für die großen Themen des Lebens unter Beweis stellt."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Wir haben dieses Buch in unserem internationalen Lesekreis im Januar 2010 besprochen.

Mittwoch, 25. Mai 2022

Jonuleit, Anja "Herbstvergessene"

 

Jonuleit, Anja "Herbstvergessene" [Forgotten in Autumn or Autumn Crocus] - 2010

Ein Krimi. Oder auch nicht. Ein historischer Roman. Oder auch nicht. Eine Mutter-Tochter-Geschichte. Oder auch nicht. Zuviel wird versucht, in diesen Roman hineinzuquetschen. Leider ohne Erfolg. Ich fand die Geschichte weder spannend noch informativ, die Erzählweise teils sehr schleppend, dann wieder zu hastig. Das Buch fand irgendwie keinen roten Faden. Nicht meine Geschichte.

Wir haben dieses Buch im Januar 2011 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Drei Frauen, drei Leben

Für eine Versöhnung ist es zu spät: Zehn Jahre lang hat Maja Sternberg keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter Lilli gehabt - jetzt ist Lilli tot. Die Polizei in Wien spricht von Selbstmord. Doch daran mag Maja nicht glauben. In der Wohnung ihrer Mutter findet sie deren Geburtsurkunde: Der Name des Vaters fehlt. Als Geburtsort ist Hohehorst eingetragen. Ein Foto zeigt Großmutter Charlotte mit einem Baby, doch dieses dunkle Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Von Schuldgefühlen und Neugier getrieben, begibt Maja sich auf die Spurensuche und stößt auf ein dunkles Familiengeheimnis, das alle Gewissheiten in ihrem Leben mit einem Schlag zunichtemacht ...

Dienstag, 24. Mai 2022

Heidenreich, Elke "Männer in Kamelhaarmänteln"

Heidenreich, Elke "Männer in Kamelhaarmänteln. Kurze Geschichten über Kleider und Leute" [Men in Camel Hair Coats] - 2020

"Wir vergessen die Namen, die Geschichten, aber fast nie vergessen wir die Kleider." Behauptet Elke Heidenreich. Ich finde den Spruch von Maya Angelou besser: "Menschen können vergessen, was du zu ihnen gesagt hast, aber nie das Gefühl, dass du ihnen einmal gegeben hast." (People will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.)

Ich habe Bücher von Elke Heidenreich immer geliebt. Und vorweg gesagt, auch dieses. Keiner erzählt nebensächliche Geschichten so gut wie sie. Und keiner macht etwas Großes aus irgendeiner Kleinigkeit so wie sie. So auch bei den Kleidern.

Ich bin kein Fan von aufgetakelten Klamotten. Ich bin überhaupt kein Fan von Klamotten. Und ja, ich nenne es "Klamotten" und nicht "Mode". Ich erinnere mich auch wirklich nur, wenn jemand etwas total Unmögliches getragen hat, und das muss schon sehr auffällig sein. Lady Gagas Fleischkleid zum Beispiel. Ansonsten ist es mir sowas von egal, wer was trägt. Und welche Farbe gerade "in" ist. Ich trage am liebsten Blau und Grün.

Aber Elke, sie scheint doch großen Wert auf Kleidung zu legen, hätte ich eigentlich gar nicht von ihr gedacht.

Auf jeden Fall beschreibt sie wohl fast jedes Kleidungsstück, dass sie je getragen hat. Und die ihrer Mutter gleich dazu. Und immer mit sehr, sehr viel Humor. Und das ist doch das Allerwichtigste.

Dass wir nebenher auch noch viel von ihrem Privatleben hören, ist ein zusätzlicher Bonus.

Buchbeschreibung:

"Warum sind einem die Jugendfotos im Faltenrock so peinlich? Warum kauft man sich etwas, was einem weder passt noch steht? Wenn Elke Heidenreich von Kleidern erzählt, dann erzählt sie vom Leben selber: von sich mit sechzehn, von Freundinnen und Freunden, von Liebe und Trennung, erzählt Geschichten, komisch und traurig wie nur sie es kann, in denen jeder sich wiedererkennt: sei's in ausgeleierten Jeans, sei's in der wunderbaren Bluse, die schon keine Farben mehr hat, oder schlimmstenfalls im Kamelhaarmantel."

P.S.: Die elegeante Person auf dem Titelbild ist übrigens Frida Kahlo.

Montag, 23. Mai 2022

Precht, Georg Jonathan & Richard David "Die Instrumente des Herrn Jørgensen"

Precht, Georg Jonathan & Richard David "Die Instrumente des Herrn Jørgensen" (oder: Das Schiff im Noor) [Mr. Jørgensen's Instruments or The Ship in the Noor] - 1999 

Von Richard David Precht habe ich schon mehrere Bücher gelesen (Wer bin ich und wenn ja, wie viele? - Who Am I and If So, How Many?; Die Kunst, kein Egoist zu sein; Anna, die Schule und der liebe Gott. Der Verrat des Bildungssystems an unsere Kinder). Er ist einer der größten Philosophen unserer Zeit und erklärt dies auch sehr verständlich für alle Nicht-Laien. Die Lehrer meiner Söhne haben ihn auch für ihren Philosophieunterricht in Anspruch genommen.

Mit seinem Bruder zusammen hat er sich auch in andere Gewässer begeben, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie entführen uns nicht nur auf eine kleine dänische Insel sondern auch in die mysterische Welt der Kriminalität, wie man einen Mordfall mit Hilfe von Naturwissenschaft aufdeckt und auch die Philosophie darf natürlich in einem Precht-Roman nicht fehlen.

