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Freitag, 21. August 2026

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten"

Lagerlöf, Selma "Sancta Lucia. Weihnachtliche Geschichten" (Schwedisch: Kristuslegender) [Christmas Stories] - 1893-1917

Ich hatte noch nie eine Geschichte von Selma Lagerlöf gelesen – der ersten Frau überhaupt, die den Nobelpreis für Literatur erhielt. Und da sie auch einige Weihnachtsgeschichten verfasst hat, fand ich, es sei höchste Zeit dafür.

Natürlich kannte ich die Zeichentrickserie "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen", die auf ihrem Buch basiert; doch abgesehen davon wusste ich nicht viel über Selma Lagerlöf. Nun, das hat sich geändert, und ich werde sicherlich noch einen ihrer Romane lesen – vielleicht "Gösta Berling".

Dies sind die Geschichten, die in genau dieser Ausgabe enthalten sind:

Die Heilige Nacht (Schwedisch: Den heliga natten, 1904) - The Holy Night
Die Legende vom Luciatag (Schwedisch: Luciadagens legend, 1917) - The Lucia Day Legend
Die Legende von der Christrose (Schwedisch: Legenden om julrosorna, 1908) The Legend of the Christmas Rose 
Gottesfriede (Schwedisch: Gudsfreden, 1898) - God's Peace
Ein Weihnachtsgast (Schwedisch: En julgäst, 1893) - A Christmas Guest 
Einige davon kann man sogar kostenlos herunterladen!

Jedenfalls waren die Geschichten schön zu lesen – besonders zur Weihnachtszeit. Sie verraten uns viel über das Leben in Schweden vor etwa einem Jahrhundert, und ein Blick darauf lohnt sich immer. Manche der Geschichten erinnern eher an Märchen, während andere vom einfachen Volk und dessen Alltag erzählen.

Buchbeschreibung:

"'Am 13. Dezember, in früher Morgenstunde, wenn Kälte und Dunkelheit auf Värmland lastet, kam noch in meiner Kindheit die heilige Lucia von Syrakus in alle Häuser. Sie ist das Licht, das die Dunkelheit besiegt, sie ist die Legende, die das Vergessen überwindet, sie ist die Herzenswärme …'

Fünf der schönsten Geschichten und Legenden, die Selma Lagerlöf rund um das Weihnachtsfest erzählt hat (und die sich auch gut zum Vorlesen eignen!) sind in diesem Band vereint, allesamt neu übersetzt:
Die heilige Nacht, Die Legende vom Luciatag, Die Legende von der Christrose, Gottesfriede, Ein Weihnachtsgast. In ihnen zeigt sich die Vielseitigkeit der großen Erzählerin, die schlichten, ernsthaften Anspruch, der Religion wie dem Sozialen gegenüber, mit reicher Fabulierlust verbindet."

Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf erhielt den Nobel Prize fürLiterature 1909 "auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Perry, Anne "Der Weihnachtsverdacht"

Perry, Anne "Der Weihnachtsverdacht" (Englisch: A Christmas Odyssey) - 2010

Ich habe keine Ahnung, warum ich dieses Buch in die Hand genommen habe. Wahrscheinlich dachte ich, es wäre eine nette Weihnachtsgeschichte. Tja, da lag ich aber sowas von falsch. Eher ein viktorianischer Krimi. Nicht uninteressant, aber auch nicht mein Genre. Überhaupt nicht. Und schon gar nicht, wenn man sich eine schöne Weihnachtslektüre erhofft, sowas lese ich so gut wie nie, ich mag es lieber anspruchsvoll. Dieses Buch war weder schön noch anspruchsvoll. Wahrscheinlich eher was "für den Strand", wie manche es nennen würden.

Das war mein erstes und wahrscheinlich auch letztes Buch von Anne Perry. Ich glaube, sie versucht, Dickens zu kopieren. Nicht mein Fall. Ich bevorzuge das Original.

Buchbeschreibung:

"Lucien ist in der Dunkelheit der Londoner Unterwelt verschwunden und seit Monaten nicht mehr gesehen worden. Man munkelt, dass er seiner verruchten Geliebten, der schönen Sadie, ins Verderben gefolgt sei. Auf Bitten seines Vaters macht sich der Arzt Henry Rathbone auf, den verlorenen Sohn zurückzuholen. Doch als Henry in die Londoner Abgründe eindringt, findet er sich schon bald inmitten einer gefährlichen Verschwörung wieder."

Samstag, 3. Januar 2026

Robinson, Barbara "Hilfe, die Herdmanns kommen"

Robinson, Barbara "Hilfe, die Herdmanns kommen" (Englisch: The Best Christmas Pageant Ever) (oder "The Worst Kids in the World") - 1972

Ich habe dieses Buch kennengelernt, als mein Sohn in einem Schultheaterstück Charlie Bradley spielte. Da wir eine große Bücherfamilie sind, kauften wir uns das Buch zum Lesen. Es war genauso fantastisch. Ich finde, jedes Kind sollte diese Geschichte lesen.

In diesem Stück erfährt man, worum es an Weihnachten geht und was es wirklich bedeutet. Nicht darum, wer den höchsten Weihnachtsbaum und die meisten Geschenke hat, wer die besten Noten und das größte Haus hat. Sondern darum, dass vor über 2.000 Jahren ein kleines Kind geboren wurde und die Leute immer noch darüber reden.

Die Geschichte ist ungewöhnlich, ja unkonventionell und gleichzeitig urkomisch. Eine schöne Handlung mit Happy End. Eine schöne Weihnachtsgeschichte.

Buchbeschreibung:

"Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halb wilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten..."

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Elwell Hunt, Angela "Der Traum der drei Bäume"

Elwell Hunt, Angela "Der Traum der drei Bäume. Nach einer alten Erzählung" (Englisch: The Tale of Three Trees) - 1989

Ich habe dieses Kinderbuch vor langer Zeit gekauft. Es war bei einer Elternveranstaltung, und damals war es nicht einfach, englischsprachige Bücher zu kaufen, geschweige denn Kinderbücher. Also ergriff ich die Gelegenheit, ohne überhaupt zu wissen, worum es ging. Ich wusste nur, dass eine der anderen Mütter es empfohlen hatte.

