Mittwoch, 22. April 2026

Burnett, Frances Hodgson "Der geheime Garten"

Burnett, Frances Hodgson "Der geheime Garten" (Englisch: The Secret Garden) - 1911

Nachdem ich "Die Tochter des Uhrmachers" (The Clockmaker's Daughter) gelesen hatte, las ich eine Rezension meiner treuen Blogfreundin Judy von "Keep the Wisdom" über "Der verborgene Garten" (The Forgotten Garden) dieser Autorin, Kate Morton.

Im Gespräch über dieses Buch musste ich gestehen, dass ich "Der geheime Garten" als Kind nie gelesen hatte, wahrscheinlich weil es in Deutschland nicht so bekannt war wie im englischsprachigen Raum.

Warum das so war … keine Ahnung. Es ist ein wunderschönes Buch. Ich weiß, ich hätte es als Kind geliebt, wahrscheinlich sogar noch mehr als heute.

Es erzählt, wie wichtig es für Kinder ist, die Natur zu lieben, Zeit mit anderen Kindern zu verbringen und geliebt zu werden. Selbst wenn es nur von einem kleinen Rotkehlchen ist.

Ich stimme Martha und Dickons Mutter, Susan Sowerby, vollkommen zu, die sagt: "Zwei Dinge können einem Kind nichts Schlimmeres passieren: dass es nie seinen Willen bekommt – oder dass es ihn immer bekommt." Letzteres ist sogar noch schlimmer als Ersteres, denn es gibt keinen Grund, warum man einem Kind immer nachgeben sollte. Sie werfen noch Wutanfälle wie Dreijährige, selbst mit über neunzig. Sie scheint sowieso ihr Leben im Griff zu haben. Ich glaube, sie war meine Lieblingsfigur im ganzen Roman.

In dieser Geschichte muss ein arrogantes junges Mädchen, das in Indien aufgewachsen ist, zu ihrem Onkel und ihrem ebenso arroganten Cousin ziehen. Nur durch die Entdeckung eines geheimen Gartens entwickeln sie sich zu liebenswerten Kindern. Wäre es nicht schön, wenn alle Kinder diese Chance bekämen?

Die einzige Geschichte von Frances Hodgson Burnett, die ich kenne, ist "Der kleine Lord" (Little Lord Fauntleroy), weil sie wunderschön verfilmt wurde und jedes Jahr zu Weihnachten im deutschen Fernsehen läuft. Natürlich gibt es sie jetzt auf DVD, sodass wir die Originalfassung ohne Synchronisation sehen können.

Ich erinnere mich auch an eine Verfilmung von "Sara, die kleine Prinzessin" (A Little Princess), die vor vielen Jahren lief.

Es sieht so aus, als ob ich diese beiden Bücher auch mal lesen sollte.

Buchbeschreibung:

"Nachdem die zehnjährige Mary Lennox, Tochter eines englischen Kolonialbeamten in Indien, ihre Eltern verloren hat, wird sie zu ihrem Onkel nach England geschickt, der in einem riesigen Herrenhaus am Rand eines ausgedehnten Moores residiert. Dem verwöhnten, eigensinnigen Mädchen fällt es nicht leicht, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Das ändert sich, als Mary ihren gleichaltrigen Cousin Colin kennenlernt, der an einer mysteriösen Krankheit leidet und deshalb von seinem Vater versteckt gehalten wird. Gemeinsam entdecken und erobern die beiden Kinder die rätselhafte und verwunschene Welt eines geheimen Gartens, den jahrelang niemand mehr betreten hat. Hier, inmitten der Pflanzen und Tiere, in engem Kontakt mit der Natur, gelingt es den beiden verzogenen, durch ihre soziale Umwelt geschädigten jungen Menschen, eine neue, positive Einstellung zum Leben und zu sich selbst zu finden, ihr Anspruchsdenken, ihre Überheblichkeit und Ichbezogenheit aufzugeben. Dieser international beliebte Kinderbuch-Klassiker ist bezaubernd jung geblieben."

Morton, Kate "Die Tochter des Uhrmachers"

Morton, Kate "Die Tochter des Uhrmachers" (Englisch: The Clockmaker's Daughter)  - 2018

Als ich mein Watergate-Buch ("Die Watergate-Affäre" - "All the President's Men" - von Carl Bernstein und Bob Woodward) aus der Bibliothek abholte, stieß ich zufällig auf dieses Buch der australischen Autorin Kate Morton. Der Titel klang verlockend und das Cover sah interessant aus, also lieh ich es mir aus.

Was für ein interessantes Buch! Wir erleben fast zwei Jahrhunderte Leben in einem Haus, das wie verzaubert wirkt. Wir begegnen seinen Bewohnern im Laufe der Zeit und erleben zwei Weltkriege mit. Es gibt Verbindungen zwischen ihnen allen – dem Erzähler, der Uhrmachertochter selbst –, obwohl die Menschen scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Doch das Haus selbst ist allgegenwärtig. Ich würde es so gerne einmal sehen. Es muss atemberaubend sein.

Mir gefiel besonders, wie die Geschichten all dieser Charaktere parallel erzählt wurden und sich im Laufe der Zeit immer mehr Teile des Geheimnisses enthüllten. Ein brillanter Stil.

Ich habe dieses Buch sehr genossen und würde gerne mehr von dieser Autorin lesen.

Buchbeschreibung:

"Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus am Ufer der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …

Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?"

Dienstag, 21. April 2026

Vermes, Timur "Er ist wieder da"

Vermes, Timur "Er ist wieder da" - Look who's back - 2012

Ich habe mich immer gefragt, was meine Großmutter, die 1982 gestorben ist, wohl denken würde, wenn sie heute wiedergeboren würde. Was würde sie wohl dazu sagen, dass die Leute in der Stadt herumlaufen und offensichtlich Selbstgespräche führen? Was würde sie denken, wenn sie einen Internetshop sähe? Was für Waren werden dort verkauft? Und was sind diese seltsamen kleinen schwarzen oder manchmal bunten Kästchen, die alle ständig anstarren?

Timur Vermes ging noch einen Schritt weiter. Er holte den schlimmsten Menschen aller Zeiten zurück: Adolf Hitler. Was würde er wohl heute denken? Hoffentlich wäre er enttäuscht, dass sein Traum nicht in Erfüllung gegangen ist, dass niemand mehr an seine "Werte" glaubt. Der Autor beschreibt das auf eine etwas humorvolle, satirische Weise, und obwohl mir die Idee gefällt, hat mich das Lesen doch irgendwie erschaudern lassen, ein seltsames Gefühl ausgelöst.

Ich hoffe, er sähe ein Deutschland, in dem Ausländer jeder Nationalität, Religion und Hautfarbe willkommen sind. Wo Schwule und Lesben genauso behandelt werden wie alle anderen. Wo niemand etwas gegen Roma oder Sinti hat. Oder gegen Menschen mit anderen politischen Ansichten. Denn die Nazis diskriminierten alle, die einer dieser Gruppen angehörten. Und vielen anderen. Mein eigener Großvater wurde als Kommunist beschimpft und verfolgt, nur weil er kein Nazi war und das auch ganz offen gesagt hatte.

Ich erinnere mich, dass ich vor einigen Jahren darüber nachdachte, als unsere neue Regierung aus einer geschiedenen und wiederverheirateten Bundeskanzlerin (sie ersetzte einen, der viermal verheiratet gewesen war), einem homosexuellen Vizepräsidenten und Außenminister, einem in Asien geborenen Finanzminister, einem behinderten Finanzminister und mehreren Frauen bestand. Hitler hätte keine von ihnen gutgeheißen, und ich bin froh, dass seine "Werte" heute keine Rolle mehr spielen, dass ihr Wissen und ihre Expertise uns mehr bedeuten als ihr Privatleben. Leider passiert auch viel im Moment, das darauf hinzeigt, dass ähnliche Zeiten wieder kommen könnten. Um Himmels willen, nicht!

