Dienstag, 6. Januar 2026

Stowe, Harriet Beecher "Onkel Toms Hütte"

Stowe, Harriet Beecher "Onkel Toms Hütte" (Englisch: Uncle Tom’s Cabin) - 1852

Dies ist eine der tragischsten Geschichten, die ich je gelesen habe, und ich glaube, ich habe schon so einige Tragödien gelesen. Ich habe Bücher über Kriege, Konzentrationslager und Sklaverei gelesen, um nur einige zu nennen. Wie bei anderen klassischen Geschichten hatte ich vom Inhalt gehört, ich wusste, was mit Onkel Tom geschehen würde, ich wusste, was mit Sklaven geschah, wie sie verkauft und gefoltert wurden, wie man ihre Ehepartner und Kinder von ihren Familien weg verkaufte. Aber es ist jedes Mal aufs Neue tragisch, besonders wenn man den beteiligten Personen Namen gibt, wenn sie so beschrieben werden, dass sie auf dem Papier lebendig werden.

Harriet Beecher Stowe ist genau das gelungen: Sie erweckt all die armen Menschen zum Leben, die keinerlei Rechte hatten und keine Hoffnung, dass sich ihr Leben jemals verbessern würde, dass sie und ihre Lieben einem Schicksal entgehen würden, das schlimmer wäre als der Tod.

Da ist Onkel Tom, ein treuer Diener eines guten "Herrn", der ihn niemals verkaufen würde. Oder doch? Mehrere andere Figuren im Roman erfahren, dass mit Geld alles möglich ist, egal ob der Besitzer seinen "Besitz" verkaufen will oder nicht. Dann ist da seine Familie, die sich von ihrem Mann und Vater verabschieden muss, wohl wissend, dass sie ihn nie wiedersehen werden. Und dann sind da noch all die anderen armen Seelen, die alle ein Kreuz zu tragen haben; eine Geschichte scheint unerträglicher als die andere. Erstaunlich, wie sie trotzdem weitermachen und sogar Mitgefühl zeigen können. Aber sie tun es.

Ich habe gelesen, dass "Onkel Toms Hütte" wegen der damals herrschenden rassistischen Vorurteile, die die Autorin mehrfach wiederholt, nicht mehr in der Schule gelesen wird. Ich glaube nicht, dass das ein Grund ist, es nicht mehr zu lesen, im Gegenteil. Das wäre dasselbe, als würde man nichts mehr über Konzentrationslager und die Nazis lesen. Nein, ich denke, solange wir diese Geschichten lesen und uns der damaligen Vorurteile bewusst sind, können wir die noch bestehenden bekämpfen. Je mehr wir darüber erfahren, desto lächerlicher erscheinen sie und desto eher werden sie beseitigt.

Ich habe es total genossen, diese Geschichte zu lesen, obwohl mir diese Art, eine Geschichte mit diesem Inhalt zu beschreiben, nie gefallen hat.

Buchbeschreibung:

"Dieser zeitlose historische Romanklassiker mit christlicher Botschaft verdient es, immer wieder gelesen zu werden. Die bewegende Geschichte über das Schicksal der Sklaven in Nordamerika: Als Onkel Tom von seinem gütigen Herrn verkauft werden muss, beginnt für ihn eine Odyssee, die seinen Glauben auf eine harte Probe stellt. Wird er jemals die langersehnte Freiheit erlangen?"

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