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Samstag, 18. Juli 2026

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert"

Harari, Yuval Noah "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" (Englisch: 21 Lessons for the 21st Century) - 2018

Eine brillante Fortsetzung von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Sapiens) und "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Homo Deus). Dies ist ein weiteres Buch, das meiner Meinung nach jeder lesen sollte. Der Autor zeigt uns auf, was die Zukunft für uns bereithalten könnte und wie wir uns darauf vorbereiten sollten. Dabei geht es mir nicht um die Angst vor Kriegen oder Naturkatastrophen infolge des Klimawandels, sondern um den Alltag. Was sollten wir studieren oder lernen, um einen vernünftigen Job zu bekommen? Und noch wichtiger: Was sollten unsere Kinder lernen, um im Leben zu bestehen? Meine Eltern und Großeltern verließen die Schule mit 14 oder 15 Jahren, absolvierten eine Ausbildung, und viele von ihnen arbeiteten ihr Leben lang im selben Unternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung konnten sie das Gelernte jahrzehntelang anwenden, ohne sich neues Wissen aneignen zu müssen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Das galt weder für meine Generation noch für die heutige Generation, und es wird ganz sicher auch nicht für die übernächste Generation gelten.

Wir brauchen also kluge Köpfe wie Yuval Harari, die uns sagen, was geschehen könnte und was wir tun können, um keine Angst vor der Zukunft zu haben. Genau das tut er. Seine Empfehlungen sind sinnvoll und fundiert; er erläutert jede seiner Aussagen ausführlich. Was noch besser ist: Er erklärt die Dinge so verständlich, dass auch Menschen ohne großes wissenschaftliches Vorwissen (wie ich) seinen Ausführungen folgen können, sei es zu Themen wie Politik, Weltwirtschaft oder anderen Bereichen, die uns betreffen und unser Leben beeinflussen.

Ich kann dieses Buch sowie seine anderen Werke wärmstens empfehlen. Sie sind einfach fantastisch. Ich hoffe, er schreibt noch mehr davon.

Buchbeschreibung:

"Yuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In 'Eine kurze Geschichte der Menschheit"'erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In 'Homo Deus' ging es um die Zukunft unserer Spezies. Sein neues Buch schaut auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.

Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion im Zeitalter der Fake News? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir in unserer unübersichtlichen Welt moralisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit im 21. Jahrhundert?

Seit Jahrtausenden hat die Menschheit über den Fragen gebrütet, wer wir sind und was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Doch jetzt setzen uns die heraufziehende ökologische Krise, die wachsende Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen und der Aufstieg neuer disruptiver Technologien unter Zeitdruck. Bald schon wird irgendjemand darüber entscheiden müssen, wie wir die Macht nutzen, die künstliche Intelligenz und Biotechnologie bereit halten.

Dieses Buch will möglichst viele Menschen dazu anregen, sich an den großen Debatten unserer Zeit zu beteiligen, damit die Antworten nicht von den blinden Kräften des Marktes gegeben werden."

Harari, Yuval Noah "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen"

Harari, Yuval Noah "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Englisch: Homo Deus. A Brief History of Tomorrow)- 2016

Nach der Lektüre von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Sapiens. A Brief History of Mankind) wusste ich, dass ich auch die weiteren Bücher dieses brillanten Wissenschaftlers und Autors lesen musste.

Nachdem er zu erklären versucht hat, wie wir an den heutigen Punkt gelangt sind, nimmt uns Yuval Noah Harari nun mit auf eine Expedition in die Zukunft. Fast wie bei Charles Dickens in "Eine Weihnachtsgeschichte" (A Christmas Carol) haben wir uns mit dem "Geist der vergangenen Weihnacht" befasst und kennen den "Geist der gegenwärtigen Weihnacht", doch wir haben keine Ahnung, was uns der "Geist der zukünftigen Weihnacht" bringen wird. Der Autor zeigt uns verschiedene Möglichkeiten auf: Er schildert, was geschehen könnte, wenn wir uns nicht ändern, aber auch, was möglich ist, wenn wir es doch tun. Ich muss dazu sagen: Vieles davon war mir nicht neu, doch er eröffnet so viele unterschiedliche Perspektiven, dass es spannend ist zu sehen, wohin die Reise noch gehen könnte.

Dieses überaus fesselnde Buch macht uns bewusst, wer und wo wir heute sind, was getan werden muss und was wir selbst tun können. Wir alle wissen, dass Maschinen und Computer einen riesigen Teil unserer einstigen Welt übernommen haben – doch sind wir auch für den nächsten Schritt bereit?

Freut euch schon mal auf sein nächstes Buch, in dem er sich mit der Gegenwart befasst: "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" (21 Lessons for the 21st Century).

Meiner Meinung nach sollten all seine Bücher in jeden Lehrplan aufgenommen werden.

Buchbeschreibung:

"EINE GESCHICHTE VON MORGEN

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In 'Homo Deus' stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind."

Harari, Yuval Noah "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

Harari, Yuval Noah "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (Hebrew: קיצור תולדות האנושות/Ḳizur Toldot Ha-Enoshut) - Sapiens. A Brief History of Mankind - 2014

Dieses Buch gehört zu den interessantesten, die ich jemals gelesen habe. Es ist ein Werk, das zu erklären versucht, wie wir zu den Wesen wurden, die wir heute sind – und was in der Zeitspanne zwischen dem Auftreten der ersten menschenähnlichen Formen auf der Erde und der Gegenwart geschehen ist. Es liefert Antworten auf viele Fragen, die man sich vielleicht noch nie gestellt hat, es aber eigentlich schon immer hätte tun sollen.

Warum hat der Homo sapiens überlebt und nicht der Neandertaler? Warum wandelten wir uns von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern? Hat uns das gutgetan? Waren die Menschen im Mittelalter unglücklicher als wir heute? Welchen Vorteil bieten globale Gemeinschaften? Und wohin führt diese Entwicklung? Wie stark beeinflusst die Biologie die Geschichte? Was genau sind kulturelle Unterschiede?

Wer sich solche Fragen stellt, findet die Antwort wahrscheinlich in diesem Buch. Oder aber – die Frage lässt sich schlicht nicht beantworten.

Ein brillantes Buch eines großen Denkers: eines Geschichtsprofessors, der sich intensiv mit seinen Mitmenschen auseinandergesetzt hat.

Buchbeschreibung:

"Wie haben wir, Homo Sapiens, es geschafft, den Kampf der sechs menschlichen Spezies ums Überleben für uns zu entscheiden? Warum ließen unsere Vorfahren, die einst Jäger und Sammler waren, sich nieder, betrieben Ackerbau und gründeten Städte und Königreiche? Warum begannen wir, an Götter zu glauben, an Nationen, an Menschenrechte? Warum setzen wir Vertrauen in Geld, Bücher und Gesetze und unterwerfen uns der Bürokratie, Zeitplänen und dem Konsum? Und hat uns all dies im Lauf der Jahrtausende glücklicher gemacht?

Vor 100 000 Jahren war Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Unsere Vorfahren teilten sich den Planeten mit mindestens fünf weiteren menschlichen Spezies, und die Rolle, die sie im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70 000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ. Bis heute hat sich diese Vorherrschaft stetig zugespitzt: Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will."
 
Inzwischen habe ich auch "Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen" (Homo Deus) gelesen. Genauso großartig.

Freitag, 17. Juli 2026

Maalouf, Amin "Samarkand"

Maalouf, Amin "Samarkand" (Französisch: Samarcande) - Samarkand - 1988

Viele Wörter klingen für mich wie das Paradies, wie traumhafte Worte, die mich an einen magischen Ort entführen, wie aus Tausendundeiner Nacht: Samarkand ist so ein Beispiel. Denkt man dabei nicht sofort an Moscheen und Minarette, orientalische Märkte und blau gekachelte Häuser?

