Posts mit dem Label Schweden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schweden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Oktober 2026

Lundberg, Sofia "Das rote Adressbuch"

Lundberg, Sofia "Das rote Adressbuch" (Schwedisch: Den röda adressboken) - The Red Address Book - 2015

Dies ist die Geschichte von Doris, einer alten Dame. Sie ist 96 Jahre alt und liegt im Sterben. Von all ihren Freunden ist nur noch ihre Großnichte Jenny übrig, und die einzige Verbindung zu ihr sind ihre wöchentlichen Skype-Gespräche. Ist Technik nicht wunderbar? Ohne sie hätte sie gar nichts. Man kann sich ansatzweise vorstellen, wie einsam viele alte Menschen sind und dass der Computer ein wahrer Lebensretter sein kann.

Es ist eine wunderbare Geschichte über eine ältere Frau, die auf ihr Leben zurückblickt. Wir begleiten Doris von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrem Berufsleben als Model und Schriftstellerin, lernen ihre Familie und Freunde kennen und erfahren, was diese ihr bedeutet haben. Eine ruhige Geschichte, und doch voller Ereignisse.

Offenbar hatte auch Sofia Lundberg eine Großtante namens Doris; nach deren Tod fand sie ein Adressbuch – genau so eines, wie es im Buch beschrieben wird.

Habe ich die Adressbücher geliebt, die ich selbst einmal besaß? Oh ja, das habe ich. Aber heute bin ich froh, meine Listen auf dem Computer zu haben. Meine Freunde ziehen viel zu oft um, als dass ich die Änderungen ständig auf Papier eintragen könnte.

Doch es gab noch einen weiteren Aspekt, der mich sehr berührt hat. Jenny lebt in den USA und spricht Schwedisch mit ihren Kindern. Auf die Frage nach deren Sprachkenntnissen erzählt sie, dass ihre kleine Tochter die Sprache gut versteht, weil sie nur Schwedisch mit ihr spricht und sich schwedische Kindersendungen im Internet ansieht. Bei ihren älteren Jungen ist es eher "durchwachsen": Jenny spricht Schwedisch mit ihnen, sie antworten auf Englisch. Genau das Gleiche ist in unserer Familie passiert (man muss nur Schwedisch durch Deutsch ersetzen). Ich musste lächeln, als ich das las.

Dies ist der erste Roman der Autorin, und ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen.

Doris’ Lebensmotto, das ihr ihre Mutter mit auf den Weg gegeben hat. Ich finde, es ist ein wunderbares Motto für uns alle:
"Ich wünsche dir genug. Genug Sonne, um deine Tage zu erhellen, und genug Regen, damit du die Sonne zu schätzen weißt. Genug Freude, um deine Seele zu stärken, und genug Schmerz, damit du die kleinen Glücksmomente des Lebens würdigen kannst. Und genug Freunde, damit du auch einen Abschied hin und wieder bewältigen kannst."

Buchbeschreibung:

"Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte."

Freitag, 21. August 2026

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten"

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten" (Schwedisch: Kristuslegender) [Christmas Stories] - 1893-1917

Ich hatte noch nie eine Geschichte von Selma Lagerlöf gelesen – der ersten Frau überhaupt, die den Nobelpreis für Literatur erhielt. Und da sie auch einige Weihnachtsgeschichten verfasst hat, fand ich, es sei höchste Zeit dafür.

Natürlich kannte ich die Zeichentrickserie "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen", die auf ihrem Buch basiert; doch abgesehen davon wusste ich nicht viel über Selma Lagerlöf. Nun, das hat sich geändert, und ich werde sicherlich noch einen ihrer Romane lesen – vielleicht "Gösta Berling".

Dies sind die Geschichten, die in genau dieser Ausgabe enthalten sind:

Die Heilige Nacht (Schwedisch: Den heliga natten, 1904) - The Holy Night
Die Legende vom Luciatag (Schwedisch: Luciadagens legend, 1917) - The Lucia Day Legend
Die Legende von der Christrose (Schwedisch: Legenden om julrosorna, 1908) The Legend of the Christmas Rose 
Gottesfriede (Schwedisch: Gudsfreden, 1898) - God's Peace
Ein Weihnachtsgast (Schwedisch: En julgäst, 1893) - A Christmas Guest 
Einige davon kann man sogar kostenlos herunterladen!

Jedenfalls waren die Geschichten schön zu lesen – besonders zur Weihnachtszeit. Sie verraten uns viel über das Leben in Schweden vor etwa einem Jahrhundert, und ein Blick darauf lohnt sich immer. Manche der Geschichten erinnern eher an Märchen, während andere vom einfachen Volk und dessen Alltag erzählen.

Buchbeschreibung:

"'Am 13. Dezember, in früher Morgenstunde, wenn Kälte und Dunkelheit auf Värmland lastet, kam noch in meiner Kindheit die heilige Lucia von Syrakus in alle Häuser. Sie ist das Licht, das die Dunkelheit besiegt, sie ist die Legende, die das Vergessen überwindet, sie ist die Herzenswärme …'

Fünf der schönsten Geschichten und Legenden, die Selma Lagerlöf rund um das Weihnachtsfest erzählt hat (und die sich auch gut zum Vorlesen eignen!) sind in diesem Band vereint, allesamt neu übersetzt:
Die heilige Nacht, Die Legende vom Luciatag, Die Legende von der Christrose, Gottesfriede, Ein Weihnachtsgast. In ihnen zeigt sich die Vielseitigkeit der großen Erzählerin, die schlichten, ernsthaften Anspruch, der Religion wie dem Sozialen gegenüber, mit reicher Fabulierlust verbindet."

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf erhielt den Nobel Prize fürLiterature 1909 "auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 8. August 2026

Bivald, Katarina "Ein Buchladen zum Verlieben"

Bivald, Katarina "Ein Buchladen zum Verlieben" (Schwedisch: Läsarna i Broken Wheel rekommenderar) - The Readers of Broken Wheel Recommend - 2013

Ich würde dieses Buch nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbüchern zählen, da die Handlung doch ziemlich "Chick-Lit"-lastig ist. Sara ist Schwedin und arbeitet in einer Buchhandlung. Amy ist Amerikanerin und lebt in einem abgelegenen Dorf. Sie tauschen Bücher und Gedanken über Bücher aus.

Und genau das hat mich gefesselt: Es werden zahlreiche skandinavische Autoren erwähnt. Daher habe ich eine Liste all jener Bücher und Autoren erstellt, über die sich die beiden unterhalten haben. Darunter finden sich viele interessante Titel – wenngleich einige davon für meinen Geschmack etwas zu sehr in Richtung "Frauenliteratur" tendieren; und da ich kein großer Fan von Kriminalromanen bin, würden es einige dieser Bücher wohl nicht auf meine Leseliste schaffen.

