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Mittwoch, 24. Juni 2026

Hawkins, Paula "Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich"

Hawkins, Paula "Girl on the Train: Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich" (Englisch: The Girl on the Train) - 2015

Bevor ich dieses Buch zu lesen anfing, war ich mir nicht sicher, ob es mir gefallen würde. Hätte ich raten müssen, hätte ich wahrscheinlich gedacht, dass es mir nicht gefallen würde.

Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass es mir sehr gut gefiel. Ich bin eigentlich kein Fan von Krimis, Thrillern, Krimis oder Frauenromanen, und dieses Buch hat von allem etwas. Das Mädchen im Zug beobachtet die Leute in den Gärten, während sie an ihnen vorbeifährt. Es ist interessant zu sehen, wie viel sie aus den kurzen Blicken herauslesen kann. Man fragt sich, ob man aus jedem flüchtigen Blick auf das Leben eines anderen eine Geschichte spinnen kann.

Jedenfalls war die Geschichte gut geschrieben und voller Spannung (obwohl man leicht erraten kann, was passiert, aber man ist sich nie hundertprozentig sicher). Rachel, die Protagonistin, führt ein trauriges Leben; sie ist arbeitslos und Alkoholikerin. Die Art, wie ihr Leben beschrieben wird, lässt einen erkennen, wie leer so ein Leben sein kann.

Ich würde nicht sagen, dass dies das beste Buch war, das ich in dem Jahr gelesen habe, aber es hatte definitiv etwas.

Buchbeschreibung:

"Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von Jess. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse..."

Samstag, 23. Mai 2026

Fowler, Karen Joy "Der Jane Austen Club"

Fowler, Karen Joy "Der Jane Austen Club" (Englisch: The Jane Austen Book Club) - 2004

Ich lese dieses Buch gerade mit einem spontan gegründeten Online-Lesekreis, in dem wir dieses und Jane Austens Bücher lesen. Da ich sie alle erst kürzlich wieder gelesen habe, verweise ich euch hier auf den Link zu meinen Rezensionen.

Leider wird dieses Buch Jane Austen nicht gerecht. Der Lesekreis ähnelt vielen anderen, von denen mir Freunde erzählt haben – ich war selbst mal kurz Mitglied, bin aber recht schnell wieder ausgetreten, da ich mich lieber über die gelesenen Bücher unterhalten möchte, anstatt über alles Mögliche zu tratschen. Der Aufkleber "Richard & Judys Buchclub" auf dem Titelbild hätte mir eigentlich zu denken geben sollen. Das wird mir eine Warnung sein.

Sprechen sie überhaupt über die Bücher? Hat Karen Joy Fowler überhaupt eines davon gelesen? Falls ja, hat sie keine Ahnung, wie man über Bücher spricht, denn ich habe den Eindruck, sie hat noch nicht einmal einen dieser fantastischen Romane aufgeschlagen. Warum sonst sollte sie eine Geschichte um Jane Austen herum konstruieren, ohne sich überhaupt mit ihren Werken auseinanderzusetzen?

Eine enttäuschende Lektüre. Ich habe es nur zu Ende gelesen, damit wir in unserer kleinen Gruppe darüber sprechen konnten.

Buchbeschreibung:

"Fünf Frauen und ein Mann, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schließen sich zu einem Leseclub zusammen, um über die Romane von Jane Austen zu diskutieren. Sechs Monate lang lassen Jocelyn, Sylvia, Allegra, Bernadette, Prudie und Grigg die Figuren, Gedanken und den Witz Jane Austens in ihr Leben - und das nicht ohne Folgen. Was bei ihren Treffen ans Licht kommt, sind allerdings weniger die verschiedenen Aspekte von 'Stolz und Vorurteil' als die Wünsche und Sehnsüchte der Teilnehmer. Nebenbei bewegt natürlich alle Frauen die Frage, warum Jocelyn einen Mann in die Runde eingeladen hat, wo doch jeder weiß, dass Männer kaum lesen - geschweige denn Jane Austen. Während der Club zusammenkommt, werden Familiengeschichten ans Tageslicht gebracht, Ehen getestet, zarte Bande gesponnen und Tragödien gemeistert. Und am Ende hat nicht nur Grigg, der einzige männliche Teilnehmer, die Liebe und das große Glück gefunden."

Abgesehen von allen Romanen von Jane Austen wurden in dem Buch jedoch noch einige andere Bücher erwähnt (größtenteils Science Fiction oder Fantasy):
Henlein, Robert A. "Stranger in a Strange Land" - Fremder in einer fremden Welt
Junger, Sebastian "The Perfect Storm" - Der Sturm – die letzte Fahrt der Andrea Gail
LeGuin, Urusla K. "The Left Hand of Darkness" - Winterplanet/Die linke Hand der Dunkelheit
LeGuin, Ursula K "The Lathe of Heaven" - Die Geißel des Himmels
LeGuin, Urusla K. "Searoad" - Die Regenfrau
Radcliffe, Ann "The Mysteries of Udolpho" - Udolphos Geheimnisse
Rand, Ayn "The Fountainhead" - Der Ursprung/Der ewige Quell
Tolkien, J.R.R. "The Lord of the Rings" - Der Herr der Ringe

Samstag, 21. Februar 2026

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung"

Roth, Philip "Zuckermanns Befreiung" (Englisch: Zuckerman Unbound) - 1981

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit Zuckermans erste Geschichte "Der Ghostwriter" (The Ghost Writer) gelesen und fand die Geschichte faszinierend. Teils autobiografisch, teils alternative Geschichte, Liebe und Krieg – eine perfekte Kombination all dieser Themen und eine sehr anspruchsvolle, aber auch unterhaltsame Lektüre.

Deshalb musste ich unbedingt lesen, wie es mit unserem Freund Zuckerman weitergeht. Ich war etwas enttäuscht. Nicht vom Schreibstil, nicht von der Geschichte an sich, sondern davon, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Band so viel Zeit vergangen war. Nicht nur viele Jahre, dem dem Protagonisten ist auch viel in dieser Zeit passiert. Der Autor erzählt uns zwar die wichtigsten Geschehnisse, aber man hat trotzdem das Gefühl, dass etwas fehlt. Als ob man einen alten Schulfreund nach Jahrzehnten wiedertrifft und nicht mehr so ​​recht weiß, wer er ist.