Ich lese normalerweise gerne Bücher über alternative Geschichte; schließlich sind meine Lieblingsbücher "The Children's War" [Der Kinderkrieg] und "A Change of Regime" [Ein Regimewechsel] von J.N. Stroyar, in denen wir einfach davon ausgehen, dass die Nazis den Krieg gewonnen haben. Aber in jener Geschichte erfahren wir alle, wie schlimm das für alle gewesen wäre.

Trotzdem ist dieser Roman gut geschrieben und spannend. Ich bin immer noch nicht ganz zufrieden damit.

Buchbeschreibungcover:

"Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und 'Gefällt mir!'-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes╚ Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte."

Montag, 20. April 2026

Hunter, Stephen "Nacht des Donners"

Hunter, Stephen "Nacht des Donners" (Englisch: Night of Thunder: a Bob Lee Swagger novel) - 2008

Ein Freund von mir meinte, einige Leute hätten ihn mit Bob Swagger aus diesem Roman verglichen und wollten ihn unbedingt lesen. Ich sagte ihm, ich sei froh, dass er mein Freund und nicht mein Feind sei. Aber ich verstand, warum seine Freunde ihn darin wiedererkannten, und sie könnten Recht haben. Ich kannte diesen Freund noch nicht lange, aber die Ähnlichkeit ist mir aufgefallen.

Bob Swagger ist ein ehemaliger Soldat/FBI-Agent, so etwas wie der amerikanische James Bond, nur verheiratet. Mit ihm legt man sich besser nicht an, und schon gar nicht mit seiner Familie. Denn das bedeutet Krieg.

Ich bin kein großer Fan von Thrillern, weil sie sich für mich alle ähneln und es nicht viel Neues zu erzählen gibt. Deshalb sage ich nur so viel: Es war ein netter, gut geschriebener Roman, dessen Spannung hauptsächlich durch den Wechsel zwischen den beiden Erzählperspektiven erzeugt wurde. Wenn ihr Thriller mögt, solltet ihr Stephen Hunter mal lesen.

Buchbeschreibung:

"Talk about a ride!

Wehe dem, der sich mit Bob Lee Swagger anlegt!

Sie haben die Tochter des falschen Mannes angegriffen.

Die Reporterin Nikki Swagger liegt im Koma und kämpft ums Überleben. Bei den Ermittlungen über einen kriminellen Klan, der den Süden der USA seit Jahrzehnten terrorisiert, wurde ihr Auto von der Straße in einen Abgrund gedrängt ...

Als ihr Vater Bob Lee Swagger, ein Ex-Marine und Scharfschütze, dort ansetzt, wo seine Tochter aufgehört hat, gerät er an eine Sippe von Baptisten. Sie planen eine Anschlag auf das verschlafene Bristol, Tennessee, in dem das einwöchige NASCAR-Rennen stattfindet.

Bestsellerautor Stephen Hunter ist ein Meister seines Fachs und NACHT DES DONNERS ein richtiger Vorzeige-Thriller. Garantierte Spannung bis zur letzten Seite!"

Samstag, 18. April 2026

Steinbeck, John "Die Reise mit Charley"

Steinbeck, John "Die Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika" (Englisch: Travels with Charley. In Search of America) - 1962

Ich habe die Bücher von John Steinbeck schon immer geliebt. Bis ich "Die Straße der Ölsardinen" (Cannery Row) las. Das hielt mich aber nicht davon ab, weitere Bücher von ihm zu lesen. Als unser 1961er-Club hochkam und ich ein Buch von ihm entdeckte, griff ich sofort zu. Leider hatte ich es gerade beendet, als ich herausfand, dass es erst 1962 erschienen war (obwohl es wahrscheinlich 1961 geschrieben wurde). Nun ja, ich konnte nicht in ein oder zwei Tagen ein weiteres Buch lesen, daher muss dies mein Beitrag zu dieser Herausforderung sein (ich werde aber später noch ein weiteres lesen und hier einen Link einfügen).

Ich bin aber sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn es hat mir John Steinbeck und meine Liebe zu seiner Literatur wieder in Erinnerung gerufen.

Obwohl ich kein großer Fan von Wohnmobilen oder Camping im Allgemeinen bin, habe ich es genossen, den Autoren und seinen Hund Charley durch die Vereinigten Staaten zu begleiten. Ich bezweifle, dass ich jemals dorthin reisen werde, aber irgendwie habe ich jetzt das Gefühl ich hätte das getan. Er selbst sagt gegen Ende: "… Ich hatte nicht die Absicht, irgendeine Art von Querschnitt darzustellen, und ich glaube auch nicht, dass ich das getan habe, sodass ein Leser sagen könnte: 'Er glaubt, er habe ein zutreffendes Bild gezeichnet…' Das glaube ich nicht. Ich habe nur wiedergegeben, was mir einige Leute erzählt und was ich gesehen habe. Ich weiß nicht, ob das typisch war oder ob man daraus irgendwelche Schlüsse ziehen kann." Ich denke, das ist das Beste, was man versuchen kann, und ich bin froh, dass wir ihn auf dieser Reise begleiten konnten.

Er erwähnt auch: "Ich mag Wetter lieber als Klima." Das ist ein großartiges Zitat, dem ich voll und ganz zustimme.

Ich habe das Buch sehr genossen.

Und falls ihr bessere Bücher über Reisen durch die USA kennt, lasst es mich bitte wissen.

Buchbeschreibung:

"Amerika - was für ein Land!

Von den großen Seen bis zu den Rocky Mountains, von den Metropolen der Ostküste bis zu den Wüsten Nevadas stößt man kulturell wie landschaftlich auf eine ungeahnte Vielfalt.

Im Jahre 1960 ist es, als der spätere Literaturnobelpreisträger John Steinbeck sich mit 58 Jahren noch einmal auf die Reise durch sein eigenes Land macht. Teil des Plans sind Pudel Charley und der 'Rosinante' getaufte Dreivierteltoner mit Bootskajüte auf der Ladefläche. Auf diesem Weg besucht Steinbeck 34 Bundesstaaten in elf Wochen und erlebt dabei so einiges..."

John Steinbeck erhielt den Nobelpreis für Literatur in 1962 "für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn".
 
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Freitag, 17. April 2026

de Brunhoff, Jean "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten"

de Brunhoff, Jean "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten" (Französisch: Histoire de Babar le petit éléphant) - The Story of Babar - 1934

Ich erinnere mich, wie mein kleiner Bruder Babar, den Elefanten, im Fernsehen sah. Und da er mittlerweile über 50 ist, ist das schon eine Ewigkeit her. Meine Söhne liebten Babar, Céleste und ihre Familie ebenfalls, sowohl im Fernsehen als auch in ihren Büchern.

Mir ist aufgefallen, dass ich nie über Babar geschrieben habe, obwohl Elefanten meine absoluten Lieblingstiere sind. Aber da wir jedes Jahr über "Paris in July" schreiben, war das die perfekte Gelegenheit, ihn denen vorzustellen, die noch nie von ihm gehört haben – auch wenn ich bezweifle, dass es viele sind.

Also, Babar ist ein Elefant. Seine Mutter wird im Dschungel getötet, und so kommt er in die Stadt. Jean de Brunhoffs Frau Cécile erzählte ihren Kindern diese Geschichten über einen Elefanten in der Stadt.

Wie bei so vielen anderen Büchern (besonders Kinderbüchern) hat sich das Cover im Laufe der Zeit stark verändert (siehe die Collage oben), aber die Zeichnungen sind immer gleich geblieben.

Leider starb der Autor mit nur 37 Jahren an Tuberkulose. Er konnte also nicht alle seine vielen Bücher über "seinen" Elefanten schreiben. Hier ist eine Liste:

Die Geschichte von Babar (Histoire de Babar) – 1934
Babars Reisen (Le Voyage de Babar) – 1934
Babar der König (Babar the King) – 1935
Babars ABC (L'ABC de Babar) – 1936
Zephirs Ferien und Babars Freund Zephir (Les vacances de Zéphir) – 1937
Babar und seine Kinder (Babar en famille) – 1938
Babar und der Weihnachtsmann (Babar et le père Noël) – 1940

Sein Sohn Laurent führte jedoch die Geschichten fort, er lernte, den Elefanten genauso zu zeichnen wie sein Vater, und so konnten Babar und seine Familie noch viele weitere Abenteuer erleben. Auf diese Weise lässt sich kaum noch erkennen, welche Geschichte vom Vater und welche vom Sohn stammt.