Alcott, L.M. "An Old Fashioned Girl"; "Little Women" * Eine glückliche Zeit
Austen, Jane "Pride & Prejudice" (zweite Rezension); Sanditon * Stolz und Vorurteil; Sanditon
Auster, Paul
Bondeson, Euthanasia - Krimis
Brontë sisters 
Brontë, Charlotte "Jane Eyre"; "Villette" * Jane Eyre; Villette
Brown, Dan (The Da Vinci Code * Sakrileg)
Bulgakov, Mikhail
Child, Lee - Jack Reacher Serie
Christie, Agatha - Krimis
Connelly, Michael - Krimis
Coupland, Douglas "All Families are Narcotic"
DeMille, Nelson "The General's Daughter"; "Word of Honor"
Dickens, Charles 
Dostoevsky, Fyodor (Crime and Punishment; The Adolescent; The Gambler * Schuld und Sühne; Der Jüngling; Der Spieler)
Evans, Nicholas "The Horse Whisperer
Fielding, Helen - Bridget Jones Series; "Olivia Joules and the Overactive Imagination" * Bridget Jones
Fitzgerald, F. Scott "Tender Is the Night" * Zärtlich ist die Nacht 
Flagg, Fannie "Fried Green Tomatoes";"A Redbird Christmas"
García Márquez, Gabriel (One Hundred Years of Solitude; Love in the time of Colera; The General in his Labyrinth) * Hundert Jahre Einsamkeit; Liebe in den Zeiten der Cholera; Der General in seinem Labyrinth 
Goethe, Johann Wolfgang von "The Sorrows of Young Werther" * Die Leiden des jungen Werther 
Grisham, John "A Time to Kill"; "The Rainmaker"
Guillou, Jan - Carl Hamilton Serie
Guareschi, Giovannino - Don Camillo Serie
Hanff, Helene "84 Charing Cross Road"; "The Duchess of Bloomsbury Street" * 84 Charing Cross Road; Die Herzogin von Bloomsbury Street 
Heller, Joseph "Catch-22" * Catch-22
Hemingway, Ernest (The Old Man and the Sea; For Whom the Bell Tolls) * Der alte Mann und das Meer; Wem die Stunde schlägt 
Highsmith, Patricia "The Price of Salt
Joyce, James "Ulysses" * Ulysses 
Keyes, Marian (Rachel's Holiday * Rachel im Wunderland)
Kinsella, Sophie - Shopaholic Serie
Läckberg, Camilla
Larsson, Stieg - Millenium Trilogie
Lee, Harper "To Kill a Mockingbird" * Wer die Nachtigal stört 
Lindquist, Ulla Carin "Rowing Without Oars: A Memoir of Living and Dying" (Ro utan åror: En bok om livet och döden)
Marklund, Liza - Krimis
Malraux, Phil
Martinson, Moa
Montgomery, L. M. "Anne of Green Gables" * Anne auf Green Gables 
Morgan, Jude "The Taste of Sorrow" (über die Brontë-Schwestern)
Morrison, Toni "Beloved" * Menschenkind 
Murdoch, Iris "The Sea, The Sea"
Oates, Joyce Carol (Die Figuren – und ich nehme an, in diesem Fall stimmt auch die Autorin dieses Buches mit mir überein – sind der Meinung, dass sie den Literaturnobelpreis schon vor langer, langer Zeit hätte erhalten sollen.)
Paolini, Christopher - Eragon Serie
Pratchett, Terry
Proulx, Annie "The Shipping News" * Schiffsmeldungen 
Proust, Marcel "In Search of Lost Time" aka "Remembrance of Things Past (À la recherche du temps perdu)
Roth, Philip (Zuckerman Unbound; The Ghost Writer) * Zuckermans Befreiung; Der Ghostwriter 
Rowling, J.K. - Harry Potter Serie * Harry Potter und der Stein des Weisen 
Shaffer, Mary Ann & Barrows, Annie "The Guernsey Literary & Potato Peel Society" * Deine Juliet 
Shakespeare, William (Hamlet; Macbeth; Romeo and Juliet * Hamlet; Macbeth; Romeo und Julia)
Sparks, Nicholas "A Walk to Remember"
Stein, Gertrude "Geography and Plays"
Steinbeck, John "Grapes of Wrath"; "Of Mice and Men" * Früchte des Zorns; Von Mäusen und Menschen 
Stockett, Kathryn "The Help" * Gute Geister 
Stowe, Harriet Beecher "Uncle Tom’s Cabin" * Onkel Toms Hütte 
Thomas, Dylan 
Thoreau, Henry David "Walden" * Hüttenleben im Walden 
Twain, Mark "The Adventures of Huckleberry Finn"; "Pudd'nhead Wilson. Those extraordinary twins"
Waller, Robert James "The Bridges of Madison County"
Wilde, Oscar 
Witter, Bret; Myron, Vicki  "Dewey: The Small-Town Library Cat Who Touched the World"
Young, Elizabeth "Asking for Trouble"
The Bible * Die Bibel

* Deutsche Titel, soweit ich diese gelesen habe.

Sie erwähnen auch eine Liste, die interessant zu sein scheint:
Mr. Rothberg's Best American Authors List

Buchbeschreibung:

"Wie eine Buchhandlung einen verschlafenen Ort wieder zum Leben erweckt.

Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft. Die 65-jährige Amy aus Iowa und die 28-jährige Sara aus Schweden verbindet eines: Sie lieben Bücher – mehr noch als Menschen. Begeistert beschließt die arbeitslose Sara, ihre Seelenverwandte zu besuchen. Als sie jedoch in Broken Wheel ankommt, ist Amy tot. Und Sara plötzlich mutterseelenallein. Mitten in der Einöde. Irgendwo in Iowa. Doch Sara lässt sich nicht unterkriegen und eröffnet mit Amys Büchersammlung einen Laden. Und sie erfindet neue Kategorien, um den verschlafenen Ort für Bücher zu begeistern: '
Die verlässlichsten Autoren', 'Keine unnötigen Wörter', 'Für Freitagabende', 'Gemütliche Sonntage im Bett'. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel tatsächlich zu lesen – während Sara erkennt, dass es noch etwas anderes im Leben gibt außer Büchern. Zum Beispiel einen ziemlich leibhaftigen Mr. Darcy …"

Freitag, 20. März 2026

Mankell, Henning "Die rote Antilope"

Mankell, Henning "Die rote Antilope" (Schwedisch: Vindens son) - Daniel - 2000

Ein Roman, der kein Krimi ist, von einem Krimiautor – na ja, fast ein Krimi. Aber einer, der sich nicht auf das Verbrechen konzentriert.

Dies ist die Geschichte des südafrikanischen Jungen Molo, der im späten 19. Jahrhundert lebt. Als seine Eltern getötet werden (natürlich von Weißen), gibt ihm ein schwedischer Biologe den Namen Daniel, nimmt ihn mit nach Hause und versucht, ihn zu "adoptieren". In seinem Fall bedeutet das, dass er ihn zu Ausstellungen mitnimmt und andere Wissenschaftler ihn vermessen, zeichnen und für ihre Neugier benutzen lässt.

Der Junge hat großes Heimweh. Niemand kümmert sich wirklich um ihn, und er versucht, nach Hause zurückzukehren.

Keine schlechte Geschichte, aber ich hatte erwartet, dass sie mehr von Afrika als von Europa handelt. Doch die Geschichte fesselt einen, der Junge wird so beschrieben, dass man seine Wünsche nicht ignorieren kann. Es ist leicht zu verstehen, warum er sich in diesem kalten Land, in dem alles verboten ist, was in seinem alten Leben normal war, nicht zu Hause fühlt. Eine düstere Geschichte, aber es war auch sehr interessant zu sehen, wie die Menschen im Schweden des 19. Jahrhunderts lebten. Hoffen wir, dass wir uns alle davon weiterentwickelt haben.