Trotzdem ist die Geschichte genauso interessant und offen wie die erste. Nathan Zuckerman hat sich mehr oder weniger zu dem Schriftsteller entwickelt, den wir von ihm erwartet hatten, und sein Privatleben lässt keine Wünsche offen.

Buchbeschreibung:

"Nathan Zuckerman, inzwischen Mitte dreißig, würde trotz seines neuen Ruhms als Bestsellerautor gern ein zurückgezogenes Leben führen, doch als er im letzten der turbulenten sechziger Jahre durch die Straßen von Manhattan geht, trifft er überall auf selbst ernannte Berater, Mahner und Amateurkritiker. Angesichts der Morde an Robert Kennedy und Martin Luther King beginnt Zuckerman sich zu fragen, ob das Wort 'Zielscheibe' vielleicht nicht bloß eine Metapher ist."

Philip Roth erhielt 2011 den International Booker Prize.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Roy, Arundhati "Der Gott der kleinen Dinge"

Roy, Arundhati "Der Gott der kleinen Dinge" (Englisch: The God of Small Things) - 1997

Eine Tragödie voller Vernachlässigung, Missbrauch und Betrug, eine fast poetische Erzählung. Klingt interessant.

Ich habe allerdings ein ziemlich ambivalentes Verhältnis zu Booker-Preisträgern: Entweder liebe ich sie oder ich hasse sie. Manche von ihnen mag ich so wenig, dass sie zu den schlechtesten Büchern gehören, die ich je gelesen habe.

Dieser Roman hatte eine seltsame Wirkung auf mich. Ich lese gerne über Indien und habe einiges aus Indien gelesen und sehr genossen (siehe hier). Ich wollte immer wissen, wie die Geschichte weitergeht, was mit den Figuren passiert – das war das Gute an diesem Buch.

Aber die Figuren – da war keine einzige, die mir gefiel, na ja, vielleicht eine, aber die kam im Roman nicht besonders gut rüber. Die Geschichte springt hin und her, ich nehme an, der Autor wollte Spannung aufbauen. Normalerweise mag ich diesen Stil ganz gern, hier war er einfach nur nervig. Eine sehr düstere und hoffnungslose Geschichte.

Buchbeschreibung:

"Ein himmelblauer Straßenkreuzer fährt an einem klaren Dezembermorgen des Jahres 1969 durch die Reisfelder des südindischen Kerala. Doch was als sonnendurchflutete Autofahrt beginnt, endet in einer Tragödie...

Voller Sprachmagie erzählt Arundhati Roy die atemberaubende und schillernde Geschichte einer Familie, die an verbotener Liebe zerbricht.
"

Arundhati Roy gewann 1997 den Booker Prize für "The God of Small Things".

Dienstag, 16. Dezember 2025

Mandela, Nelson "Der lange Weg zur Freiheit"

Mandela, Nelson "Der lange Weg zur Freiheit" (Englisch: Long Walk to Freedom) - 1994

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Liste, aber erst ein anderer Lesekreis es auf seine Liste gesetzt hat, konnte ich es endlich lesen .

Ich habe Nelson Mandela immer dafür bewundert, wie er sein Leben bewältigte, für seinen Kampf gegen Unterdrückung, für seinen Freiheitskampf. Ich meine, wer würde das nicht? Er ist einer der größten Helden unserer Zeit, und die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jeder nur ein bisschen von Nelson Mandela in sich hätte.

Das Buch hat meine Meinung über ihn nicht geändert. Wenn überhaupt, hat es meine Bewunderung verstärkt. Ich habe so viel von diesem Mann gelernt, nur indem ich seinen Gedanken in seiner Autobiografie gefolgt bin. Ich hoffe, ich kann zumindest etwas davon in meinem Leben anwenden.

Wie wird man damit fertig, fast dreißig Jahre lang im Gefängnis zu sein? Und nicht nur die Inhaftierung, auch die Situation in diesen Gefängnissen war nicht gerade ideal, nicht das, was man erwarten würde, wenn man für ein Verbrechen, das man in unseren westlichen Ländern begehen würde, inhaftiert werden müsste, für ein Verbrechen, das man tatsächlich begangen hat, nicht für den Kampf für einige der Grundrechte, die jedem Menschen zustehen sollten.

Von seiner Kindheit bei einem afrikanischen Häuptling über sein Jurastudium bis hin zu seinem Engagement für die Bekämpfung der grausamen Auswirkungen des Rassismus in seinem Land hat sich dieser Mann gegen jedes Unrecht, das der Unschuld zugefügt wurde, zur Wehr gesetzt. Er erhielt den Friedensnobelpreis, und wohl niemand hat ihn mehr verdient.

Was bleibt zu sagen, als: Jeder sollte dieses Buch lesen.

Buchbeschreibung:

"Kaum ein anderer Politiker dieses Jahrhunderts symbolisierte in solchem Maße die Friedenshoffnungen der Menschheit und den Gedanken der Aussöhnung aller Rassen auf Erden wie der ehemalige südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, dessen Rolle für seinen Kontinent mit der Gandhis für Indien verglichen wurde. Seine trotz langer Haft ungebrochene Charakterstärke und Menschenfreundlichkeit haben nicht nur die Bewunderung seiner Landsleute, sondern aller friedenswilligen Menschen auf der Welt gefunden. Obwohl als Häuptlingssohn, hochgebildeter und sprachenkundiger Rechtsanwalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung privilegiert, war er doch nicht von vornherein zum Freiheitskämpfer und international geachteten Politiker prädestiniert. Erst die fast drei Jahrzehnte währende Gefängnishaft hat ihn zum Mythos der schwarzen Befreiungsbewegung werden lassen. Nelson Mandelas Lebensgeschichte ist über die politische Bedeutung hinaus ein spannend zu lesendes, kenntnis- und faktenreiches Dokument menschlicher Entwicklung unter Bedingungen und Fährnissen, vor denen die meisten Menschen innerlich wie äußerlich kapituliert haben dürften."