"Samarkand" stammt aus der Feder des im Libanon geborenen französischen Autors Amin Maalouf, dessen Werke auf Französisch verfasst sind. Viele seiner Texte wurden jedoch übersetzt.

Dieser Roman führt uns vom Leben des Dichters, Mathematikers und Astronomen Omar Khayyám und seiner Gedichtsammlung Rubaiyat im Samarkand des 11. Jahrhunderts bis zur Reise der fiktiven Figur Benjamin O. Lesage auf der Titanic im Jahr 1912. Ich hatte noch nie von Omar Khayyám gehört und freute mich sehr, nicht nur etwas über seine Dichtung, sondern vor allem über sein Leben und das seiner Zeitgenossen in einer Region zu erfahren, die mir und den meisten Europäern damals genauso unbekannt war wie heute. Ich habe einiges über die persische und islamische Geschichte gelernt.

Eine sehr gut geschriebene Darstellung eines äußerst interessanten Themas. Ich habe dieses Buch geliebt.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Karte im Anhang, auf der alle Namen dieser fernen Orte verzeichnet waren.

Buchbeschreibung:

"Samarkand im 11. Jahrhundert: Der bedeutendste Philosoph, Mathematiker und Astronom des Orients, Omar Khajjam, wird als Ungläubiger verfolgt. Seine geheimen und gefährlichen Gedanken hat er im Rubaijat niedergeschrieben, doch die wertvolle Handschrift ist verschollen. Erst Jahrhunderte später taucht sie auf rätselhafte Weise auf der Titanic auf …

Amin Maalouf entfaltet die exotische, fremde Welt des Orients und erzählt vom abenteuerlichen Leben des sagenumwobenen Gelehrten, von dessen Verstrickungen in die Macht, von seiner Liebe zu der schönen Dichterin Dschahane – und verfolgt den wundersamen Weg der geheimnisvollen Schrift bis ins 20. Jahrhundert.
"

Dienstag, 24. Februar 2026

Pope Osborne, Mary "Das Magische Baumhaus"

Pope Osborne, Mary "Das Magische Baumhaus" Serie (Englisch: Magic Tree House, Series) - 1992 ff.

Jack und Anne sind zwei ganz normale Kinder, die einfach nur ihr Baumhaus betreten müssen und mit Hilfe magischer Bücher in die Vergangenheit reisen können. In den verschiedenen Büchern lernen sie alles über Geschichte, aber auch viel über Naturwissenschaften. Eine sehr interessante Art, Kindern wichtige Themen näherzubringen.

Meine Söhne hatten viel Spaß mit diesen Büchern.

Dies sind alle Bücher, die es in deutsch gibt (amerikanische/britische Titel in Klammern).
[Forschungsleitfäden in Klammern]


Band 1: Im Tal der Dinosaurier (Dinosaurs Before Dark/Valley of the Dinosaurs) [RG1: Dinosaurs]
Band 2: Der geheimnisvolle Ritter (The Knight at Dawn/Castle of Mystery) [RG2: Knights and Castles] (Goodreads)
Band 3: Das Geheimnis der Mumie" (Mummies in the Morning /Secret of the Pyramid) [RG3: Mummies and Pyramids]
Band 4: Der Schatz der Piraten (Pirates Past Noon/Pirates' Treasure) [RG4: Pirates]
Band 5: Im Land der Samurai (Night of the Ninjas)
Band 6: Gefahr am Amazonas (Afternoon on the Amazon/Adventure on the Amazon) [RG5: Rain Forests]
Band 7: Im Reich der Mammuts (Sunset of the Sabertooth/Mammoth to the Rescue) [RG12: Sabertooths and the Ice Age]
Band 8: Abenteuer auf dem Mond (Midnight on the Moon/Moon Mission) [RG6: Space]
Band 9: Der Ruf der Delfine (Dolphins at Daybreak/Diving with Dolphins) [RG9: Dolphins and Sharks]
Band 10: Das Rätsel der Geisterstadt (Ghost Town at Sundown/A Wild West Ride)
Band 11: Im Tal der Löwen (Lions at Lunchtime/Lions on the Loose)
Band 12:  Auf den Spuren der Eisbären (Polar Bears Past Bedtime Icy Escape) [RG 16: Polar Bears and the Arctic]
Band 13: Im Schatten des Vulkans(Vacation Under the Volcano/Racing with Gladiators) [RG14: Ancient Rome and Pompeii]
Band 14: Im Land der Drachen (Day of the Dragon King) (Palace of the Dragon King)
Band 15: Insel der Wikinger (Viking Ships at Sunrise) (Voyage of the Vikings)
Band 16: Auf der Fährte der Indianer (Buffalo Before Breakfast)
Band 17: Im Reich des Tigers (Tigers at Twilight)
Band 18: Rettung in der Wildnis (Dingoes at Dinnertime)
Band 19: Abenteuer in Olympia (Hour of the Olympics/Olympic Challenge!) [RG10: Ancient Greece and the Olympics]
Band 20: Im Auge des Wirbelsturms. (Twister on Tuesday) [RG8: Twisters and Other Terrible Storms]
Band 21: Gefahr in der Feuerstadt. (Earthquake In the Early Morning)
Band 22: Verschollen auf hoher See. (Tonight on the Titanic) [RG7: Titanic]
Band 21: (Civil War on Sunday)
Band 22: (Revolutionary War on Wednesday) [RG11: American Revolution]
Band 23: Das Geheimnis des alten Theater. (Stage Fright on a Summer Night)
Band 24: Den Gorillas auf der Spur (Good Morning, Gorillas)
Band 25: Im Land der ersten Siedler (Thanksgiving on Thursday) [RG13: Pilgrims]
Band 26: Abenteuer in der Südsee (High Tide in Hawaii) [RG15: Tsunamis and Other Natural Disasters]
Band 27: Im Auftrag des Roten Ritters (Christmas in Camelot)
Band 28: Das verzauberte Spukschloss (Haunted Castle on Hallows Eve)
Band 29: Das mächtige Zauberschwert (Summer of the Sea Serpent)
Band 30: Im Bann des Eiszauberers (Winter of the Ice Wizard)
Band 31: Sturmflut vor Venedig(Carnival at Candlelight)
Band 32: Der gestohlene Wüstenschatz (Season of the Sandstorms)
Band 33: Geheimauftrag in Paris (Night of the New Magicians)
Band 34: Das verwunschene Einhorn. (Blizzard of the Blue Moon)
Band 35: Angriff des Wolkendrachen .(Dragon of the Red Dawn)
Band 36: Der geheime Flug des Leonardo (Monday with a Mad Genius) [RG19: Leonardo da Vinci]
Band 37: Das Ungeheuer vom Meeresgrund (Dark Day in the Deep Sea) [RG17: Sea Monsters]
and 38: Das verborgene Reich der Pinguine (Eve of the Emperor Penguin )[RG18: Penguins and Antarctica]
Band 39: Die geheime Macht der Zauberflöte.  (Moonlight on the Magic Flute)
Band 40: Piratenspuk am Mississippi. (A Good Night for Ghosts) [RG20: Ghosts]
Band 41: Gefangen im Elfenwald  (Leprechaun in Late Winter) [RG21: Leprechauns and Irish Folklore]
Band 42: Geister in der Nebelnacht (A Ghost Tale for Christmas Time) [RG22: Rags and Riches: Kids in the Time of Charles Dickens] (Goodreads)
Band 43: Das Gift der Königskobra (A Crazy Day with Cobras) [RG23: Snakes and Other Reptiles]
Band 44: Lawinenhunde im Schneesturm. (Dogs in the Dead of Night) [RG24: Dog Heroes]
Band 45: Die Feder der Macht (Abe Lincoln at Last!) [RG25: Abraham Lincoln]
Band 46: Pandas in großer Gefahr (A Perfect Time for Pandas) [RG26: Pandas and Other Endangered Species] (Goodreads)
Band 47: Im Bann des schwarzen Hengstes (Stallion by Starlight) [RG27: Horse Heroes]
Band 48: Das Geheimnis des Zauberkünstlers (Hurry Up, Houdini!) [RG 28: Magic Tricks from the Tree House #28]
Band 49: Abenteuer im Tal der Könige (High Time for Heroes)
Band 50: Das beste Fußballspiel aller Zeiten (Soccer on Sunday)
Band 51: Der König der Mayas (Shadows of the Dark)
Band 52: Wettlauf der Schlittenhunde (Balto of the Blue Dawn)
Band 53: Das Tor zur Dracheninsel (Night of the Ninth Dragon)
Band 54: Das große Spiel (A Big Day for Baseball)
Band 55: Helden im Hurrikan (Hurricane Heroes in Texas)
Band 56: Der römische Spion (Warriors in Winter)
Band 57: Narwal in großer Gefahr (Narwhal on a Sunny Night)
Band 58: Das verborgene Reich der Inka (Late Lunch with Llamas)
Band 59: Rettungsmission im Naturpark (Camp Time in California)
Band 60: Die Spur des Schneeleoparden (Sunlight on the Snow Leopard)
Band 61: Das Geheimnis der Nashörner (Rhinos at Recess)
Band 62: Notfall auf der Schildkröteninsel (Afternoon on the Amazon)