Wir haben dieses Buch im September 2009 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Ein Buch über die Ordnung der Welt, die Macht der Phantasie und die Tragikomik des Lebens

Lilleø, eine kleine dänische Insel in der Ostsee: Für einen Sommer ist Kriminalassistent Ansgar Jørgensen auf das idyllische Eiland versetzt worden, um die Provinz kennenzulernen. Doch bereits am Tag seiner Ankunft wird er mit einem mysteriösen Todesfall konfrontiert - und der ist nicht das einzige Rätsel, das die malerische Kulisse verbirgt. Je tiefer Jørgensen in die dunkle Geschichte der Insel eindringt, desto verstörender ist das, was er entdeckt …

Ursprünglich unter dem Titel '
Das Schiff im Noor' erschienen, jetzt in überarbeiteter Neuausgabe."

Samstag, 21. Mai 2022

Austen, Jane "Kloster Northanger"

 

Austen, Jane "Kloster Northanger" oder Die Abtei von Northanger" (Englisch: Northanger Abbey) - 1818

Wie ich schon mehrfach gesagt habe, bin ich ein riesiger Jane-Austen-Fan. Ich habe alle ihre Romane gelesen, die meisten mehrmals.

"Northanger Abbey" ist bei weitem mein unbeliebtester Austen-Roman, es scheint, als wäre es von einer anderen Person geschrieben worden, aber das ist nicht erstaunlich, da es eine Parodie sein soll.
Offensichtlich scheint sie den Schauerroman (Gothic Novel) ziemlich gut dargestellt zu haben, und ich mag das nicht besonders. Ein weiterer Grund, dass sich dieser von ihren anderen Romanen stark unterscheidet, ist wahrscheinlich, dass er posthum veröffentlicht wurde, ohne dass sie ihn überarbeiten konnte.


Ich habe Die Abtei von Northanger ein zweites Mal in der Gruppe The Motherhood and Jane Austen Book Club rezensiert.

Dieser Blogeintrag ist hier und eine Liste aller meiner "Mutterschafts"-Rezensionen hier.

All diejenigen, die diesen Roman nicht gelesen haben, weise ich darauf hin, dass nachfolgend auch Spoiler enthalten sind.

Die Heldin dieses Romans ist Catherine Morland, ein junges Mädchen, das gerne Schauerromane liest. Wir begleiten sie bei ihrem ersten Ausflug nach Bath, wo sie von ihren Nachbarn, Mr. und Mrs. Allen, mitgenommen wird.

Genau wie in "Emma" gibt es in diesem Roman nicht viele Mutterfiguren, aber ich denke, dass sie hier auffälliger sind, auch wenn sie weniger sichtbar sind.
Sie werden vielleicht nicht so oft erwähnt, aber man kann trotzdem ihren Einfluss sehen.

Nicht-Mütter mit Einfluss auf unsere Heldin: Mrs. Allen

Mütter: Mrs. Morland, Mrs. Thorpe
Nicht anwesende Mütter: Mrs. Tilney

Mrs. Allen
Sie hat keine eigenen Kinder und dient daher als Anstandsdame, nimmt unsere Heldin Catherine Morland mit nach Bath und versucht, sie in die dortige Gesellschaft einzuführen.
Dies führt zu der Annahme der Thorpes, dass Catherine ihren Reichtum erben wird. Mrs. Allen scheint nicht sehr organisiert zu sein, und kleine Probleme jeder Art sind eine große Hürde für sie. Sie meint es jedoch gut und mag Catherine wirklich so, wie sie ist.


Mrs. Morland
Catherines echte Mutter, ist sicherlich eine gute und liebevolle Frau, die ihren Kindern alles Gute wünscht, aber am Ende nicht viel besser ist als Mrs. Allen. Schließlich lässt sie ihre Tochter mit letzterer an einen Ort gehen, den sie selbst nicht wirklich kennt. Sie ist jedoch ziemlich freundlich und praktischer veranlagt und glaubt wahrscheinlich, dass es besser ist, ihre Tochter wegzuschicken.

Mrs. Thorpe
Die dritte Mutter, die einen großen Einfluss auf Catherine Morlands Leben hat, wenn auch nicht unbedingt so, wie sie es gerne hätte. Sie ist auch nicht die Art von Person, die man gerne für die Erziehung seiner Kinder hätte und scheint mehr mit sich selbst und ihrer Kleidung beschäftigt zu sein als mit ihren eigenen Kindern. Auch mit deren Erziehung ist sie nicht sehr erfolgreich, obwohl sie das will, was alle Eltern wollen: das Beste für ihre Kinder.

Mrs. Tilney
Wir treffen die Mutter der Tilneys nicht wirklich, da sie schon fast ein Jahrzehnt tot ist, bevor unsere Geschichte überhaupt beginnt. Sie ist jedoch wichtig für die Geschichte und das Leben ihrer Kinder und auch unserer Heldin Catherine Morland.

Ich habe immer gedacht, dass "Northanger Abbey" nicht mit den anderen Romanen von Jane Austen vergleichbar ist, es war immer mein unbeliebtester Roman. Beim erneuten Lesen ist mir die Geschichte jedoch definitiv ans Herz gewachsen, und ich habe Catherine Morland gemocht, die trotz aller Mutterfiguren (oder sagen wir Nicht-Mutterfiguren) in ihrem Leben eine gute Person zu werden scheint. Ich ziehe ihre eigene Mutter allen anderen vor, aber das ist nicht unbedingt ein Lob.

Buchbeschreibung:

"Der posthum veröffentlichte Roman gehört zu den frühen Werken der englischen Klassikerin Jane Austen: Die siebzehnjährige Catherine Morland beeindruckt den jungen Geistlichen Henry Tilney mit ihrer frischen, naiven Art. Bevor Henry und Catherine ein Paar werden können, müssen sie allerhand kleine und große Hürden überwinden."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Andere Romane von Jane Austen, die ich in Bezug auf Mutterschaft gelesen habe:

"Emma" (Emma) - 1816
"Mansfield Park" (Mansfield Park) - 1814
"Kloster Northanger" oder "Die Abtei von Northanger" (Northanger Abbey) - 1818
"Überredung" (Persuasion) - 1817
"Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) - 1813
"Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (
Sense & Sensibility) - 1811

Und hier ist ein Link zu all meinen englischen Jane Austen-Rezensionen.

