Solschenizyn, Alexander (Aleksandr Solzhenitsyn) "Der erste Kreis der Hölle" oder "Im ersten Kreis"(RUS: В круге первом/V krugue pervom) - In the First Circle - 1955
Die Buchbeschreibung erzählt, dass es sich hier um ein umfang- und inhaltsreiches Werk handelt. Absolut richtig. Fast 800 Seiten, in denen es um das Leben in der Sovjetunion kurz nach dem zweiten Weltkreig geht. Allerdings nicht für jedermann. Hier wird das Leben der politischen Gefangengen und deren Angehörigen beschrieben.
Wenn man erst einmal in einer sogenannten "Scharaschka", einem Arbeitslager für Wissenschaftler und Ingenieure, oder in der Lubjanka, dem berüchtigten Moskauer Gefängnis für politische Gefangene gelandet war, konnte man mit dem Leben abschließen, die meisten kamen nicht wieder in die Freiheit. Auch wenn diese Gefangenen ein paar Erleichterungen gegenüber den anderen hatten, waren sie dennoch gefangen und mussten auch noch für das verhasste Regime arbeiten.
So wird das Leben der verschiedenen Insassen beschrieben, vor der Inhaftierung und danach. Und auch die Frauen, die Familien, sie wurden gleich mitbestraft.
Für alle Beteiligten war dies das Ende des Lebens wie sie es kannten und, wie im letzten Kapitel benannt: der erste Kreis der Hölle.
Außer Alexander Solschenizyn war auch Ossip Mandelstam einer der Dichter, die über ihr "Leben" in diesem Regime geschrieben haben. Gut, dass es solche Menschen gab/gibt, die uns über solche Zustände aufklären.
Ein hochinteressantes Buch, sicher neben Iwan Denissowitsch eine der besten, die über dieses Thema geschrieben wurden.
Hier noch ein Zitat, dass besonders alle Leseratten interessieren dürfte:
"In der Welt gab es so unermesslich viele, unentbehrliche, erstklassige Bücher, und die Begierde, sie alle zu lesen, hinderte Rubin daran, jemals ein eigenes Buch zu schreiben. Jetzt hatte er sich darauf vorbereitet, bis weit über Mitternacht hinaus, ohne Rücksicht auf den morgigen Arbeitstag, zu lesen. Aber abends erwachte stets sein Geist und seine Diskutierfreude, und sein Witz wurde besonders scharf- da bedurfte es nur wenig, um ihn für die Unterhaltung der Allgemeinheit zu gewinnen. ..."
Buchbeschreibung:
"Die Handlung des umfang- und inhaltsreichen Werkes ist mit ein paar Tagen im letzten Dezemberdrittel 1949 begrenzt und stellt eigentlich einen Kriminalroman vor, der mit der Tat beginnt, ... jedoch mit der Verhaftung und genauen Bekanntgabe, wie es in der berüchtigten Lubjanka zugeht, nicht endet: Die Story von dem Staatsrat zweiter Klasse Innokentij Wolodin, der in einer plötzlichen Anwandlung von einer öffentlichen Telephonzelle aus die amerikanische Botschaft in Moskau anruft und einem Attache verrät, daß drüben ein Ehepaar Rosenberg in den nächsten Tagen die Geheimnisse der Atombomben-Herstellung einem sowjetischen Agenten weitergeben werde - dieser aufregende Anfang ist bloß Aufhänger für alles andere. Alles‹ ist wörtlich gerneint: vom Sonderlager Marfino in der Nähe der Hauptstadt, vom Leben der Angehörigen ›draußen‹, von den einfachen Aufsehern, von Politfunktionären im Offiziersrang und dem zuständigen Minister bis zu IHM, vor dem sie alle zittern, Stalin, wie er mitten in der Nacht die ihm gegenüber ohnmächtigen Machthaber zu sich zitiert. Ein historisch-soziologisches Panorama also, zwei Jahrzehnte, gesammelt im Brennpunkt jener halben Woche, gegen Ende 1949."
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