Babars Cousin: Dieser Schlingel Arthur (Babar et ce coquin d'Arthur) – 1946
Babars Picknick (Pique-nique chez Babar) – 1949
Babars Besuch auf der Vogelinsel (Babar dans l'île aux oiseaux) – 1952
Babar und der Zirkus (Babar au cirque)
Babars Jahrmarkt (La fête de Célesteville) – 1954
Babar und der Professor (Babar et le professeur Grifaton) – 1956
Babars Schloss (Le Château de Babar) – 1961
Babars Englischunterricht (Je parle anglais avec Babar) – 1963
Babar kommt nach Amerika (Babar en Amérique) – 1965
Babar in New York (Babar à New York) - 1966
Babars Deutschunterricht (Je parle allemand avec Babar) – 1966
Babars Spanischunterricht (Je parle espagnole avec Babar) – 1966
Babars Geburtstagsüberraschung (L'anniversaire de Babar) – 1972
Babar besucht einen Planeten (Babar sur la planète mole) – 1974
Babar und der Wully-Wully (Babar et le Wouly-Wouly) – 1977
Babars Geheimnis (Babar et les quatre voleurs) – 1979
Babar und der Geist (Babar et le fantôme) – 1981
Babar und sein kleines Mädchen (Babar et sa fille Isabelle) – 1988
Babars Schlacht (La victoire de Babar) – 1992
Babars Rettung (Babar et la cité perdue) – 1995
Babar und der Succotash-Vogel (Babar et l'oiseau magicien) – 2000
Babars Yoga für Elefanten (Babar: le yoga des éléphants) – 2002
Babars Kunstmuseum (Le musée de Babar) – 2003
Babars Welttournee (Le tour du monde de Babar) – 2005
Babars Celesteville-Spiele (Coup de foudre aux Jeux de Célesteville) – 2011
Babars Reiseführer für Paris (Babar à Paris) – 2017
Babar besucht einen Planeten (Babar sur la planète mole) – 1974
Babar und der Wully-Wully (Babar et le Wouly-Wouly) – 1977
Babars Geheimnis (Babar et les quatre voleurs) – 1979
Babar und der Geist (Babar et le fantôme) – 1981
Babar und sein kleines Mädchen (Babar et sa fille Isabelle) – 1988
Babars Schlacht (La victoire de Babar) – 1992
Babars Rettung (Babar et la cité perdue) – 1995
Babar und der Succotash-Vogel (Babar et l'oiseau magicien) – 2000
Babars Yoga für Elefanten (Babar: le yoga des éléphants) – 2002
Babars Kunstmuseum (Le musée de Babar) – 2003
Babars Welttournee (Le tour du monde de Babar) – 2005
Babars Celesteville-Spiele (Coup de foudre aux Jeux de Célesteville) – 2011
Babars Reiseführer für Paris (Babar à Paris) – 2017

Ich habe diese Titel ins Deutsche übersetzt, weiß aber nicht, ob sie alle auch so herausgegeben wurden. Falls jemand mehr weiß oder eine gute Seite mit allen Titeln findet, sagt mir bitte Bescheid. Ich werde die Liste gerne korrigieren.

Ich habe einige weitere englische Titel gefunden, denen ich keine französischen Originale zuordnen konnte. Ich gehe davon aus, dass es sie gibt, aber die Seiten sind nicht immer optimal, da es sich um verschiedene Übersetzungen handelt, und selbst Goodreads listet nicht alle auf.

Lauthals (A tue-tete) - 1957
Serafina die Giraffe – 1961
Serafinas Glücksfund – 1962
Kapitänin Serafina – 1963
Anatole und sein Esel – 1963
Babars Französischunterreicht – 1963
Babar lernt kochen – 1967
Babar verliert seine Krone – 1967
Babars Spiele – 1968
Babar geht Skifahren –
Babars Mondreise – 1969
Babars Rüssel – 1969
Gregory und die Schildkröte im Tal der Musikbäume – 1971
Babars anderer Rüssel – 1971
Babar besucht einen anderen Planeten – 1972
Lerne Babar und seine Familie kennen – 1973
Babars Bücherbus – 1974
Bonhomme und das riesige Biest – 1974
Babar rettet den Tag – 1976
Das eine Schwein mit Hörnern – 1979
Babar der Zauberer – 1980
Babars kleine Bibliothek – 1980
Babars Jubiläumsalbum – 1981
Babars ABC – 1983
Babars Farbenbuch – 1984
Babars Zählbuch – 1986
Weihnachten mit Babar und Baby Isabelle 1987
Babars Abenteuer, Kalender für 1988
Babars kleiner Zirkusstar, 1988
Babar in Hollywood, Kalender für 1990/89
Babars ereignisreiches Jahr, 1989
Babar in der Geschichte, Kalender für 1991/90
Isabelles neue Freundin, 1990
Babar geht zur Schule, 2003
Babar in den USA, 2008
Babar und seine Familie (Adaption von "Babar und seine Familie", 1973), 2012
B wie Babar: Ein ABC-Buch (Adaption von "Babars ABC", 1983), 2012
Babar und das neue Baby (Adaption von "Babars kleines Mädchen", 1987), 2013
Die Insel des Paradises (L'Île du Paradis), 2014

Viel Spaß! mit der Elefantenfamilie.

Buchbeschreibung:

"Als Babar noch ein kleiner Elefant ist, verliert er seine Mutter und kommt in die Stadt. Dort trifft er die alte Dame, die ihm alle seine Wünsche erfüllt, er lernt rechnen, autofahren und hat viele Freunde. Doch plötzlich bekommt er Heimweh - und dann kann ihn alles Glück nicht mehr in der Stadt halten..."

Donnerstag, 16. April 2026

Brizuela, Leopoldo "Nacht über Lissabon"

Brizuela, Leopoldo "Nacht über Lissabon" (Portugiesisch: Lisboa. Un melodrama) - Nacht über Lissabon - 2010 

Ich habe die deutsche Übersetzung gelesen. Eine interessante Geschichte über Flüchtlinge in Lissabon, dem letzten Ort in Europa, von dem sie hoffen, fliehen zu können. Die Geschichte ist so chaotisch wie die letzten Tage für die Menschen, die aus allen Gesellschaftsschichten kamen – aus den oberen und unteren Schichten. Eine Geschichte wie in "Casablanca".

Ich hoffe, dies wird bald in weitere Sprachen übersetzt.

Buchbeschreibung:

"Lissabon in einer Novembernacht 1942. Die Stadt ist der letzte Rückzugsort für die Verfolgten des Nazi-Regimes. Hier im Hafen, der Rettung verspricht, liegt die Boa Esperança, das Schiff, das in Richtung Freiheit ablegen wird. Die Stadt gleicht einem Pulverfaß. Es brodelt vor Unruhe und Angst, es wimmelt von Spionen und Diplomaten in geheimer Mission, von verzweifelten Flüchtlingen aus ganz Europa. In dieser angespannten Lage kreuzen sich die Schicksale ganz unterschiedlicher Menschen. Und je tiefer es in die Nacht geht, desto mehr verstricken sie sich in politischen und erotischen Verwicklungen. Als auf der Boa Esperança eine Bombe explodiert, überstürzen sich die Ereignisse … Ein packendes Bild eines dramatischen Augenblicks der Geschichte – begleitet vom Herzschlag des Tangos und des Fados."