Austen, Jane "Mansfield Park"

 

Austen, Jane "Mansfield Park" (Englisch: Mansfield Park) - 1814

Wieder eines der Bücher dieser wunderbaren Autorin. Das Leben von Fanny Price, einem armen Mädchen, das bei reichen Verwandten aufwächst. Ich mochte die Heldin sehr und wie sie all dem Druck standhielt. Die Schwierigkeiten, denen sich Frauen in dieser Zeit stellen mussten, waren bereits immens. Aber hier kam noch einiges dazu. Fanny musste die finanzielle Belastung nicht wie viele andere Frauen ihrer Zeit aushalten, zahlte dafür aber einen hohen Preis.

Nicht mein absoluter Lieblingsroman von
Jane Austen, (das ist absolut "Überredung"), aber ich mag jeden einzelnen von ihnen. Die Autorin hat eine so tolle Art, ihre Welt zu beschreiben, die es uns leicht macht, uns zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurechtzufinden.

Ich habe Mansfield Park ein zweites Mal in der Gruppe The Motherhood and Jane Austen Book Club rezensiert.

Dieser Blogeintrag ist hier und eine Liste aller meiner "Mutterschafts"-Rezensionen hier.

All diejenigen, die diesen Roman nicht gelesen haben, weise ich darauf hin, dass nachfolgend auch Spoiler enthalten sind. 

Wir haben verschiedene Arten von Müttern in diesem Roman, echte Mütter und Frauen, die den Platz von Müttern einnehmen. Ich möchte ein wenig über jede von ihnen sprechen.

Mütter: Lady Bertram, Mrs. Price, Mrs. Rushworth

Nicht-Mütter, die sich einmischen: Mrs. Norris

Nicht erwähnte Mütter: Mrs. Crawford

Andere Frauen, die als Mütter fungieren: Mrs. Grant


Mrs. Bertram
Diese Lady ist nicht von dieser Welt.
Wenn sie Sir Thomas nicht geheiratet hätte und das Los einer ihrer Schwestern hätte teilen müssen, bezweifle ich, dass sie noch am Leben gewesen wäre. Sie ist eine nette Person, die es gut meint, aber niemand darf erwarten, dass sie für irgendetwas einen Finger rührt.

Vielleicht war Lady Bertram krank, vielleicht war sie nur faul, ich glaube nicht, dass wir das jemals herausfinden werden.
Für ihre Kinder ist sie eine gute Mutter, naja, zumindest sehen das ihre Kinder so, denn sie lässt sie machen, was sie wollen. Dass dies nicht immer die beste Lösung ist, sehen wir bei Henrietta.


Mrs. Price
Anscheinend sind sich Mrs. Price und Lady Bertram ähnlich. Das ist kaum vorstellbar, da sie ein so unterschiedliches Leben führen, die eine verheiratet mit einem Betrunkenen, mit unzähligen Kindern (mindestens neun: Fanny, William, John, Richard, Susan, Sam, Betsey, Tom, Charles), die andere mit einem wohlhabenden Landbesitzer, der einen Titel hat und nichts tun muss. Aber vielleicht, wenn einer in das Leben des anderen geworfen worden wäre … nun, ich weiß nicht, ich glaube immer noch, dass Lady Bertram das Leben von Mrs. Price nicht geschafft hätte. Viele Frauen standen es nicht durch, starben bei der Geburt oder an Tuberkulose. Nicht Mrs. Price. Sie ist von härterem Holz geschnitzt.

Mrs. Rushworth
Sie ist eine jener Mütter, die ihre Kinder verwöhnen, heute würde man sagen "verziehen". Trotzdem hat sie es nicht verdient, eine Schwiegertochter zu bekommen, die ihren Sohn nur für sein Geld heiratet und ihn dann verrät. Sie bekommt jedoch ihre Rache, da sie nicht hilft, die Angelegenheit zu vertuschen und Maria damit zu ruinieren. Und das kann ich ihr nicht wirklich vorwerfen.

Mrs. Norris
In meinen Augen ist Mrs. Norris, die dritte Ward-Schwester (die anderen beiden sind Lady Bertram und Mrs. Price), die negativste Person im ganzen Roman. Wie sie Fanny die ganze Zeit dafür herunterputzt, dass sie in der Familie Bertram lebt, wobei sie dasselbe tut. Sie heiratete auch einen armen Mann wie ihre Schwester, Mrs. Price, aber sie schaffte es, ihren Mann dazu zu bringen, von Sir Bertram angestellt zu werden und viele Aufgaben von Lady Bertram zu übernehmen. Wenn Letztere ein wenig fordernder und unnachgiebiger gewesen wäre, hätte Mrs. Norris sie nie so sehr ausnutzen können. Aber so tut sie genau das.

Sie ist wirklich eine sehr unangenehme Person, die von niemandem gemocht wird, weil sie sich ständig mit den Angelegenheiten anderer Leute beschäftigt. Ich bin froh, dass ich sie nie getroffen habe.

Mrs. Crawford
Dann ist da noch Mrs. Crawford. Sie starb eine ganze Weile, bevor wir die Charaktere dieser Geschichte kennenlernten, aber sie hat trotzdem einen Einfluss darauf. Sie ist die Mutter von Mary und Henry Crawford. Wie groß ihr Einfluss war, ist schwer zu sagen, wir wissen nicht, ob sie als Vormund für ihre Kinder eine andere Wahl hatte als Admiral Crawford, der bei der Erziehung keine gute Arbeit geleistet hat.

Und dann gibt es da noch eine andere Dame, die keine Mutter ist und dennoch erwähnt werden muss, weil sie sich um ihre Geschwister kümmert.

