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Freitag, 9. Oktober 2026

Gordimer, Nadine "Burgers Tochter"

Gordimer, Nadine "Burgers Tochter" (Englisch: Burger's Daughter) - 1979

Ich wollte schon lange ein Buch von Nadine Gordimer lesen. Sie ist eine produktive Autorin aus Südafrika, schreibt über Politik, ist eine Frau und hat den Nobelpreis für Literatur erhalten – es gibt also viele Gründe, warum sie auf meiner Liste stehen sollte.

Als "leichte Lektüre" würde ich dieses Buch definitiv nicht bezeichnen. Der Stil der Autorin ist nicht sehr einladend, und vom Lesefluss kann man kaum sprechen – es gibt eigentlich gar keinen. Die Dialoge sind wenig klar; oft hat man den Eindruck, dass man gar nicht wissen soll, wer gerade spricht oder wessen Gedanken man folgt. Die Geschichte springt von einer Person zur nächsten.

Das Thema des Romans ist jedoch sehr gut. Die Handlung basiert lose auf dem Leben von Bram Fischer und seiner Familie, insbesondere seiner Tochter. Bram Fischer war ein südafrikanischer Anwalt, der für seinen Kampf gegen die Apartheid bekannt war. Die größte Bekanntheit erlangte er als Verteidiger von Nelson Mandela.

Ich habe mich gerne mit der Geschichte befasst, auch wenn mir das Lesen des Buches selbst nicht allzu viel Freude bereitet hat. Das Buch vermittelt Wissen über Südafrika, dessen Geschichte und das Apartheid-System sowie über die Menschen, die dagegen gekämpft haben – auch wenn es durchaus mehr hätten sein können.

Buchbeschreibung:

"Rosa Burger wächst als Tochter des angesehenen Arztes Lionel Burger in Johannesburg in einem hochpolitischen Umfeld auf. Ihre Eltern engagieren sich in der Kommunistischen Partei Südafrikas gegen das Regime der Rassentrennung. Als sie im Gefängnis landen, muss Rosa mit 14 Jahren den Haushalt allein organisieren. Mit 18 verlobt sie sich zum Schein mit einem Regimegegner, zu dem politische Kontakte aufrecht erhalten werden sollen. Mit 20 Jahren ist sie als Tochter ihres zu lebenslanger Haft verurteilten Vaters politisch abgestempelt und als Bürgerin ohne Reisepass. Nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sich die 25-jährige Rosa zunächst verpflichtet, deren Arbeit fortzusetzen. Doch dann weigert sie sich zum ersten Mal, die erwartete Rolle zu übernehmen. Nachdem sie endlich ihren Pass erhalten hat, reist sie nach Europa. In Frankreich lernt sie Katya, die erste Frau ihres Vaters, kennen und den linksgerichteten Intellektuellen Bernard lieben. In London trifft sie ihren im Exil lebenden schwarzen Ziehbruder Baasie wieder, der sie als Weisse zurückweist. Inmitten des kultiviert-dekadenten Lebens in Europa erkennt Rosa, wo sie hingehört. Sie kehrt zurück nach Südafrika und nimmt den Kampf gegen die Apartheid wieder auf."

Wir haben dieses Buch im Juni 2019 in unserem internationalen online Lesekreis besprochen.

Nadine Gordimer erhielt 1991 den Nobelpreis für Literatur "für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Mandela, Nelson "Der lange Weg zur Freiheit"

Mandela, Nelson "Der lange Weg zur Freiheit" (Englisch: Long Walk to Freedom) - 1994

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Liste, aber erst ein anderer Lesekreis es auf seine Liste gesetzt hat, konnte ich es endlich lesen .

Ich habe Nelson Mandela immer dafür bewundert, wie er sein Leben bewältigte, für seinen Kampf gegen Unterdrückung, für seinen Freiheitskampf. Ich meine, wer würde das nicht? Er ist einer der größten Helden unserer Zeit, und die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jeder nur ein bisschen von Nelson Mandela in sich hätte.