Nelson Mandela erhielt 1993 zusammen mit Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis "für ihren Beitrag zur Beendigung der Apartheid in Südafrika"

Ich wirke an dieser Seite mit: 
Read the Nobels und ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden. 

Donnerstag, 20. November 2025

Haruf, Kent "Flüchtiges Glück"

Haruf, Kent "Flüchtiges Glück" oder "Lied der Weite" (Englisch: Plainsong) - 1999

Die Geschichte eines Vaters, der seine Söhne im Teenageralter allein in einer Kleinstadt großzieht. Ein weiterer Bauernhof wird von zwei unverheirateten Brüdern bewirtschaftet. Und dann ist da noch eine schwangere Teenagerin. Das ist der Ausgangspunkt dieser wunderbar geschriebenen Geschichte. Der Autor schafft es, sie so zu erzählen, als wäre sie seiner eigenen Familie, seiner Gemeinde, passiert. Eine ziemlich emotionale Geschichte mit vielen Details. Mir hat sie sehr gut gefallen.

Es gibt eine Fortsetzung, "Abendrot" (Eventide), die auf meiner Wunschliste steht.

Buchbeschreibung:

"Es ist ein einfaches, oft raues Leben, das die Bewohner von Holt führen. Hier, in der kleinen Stadt in den Ebenen von Colorado, umgeben von der Prärie und einem endlosen Himmel, ist der Alltag bestimmt vom Rhythmus der Jahreszeiten. Doch so unspektakulär die Schicksale der Menschen scheinen mögen, so haben sie doch alle eine Geschichte – und es zeigt sich, dass unter der scheinbar so ruhigen Oberfläche des Ortes Geschehnisse von großer Dramatik verborgen liegen…"

Freitag, 7. November 2025

Binchy, Maeve "Ein Haus in Irland"

Binchy, Maeve "Ein Haus in Irland" (Englisch: Tara Road) - 1998

Ich habe dieses Buch für ein Pfund in einem Trödelladen gefunden, als ich anfing, englische Bücher zu lesen. Irgendwie landete es immer ganz unten in meinem Bücherstapel. Dann habe ich mich an anspruchsvollere Bücher gewandt, und "Tara Road" fand ich immer weniger ansprechend. Eine Freundin meinte, das sei ein tolles Buch und ich solle es lesen; sie wollte es mir leihen. Ich sagte ihr, ich hätte es zu Hause, und dann blieb mir nichts anderes übrig, als damit anzufangen. Was meint ihr? Mir hat es gefallen. Es ist eines dieser "leicht zu lesenden" Bücher, aber es ist anders. Es hinterlässt eine Geschichte, an die ich mich noch Jahre später erinnere. Etwas, das ich von den meisten ähnlichen Büchern nicht behaupten kann.

Zwei Frauen wechseln den Ort. Beide wollen vor einem Problem davonlaufen. Natürlich sind sie die Art von Problem, vor dem man nicht wirklich davonlaufen kann, also folgt ihnen das Problem bis zu ihrem jeweiligen Rückzugsort. Schöne, leichte Lektüre, auch wenn man nicht danach sucht.

Buchbeschreibung:

"Ria Lynch und Marilyn Vine tauschen einen Sommer lang ihre Häuser. Ria zieht in das schicke New-England-Heim der völlig in ihrer Universitätskarriere aufgehenden Marilyn, während sich diese in dem gemütlichen Haus in der Tara Road in Dublin anschickt, das Leben einer irischen Hausfrau zu führen. Am Ende werden beide Frauen erkennen, daß jede das Leben der anderen in diesem Sommer entscheidend verändert hat."

Samstag, 1. November 2025

Ephron, Nora "Sodbrennen"

Ephron, Nora "Sodbrennen" oder "Quetschkartoffeln gegen Trübsinn" (Englisch: Heartburn) - 1983

Die meisten meiner Freunde wissen, was für ein großer Fan ich von Nora Ephron bin. Ich liebe ihre Filme und alles, was ich von ihr gelesen habe. Zum Glück habe ich noch nicht alles gelesen. Einer der Romane, die ich noch lesen wollte, war dieser. Eine Geschichte, die sie aus ihrer eigenen Scheidung von ihrem zweiten Ehemann gemacht hat. Nur Nora Ephron schafft es, aus diesem Desaster eine witzige Geschichte zu machen. Ein Ehemann, der seine Frau im siebten Monat für eine andere (verheiratete) Frau verlässt?!?! Was für ein … okay, ich kann im Internet keines der Worte finden, mit denen ich ihn gerne beschreiben würde, aber ich denke, die meisten Leute werden mir zustimmen, also überlasse ich es eurer Fantasie.

Aber nur Nora Ephron schafft es, aus einer Tragödie eine Komödie zu machen. Ich musste beim Lesen dieses Buches so lachen, obwohl ich ihren Mann am liebsten sonstwo getreten hätte. Der Schreibstil macht es extrem lebensecht, es wirkt fast so, als hätte es eine Frau am Ende ihrer Schwangerschaft ohne jegliche Unterstützung geschrieben. Aber dennoch klug und witzig, genau wie die Autorin.

Der Roman beginnt mit einer Einleitung, in der Nora Ephron erzählt, ihr Mann sei wütend auf sie gewesen, weil sie darüber geschrieben habe. Doch – wie sie sagt – sie habe zuvor über ihr Leben, sein Leben, ihr gemeinsames Leben geschrieben. Was habe er wohl gedacht? Dass sie plötzlich ein Schweigegelübde abgelegt habe?

Ich liebe Nora Ephron und ihre Geschichten. Ich liebe auch Meryl Streep und Jack Nicholson. Warum habe ich diesen Film noch nie gesehen? Ich habe keine Ahnung, aber ich bin sicher, er ist großartig, und ich werde ihn mir ansehen.