Mrs. Grant
Diese ist die ältere Schwester von Mary und Henry Crawford. Sie scheint mehr Einfluss auf Mary gehabt zu haben als auf Henry, der von Admiral Grant mehr gemocht wurde. Dennoch haben beide Geschwister nicht den richtigen Blick für die Welt, in der sie leben, und weil sie Geld haben, kommen sie mit Dingen davon, die Normalsterbliche nicht tun würden. Aber wir können Mrs. Grant nicht wirklich einen Vorwurf machen, es muss hart sein, bei der Erziehung seiner jüngeren Geschwister helfen zu müssen, wenn man noch versucht, seinen eigenen Platz in dieser Welt zu finden.


Andere Romane von Jane Austen, die ich in Bezug auf Mutterschaft gelesen habe:

"Emma" (Emma) - 1816
"Mansfield Park" (Mansfield Park) - 1814
"Kloster Northanger" oder "Die Abtei von Northanger" (Northanger Abbey) - 1818
"Überredung" (Persuasion) - 1817
"Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) - 1813
"Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (
Sense & Sensibility) - 1811

Und hier ist ein Link zu all meinen englischen Jane Austen-Rezensionen.

Buchbeschreibung:

"Im Herrenhaus 'Mansfield Park' leben nicht weniger als drei junge Ehekandidatinnen.

Die beiden Töchter des Hauses setzen durch Eitelkeit und Wankelmut ihr Glück aufs Spiel. Nicht so ihre verarmte Cousine Fanny, die auch auf der Suche nach der großen Liebe ist.
"

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Freitag, 20. Mai 2022

Zöller, Elisabeth "Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens"

Zöller, Elisabeth "Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens" [Anton or The Time of The Unworthy Life] - 2004

Die Buchbeschreibung beginnt mit "Im Dritten Reich haben Behinderte kein Lebensrecht." Ja, wer hatte überhaupt ein Lebensrecht. Nur diejenigen, die in ein bestimmtes Bild passten.

Dieses ist bestimmt eines der besten Bücher, die über die Opfer des dritten Reiches geschrieben wurde. Sicher kann sich auch der letzte eingefleischte Nazi vorstellen, irgendwann einmal einen Unfall zu haben und dann nicht mehr in das Bild des "perfekten" Deutschen zu passen. Die Frage, die sich uns hier stellt, ist auch, ab wann ist ein Leben unwert? Wenn man eine bestimmte Krankheit hat, ein gewisses Alter erreicht hat, nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Wann? Meine Antwort darauf ist, man muss immer das Beste aus seinem Leben machen, ganz egal, was uns zugeteilt wird. Sollte jemand aber anfangen zu sortieren, ist immer die Frage, wo fängt man an. Spätestens dann sollte einem der Gedanke kommen, wie blödsinnig die ganze Angelegenheit ist.

Es gibt viele Menschen, die trotz einer Behinderung nicht nur fest im Leben stehen, nein, die meisten senden so viel Liebe und Fröhlichkeit aus, man muss sie einfach gern haben. Und das ist doch das Allerwichtigste.

Anton hatte also einen Unfall und war seither behindert. Keine Krankheit, kein angeborenes Problem. Trotzdem muss die Familie ihn verstecken. Gut, dass sie liebe Verwandte haben, die sich Antons annehmen, als es im eigenen Haus gar nicht mehr geht.

Die Geschichte Antons und seiner Famlie muss einfach jedermann berühren. Sie ist eigentlich für Kinder geschrieben (und beschreibt das Leben des Onkels der Autorin)

Dieses Buch zeigt uns, dass es kein unwertes Leben gibt und dass jedes Leben lebenswert ist.

Wir haben dieses Buch im März 2009 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Das Buch wurde 2005 mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet. Es hätte noch mehr Preise verdient gehabt.

Buchbeschreibung:

"Im Dritten Reich haben Behinderte kein Lebensrecht: Anton kommt im Jahre 1932 in Deutschland auf die Welt. Nach einem Unfall ist er leicht behindert. Er stottert und sein rechter Arm ist gelähmt. Anton hat aber tiefe Gedanken und eine grosse Sensibilität. Er kann wunderschön malen und ist ein kleines Rechengenie. Doch was zählt das in einer Zeit, wo Behinderten kein Wert zuerkannt wird? Einer seiner Lehrer, ein überzeugter Nazi, macht ihm das Leben zur Hölle. Das spornt die Klassenkameraden an, ihn ebenfalls zu schikanieren, ungestraft. Die Zeit der Euthanasie beginnt, Behinderten wird kein Lebensrecht mehr zugestanden. Anton darf nicht mehr zur Schule, die Eltern verstecken ihn zu Hause. Später wird er zu einer Verwandten aufs Land gebracht. Die besorgt für Anton einen Totenschein. Damit kann er überleben, bis der Krieg zu Ende ist. Sachlich und bewegend zugleich erzählt die Autorin über das grosse Unrecht, das den Behinderten im Dritten Reich zugefügt wurde. Die Erzählung über Anton beruht auf der eigenen Familiengeschichte. Er war ihr Onkel."

Donnerstag, 19. Mai 2022

Lessing, Doris "Das Goldene Notizbuch"

Lessing, Doris "Das Goldene Notizbuch" (Englisch: The Golden Notebook) - 1962

Es ist Ewigkeiten her, dass ich "Das goldene Notizbuch" gelesen habe, wahrscheinlich kurz nachdem es veröffentlicht wurde. Es ist eines dieser Bücher, an die ich mich nach vielen, vielen Jahren noch erinnere. Ich fand es sehr gut und sehr sensibel, ging auf eine sehr einzigartige, aber hilfreiche Weise an das Thema Frauenbefreiung heran.

Als wir es dann in unserem Lesekreis besprachen, stellte sich heraus, dass die meisten Mitglieder das Buch nicht wirklich mochten.
Einige von uns "älteren" Mitgliedern hatten das Gefühl, dass die jüngeren Leserinnen die Gründe, für die dieses Buch geschrieben wurde, nicht wirklich nachvollziehen konnten,
es nicht "verstanden" haben. Sie hatten nicht in der Zeit gelebt, in der ein Mädchen "keine Ausbildung brauchte, weil sie sowieso heiraten würde". Autorinnen wie Doris Lessing und ihre Figuren sind dafür verantwortlich, dass die Situation nicht mehr so schlimm ist, zumindest nicht in unseren Breitengraden.