Mittwoch, 18. Februar 2026

Garmus, Bonnie "Eine Frage der Chemie"

Garmus, Bonnie "Eine Frage der Chemie" (Englisch: Lessons in Chemistry) - 2022

Ein Mitglied meines deutschen Lesekreises hatte dieses Buch vorgeschlagen, und obwohl zunächst alle einverstanden waren, wurde es letztendlich nicht ausgewählt. Da ich es aber bereits bestellt hatte, wollte ich es unbedingt lesen.

Es wäre sicherlich eine gute Wahl für eine Diskussion gewesen. Ich bezweifle, dass ich es ausgewählt hätte, wenn ich nur das Titelbild gesehen hätte. Andererseits könnten Leserinnen und Leser, die romantische Frauenliteratur suchen, enttäuscht sein.

Es ist schwer, dieses Buch zu beschreiben. Ich würde es wohl als Frauenliteratur einstufen, obwohl es tiefere Bedeutungen hat. Ich mochte die Protagonistin sehr. Ich wünschte, ich hätte in meiner Jugend eine Elizabeth Zott gehabt. Obwohl ich gut zehn Jahre jünger bin als sie, gab es all die Hindernisse, die Frauen im Weg standen, schon damals. Und es gab niemanden, absolut niemanden, der mich in meiner Ausbildung unterstützte, weder meine Eltern noch meine Lehrer (außer dem Grundschullehrer, der später aber nicht mehr da war). Im Gegenteil, alles, was ich hörte, war: "Du wirst heiraten und brauchst keinen Job." Und mein Chef hat einen externen Kandidaten eingestellt, anstatt mich zu befördern. Aus demselben Grund.

Genau wie Elizabeth hatte ich mein ganzes Leben lang das Gefühl, für Männer zu arbeiten, die weniger intelligent waren als ich.

Das Buch wird als humorvoll beschrieben, und es enthält auch einige humorvolle Elemente, aber insgesamt überwiegt die Traurigkeit und bleibt uns stärker im Gedächtnis.

Vielleicht spricht diese Geschichte eher ein jüngeres Publikum an; sie hat bei mir einfach zu viele schlechte Erinnerungen geweckt. (Wobei das ja auch für das Buch spricht.) Ich würde nicht sagen, dass mir das Buch völlig missfallen hat, aber es hat mich in eine Zeit zurückversetzt, die ich lieber vergessen würde. Ich hätte es gern mit meinem Lesekreis besprochen und die Meinungen der anderen Frauen dazu gehört.

Und zu guter Letzt: Manches hat sich verändert, aber nicht genug. Was meinst du?

Buchbeschreibung:

"Elizabeth Zott ist eine Frau mit dem unverkennbaren Auftreten eines Menschen, der nicht durchschnittlich ist und es nie sein wird. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden. Außer Calvin Evans, dem einsamen, brillanten Nobelpreiskandidaten, der sich ausgerechnet in Elizabeths Verstand verliebt. Aber auch 1961 geht das Leben eigene Wege. Und so findet sich eine alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show 'Essen um sechs' wieder. Doch für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände..."

"Eine Frage der Chemie" wurde 2022 von den Deutschen Unabhängigen Buchhandlungen zum "Lieblingsbuch der Unabhängigen" gewählt.

Montag, 5. Januar 2026

Brijs, Stefan "Der Engelmacher"

Brijs, Stefan "Der Engelmacher" (Niederländisch/Flämisch: De engelenmaker) - The Angel Maker - 2005

Die Geschichte handelt von einem Arzt, der Klontechnik betreibt und mit seinen Kindern ein sehr privates Leben in einem abgelegenen Dorf im deutschsprachigen Teil Belgiens führt. Im Laufe der Geschichte erfahren wir sein Geheimnis.

Wir hatten das Buch ausgewählt, weil es nur wenige niederländische Bücher gibt, die ins Englische übersetzt wurden. Die Geschichte hat uns unterschiedlich berührt. Sie war fesselnd, spannend und regte zum Nachdenken an.

Wir erfuhren etwas über das Asperger-Syndrom, Autismus und die frühere Behandlung von Anstaltsinsassen. Und über das Klonen.

Es war interessant, den Kontrast zwischen moderner Wissenschaft und Engstirnigkeit zu erleben. Das Buch war leicht zu lesen, hatte aber so viele Ebenen. Es gab viel Symbolik, die Dreifaltigkeit tauchte immer wieder auf.

Der Autor hat hervorragend recherchiert, viele Informationen und Fakten schienen richtig.

Manche fanden das Buch sehr gut, andere fanden es verstörend und deprimierend, ja sogar schrecklich, abstoßend und brachte manche von uns weit über ihre Komfortzone hinaus. Es hat einen sehr gotischen Touch.

Die Kleinstadtmentalität war verstörend. Wir fanden, dass sie überall gleich sind.

Es gab im ganzen Roman niemanden, mit dem wir uns identifizieren konnten. Selbst die Kinder wurden so unmenschlich dargestellt, dass wir nur Mitgefühl für die Lehrerin empfinden konnten.

Wir sagen gerne, dass "Wissenschaft wertfrei ist", dass es keine Grenzen geben kann, es ist Entdeckung um der Entdeckung willen. Was machen wir mit den Entdeckungen? Jemand, der keine Hemmungen hat, wird sie nutzen. Das Zitat "Die Medizin hat uns erlaubt, langsamer zu sterben" wurde erwähnt.

Man weiß schon vom ersten Satz an, dass das nicht gut ausgehen wird. Der Autor lässt viele Fragen offen.

Der Titel gefiel mir nicht besonders. Im Deutschen ist ein Engelmacher jemand, der eine unsichere, illegale Abtreibung durchführt. Aber als Thema war dies genauso schlimm. Ich hatte mich nicht auf das Buch gefreut und es hat mir nicht besonders gefallen. Auch das (ursprüngliche) Coverbild und das des Künstlers gefielen mir nicht. Ersteres erinnerte mich an ein verdorbenes Spiegelei, Letzteres ließ mich denken, der Autor schreibe über sich selbst.