Buchbeschreibung:

"Was macht eine Frau mit Kleinkind, wenn sie - achtundreißig Jahre alt, im siebenten Monat schwanger - feststellen muss, dass ihr zweiter Mann ein Verhältnis mit einer anderen hat? Nicht einmal einen neuen Verehrer kann sie sich zulegen - in ihrem Zustand!

So sinniert Rachel, nachdem sie ihrem Mann auf die Schliche gekommen ist. Mögen sie auch Weinkrämpfe schütteln, ihren Sinn für Witz und Humor verliert sie nicht.

Locker und unverkrampft beschreibt die Ich-Erzählerin Rachel Samstat ihre Beziehungen zur Umwelt, zu ihren Eltern, ihren Freundinnen, ihrerer Therapeutin sowie die missglückte Verbindung mit ihrem ersten Mann. Als dann Mark, ein Kolumnenschreiber, der 'Washington Post', in ihr Leben trat, wurden ihre Knie weich wie nie zuvor, und sie ging ein zweites Mal das Wagnis der Ehe ein. Doch Mark lässt sie nun trotz gegenteiliger Beteuerungen schnöde im Sich, und ihre Berühmtheit als vom Fernsehen her bekannte Kochbuchautorin ist ihr dabei auch kein großer Trost. Gegen die Angst vor dem Verlust einer Liebe und vor der Einsamkeit ist kein Kraut gewachsen.

Dies ist ganz und gar keine gefühlstriefende, sentimentale Geschichte - im Gegenteil: Die Autorin versteht es, das dramatische Geschehen als Komödie darzustellen. Die Dialoge und Beobachtungen sind so lebendig und komisch, dass man nur ins Gelächter mit einstimmen kann."

Übrigens, bei dem Mann handelt es sich um Carl Bernstein, ja, genau, der von der Watergate-Enthüllung (siehe All the President's Men/Die Watergate-Affäre).

Dienstag, 2. September 2025

Irving, John "Witwe für ein Jahr"

Irving, John "Witwe für ein Jahr" (Englisch: A Widow for One Year) - 1998

Dieses Buch hätte ich definitiv nicht gelesen, wenn es meinen Lesekreis nicht gegeben hätte. Ich weiß immer noch nicht, ob es mir gefallen hat. Es ist auf jeden Fall ein Buch, das einen über vieles nachdenken lässt.

Wir haben dies 2000/2001 in unserem niederländischen internationalen Lesekreis gelesen.

Buchbeschreibung:

"1958 - Vor 5 Jahren haben Ted Cole, ein Kinderbuchautor, und seine Frau Marion ihre beiden Söhne durch einen Autounfall verloren. Danach haben sie eine Tochter bekommen, die inzwischen 4jährige Ruth. Die Ehe zwischen Ted, einem notorischen Frauenheld, und Marion, die ein Verhältnis mit dem 16jährigen Eddie beginnt, ist am Ende, und Marion verlässt ihre Familie.

1990 - Ruth ist inzwischen eine erfolgreiche Schriftstellerin geworden, Eddie hat auch ein paar Bücher geschrieben, allerdings mit mäßigem Erfolg. Sie macht eine Lesereise durch Europa und recherchiert für ihren neuen Roman. In Amsterdam wird sie Zeugin eines Mordes. Immer wieder wartet sie darauf, dass sich ihre Mutter irgendwann bei ihr meldet, ebenso wie Eddie, für den Marion die einzige Liebe seines Lebens war.

1995 - Ruth, inzwischen Witwe und Mutter, verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben.
"

Montag, 11. August 2025

Hornby, Nick "About a Boy"

Hornby, Nick "About a Boy" (Englisch: About a Boy) - 1998

Ein witziger, aber auch nachdenklicher und berührender Roman. Will, der ewige Teenager, trifft auf Marcus, das seltsame Kind. Sie lernen sich kennen und wachsen zusammen. Beide sehen das Familienleben vorher und nachher mit anderen Augen. Und auch das Single-Leben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Und obwohl das Ende geändert wurde, hat mir auch der Film gefallen.

Buchbeschreibung:

"Kinder sind so ungefähr das letzte, was sich Will Freeman, 36 Jahre alt und überzeugter Single, wünscht. Er lebt gut und faul von den Tantiemen eines Weihnachtslieds, das sein Vater 1938 komponiert hat. Seine Tage verbringt er mit Nichtstun, und für die Abende bemüht er sich zur Abwechslung mal um junge, alleinerziehende und gutaussehende Mütter. Marcus mit seinen zwölf Jahren hat ganz andere Probleme. Seine Eltern haben sich getrennt, und seine Mutter hat die beängstigende Neigung, beim Frühstück zu weinen. Ausserdem hasst sie Turnschuhe an Kinderfüssen. Die falsche Kleidung, der falsche Haarschnitt und eine von der Mutter geerbte musikalische Neigung für Joni Mitchell machen Marcus in der Schule zum Aussenseiter. Zum Glück bringt ihn das Schicksal mit Will zusammen, der Experte in Mode und Popmusik und Fussball ist. Marcus merkt bald, wie nützlich ihm Will beim Aufbau einer neuen Persönlichkeit sein kann. Fast gegen seinen Willen gerät Will so in den Sog von Kindern und Müttern..."

Samstag, 19. Juli 2025

Brontë, Anne "Die Herrin von Wildfell Hall"

Brontë, Anne "Die Herrin von Wildfell Hall" (Englisch: The Tenant of Wildfell Hall) - 1848

Ich liebe Klassiker. Von allen Brontë-Romanen ist dieser mein Lieblingsroman. Er erinnert mich an Jane Austen, wenn auch in eine andere Richtung.

Der Roman ist von Anfang an spannend. Die Beschreibung der mysteriösen Frau, die in Wildfell Hall einzieht, die misstrauischen Nachbarn, der großzügige Vermieter … alles ist schon recht interessant. Dann verschwindet sie, und das Mysterium wird noch größer.

Der Stil des Romans ist außergewöhnlich. Verschiedene Autoren dieser Zeit haben diesen Stil verwendet, die Geschichte durch verschiedene Erzähler zu erzählen, sodass der Leser immer mehr weiß als die Protagonisten.