Mittwoch, 15. April 2026

Potter, Beatrix "Die Geschichte von Peter Hase"

Potter, Beatrix "Die Geschichte von Peter Hase" (Englisch: The Tale of Peter Rabbit) - 1902

Ich liebe die Geschichten von Beatrix Potter. "Peter Hase" ist wohl die bekannteste, aber es gibt noch so viele andere Tiere, die wir durch diese talentierte Künstlerin kennenlernen.

Ihre Geschichten sind bezaubernd, ihre Bilder farbenfroh und wunderschön – die Illustrationen sind einfach hinreißend. Man merkt, dass sie Tiere studiert und die Natur geliebt hat. Man muss die Zeichnungen einfach lieben, genauso wie die niedlichen Namen, die sie ihren Geschöpfen gibt: Flopsy, Mopsy und Buschelschwanz (Cottontail) – einfach zuckersüß!

Die Geschichte selbst vermittelt die Botschaft, immer auf seine Eltern zu hören, eine Botschaft, die man in vielen Kinderbüchern findet, besonders aus jener Zeit.

Die Geschichten geben uns ein Gefühl von Geborgenheit und erinnern uns an gemütliche Winterabende vor dem Kamin, an denen wir auf Mamas oder Papas Schoß saßen und einer Geschichte lauschten. Obwohl ich das in meiner Kindheit sicher nicht erlebt habe, da Englisch nicht meine Muttersprache ist, habe ich Beatrix Potter erst später kennengelernt, mehr oder weniger durch meine eigenen Kinder. Aber ich erinnere mich immer noch an diese Momente, wenn ich in diese Bücher blättere. Wunderschön gestaltet.

Buchbeschreibung:

"Peter ist ein freches kleines Häschen. Nie macht er, was seine Mutter ihm sagt. Er läuft einfach in Mister McGregors Garten, obwohl es dort gefährlich ist. Als Mister McGregor ihn entdeckt, muss Peter Hase um sein Leben bangen. Wird er es schaffen, zu entkommen und zurückzukehren in den Hasenbau im Wald?

Ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch von Beatrix Potter mit Originalzeichnungen der Autorin, neu aufgelegt."

Bridwell, Norman "Samson, der große rote Hund"

Bridwell, Norman "Clifford, der große rote Hund" (auch "Samson") (Englisch: Clifford) (Serie) - 1963-2015

Mein jüngster Sohn liebte Clifford, den großen roten Hund. Clifford ist riesig, größer als ein Haus. Er ist der beste Freund von Emily Elizabeth, einem kleinen Mädchen, das uns seine Geschichten erzählt.

Es gibt ungefähr 80 Geschichten, 80 Mal können kleine Kinder über die besondere Freundschaft zwischen einem Hund und seinem kleinen Mädchen lesen und über die Abenteuer, die sie gemeinsam erleben.

Ich werde hier nicht alle Titel nennen, die kann man online finden, sondern nur ein paar, die wir gerne zusammen gelesen haben. (Ich weiß allerdings nicht, ob sie alle ins Deutsche übersetzt wurden, habe einfach die englischen Titel übersetzt.)

Die Reihe war so erfolgreich, dass der amerikanische Kinderbuchverlag ihn zu seinem Maskottchen machte. Schließlich hat er ihnen geholfen, zu dem großen Unternehmen zu werden, das er heute ist. Sie verkaufen ihre Ausgaben in Schulen zu einem recht günstigen Preis. Ich hatte das Glück, an der internationalen Schule, die meine Söhne besuchten, dabei helfen zu können.

Clifford, the Big Red - Dog Clifford, der große rote Hund
Clifford's ABC - Cliffords ABC
Clifford's Christmas - Cliffords Weihnachten
Clifford's Happy Days: A Pop-Up Book - Cliffords glückliche Tage: Ein Pop-up-Buch
Clifford's Word Book - Cliffords Wörterbuch
Clifford the Firehouse Dog - Clifford, der Feuerwehrhund
Clifford and the Big Storm - Clifford und der große Sturm
Clifford Makes a Friend - Clifford findet einen Freund
Clifford to the Rescue - Clifford eilt zur Hilfe

Ob eure Kinder einen Hund haben oder nicht (meine hatten keinen), sie werden diese Geschichten lieben.

Buchbeschreibung:

"Triff Emily Elizabeth und ihren Hund, Clifford. Clifford ist groß. Clifford ist rot. Aber vor allem weiß Clifford, wie man ein guter Freund ist. Der Bilderbuchklassiker nun erstmals auf Deutsch!"

Dienstag, 14. April 2026

Burgess, Anthony "Die Uhrwerk-Orange"

Burgess, Anthony "Die-Uhrwerk Orange" (Englisch: A Clockwork Orange) - 1962

Mein erster Gedanke zu diesem Buch: Ich hätte es gern auf Englisch gelesen. Alternativ hätte ich mir gewünscht, die Übersetzung von Nadsat (der vom Erzähler verwendeten Fantasiesprache) direkt im Buch zu finden, anstatt sie online suchen zu müssen.

Der Anfang des Buches war also alles andere als erfreulich. Ich fand es sehr schwierig, Alex' Gedankengängen zu folgen. Aber selbst als ich den Link online endlich gefunden hatte, fiel es mir schwer, seinen Gedankengängen zu folgen. Dies ist keine typische Dystopie, in der man die Welt aus der Perspektive der Unterdrückten sieht, sondern aus der Sicht der Unterdrücker – und auch diese Perspektive ist nicht schön. Vielleicht liegt es daran, dass der Protagonist erst fünfzehn ist; man wünscht sich nicht, dass ein Teenager solche negativen Gedanken hat und ein so gewalttätiges Leben führt. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich das Leben selbst für Alex und seine Freunde verändert.

Wie dem auch sei, obwohl mir einige Teile des Buches gefallen haben, glaube ich nicht, dass ich diesen Roman so schnell wieder zur Hand nehmen werde.

Buchbeschreibung: 

"Allabendlich trifft sich der 16-jährige Alex mit seinen 'Droogs' Pete, Georgie und Dim in der Korova-Milchbar. Die vierköpfige Gang wird von pathologischer Gewaltlust getrieben.

Der Roman beginnt mit der Schilderung eines Abends, an dem Alex mit seinen Kumpanen einen alten Mann auf der Straße niederschlägt, ein Geschäft überfällt, in ein Privathaus eindringt und die Hausherrin brutal vergewaltigt.

Alex kommt ins Gefängnis, wo es ihm gelingt, sich durch die Weitergabe von Häftlingsgeheimnissen bei dem Gefängnisgeistlichen anzubiedern. Als ein Zellengenosse von Alex nach einer Auseinandersetzung tot aufgefunden wird, erhält die Gefängnisleitung das Plazet des Innenministers, den Delinquenten einer noch unausgereiften Konditionierungs-Maßnahme für Straftäter zu unterziehen. Als erster Proband soll Alex innerhalb von 14 Tagen zum gesetzestreuen Bürger umerzogen werden. Tatsächlich bewirkt die barbarische Behandlung, dass Alex schon bei dem Gedanken an Gewalt Schmerz und Ekel zu empfinden beginnt.

Doch seiner Abkehr vom Bösen liegt keine freie moralische Entscheidung, sondern lediglich eine Programmierung zugrunde. Er wird zutiefst verstört aus dem Gefängnis entlassen. Nach der Abweisung durch seine Eltern sowie der Misshandlung durch ein früheres Opfer wird Alex im Wahlkampf als politischer Märtyrer missbraucht, bis er einen Selbstmordversuch unternimmt.

Um die Öffentlichkeit zu beruhigen, leitet die Regierung schließlich Maßnahmen zu seiner Rekonditionierung ein, und so findet sich der inzwischen 19-jährige Alex im letzten Kapitel in der Korova-Milchbar wieder, diesmal in der Gesellschaft seiner neuen 'Droogs'.

Am Ende jedoch verlässt er die Bar mit dem Wunsch, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Seine Abkehr von der Gewalt hat er nunmehr selbstständig vollzogen."