Trotzdem hatten wir eine sehr interessante Diskussion über ein sensibles Thema.

Wir haben das Thema im November 2012 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"'Gott gibt und Gott nimmt, Victor. Aber nicht immer. Manchmal müssen wir es selbst tun!'

Wolfheim, gelegen im Dreiländereck, ganz in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Dorfbewohner wundern sich vor allem über die drei Babys, die er dabei hat: Es sind offensichtlich Drillinge, die Jungen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und alle sind von einer Hasenscharte entstellt – eine Fehlbildung, die bereits Victor von seinem Vater geerbt hatte und die ihm seinerzeit das Leben schwer machte. Denn die Einheimischen sind abergläubisch. Auch jetzt machen Gerüchte die Runde. Und tatsächlich drängen sich Fragen auf: Wo ist die Mutter? Was will Victor nach all den Jahren in Wolfheim? Warum versteckt er die Kinder? Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, ändert sich die Lage dramatisch und seine Popularität steigt. Man beginnt sich mit ihm zu arrangieren, auch wenn er nach wie vor wunderlich erscheint. Man fasst sogar Zutrauen zu ihm. Bis die Kinderfrau der Drillinge, eine ehemalige Lehrerin aus dem Dorf, eines plötzlichen Todes stirbt …
"

Dienstag, 9. Dezember 2025

Juster, Norton "Milos ganz und gar unmögliche Reise"

Juster, Norton "Milos ganz und gar unmögliche Reise" oder/und "Verhext in Wörterstadt oder Weckerhund, Wedermann und Schlafittchen" (Englisch: The Phantom Tollbooth) - 1961

Dieser Kinderroman wurde mir von einer guten Freundin empfohlen, die einen ähnlichen Buchgeschmack hat.

Ich hätte ihn wahrscheinlich besser genossen, wenn ich ihn als Kind oder mit meinen Kindern gelesen hätte. Heute finde ich, dass er mindestens 20 Jahre zu spät kam.

Teilweise recht witzig, und obwohl ich sonst eher auf Worte stehe und die Sprachspiele genossen habe, hat mir die Welt der Zahlen am besten gefallen.

Aber insgesamt ist es einfach zu viel, zu überzogen, zu fantasievoll. Nicht mein Fall. Oder, wie man auf Englisch sagt: "Not my cup of tea."

Buchbeschreibung:

"Als Milo eines Tages von der Schule nach Hause kommt, findet er ein großes Paket vor...

Ein geheimnisvolles Mauthäuschen ist darin und plötzlich scheinen Zeit und Raum durcheinandergewirbelt - Milo ist im Land der Weisheit gelandet und steckt mitten in einem turbulenten Abenteuer. Es herrscht Krieg, denn König Azet der Ungekürzte ist mit seinem Bruder, dem Mathemagier, verfeindet. Um wieder Frieden zu stiften, braucht Milo nicht nur seine ganze Fantasie, sondern auch Mut und Verstand. Eine Reise voll herrlicher Verrücktheiten nimmt ihren Lauf. So trifft Milo das 0,4-Kind der 1,4-Kind-Durchschnitssfamilie, holt sich Rat bei der Häckse Minimal Makaber und bringt seinen ganzen Mut auf, um die Prinzessinnen Reines Licht und Klare Logik zurück nach Weisheit zu bringen. Zum Glück gewinnt er dabei treue Freunde, wie die Leberlaus und Wachhund Tack, die Milo in den aufregendsten Situationen beistehen...
"

Samstag, 8. November 2025

Neville, Henry "Die Insel der Fruchtbarkeit"

Neville, Henry "Die Insel der Fruchtbarkeit" (oder Die Insel Pines) (Englisch: The Isle of Pines) - 1668

Der Autor gibt vor, irgendwo auf der Südhalbkugel (vor der Entdeckung Australiens) eine neue Insel gefunden zu haben und schreibt darüber Briefe nach Europa. Auch hier viel "phantastische" Fiktion, etwas, das niemals passieren wird.

Natürlich wird das in einem utopischen Roman beschrieben.

Buchbeschreibung:

"Die Insel Pines ist eine 1668 veröffentlichte Schiffbruchserzählung, Dystopie und frühe Robinsonade von Henry Neville.

Das Buch beschreibt die Geschichte einer Gruppe von Schiffbrüchigen – der Brite George Pine und vier weiblichen Überlebende, die auf einer idyllischen Insel gestrandet sind. Pine findet heraus, dass die Insel durch geringe Anstrengung reichlich Nahrung produziert. Kurze Zeit später genießt er ein Leben mit viel Freizeit und unterhält eine offene Beziehung zu allen vier Frauen. Jede dieser Frauen gebiert Babys, welche nun zu eigenen Stämme anwachsen und die Pine als Patriarch anerkennen.

Die Erzählung ist aus dem Standpunkt der niederländischen Entdecker geschrieben und beginnt mit deren Ankunft und der Entdeckung einer primitiven weißen, englischsprechenden Rasse. Die Entdecker stellen fest, dass die Insulaner Enkel und Urenkel von George Pine sind und diese in nur drei Generationen die technologischen und industriellen Vorteile ihrer britischen Herkunft verloren haben."

Im Original hatte ich ein Buch, das diese drei Bücher in einer Ausgabe vereint:

More, Thomas "Utopia" (Utopia) - 1516
Bacon, Francis "Neu-Atlantis" (New Atlantis/Latein: Nova Atlantis) - 1624 

Mir gefiel die Idee, damit die Entwicklung der Vorstellungen in Utopia zu verfolgen. Ich denke jedoch, dass wir inzwischen erkannt haben, dass wir dort nie ankommen werden. Vielleicht auf einem anderen Planeten mit einer anderen Spezies … aber die müssten von vornherein egoistisch sein, um zu überleben, und dann würde auch das nicht funktionieren. Trotzdem eine gute Einführung in die Philosophie.

Ich bevorzuge dystopische Romane, auch wenn sie nicht genau so passieren, wie der Autor sie beschreibt, verdeutlichen sie die Ängste einer Generation. Und wenn wir uns 1984 ansehen: Haben wir nicht alle einen „Teleschirm“ zu Hause? Wir nennen ihn Computer. Und Big Brother ist das Internet, auch wenn wir denken, wir könnten ihm so viele oder so wenige Informationen über uns geben, wie wir wollen. Träum weiter!

Ich liebe dystopische Romane (siehe hier), habe aber vorher noch nie wirklich einen utopischen gelesen.

Bacon, Francis "Neu-Atlantis"

Bacon, Francis "Neu-Atlantis" (oder Das neue Atlantis) (Latein: Nova Atlantis) - New Atlantis - 1624 

Ein Traum von einer perfekten Welt, die es nie wirklich geben wird. In diesem Buch werden wir jedoch zumindest in eine Gesellschaft eingeführt, die so funktioniert: eine Insel westlich von Amerika, die noch nicht entdeckt wurde, aber von einer Modellgesellschaft bevölkert war.

Buchbeschreibung:

"Bacons Neu-Atlantis aus dem Jahre 1624 gehört mit Morus' Utopia und Campanellas Sonnenstaat zu den berühmten Utopien der Renaissance. Diese Schrift dokumentiert in narrativer Form vorzüglich das Wissenschaftsprogramm des Autors und seine Vorstellungen von einer möglichen zukünftigen Welt."