Ich mag diesen Stil. Es muss für die Autorin schwer sein, den Schreibstil im Laufe des Romans zu ändern und dabei nicht den Faden zu verlieren. Aber für den Leser ist es großartig. Die Spannung steigt noch mehr. Man fühlt mit Gilbert, aber noch mehr mit Helen und ihrem kleinen Jungen.

Was für ein Leben diese Frauen doch führen mussten! Bin ich froh, in der heutigen Zeit zu leben.

Auch wenn sie weniger berühmt ist als ihre Schwestern Charlotte und Emily, gefällt mir dieser Roman besser als "Jane Eyre" (Jane Eyre) und ganz bestimmt auch besser als "Sturmhöhe" (Wuthering Heights).

Buchbeschreibung:

"Helen heiratet gegen alle Widerstände den gutaussehenden Arthur. Doch schon bald nach der Hochzeit stellt er sich als Schürzenjäger und Trunkenbold heraus, der von Helen Gehorsam und Nachsicht erwartet. Helen verläßt ihren Mann und behauptet sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit als alleinstehende Frau.

Anne Brontë plädiert mit diesem Meisterwerk für die Gleichberechtigung der Frau in der Ehe.
"

Dienstag, 27. Mai 2025

Petterson, Per "Pferde stehlen"

Petterson, Per "Pferde stehlen" (Norwegisch: Ut og stjæle hester) - Out Stealing Horses - 2003

"Eine bewegende Geschichte über Gefühle der Isolation, den schmerzlichen Verlust der Unschuld und das Ende traditioneller Lebensweisen."

Eine interessante Geschichte. Ein Mann blickt auf sein Leben zurück. Der Roman beginnt in Norwegens Wäldern und endet dort. Doch er hätte überall spielen können. Nach dem Tod seiner Frau kehrt ein Mann an einen Ort zurück, an dem er in seiner Jugend einen Sommer verbracht hat. Er verarbeitet so viele Ereignisse seines Lebens: Tod, Scheidung, Tragödien, Erwachsenwerden, Älterwerden.

Wie so viele andere skandinavische Schriftsteller ist auch dieses Buch langsam, aber keineswegs langweilig. Es ist ein Buch, das man immer wieder lesen möchte und das einen lange begleiten wird. Ich freue mich auf weitere Bücher dieses Autoren.

Buchbeschreibung:

"Norwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluss gebracht. Und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt Trond nicht, dass er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird."

Samstag, 24. Mai 2025

Fitzgerald, F. Scott "Zärtlich ist die Nacht"

Fitzgerald, F. Scott "Zärtlich ist die Nacht" (Englisch: Tender Is the Night) - 1934

Ein Amerikaner in Paris, genauer gesagt mehrere Amerikaner in Südfrankreich. Einige reiche Auswanderer leben ein perfektes Leben, allerdings ist eine von ihnen schizophren und heiratet ihren Psychiater.

Man merkt der Geschichte und der Art und Weise, wie sie erzählt wird, an, dass es sich auch um den Autor von "Der große Gatsby" (The Great Gatsby) handelt.

Offenbar war auch die Frau des Autors schizophren, und er hat diese Geschichte auf seinem eigenen Leben basiert. Er beschreibt die ganze Situation sehr gut, sehr lebendig und absolut glaubwürdig. Es wirkt so wahr und doch unendlich traurig.

Ich habe das Buch schon vor Jahren gelesen, aber es berührt mich immer noch. Der Titel hat mir auch sehr gut gefallen.

Buchbeschreibung:

"Dick und Nicole Diver führen das Leben kultivierter Expatriates an der französischen Riviera. In ihrer Villa gehen Künstler und andere Exzentriker ein und aus. Darunter auch die hübsche Schauspielerin Rosemary. Jung und ehrgeizig, hat sie sich in den Kopf gesetzt, den Herrn des Hauses zu verführen. Allerdings weiß sie nicht, worauf sie sich dabei einläßt – welche Geheimnisse der Psychiater und seine zarte Frau verbergen.

Der autobiografisch gefärbte Roman erzählt vom Ringen eines Mannes, der zwischen Liebe und Leidenschaft, zwischen Verantwortung und Glück wählen muss."

Donnerstag, 13. März 2025

Oates, Joyce Carol "Hudson River"

Oates, Joyce Carol "Hudson River" (Englisch: Middle Age) - 2001

"Hudson River porträtiert ein einzigartiges zeitgenössisches Phänomen: die Neigung der wohlhabenden Menschen mittleren Alters in Amerika, sich romantisch neu zu erfinden, wenn die Energie der Jugend verblasst ist oder sie desillusioniert geworden sind."

Ein Mann stirbt und plötzlich kommen alle seine Leichen aus dem Keller. Eine sehr interessante Geschichte über das Leben in einer Kleinstadt und wie jeder versucht, alles vor den Anderen zu verbergen. Jeder kennt jeden und jeder kennt die Geheimnisse von jedem, und doch versucht jeder, so zu tun, als ob er sie nicht wüsste. Kommt euch das bekannt vor? Wenn nicht, habt ihr wahrscheinlich euer ganzes Leben in einer Großstadt gelebt.

In diesem Roman findet man jeden, den Netten, den Bösen, den Oberflächlichen, den Tiefsinnigen, den Hinterlistigen, den Fürsorglichen. Wie gesagt, interessante Geschichte. Gut zu lesen, JCO hat eine wunderbare Art, ihre Charaktere und die Situationen, in die sie geraten, zu beschreiben.

Buchbeschreibung:

"Solange man nicht selbst in dem Alter ist, sind die Geschichten von der Krise, die einem so um die fünfzig offensichtlich unausweichlich ins Haus steht, eigentlich meistens ganz lustig. Fast so lustig, wie die Krisen um die dreißig und um die vierzig. Zumindest klingt es so in den Klappentexten der Romane, in denen es um solche Sachen geht. Vor allem, weil die Geschichten nicht selten in einem sozialen Milieu angesiedelt sind, in dem man "wirkliche Sorgen" nicht zu haben scheint. Harmlos sind diese Krisen beim näheren Hinsehen dann aber eben doch meist nicht wirklich. Und genau so ist es auch in Joyce Carol Oates' Roman. Der trotzdem große Klasse ist! Nur eben nicht wirklich lustig.