Das Buch hat meine Meinung über ihn nicht geändert. Wenn überhaupt, hat es meine Bewunderung verstärkt. Ich habe so viel von diesem Mann gelernt, nur indem ich seinen Gedanken in seiner Autobiografie gefolgt bin. Ich hoffe, ich kann zumindest etwas davon in meinem Leben anwenden.

Wie wird man damit fertig, fast dreißig Jahre lang im Gefängnis zu sein? Und nicht nur die Inhaftierung, auch die Situation in diesen Gefängnissen war nicht gerade ideal, nicht das, was man erwarten würde, wenn man für ein Verbrechen, das man in unseren westlichen Ländern begehen würde, inhaftiert werden müsste, für ein Verbrechen, das man tatsächlich begangen hat, nicht für den Kampf für einige der Grundrechte, die jedem Menschen zustehen sollten.

Von seiner Kindheit bei einem afrikanischen Häuptling über sein Jurastudium bis hin zu seinem Engagement für die Bekämpfung der grausamen Auswirkungen des Rassismus in seinem Land hat sich dieser Mann gegen jedes Unrecht, das der Unschuld zugefügt wurde, zur Wehr gesetzt. Er erhielt den Friedensnobelpreis, und wohl niemand hat ihn mehr verdient.

Was bleibt zu sagen, als: Jeder sollte dieses Buch lesen.

Buchbeschreibung:

"Kaum ein anderer Politiker dieses Jahrhunderts symbolisierte in solchem Maße die Friedenshoffnungen der Menschheit und den Gedanken der Aussöhnung aller Rassen auf Erden wie der ehemalige südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, dessen Rolle für seinen Kontinent mit der Gandhis für Indien verglichen wurde. Seine trotz langer Haft ungebrochene Charakterstärke und Menschenfreundlichkeit haben nicht nur die Bewunderung seiner Landsleute, sondern aller friedenswilligen Menschen auf der Welt gefunden. Obwohl als Häuptlingssohn, hochgebildeter und sprachenkundiger Rechtsanwalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung privilegiert, war er doch nicht von vornherein zum Freiheitskämpfer und international geachteten Politiker prädestiniert. Erst die fast drei Jahrzehnte währende Gefängnishaft hat ihn zum Mythos der schwarzen Befreiungsbewegung werden lassen. Nelson Mandelas Lebensgeschichte ist über die politische Bedeutung hinaus ein spannend zu lesendes, kenntnis- und faktenreiches Dokument menschlicher Entwicklung unter Bedingungen und Fährnissen, vor denen die meisten Menschen innerlich wie äußerlich kapituliert haben dürften."

Nelson Mandela erhielt 1993 zusammen mit Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis "für ihren Beitrag zur Beendigung der Apartheid in Südafrika"

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Montag, 27. Oktober 2025

Andrew, Sally "Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord"

Andrew, Sally "Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord" (Englisch: Recipes for Love & Murder. A Tannie Maria Mystery) - 2015

Ich lese nicht viele Krimis, aber wir schauen sie uns gerne an. Mein Mann hat dieses Juwel im Fernsehen entdeckt: eine Zeitungskolumnistin in Südafrika, die gerne kocht und all ihre Rezepte teilt, um anderen zu helfen. Ihre Rezepte klingen so toll, und es gibt sogar ein Kochbuch. Leider ist es nur in Südafrika erhältlich und wird nicht ins Ausland geliefert. Falls einer meiner Leser:innen dort lebt oder Kontakte hat, lasst es mich bitte wissen. Ich würde mich über das Buch freuen.

Tannie Maria ist jedenfalls eine sehr aktive Frau, die für sich selbst einstehen kann. Und das muss sie beweisen, denn ihre Stadt wird von einem bösen Mörder verfolgt. Gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen jagt sie den Jäger.

Ein wunderschöner, packender Krimi.