Ich bin froh, dass ich auf sie gehört habe. Dies ist eines der besten Kinderbücher über Religion, die ich je gelesen habe. Die Geschichte von drei Bäumen, die etwas Großes werden wollen: Sie wollen Schätze bergen, die sieben Weltmeere besegeln oder die größten Bäume aller Zeiten werden. Keiner ihrer Träume wird so wahr, wie sie es sich vorstellen, aber sie entdecken, dass sie für etwas viel Größeres bestimmt sind.

Ich habe dieses Buch nicht nur meinen eigenen Kindern vorgelesen, sondern es auch jedes Jahr zu Weihnachten und Ostern in meiner Religionsgruppe in der Kirche verwendet. Es bringt Kindern etwas über Religion bei, zeigt ihnen aber auch, dass unsere Träume manchmal wahr werden, nur auf andere Weise. Wenn ihr euch für das Christentum interessiert und ein gutes Kinderbuch sucht, ist dieses das Richtige für euch.

Buchbechreibung:

"Es waren einmal drei Bäume. Sie wuchsen oben auf einem Hügel. Jeder von ihnen hatte einen ganz besonderen Wunsch, was einmal aus ihm werden sollte, wenn er groß war. Der erste Baum wollte gern zu einer wunderschönen Schatztruhe werden. Der zweite Baum träumte davon, später als stolzes Schiff über die Ozeane zu fahren, und der dritte Baum hatte einen noch ausgefalleneren Wunsch. Viele Jahre vergingen. Die Bäume wuchsen heran und wurden schließlich gefällt. Aber keiner ihrer Träume schien in Erfüllung zu gehen - bis etwas sehr Überraschendes geschah ... Liebevoll hat Angela E. Hunt diese alte Legende nacherzählt, in der es um viel mehr als nur erfüllte Wünsche geht."

Mittwoch, 26. November 2025

Grisham, John "Das Fest"

Grisham, John "Das Fest" (Englisch: Skipping Christmas: A Novel) - 2001

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin kein Thriller-Leser, daher steht John Grisham nicht ganz oben auf meiner Liste der Autoren, die ich vor dem Ende meines Lebens lesen möchte. Dieser Roman wurde mir jedoch von einer Freundin empfohlen, die meinte, ich müsse ihn unbedingt lesen, weil er "nicht wie die üblichen Grisham-Bücher" sei.

Stimmt, nun ja, ich nehme an, es stimmt. Es ist kein Thriller. Es ist eine Komödie, und zwar eine ziemlich komische. Ein Paar beschließt, Weihnachten dieses Jahr nicht zu feiern. Ihre Tochter ist weg, sie wollen das Geld stattdessen für eine Kreuzfahrt ausgeben. Aber – sie haben ihre Nachbarn, die Weihnachtskomitees, die Kirche, die Pfadfinder und alle anderen, die Weihnachten zu dieser besonderen Zeit des Jahres machen wollen, in der man sein ganzes Geld für andere hergibt, nicht mit einberechnet … Wenn ihr den Hype um Weihnachten nicht für übertrieben haltet, werdet ihr nach der Lektüre dieses Buches sicher eine Ahnung davon haben.

Der Film hingegen ist schrecklich, selbst die wunderbare Jamie Lee Curtis konnte ihn nicht retten.

Buchbeschreibung:

"Das amerikanische Ehepaar Luther und Nora muss einen regelrechten Spießrutenlauf überstehen, als es beschließt, mit den gesellschaftlichen Konventionen ihres kleinen Dorfes zu brechen und Weihnachten auf eine besondere Weise zu begehen. Bis zum Morgen des 24. Dezember halten sie durch...."

Freitag, 29. August 2025

Ingalls Wilder, Laura "Unsere kleine Farm"

Ingalls Wilder, Laura "Unsere kleine Farm" (Englisch: Little House Books) 1932-1971
Laura im großen Wald - Little House in the Big Woods (1932)
Farmer Boy - Farmer Boy (1933)
Laura in der Prärie - Little House on the Prairie (1935)
Laura und ihre Freunde - On the Banks of Plum Creek (1937)
Laura am Silbersee - By the Shores of Silver Lake (1939)
Laura und der lange Winter - The Long Winter (1940)
Laura in der kleinen Stadt - Little Town on the Prairie (1941)
Lauras glückliche Jahre - These Happy Golden Years (1943)
Almanzo und Laura - The First Four Years (1971)

"Laura Ingalls' Geschichte beginnt 1871 in einer kleinen Blockhütte am Rande der Big Woods in Wisconsin. Die vierjährige Laura lebt mit ihrem Vater, ihrer Mutter, ihren Schwestern Mary und Carrie und ihrem treuen Hund Jack in dem kleinen Haus.
Das Pionierleben ist manchmal hart, da die Familie in Vorbereitung auf den kalten Winter alle Lebensmittel selbst anbauen oder fangen muss. Aber es ist auch aufregend, wenn Laura und ihre Eltern Weihnachten mit selbstgemachtem Spielzeug und Leckereien feiern, die Frühlingsbepflanzung erledigen, die Ernte einbringen und ihren ersten Ausflug in die Stadt machen. Und jeden Abend sind sie sicher und warm in ihrem kleinen Haus, und der fröhliche Klang von Papas Geige wiegt Laura und ihre Schwestern in den Schlaf.
Und so beginnt Laura Ingalls Wilders beliebte Geschichte eines Pioniermädchens und ihrer Familie. Die neun
Little House-Bücher wurden von Generationen von Lesern geschätzt, da sie sowohl einen einzigartigen Einblick in Amerikas Pioniervergangenheit als auch eine herzerwärmende, unvergessliche Geschichte bieten."

Was kann ich über die "Little House"-Geschichten noch sagen, was nicht schon gesagt wurde? Was für eine wunderbare Geschichte (nicht nur) für Kinder über das Aufwachsen in den Pionierjahren. Laura und ihre Schwestern zogen durch Nordamerika von einem unbesiedelten Stück Land zum nächsten. Wir erfahren, was es bedeutet, wirklich auf eigenen Beinen zu stehen und für die Familie Nahrung und Obdach zu produzieren. Erstaunlich. In ihren späteren Büchern erzählt Laura mehr über die Kämpfe ihrer späteren Jahre, aber die ersten wirken alle so glücklich.