Doch worum geht es? Da ist der gute Adam Berendt. Kunstlehrer an der Volkshochschule. Unverheiratet und kinderlos. Blutspender, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Berendt träumt seit langem davon, irgendwann einmal nach Athen zu reisen, an die alte Wirkungsstätte des von ihm so verehrten Sokrates. Doch daraus wird nichts mehr, als er sein scheinbar unspektakuläres Leben mit der besten aller guten Taten krönt und ein achtjähriges Mädchen aus dem Hudson River rettet, dabei aber selbst an Herzversagen stirbt. Allein zurück bleibt Apollo, der Hund des Toten. Und zurück bleibt Marina, eine Buchhändlerin, die Berendt mit einer Finanzspritze vor der Pleite bewahrt hatte. Doch nicht nur für Apollo und Marina ist der Tod von Adam Berendt ein dramatischer Einschnitt: Mit einem Mal ist alles anders im beschaulich-mondänen Salthill-on-Hudson vor den Toren Manhattans. Es stellt sich heraus, das Adam Berendt nicht der harmlos-verschrobene Bildhauer war, für den ihn alle Welt hielt. Und plötzlich erscheint das Leben des Einzelgängers mit allem und jedem verwoben.

Mit Hudson River ist Joyce Carol Oates eine glänzend komponierte Gesellschaftsfarce gelungen. Eine meisterhafte Variation über Schein und Wahrhaftigkeit. Und über das, was passiert, wenn man plötzlich merkt, viel zu lange auf der falschen Fährte unterwegs gewesen zu sein. Tragisch, dass einem das, wenn man den Berichten glauben darf, offensichtlich immer erst klar wird, wenn es für die wirklich entscheidende Wende im Leben eigentlich schon zu spät ist."

Mittwoch, 12. März 2025

Haddon, Mark "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone"

Haddon, Mark "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone" (Englisch: The Curious Incident of the Dog in the Night-time) - 2003

Dies war eines unserer meistdiskutierten Bücher – wegen seines Inhalts. Wir waren uns alle einig, dass uns das Buch gefiel, es war gut geschrieben, die Stiltechnik war sehr gut, man konnte wirklich mit ihnen mitfühlen, verstand das Problem jetzt, einige vergossen am Ende eine Träne. Der Autor versucht, diese autistische Figur/das autistische Gefühl hervorzuheben und schafft das sehr gut. Das Buch war sehr diskret geschrieben, man konnte merken, dass er mit Kindern arbeitete.

Man hätte meinen können, Mark Haddon hätte selbst das Syndrom. Jemand hat es zweimal gelesen und andere Dinge bemerkt als beim ersten Mal.

Wir bewunderten auch die Fähigkeit der Briten, diese Familien zu nehmen und in die richtige Perspektive zu rücken, eine dysfunktionale Familie manchmal lustig erscheinen zu lassen und sie so "normal" aussehen zu lassen. Der Autor machte es mit seiner komischen Seite leichter, über diese Probleme zu lesen.

Es war interessant, dies mit Leuten zu diskutieren, die die Situation von so vielen verschiedenen Ebenen aus betrachteten, Mitgliedern mit oder ohne Erfahrung mit Autismus, Sozialarbeitern, Krankenschwestern und Mitgliedern, die nie mit Kindern gearbeitet hatten. Eines unserer Mitglieder hat frühkindliche Bildung studiert und konnte uns viel erklären.

Einige von uns waren überrascht, dass es uns gefiel, weil wir das nicht erwartet hatten. Jemand sagte, sie sei nicht darauf vorbereitet gewesen, dass es ihr gefallen würde. Aber uns allen hat es gefallen.

Wir waren uns einig, dass jedes Kind einzigartig ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat. Es ist bereichernd, wenn sie einem vertrauen, und so beunruhigend, wenn sie einem nicht nahe kommen können. Wenn es eine Lösung zur Heilung von Autismus gäbe, sollten wir sie nutzen? Diese Menschen sehen die Welt mit anderen Augen und können viel beitragen, wenn wir sie lassen.

Wir haben dies im Mai 2008 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

From the back cover:
 
"Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er liebt die Farbe Rot, hasst hingegen Gelb und Braun. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus. Als aber der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher, aus seiner fest gefügten, kleinen Welt auszubrechen: Mutig stellt er den schändlichen Verbrecher und erfährt außerdem, was es heißt, in der Welt der Erwachsenen zu leben …"

Freitag, 7. März 2025

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier"

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier" (Schwedisch: Britt-Marie var här) - Britt-Marie was here - 2014

Dies war mein zweites Buch von Fredrick Backman. Und mein letztes. Das erste war nicht allzu schlecht, aber dieses hier wollte mir einfach nicht gefallen. Ich mochte die Protagonistin Britt-Marie nicht, weil ich nicht unter zwanghafter Ordnungsliebe leide, obwohl ich Ordnung mag. Ich mag keinen Fußball, also hat mich das auch nicht gereizt. Die Geschichte wird als "lustig und bewegend" beschrieben, ich konnte beides nicht finden.

Dies war ein Lesekreis-Buch, sonst hätte ich es vielleicht nicht zu Ende gelesen.

Wir haben diesen Roman im Februar 2025 in unserem internationalen Online-Lesekreis gelesen.

Buchbeschreibung:

"Wenn das Leben unverhofft ins Rollen kommt! Wie die ordnungsliebende Britt-Marie ausgerechnet in Borg landet, diesem abgehängten Kaff, und wie sie dort aufräumt, bis für alle die Hoffnung zurückkehrt – das erzählt dieser unglaublich berührende und witzige Roman übers Neustarten und Mitspielen. Genau wie 'Ein Mann namens Ove' einfühlsam und mit einzigartigem Humor geschrieben vom schwedischen Nr.1-Bestseller-Autor Fredrik Backman."