Ich finde das Buch nicht veraltet, nur dass die jungen Frauen nicht verstehen, was die Frauen vor ihnen erkämpfen mussten, um dort anzukommen, wo sie heute sind. Ich möchte nicht sagen, dass der Kampf vorbei ist, aber wir haben einen langen Weg zurückgelegt.

Wir haben dieses Buch in unserem Internationalen Lesekreis im Januar 2009 besprochen.

Buchbeschreibung:

"Dieser Roman, längst ein klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, ist das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität, das es gibt, und zugleich ein großer Roman über das geistige und moralische Klima in der Mitte unseres Jahrhunderts. Zunächst aber ist es die Geschichte von zwei Frauen, zwei Freundinnen - der Schriftstellerin Anna Wulf und der Schauspielerin Molly Jacobs. Beide sind um die vierzig, geschieden und haben ein Kind zu versorgen: 'ungebundene Frauen', die viele Beziehungen durchleben, haltbare und unhaltbare.

Eingeflochten in den Roman dieser Frauen sind die Notizbücher der Schriftstellerin Anna - das schwarze, das rote, das gelbe und das blaue. '
Sie führt vier und nicht eines', schreibt Doris Lessing, 'weil sie, wie sie erkennt, die Dinge voneinander getrennt halten muß, aus Furcht vor dem Chaos, vor Formlosigkeit - vor dem Zusammenbruch.' Ihnen wird schließlich ein Ende gesetzt, und es entsteht etwas Neues: 'Das goldene Notizbuch'."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Doris Lessing "der Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat" erhielt den Nobelpreis für Literatur 2007.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 18. Mai 2022

Grass, Günter "Die Blechtrommel"

 

Grass, Günter "Die Blechtrommel. Danziger Trilogie 1" - The Tin Drum - 1959

Günter Grass ist einer meiner Lieblings-Nobelpreisträger, sicherlich einer der besten deutschen Autoren, die wir je hatten. Sein Stil ist einzigartig, seine Sprache hervorragend.

Wie soll man dieses Buch beschreiben? Es auch nur zu versuchen, wäre so, als würde man die ganze Geschichte umschreiben, was natürlich unmöglich ist.

Warum ist es so wichtig? Die Geschichte stellt nicht nur einen Teil unserer Geschichte dar, der aus einer ganz anderen Perspektive erzählt wird als die meisten Bücher des Krieges, sie beschreibt auch durch das Genre des magischen Realismus, was alles hätte passieren können.

Oscar Matzerath wurde in der damaligen Freien Stadt Danzig (heute polnische Stadt Gdańsk) geboren. Als er drei Jahre alt ist, beschließt er, nicht mehr zu wachsen. Er erzählt uns die Geschichte seiner Großmutter und durch seine Erzählung gehen wir durch den Zweiten Weltkrieg, die Besetzung Polens und das Nachkriegsleben vieler Flüchtlinge, die nach Westdeutschland gingen.

Oscar verkörpert viele verschiedene Charaktere, das erwachsene Kind, den obsessiven Schlagzeuger, das Böse dieser Welt, den Schauspieler, der uns zeigen will, wie das Leben so spielt. Er ist viele Menschen in einem, schwer zu fassen, aber so sehr einer von uns, dass wir ihn zu kennen scheinen.

Dies ist sicherlich nicht eines der am einfachsten zu lesenden Bücher, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Es ist eine Geschichte, die man nie vergisst. Ich werde die beiden anderen Bücher der "Danziger Trilogie" weiterlesen: "Katz und Maus" (Cat and Mouse) habe ich bereits beendet, "Hundejahre" liegt auf meinem SUB. Wie viele andere erfolgreiche Bücher wurde "Die Blechtrommel" verfilmt und erhielt als einer der wenigen deutschen den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.


Buchbeschreibung:

"Anfang der 50er Jahre trommelt und schreibt in einer Heil- und Pflegeanstalt ein Buckliger des Jahrgangs 1924 die Geschichte seines Lebens und seiner Familie vom Begin des Jahrhunderts bis in das Deutschland Adenauers. Oskar Matzerath hat alles gesehen und gehört, nichts ist ihm entgangen, denn er war ein hellhöriger Säugling, dessen geistige Entwicklung bereits bei der Geburt abgeschlossen war. Der Außenseiter, der Wirklichkeit ertrommeln und Glas zersingen kann, erweist sich dabei als der einzige Gesunde in einer Welt des Scheins, der Lüge und des Verbrechens. Am Ende seiner phantastischen Autobiographie, die Oskar vom Vorkriegs-Danzig bis ins Düsseldorf der Nachkriegszeit führt, 'entdeckt man, daß man über Deutschland und Mitteleuropa - sowohl in der Zeit des Völkermordes als auch im Biedermeier der Restauration - mehr weiß als je zuvor' (Lars Gustafsson). Mit dem Erscheinen der 'Blechtrommel' 1959 gewann der deutsche Nachkriegsroman Anschluss an die Weltliteratur und Oskar der Trommler seinen festen Platz in der modernen Mythologie."

Günter Grass erhielt den Nobelpreis für Literatur 1999 "weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden. 
 
Als ich vor einigen Jahren in Lübeck war, habe ich mich gefreut, dass ich auch das Haus besuchen konnte, in dem Günter Grass gelebt hat. Meine Erfahrung könnt ihr hier nachlesen.

Dienstag, 17. Mai 2022

Serreau, Coline "Pilgern auf französisch"

Serreau, Coline "Pilgern auf französisch" (Französisch: Saint-Jacques... La Mecque) - 2005

Eine Geschichte über drei Geschwister, die nach dem Tod der Mutter nach Santiago de Compostela pilgern müssen, um ihr Erbe antreten zu können.