Meine Favoriten unter ihren Romanen sind definitiv "Der lange Winter" und "Farmer Boy" über die Kindheit ihres Mannes auf einem Bauernhof in New York. Aber sie sind alle großartig. Alle Kinder sollten sie lesen, und wer sie als Kind noch nicht gelesen hat, sollte es jetzt tun. Ich habe sie als Erwachsene gelesen, weil sie in Deutschland, als ich klein war, noch nicht sehr bekannt waren und zu den ersten Büchern gehörten, die ich auf Englisch gelesen habe (abgesehen von denen, die ich in der Schule lesen musste/durfte).

Buchbeschreibungen:

"Laura im großen Wald
In einem Blockhaus tief in den dichten Wäldern von Wisconsin lebt Laura mit ihrer Familie. Pa geht auf die Jagd und bestellt die Felder, Laura und ihr Schwester Mary helfen Ma beim Kochen und im Haus oder passen auf das Baby Carrie auf. Und abends sitzt die Familie dann um das Kaminfeuer und Pa spielt ein Lied auf seiner Fiedel. Über Langeweile können sie nicht klagen, denn es ist immer etwas los: ein Tanzfest bei Großvater, Plätzchenbacken für Weihnachten, ein Bär, der ums Haus schleicht, ein Ausflug in die Stadt und schließlich die reiche Ernte.

Farmer Boy
Der zweite Band der beliebten Little House-Reihe, Farmer Boy, erzählt Laura Ingalls Wilders beliebte Geschichte darüber, wie ihr Mann Almanzo als Bauernjunge fernab des kleinen Hauses, in dem Laura lebte, aufwuchs. 
Während Laura Ingalls in der Prärie aufwächst, lebt Almanzo Wilder auf einer großen Farm im Bundesstaat New York. Hier helfen Almanzo und seine Geschwister bei der Sommerbepflanzung und der Herbsternte. Im Winter muss Holz gehackt und große Eisplatten aus dem Fluss geschnitten und gelagert werden. Spaß kommt auf, wenn der lustige Blechhändler vorbeikommt oder, am besten, wenn der Jahrmarkt in die Stadt kommt.
Almanzo wünscht sich nur eines – ein eigenes Pferd – und muss beweisen, dass er dieser großen Verantwortung gewachsen ist.

Laura in der Prärie
Zu viele Menschen besiedeln die Wälder, in denen Laura und ihre Familie leben. Also beschließen sie, nach Westen zu ziehen, und in der Prärie, wo die Indianer leben, ein neues Leben zu beginnen. Auf einem Planwagen treten sie die lange Reise von Wisconsin nach Kansas an. Pa baut ein neues Haus und bald nehmen sie ihr gewohntes Leben wieder auf. Eine glückliche Zeit beginnt, doch das Land, auf dem sie jetzt leben, ist Indianerland. In der Nacht dröhnen die Trommeln und die kriegerischen Rufe der Indianer versetzen die Familie in Angst und Schrecken. Und dann beginnt die Prärie zu brennen ...

Laura und ihre Freunde
Nach auf einer wahren Geschichte - das Leben der amerikanischen Pioniere. Nie hätte Laura geglaubt, dass ein Erdhaus so gemütlich sein kann! Vor allem im Winter, wenn es draußen stürmt und schneit. Und zu Weihnachten gibt es für Laura und ihre Schwester eine Riesenüberraschung: Zwei rotbraune Pferde stehen im Stall! Im Frühjahr darauf wird ein richtiges Haus gebaut, am Ufer des Pflaumenbachs. Die Felder versprechen reiche Ernte.
Doch da fallen Tausende von Heuschrecken über das Land her. Müssen Laura und ihre Familie die eben gewonnene Heimat wieder verlassen?
Laura Ingalls Wilder zog als Kind mit ihrer Familie vom amerikanischen Osten immer weiter Richtung Westen. Basierend auf ihren Tagebüchern schrieb sie später die weltberühmte Kinderbuchserie Unsere kleine Farm. Sie gehört mittlerweile zum Kanon der Kinderbuchklassiker und wurde in den 1970er-Jahren umfangreich verfilmt.

Laura am Silbersee
Nach dem langen, schweren Winter, in dem Ma und Lauras Schwestern schwer krank waren, kehrt wieder Hoffnung in das Haus am Pflaumenbach ein. Pa bekommt eine Stelle bei der Eisenbahn in Dakota! Es dauert nicht lange, da kann er seine Familie nachholen. Das Leben in der neugegründeten Stadt ist viel aufregender als in dem einsam gelegenen Haus, aber Laura vermisst ihr freies Leben, die Weite der Prärie. Da kommt Vater eines Tages mit einer freudigen Nachricht: Er hat Land gefunden, am Rand des Silbersees ...

Laura und der lange Winter
Das letzte Heu ist eingebracht, und eines Morgens liegt Frost über der weiten Prärie. Am Himmel ziehen graue Wolken auf: ein Schneesturm kommt! Bald versinkt die kleine Farm bis zum Dachfirst im Schnee - und noch immer fallen dichte Flocken. Pa beschießt, in die Stadt zu ziehen, gerade noch zur rechten Zeit. Ein Schneesturm jagt den anderen. Die kleine Stadt ist von der Außenwelt abgeschlossen, es gibt weder Lebensmittel noch Kohlen. Wird dieser Winter nie ein Ende nehmen? Eines Tages erkennt ein junger Mann namens Almanzo Wilder, dass er sein Leben wagen muss, um die Bewohner nicht dem Hungertod preiszugeben

Laura in der kleinen Stadt
Der lange Winter ist endlich vorüber. Die Bewohner der kleinen Stadt können ihre Häuser verlassen und feiern fröhliche Feste. Als der Frühling ins Land kommt, übersiedeln Pa, Ma und die Mädchen wieder auf die kleine Farm. Laura wandert jeden Morgen mit Pa in die Stadt. Sie arbeitet bei Mrs White, der Hemdennäherin, um Geld zu verdienen. Neun Dollar bringt sie am Ende nach Hause, man fasst es kaum! Jetzt kann Mary auf die Blindenschule gehen. Im Herbst geht auch Laura zur Schule. Ma möchte, dass sie Lehrerin wird. Und wer begleitet sie abends nach Hause? Niemand anderes als der tapfere Almanzo Wilder.