Auf Seite 250 gibt es einen wichtigen Kommentar, für den ich sehr dankbar bin. " ... die meisten Ärzte … machen sich nicht einmal die Mühe, auf eine Laktoseallergie zu testen. Die Wahrheit ist, dass viele Menschen Laktose nicht richtig verdauen können und sich bei manchen daraus eine schwere Allergie entwickelt. Mit zunehmendem Alter kann sie sich verschlimmern  ..." Es gibt noch mehr, aber ich denke, das reicht aus, um die Schwere der Laktoseintoleranz zu verdeutlichen. Ich leide stark darunter und oft lachen die Leute nur darüber. Ich sage immer: Wenn ihr jemals eine Magen-Darm-Grippe hattet, stellt sich vor, ihr bekommt das jedes Mal, wenn ihr nur wenig Laktose zu euch nehmt. Ihr würdet es wie die Pest meiden. Leider bieten viele Restaurants und insbesondere Cafés überhaupt keine laktosefreien Gerichte an. Ich bin immer froh, wenn sie wenigstens veganes Essen anbieten, das ist für mich in Ordnung.

Buchbeschreibung:

"Südafrika, in der beschaulichen Klein Karoo: Hier lebt Tannie Maria, eine lebensfrohe Witwe, in einem Haus unter einem Eukalyptusbaum. Tannie ist eine begnadete Köchin, die ihre Gemeinde zuverlässig mit beglückenden Rezepten verzückt. Als jedoch in der Nachbarschaft eine junge Frau tot aufgefunden wird, gibt es nichts mehr, was Tannie noch in ihrer Küche hält. Noch nicht einmal der attraktive und akkurate Detective Kannemeyer kann die Hobby-Detektivin stoppen. Schon bald findet Tannie eine heiße Spur und bringt sich dabei selbst in höchste Gefahr …"

Samstag, 26. Juli 2025

Coetzee, J.M. "Schande"

Coetzee, J.M. "Schande" (Englisch: Disgrace) - 1999

Ich habe das Buch vor einiger Zeit gelesen und es hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich wollte ich noch mehr von diesem Autor lesen, aber da war mein SUB (Stapel ungelesener Bücher), die ich noch lesen muss …

Mir gefiel jedenfalls die Beschreibung der Menschen, des Professors, der nach dem Verlust seines Jobs zu seiner Tochter Lucy in eine abgelegene Gegend Südafrikas zieht. Lucy hat mir auch sehr gut gefallen, ebenso die Beschreibung Südafrikas, sowohl der Landschaft als auch der Lebens- und politischen Situation. Ich könnte mir vorstellen, dort zu sein, das ist immer ein gutes Buch für mich. Und es unterscheidet sich stark von meinem Leben, also ist es definitiv interessant.

Buchbeschreibung:

"Davie Lurie, Literaturprofessor in mittleren Jahren und zweimal geschieden, ist in Ungnade gefallen - eine Affäre mit einer seiner Studentinnen ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Der peinlichen Befragung entzieht er sich durch ein Schuldbekenntnis. Er quittiert seinen Dienst und verläßt Kapstadt, um für eine Weile zu seiner Tochter aufs Land zu ziehen. Lucy, die keinerlei Ambitionen in der Welt ihres Vaters hat, versucht auf einem entlegenen Stück Land eine kleine Farm aufzubauen. Zunächst scheint es, als könnten der Einfluss Lucys und der natürliche Rhythmus des Farmlebens Davids aus den Fugen geratenem Leben neuen Halt geben, doch dann werden Vater und Tochter Opfer eines brutalen Überfalls, in dessen Folge der grundlegende existentielle Konflikt zwischen beiden offen zutage tritt."

J.M. Coetzee, "der in zahlreichen Gestaltungen das erstaunliche Wirken von Außenseitern darstellt", erhielt den Nobelpreis für Literatur 2003 und den Booker Preis für diesen Roman in 1999.