Das Buch wird als witzig beschrieben, obwohl ich persönlich nicht viel Humor entdecken konnte. Der ganze Roman war mir einfach zu seicht. Es gibt bessere Erzählungen über den Camino, z.B.
Kerkeling, Hape "Ich bin dann mal weg" (I'm Off Then) - 2006
Booth, Cathleen "Mercy & Grace on the Camino de Santiago" - 2020 (leider nur in Englisch)

Wir haben dieses Buch im Januar 2009 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Clara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei zusammen als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Schlimmeres können sich die drei kaum vorstellen, denn erstens können sie sich nicht ausstehen, und zweitens ist Wandern ein Strafe für sie. Doch das Geld können alle gut gebrauchen, und so schließen sie sich widerwillig einer illustren Wandergruppe an. Der Weg nach Santiago de Compostela ist lang und die Reise dahin voller überraschender Einsichten … Eine wunderbare, tiefsinnige Komödie über das Leben."

Montag, 16. Mai 2022

Schulze, Ingo "Simple Storys"

Schulze, Ingo "Simple Storys: Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz" [Simple Storys: A Novel from the East German Province] - 1998

Kurzgeschichten sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Aber 30 Jahre nach dem Fall der Mauer fanden wir es eine gute Idee, so ein Buch anzupacken.

Wie in all diesen Sammlungen von zusammengewürftelten Erzählungen, die nicht viel gemeinsam haben, kratzt der Autor auch hier nur an der Oberfläche. Wenn auch die ein oder andere Geschichte ganz interessant ist, hätten sie alle für meinen Geschmack länger sein können, tiefer gehen können. Dass man sich in die Personen nicht hineinversetzen kann, liegt sicher zum größten Teil daran, dass wir sie kaum kennenlerne, dass sie einfach zu anonym bleiben, als dass wir auch nur ein wenig ihr Schicksal einsehen könnten. Schade.

Das beste Buch, dass ich bislang über die ehemalige DDR gelesen habe, bei der man an dem Leben der Menschen teilhaben kann, ist "Der Turm" (The Tower) von Uwe Tellkamp. Aber das war den anderen Lesekreismitgliedern zu lang.

Wir haben dieses Buch im November 2010 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Mit seinem lakonischen, gänzlich unpathetischen Stil an die Tradition der amerikanischen Short Story anknüpfend, erzählt Schulze scheinbar einfache Geschichten. Was den Bewohnern der ostthüringischen Kleinstadt Altenburg, eines in der DDR verfallenen architektontichen Kleinods inmitten von Uran- und Kohleabbau, in diesem 'Simplen Storys' widerfährt, erscheint auf den ersten Blick nicht weiter ungewöhnlich. Und doch offenbart sich in den vielen kleinen Alltagsbegebenheiten das Zusammenstürzen einer ganzen Welt, jener traumatische Bruch, der sich nach 1990 durch so viele ostdeutsche Biographien zieht. Und so zeichnet er völlig unsentimental die Hoffnung und Hilflosigkeit, die Irrungen und Wirrungen und vielen tragikomischen Situationen, mit denen die Bewohner der ehemaligen DDR tagtäglich konfrontiert werden - befreit von einer Mauer, die sowohl Tragödien zeitigte als auch Sicherheiten gewährte."

Samstag, 14. Mai 2022

Degen, Michael "Nicht alle waren Mörder"

Degen, Michael "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin" [Not All Of Them Were Killers] - 1999

Die Erzählung des bekannten Schauspielers, wie er den 2. Weltkrieg als Jude in Deutschland erlebt hat. Wie ihm und seiner Mutter Freunde, Nachbarn und Fremde geholfen haben. Wie diese ihr Leben riskierten, um das seine zu retten.

Es gibt wenige Bücher über die Zeit, in denen die Deutschen auch mal von einer guten Seite beschrieben werden. Wie Michael Degen schon sagte: "Nicht alle waren Mörder." Und nicht alle waren Nazis. Das vergessen auch heute noch viel zu viele. Leider.

Drei Jahre war der 1932 geborene Junge Michael mit seiner Mutter untergetaucht. Was er alles erlebt hat, erzählt er in diesem Buch. Er ist kein Autor, es handelt sich hier wirklich um eine Erzählung von ihm selbst, das merkt man, der Autor spricht mit seinem Herzen.

Auf der Suche nach einem Foto von dem Buch habe ich festgestellt, dass er noch eines geschrieben hat: "Mein heiliges Land: Auf der Suche nach meinem verlorenen Bruder". Das dürfte sicher genauso interessant sein.

Wir haben dieses Buch im Juni 2010 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Mit elf Jahren musste Michael Degen zusammen mit seiner Mutter vor den Nationalsozialisten fliehen. Es folgte ein Leben im Untergrund, mit der ständigen Angst entdeckt und deportiert zu werden. Aber in dieser Welt, die aus den Angeln gehoben war, gab es Menschen, die sie versteckten, bis der Krieg vorbei war. Freunde und Fremde, Menschen die nicht fragten, sondern wortlos halfen."

Freitag, 13. Mai 2022

Fleischhauer, Wolfram "Das Buch in dem die Welt verschwand"

Fleischhauer, Wolfram "Das Buch in dem die Welt verschwand" [The Book In Which The World Disappeared] - 2003

Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Krimi sondern es ist ein historischer Roman über das Zeitalter der Aufklärung.

Geheimnisvolle Todesfälle führen einen bekannten Arzt von einer Leiche zu einer Intrige durch Mord und Totschlag, Epidemien, Brandstiftungen und Aberglauben zu den Anfängen einer neuen Zeit, der Aufklärung.

Wenn man sonst nicht viel für Philosophie übrig hat, diese Zeit wird anhand der Geschichte gut erklärt.