Lauras glückliche Jahre
Nun hat Laura ihr Ziel erreicht, sie ist Lehrerin. Zwar ist das Schulhaus weit von ihrem Zuhause entfernt und die meisten ihrer Schüler sind größer als sie, aber Laura ist bald sehr beliebt bei ihnen und die Arbeit macht ihr großen Spaß. Am Wochenende kommt der junge Almanzo mit Pferd und Wagen und bringt Laura wohlbehalten zu ihren Eltern und Geschwistern.

Almanzo und Laura
Das erste Jahr der jungen Eheleute Laura und Almanzo ist nicht leicht. Die unerbittliche Natur, gegen die sie sich behaupten müssen, fordert ihnen alles ab. Aber dann wird ihre Tochter Rose geboren und Almanzo kann für seine kleine Familie ein eigenes Haus bauen! 


Es gibt einige wunderbare Seiten im Internet (in Englisch), die einen Besuch wert sind:
Laura Ingalls Wilder
Laura Ingalls Wilder - Frontier Girl [Laura Ingalls Wilder - Präriemädchen]
The Little House Book [Das Kleine-Farm-Buch]"

Wenn euch ihre Geschichten gefallen, möchtet ihr vielleicht auch die "Fortsetzung" lesen, die auf ihren Memoiren basiert (leider nicht auf detusch übersetzt):
"Old Town in the Green Groves: Laura Ingalls Wilder's Lost Little House Years" [Alte Stadt in den grünen Hainen: Laura Ingalls Wilders verlorene Jahre auf der kleinen Farm] von Cynthia Rylant

Wenn ihr eine etwas erwachsenere Version wünscht, probiert "These is my words" [Dies sind meine Worte], "Sarah's Quilt" [Sarahs Quilt] und "The Star Garden" [Der Sternengarten] von Nancy E. Turner, aber leider gibt es die auch nicht auf deutsch. Aber, wenn euch die "Kleine Farm"-Geschichten gefallen haben, werdet ihr auch diese lieben.

Dienstag, 10. Juni 2025

Alcott, Louisa May "Eine glückliche Zeit" oder "Betty und ihre Schwestern"

Alcott, Louisa May "Betty und ihre Schwestern"
Englisch: "Little Women" - 1868
Alcott, Louisa May "Good Wives"  - 1869
Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
Alcott, Louisa May "Jo's Boys" - 1886

Dieses Buch wurde in Englisch in mehreren Bänden verfasst. In England gibt es vier Bücher (siehe oben), in den Vereinigten Staaten nur zwei. Die Geschichten wurden im Doppelband herausgegeben. Ich lasse die Beschreibung der Bücher, wie ich sie im Englischen beschrieben habe.

Alcott, Louisa May "Little Women" - 1868

Dies war eines der ersten Bücher, die ich auf Englisch gelesen habe. Ich habe es geliebt. Ich liebe Klassiker, und dieses Buch versetzt uns direkt in diese Zeit zurück.

Die Beschreibung der March-Mädchen und ihres Lebens ist einfach fabelhaft. Man hat das Gefühl, fast mit ihnen dort gewesen zu sein, ihre Probleme und Träume mit ihnen geteilt zu haben.

Zugegeben, heute wären die Charaktere ganz anders, aber das ist das Schöne daran, etwas aus vergangenen Tagen zu lesen. Die Beziehungen nicht nur zwischen den Schwestern und ihren Freunden und Verwandten, sondern insbesondere zu ihren Eltern waren ganz anders, da andere Dinge von ihnen erwartet wurden. Die Familie March war wahrscheinlich eine Ausnahme von der Regel, da die Mädchen ermutigt wurden, zu tun, was sie wollten. Und die Eltern hatten damals eine ganz andere Meinung über Bildung, sogar sehr modern im Vergleich zu vielen heutigen Systemen. Ein weiterer Grund, dieses Buch zu lieben.

Buchbeschreibung (auch übersetzt):

"Little Women ist die bezaubernde Geschichte der vier March-Mädchen und ihrer Annäherung an das Frausein.

Meg, die Älteste und Schönste, lässt Eitelkeit und gesellschaftliche Ambitionen hinter sich und findet Erfüllung in der romantischen Liebe. Die jungenhafte Jo hingegen, die alles Lieben verachtet, sucht ungestüm Trost im Schreiben. Die sanfte Beth lehnt weltliche Interessen ab und widmet ihr Leben lieber ihrer Familie, der Freude an der Musik und der zaghaften Hilfe für alle, die im Leben leiden. Amy, die Jüngste und Unvollkommenste der March-Mädchen, versucht ständig, ihren Egoismus und ihre mädchenhaften Ansprüche zu überwinden, obwohl sie eine schwere Aufgabe zu meistern hat.

Der Weg dieser vier 'kleinen Frauen' wird nach dem Vorbild von Bunyans Pilgerfahrt erzählt, und wir erfahren, wie jede von ihnen – durch Schwierigkeiten und wichtige Lektionen auf dem Weg – ihre eigene Himmlische Stadt erreicht."

Alcott, Louisa May "Good Wives" - 1869

In den USA erscheint es mittlerweile als zweiter Teil von "Little Women", aber Louisa May Alcott hat es als separates Buch geschrieben, daher werde ich es separat kommentieren.

Ich fand diese Fortsetzung genauso großartig wie den ersten Teil. Die Mädchen werden erwachsen, haben andere Probleme als zuvor, verlieben sich und gehen den Weg ihrer Eltern weiter. Sie müssen mit vielen Härten fertig werden: Tod, Trennung, Missverständnisse. Man möchte einfach für sie da sein.

Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

"Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

Drei Jahre nach
Little Women sind die vier March-Mädchen zu jungen Erwachsenen herangewachsen und blicken in die Zukunft. Meg startet mit dem unbeschwerten Optimismus einer frisch vermählten Braut ins Eheleben, doch nicht alles läuft glatt. Unterstützt von der strengen, aber sanften Führung ihrer Mutter und den harten Lektionen, die die Erfahrung mit sich bringt, strebt Meg nach einer glücklichen Ehe und Mutterschaft. Währenddessen schlüpft ihre Schwester Jo in ihre Schreiberkleidung und versucht erneut, als Schriftstellerin erfolgreich zu sein, doch die junge 'Mylady' Amy entdeckt auf ihren Reisen ins Ausland größere Talente als die Kunst. Nur die sanftmütige kleine Beth hat keine Ambitionen jenseits ihrer häuslichen Annehmlichkeiten, und obwohl ihre Last am schwersten ist, findet auch sie endlich Frieden.

