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Montag, 25. August 2025

Rushdie, Salman "Mitternachtskinder"

Rushdie, Salman "Mitternachtskinder" (Englisch: Midnight's Children) - 1981

Ich liebe es, Bücher zu lesen, die mein Gehirn fordern. Dieses hier fand ich jedoch extrem schwer verständlich. Angeblich wurde dieses Buch zum "Booker der Booker" nominiert und gilt als der beste Booker-Preisträger der ersten 25 Jahre.

Was mir besonders gut gefiel, war, dass das Leben unseres Protagonisten das Leben Indiens seit seiner Unabhängigkeit widerspiegelte. Obwohl ich schon mehrere Bücher über Indien und seine Geschichte gelesen habe, enthielt es dennoch viele Informationen, von denen ich noch nie gehört hatte. Das Buch ist eine sehr eigentümliche Mischung aus historischer Fiktion und magischem Realismus, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe.

Es ist sicherlich lesenswert, aber man muss sich Zeit nehmen, alles aufzunehmen. Vielleicht versteht man dann dieses Zitat ganz: "Wer oder was bin ich? Meine Antwort: Ich bin die Summe all dessen, was vor mir geschah, all dessen, was unter meinen Augen getan wurde, all dessen, was mir angetan wurde. Ich bin jeder Mensch und jedes Ding, dessen Dasein das meine beeinflusste oder von meinem beeinflusst wurde. Ich bin alles, was geschieht, nachdem ich nicht mehr bin, und was nicht geschähe, wenn ich nicht gekommen wäre."

Ich denke auch, man muss auf dieses Buch vorbereitet sein. Es ist sehr intensiv und berührt so viele Themen, so viele Aspekte über sich selbst, dass man es nicht zwischendurch lesen kann. Normalerweise lese ich vier oder fünf Bücher gleichzeitig, bei diesem hier war das nicht möglich, und selbst danach konnte ich eine Zeit lang nicht lesen.

Ein schwieriges Buch – aber sehr spannend, es lohnt sich auf jeden Fall, es in die Hand zu nehmen.

Buchbeschreibung: 
 
"15. August 1947, Mitternacht: Indien wird unabhängig – und zwei Kinder werden geboren, deren Schicksal untrennbar mit dem ihres Landes verbunden ist. Saleem Sinai, Erbe einer reichen muslimischen Familie und Shiva, Sohn besitzloser Hindus. Eine gutmeinende Krankenschwester vertauscht die beiden ..."

Salman Rushdie hat 2023 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Dienstag, 4. März 2025

Yousafzai, Malala; Lamb, Christina "Ich bin Malala"

Yousafzai, Malala; Lamb, Christina "Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft" (Englisch: I am Malala. The Girl Who Stood Up for Education and Was Shot by the Taliban) - 2013

Alle reden ständig über Freiheit. Bildungsfreiheit, Redefreiheit, Religionsfreiheit. Wir alle wissen von den Taliban und was sie den Menschen in den von ihnen besetzten Ländern antun, vor allem den Frauen.

Und hier ist ein junges Mädchen, das sich immer für die Freiheit ausgesprochen hat, das sein ganzes Leben lang für Bildung gekämpft hat, ohne Rücksicht auf alle Drohungen, die sie erhalten hat, ohne Rücksicht auf alles, was uns in unserer westlichen Welt sofort auffallen würde, wenn wir so leben müssten. Wir halten so viele Dinge für selbstverständlich. Wir schicken unsere Kinder zur Schule und denken nicht einmal daran, dass dieses Recht irgendwann einmal erkämpft werden musste.

Dieses junge Mädchen ging zur Schule, obwohl es in ihrem Land gegen das Gesetz war, und wurde von einigen Verrückten angeschossen, einigen Extremisten, die glauben, dass man die Menschen etwas länger beherrschen kann, wenn man sie dumm hält. Sie haben recht, aber man muss keine Bildung haben, um klug zu sein, manche Menschen sind nicht so dumm, selbst wenn man ihnen die Bildung verweigert. Malala ist ein großartiges Beispiel für sie. Als "Belohnung" für ihre Bemühungen wurde sie angeschossen und hätte sterben können, wenn nicht einige entschlossene Ärzte ihr Leben gerettet hätten.