Im Original hatte ich ein Buch, das diese drei Bücher in einer Ausgabe vereint:

More, Thomas "Utopia" (Utopia) - 1516
Bacon, Francis "Neu-Atlantis" (New Atlantis/Latein: Nova Atlantis) - 1624 

Mir gefiel die Idee, damit die Entwicklung der Vorstellungen in Utopia zu verfolgen. Ich denke jedoch, dass wir inzwischen erkannt haben, dass wir dort nie ankommen werden. Vielleicht auf einem anderen Planeten mit einer anderen Spezies … aber die müssten von vornherein egoistisch sein, um zu überleben, und dann würde auch das nicht funktionieren. Trotzdem eine gute Einführung in die Philosophie.

Ich bevorzuge dystopische Romane, auch wenn sie nicht genau so passieren, wie der Autor sie beschreibt, verdeutlichen sie die Ängste einer Generation. Und wenn wir uns 1984 ansehen: Haben wir nicht alle einen "Teleschirm" zu Hause? Wir nennen ihn Computer. Und Big Brother ist das Internet, auch wenn wir denken, wir könnten ihm so viele oder so wenige Informationen über uns geben, wie wir wollen. Träum weiter!

Ich liebe dystopische Romane (siehe hier), habe aber vorher noch nie wirklich einen utopischen gelesen.

More, Thomas "Utopia"

More, Thomas "Utopia" (Englisch: Utopia) - 1516

Weniger ein Roman als vielmehr ein "kleines rotes Buch", das Regeln für ein Traumland aufstellt. Natürlich gelten diese Regeln sehr wohl für die Zeit, in der es geschrieben wurde, aber selbst damals kann ich mir nicht vorstellen, dass sie funktioniert hätten. Es ist wie im Kommunismus: Die Welt könnte so wunderbar sein, wenn sie funktionieren würde, aber es gibt Menschen, die so leben müssen, und Menschen sind nicht so. Daher war ich gespannt, was mir das nächste Buch (Neu-Atlantis) zu erzählen hatte; es wurde ein paar Jahre später geschrieben.

Buchbeschreibung:

"Thomas Morus Utopia, eine Mischung aus philosophischem Traktat, Gespräch und Erzählung, ist die erste literarische Utopie der Neuzeit und blieb bis ins 20. Jahrhundert für zahlreiche Philosophen und Schriftsteller prägend. Das Buch ist angelegt als Dialog zwischen dem Morus und dem fingierten Raphael Hythlodée. Im ersten Teil werden die korrupten englischen Sozialverhältnisse kritisiert. Im zweiten Teil berichtet Raphael vom Staatsmodell der Insel Utopia, ihrer Gesellschaft, Moral und Religion und dem Leben der Menschen dort. Es ist der Entwurf einer idealen Lebensordnung, die Frieden und Glück für alle Mitglieder der Gemeinschaft sichert."

Im Original hatte ich ein Buch, das diese drei Bücher in einer Ausgabe vereint:

More, Thomas "Utopia" (Utopia) - 1516
Bacon, Francis "Neu-Atlantis" (New Atlantis/Latein: Nova Atlantis) - 1624 
Mir gefiel die Idee, damit die Entwicklung der Vorstellungen in Utopia zu verfolgen. Ich denke jedoch, dass wir inzwischen erkannt haben, dass wir dort nie ankommen werden. Vielleicht auf einem anderen Planeten mit einer anderen Spezies … aber die müssten von vornherein egoistisch sein, um zu überleben, und dann würde auch das nicht funktionieren. Trotzdem eine gute Einführung in die Philosophie.

Ich bevorzuge dystopische Romane, auch wenn sie nicht genau so passieren, wie der Autor sie beschreibt, verdeutlichen sie die Ängste einer Generation. Und wenn wir uns 1984 ansehen: Haben wir nicht alle einen „Teleschirm“ zu Hause? Wir nennen ihn Computer. Und Big Brother ist das Internet, auch wenn wir denken, wir könnten ihm so viele oder so wenige Informationen über uns geben, wie wir wollen. Träum weiter!

Ich liebe dystopische Romane (siehe hier), habe aber vorher noch nie wirklich einen utopischen gelesen.

Montag, 20. Oktober 2025

Winchester, Simon "Eine Karte verändert die Welt"

Winchester, Simon "Eine Karte verändert die Welt. William Smith und die Geburt der modernen Geologie" (Englisch: The Map that Changed the World: A Tale of Rocks, Ruin and Redemption) - 2001

Dies war eines der interessantesten wissenschaftlichen Bücher, die ich je gelesen habe. William Smith, ein ganz normaler Junge im 18. Jahrhundert, entdeckt die Geschichte unseres Planeten. Er entdeckte als Erster, dass die Erde in Schichten aufgebaut ist, er fand Fossilien, die sich von denen in anderen Gebieten unterschieden, er entdeckte, dass England einst unter Wasser gelegen haben muss, er entdeckte die Eiszeit. Er erstellte eine geologische Karte von England, die der heute noch verwendeten sehr ähnlich sieht. Erstaunlich. Ich habe die Geschichte dieses ganz normalen Mannes, der die Kartografie für immer veränderte und so viel entdeckte, ohne jemals eine solche Ausbildung genossen zu haben, mit Begeisterung gelesen. Er legte den Grundstein für so viele weitere wissenschaftliche Entdeckungen, die die Welt für immer verändern sollten. Dieses Buch sollte jeder lesen.

Buchbeschreibung:

"Im Jahre 1793 machte William Smith eine faszinierende Entdeckung: Beim Ausheben von Wassergräben bemerkte er verschiedene Erdschichten und in den einzelnen Schichten Fossilien, die sich in Größe und Aussehen unterschieden. Die unsichtbare Welt unter unseren Füßen ließ den Ingenieur nicht mehr los. Über zwanzig Jahre reiste er quer durch das englische Königreich, vermaß und untersuchte die Böden. Er verlor dabei all sein Hab und Gut, die wissenschaftliche Anerkennung jedoch blieb ihm versagt. Erst 1831 wurde die bahnbrechende Bedeutung von Smiths erster geologischer Karte Englands erkannt. Voller Verve zeichnet Simon Winchester, preisgekrönter Sachbuchautor und Journalist, die dramatische Lebensgeschichte des Gründervaters der modernen Geologie nach."

Samstag, 30. August 2025

Alexievich, Svetlana "Tschernobyl"

Alexievich, Svetlana "Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft" (Russisch: Чернобыльская молитва/Černobylskaja molitva) - Voices from Chernobyl: The Oral History of a Nuclear Disaster - 2006

Ich wusste von Tschernobyl. Wie wir alle. Wir alle haben von der Atomkatastrophe 1986 gehört. Wir alle haben von den Gefahren gehört, denen Atomkraftwerke uns alle aussetzen. Und das nicht erst seit Fukushima 2011. Für uns Europäer begann es schon viel früher.

Wir wussten auch, dass die Russen versuchten, den Unfall so lange wie möglich vor dem Ausland zu verheimlichen. Was wir nur vom Hörensagen wussten, war die Tatsache, dass sie ihn sogar vor ihrem eigenen Volk verheimlichten und ihre eigenen Leute in Gefahr schickten. Feuerwehrleute und andere "Freiwillige", die zum Aufräumen in die Gefahrenzone geschickt wurden. Und das nicht nur für ein paar Minuten. Die meisten von ihnen sind inzwischen tot, und ohne Swetlana Alexijewitsch und viele andere heldenhafte Menschen, die ihre Geschichten erzählten, wüssten wir immer noch nicht, was genau in Tschernobyl und Umgebung passiert ist.

Wer sich auch nur im Geringsten für die Zukunft unseres Planeten und für die Umwelt interessiert, sollte Sie diesen erschütternden Bericht darüber lesen, was Geld den Menschen antun kann. Denn genau darum geht es: Geld und Macht. Jeder Krieg wird darum geführt und jede Geschäftsentscheidung wird darauf basiert. Und wer zahlt den Preis? Wir, die "kleinen Leute".