Die Geschichte spricht auch die Entwicklung in der Medizin zu dem Zeitpunkt an, u.a. die Bakterien sowie verschiedene neue Untersuchungsmethoden, dann aber auch die Philosophie, Freimaurer, Illuminati, Immanuel Kant.

Wolfram Fleischhauer hat gesagt, er hätte gerade ein ganz anders Buch geplant, als die Attentate in New York am 11.09.01 passierten. Dadurch ist er auf die Idee gekommen. In einem Aufsatz von Heine hatte er gelesen, dass Kant Gott umgebracht habe, und die Tragweite dieser Tat wohl erst in 200 Jahren verstanden werde. Da sind wir jetzt. Aber ich glaube, viele haben es bis heute nicht verstanden.

Das "Verschwinden" der Welt ist auf die Philosophie der Zeit zurückzuführen, der Aufklärung. Wenn eine neue Welt entsteht (und das tat sie ja mit den neuen Gedanken), stirbt eine alte.

Ich habe später das Buch "Schule der Lügen" (oder: Die Inderin) (In a Tender Hold) von dem gleichen Autoren gelesen, auch sehr gut. Dieses handelt vom Einfluss der östlichen Philosophie auf Europa, darüber, wie bestimmte Richtungen eingeschlagen wurden, um die Menschen dorthin zu bringen, wo man sie haben will.

Wir haben dieses Buch im Juni 2008 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchumschlag:

"In einem verschneiten fränkischen Wald macht der Lizenziat Nicolai Röschlaub eine entsetzliche Entdeckung: Inmitten der Spuren eines heftigen Kampfes liegt eine blutüberströmte Leiche ohne Hände und mit schrecklich zugerichtetem Gesicht. Doch der schlimmste Anblick für den jungen Nürnberger Arzt sind die Augen des Toten, die der Mörder mit einem Dolch an den nächsten Baum gespießt hat, auf dessen scharfer Klinge die Mahnung eingraviert ist: "In te ipsum redi -- Schaue in Dich selbst!" Einziger Zeuge der grauenhaften Tat ist eine ebenso geheimnisvolle wie verwirrend verführerische junge Frau ohne Namen, der Nicolai mehr und mehr verfällt.

Doch die schöne Unbekannte ist nicht das einzige Rätsel, das sich der Aufklärung des Falles entgegen stellt. Der dubiose Justizrat Di Tassi, der Nicolai in seine Dienste stellt, arbeitet für Machthaber, deren Motive im Dunkeln liegen, und doch ist auch er nur einer von vielen Spielern und Gegenspielern, die versuchen, am Ende des 18. Jahrhunderts die Herrschaft im Deutschen Reich an sich zu reißen. Während Nicolai versucht, das Geheimnis der jungen Schönen zu lüften, gerät er immer tiefer in den Strudel der Gewalt und den verbissenen Kampf zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung, in dessen Zentrum ein Buch steht, das ein neues Zeitalter einläutet und dabei eine alte Welt zum Verschwinden bringt.

Souverän und geschickt bedient sich Wolfram Fleischhauer auch in seinem vierten Buch der Mittel des historischen Romans, um eine ebenso spannend wie intelligent konstruierte Handlung aufzubauen. Zwar wirkt die Mischung aus Aufklärungsschwärmerei, feudalistischer Unterdrückung, religiösem Fanatismus und konspirativen Sekten von den Freimaurern bis zu den Illuminaten nicht gerade neu, doch Fleischhauer gelingt es durchaus, dem Bekannten überraschende Aspekte abzugewinnen. Wie schon in seinen früheren Romanen
Die Purpurlinie, Die Frau mit den Regenhänden und Drei Minuten mit der Wirklichkeit erweist sich Fleischhauer als Regisseur präzise kalkulierter Effekte und einer Geschichte mit großer assoziativer Dichte und voller Anspielungen auf Philosophie, Kunst und Literatur. Auch wenn sein Buch die Welt nicht zum Verschwinden bringt, Zerstreuung auf höchstem Niveau bietet es allemal!"

Ich muss unbedingt mehr von Wolfram Fleischhauer lesen.

Donnerstag, 12. Mai 2022

Austen, Jane "Emma"

 

Austen, Jane "Emma" (Englisch: Emma) - 1816

Jane Austen ist meine absolute Lieblingsautorin. Ich habe alle ihre Romane gelesen und versuche, alles andere zu lesen, was sie jemals festgehalten hat.

"Emma" ist nicht unbedingt der berühmteste von Austens Romanen. Emma Woodhouse, ein reiches, kluges Mädchen, das bei ihrem Vater lebt, ist ziemlich verwöhnt. Sie will nicht heiraten, da sie selbst genug Geld hat, aber sie kümmert sich um alle anderen.
Jane Austen schrieb: "Ich werde eine Heldin nehmen, die niemand außer mir sehr mögen wird."

Sie könnte das geschafft haben. Trotzdem hat Emma etwas Sympathisches. Sie ist ziemlich egoistisch und fängt viele verschiedene Dinge an, nur um sie später wieder aufzugeben, aber sie meint es gut mit anderen Menschen. Sie war vielleicht zu intelligent für ihre Zeit, Frauen hatten nicht zu denken.

Emma ist Jane Austens einzige Heldin ohne Geldprobleme, das ist schon ein Unterschied zu ihren anderen Romanen. Vielleicht macht es das so interessant.

In der Gruppe The Motherhood and Jane Austen Book Club habe ich Emma ein zweites Mal rezensiert.

Dieser Blogeintrag ist hier und eine Liste aller meiner "Mutterschafts"-Rezensionen hier. Ich lese viele Romane von oder über Jane Austen. Hier ist ein Link zu allen meinen englischen Jane-Austen-Besprechungen.

All diejenigen, die diesen Roman nicht gelesen haben, weise ich darauf hin, dass nachfolgend auch Spoiler enthalten sind.