In diesem Buch beschreibt Malala ihr Leben vor und nach der Schießerei, ihr Leben und das ihrer Schwestern in Pakistan.

Malala Yousafzai ist eine mutige und tapfere Frau, die es in dieser Welt weit bringen wird. Ich weiß, dass sie weiterhin für das Recht aller Mädchen auf eine anständige Ausbildung kämpfen wird. Ich hoffe, wir können sie alle auf unsere Weise unterstützen.

Ich fand es auch toll, dass eine Sachbuchautorin, die ich sehr bewundere und die viel über diesen Teil der Welt weiß, Malala geholfen hat, ihre Geschichte niederzuschreiben. Ich habe "Goldene Nadel-Nähschule" (The Sewing Circles of Herat) und "The Africa House" von Christina Lamb gelesen und fand beide ausgezeichnet.

Buchbeschreibung:

"Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg überfallen und niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Wie durch ein Wunder kommt Malala mit dem Leben davon. Als im Herbst 2013 ihr Buch "Ich bin Malala" erscheint, ist die Resonanz enorm: Weltweit wird über ihr Schicksal berichtet. Im Juli 2013 hält sie eine beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen. Barack Obama empfängt sie im Weißen Haus, und im Dezember erhält sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, verliehen vom Europäischen Parlament. Malala Yousafzai lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie wieder zur Schule geht."

Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi erhielten 2014 den Friedensnobelpreis "für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 1. Februar 2023

Emcke, Carolin "Von den Kriegen"

 

Emcke, Carolin "Von den Kriegen. Briefe an Freunde" - Echoes of Violence: Letters from a War Reporter - 2004

Ich habe Carolin Emcke durch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels kennengelernt und wollte seitdem immer wieder eines ihrer Bücher lesen. Dann fand ich eines und bin froh sagen zu können, dass sich das Warten gelohnt hat.

Die Autorin ist Journalistin und berichtet hauptsächlich über Kriegsgebiete und hat Freunden jedes Mal E-Mails geschrieben, wenn sie von einer ihrer Reisen zurückgekehrt ist. Hier hat sie sie veröffentlicht. Sie besuchte Afghanistan, Kolumbien, den Irak, den Kosovo, Libanon, Nicaragua, Pakistan, Rumänien und die USA (vor und nach dem 11. September) und berichtet von ihren Begegnungen mit Betroffenen. Ein brillanter Bericht darüber, was Krieg einem Volk antun kann. Wenn wir es vorher nicht wussten, sollten wir es sicherlich aus diesem Buch lernen. Krieg ist dumm! Krieg ist schrecklich! Krieg sollte nicht erlaubt sein! Aus keinem Grund. Die Mächtigen sollte man in einen Raum setzen und sie sollten selbst um ihre Probleme kämpfen.

Ich muss ein Zitat aus dem Buch einfügen: "Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet." Walter Benjamin

Buchbeschreibung:

"Unterwegs in den Krisengebieten der Welt - wie gehen Menschen mit Krieg und Gewalt um, was verändert sich angesichts des fremden Leids im Berichterstatter, welche Rolle kommt dem Zeugen zu? Carolin Emcke schreibt in ihren Briefen von Orten, die aus dem Blickfeld der Medien geraten sind, obwohl Krieg und Leid dort andauern: vom endlosen Bürgerkrieg in Kolumbien, von der Sklavenarbeit in den Freihandelszonen Nicaraguas, vom Überlebenskampf der Straßenkinder in der Kanalisation von Bukarest, von den serbischen Massakern an Kosovo-Albanern und den Vergeltungsanschlägen an Serben, dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak."

