Solschenizyn, Alexander (Александр Исаевич Солженицын/Aleksandr Solzhenitsyn) "Große Erzählungen: Iwan Denissowitsch; Zum Nutzen der Sache; Matrjonas Hof; Zwischenfall auf dem Bahnhof Kretschetowka" (Russisch: Оди́н день Ива́на Дени́совича/Odin den' Ivana Denisovicha; Для пользы дела/ lja pol'zy dela; Матрёнин двор/Matrjonin dvor; Случай на станции Кречетовка/Sluchaj na stancii Krechetovka) - His Great Stories: One Day in the Life of Ivan Denisovich - 1962; For the Good of the Cause - 1963; Matryona's House - 1963; An Incident at Krechetovka Station - 1963 - 1962/63
Ich bin ja kein großer Fan von Kurzgeschichten, wollte aber schon immer mal etwas von Solschenizyn lesen. Als ich dann dieses Buch fand, das mit einer seiner größten Erzählungen, "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", beginnt, dachte ich, ich versuche es einfach mal.
Buchbeschreibung:
"Die hier neu veröffentlichten Erzählungen begründeten den Ruhm des modernen russischen Klassikers und Nobelpreisträgers Alexander Solschenizyn."
Aber auch die anderen Geschichten sind hervorragend, deshalb beschreibe ich sie hier alle, aber keine Angst, es sind nur vier.
Wir hören immer wieder vom Gulag, von den Gefangenen, die nach Sibirien deportiert wurden und dort arbeiten mussten usw. Aber wir wissen nie wirklich, was dort vor sich geht, wie die Arbeit aussieht, wie die Gefangenen gehalten werden.
Es sei denn, wir lesen über einen Tag im Leben von Iwan Denissowitsch Schuchow, vom Moment des Aufwachens bis zum Schlafengehen.
Und wenn wir das gelesen haben, verstehen wir, warum dieser Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur erhielt. Selbst wenn er nichts anderes geschrieben hätte, wäre er einer der größten Autoren der Welt. Beim Lesen fühlt man sich an Iwans Seite, leidet mit ihm, begleitet ihn. Er scheint ein geborener Überlebenskünstler zu sein, jemand, der vieles ertragen kann und sich die extra Portion der schrecklichen Suppe sichert, nach der sich alle sehnen.
Dies ist ein sehr bewegender Roman von jemandem, der den Gulag selbst erlebt hat. Er verbrachte acht Jahre dort und wurde dann lebenslang nach Kasachstan verbannt.
Eine fantastische Geschichte, brillant geschrieben.
Buchbeschreibung:
"'Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch' über den Alltag in einem stalinistischen Arbeitslager war das aufsehenerregendste Buch, das nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion veröffentlicht wurde. Die in seiner Folge entstandenen und in diesem Band neu vorgelegten Erzählungen begründeten den Ruhm des russischen Nobelpreisträgers."
"Zum Nutzen der Sache" (Russisch: Для пользы дела/Dlja pol'zy dela) - 1963
Eine weitere großartige Geschichte über die Schattenseiten der Sowjetunion. Eine Geschichte über Bürokraten, die über das Ziel hinausschießen. Die nicht das Wohl des Volkes im Sinn haben, sondern nur ihren eigenen Vorteil.
Es handelt sich um eine kurze Novelle mit weniger als hundert Seiten, und ich möchte nicht zu viel verraten, aber die Sprache ist genauso brillant wie in "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", und die Charaktere sind genauso treffend beschrieben.
Einzeln habe ich diese Geschichte allerdings nur in Englisch gefunden.
Buchbeschreibung:
"In 'Zum Nutzen der Sache' zeichnet Solschenizyn ein bemerkenswertes Bild des sowjetischen Lebens. Er schildert die gesamte Bandbreite, von einfachen Schülern, Arbeitern und Lehrern bis hin zu den allmächtigen Beamten in Moskau, deren gesichtslose, kafkaeske Anonymität Furcht einflößt. Wie seine weltberühmten Romane 'Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch', 'Der erste Kreis' und 'Die Krebsstation' ist auch 'Zum Nutzen der Sache', an einer neuen Provinzschule angesiedelt, eine vernichtende Anklage gegen die Unterdrückung einfacher, anständiger Menschen durch karriereorientierte sowjetische Bürokraten. Solschenizyn präsentiert die Konflikte zwischen Recht und Unrecht, zwischen der Freiheit des Einzelnen und der Härte des Systems mit absoluter Aufrichtigkeit und Überzeugung."
Eine weitere großartige Geschichte, in der wir den "kleinen Mann" – oder in diesem Fall die "kleine Frau" – kennenlernen, der mit dem auskommen musste, was ihm gegeben oder erlaubt war. Diese Geschichte basiert auf Solschenizyns eigenen Erfahrungen als Lehrer nach seiner Entlassung aus dem Gulag.
Buchbeschreibung:
"1956, nachdem er seine Qualen im Gulag hinter sich gelassen hatte, wollte Alexander Solschenizyn in einem ruhigen Winkel der UdSSR untertauchen und bewarb sich als Mathematiklehrer. Auf der Suche nach einer Unterkunft in der Stadt, in die er versetzt worden war, sah er die Hütte von Matrona, einer älteren Witwe, die dort mit einer lahmen Katze und einer Ziege lebte, und beschloss, dort zu bleiben.
'Matrjonas Haus' ist die Geschichte einer alten Bäuerin, deren zäher Kampf gegen Kälte, Hunger und gierige Verwandte von einem jungen Mann beschrieben wird, der sie erst nach ihrem Tod versteht."
"Zwischenfall auf dem Bahnhof Kretschetowka" (Russisch: Случай на станции Кречетовка/Sluchaj na stancii Krechetovka) - 1963
Offenbar basiert diese Geschichte auf wahren Begebenheiten, genauer gesagt auf einem Unfall im Zweiten Weltkrieg. Ich kann mich nur wiederholen: Der Autor ist ein großartiger Erzähler.
Buchbeschreibung:
"In 'Ein Zwischenfall am Bahnhof Krechetowka' trifft ein Leutnant der Roten Armee auf einen verstörenden Nachzügler und muss entscheiden, was er mit ihm anfangen soll."
Alexander Solschenizyn erhielt den Nobelpreis für Literatur 1970 "für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat".
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.








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