Abwechselnd ergreifend und komisch, ist Good Wives der passende, wenn auch unerwartete Abschluss der Karrieren der fröhlichen Little Women."

Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
 
Der dritte der vier "Little Women"-Bände. Die Mädchen sind alle erwachsen und haben eigene Kinder. Jo eröffnet zusammen mit ihrem Mann Friedrich Bhaer ihre Schule in Plumfield. Neue Charaktere kommen hinzu, alte verschwinden, und Jo und Friedrich müssen immer wieder um ihre Söhne kämpfen. Aber sie meistern all das mit der Anmut, die man von den March-Mädchen erwartet. Sehr schöne Lektüre.

"In Plumfield, einer experimentellen Jungenschule, können die kleinen Schüler so ziemlich alles tun, was sie wollen, sogar Treppengeländer hinunterrutschen. Denn genau das wünschte sich die Schriftstellerin Jo Bhaer, einst Jo March aus Little Women, schon immer: ein Haus, 'in dem es von Jungen wimmelt … in allen Stadien der … Lebensfreude'. Am Ende von Good Wives erbte Jo das Anwesen in Plumfield von Tante March, einen ungeschliffenen Diamanten. Nun bieten sie und ihr Mann, Professor Bhaer, ihren unbändigen Schützlingen eine ganz andere Art der Bildung – und viel Liebe. Tatsächlich, gesteht Jo, weiß sie kaum, 'was mir besser gefällt: Schreiben oder Jungen'. Hier ist die Geschichte des zerlumpten Waisenkinds Nat, des verwöhnten Stuffy, des wilden Dan und all der anderen lebhaften Bewohner von Plumfield, deren Abenteuer Generationen von Lesern in ihren Bann gezogen haben."

Alcott, Louisa May "Jo's Boys” - 1886

Der letzte "Little Women"-Roman.

Die Jungs sind mittlerweile erwachsen. Die meisten Figuren aus "Little Men" haben die Schule verlassen, kehren aber immer wieder nach Plumfield zurück und bringen viel Aufruhr und Aufregung mit sich.

Es ist erstaunlich, wie faszinierend Louisa May Alcotts Romane auch mehr als 120 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch sind.

"Louisa May Alcott, bekannt für ihre Romane Little Women und Little Men, brachte die Geschichte ihrer temperamentvollen Protagonistin Jo und die Abenteuer und Missgeschicke der Familie March in Jo’s Boys zu einem unterhaltsamen, überraschenden und bittersüßen Abschluss. Zehn Jahre nach Little Men spielt Jo’s Boys erneut in Plumfield, der Schule in Neuengland, die noch immer von Jo und ihrem Ehemann Professor Bhaer geleitet wird. Jo bleibt im Mittelpunkt der Geschichte, umgeben von ihren Söhnen – darunter der rebellische Dan, der Seemann Emil und der vielversprechende Musiker Nat –, während sie Schiffbruch und Sturm, Enttäuschung und sogar Mord erleben.

Alcotts Serie ist seit über einem Jahrhundert beliebt und begeistert mit ihrer kraftvollen und liebevollen Darstellung von Familie bis heute alle. Sie ist der Zufluchtsort, an den der verlorene Sohn immer zurückkehren kann, an dem Widrigkeiten geteilt werden und an dem unsere Träume, trotz unserer Fehler geliebt zu werden, wahr werden. In dieser Ausgabe von Jo’s Boys erleben die Leser erneut einen geschätzten Klassiker einer der beliebtesten amerikanischen Schriftstellerinnen."

Wenn ihr mehr über Mr. March, den Vater der "Little Women", erfahren möchten, lest "Auf freiem Feld" (March) von Geraldine Brooks.

Donnerstag, 16. Januar 2025

Schulz, Charles M. "Advent mit den Peanuts"

Schulz, Charles M. "Advent mit den Peanuts" [Advent with the Peanuts] - 1979/80

So ein süßes Büchlein für alle, die die Peanuts lieben. Alles, was mit Charlie Brown, seinen Freunden und Weihnachten zu tun hat. Jeden Tag eine neue Geschichte, manchmal sogar zwei.

Kann man auch außerhalb der Adventszeit lesen, aber so anstatt eines Adventskalenders (oder zusätzlich zu einem), ist es einfach etwas Besonderes.

Buchbeschreibung:

"Jeden Tag versüßt eine Begnung mit Charlie Brown und seinen Freunden die Wartezeit auf Weihnachten: Sally wird zur Adventskranz-Verkäuferin, Peppermint Patty träumgt vom großen Auftritt im Krippenspiel und Snoopy begibt sich auf eine eisige Expedition.

In 24 Episoden feiern die kultigen Peanuts von Charles M. Schulz die kleinen Freuden des Lebens. Eine wunderbar weise und lustige Lektüre für eine entspannte Vorweihnachtszeit."

Montag, 7. Oktober 2024

Dickens, Charles "Eine Weihnachtsgeschichte"

Dickens, Charles "Eine Weihnachtsgeschichte" (Englisch: A Christmas Carol) - 1843

Wer "Eine Weihnachtsgeschichte" nicht gelesen hat, hat wahrscheinlich eine der vielen Fernseh- und Filmadaptionen gesehen, die von echten Menschen bis hin zu Disney und den Muppets reichen. Die Handlung wurde auch in vielen Serien oder als Grundlage für neue Geschichten verwendet. Ich liebe diese Geschichte. Sie lehrt uns, wie man sich ändern kann, ein besserer Mensch zu werden, selbst wenn man einen schlechten Start hatte. Sie lehrt uns, dass es in Ordnung ist, von Zeit zu Zeit etwas zu genießen, auch wenn man für den Rest des Jahres hart arbeiten muss. Und dass man immer Mitgefühl für die weniger Glücklichen haben sollte.

Dieses Buch verdient seinen Platz unter den großartigsten Büchern, die je geschrieben wurden. Es enthält so viele positive Botschaften.

Mein bisheriges Lieblingsbuch von Charles Dickens: "Große Erwartungen" (Great Expectations). Ich habe auch "Eine Geschichte aus zwei Städten" (A Tale of Two Cities) und noch ein paar andere gelesen, siehe hier und hier.