Eine sehr eindringliche Geschichte, die jeder lesen sollte, insbesondere diejenigen, die immer noch glauben, Atomkraft sei die "billigste" und "beste" Energieform.

Dieses Buch erinnert eindringlich an das Zitat: "Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt – sondern von unseren Kindern geliehen." (wahrscheinlich von Moses Henry Cass – laut Quote Investigator, aber vielen anderen weisen Menschen zugeschrieben).

Buchbeschreibung:

"Swetlana Alexijewitsch wurde bekannt durch die Dokumentation menschlicher Schicksale und gilt als wichtigste Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Über viele Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche psychologische Porträts, die ungeheure Nähe zu den Betroffenen aufbauen und von höchster Sensibilität und journalistischer Perfektion zeugen."

Svetlana Alexievich  erhielt den Nobelpreis für Literatur  2015 "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setztund den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2013.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 28. Juni 2025

Pamuk, Orhan "Die weiße Festung"

Pamuk, Orhan "Die weiße Festung" (Türkisch: Beyaz Kale) - The White Castle - 1985 

Orhan Pamuk gehört zu meinen Lieblingsautoren. Ich habe die meisten seiner Bücher gelesen.

Dieser Roman ist ebenso faszinierend wie "Rot ist mein Name" (My Name is Red), der erste Roman, den ich von Pamuk gelesen habe und bei dem ich mich in seinen Schreibstil verliebt habe.

Der Autor entführt uns zurück in das Venedig und Istanbul/Konstantinopel des 17. Jahrhunderts. Seine Geschichte handelt von zwei Männern, die so unterschiedlich und sich doch so ähnlich sind wie nur eben möglich und aus zwei verschiedenen Teilen der Welt stammen. Wir erfahren etwas über die Unterschiede zwischen Orient und Okzident damals, aber auch über ihre gemeinsamen Ziele, über die Ziele der Menschen im Laufe der Zeit.

Die Geschichte handelt von einem Venezianer, der gefangen genommen und in die Türkei verschleppt wird, wo er zum Sklaven eines Mannes wird, der sein eineiiger Zwilling sein könnte.

Wir erfahren viel über die unterschiedlichen Charaktere der beiden Männer sowie über die unterschiedlichen Charaktere der Menschen, die in den beiden Ländern ihr Leben führen. Die Charaktere verändern nicht nur Wissen, sondern auch Erinnerungen und Ideen. Gemeinsam kämpfen sie für die Zukunft.

Dieser Roman ein Muss für alle, die sich für die Türkei und ihren osmanischen Hintergrund interessieren. Wer gerne unterhaltsame Geschichten liest, für den ist dies eine der besten, die ihr seit langem lesen werdet. Dieser Roman wurde lange vor "Rot ist mein Name" (My Name is Red) geschrieben, und es gibt Ähnlichkeiten zwischen beiden. Wer diesen gelesen hat, sollte auch den anderen lesen.

Was mir an Pamuks Werken am besten gefällt, ist, dass er uns nicht nur von seinem Teil der Welt erzählt, sondern uns auch zum Nachdenken über uns selbst und unsere Ziele und unseren Lebenssinn anregt. Vielleicht ist es genau das, was mich an der Literatur dieses Meisters am meisten fasziniert.

Buchbeschreibung:

"Ein junger Venezianer gerät bei einem Seegefecht in die Hände der Türken und wird in Istanbul als Sklave an einen Gelehrten verkauft. Doch der islamische Hodscha und der westliche Wissenschaftler ähneln sich auf verblüffende Weise. Um die Gunst des Sultans zu gewinnen, konstruieren sie gemeinsam die absonderlichsten Modelle - einen Zahnradmechanismus für eine Gebetsuhr, ein Himmelsmodell mit Glöckchen - und belagern die geheimnisvolle Weiße Festung. Ein raffiniertes Vexierspiel von Herr und Knecht, Ost und West."

Orhan Pamuk "der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat" erhielt den Nobelpreis für Literatur 2006.

Orhan Pamuk hat 2005 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden. 

Mittwoch, 26. März 2025

Stone, Irving "Michelangelo"

Stone, Irving "Michelangelo" (Englisch: The Agony and the Ecstasy: A Biographical Novel of Michelangelo) - 1961

Ein Buch über das Leben und die Kunst Michelangelos. Was für ein Buch! Was für ein Mann! Sein Leben war sein Werk und sein Werk war sein Leben. Er schien einfach alles zu wissen und alles tun zu können. Wie interessant muss es für jemanden wie ihn gewesen sein, in einem Zeitalter zu leben, in dem man alles selbst herausfinden muss und nicht einfach im Internet nachschlagen kann. Auch wenn es viel Leid gab, hat die Ekstase das nicht mehr als wettgemacht?

Viele von uns haben länger (bis zu sechs Monate) gebraucht, um das Buch zu lesen, als wir dachten.

Es war nicht das, was wir erwartet hatten, einige fanden, es sei zu detailliert, uns gefiel seine Herangehensweise, wie er sich darauf einließ, das Konzept der Familie, wie er sie trotzdem unterstützen musste und nicht entkommen konnte. Natürlich waren die Zeiten anders, die Kinder waren die Lebensversicherung.

Wir genossen die Teile, in denen er malte und die Menschen studierte, seine Arbeit ist einfach wunderbar.

Es war interessant zu sehen, wie er sich nach dem Tod eines Papstes um seine Kunst sorgen musste, seine Beziehungen/Freundschaften waren ein großer Faktor. Die Probleme zwischen Kirche und Staat, nun ja, die gibt es immer, wenn man Religion und Staat vermischt, man hat ein theokratisches Regime. Aber der Autor hat sich viele Gedanken darüber gemacht und es sehr gut beschrieben. Wir bekamen einen großartigen Einblick in diese Zeit, Religion, Macht, Interessen.

Er lebte in einer Welt, in der viele Interessen alles waren, sowohl Michelangelo als auch da Vinci wurden zu ihrer Zeit anerkannt (kommt nicht sehr oft vor). Während seiner Lehrzeit wurde ihm auch das Leben im Allgemeinen beigebracht. Laut da Vinci ist die Bildhauerei der Malerei unterlegen, dies war ein lebenslanger Kampf. Wir waren uns alle einig, dass in unserer Zeit alles so einfach ist und das keine großartigen Menschen hervorbringt. Dies war eine Gelegenheit, über unsere Kinder zu sprechen und wie ihre Zukunft aussieht. Kinder hatten früher mehr Kompetenz.

Es kam die Frage auf, ob der Bereich, ein großes Werk zu schreiben, verschwunden ist. Ob dies auch nur in verzweifelten Zeiten möglich ist. Wir konnten keine Antwort finden.

Wir haben eine Empfehlung für die, die das Buch noch nicht gelesen haben. Seht euch die chronologischen Listen hinten an, bevor (und während) ihr das Buch lest.

Auf jeden Fall ein sehr lohnendes und würdiges Buch.

Wir haben es in unserem internationalen Lesekreis im August 2008 besprochen.

Buchbeschreibung:

"In dem vor Vitalität berstenden Stadtstaat Florenz des 16. Jahrhunderts kämpfte eines der universalen Genies der Menschheitsgeschichte wie ein Titan gegen Kardinäle, Fürsten und Päpste. Rivalitäten mit berühmten Zeitgenossen wie Leonardo da Vinci und Raffael machten ihm das Leben ebenso schwer wie seine eigene dämonische Natur. In den Wirren einer zwischen üppigem Prunk und ständigen Kriegen zerrissenen Zeit schuf Michelangelo, 'Gottes eigenes Kind', sein unsterbliches Werk."