Montag, 13. April 2026

Krasznahorkai, László "Satanstango"

Krasznahorkai, László "Satanstango" (Ungarisch: Sátántangó) - Satantango - 1985

Wer mich kennt, weiß, dass ich Nobelpreisträger bewundere und versuche, mindestens ein Buch jedes neuen Preisträgers zu lesen (und noch ein paar mehr von einigen früheren).

Dieses Jahr war es ein ungarischer Autor, von dem ich noch nie gehört hatte. Aber das kommt häufig vor. Es war sein erster Roman, für den er viel Lob erhielt. Einige seiner Bücher (darunter auch dieses) wurden verfilmt.

Wie gesagt, er war mir völlig unbekannt, wie wahrscheinlich den meisten Westlern. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Die Geschichte handelt von einem fast verlassenen Dorf mitten im Nirgendwo. Die Menschen haben jede Hoffnung verloren, dass ihnen jemals wieder etwas Gutes widerfahren wird.

Wir lernen sie nach und nach kennen. Zuerst hat man den Eindruck, es seien Kurzgeschichten, die nichts miteinander zu tun haben. Doch allmählich fügen sich die Puzzleteile zusammen und wir verstehen das ganze Dilemma.

Die Geschichte liest sich fast wie eine Dystopie. Man muss sich aber vor Augen halten, dass dies für viele Menschen hinter dem Eisernen Vorhang die Realität war. Und dass es dort immer noch Menschen gibt, die wollen, dass sie dorthin zurückkehren. Sie sollten dieses Buch lesen und sehen, wohin das alles führt.

Buchbeschreibung:

"Ein nahezu verlassenes Dorf, nur wenige Menschen sind geblieben. Armut und Perspektivlosigkeit liegen schwer über den Einwohnern. Die Gemeinschaft ist zersetzt von Hass und Misstrauen. Irimias, ein früherer Dorfbewohner, kehrt zurück und verspricht Geld und Hoffnung. Das Dorf lässt sich auf ihn ein, nichtsahnend, dass er ein Polizeispitzel ist, der die Menschen durch die Androhung der Gefängnisstrafe erpresst. Krasznahorkai erzählt atmosphärisch dicht von verrotteten Charakteren in einem verfehlten Staat. Sein ›Satanstango‹ ist überwältigend.

Ein Fremder, ein verrottendes Dorf, ein übermächtiges System - László Krasznahorkai, ein Meister der Apokalypse."

László Krasznahorkai erhielt den Nobelpreis für Literatur 2025 "für sein fesselndes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischen Schreckens die Macht der Kunst bekräftigt."

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 11. April 2026

Twain, Mark "Bummel durch Europa"

Twain, Mark "Bummel durch Europa" (Englisch: A Tramp Abroad) - 1880

Ich habe schon oft erwähnt, wie sehr ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier) liebe, insbesondere seine Reisebücher. Mir wurde von einigen Leuten empfohlen, die Reiseberichte von Mark Twain über seine Europareisen zu lesen. Also tat ich das. Zuerst las ich "Die Arglosen im Ausland" (The Innocents Abroad) und fand es nicht nur unglaublich langweilig, sondern auch ziemlich rassistisch. Mir wurde dann gesagt, "Bummel durch Europa" sei viel besser. Okay, ich gab ihm noch eine Chance.

Vielleicht missfiel mir seine Einschätzung Europas, aber noch viel mehr, glaube ich, missfiel mir seine Darstellung des amerikanischen Touristen. Und wieder einmal konnte ich in seinen Büchern keinen Humor finden.

Ich fand dieses Buch nicht ganz so rassistisch wie sein erstes (was aber immer noch keine Entschuldigung für einige der Tiraden ist), aber er redete immer noch endlos und meistens über Belangloses. Langweilig, langweilig, langweilig. Ich nehme an, dies wird mein letztes Buch von Mark Twain sein, es sei denn, ich werde "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn" eines Tages mit meinen Enkelkindern noch einmal lesen, falls ich jemals welche haben sollte.

Buchbeschreibung:

"'Bummel durch Europa' (Original: 'A Tramp Abroad') ist ein halb-fiktiver, satirischer Reisebericht des amerikanischen Autors Mark Twain, der erstmals 1880 erschien.

Das Buch beschreibt eine Reise von zwei Freunden durch Deutschland, die Alpen und Italien im Jahr 1878. Der Ich-Erzähler ist Mark Twain selbst, der Reisebegleiter seinem Freund Joseph Twichell nachgebildet. Beide Reisenden hatten sich eigentlich vorgenommen, den größten Teil des Weges zu Fuß zurückzulegen, finden dann aber doch ständig andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Twain spielt auf dieser Reise den typischen amerikanischen Touristen jener Zeit, der angeblich alles sofort versteht, was er sieht, in Wahrheit aber häufig daneben liegt."

Twain, Mark "Die Arglosen im Ausland"

Twain, Mark "Die Arglosen im Ausland" (Englisch: The Innocents Abroad) - 1869

Dies war eines der langweiligsten Bücher, die ich seit Langem gelesen habe. Oft wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, ob ich es als Sarkasmus oder einfach nur als dumm, arrogant und ignorant abtun sollte. Ich weiß, Mark Twain war keines von beidem, aber sein Reisebericht wirkt wie eine Satire auf dumme, arrogante, ignorante und ungebildete Amerikaner, die nichts Besseres zu tun haben, als auf jeden Europäer herabzusehen, der nicht perfekt Englisch spricht oder nicht denselben Lebensstandard hat wie sie. Ich will nicht behaupten, dass es solche Leute nicht auch in anderen Ländern gibt, aber dieses Buch wurde von einem Amerikaner über Amerikaner im Ausland geschrieben.

Ich hatte einen guten Reisebericht über eine längst vergangene Zeit erwartet. Stattdessen las ich eine rassistische Hetzrede, einen verurteilenden Monolog, eine vernichtende Tirade.

Vielleicht war dieses Buch früher einmal sehr lustig, vielleicht gibt es Bücher, die den Test der Zeit nicht bestehen, die nach einer gewissen Zeit veraltet sind. Ich denke, dieses Buch gehört dazu.

Ich konnte über die meisten seiner Geschichten nicht lachen. Ich fand sie oft unhöflich und herablassend. Vielleicht dachten Amerikaner im 19. Jahrhundert eben so über die Welt. Hoffentlich ist das heute nicht mehr so.

Es ist die Geschichte von engstirnigen Menschen, die ins Ausland reisen, nur um alles mit ihrer Heimat zu vergleichen und natürlich festzustellen, dass zu Hause alles besser ist. Warum sollte man die Welt erkunden, wenn man doch nur an anderen Ländern etwas auszusetzen hat?

Nein, dieses Buch ist nicht lustig, nicht geistreich.

Warum habe ich es überhaupt zu Ende gelesen? Ich hatte nie die Hoffnung aufgegeben, dass es irgendwo etwas Interessantes geben würde, dass ihm im nächsten Land etwas gefallen würde. Leider wurde ich enttäuscht.

Wenn ihr ein lustiges Reisebuch lesen möchtet, empfehle ich Bill Bryson (deutsche Bücher hier). Er ist zwar auch Amerikaner, hat aber einen viel umfassenderen Blick auf die Welt, ein viel größeres Herz und echten Humor und Witz.

Buchbeschreibung:

"Im Sommer 1867 begleitete Mark Twain eine Gruppe von 77 amerikanischen Pilgern auf eine Vergnügungsreise mit dem Raddampfer 'Quaker City' ins Heilige Land. In 50 Reisebriefen berichtete er der Zeitung Daily Alta California von seinen Abenteuern in Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei und Palästina. Die kauzigen, komischen und ziemlich respektlosen Reportagen verarbeitete Twain zu seinem erfolgreichsten Buch 'Die Arglosen im Ausland', doch wurde darin fast alles gestrichen, was Anstoß hätte erregen können. Nun endlich liegt die Erstübersetzung der Urfassung aller Berichte vor, ungekürzt und unzensiert: Twain at his best. Denn keine Kuh war dem jungen Reporter zu heilig, um geschlachtet zu werden, ganz gleich, ob es sich dabei um den Nationalstolz seiner Reisegefährten oder die Kunstschätze und Pilgerstätten der Alten Welt handelte."

