Für den "Classics Spin #44" fiel die Wahl auf Nummer 9 unserer Liste. Großartig, dachte ich: ein Nobelpreisträger. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Oft entdecke ich einen neuen Lieblingsautor, wenn ich ein Werk eines Nobelpreisträgers lese. War das diesmal auch so? Ich glaube nicht. Das Buch war ganz in Ordnung, aber nichts Besonderes. Dabei galt es angeblich als sein bestes, sein wichtigstes Werk.
Für meinen Geschmack war es ein ziemliches Durcheinander – oder, wie wir im Deutschen sagen: ein Kuddelmuddel. Es gab zu viele Kurzgeschichten, die zwar irgendwie miteinander verknüpft waren, aber die Sprünge zwischen den einzelnen Erzählungen waren so groß, dass man oft gar nicht mehr wusste, von wem gerade die Rede war. Ja, er wollte zeigen, wie sehr das Leben in Spanien während der Franco-Diktatur einem Bienenstock glich. Leider ist ihm das nur allzu gut gelungen.
Witzigerweise erwähnt er ein Buch, das bei F. Sempere & Co. in Valencia erschienen ist. Ich glaube zwar nicht, dass es eine Verbindung zu dem Verlag aus Carlos Ruiz Zafóns Reihe "Der Friedhof der Vergessenen Bücher" gibt, aber ich habe mich doch gefragt, ob das nun Zufall ist oder nicht. Ruiz Zafón war übrigens ein großartiger spanischer Autor – einer meiner Lieblinge.
Wie dem auch sei: Die Erzählweise war zerfahren, die Figuren wenig sympathisch, und das ganze Buch bot keinen wirklichen Einblick in das Leben der Charaktere. Wirklich schade.
Dies steht auf meinem Buchumschlag.
"Ganz allmählich steigt der Morgen herauf. Er krabbelt wie eine Raupe über die Herzen der Männer und Frauen der Stadt. Beihnach schmeichlerisch klopft er gegen halb erwachte Blicke, gegen Blicke, die niemals neue Horizonte entdecken oder neue Landschaften, neue Dekorationen. Der Morgen, dieser sich ewig wiederholende Morgen spielt ein wenig um das Gesicht der Stadt zu änder. Ein Grab ist sei, ein Klettermast, ein Bienenkorb."
Und das ist die Beschreibung, die im Internet steht.
"In diesem Roman entfaltet Literaturnobelpreisträger Camilo José Cela das Panoptikum des Allzumenschlichen - die Liebe, die Eifersucht, der Ehebruch vor dem Hintergrund des Franco Regimes.
Der Bienenkorb - das ist Madrid im Zweiten Weltkrieg, das ist das Cafe der Dona Rosa. Spiegel eines durch den Bürgerkrieg entwurzelten Kleinbürgertums und Drehpunkt vieler Lebensgeschichten. Von hier führen die Fäden in die Hinterhöfe, Parkanlagen und Absteigen Madrids, zu den Szenen von Liebe, Ehebruch und Eifersucht. So wird dieser beste Roman des Nobelpreisträgers zu einem eindrucksvollen Panoptikum aus dem Alltag einer faschistischen Gesellschaft.
Der nach diesem Roman gedrehte Film von Mario Camus gewann 1983 den 'Goldenen Bären' bei der Berlinale."
Camilo José Cela erhielt 1989 den Nobelpreis für Literatur "für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet."
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.


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