Buchbeschreibung:

"Ein unverbesserlicher Geizhals ist der alte Scrooge. Auch Weihnachten ist für ihn nichts als ein Ärgernis. Da erscheint ihm am Heiligen Abend sein verstorbener Kompagnon Marley, der früher selbst ein eiskalter Geschäftsmann war und es nun bitter bereut. In dieser Nacht wird Scrooge von den Geistern der Weihnacht heimgesucht, die ihm erschreckend deutlich zeigen, was er bisher aus seinem Leben gemacht hat." 

Donnerstag, 12. Mai 2022

Austen, Jane "Emma"

 

Austen, Jane "Emma" (Englisch: Emma) - 1816

Jane Austen ist meine absolute Lieblingsautorin. Ich habe alle ihre Romane gelesen und versuche, alles andere zu lesen, was sie jemals festgehalten hat.

"Emma" ist nicht unbedingt der berühmteste von Austens Romanen. Emma Woodhouse, ein reiches, kluges Mädchen, das bei ihrem Vater lebt, ist ziemlich verwöhnt. Sie will nicht heiraten, da sie selbst genug Geld hat, aber sie kümmert sich um alle anderen.
Jane Austen schrieb: "Ich werde eine Heldin nehmen, die niemand außer mir sehr mögen wird."

Sie könnte das geschafft haben. Trotzdem hat Emma etwas Sympathisches. Sie ist ziemlich egoistisch und fängt viele verschiedene Dinge an, nur um sie später wieder aufzugeben, aber sie meint es gut mit anderen Menschen. Sie war vielleicht zu intelligent für ihre Zeit, Frauen hatten nicht zu denken.

Emma ist Jane Austens einzige Heldin ohne Geldprobleme, das ist schon ein Unterschied zu ihren anderen Romanen. Vielleicht macht es das so interessant.

In der Gruppe The Motherhood and Jane Austen Book Club habe ich Emma ein zweites Mal rezensiert.

Dieser Blogeintrag ist hier und eine Liste aller meiner "Mutterschafts"-Rezensionen hier. Ich lese viele Romane von oder über Jane Austen. Hier ist ein Link zu allen meinen englischen Jane-Austen-Besprechungen.

All diejenigen, die diesen Roman nicht gelesen haben, weise ich darauf hin, dass nachfolgend auch Spoiler enthalten sind.

Ich denke, Emma ist der Roman von Jane Austen mit den wenigsten Müttern oder Mutterfiguren. Wir haben ein paar, die den Platz von Müttern einnehmen, aber die Mütter selbst nehmen im Roman einen sehr kleinen Platz ein. Trotzdem gibt es zu jedem von ihnen etwas zu sagen und wie sie die anderen Charaktere beeinflussen.

Mütter:
Mrs. Bates, Mrs. John Knightley
Nicht anwesende Mütter: Mrs. Woodhouse
Nicht-Mütter: Mrs. Weston, Mrs. Churchill


Mrs. Bates
Sie ist die Mutter der sehr gesprächigen Miss Bates. Von der Mutter hören wir nicht viel, können aber ihrer Tochter und einigen anderen Bemerkungen entnehmen, was für ein Schicksal Mrs. Bates hatte. Sie ist wahrscheinlich das Äquivalent zu Mrs. Dashwood in "Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (Sense & Sensibility) (oder was Mrs. Bennett in "Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) fürchtet), weil sie früher reich war und jetzt sehr arm ist. Sie muss daher ihren Reichtum mit dem Tod ihres Mannes verloren haben, dessen Nachlass und Geld an einen entfernten Verwandten ging, der nicht glaubte, dass er sich um Mrs. Bates und ihre Tochter kümmern musste.

Sie ist eine ruhige und stille Person, zu alt und zu krank, um etwas für ihre Tochter zu tun, und hat auch keinen Einfluss auf die anderen Figuren des Romans.

Mrs. John Knightley, geb. Isabella Woodhouse
Emmas Schwester Isabella ist mit Mr. John Knightley verheiratet, dem Bruder von DEM Mr. Knightley. Sie ist wahrscheinlich mehr wie ihr Vater als wie ihre Mutter, sie hat definitiv seine Angst geerbt, sich jegliche mögliche Krankheit einzufangen. Die Knightleys sind eine Familienfamilie, sehr nah an ihren Kindern, sehr fürsorglich, aber das ist ungefähr alles, was wir von ihnen hören.

Mrs. Woodhouse
Sie war die Mutter von Emma und Isabella, ist Mr. Woodhouses verstorbene Frau. Ihr früher Tod mag seine Hypochondrie beeinflusst haben, aber ich bin sicher, dass es schon vor ihrem Ableben einige Hinweise darauf gab. Wäre Emma ein anderer Mensch gewesen, wenn ihre Mutter noch am Leben gewesen wäre? Wahrscheinlich. Da wir nicht viel über sie wissen, können wir nur vermuten, dass sie vielleicht etwas strenger war als ihr Vater, der Angst hat, sie an irgendetwas zu verlieren, oder als ihre Gouvernante, die eher eine Freundin gewesen zu sein scheint als ein Elternteil.


Mrs. Weston geb. Taylor
Zu Beginn des Romans heiratet Miss Taylor, Emmas langjährige Gouvernante, Mr. Weston, einen "Mann mit Vermögen". Wir sehen sie nicht mehr in Highbury arbeiten, der Residenz der Woodhouses, aber die Familien besuchen sich gegenseitig und es gibt mehrere Gespräche mit Mr. Knightley über Emma. Daraus können wir eine gute Vorstellung davon bekommen, wie sie Emma behandelt hat und dass ihre Nachsicht Emma dazu gebracht hat, eine junge Dame zu werden, die eine sehr hohe Meinung von sich hat. Mrs. Weston ist die Ersatzmutter von Emma geworden, obwohl sie ein wenig nachsichtig mit ihr war und eher wie eine Freundin funktionierte, sie liebt sie so sehr wie eine Tochter und Emma liebt Mrs. Weston so sehr wie eine Mutter, aber ich glaube nicht, dass sie Emma einen großen Dienst erwiesen hat, indem sie sie ganz ohne Strenge erzogen hat.