Freitag, 10. April 2026

Montgomery, L. M. "Anne auf Green Gables"


Montgomery, L. M. (Lucy Maud) "Anne auf Green Gables" (Englisch: Anne of Green Gables) - 1908

Könnt ihr glauben, dass ich Anne auf Green Gables noch nie gelesen hatte? Natürlich habe ich davon gehört. Aber als ich klein war, war das Buch in Deutschland nicht sehr bekannt, zumindest glaube ich das, und auch später bin ich nicht mehr darauf gestoßen. Ein paar kanadische Freunde haben mich oft gefragt, ob ich das Buch gelesen habe. Und ich musste immer "nein" sagen. Also dachte ich, es wäre an der Zeit, es zu lesen.

Ich glaube, ich muss nicht vielen Leuten von dem Buch erzählen. Ein Waisenmädchen wird von einem kinderlosen Paar aufgenommen und liebt sowohl ihre neuen Eltern als auch die Schule, die Nachbarn und alles, gerät aber trotzdem ständig in Schwierigkeiten. Der Roman ist sowohl humorvoll als auch ernst zugleich.

Ein gutes Buch für Kinder jeden Alters, aber ich bin sicher, dass es auch jedem Erwachsenen Spaß macht, es noch einmal zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall genossen, es als Erwachsene zum ersten Mal zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Wie sollen die Cuthberts nur mit der springlebendigen Anne zurechtkommen, die für allerhand Trubel und aufregung in ihrem bisher so beschaulichen Leben sorgt?

Die liebeswerte Geschichte einer 13jährigen Waisen, die von einem älteren Paar adoptiert wird und Kindheit und Jugend auf der Farm Green Gables verbringt."

Donnerstag, 9. April 2026

Gaarder, Jostein "Sophies Welt"

Gaarder, Jostein "Sophies Welt" (Norwegisch: Sofies verden) - Sophie's World - 1991

Dieses Buch möchte man nicht in ein paar Tagen lesen. Es enthält viele Informationen. Man könnte es als Philosophiekurs bezeichnen. Zugegeben, es ist für junge Leute geschrieben. Aber auch für uns Ältere ist einiges darin enthalten.

Sophie ist ein 14-jähriges Mädchen, das mysteriöse Briefe von einem ihr unbekannten Philosophen erhält. Er erzählt ihr von einem Philosophen nach dem anderen. Selbst wenn man das Buch nur deshalb liest, ist es eine beachtliche Leistung. Wir erfahren viel über viele Philosophen und ihre Philosophien, ihre Sprache und die Entwicklung unserer heutigen (westlichen) Weltsicht. Und Sophie heißt nicht zufällig Sophie, denn Philosophie bedeutet "Liebe zur Weisheit".

Die Geschichte um Sophie selbst ist ebenso philosophisch. Wer sind wir wirklich? Und was passiert mit den Figuren in den Büchern, die wir lesen? Jostein Gaarder hat vielleicht nicht die großartigste Geschichte aller Zeiten geschrieben, aber er hat uns auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.

Buchbeschreibung:

"Ein Roman über zwei ungleiche Mädchen und einen geheimnisvollen Briefeschreiber, ein Kriminal- und Abenteuerroman des Denkens, ein gescheites, geistreiches, witziges Buch, ein großes Lesevergnügen - und zu allem eine Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart."

Mittwoch, 8. April 2026

Godfrey, Jennie "Unser Buch der seltsamen Dinge"

Godfrey, Jennie "Unser Buch der seltsamen Dinge" (Englisch: The List of Suspicious Things) - 2024

Dieses Buch wurde von unserem örtlichen Lesekreis einstimmig für unsere Diskussion im März 2026 ausgewählt. Es ist eine interessante Geschichte über zwei Mädchen, die einen Serienmörder jagen. Ihre Hauptbemühungen bestehen darin, die Menschen in ihrem Umfeld zu "untersuchen", sprich: herumzuschnüffeln. Wie man sich denken kann, richten sie damit mehr Schaden als Nutzen an.

Ich hätte dieses Buch im Buchladen wahrscheinlich nie entdeckt; es wirkte eher wie kitschige "Frauenliteratur". Und dass es ein Sunday-Times-Bestseller ist, spricht auch nicht gerade dafür. Aber das Mitglied, das es vorgeschlagen hat, hatte es gelesen und fand es gut. Und ich weiß, dass sie einen guten Geschmack hat.

Neben der Geschichte des "Yorkshire Rippers" behandelt das Buch viele verschiedene Themen: Erwachsenwerden, erste Liebe, psychische Erkrankungen, Rassismus – fast alles, was einem dazu einfällt.

Obwohl mir das Buch insgesamt gut gefallen hat, war ich vom Ende nicht so begeistert. Vielleicht wollte die Autorin etwas Abwechslung, aber es hätte anders sein können. Es hätte anders sein sollen.

Wir hatten ein wundervolles Gespräch über dieses Buch. Es wurden ja so viele Schicksale angesprochen.

Wir fanden außerdem heraus, dass "das Titelbild einen Raben zeigt, der die Themen Neugier, Intelligenz und die bedrohliche Atmosphäre symbolisiert, und die Milchflasche das britische Schulleben jener Zeit repräsentiert. Der Vogel steht für das dunkle, gefährliche Eindringen der Außenwelt und spiegelt die Angst wider, die in Yorkshire zur Zeit der Morde herrschte." (KI)

Buchbeschreibung:

"Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Als Mivs Vater mit der Familie wegziehen möchte, bricht für sie eine Welt zusammen. Eine brutale Mordserie hält Yorkshire in Atem, doch ihr Zuhause und Sharon hinter sich zu lassen, kann Miv sich trotzdem nicht vorstellen. Egal, wie seltsam es dort auch geworden ist, seitdem ihre Mutter aufgehört hat zu sprechen und Tante Jean sich nun um alles kümmert. Was wäre, wenn der Mörder gefasst würde? Könnte Miv dann bleiben? Also beginnen die beiden Mädchen, auf eigene Faust die Menschen in ihrer Nachbarschaft zu beobachten – und setzen dabei Dinge in Gang, die alles verändern werden.

Einfühlsam und klug erzählt Jennie Godfrey von Familie, Freundschaft und Zusammenhalt und eröffnet ein weites Gesellschaftspanorama, voll ergreifender Schicksale und liebenswerter Figuren."

Dienstag, 7. April 2026

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Green, John "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Englisch: The Fault in Our Stars) - 2012

Normalerweise stehe ich nicht auf rührselige Chick-Lit-Geschichten. Und obwohl dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde, hatte es einen sehr Chick-Lit-artigen Touch – die Farbe des Titelbildes, die Beschreibung. Und wie wir wissen, das Cover lügt nie.

Auch in diesem Fall nicht. Ich habe jedoch so viele Zitate von John Green gelesen, dass ich ihn sehr bewundere, deshalb wollte ich seinem Buch eine Chance geben. Und ich bin froh, dass ich es getan habe. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine schöne Geschichte über ein Mädchen, das an Krebs erkrankt. Natürlich erwarten wir alle, dass sie am Ende stirbt, aber wie in vielen dieser Geschichten gibt es am Ende eine Wendung, und wir wissen nicht wirklich, was auf lange Sicht mit ihr passiert.

In diesem Buch geht es nicht in erster Linie um Krebs. Oder um Liebe. Oder um Teenager. Es ist eine gute Mischung aus all dem. Man muss jedoch bedenken, dass dies eine Geschichte für junge Erwachsene ist und nicht in erster Linie für Erwachsene geschrieben wurde. Wenn man das beachtet, wird man den Roman genießen.

Buchbeschreibung:

"'Krebsbücher sind doof', sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod."

Samstag, 4. April 2026

Heller, Joseph "Catch 22"

Heller, Joseph "Catch 22" auch "Der IKS-Haken" (Englisch: Catch-22) - 1961

"Streng genommen ist ein Catch-22 eine problematische Situation, für die ein Umstand oder eine Regel die einzige Lösung verbietet."