Die verschiedenen Übersetzer schienen sich, wie so oft, nicht über den Titel einig zu sein. Während die französische, italienische, spanische, niederländische und finnische Version den Originaltitel (Sohn des Windes) beibehält, nennen die Portugiesen es einfach "Die Antilopen", die Deutschen und Russen wählen "Die rote Antilope", die Engländer wählten den Titel "Daniel".

Buchbeschreibung:

"Ende des 19. Jahrhunderts reist ein junger Mann aus Schweden nach Südafrika. Der gescheiterte Student und Abenteurer Hans Bengler hofft, mit einem unbekannten Insekt zurückzukommen, das ihn berühmt machen soll. Stattdessen entdeckt er bei einem Großwildjäger am Rande der Kalahariwüste einen verwaisten Buschmannjungen und beschließt, ihn nach Europa mitzunehmen.

Obwohl Daniel, wie Bengler ihn nennt, die schwedische Sprache bald leidlich versteht, wird er sich auf dem weißen Kontinent nie richtig heimisch fühlen. Er muss Schuhe tragen, an Türen anklopfen und sich pausenlos anstarren lassen, denn die meisten Schweden haben noch nie einen Schwarzen gesehen. Er wird wissenschaftlich untersucht und von seinem neuen Vater wie von einem Schausteller dem Publikum vorgeführt...

In seinen Träumen aber sieht er die rote Antilope, die sein leiblicher Vater in den afrikanischen Felsen geritzt hat. Wie sie will er zum Sprung ansetzen, weit zurück über das Meer, und nachts probiert er heimlich, ob es nicht möglich ist, mit bloßen Füßen über das Wasser zu gehen.

Wer war dieser kleine schwarze Junge, der auf einem Friedhof in Schonen begraben liegt? Welches Drama hat sich in seinem kurzen Leben abgespielt? Und was geschah zwischen ihm und dem weißen Mädchen, das eines Tages aus seinem Elternhaus verschwand und einem Mord zum Opfer fiel?
"

Freitag, 26. Dezember 2025

Jonasson, Jonas "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

Jonasson, Jonas "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" (Schwedisch: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann) - The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared - 2009

Der in 35 Sprachen übersetzte Roman hatte seinen größten Erfolg, abgesehen von seiner schwedischen Heimat, in Deutschland, wo er über eine Million Exemplare verkaufte. Und dort habe ich dieses Juwel von einem Buch entdeckt. Die Geschichte enthält alles: Krimi, Mord, historischer Roman, alternative Geschichte, Liebe, Drama und jede Menge Humor. Sie ist so urkomisch und spannend. Sie wird in zwei Teilen erzählt: Allan Karlssons Leben bis zu seinem 100. Geburtstag und danach. Beide Teile sind voller Abenteuer.

Dieser Roman ist leicht zu lesen und dennoch voller Informationen und Philosophie. Eine schöne Geschichte über einen Mann, der sich nicht anpassen und nicht aufgeben will.

Auf Jonas Jonassons Website findet ihr alle Länder, die er bereist hat, und die Menschen, die er im Laufe seines Lebens getroffen hat. Er reiste von Schweden nach Moskau, Stalingrad (Wolgograd), Gulag-Lager, Wladiwostok, Los Alamos, ins Weiße Haus, nach Washington, China, in den Himalaya, nach Tibet, Afghanistan, Iran, Nordkorea, Bali und Paris und traf Zar Nikolaus (na ja, das war sein Vater), Gustav Fabergé (auch sein Vater), Wladimir Lenin, Miguel Primo de Rivera, Francisco Franco, Robert Oppenheimer, Harry S. Truman, Song Meiling, Eleonor Roosevelt, Jiang Ping, Winston Churchill, Tage Erlander, Josef Stalin, Kim II. Sung, Kim Jong II., Kirill Merezkow,, Mao Tse Tung, Charles de Gaulle, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon.

Buchbeschreibung:

"Eigentlich hat Allan Karlsson allen Grund zum Feiern: Er wird 100 Jahre alt. Das Problem ist nur, dass er im Altersheim festsitzt, noch alle Fünfe beisammen hat und sein Körper sich bisher standhaft weigert, das Zeitliche zu segnen. Zu allem Überfluss hat sich auch noch der Bürgermeister samt Lokalpresse angekündigt. Allan hat auf den ganzen Zirkus überhaupt keine Lust. So steigt er in seinen Pantoffeln kurzerhand aus dem Fenster und stellt bald ganz Schweden auf den Kopf..."

Samstag, 6. Dezember 2025

Lindgren, Astrid "Das entschwundene Land"

Lindgren, Astrid "Das entschwundene Land" (Schwedisch: En kärlekshistoria: Samuel August från Sevedstorp och Hanna i Hult) - Samuel August from Sevedstorp and Hanna from Hult aka A Love Story - 1975

Als Kind habe ich "Wir Kinder aus Bullerbü" (The Six Bullerby Children) und "Ferien auf Saltkrokan" (Seacrow Island) im Fernsehen geliebt. Später habe ich die Bücher gelesen, weil ich mehr über diese liebenswerten Kinder erfahren wollte, die in einer so einfachen und wunderbaren Zeit lebten, die für sie so zauberhaft war.

Als ich sah, dass Astrid Lindgren eine Biografie über ihre Eltern geschrieben hatte, wollte ich sie unbedingt lesen. Es ist zwar nur eine kurze Geschichte, aber sie ist trotzdem bezaubernd. Es ist eine Freude, die Liebe zwischen ihren Eltern und dem, was sie ihren Kindern mitgegeben haben, zu beobachten. Astrid Lindgren erinnert sich an ihre Kindheit und philosophiert über das Schreiben von Kinderbüchern. So lernen wir nicht nur ihre Eltern kennen, sondern lernen auch sie selbst besser kennen und erfahren, wie sie auf ihre Ideen kam.

Astrid Lindgrens Eltern lernen sich 1888 in einem kleinen Ort namens Vimmerby in Småland in Schweden kennen und bleiben verliebt, bis einer von ihnen stirbt. Eine lebenslange Liebesgeschichte. Viel romantischer als "Romeo und Julia" (Romeo and Juliet).

Es ist fast so, als würde man ein Tagebuch oder ein privates Fotoalbum durchsehen – ja, es gibt auch viele Bilder, und man erinnert sich an all die geliebten Menschen eines Freundes.

Buchbeschreibung:

"Das entschwundene Land, von dem Astrid Lindgren erzählt, ist das glückliche Land ihrer Kindheit. Sie erinnert sich an die Kinderspiele und daran, wie sie mit ihren Eltern und Geschwistern auf dem Hof nahe der schwedischen Kleinstadt Vimmerby in Sm land aufwuchs. Sie schreibt von Mägden und Knechten, von Armenhäuslern und Landstreichern - und von der Liebesgeschichte ihrer Eltern, die irgendwann im Jahr 1888 begann und ein ganzes Leben lang dauerte ...."

Astrid Lindgren hat 1978 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Sie hätte auch den Nobelpreis für Literature verdient gehabt.