Mrs. Churchill
Mr. Weston, der Emmas Gouvernante Miss Taylor heiratet, hat einen Sohn. Als seine Frau starb, war Frank noch sehr klein und so zog ihn der kinderlose Bruder seiner Frau und dessen Frau auf. Mrs. Churchill scheint eine sehr anspruchsvolle Mutter zu sein, sie verlässt sich sehr auf Frank und lässt ihn nicht einmal an der Hochzeit seines Vaters teilnehmen.

Ist sie eine gute Mutter? Nun, sie nahm den Neffen ihres Mannes auf, aber das taten damals viele Leute, sogar einer von Jane Austens eigenen Brüdern wuchs in einer anderen Familie auf. Sie kommt sicherlich als sehr egoistisch daher, weil Frank seine Liebe zu Jane Fairfax verbergen muss und sie erst heiraten kann, nachdem Mrs. Churchill gestorben ist. Da wir sie nie wirklich persönlich treffen, sondern nur von Leuten über sie sprechen hören, die Frank gerne öfter sehen würden, können wir sie nur nach der negativen Stimmung, die wir durch ihre Bekannten wahrnehmen.

Alles in allem gibt es nicht viele Mütter in diesem Roman, aber dennoch einige, die einen großen Einfluss auf die Geschichte haben.

Dies war das vierte Buch, das ich mit diesem Blog gelesen habe

Andere Romane von
Jane Austen, die ich in Bezug auf Mutterschaft gelesen habe:

"Emma" (Emma) - 1816
"Mansfield Park" (Mansfield Park) - 1814
"Kloster Northanger" oder "Die Abtei von Northanger" (Northanger Abbey) - 1818
"Überredung" (Persuasion) - 1817
"Stolz & Vorurteil" (Pride & Prejudice) - 1813
"Verstand & Gefühl" oder "Sinn & Sinnlichkeit" (
Sense & Sensibility) - 1811

Und hier ist ein Link zu all meinen englischen Jane Austen-Rezensionen.

Buchbeschreibung:

"Die kluge Emma Woodhouse lebt für das Ehestiften und lenkt gerne die Geschicke anderer. Allerlei ungewollte Komplikationen und Missverständnisse zwingen sie jedoch zu Selbstkritik und -reflexion in dieser Komödie der Irrungen und Wirrungen."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Donnerstag, 21. April 2022

Mann, Thomas "Buddenbrooks"

Mann, Thomas "Buddenbrooks" - Buddenbrooks: The Decline of a Family - 1901

Ich habe "Buddenbrooks" schon mehrere Male gelesen und finde, dass dies eines der besten Bücher der deutschen Literatur ist. Es wird allgemein als Thomas Manns Meisterwerk bezeichnet. Der Autor ist definitiv einer der bekanntesten und besten Schriftsteller Deutschlands. Der Roman, eine epische Geschichte, stammt aus dem Jahr 1901 und beschreibt das Leben in einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie über mehrere Jahrzehnte vom 19. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte basiert auf der eigenen Familie des Autors, die in Lübeck lebte, der Stadt, in der dieser Roman spielt. Sie gehörte der Hanse an, die "ein Zusammenschluss von Handelszünften, die im Spätmittelalter und Frühmittelalter zeitweise ein Handelsmonopol über die Ostsee, teilweise die Nordsee und den größten Teil Nordeuropas errichteten und aufrechterhielten Neuzeit, zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert" war, also mehr oder weniger eine frühe Europäische Union. Ein ziemlich interessanter Teil der Geschichte dieses Teils Nordeuropas.

Ein wunderbarer Roman, reich an Ausdrücken, perfekt detailliert geschrieben, auch über eine wichtige Geschichte, die nicht sehr oft beschrieben wird. Wer sich für Geschichte interessiert und mehr über Deutschland zu Beginn des letzten Jahrhunderts erfahren möchte, findet hier das richtige Buch. Aber auch für diejenigen, die sich nicht für Geschichte interessieren, ist dies auch eine großartige Familiensaga, die den Leser nie wieder verlassen wird. Eine Familie, die so reich und wichtig war und so viel Einfluss auf die Politik und Wirtschaft einer ganzen Stadt und Region hatte und die den Veränderungen des modernen Lebens nicht gewachsen ist.

Es geht in diesem Roman um so viel mehr als nur um den Niedergang der Familie Buddenbrook. Vielmehr ging es um den Niedergang der gesamten Gesellschaft, insbesondere des wohlhabenden Teils, die Revolution, die Unterschichten, die sich die schlechte Behandlung und die niedrigen Löhne nicht gefallen ließen. Nicht mehr. All das führte zum Untergang bestimmter Familien, nicht alle konnten mit ihrem Status mithalten, nachdem ihnen viel genommen wurde.

Der Anfang davon zeigte sich bereits in Tonys Treffen mit Morton, dem Schüler, der ihr von den verschiedenen Arten von Klassen in der Gesellschaft erzählte, der versuchte, ihr die Augen zu öffnen. Dann war da noch Tony selbst, die immer die falschen Entscheidungen traf, weil sie den Schein wahren musste. Christian, der zweite Bruder in der Familie Buddenbrook, wurde mehr oder weniger in die falsche Familie hineingeboren, aber außer seinem Neffen Hanno, der seinem Onkel ähnlich zu sein scheint, hat er niemanden, der ihn versteht. Dann endlich Thomas Buddenbrook, der Sohn und Erbe einer Dynastie, die nicht sieht, dass sich die Zeiten ändern, der glaubt, dass die Ernennung zum Senator ihn für immer und ewig stärken wird.

Nun, die Buddenbrooks sind eine Kaufmannsfamilie, eine der "ersten Familien der Stadt". Sie wurden reich durch ihren Handel, der durch die Hanse unterstützt wurde, die als voreuropäische Union angesehen werden kann, in einer Zeit, in der es in Europa viel, viel mehr kleine Länder gab als heute. Es existierte vom 13. bis zum 17. Jahrhundert und besetzte den größten Teil des Landes der Ost- und Nordsee, fast den gesamten nördlichen Teil des europäischen Festlandes und mehr als 300 Städte waren Mitglied. Es ist nicht verwunderlich, dass die Buddenbrooks als einer der führenden Familien Lübecks, das als Königin der Hanse galt, reich wurden. Und es ist auch nicht verwunderlich, dass die Familie zu Ende ging, als auch das Bündnis, das ihnen so lange geholfen hatte, das Ende fand.