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Dienstag, 13. Mai 2025

Paton, Alan "Denn sie sollen getröstet werden"

Paton, Alan "Denn sie sollen getröstet werden" (Englisch: Cry, The Beloved Country: A Story of Comfort in Desolation) - 1948

Alan Paton war ein südafrikanischer Autor und Anti-Apartheid-Aktivist. Sein Roman erzählt die Geschichte von Menschen, die in einer Gesellschaft leben müssen, die von Ungerechtigkeit geprägt ist, die später zur Apartheid führen sollte. Man kann nicht anders, als Mitleid mit allen Charakteren der Geschichte zu haben, egal was sie tun, wie sehr sie sich auch bemühen, sie kommen nicht weiter.

Eine dramatische Lektüre, eine fantastische Lektüre. Geschichte, ja, aber wenn man sich umschaut, gibt es diese Art von Problemen immer noch überall.

Buchbeschreibung:

"Südafrika in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gewalt zwischen Schwarzen und Weißen regiert und zerstört das Land. Der Sohn des schwarzen Pfarrers Stephe
n Kumalo, Absalom, ist, wie viele junge Männer, nach Johannesburg gegangen und nicht wiedergekommen. Wer dorthin geht, kommt nie wieder zurück. Dann kommt ein Brief. Stephen Kumalo, der schwarze Pfarrer, macht sich auf den Weg in die große, unbekannte Stadt. Er findet seinen Sohn im Gefängnis. Absalom hat bei einem Einbruch in Panik einen jungen Weißen erschossen. Gerade dieser Mann aber hatte sich sehr für die Rechte der Schwarzen eingesetzt. In einem Land, in dem Schwarze keine Rechte haben und im Elend leben, scheint Absaloms Schicksal besiegelt. Die Versöhnung zwischen den Vätern des Opfers und des Täters, zwischen weiß und schwarz, erscheint als Zeichen der Verheißung für eine bessere Zukunft. Neuausgabe des Welterfolgs, der 1948 erstmals erschienen.
"

Donnerstag, 24. Oktober 2024

Briley, John "Schrei nach Freiheit"

Briley, John "Schrei nach Freiheit" (Englisch: Cry Freedom: The Legendary True Story of Steve Biko and the Friendship that Defied Apartheid) - 1987

Ich habe den Film "Schrei nach Freiheit" nie gesehen, aber er stand schon ewig auf meiner Wunschliste. Jetzt setze ich ihn ganz nach oben. Dies ist ein Buch, das nach dem Film geschrieben wurde – eine ziemliche Seltenheit. Eine interessante Geschichte über einen Mann, der versuchte, Freiheit für sein Volk zu fordern, Gleichbehandlung, egal welche Hautfarbe man hat, das Ende der Apartheid. Er wollte das alles friedlich und zahlte den höchsten Preis. Ich glaube nicht, dass das ein Spoiler ist, denn Steve Biko ist seit über vierzig Jahren tot.

Aber es ist auch die Geschichte eines anderen Mannes, der in Privilegien hineingeboren wurde, in einem Land, in dem es einen großen Unterschied macht, wer die Vorfahren sind, geboren mit dieser Art von Einstellung, die sie glauben lässt, sie hätten dieses Privileg aus irgendeinem seltsamen Grund verdient. Als Donald Woods Steve Biko trifft, entwickelt sich eine Freundschaft. John Briley, der Autor, beschreibt dies auf sehr subtile Weise, man kann sich vorstellen, wie sich die Freundschaft langsam aber sicher entwickelte.

Das Leben von Donald Woods ist wahrscheinlich genauso interessant wie das von Steve Biko. Die Geschichte über ihre Freundschaft beschreibt die Geschichte Südafrikas, die Geschichte der Apartheid. Ich habe ziemlich viele Bücher über die Menschen in diesem Land gelesen und es schockiert mich immer wieder, wie so etwas überhaupt passieren konnte, wie die Menschen das akzeptieren konnten. Ich bezweifle, dass ich es jemals verstehen werde, aber ich fordere alle auf, darüber zu lesen und dafür zu sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert, weder in Ihrem eigenen Land noch anderswo.

Eine brillante Geschichte.