Carolin Emcke hat 2016 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Mortenson, Greg & Relin, David Oliver "Der Traum vom Frieden"

 

Mortenson, Greg & Relin, David Oliver "Der Traum vom Frieden. Mein Schulprojekt Für Pakistans Kinder" oder "3 Tassen Tee: Wie aus Fremden Freunde wurden" (Englisch: Three Cups of Tea: One Man's Mission to Promote Peace . . . One School at a Time) - 2006 

Greg Mortenson verirrt sich auf dem Rückweg vom K2. Er erreicht ein kleines Dorf in Pakistan und trifft die hilfsbereitesten Menschen der Welt. Er sieht die Bedingungen, unter denen sie leben, und verspricht, zurückzukommen und ihnen eine Schule zu bauen. Er hält sein Versprechen und baut weiter, über 50 Schulen in Pakistan und Afghanistan.

Dieses Buch handelt von seinem Weg vom sorglosen Single-Bergsteiger zum Familienvater, der viel Zeit damit verbringt, Menschen in abgelegenen Winkeln der Welt zu helfen, die von niemandem Hilfe bekommen.

Was für ein Mensch. Meine Bewunderung für Greg Mortenson stieg mit jeder Seite, die ich las. Ich würde ihn gerne kennenlernen - und seine Frau. Die Leistungen, die nur ein einzelner Mann erreichen kann, es ist unglaublich. Diese Geschichte zeigt, wie Menschen die Welt verändern, dazu beitragen können, die Lebensbedingungen anderer zu verbessern. Nicht alle von uns werden den K2 (oder jeden anderen großen Berg) besteigen können, aber der Autor zeigt uns, dass es immer ein Ziel gibt, das man erreichen kann, einen Berg, den es zu erobern gilt.

Die Beschreibung aller Probleme und Stolperstellen ist herzzerreißend, aber seine Überwindung lässt auf eine bessere Zukunft hoffen. Wenn die Welt voller Greg Mortensons wäre - was für eine Welt wäre das.

Ich mochte auch seine Bewunderung für die Menschen vor Ort, seine Fähigkeit, sich auf ihre Kultur und Sprache einzustellen. Okay, er hat ein Ohr für Sprachen, aber er ist bereit, seinen "Nachbarn" zu verstehen, egal wie weit er entfernt wohnt.

Ich bewundere auch seine Frau. Sie verdient eine Art Medaille.

Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich dieses Buch liebe. Es wurde zum Favoriten des Jahres in unserem Lesekreis gewählt.

Wir haben dies in unserem internationalen Lesekreis im Mai 2009 besprochen..

From the back cover:

"Die spannende, bewegende Geschichte des Höhenbergsteigers Greg Mortenson: Er scheiterte dramatisch am K2 und widmet seitdem sein Leben dem Aufbau von Schulen und Krankenhäusern in Pakistan.

Die Geschichte seines vorbildlichen Einsatzes ist in den USA ein Millionen­erfolg und wurde vielfach preisgekrönt. Mehr Menschlichkeit ist möglich, wenn jeder seinen Beitrag leistet - wie der Bergsteiger Greg Mortenson, der nach einer gescheiterten K2-Expedition von Pakis­tanis gerettet und gesund gepflegt wurde. Mortenson schwor sich, in das entlegene Hochland zurückzukehren und eine Schule für die zu gründen, denen es dort am schlechtesten geht: die kleinen Mädchen. Er hielt sein Ver­sprechen. In seiner Heimat USA sammelte er Spen­dengelder, mobilisierte Hilfsgüter und Freiwillige. Er half beim Brücken- und Schulbau, und bald darauf drückten die ersten Kinder in Baltistan die Schulbank. Heute, 15 Jahre später, ist Mortenson die Hälfte des Jahres vor Ort, trotzt den Anfeindungen der Taliban, erlebt Dankbarkeit und Wärme. Seiner Organisation verdanken über 60 Schulen und Krankenhäuser ihre Existenz - und Pakistans Kinder eine Zukunft
."

Wir haben sein zweites Buch "Stones into Schools: Promoting Peace with Books, Not Bombs, in Afghanistan and Pakistan" in unserem internationalen Lesekreis im April 2011 gelesen. Leider ist dies nicht ins Deutsche übersetzt worden.

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.