Lindgren, Astrid "Ferien auf Saltkrokan"

Lindgren, Astrid "Ferien auf Saltkrokan" (Schwedisch: Vi på Saltkråkan) - Seacrow Island - 1964 

Neben "Wir Kinder aus Bullerbü" (The Six Bullerby Children) eine meiner Lieblingsgeschichten von Astrid Lindgren. Ähnlich wie in der Serie gibt es in Schweden zwei Familien mit gleichaltrigen Kindern. Diesmal ist es die Familie Melkerson, die auf einer Schäre, einer kleinen Felseninsel in Schweden, Urlaub macht. Dort trifft Sohn Pelle Tjorven, die Tochter des örtlichen Gemüsehändlers, und ihren Bernhardinerhund Båtsman (Bootsmann). Zusammen mit Stina aus Stockholm verbringen sie traumhafte Ferien. Pelles Brüder Johann und Niklas erleben ihre eigenen Abenteuer mit Tjorvens Schwestern Teddy und Freddy. Und Malin, die ältere Tochter, die sich um ihren Vater kümmert, verliebt sich. Kurz gesagt: die schönsten Ferien aller Zeiten.

Dies ist eine wunderschöne Kindergeschichte, die sicherlich auch heute noch, sechzig Jahre nachdem sie geschrieben wurde, für jüngere Kinder relevant ist. Sie ist sicherlich eine schöne Erinnerung an meine Jugend. Obwohl ich nicht aus Schweden stamme, erlebten wir ähnliche Abenteuer mit Nachbarskindern und Freunden. Ich liebe Astrid Lindgren und lese ihre Bücher gerne von Zeit zu Zeit erneut.

Buchbeschreibung:

"Meeresbrise, duftende Wiesen und Wellengeplätscher: Einen schöneren Sommer kann man sich nicht wünschen! Pelle, seine große Schwester Malin und seine beiden Brüder entdecken auf der kleinen Insel die unberührte Natur der schwedischen Schären. Sie baden im Meer, fangen Fische, sammeln Pfifferlinge und feiern Mittsommer. Nichts aber ist schöner für Pelle, als gemeinsam mit Tjorven, dem Inselmädchen, und ihrem großen Bernhardinerhund Bootsmann über die Felsen und durch den Wald zu streifen und dabei von einem Abenteuer ins nächste zu stolpern."

Astrid Lindgren hat 1978 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Lindgren, Astrid "Wir Kinder aus Bullerbü"

Lindgren, Astrid "Wir Kinder aus Bullerbü" (Schwedisch: Barnen i Bullerbyn) - The Six Bullerby Children - 1947

Neben "Ferien auf Saltkrokan" (Seacrow Island) ist dies meine Lieblingsgeschichte von Astrid Lindgren. Es ist eine Trilogie über sechs Kinder aus dem kleinen Dorf Bullerbü: Lisa, Britta, Anna, Lasse, Bosse und Olle. Sie erzählen von ihrem Leben in dem kleinen Dorf, ihren kleinen Abenteuern und Streichen. Sie leben in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, ohne Technologie, ein Leben, an das sich die meisten von uns nicht oder kaum noch erinnern.

Es sind schöne kleine Geschichten über eine unschuldige Kindheit, die es heute nicht mehr gibt. Trotzdem eine schöne Erzählung, auch eine sehr schöne Lektüre für jüngere Kinder.

Buchbeschreibung:

"Nirgendwo ist es so schön wie in Bullerbü! Es gibt in dem kleinen Dorf nur drei Höfe, und Lisa, Bosse, Lasse, Inga, Britta und Ole spielen von früh bis spät. Am allerschönsten findet Lisa aber ihren Geburtstag und Weihnachten - und weil sie im Sommer Geburtstag hat und Weihnachten im Winter gefeiert wird, ist immer etwas los in Bullerbü!"

Astrid Lindgren hat 1978 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Donnerstag, 3. Juli 2025

Andersson, Per J. "Vom Schweden, der den Zug nahm und die Welt mit anderen Augen sah"

Andersson, Per J. "Vom Schweden, der den Zug nahm und die Welt mit anderen Augen sah"(Schwedisch: Ta tåget: på spåret genom historien, samtiden och framtiden) - From the Swede who took the train and saw the world with different eyes (aka: Take the train: on the track through history, present and future) - 2019

Dies ist ein gutes Buch, auch wenn es nicht das ist, was ich erwartet hatte. Ich dachte, es wäre eine Beschreibung seiner Reisen. Und das ist es in gewisser Weise auch. Aber es war eher eine Beschreibung seiner Zeit im Zug, um an die Orte zu gelangen, als von den Orten selbst.

Es beginnt damit, dass der Autor als kleines Kind mit seinen Eltern mit dem Zug reist. Es enthält eine Beschreibung seiner Großeltern, die für die schwedische Eisenbahngesellschaft arbeiteten. Dann erzählt er, wie er als Teenager mit Interrail und später mit seinen Kindern, als diese so alt waren, reiste. Er besucht Italien und Deutschland, Indien und Nepal, die USA, fährt mit dem Orient-Express. Und vor allem plädiert er dafür, mit dem Zug zu reisen, um die Welt zu retten.

Ich bin früher oft mit dem Zug gefahren, als ich jünger war. Ab der fünften Klasse fuhr ich mit dem Zug zur weiterführenden Schule. Anfangs war es sogar ein Dampfzug, was die meisten meiner amerikanischen Freunde immer wieder erstaunt. Später fuhr ich damit zur Arbeit. Ich war auch Mitglied der Interrail-Community und bin damit durch Skandinavien (Dänemark, Schweden, Finnland) gefahren. Tolle Erinnerungen.

Und alles in allem ein sehr gut geschriebenes Buch.

Der Autor erwähnte auch etliche Filme, in denen Zugfahrten vorkommen:
Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat (Französisch: L'arrivée d'un train en gare de La Ciotat), 1896
Der General (The General) 1926 (Buster Keaton)
Die Dame verschwindet (The Lady Vanishes), 1938 (Hitchcock)
Tåg 56, 1943 (schwedischer Film)
Begegnung (Brief Encounter), 1945 (David Lean)
Der Fremde im Zug (Strangers on a Train), 1951 (Hitchcock)
Der unsichtbare Dritte (North by Northwest), 1959 (Hitchcock)
Liebesgrüße aus Moskau (From Russia with Love), 1963 (James Bond)
Der Zug (The Train), 1964
Liebe nach Fahrplan (Tschechisch: Ostře sledované vlaky), 1966
Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (The Taking of Pelham One Two Three), 1974
Express in die Hölle (Runaway Train), 1985
Darjeeling Limited (The Darjeeling Limited), 2007 (Wes Anderson)

Dann sind da Bücher, in denen Zugfahrten erwähnt werden:
Greene, Graham "Orient Express" (Stamboul Train) - 1932
Christie, Agatha "Mord im Orient-Express" (Murder on the Orient Express) - 1934 (Die Geschichte wurde auch in mehrere wunderbare Filme umgesetzt, mein Lieblings-Hercule Poirot ist natürlich David Suchet, aber die großartigsten Landschaften sind im neuesten Film von Sir Kenneth Branagh zu sehen)
Guthrie, Woody "Dieses Land ist mein Land" (This Land is My Land) - 1943
Theroux, Paul "Basar auf Schienen : eine Reise um die Welt" (The Great Railway Bazaar) - 1975
MacLean, Alistair "Death Train" - 1989 - keine deutsche Übersetzung
Diskis, Jenny "Stranger on a Train - Daydreaming and Smoking Around America" - 2002 - keine deutsche Übersetzung
Nair, Anita "Das Salz der drei Meere" (Ladies Coupé) - 2001
Liksom, Rosa "Abteil Nr. 6" (Finnish: Hytti nro 6) - 2012

Ich bin sicher, wir alle finden noch weitere Bücher, in denen Züge eine wichtige Rolle spielen. Mir fallen da ein paar ein. Manche habe ich gelesen, andere stehen auf meiner Wunschliste, wieder andere habe ich gerade entdeckt.