Mittwoch, 12. Februar 2025

Tyler, Anne "Engel gesucht"

Tyler, Anne "Engel gesucht" (Englisch: A Patchwork Planet) - 1998

Die Geschichte eines Mannes, der gesellschaftlich als "Loser" gilt, sein Versagen, die Enttäuschung seiner Familie. Wie "Die Reisen des Mr. Leary" (The Accidental Tourist), das ich vor Ewigkeiten gelesen habe, hat mich das Buch aber nicht besonders beeindruckt. Nett erzählt, aber mit den Charakteren konnte ich mich nicht anfreunden.

Buchbeschreibung:

"Barnaby Gaitlin ist ein 'Loser': die Frau ist samt Tochter auf und davon,und mit dem College hat es auch nicht geklappt. Er arbeitet bei der Bizeps-Vermietung AG, einer Firma, die älteren Menschen einen 'starken Arm' vermittelt. Als Teenager stieg er zusammen mit seinen Kumpels in die Häuser reicher Nachbarn ein; während die anderen auf Geld oder Alkohol aus waren, saß Barnaby im Wohnzimmer und blätterte fasziniert in fremden Fotoalben oder stahl Liebesbriefe. Seitdem ist er unten durch bei seiner Familie. Kurzum: Barnaby braucht dringend einen Engel. Da macht er eines Tages die Bekanntschaft von Sophia, einer grundsoliden Bankangestellten Mitte Dreißig mit streng frisiertem Dutt, die seine Dienste für ihre alte Grace bestellt. Sophia ist von seiner halbkriminellen Vergangenheit beeindruckt, er von ihrer Zuverlässigkeit. Da verschwindet Tante Grace' gesamtes Vermögen aus dem Mehlkasten in der Küche. Barnaby glaubt sich sofort verdächtigt, doch die alten Menschen halten zu ihm, und Sophia deponiert die vermißte Summe im Mehlkasten, bis Tante Grace die Barschaft in der Bademanteltasche wiederfindet. Jetzt muß Barnaby das Geld 'zurückstehlen' ..."

Absolut nicht wie "Tag der Ankunft" (Digging to America), das mir sehr gut gefallen hat.

Donnerstag, 9. Januar 2025

Tyler, Anne "Die Reisen des Mr. Leary"

 
Tyler, Anne "Die Reisen des Mr. Leary" (Englisch: The Accidental Tourist) - 1985

Ich habe dieses Buch vor etlichen Jahren gelesen. Ich weiß, dass es mir nicht missfiel, aber es hat mir auch keine große Erinnerung hinterlassen, was normalerweise der Fall ist, wenn ich nicht so beeindruckt war.

Anne Tyler war 1986 Finalistin für den Pulitzer-Preis für "The Accidental Tourist".

Buchbeschreibung:

"Der kauzige, aber durchaus reizende Mr. Leary schreibt Reiseführer für Leute, die geschäftlich unterwegs sein müssen, das Reisen aber hassen - was er selbst auch tut. In sein höchst organisiertes Leben platzt Muriel, eine junge Frau, die Mr. Learys Hund erziehen soll. Aber sie begreift auch Mr. Leary selbst als faszinierende pädagogische Aufgabe."

Samstag, 4. Januar 2025

Follett, Ken "Winter der Welt"

Follett, Ken "Winter der Welt" (Englisch: Winter of the World) (Jahrhundertsaga #2) - 2012

Das zweite Buch der Trilogie über das 20. Jahrhundert, sicherlich eines der dramatischsten Jahrhunderte überhaupt, und definitiv eines, das uns noch lange begleiten wird.

Nachdem unsere fünf Familien den ihrer Meinung nach schlimmsten Teil ihres Lebens überstanden haben, den "Krieg, der alle Kriege beenden sollte", später Erster Weltkrieg genannt, begeben sie sich nun auf eine noch dunklere Zeit, den Zweiten Weltkrieg. Viele unserer Helden aus "Sturz der Titanen" (Fall of Giants) sind erwachsen geworden, haben Kinder bekommen und/oder sind gestorben, also geht es weiter mit der nächsten Generation. Sie haben es nicht leichter als ihre Vorfahren, sie müssen gegen ihre Freunde und manchmal sogar gegen ihre Familie kämpfen.

Genau wie im ersten Buch gibt der Autor einen guten Einblick in das Leben der Menschen in den verschiedenen Ländern. Er stellt sowohl die Menschen vor, die den Krieg und die mit den kommenden bösen Ereignissen rechnen, als auch diejenigen, die glauben, ihr Land könne nichts Böses tun, dass alles einem höheren Gut dient.

Wir sehen alle negativen Seiten eines jeden Krieges, aber besonders die dieses Krieges, der so anders war als alle Kriege zuvor und hoffentlich auch als alle, die noch folgen werden. Ich finde es toll, dass viele der Charaktere direkt in einige der wichtigen Ereignisse und Personen dieser Zeit verwickelt sind, weil wir uns die Vorfälle dadurch noch genauer ansehen können. Wir lesen einige sehr detaillierte Berichte über Schlachten und andere Kriegsgräueltaten, und da wir die Charaktere schon vorher "kennenlernen" konnten, ist es noch schockierender.

Wir erfahren, wie die Nazis Deutschland übernahmen und dann versuchten, dies auch mit dem Rest der Welt zu tun, wie jeder, der sich ihnen widersetzte, auf sehr unterschiedliche Weise "ruhiggestellt" wurde. Wir sehen, wie die Deutschen versuchten, sie zu bekämpfen (oder auch nicht) und wie das endete. Und falls wir es noch nicht wussten, wissen wir jetzt mit Sicherheit, dass sie nicht nur die Juden töteten, sondern jeden, der nicht in ihre Vorstellung von einem "anständigen" Menschen passte. Ob jemand einer Rasse angehörte, die sie nicht kannten oder die ihnen feindlich gesinnt war, behindert oder schwul war, niemand, der nicht in ihre "Norm" passte, war vor ihrer Verfolgung sicher. Ich habe viele Geschichten von meinen Eltern gehört, die noch kleine Kinder waren, als Hitler gewählt wurde, aber es gibt viele jüngere Leute, die diese Zeitzeugen nie in ihrem Leben hatten, und es gibt noch mehr Leute auf der Welt, die diese Details ebenfalls nicht kennen.