Ich denke, Emma ist der Roman von Jane Austen mit den wenigsten Müttern oder Mutterfiguren. Wir haben ein paar, die den Platz von Müttern einnehmen, aber die Mütter selbst nehmen im Roman einen sehr kleinen Platz ein. Trotzdem gibt es zu jedem von ihnen etwas zu sagen und wie sie die anderen Charaktere beeinflussen.

Mütter:
Mrs. Bates, Mrs. John Knightley
Nicht anwesende Mütter: Mrs. Woodhouse
Nicht-Mütter: Mrs. Weston, Mrs. Churchill


Mrs. Bates
Sie ist die Mutter der sehr gesprächigen Miss Bates. Von der Mutter hören wir nicht viel, können aber ihrer Tochter und einigen anderen Bemerkungen entnehmen, was für ein Schicksal Mrs. Bates hatte. Sie ist wahrscheinlich das Äquivalent zu Mrs. Dashwood in "Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (Sense & Sensibility) (oder was Mrs. Bennett in "Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) fürchtet), weil sie früher reich war und jetzt sehr arm ist. Sie muss daher ihren Reichtum mit dem Tod ihres Mannes verloren haben, dessen Nachlass und Geld an einen entfernten Verwandten ging, der nicht glaubte, dass er sich um Mrs. Bates und ihre Tochter kümmern musste.

Sie ist eine ruhige und stille Person, zu alt und zu krank, um etwas für ihre Tochter zu tun, und hat auch keinen Einfluss auf die anderen Figuren des Romans.

Mrs. John Knightley, geb. Isabella Woodhouse
Emmas Schwester Isabella ist mit Mr. John Knightley verheiratet, dem Bruder von DEM Mr. Knightley. Sie ist wahrscheinlich mehr wie ihr Vater als wie ihre Mutter, sie hat definitiv seine Angst geerbt, sich jegliche mögliche Krankheit einzufangen. Die Knightleys sind eine Familienfamilie, sehr nah an ihren Kindern, sehr fürsorglich, aber das ist ungefähr alles, was wir von ihnen hören.

Mrs. Woodhouse
Sie war die Mutter von Emma und Isabella, ist Mr. Woodhouses verstorbene Frau. Ihr früher Tod mag seine Hypochondrie beeinflusst haben, aber ich bin sicher, dass es schon vor ihrem Ableben einige Hinweise darauf gab. Wäre Emma ein anderer Mensch gewesen, wenn ihre Mutter noch am Leben gewesen wäre? Wahrscheinlich. Da wir nicht viel über sie wissen, können wir nur vermuten, dass sie vielleicht etwas strenger war als ihr Vater, der Angst hat, sie an irgendetwas zu verlieren, oder als ihre Gouvernante, die eher eine Freundin gewesen zu sein scheint als ein Elternteil.


Mrs. Weston geb. Taylor
Zu Beginn des Romans heiratet Miss Taylor, Emmas langjährige Gouvernante, Mr. Weston, einen "Mann mit Vermögen". Wir sehen sie nicht mehr in Highbury arbeiten, der Residenz der Woodhouses, aber die Familien besuchen sich gegenseitig und es gibt mehrere Gespräche mit Mr. Knightley über Emma. Daraus können wir eine gute Vorstellung davon bekommen, wie sie Emma behandelt hat und dass ihre Nachsicht Emma dazu gebracht hat, eine junge Dame zu werden, die eine sehr hohe Meinung von sich hat. Mrs. Weston ist die Ersatzmutter von Emma geworden, obwohl sie ein wenig nachsichtig mit ihr war und eher wie eine Freundin funktionierte, sie liebt sie so sehr wie eine Tochter und Emma liebt Mrs. Weston so sehr wie eine Mutter, aber ich glaube nicht, dass sie Emma einen großen Dienst erwiesen hat, indem sie sie ganz ohne Strenge erzogen hat.

Mrs. Churchill
Mr. Weston, der Emmas Gouvernante Miss Taylor heiratet, hat einen Sohn. Als seine Frau starb, war Frank noch sehr klein und so zog ihn der kinderlose Bruder seiner Frau und dessen Frau auf. Mrs. Churchill scheint eine sehr anspruchsvolle Mutter zu sein, sie verlässt sich sehr auf Frank und lässt ihn nicht einmal an der Hochzeit seines Vaters teilnehmen.

Ist sie eine gute Mutter? Nun, sie nahm den Neffen ihres Mannes auf, aber das taten damals viele Leute, sogar einer von Jane Austens eigenen Brüdern wuchs in einer anderen Familie auf. Sie kommt sicherlich als sehr egoistisch daher, weil Frank seine Liebe zu Jane Fairfax verbergen muss und sie erst heiraten kann, nachdem Mrs. Churchill gestorben ist. Da wir sie nie wirklich persönlich treffen, sondern nur von Leuten über sie sprechen hören, die Frank gerne öfter sehen würden, können wir sie nur nach der negativen Stimmung, die wir durch ihre Bekannten wahrnehmen.

Alles in allem gibt es nicht viele Mütter in diesem Roman, aber dennoch einige, die einen großen Einfluss auf die Geschichte haben.

Dies war das vierte Buch, das ich mit diesem Blog gelesen habe

Andere Romane von
Jane Austen, die ich in Bezug auf Mutterschaft gelesen habe:

"Emma" (Emma) - 1816
"Mansfield Park" (Mansfield Park) - 1814
"Kloster Northanger" oder "Die Abtei von Northanger" (Northanger Abbey) - 1818
"Überredung" (Persuasion) - 1817
"Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) - 1813
"Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (
Sense & Sensibility) - 1811

Und hier ist ein Link zu all meinen englischen Jane Austen-Rezensionen.

Buchbeschreibung:

"Die kluge Emma Woodhouse lebt für das Ehestiften und lenkt gerne die Geschicke anderer. Allerlei ungewollte Komplikationen und Missverständnisse zwingen sie jedoch zu Selbstkritik und -reflexion in dieser Komödie der Irrungen und Wirrungen."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.