Dienstag, 11. März 2025

Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers"

Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers" (Englisch: The Body. A Guide for Occupants) - 2019

Bill Bryson hätte mein Biologielehrer sein sollen. Oder irgendein anderer Naturwissenschaftslehrer. Vielleicht hätte ich in der Schule etwas in dieser Richtung gelernt. Leider wäre er zu jung gewesen, als ich zur Schule ging, und außerdem ist er kein Lehrer. Oder doch?

Ich habe in seinem Buch "Eine kurze Geschichte von fast allem" (A Short History of Nearly Everything) bereits viel über Naturwissenschaften gelernt, und dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie man ein langweiliges Thema für andere interessanter machen kann. Niemand muss mich davon überzeugen, eines seiner Reisebücher (siehe die Liste in "Bill Bryson – der lustigste Autor aller Zeiten" - "Bill Bryson - Funniest author ever") oder überhaupt ein Buch von ihm zu lesen, aber ich war etwas besorgt, da Biologie nie mein "Ding" war.

Bill Bryson sagte: "Wir verbringen unser ganzes Leben in einem Körper und doch haben die meisten von uns praktisch keine Ahnung, wie er funktioniert und was in ihm vorgeht …" (We spend our whole lives in one body and yet most of us have practically no idea how it works and what goes on inside it …)

Und er hat so recht. Obwohl ich die Grundlagen kannte, gibt es so viel mehr zu lernen und zu wissen, und mit diesem Buch habe ich viel mehr gelernt als in vielen Jahren in der Schule. Und es war nicht langweilig, keine Minute davon.

Eines muss ich sagen: Obwohl ich immer wusste, wie viel mit dem Körper schiefgehen kann und dass es erstaunlich ist, wie wenig tatsächlich schiefgeht, ist dieses Buch eher beruhigend als beunruhigend. Wir alle sterben irgendwann, manche früher, manche später. Und obwohl es furchterregend ist, einen geliebten Menschen zu verlieren, leben wir viel länger als alle Menschen in der Geschichte, was auch dazu führt, dass wir an Krankheiten sterben, die unsere Vorfahren nicht bekommen hätten, weil sie schon seit Jahrzehnten tot waren.

Ich habe den üblichen Humor des Autors vermisst, aber man kann wohl nicht alles haben.

Wäre trotzdem schön, wenn Bill Bryson weiterhin diese Art informativer Bücher sowie auch seine lustigen schreiben würde. Egal, welches Thema er für ein nächstes Buch wählen würde, ich würde es auf jeden Fall lesen.

Buchbeschreibung:

"In seinem neuen Buch erzählt Weltbestsellerautor Bill Bryson die grandiose Geschichte des menschlichen Körpers, von der Haarwurzel bis zu den Zehen. Das ganze Leben verbringen wir in unserem Körper, doch die wenigsten haben eine Ahnung davon, wie er funktioniert, welche erstaunlichen Kräfte darin wirken und was tief im Inneren ab- und manchmal auch schiefläuft. 'Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers' lädt ein zu einer unvergleichlichen Forschungsreise durch unseren Organismus. Mit ansteckender Entdeckerfreude erzählt Bryson vom Wunder unserer körperlichen und neurologischen Grundausstattung. Alles, was man wissen muss, faszinierend, mitreißend, witzig und leicht verständlich erzählt: ein echter Bryson!"

Dienstag, 25. Februar 2025

Sobel, Dava "Galileos Tochter"

Sobel, Dava "Galileos Tochter" (Englisch: Galileo's Daughter: A Drama of Science, Faith and Love) - 2000

Ein sehr interessantes Buch. Allerdings fanden wir den Titel nicht ganz richtig, da es in diesem Buch mehr um Galileo selbst als um seine Tochter geht.

Das Leben von Galileo wird jedoch sehr gut dargestellt. Er war ein brillanter Kopf – und seine Tochter auch. Das Buch beschreibt die Zeit und die Schwierigkeiten, mit denen Wissenschaftler zu kämpfen hatten, sowie die unterschiedlichen Umstände, unter denen die Menschen damals lebten. Die Auswahlmöglichkeiten für Frauen waren nicht groß, na ja, fast nicht vorhanden. Sie konnten entweder heiraten oder in ein Kloster gehen. Sie hatten mit vielen Krankheiten zu kämpfen, darunter auch mit der Pest. Die Bewohner des Franziskanerklosters hatten ein hartes Leben zu ertragen, sie verhungerten fast vor lauter Armut. Sie zeigten enormen Mut.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil ich gerne über Menschen in anderen Zeiten lese. Wir waren uns einig, dass die meisten von uns dieses Buch nie in die Hand genommen hätten, wenn es den Lesekreis nicht gegeben hätte.

Mein Lieblingszitat: "In der Bibel geht es darum, wie man in den Himmel kommt – nicht darum, wie es im Himmel ist." (übersetzt von mir, Original: The Bible is about how one goes to Heaven - not how Heaven goes.)

Wir haben dieses Buch in unserem internationalen Lesekreis im September 2006 besprochen.

Buchbeschreibung:

"Anfang des 17. Jahrhunderts drohte das katholische Weltbild aus den geordneten Bahnen zu geraten. Giordano Bruno hatte die Behauptung aufgestellt, daß die Erde sich um die Sonne drehe, statt, wie bisher geglaubt, im Zentrum des Universums zu ruhen. Für diese Einsicht wurde er 1600 verbrannt. Im gleichen Jahr wurde Virginia geboren. Sie ging aus der langjährigen unehelichen Beziehung des großen Wissenschaftlers, Philosophen und Schriftstellers Galileo Galilei hervor. Wie Bruno erblickte auch Galilei durch sein Fernrohr nicht den christlichen Himmel, sondern das Firmament der Wissenschaft an der Schwelle einer neuen Epoche. Galilei war es, der das christliche Lehrgebäude seiner Zeit wie kein anderer erschütterte. Dennoch blieb er stets ein tiefgläubiger Christ. So lag es für ihn nahe, seinen illegitimen Sproß samt jüngerer Schwester mit nur dreizehn Jahren in ein Kloster zu geben. Als Nonne legte sich Virginia den Namen Maria Celeste, die Himmlische, zu. Doch Maria Celeste griff nicht nach den Sternen, obwohl sie das Talent ihres Vaters geerbt hatte. Vielmehr unterstützte sie Galilei und erkannte die Bedeutung seines Werkes. 124 Briefe aus ihrer Feder zeugen von der liebevollen Verbundenheit zwischen Vater und Tochter. Galileis Schreiben an Maria Celeste hingegen sind verschollen. Bis zu ihrem frühen Tod mit nur dreiunddreißig Jahren stand Maria Celeste dem umstrittenen Genie näher als jeder andere Mensch. Galilei, der seine Lehre unter dem Druck der Inquisition widerrufen mußte, starb 1642 und wurde neben seiner Tochter bestattet.

Das Erfolgsrezept der amerikanischen Wissenschafts- und Bestsellerautorin Dava Sobels besteht aus einer gelungenen Mischung aus den Briefen von Maria Celeste, lebendig nachgezeichnetem Zeitgeist und der verständlichen Einführung in Fachwissen.
Galileos Tochter ist eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe, die man so schnell nicht wieder aus der Hand legen wird."

Mittwoch, 29. Januar 2025

Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge"


Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge" (Englisch: At Home. A Short History of Private Life) - 2010

Einer meiner Lieblingsautoren, Bill Bryson. Er reist um die Welt und bringt alle mit seinen Büchern zum Lachen. Diesmal verlässt er nicht einmal das Haus, sondern beschreibt die Geschichte der Welt (also hauptsächlich Großbritanniens und Amerikas), während er durch die verschiedenen Räume seines Hauses geht. Hochinteressant, hochamüsant. Eine der einfachsten Möglichkeiten, sich viel Wissen anzueignen.