Christie, Agatha "16 Uhr 50 ab PaddingtonE (4:50 from Paddington) - 1957
- "Der blaue Express" (The Mystery of the Blue Train) - 1928
Dickens, Charles "Dombey und Sohn" (Dombey and Son) - 1848
Fowler, Christopher " Der Höllenexpress" (Hell Train) - 2011
Hawkins, Paula "The Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich" (The Girl on the Train) - 2015
Hay, Ashley "The Railwayman's Wife" - 2013 - keine deutsche Übersetzung
Highsmith, Patricia "Alibi für zwei" oder "Zwei Fremde im Zug" (Strangers on a Train) - 1950
MacNeill, Alastair "Alistair MacLeans Spur des Todes" (Alistair MacLean's Death Train) - 1989
Mercier, Pascal "Nachtzug nach Lissabon" - 2004
Nesbit, E "Die Eisenbahnkinder" (The Railway Children) - 1906
Pasternak, Boris "Doctor Schiwago" (Doctor Zhivago)  (Russisch: Доктор Живаго = Doktor Živago) - 1957
Rowling, J.K. "Harry Potter und der Stein des Weisen" (Harry Potter and the Philosopher’s Stone) - 1997
Stoker, Bram "Dracula" (Dracula) - 1897
Tolstoi, Leo (Толстой, Лев Николаевич) "Anna Karenina" (Anna Karenina) (Russisch: Анна Каренина = Anna Karenina) - 1877
Verne, Jules "Reise um die Erde in 80 Tagen" (Französisch: Le tour du monde en quatre-vingts jours) - 1873

Er hat auch eine gute Website (auf Schwedisch): Bloggarvagabond

Buchbeschreibung:

"Der Bestsellerautor Per J. Andersson nimmt in diesem Buch mit auf die schönsten und abenteuerlichsten Eisenbahnrouten der Welt und weckt die Lust, loszufahren, um etwas Außergewöhnliches zu erleben. Denn wer den Zug nimmt, schont nicht nur das Klima, sondern sieht auch die Welt mit anderen Augen."

Dienstag, 8. April 2025

Fredriksson, Marianne "Simon"

Fredriksson, Marianne "Simon" (Schwedisch: Simon och ekarna) - Simon and The Oaks auch Simon's Family - 1985 

Nachdem ich "Hannas Töchter" (Hannah's Daughters) mit zwei verschiedenen Lesekreisen gelesen hatte, wollte ich immer wieder ein anderes Buch von Marianne Fredriksson lesen. Und ich habe es nicht bereut. "Simon" eine wunderbare Geschichte über eine Freundschaft, die von vielen Hindernissen gesäumt ist, über einen Jungen, der aufwächst und sich nicht zugehörig fühlt, über eine Familie mit einem Geheimnis und ein Land, das mit einem Krieg fertig werden muss, der überall um sie herum tobt, nur nicht direkt in ihrem Zuhause.

Marianne Fredriksson war eine sehr kraftvolle Autorin, die uns von einer Zeit erzählen kann, die noch nicht so lange her ist, aber vielen von uns noch unbekannt ist. Sie schafft es, eine reichhaltige Geschichte zu weben, indem sie hier eine Farbe und dort eine Figur hinzufügt, Verbindungen, die zunächst nicht so offensichtlich sind, aber nach einer Weile immer deutlicher werden.

Viele skandinavische Autoren sind für ihre Kriminalgeschichten bekannt und ich bin sicher, dass sie einen würdigen Platz unter den Weltautoren dieses Genres haben. Auch Marianne Fredriksson verdient dort einen Platz.

Buchbeschreibung:

"Als der Zweite Weltkrieg seine Schatten auf die Küste von Göteborg wirft, ist Simon noch ein kleiner Junge. Er ist jüdischer Abstammung. Karin und Erik, seine Adoptiveltern, verschweigen ihm seine Herkunft, um ihn zu schützen. Doch Simon ist sehr sensibel und meint, er habe die Sorgen, die er in den Augen seiner Mutter lesen kann, verschuldet. Und so begibt er sich auf eine Suche, die ihn bis zu den Ursprüngen bringt. 'Simon' ist mehr als ein Roman über eine schicksalsschwere Zeit. Marianne Fredriksson versteht es wieder, auf einfühlsame Weise die Geschichte einer Familie zu erzählen, in der jeder einzelne tief in seiner Seele mit dem Guten und dem Bösen ringen muss."

Freitag, 7. März 2025

Backman, Fredrik "Ein Mann names Ove"

Backman, Fredrik "Ein Mann names Ove" (Schwedisch: En Man som heter Ove) - A Man Called Ove - 2012

Wer ein urkomisches Buch sucht, ist hier an der richtigen Stelle. Ein Freundin hat es mir empfohlen – vielen Dank!

Es gibt nicht zu viel zu erzählen, ohne jemandem die Spannung zu nehmen. Nur so viel: Ove ist ein Mann Anfang 60, aber er benimmt sich wie ein Hundertjähriger. Er ist mürrisch, er macht seinen Nachbarn das Leben schwer, wenn nicht unerträglich – je nachdem, wie sehr er sie nicht mag.

Oder ist er das? Er ist sicherlich in den Sechzigern, er ist sicherlich mürrisch, aber wenn man hinter die Fassade blickt, erkennt man den Grund für sein Verhalten und beginnt, ihn zu mögen …

Auf jeden Fall, ob man Ove mag oder nicht, man muss das Buch auf jeden Fall lieben.

Buchbeschreibung:

"Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …

Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben.
"

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier"

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier" (Schwedisch: Britt-Marie var här) - Britt-Marie was here - 2014

Dies war mein zweites Buch von Fredrick Backman. Und mein letztes. Das erste war nicht allzu schlecht, aber dieses hier wollte mir einfach nicht gefallen. Ich mochte die Protagonistin Britt-Marie nicht, weil ich nicht unter zwanghafter Ordnungsliebe leide, obwohl ich Ordnung mag. Ich mag keinen Fußball, also hat mich das auch nicht gereizt. Die Geschichte wird als "lustig und bewegend" beschrieben, ich konnte beides nicht finden.

Dies war ein Lesekreis-Buch, sonst hätte ich es vielleicht nicht zu Ende gelesen.

Wir haben diesen Roman im Februar 2025 in unserem internationalen Online-Lesekreis gelesen.

Buchbeschreibung:

"Wenn das Leben unverhofft ins Rollen kommt! Wie die ordnungsliebende Britt-Marie ausgerechnet in Borg landet, diesem abgehängten Kaff, und wie sie dort aufräumt, bis für alle die Hoffnung zurückkehrt – das erzählt dieser unglaublich berührende und witzige Roman übers Neustarten und Mitspielen. Genau wie 'Ein Mann namens Ove' einfühlsam und mit einzigartigem Humor geschrieben vom schwedischen Nr.1-Bestseller-Autor Fredrik Backman."