In diesem Fall geht es darum, dass man verrückt sein muss, um aus der Armee entlassen zu werden. Wer jedoch die Anerkennung als verrückt beantragt, kann nicht verrückt sein. "Denn wer sich aus dem Kampfeinsatz zurückziehen will, kann nicht verrückt sein." Man kann also nicht entlassen werden.

Das ganze Buch ist in diesem satirischen Stil. Wenn man schwarzen Humor liebt (was ich tue), ist dies ein großartiges Buch. Ich hätte nie gedacht, dass ich über ein Kriegsbuch lachen könnte. Aber ich habe es getan. Und zwar sehr. Der Roman veranschaulicht den Wahnsinn des Krieges, wahrscheinlich sogar mehr als jedes ernsthafte Buch es je tun würde. Obwohl es viel zu lachen gibt, lacht man trotz der Situation, nicht wegen ihr.

Der Protagonist der Geschichte ist ein Bombenschütze der US-Armee im Zweiten Weltkrieg in Norditalien, der kurz davor steht, auf Heimaturlaub zu gehen, weil er x-mal Missionen geflogen ist. Doch dann wird die Zahl erhöht, und er kann noch nicht nach Hause.

Die Geschichte enthält viele tragische Szenen und Charaktere. Nicht nur Soldaten kommen vor, sondern auch normale Menschen, die viel Leid ertragen müssen.

Das Buch wurde nicht während des Krieges geschrieben, sondern fünfzehn Jahre später. Man merkt, dass der Autor eine Antikriegsgeschichte schreiben wollte. Er war seiner Zeit vielleicht etwas voraus, aber sind das nicht immer die Leute, die es am besten ausdrücken?

Die Geschichte des Titels ist fast so lustig wie das Buch selbst: Die Zahl musste mehrmals geändert werden, weil andere Bücher dieselbe Zahl im Titel hatten.

Absurd, satirisch, surrealistisch – nennt es, wie ihr wollt, aber genießt es.

Buchbeschreibung:

"Catch 22, also Falle 22 oder Trick 22 - das ist die ebenso irrsinnige wie ausweglose Dienstanweisung für das amerikanische Bombengeschwader, der zufolge Bomberpilot Yossarian nur dann von weiteren Einsätzen verschont bleibt, wenn er als verrückt anerkannt wird. Verrückt aber kann niemand sein, der sich weigern will, immer weitere großenteils sinnlose Einsätze zu fliegen. Also muß Yossarian ebenso wie seine Kameraden weiterfliegen, obwohl er sich die größte Mühe gibt, als verrückt zu erscheinen. Durch scheinbar absurdes Verhalten der militärischen Maschinerie ihre eigene Absurdität zu demonstrieren. Aber die Kriegsmaschinerie, gespeist aus persönlichem Ehrgeiz, Dummheit, Brutalität und Duckmäuserei, erkennt ihren eigenen Irrsinn nicht in dem Spiegel, den Yossarian - im Grunde der einzig Normale unter lauter Verrückten - vorhält."

Im Anhang erwähnte Bücher:
Andrzejewski, Jerzy "Die Pforten des Paradieses," (Bramy raju)
Bellow, Saul "Mr. Sammlers Planet" (Mr. Sammler's Planet)
Burgess, Anthony "Uhrwerk Orange" (A Clockwork Orange)  
Camus, Albert "Der Mythos des Sisyphos" (Le Mythe de Sisyphe)
Céline, Louis-Ferdinand "Reise ans Ende der Nacht" (Voyage au bout de la nuit)
Donleavy, J.P. "Ginger Man" (The Ginger Man)
Dos Passos, John "Drei Soldaten" (Three Soldiers)
Forman, Dennis "A Night at the Opera"
Hašek, Jaroslav "Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk" (Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války)
Heller, Joseph "Was geschah mit Slocum" (Something Happened)
Heller, Joseph "Gut wie Gold" (Good as Gold)
Hersey, John "Eine Glocke für Adano" (A Bell for Adamo)
Horne Burns, John "Die Galerie" (The Gallery)
Jones, James "Verdammt in alle Ewigkeit" (From Here to Eternity)
Jones, James "Der tanzende Elefant" oder "Insel der Verdammten" (The Thin Red Line)
Kazin, Alfred "Der amerikanische Roman: Eine Interpretation moderner amerikanischer Prosaliteratur" (On Native Grounds)
Kazin, Alfred "Bright Book of Life"
Kerouac, Jack "Unterwegs" (On the Road)
Kesey, Ken "Einer flog über das Kuckucksnest " (One Flew Over the Cuckoo's Nest)
Lewis Wallant, Edward "Der Pfandleiher" (The Pawnbroker)
Lowry, Malcolm "Unter dem Vulkan" (Under the Volcano)
Mailer, Norman "Die Nackten und die Toten" (The Naked and the Dead)
Mandel, George "The Wax Boom"
Nabokov, Vladimir "Gelächter im Dunkel" (Laughter in the Dark)
Pynchon, Thomas "Die Enden der Parabel" (Gravity's Rainbow)
Remarque, Erich Maria "All Quiet on the Western Front" (Im Westen nichts Neues)
Richler, Mordecai "Der Traum des Jakob Hersch" (St. Urbain's Horseman)
Shaw, Irwin "Die jungen Löwen" (The Young Lions)
Southern, Terry "The Magic Christian"
Uris, Leon "Mila 18" (Mila 18)
Vonnegut, Kurt "Katzenwiege" (Cat's Cradle)
Vonnegut, Kurt "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" (Slaughterhouse-Five)
Waugh, Evelyn "Ohne Furcht und Tadel" (Sword of Honour)
Wouk, Herman "Die Caine war ihr Schicksal" (The Caine Mutiny)

Freitag, 3. April 2026

Sienkiewicz, Henryk "Quo Vadis?"

Sienkiewicz, Henryk "Quo Vadis?" (Polnisch: Quo Vadis. Powieść z czasów Nerona) - Quo Vadis: A Narrative of the Time of Nero - 1895 

"Wohin gehst du?", eine Frage aus dem Neuen Testament (Johannes 13,36), die in der lateinischen Übersetzung als Buchtitel verwendet wird, ist sehr ermutigend. Sie vermittelt ein Gefühl von Geheimnis.

Dieses Buch stand schon fast mein ganzes Leben lang auf meiner Wunschliste. Warum habe ich es nie zuvor in Angriff genommen? Nun, vielleicht dachte ich, es wäre eher eine Herausforderung. Tatsächlich ist es überraschend leicht zu lesen, mit einer erstaunlichen Geschichte und viel historischem Hintergrund. Ich habe andere Bücher über die frühen Christen in Rom gelesen und war schon immer von ihnen fasziniert. Warum gibt jemand sein Leben und das seiner Lieben für eine neue Religion auf? Was steckt hinter diesen Märtyrern, was sind ihre Motive, ihre Wünsche?

Dieses Buch gibt viele Antworten auf diese Fragen. Es ist ein Buch über Geschichte und gleichzeitig ein Buch über Religion und Philosophie, über Sklaverei, Macht und Armut. Wir erfahren, wie das antike Rom regiert wurde, wie die Reichen und wie die Armen lebten. Wir erleben Liebe und Krieg, Vertrauen und Verrat, Gebete und Kämpfe - die ganze Welt scheint sich auf diesen Seiten zu versammeln.

Zugegeben, es ist ein dickes Buch (über 700 Seiten), aber es lohnt sich. Wir begegnen sogar dem Heiligen Petrus und dem Heiligen Paulus; ersterer wird immer als erster Papst genannt. Wir sehen, wie seine Anhänger ihn sehen, ihn lieben und durch ihn Kraft finden. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum dieses Buch "Quo Vadis?" heißt?