Buchbeschreibung (übersetzt von mir von der englischen Ausgabe):

"Sie sagten, Steve Biko sei ein Mann der Gewalt; warum sprach er dann von Frieden? Sie sagten, er wolle eine Revolution; warum sprach er dann von Freundschaft? Sie sagten, er sei verhungert; warum war sein Körper gebrochen und verletzt? Dies ist die Geschichte des Kampfes eines Mannes gegen die Regierung Südafrikas. Es ist die Geschichte aller Menschen, die die Wahrheit der Lüge vorziehen. Es ist die Geschichte aller Menschen, die nach 'Freiheit' rufen und keine Angst vor dem Tod haben."

Dienstag, 31. Januar 2023

Coetzee, J.M. "Warten auf die Barbaren"

Coetzee, J.M. "Warten auf die Barbaren" (Englisch: Waiting for the Barbarians) - 1980

Wir haben dies in unserem internationalen Online-Lesekreis im Januar 2023 gelesen.

In diesem Roman werden keine Namen oder Orte erwähnt. Die Geschichte könnte also in jedem korrupten Land, in jeder Diktatur spielen. Da der Autor Südafrikaner ist, nehme ich an, dass es dort spielt.

Die Beschreibung des Protagonisten, des Magistrats in einem kleinen Posten an der Grenze des "Imperiums", ist sehr gut. Wir sehen, wie er von der Annahme, er sei ein treuer Diener einer gerechten Regierung, zu der Entdeckung übergeht, dass die sogenannten Barbaren vom Regime und denjenigen, die glauben, sie seien aus irgendeinem Grund besser als andere,
unterdrückt werden.

Wie bei so vielen Romanen, die uns von solchen Situationen erzählen, ist es ziemlich beängstigend, sich vorzustellen, wie es ist, in einer solchen Situation zu leben, in der bereits Gedanken eine Sünde sind und niemand davon wissen darf. Und man muss sich davor hüten, anderen zu helfen, besonders wenn sie auf irgendeiner der Listen der "Feinde", "Terroristen", "Barbaren", wie auch immer sie in den jeweiligen Ländern heißen, stehen.

Dieses Buch mag zwar über fünfzig Jahre alt sein, aber es ist immer noch so aktuell wie eh und je. Mir fallen ein paar Länder ein, die sich noch in einer ähnlichen Situation befinden, und ich wette, das geht anderen auch so.


Buchbeschreibung:

"Jahrzehntelang ist der Magistrat ein loyaler Diener des Staates gewesen und hat die Amtsgeschäfte der winzigen Garnisonsstadt in einem Grenzdistrikt des Reiches geführt, ohne sich von der vermeintlichen Bedrohung durch die 'Barbaren', einem benachbarten Nomadenstamm, beirren zu lassen. Als jedoch eine Spezialeinheit der Staatspolizei eintrifft, um den Nachweis für kriegerische Absichten der 'Barbaren' zu erbringen, wird er Zeuge der grausamen und ungesetzlichen Behandlung von Gefangenen. Vom Mitleid mit den Opfern aufgerüttelt, will der alte Mann ein Zeichen setzen. Gleichsam in einem Akt privater Wiedergutmachung nimmt er ein schwer misshandeltes 'Barbaren'-Mädchen bei sich auf, um es schließlich zu seinem Volk zurückzubringen. Diese Expedition brandmarkt ihn als Verräter, er wird nun seinerseits Opfer von öffentlicher Demütigung und Folter.

J. M. Coetzees früher Roman '
Warten auf die Barbaren' (1980) gilt als eines der zentralen Werke des Autors. Das mehrfach ausgezeichnete Werk stellt die Frage nach Würde und Mitverantwortung des Einzelnen unter einem Regime, das sich über Recht und Anstand hinwegsetzt."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

J.M. Coetzee, "der in zahlreichen Gestaltungen das erstaunliche Wirken von Außenseitern darstellt", erhielt den Nobelpreisfür Literatur 2003.

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