Montag, 6. Januar 2025

Kaminer, Wladimir "Die Kreuzfahrer"

Kaminer, Wladimir "Die Kreuzfahrer" [The Crusaders] - 2018

Ich habe ja immer mal von einer Ostseekreuzfahrt geträumt, Start in Lübeck oder Kiel, dann nach Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, über Tallinn, Riga, Klaipėda, Gdańsk, vielleicht Szczecin, Stralsund, aber auf jeden Fall Rostock zurück zum Starthafen. Hört sich toll an. Man bezieht in Lübeck sein Zimmer und braucht nichts wieder einzupacken, man kann all diese Städte mit einem Landgang besuchen.

Nach der Lektüre dieses Buches bin ich mir nicht so sicher, dass diese Art des Reisens etwas für mich ist. Dass man mich nicht falsch versteht, das Buch ist fabelhaft, wie alles von diesem Autoren. Aber: ich habe mich nie zu Urlauben auf irgendwelchen spanischen oder griechischen Inseln "all inclusive mit Kinderbelustigung" hinreißen lassen, wir haben mit unseren Kindern in Jugendherbergen übernachtet oder uns ein Häuschen gemietet, ich mag diese Touristenbespaßung nicht. Ich möchte Städte besuchen, Museen, alles, was die Menschen in anderen Ländern ausmacht kennenlernen. Ich habe das Gefühl, das ist auf diesen Kreuzfahrtschiffen nicht so. Erinnert mich mehr an diese Kaffeefahrten mit einem Reisebus, an denen meine Eltern früher teilgenommen haben.

Ich glaube aber, Wladimir Kaminer hat die Art der Kreuzfahrten schon ganz gut beschrieben, vielleicht zu gut für meinen Geschmack. Es kommt einem so vor, als ob die Reisenden von der Bar auf dem Schiff in die nächste Bar an Land gehen. Für jemanden wie mich, der keinen Alkohol mag, nicht unbedingt erstrebenswert.

Vielleicht kann mich ja jemand überzeugen, der schon öfter eine solche Fahrt mitgemacht hat, dass es sich doch lohnt …

Buchbeschreibung:

"Ein Kreuzfahrtschiff ist eine ganz eigene Welt. Der Reisende betritt man eine schwimmende des Glücks mit Bar, Tanzabenden und dem reibungslosen Übergang von einer Mahlzeit in die nächste. Und natürlich mit jeder Menge neuer Bekanntschaften. Aber auch an Land gibt es viel zu entdecken: von Putin-Schokolade in St. Petersburg, über falsche Götter auf der Akropolis bis zu verrückten karibischen Taxifahrern. Und wer könnte schöner davon erzählen als Wladimir Kaminer, Kreuzfahrer aus Leidenschaft?"

Donnerstag, 15. Februar 2024

Uusma, Bea "Die Expedition"

Uusma, Bea "Die Expedition. Eine Liebesgeschichte: Wie ich das Rätsel einer Polartragödie löste" (Schwedisch: Expeditionen: min kärlekshistoria) - The Expedition: a Love Story: Solving the Mystery of a Polar Tragedy - 2013

Wir haben dies im Januar 2024 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.

Da wir in unserem Online-Lesekreis nicht viele Sachbücher lesen, war das mal eine Umstellung. Und eine gute.

Die Geschichte ist sehr alt. Es begann Ende des 19. Jahrhunderts, als drei Schweden mit einem Ballon zum Nordpol fliegen wollten.

Leider haben sie es nicht geschafft. 33 Jahre lang hörte niemand davon oder wusste, was passiert war. Bis einige Fischer ihre Leichen fanden.

Aber was wirklich passiert sein könnte, war immer noch ein großes Rätsel. Bis Bea Uusma, eine schwedische Autorin, Illustratorin und Ärztin, zufällig auf die Geschichte stieß und neugierig wurde. Sie fand viele Beweise und stellte die Geschichte so zusammen, wie sie höchstwahrscheinlich passiert sein könnte.

Eine recht interessante Geschichte, auch wenn einige Teile des Rätsels nie gelöst werden können. Ich fand es schön, der Autorin auf ihrer Suche nach dem Schlüssel zum Rätsel zu folgen.

Viele Bilder und Illustrationen runden den Bericht über die Suche ab.

Buchbeschreibung:

"Die Geschichte einer Obsession – und eines großen Rätsels im ewigen Eis. 

'Über fünfzehn Jahre lang hat mich die Andrée-Expedition nicht losgelassen: drei Männer aus Stockholm, die mit einem Heißluftballon auf dem Weg zum Nordpol verschwanden. Die Reste ihres Lagers wurden 33 Jahre später gefunden, eingefroren auf einer unbewohnten Insel mitten im Eismeer. Ich versuchte, ein ernstes Wörtchen mit mir selbst zu reden, aber ich war wie ein Vampir, der zum ersten Mal Menschenblut gewittert hat. Dies wurde zu meiner Expedition.'"

Samstag, 19. August 2023

Heidenreich, Elke; Schroeder, Bernd "Rudernde Hunde"

Heidenreich, Elke; Schroeder, Bernd "Rudernde Hunde" [Rowing Dogs] - 2002

Ich war ja schon immer ein Elke-Heidenreich-Fan, aber von ihrem Ex-Mann hatte ich noch nie etwas gelesen. Da traf ich in einer Second-Hand-Buchhandlung auf dieses Büchlein und musste es einfach mitnehmen. Was soll ich sagen? Jetzt bin ich auch ein Bernd-Schroeder-Fan. Wie die beiden ihre Figuren beschreiben ist einfach sagenhaft, einzigartig, jeder hat seinen Stil und doch liest sich alles fast wie von einer Person geschrieben.

Am köstlichsten fand ich die Idee, zum gleichen Thema zwei Geschichten zu schreiben und diese dann miteinander zu verbinden.

Ich habe lange hin- und hergegrübelt, welches wohl meine Lieblingsgeschichte aus dem Buch ist, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden. Was ich wohl weiß, ich werde noch mehr von den beiden lesen. Bernd Schroeder ist ja mittlerweile leider verstorben, aber da warten schon noch ein paar Ausgaben auf mich. Und Elke schreibt ja noch fleissig, also kann ich mich auch da noch auf einiges freuen.

Buchbeschreibung:

"Liebenswerte Käuze, sonderbare Spinner, tolpatschige Verehrer, entnervte Mütter, prahlende Väter, tanzende und (gleich zwei Mal) rudernde Hunde - wer mit den Geschichten diese Buches nicht auf seine Kosten kommt, dem ist nicht zu helfen. Die beiden (sich sehr nahestehenden Autoren) haben einen Ton gefunden für ihre Alltagsgeschichten, eine Melodie, die alle komischen und traurigen Episoden zu einem Lesebuch verbindet, das für alle gedacht ist, denen das Leben rätselhaft geblieben ist."

Freitag, 14. Juli 2023

Fredriksson, Marianne "Hannas Töchter"

 Fredriksson, Marianne "Hannas Töchter" (Swedisch: Anna, Hanna og Johanna) - Hanna's Daughters - 1994

"Hanna. Johanna. Anna. Drei Frauen, drei Generationen, eine Familie. …. Dieser leuchtende, herzliche Roman umspannt mehr als hundert Jahre im Leben von drei bemerkenswerten Frauen - einer Tochter, einer Mutter und einer Großmutter - Leben, die vom epischen Lauf der Geschichte geprägt und durch ein Jahrhundert voller großer Liebe und großer Verluste verbunden sind." (übersetzt von mir)

Ich habe dieses tatsächlich mit zwei verschiedenen Lesekreisen besprochen, zuerst mit meinem englischen in England im September 1999 und dann mit dem internationalen.