Ein Buch, das von einer der Figuren erwähnt/gelesen wurde: "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque, ein Roman eines Veteranen des Ersten Weltkriegs. Auch einfach ein fantastisches Buch, das jeder lesen sollte.

Ein großartiges Zitat eines der Protagonisten: "Warum war es so, fragte sich Lloyd, dass die Leute, die alles Gute an ihrem Land zerstören wollten, am schnellsten die Nationalflagge schwenkten?" Ich habe mich mein ganzes Leben lang dieselbe Frage gestellt und ich schätze, man muss in Deutschland aufgewachsen sein (sogar in der Nachkriegszeit), um jedes Mal ein komisches Gefühl zu haben, wenn man Leute sieht, die stolz ihre Flaggen schwenken. Es bleibt immer ein seltsamer Nachgeschmack.

Eine hervorragende Erzählung einer Zeit, die uns auch siebzig Jahre später noch beschäftigt. Eine faszinierende Geschichte einer der schlimmsten Zeiten der Geschichte. Gut gemacht, Mr. Follett.

Buchbeschreibung:

"1933. Seit dem Ersten Weltkrieg ist eine neue Generation herangewachsen. Nun spitzt sich die Lage in Europa erneut gefährlich zu. In dieser dramatischen Zeit versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern. - Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten. Er entschließt sich, gegen den Faschismus zu kämpfen, und meldet sich freiwillig als Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.

Die deutsche Adelige Carla von Ulrich ist entsetzt über das Unrecht, das im Namen des Volkes geschieht. Sie geht in den Widerstand und bringt damit sich und ihre Familie in höchste Gefahr. - Die lebenshungrige Amerikanerin Daisy hingegen träumt nur vom sozialen Aufstieg. Sie heiratet einen englischen Lord - aber ihr Mann steht auf Seiten der Faschisten ...

Von Berlin bis Moskau, von London bis Washington, D.C. spannt sich der weite Bogen der Geschichte. Der in sich abgeschlossene Roman erzählt die miteinander verbundenen Schicksale von Menschen in Deutschland, Russland, England und den USA, während über ihren Köpfen drohend der Zweite Weltkrieg heraufzieht. Es ist eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Finsternis. Aber auch der Hoffnung, die selbst das tiefste Dunkel erhellt."

Follett, Ken "Kinder der Freiheit"

Follett, Ken "Kinder der Freiheit" (Englisch: Edge of Eternity) (Jahrhundertsaga #3) - 2014

Als ich zum ersten Mal von einer Trilogie über das vergangene Jahrhundert erfuhr, in der sich jeder Teil auf einen anderen Krieg konzentriert: den Ersten, den Zweiten und den Kalten, dachte ich, der letzte könnte mich am wenigsten interessieren. Schließlich war ich dort, ich habe den Kalten Krieg erlebt, ich erzähle meinen Kindern immer wieder, wie es war – und langweile sie wahrscheinlich zu Tode.

Allerdings war ich nur während eines Teils des Kalten Krieges dort, ich habe nur den westdeutschen erlebt, nicht den ostdeutschen, den russischen oder den amerikanischen. Ich denke, mein Teil war dem der englischen und walisischen Familien in der Geschichte am nächsten, schließlich hatten wir freie Wahlen und konnten tun, was wir wollten.

Wie in den vorherigen Teilen stellt der Autor die Charaktere der verschiedenen Familien nacheinander vor und die meisten von ihnen stehen wichtigen Personen sehr nahe. Sie arbeiten entweder für Martin Luther King und Robert Kennedy, Chruschtschow oder es gibt eine fiktive Figur, die Solschenizyn ähnelt ... viele wahre Lebensverbindungen, die erklären, was damals passiert ist. Natürlich wusste ich über die Bürgerrechtsbewegung Bescheid, aber dieses Buch hat mir mehr darüber beigebracht und ich bin sicher, dass es anderen mehr über die Teile beibringt, die sie nicht kennen.

Ich war überrascht, dass einige Leute dieses Buch schlecht bewertet haben, ich denke, das liegt hauptsächlich daran, dass sie mit der Art und Weise, wie die Geschichte dargestellt wurde, nicht einverstanden waren, ihre Ansichten wichen ein wenig (oder sehr) von denen von Ken Follett ab. Verglichen mit amerikanischen Republikanern scheinen die meisten Europäer Kommunisten zu sein und das ist für sie das Schlimmste von allen.

Nun, mir haben alle drei Bücher gefallen. Sehr sogar. Ich habe die Charaktere liebgewonnen und fühlte mich, als wäre ich Teil ihrer Familie oder zumindest eine enge Freundin von ihnen. Insgesamt habe ich etwa 3.000 Seiten voller wunderbarer Geschichten gelesen. Und ich bin immer noch erstaunt über die Menge an Recherche, die Ken Follett dafür betrieben haben muss.

Buchbeschreibung:

"Der Krieg ist zu Ende, doch die Welt ist noch immer in Aufruhr. In Berlin wird eine Mauer errichtet, die Ost und West trennt und Millionen Familien zerstört. Nicht alle finden sich damit ab - trotz der Gefahr für Leib und Leben. Zur gleichen Zeit kämpfen die Schwarzen in Amerika für ihre Bürgerrechte, und die USA und die Sowjetunion stürzen sich in eine Auseinandersetzung, die die Welt an den Rand der Katastrophe führt. Wem kann man noch trauen in dieser Zeit, in der die Welt mehr als einmal am Abgrund steht?"

Und dies sind die ersten beiden Bücher der Trilogie:
Follett, Ken "Sturz der Titanen" (Fall of Giants) - 2010 - 1. Weltkrieg
Follett, Ken "Winter der Welt" (Winter of the World) - 2012 - 2. Weltkrieg