Lygia ist eine junge griechische Sklavin, und der römische Patrizier Marcus verliebt sich in sie. Anfangs weiß er nicht, dass sie Christin ist, aber er versucht alle möglichen Tricks, um sie zu erobern. Daran hat sich nicht viel geändert, aber er hat andere Taktiken auf Lager. Er zieht seinen Onkel Gaius Petronius (eine der vielen realen historischen Figuren in diesem Roman) zu Hilfe.

Die Handlung ist nicht der atemberaubendste Teil des Romans, obwohl sie ziemlich gut ist. Aber der Schreibstil ist ebenso kraftvoll, die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, ebenso wie die Szenen. Die sehr realistische Beschreibung jedes noch so kleinen Details lässt einen glauben, man wäre mitten im Buch, mittendrin im Geschehen.

Es überrascht mich nicht, dass der Autor den Nobelpreis erhalten hat, er war ein fantastischer Schriftsteller. Ich werde versuchen, mehr von seinen Büchern zu lesen, dieses hier war großartig.

Buchbeschreibung:

"Der römische Patrizier Vinicius liebt die Königstochter Lygia, die dem neuen christlichen Glauben anhängt. Ungeschickt umwirbt er sie, und sie gelangt an Neros Hof gerade in dem Moment, als der dekadente Kaiser Rom anzünden lässt. Die Tat lastet er den Christen an. Lygia und ihrem Diener, dem bärenstarken Ursus, droht der Tod bei blutigen Zirkusspielen. Doch Vinicius, mittlerweile ebenfalls Christ, setzt alles daran, seine Geliebte zu retten. - Gründlich im Detail und mit sprachlicher Wucht hat Sienkiewicz in 'Quo vadis?' eine Liebe im antiken Rom geschildert. Für seinen Roman erhielt er 1905 den Nobelpreis für Literatur."

Henryk Sienkiewicz erhielt 1905 den Nobelpreis für Literatur "auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller."

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Donnerstag, 2. April 2026

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen"

NDiaye, Marie "Drei starke Frauen" (Französisch: Trois femmes puissantes) - Three strong women - 2009

Wie ich bereits in meiner Rezension zu dem Buch "Rosie Carpe" (Rosie Carpe) der Autorin erwähnte, lese ich ab und zu gerne französische Bücher, um mein Französisch anzuwenden und zu verbessern. Leider gefallen sie mir selten, weil sie meistens so seltsam sind. Auch dieses Buch war keine Ausnahme.

Mir gefiel die Beschreibung des Romans – oder besser gesagt, dessen, was ich für einen Roman über drei Frauen hielt, die sich kannten. Beim Lesen musste ich jedoch feststellen, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Geschichten handelt, die nichts miteinander zu tun haben (außer dass eine von ihnen eine entfernte Verwandte der anderen ist, aber die Geschichten sich nicht überschneiden). Da ich kein großer Fan von Kurzgeschichten bin, war ich ziemlich enttäuscht, als die erste Geschichte mitten im Buch und auch in der Handlung abrupt endete. Keine der Geschichten hat wirklich ein Ende, nun ja, die letzte vielleicht ein bisschen. Keine der Figuren war mir sympathisch; sie alle hatten seltsame Eigenarten, mit denen ich nichts anfangen konnte.

Die Geschichten waren unangenehm und endeten abrupt. Die Figuren schienen nicht einmal den Wunsch zu haben, ihr Leben zum Besseren zu verändern. Das ist immer das Schlimmste an solchen Geschichten.

Nein, nicht mein Fall. Ich muss mir merken, nicht noch einmal in diese Falle zu tappen und ein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Die vierzigjährige Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Das schwierige Treffen mit dem Vater führt die Frau an den Rand des Wahnsinns. Fanta hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren - doch ihm entgeht Entscheidendes. Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös und begehrenswert, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern sich bemüht - doch sie endet, tot, an Grenzen. Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu handeln, wie es die Umgebung verlangt: drei Frauen, die selbst in extremster Situation ihre Würde verteidigen."

NDiaye, Marie "Rosie Carpe"

NDiaye, Marie "Rosie Carpe" (Französisch: Rosie Carpe) - Rosie Carpe - 2001

Ich lese gerne ab und zu ein französisches Buch, um mein Französisch anzuwenden und zu verbessern. Leider machen sie mir selten Spaß, weil sie immer so seltsam sind. Bei diesem hier ist es nicht anders.

Die Geschichte fängt recht einfach an, aber dann werden so viele Nebengeschichten ohne Sinn und Verstand eingestreut. Die Geschichte ist sehr traurig, wird aber gegen Ende richtig merkwürdig. Und es ist nicht nur die verstörende Geschichte, die mich genervt hat, es gab im ganzen Roman keine einzige liebenswerte oder auch nur sympathische Figur. Nein, nicht wirklich mein Fall.

Buchbeschreibung:

"Eine junge Frau steht in der überfüllten Ankunftshalle des Flughafens von Pointe-à-Pitre, an ihrer Hand ein ängstlicher Junge. Die Frau wartet. Sie hat ein Leben hinter sich gelassen, fern in Frankreich, und wartet darauf, daß ein neues beginnt, jetzt und hier, im Tropenparadies Guadeloupe. 'Und Lazare?' fragt das Kind. 'Wo ist Lazare, Mama?' Eine Reisegruppe nach der anderen wird mit Blumen in Empfang genommen. Aber Lazare kommt nicht."

Mittwoch, 1. April 2026

Thackeray, William Makepeace "Jahrmarkt der Eitelkeit"

Thackeray, William Makepeace "Jahrmarkt der Eitelkeit" (Englisch: Vanity Fair, or, A Novel without a Hero) - 1848

Okay, William Makepeace Thackeray ist nicht Jane Austen. Aber das hatte ich auch nicht erwartet. Er ist auch kein Charles Dickens. Dennoch ist er ein wertvoller britischer Klassiker, jemand, der sich einen Namen gemacht hat und zu Recht zu den großen Autoren gehört. Wenn ich ihn mit klassischen Schriftstellern vergleichen müsste, würde ich sagen, Oscar Wilde kommt ihm ziemlich nahe.

Selten habe ich eine solche Satire auf das aristokratische England und seine Umgebung gesehen. Der Autor versucht, die alte Frage zu beantworten, wie wichtig Rang und Geld wirklich sind. Die Protagonistin dieses Romans, Miss Rebecca Sharp, genannt Becky, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in nicht gerade günstigen Verhältnissen geboren. Der Autor beschreibt, wie sie versucht, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, ihre Erfolge und ihre Niederlagen. Doch es gibt nicht nur Rebecca Sharp, selbst sie hätte nicht tausend Seiten eines Buches füllen können. Da ist ihre Freundin Amelia Sedley, die ebenfalls ihren Anteil an den Problemen einer jungen Dame dieser Zeit hat. Und dann sind da noch die unzähligen Männer, die unsere beiden – nennen wir sie Heldinnen – umgeben. W.M. Thackeray nannte seinen Roman "Jahrmarkt der Eitelkeit, oder, Ein Roman ohne Held" (Vanity fair, or, A Novel without a Hero), was nicht heißt, dass er keine Heldin haben kann. Für mich sind es zwei. Damals war eine Frau ohne Mann nichts. Und unsere beiden Mädchen haben mit oder ohne die Hilfe ihrer Mitmenschen eine Menge zu bewältigen.

Eine interessante Geschichte, teils humorvoll, teils traurig, aber insgesamt gut geschrieben.

Zitat:
"Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden?"

Buchbeschreibung: 
 
"Das Leben der oberen Zehntausend war seit jeher faszinierend, amüsant und ein Pandämonium des Allzumenschlichen. In Thackerays großem Gesellschaftsroman von 1847/48 ist jedes Mitglied der Upper Class der "vanity" verfallen, ob nun aus Bosheit, Dummheit oder Ehrgeiz. Die Schärfe der Kritik wird jedoch gebrochen durch Ironie, Satire und Situationskomik und die Lektüre dieses Klassikers so zum reinen Vergnügen - nicht zuletzt wegen der Figur der Becky Sharp, einer der wunderbarsten Frauengestalten der englischen Literatur."