Obwohl Thomas Mann noch recht jung war, als er diesen Roman schrieb (26 Jahre), erhielt er den Nobelpreis vor allem für dieses Werk und "Buddenbrooks" gilt allgemein als der erste Gesellschaftsroman Und gilt als "der größte Roman des Jahrhunderts"

Als wir in unserem internationalen Lesekreis gebeten wurden, unser Lieblingsbuch aus unserem Land vorzuschlagen, musste ich nicht lange überlegen, es musste "Buddenbrooks" sein. Zugegeben, es ist eine lange Geschichte und das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich es so liebe, aber ich war nicht die einzige. Wir hatten ein gutes Gespräch über all die verschiedenen Themen, die das Buch anspricht.

Lest es. Ihr werdet es nicht bereuen.

Buchbeschreibung:

"Die Geschichte des alten Lübecker Patriziergeschlechtes Buddenbrook wurde von Thomas Mann vor über 100 Jahren geschrieben und ist bis heute ein Klassiker der deutschen Literatur.
Er beschreibt Aufstieg und Fall der deutschen Kaufmannsfamilie zwischen Nord- und Süddeutschland, zwischen Hochzeiten und Scheidungen, zwischen Erfolgen und Rückschlägen.
"

Wir haben dieses Buch in unserem Internationalen Lesekreis im August 2007 und im April 2015 besprochen.

Thomas Mann erhielt den Nobelpreis für Literatur 1929 "vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Ich hatte das Glück, das Buddenbrookhaus in Lübeck besuchen zu können, meine Erfahrungen könnt ihr hier nachlesen (in Englisch).

Montag, 7. März 2022

Jäger, Mia (Hrsg.) "Morgen, Freundchen, wird's was geben!"

Jäger, Mia (Hrsg.) "Morgen, Freundchen, wird's was geben!" [Tomorrow, my friend, there will be something!] - 2012

"Wer dem ganz normalen Weihnachtswahnsinn trotzen will, der braucht stahlharte Nerven und viel Humor" steht auf dem Buchumschlag. Stimmt, für manche der Geschichten braucht man auch viel Verständnis. Ich bin nun nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber der Umschlag sah witzig aus und ich dachte, im Advent kann man so was mal lesen.

Na ja, manche Geschichten waren ganz nett. Ich mochte die "Christrosen" von Susanne Wahl, "Der Wind und die Weide" von Tanja Kinkel und "Schwere Entscheidung" von Gabriella Engelmann. Das war es dann aber auch schon. Manche anderen Geschichten waren mir einfach zu "seicht" oder zu verschroben (aber nicht im guten Sinne).

Nicht mein Ding.

Das beste war noch der Anhang: Kleines Punschrezeptbuch mit Weihnachtspunschideen und Punschkuchenrezepten.

Buchrücken:

"Wer dem ganz normalen Weihnachtswahnsinn trotzen will, der braucht stahlharte Nerven und viel Humor. Kein Problem, denn in diesem Jahr hält der Nikolaus einen ganzen Sack voll vergnüglicher Weihnachtsgeschichten für Sie bereit. Ob romantisch mit Silke Schütze, märchenhaft mit Tanja Kinkel, makaber mit Markus Heitz, humorvoll mit Steffi von Wolff oder sexy mit Anne West: Mit diesen 24 turbulenten Weihnachtsgeschichten kommen Sie garantiert entspannt und punschvergnügt durch den Advent. Mit leckeren Punschrezepten für den besonderen Lesegenuss!"

Freitag, 21. Januar 2022

Michel, Sascha; Hosemann, Jürgen "Weihnachtsgeschichten für Glückliche Stunden"

Michel, Sascha; Hosemann, Jürgen (Hrsg./Ed.) "Weihnachtsgeschichten für Glückliche Stunden" [Christmas Stories for Happy Hours] - 2021

Weihnachtsgeschichten aus vielen Ländern von Schriftstellern aus noch mehr Ländern, z.B. Bulgarien, Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich.

Ich habe mich gefreut, endlich den Ursprung und Autoren einer Geschichte zu finden, die mir schon als Kind so gut gefallen hat, "Das Weihnachtsgeschenk" von O. Henry, eines der schönsten Erzählungen über die Bedeutung von Weihnachten. Aber auch ein paar andere waren dabei, die mir gefielen, einige, die ich schon kannte ("Der Heilige Abend bei den Buddenbrooks" von Thomas Mann, "Die Heilige Nacht" von Selma Lagerlöf), andere, die für mich neu waren ("Die drei dunklen Könige" von Wolfgang Borchert, "Weihnachtshaus" von Zsuzsa Bánk, "Was unternehme ich Silvester" von Kurt Tucholsky). Zum Schluss gab es noch ein schönes Gedicht von Robert Gernhardt (siehe hier). Ich lese nicht gerne Gedichte, aber dieses ist so schön, dass ich mir wohl ein Buch dieses Poeten bestellen werde.

Mir haben nicht alle Geschichten gleich gut gefallen, ich bin eigentlich auch kein großer Freund von Kurzgeschichten, aber es ist ein nettes Büchlein zur Weihnachtszeit.

Klappentext:

"'Weihnachtsgeschichten für glückliche Stunden' ist das perfekte Geschenkbuch für die schönste Zeit des Jahres. Es vereint klassische Weihnachtstexte mit zeitgenössisch-überraschenden und spannt einen leuchtenden Bogen von der adventlichen Vorfreude bis zur Aussicht auf Silvester.

Mit Weihnachtstexten von Zsuzsa Bánk, Theodor Fontane, Roger Willemsen, Joachim Ringelnatz, Helga Schubert, Joseph Roth, Ulrich Tukur, Hans Fallada, Ilse Aichinger, Wolfgang Borchert, Thomas Hürlimann, Else Lasker-Schüler, Elias Canetti, Marie von Ebner-Eschenbach und vielen anderen.


'Alles war gut und schön. Auch mir wird es im Himmel gefallen haben. Aber dann begann sich Mimi über diesen Himmel doch zu wundern. Der Oberengel hatte vorstehende Zähne und glich trotz seiner Flügel der Oberschwester vom 'Liebfrauenhof'. Als die Engel 'Stille Nacht, Heilige Nacht' anstimmten, sangen sie ein wenig falsch, und vor dem Fenster schneite es.' Thomas Hürlimann"