Eine bemerkenswerte Geschichte über das Leben von Frauen und wie es sich im letzten Jahrhundert verändert hat. Die Geschichte spielt in Schweden, aber sie hätte überall in Europa passieren können.

Allen hat dieses Buch wirklich gefallen.
Die Kommentare gingen von "Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen; es hat mir Spaß gemacht; es ist ehrlich und erzählt die Situationen wahrheitsgetreu; die Geschichte von Hanna ist sehr beeindruckend; es ist gut, dass sie darüber schreiben konnte." zu "Es sind drei verschiedene Bücher."


Das Buch galt als gut, leicht und wunderbar zu lesen, die drei Protagonisten sind recht glaubwürdig, sie wurden gut beschrieben. Marianne Fredriksson hat eine Art, die Geschichte zu erzählen, sie gibt einem das Gefühl, die Person oder Situation zu kennen und sich mit ihr identifizieren zu können. Es ist eine Gabe, wie die Autorin zu schreiben. Da ist so viel in diesem Buch, auch wenn es recht kurz ist. Manche Bücher sind viel länger  und enthalten lange nicht so viel. Es ist ehrlich, so kann man nur mit Freunden reden.

Allerdings tauchen viele Personen in der Geschichte auf, einige mussten Notizen machen, um den Überblick zu behalten, wer wer ist, andere erstellten eine Liste (immer eine gute Idee, sobald man merkt, dass es in einem Roman zu viele Personen gibt, als dass man sie sich merken könnte).


Den meisten Mitgliedern gefielen auch die Beschreibungen der Landschaft. Der Originaltitel (Anna, Hanna og Johanna) war verwirrend, da zuerst die Enkelin, dann die Großmutter und dann die Mutter erwähnt wird. Vielleicht haben sie es geändert, weil es besser klang. Oder weil es Anna war, die die Geschichte erzählte.

Dies ist definitiv ein Frauenbuch (auch wenn es Männern gut tun würdee, es zu lesen), es hat uns zum Nachdenken über Schwestern, Mütter und Töchter angeregt.
Man könnte es sogar ein feministisches Buch nennen. Es gab viele Geschichten über Grausamkeiten gegenüber Frauen, Alkoholismus und Ängste unter Frauen. Eine Frau im Roman bemerkte, dass man entweder nur eine Hure oder eine Madonna sein könne. Gut zu lesen in einer sonnigen Woche (und nicht in den trüben Wintermonaten).

Wir haben heute das Glück, die Wahl zu haben. Man kann das auch als eine Last der Wahl bezeichnen, es hat uns egozentrischer gemacht. Johanna hatte alle Möglichkeiten und beschloss, Hausfrau zu werden. Wir diskutierten dann darüber, wie schwierig diese Wahl ist. "Nur" Hausfrau zu sein ist ein gesellschaftlicher Absturz. Johanna und selbst Anna müssen sich dafür rechtfertigen, dass sie zu Hause bleiben.

Es war interessant, die große Entwicklung von der Landwirtschaft zum Stadtleben zu beobachten.
Außerdem gab es viel Aberglauben und Magie, die Leute denken oft noch so.


Der Roman berührte zwei Jahrhunderte. Wir alle haben den Wandel eines Jahrhunderts miterlebt und erkannt, dass das Leben weitergeht.

Wir haben dies in unserem Britischen Lesekreis im September 1999 und in unserem internationalen Lesekreis im Juni 2006 besprochen.

Buchbeschreibung:

"Als Anna ihre fast 90-jährige Mutter Johanna im Pflegeheim besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Anna ist zugleich traurig und wütend. So viele Fragen möchte sie noch stellen, so vieles möchte sie noch wissen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Großmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast hundert Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wieso konnte sie sich später nie an das Leben in der Großstadt Göteborg gewöhnen? Wie hat sich ihre Mutter gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein? Jetzt ist es zu spät, all diese Fragen zu stellen. Anna - Tochter und Enkelin - begibt sich allein auf die Reise durch das Leben ihrer Mutter und Großmutter und findet mit Hilfe ihrer Aufzeichnungen Zugang zum Leben ihrer Vorfahren und vor allem zu sich selbst. Marianne Fredriksson hat ein spannendes Buch über die Liebe geschrieben, in dem sie die drei einprägsamen Lebenslinien von Anna, Hanna und Johanna durch hundert Jahre schwedische Geschichte nachzeichnet."

Mittwoch, 5. Juli 2023

Tau, Max "Ein Flüchtling findet sein Land"

Tau, Max "Ein Flüchtling findet sein Land" (Norwegisch: En flyktning finner sitt land*) [A refugee finds his country] - 1964

Es stimmt, was auf dem Bucheinschlag steht, Max Tau legt ein Zeugnis ab für das Gute, für die Menschlichkeit. Unglaublich, wenn man sieht, was ihm widerfahren ist. Andererseits, er hat auch viel Gutes erlebt, Menschen, die sich für ihn eingesetzt haben, die ihr Leben für ihn aufs Spiel gesetzt haben.

In "Das Land, das ich verlassen musste", erzählt er von seinem Leben im Vorkriegsdeutschland und wie seine Freunde ihn letztendlich nach Norwegen gerettet haben. Hier hören wir, wie es ihm dort ergangen ist und wie seine norwegischen Freunde ihn nach Schweden schmuggeln.

Und auch Max Tau setzt sich ein. Er ist nach dem Krieg einer der ersten, der sich für die Verständigung mit Deutschland einsetzt und ihm wird dafür u.a. als erstem der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Eine hervorragende Erzählung über ein Leben, wie wir es hoffentlich nicht noch einmal erleben müssen, über eine Zeit, über die bereits sehr viel und dennoch immer noch nicht genug geschrieben ist. Wir können nicht aufhören, darüber zu berichten. Eine solche Zeit darf sich einfach nicht wiederholen.

Buchbeschreibung:

"Ein Zeugnis für das Gute, für Menschlichkeit, in der Zeit des Unmenschen ist auch dieses Buch, in dem Max Tau, der erste Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, seinen mit dem Bande "Das Land, das ich verlassen musste", begonnenen Lebensbericht fortsetzt. Erst im Jahre 1938 hatten Freunde - deutsche und norwegische Freunde, unter ihnen Sigrid Undset, Olva Duun und Knut Hamsun - dem Lektor des Berliner Verlages Bruno Cassirer zur Flucht nach Norwegen verholfen. Und mit der Situation des Flüchtlings in fremdem Land, zwischen alltäglicher Unsicherheit und tieferer Angst, setzt die Schilderung ein; Freundeshilfe - der norwegische Rechtsanwalt Eilif Moe verschaffte dem Emigranten Arbeit, stellte ihm eine Schreibkraft - behob zwar die kleinen Nöte des Alltags, nichts aber behob die große Not der Angst. Der berechtigten Angst: denn bald holte das Regime des Terrors den Flüchtling ein. Er musste sich verstecken; der norwegische Verleger Johan Grundt Tanum brachte ihn in nächtlicher Fahrt über die schwedische Grenze. Und wieder gab es Freunde, die ihm in Stockhlm die Rückkehr in seinen Beruf ermöglichten: zuerst als Lektor im Ljus-Verlag, später als Leiter der deutschen Abteilung - des Neuen Verlags - im Esselte-Konzern. Doch sein Herz gehörte Norwegen, dem Land, das den Flüchtling zuerst aufgenommen hatte, das ihm noch wärend des Krieges seine Staatsbürgerschaft verlieh, und in das er nach dem Krieg zurückkehrte. Dieses Buch berichtet vor allem über Begegnungen von Mensch zu Mensch; es ist damit zugleich eine Dokumentation jener menschlichen Güte, die auch der Terror nicht niederzwingt, und an die Max Tau niemals aufhören wird zu glauben."