Buchbeschreibung:

"Die Welt verstehen, ohne auch nur einen Fuß vor die Haustür zu setzen.

Was bleibt nach der 'Geschichte von fast allem' (A Short History of Nearly Everything) eigentlich noch zu schreiben? Die Geschichte von fast allem anderen, natürlich. Bill Bryson hat sich daher in seinen vier Wänden umgesehen und sich gefragt: Warum leben wir eigentlich, wie wir leben? Warum stehen ausgerechnet Salz und Pfeffer auf dem Tisch, und weshalb hat unsere Gabel vier Zinken? Aber es bleibt nicht bei Geschichten von Bett, Sofa und Küchenherd. Die Geschichte des Heims ist auch immer eine der großen Entdeckungen und Abenteuer: ohne die Weltausstellung in London gäbe es womöglich kein Wasserklosett und ohne die großen Entdecker weder Kaffee noch Tee oder Kakao zum Frühstück. Bill Bryson zeigt uns unser Heim, wie wir es noch nie gesehen haben. Und wir verstehen ein wenig mehr, warum es so ist, wie es ist."

Ich habe so viele verschiedene Bücher von diesem Typen gelesen, dass ich eine eigene Seite für ihn habe: "Bill Bryson – der lustigste Autor aller Zeiten" (Bill Bryson - Funniest Author Ever)

Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte von fast allem"

Bryson, Bill "Eine kurze Geschichte von fast allem" (Englisch: A Short History of Nearly Everything) - 2003

Der Titel ist so passend. Dies ist eine Geschichte von fast allem, so kurz, wie Bill Bryson nur sein kann. Ich bin überrascht, dass er es auf knapp 700 Seiten geschafft hat. Dieses Buch enthält so viele Informationen, ich wünschte, meine Lehrer in Naturwissenschaften wären halb so informativ und prägnant gewesen wie er. Ich habe aus diesem Buch mehr gelernt als in all den Jahren, in denen ich versucht habe, nur ein bisschen über dieses Thema zu lernen.

Bill Bryson versucht, die Frage zu beantworten, die wahrscheinlich so alt ist wie die Menschheit: Woher kommen wir und warum sind wir hier? In diesem Buch ist er eher philosophisch als witzig, obwohl er seinen großartigen Sinn für Humor nicht völlig verbergen kann.

Wäre Bill Bryson nicht ohnehin einer meiner Lieblingsautoren, würde er jetzt definitiv ganz oben mit dabei sein. Dieses Buch sollte jeder lesen, ich finde, es sollte Pflichtlektüre in allen Schulen sein. Ich habe die Wissenschaft noch nie so gut verstanden wie bei der Lektüre dieses großartigen Werks.

Buchbeschreibung:

"Wie groß ist eigentlich das Universum?• Was wiegt unsere Erde?

• Und wie ist das überhaupt möglich – die Erde zu wiegen?

Auf diese und viele andere Fragen hat Bestsellerautor Bill Bryson in der Schule nie Antworten erhalten. Um das für zukünftige Schüler zu ändern, hat er sich selbst auf die Suche nach ihnen gemacht und dabei eine atemberaubende Reise durch Raum und Zeit angetreten. Dabei entstand ein faktenreiches, kluges und höchst vergnügliches Buch über die Wunder der Welt – geschrieben mit all dem Witz und Charme, die Bryson zu einem der beliebtesten Sachbuchautoren unserer Zeit gemacht haben!
"

Freitag, 6. Dezember 2024

Kingsolver, Barbara "Das Flugverhalten der Schmetterlinge"

Kingsolver, Barbara "Das Flugverhalten der Schmetterlinge" (Englisch: Flight Behaviour) - 2012

Ich bin ein Fan von Barbara Kingsolver und ihren Romanen. Ich liebe ihren Schreibstil, ich liebe ihre Geschichten, ich liebe die Themen, über die sie spricht. Sie ist eine sehr umweltorientierte Person, die weiß, wie man über dieses äußerst wichtige Thema schreibt, das viel zu oft von Leuten abgetan wird, die denken, sie könnten etwas Geld sparen und die Auswirkungen auf unsere Zukunft und, noch mehr, die Zukunft unserer Kinder ignorieren. Ja, ich bin, wie eine Bekannte es einmal ausdrückte, ein "verdammter Umweltschützer", ich frage mich seit Jahrzehnten, was mit unserer Welt passieren wird, die Leute haben mich ausgelacht, weil ich meinen Müll getrennt habe, lange bevor es "modern" war.

Was ist so großartig an diesem Roman? Barbara Kingsolver bringt die Auswirkungen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels in die ländlichste Gegend, die man sich vorstellen kann, in eine Gegend, in der die Menschen denken, wenn sie nicht auf die große böse Welt achten, wird ihnen nichts Schlimmes passieren. Obwohl der Handlungsort in den Vereinigten Staaten ist, könnte dies überall passieren. Aber das ist nicht das einzige Thema, das sie anspricht, sie spricht über Freundschaft, Armut, Bildung, Religion, Wissenschaft, Intoleranz.

Die Charaktere sind ganz normale Menschen, ein Bauer, der mit seiner Familie auf dem Grundstück seiner Eltern lebt, die Eltern gleich nebenan, ein normales Leben für viele Menschen, die auf dem Land leben. Sie wollen ihren Wald verkaufen, um Geld zu verdienen, und dann entdecken sie Schmetterlinge, die es in dieser Gegend nie gab und die dort auch nicht sein sollten.

Aber die Autorin beobachtet auch die Familie und ihr Leben genau, ihre Interaktion mit den Einheimischen und den besuchenden Biologen. Mir gefällt ihre Art, ihre Charaktere zu beschreiben, ich habe viele von ihnen in ihren Büchern liebgewonnen.

Im Verlauf der Geschichte wird uns klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, dass etwas getan werden muss, aber dass es bereits zu spät ist, da viele Maßnahmen mindestens dreißig Jahre zu spät erfolgen.

Wenn dieser Roman zumindest einigen Lesern bewusst gemacht hat, dass wir Dinge ändern sollten, uns nicht nur über steigende Benzinpreise beschweren, sondern uns überlegen sollten, was wir, die kleinen Männer und Frauen, tun können, um unsere Umwelt zu verbessern, dann hat er seinen Zweck erfüllt. Ich schätze, dass jene, die es nicht verstehen wollen, jene, denen wissenschaftliche Erkenntnisse missfallen und die lieber so weitermachen wie ihre Vorfahren, dieses Buch sowieso nicht mögen werden.

Ich habe schon gesagt, dass ich alle ihre Romane lesen möchte, ein paar fehlen noch, sie stehen noch auf meiner Wunschliste und ich werde dafür sorgen, dass ich bald dazu komme. Ich hoffe auch, dass sie noch viele weitere schöne Romane schreiben wird.

Buchbeschreibung:

"An einem Novembermorgen tritt Dellarobia Turnbow, Mitte zwanzig und Mutter von zwei kleinen Kindern, die Flucht nach vorn an: Sie ist wild entschlossen, ein neues Leben zu beginnen, und kehrt Familie und Farmhaus den Rücken. Doch unterwegs überrascht sie ein überwältigendes Naturereignis – Millionen von orangefarbenen Monarchfaltern haben sich auf den Bäumen zum Überwintern niedergelassen. Dellarobia ist fasziniert und kehrt geläutert nach Hause zurück. Die Schmetterlinge und die junge Frau werden zur nationalen Attraktion. Erst von dem attraktiven Biologen Ovid Byron erfährt sie, was sich hinter dem zauberhaft en Anblick wirklich verbirgt ..."