Max Tau hat 1950 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

* Dies ist eine Übersetzung aus dem Deutschen ins Norwegische.

Samstag, 10. Dezember 2022

Mercier, Pascal "Lea"

 

Mercier, Pascal "Lea" - Lea - 2007

Dies ist mein drittes Buch von Pascal Mercier. Er ist ein so hervorragender Schriftsteller, die beiden nächsten Werke ("Der Klavierstimmer" und "Das Gewicht der Worte") muss ich auch noch lesen, und dann muss er dringend mehr schreiben.

Pascal Merciers Schreibstil ist fast wie Poesie, auch wenn er sehr nah an seinem Thema bleibt. Man merkt ihm an, dass er in seinem "ersten Leben" ein Philosoph ist, er bringt viel Sachverstand in die Geschichte ein.

Hier hören wir von einem Vater, dessen Tochter Geige spielen lernt und ein großes Talent ist. Dieses Talent zerstört das Leben aller um sie herum, einschließlich ihres eigenen. Ihre Leidenschaft wird auf eine Weise beschrieben, die leicht nachzuvollziehen, aber schwer zu verstehen ist. Man will in ihr Gehirn eindringen, was denkt sie, was denken alle anderen.

Der Autor erschafft eine wunderbare Geschichte mit fantastischen Figuren. Der Geschichtenerzähler ist eine dritte Person, eine geniale Idee, um ein wenig Abstand zu den Hauptfiguren zu bekommen.

Eine perfekte Geschichte, eine perfekte Lektüre.


Buchbeschreibung:

"Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Lea erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung, und schon bald liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch während Lea von Erfolg zu Erfolg eilt, treibt es ihren anfangs überglücklichen Vater Martijn van Vliet immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen, das alles verändert …"

Außerdem habe ich gelesen::
Mercier, Pascal "Perlmanns Schweigen" (Perlmann's Silence) - 1995
Mercier, Pascal "Nachtzug nach Lissabon" (Night Train to Lisbon) - 2004

Mittwoch, 31. August 2022

Berlin, Peter "So sind sie, die Schweden"

Berlin, Peter "So sind sie, die Schweden: Die Fremdenversteher von Reise-Know-How" [This is how the Swedes are] - 2017

Ein interessantes Buch über Schweden. Da mein Sohn beschlossen hatte, dort für seinen Master dort zu studieren (was inzwischen geschehen ist), hatte ich mir etwas Lesematerial besorgt. Der Autor ist ein Schwede, der die meiste Zeit seines Lebens im Ausland verbracht hat. So ähnlich wie bei uns, na ja, fast.

Mit viel Humor beschreibt er die kleinen und großen Unterschiede zwischen Schweden und anderen Menschen, die natürlich lange nicht so großartig sind wie eben unsere Schweden.

Wie viel von diesen Erzählungen nun wirklich stimmt, weiß ich erst, wenn ich weitere Bücher der Serie "Die Fremdenversteher" gelesen habe, am besten von Ländern, in denen ich auch gelebt habe.

Aber das Buch hat mir so ganz gut gefallen.

Klappentext:

"Geben wir es ruhig zu: Die Schweden sind manchmal seltsam. Sie essen seltsame Dinge. Sie benehmen sich seltsam. Sie sind mal zu steif und mal ein bisschen zu locker. Sie lachen über Dinge, die nicht lustig sind.

Die Fremdenversteher liefern Antworten: Knapp, bissig und voller überraschender Einsichten. Am Ende ist klar: So sind sie eben, die Schweden!

Die Fremdenversteher über die Schweden: 'Die Schweden sind ein geschäftstüchtiges, aufrichtiges Volk, das an einer milden Form von Größenwahn leidet. […] Die Schweden sind in der Hinsicht einzigartig, dass sie eigentlich gegen kein anderes Land etwas haben. Die herablassende Haltung, die sie ihren nordischen Nachbarn gegenüber einnehmen, rührt nicht daher, dass man eine Abneigung gegen sie hätte, sondern von der sicheren Überzeugung, dass Schweden überlegen ist.'

Die Fremdenversteher: Die Reihe, die kulturelle Unterschiede unterhaltsam macht. Mit trockenem englischen Humor, Mut zur Lücke, einem lockeren Umgang mit der politischen Korrektheit - aber immer: feinsinnig und auf den Punkt. Die Fremdenversteher sind die deutsche Ausgabe der
Xenophobe's® Guides - bei Reise Know-How.

Die Fremdenversteher: Empfohlen bei leichter bis mittelschwerer Xenophobie!
"

Mittwoch, 30. März 2022

Westerteicher, Inga "Liebe Freundin"

Westerteicher, Inga "Liebe Freundin: Briefe Berühmter Frauen" [Dear friend: letters from famous women] - 2000

Briefe von Vita Sackville West an Virginia Woolf, Unica Zürn an Ulla Schnell, Katherine Mansfield an Ida Baker, Janet Flanner an Natalia Danesi Murray, Rosa Luxemburg an Clara Zetkin, Gertrud Bäumer an Emmy Beckmann, Nelly Sachs an Gudrun Dähnert, Edith Sitwell an Ree Gore, Erika Mann an Pamela Wedekind, Radclyffe Hall an Evguienia Souline, Elsa Triolet an und von Lilja Brik. Viele Frauen, von denen man schon einmal gehört hat, aber doch oft nichts Genaueres weiß. Dieses Buch enthält ein paar Fragmente ihrer Korrespondenzen und kann die Leser anleiten, mehr über sie erfahren zu wollen. Bei mir hat es geklappt.

Buchumschlag:

"In den Briefen an eine Freundin hat alles Platz, Bedeutsames wie Belangloses, Besonderes wie Alltägliches: politisches Weltgeschehen und Kochrezepte, Literatur und Blumensträuße. Wie ein Stück leckere Schokolade: ungekünstelt und voller Vertrautheit.

Die Briefwechsel berühmter Frauen mit ihren Geliebten und Ehemännern, diese sprachlichen Balztänze, kennt wohl jeder.

Schön sein wollen, witzig und begehrenswert - wie anstrengend!

Ganz anders die Briefe an eine Freundin. Frei vom Druck, gefallen zu müssen, kann man der engen Vertrauten schon mal ungeschminkt gegenübertreten, seinen Gefühlen Ausdruck verleihen und auch unausgegorene Gedanken äußern. So kommt es, dass der letzte Urlaub, die Senatssitzung, eine Ausstellung und das Rezept für Leberknödel in trauter Eintracht nebeneinander stehen. Die gesammelten Briefe in Liebe Freundin stellen eine subjektive Auswahl dar. Doch wenn sie zur Sprache bringen, was man - damals wie heute - nur der engen Freundin anvertraut, liegt gerade darin ihre Zeitlosigkeit begründet.
"