Wir sprechen über die Belagerung Leningrads, die 872 Tage von September 1941 bis Januar 1944 dauerte. Eine junge Frau versucht, diese Zeit mit ihrem alternden Vater und ihrem kleinen Bruder zu überstehen.
Dies wurde nicht unser Lieblingsbuch des Jahres. Ich liebe historische Romane, man kann so viel daraus lernen. Ich hatte noch nichts zu diesem Thema gelesen und dachte, es könnte interessant werden. Aber - dieses Buch war etwas oberflächlich. Obwohl uns die Beschreibungen Sibiriens gefielen und Helen Dunmore die Atmosphäre gut beschrieb, fanden wir den Anfang etwas übertrieben; zu viele blumige Beschreibungen sollten dem Buch wohl mehr Tiefe verleihen, als es tatsächlich hatte. Emotionen, Liebe oder Hass - davon kam kaum etwas zum Ausdruck. Wir waren uns einig, dass solche Situationen das Beste und das Schlechteste im Menschen zeigen.
Dann tauchten fast aus heiterem Himmel Namen auf, und man sollte sich an einen Namen erinnern, der einmal vor ein paar hundert Seiten erwähnt worden war - es gab einfach zu viele gesichtslose Charaktere.
Wir hätten uns etwas mehr Geschichte gewünscht, nicht nur einen kurzen Einblick zu Beginn, einen weiteren während der Belagerung, als es am schwersten ist, und dann noch einen, als alles vorbei ist. Wie wurden sie gerettet? Darüber gibt es nicht viel zu berichten. Außerdem vermittelt das Buch den Eindruck, die Belagerung habe nur einen Winter gedauert und nicht fast drei Jahre.
Wir dachten nicht, dass wir noch einen ihrer Romane lesen würden, nicht einmal die Fortsetzung "The Betrayal" (die auch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, was wohl einiges aussagt), obwohl die Charaktere und die Situation gut beschrieben waren, aber die ganze Geschichte war etwas zu oberflächlich.
Wir haben das in unserem internationalen Lesekreis im November 2011 besprochen.
Buchbeschreibung:
"Leningrad, 1941. Die deutschen Truppen belagern die Stadt, und der endlose russische Winter rückt unaufhaltsam näher. Hunderttausende werden den nächsten Frühling nicht mehr erleben. In einer Zeit, da der Hunger so groß ist, dass man Leder und Tapeten auskocht, um Suppe daraus zu machen, und die Kälte so eisig, dass man die Toten nicht beerdigen kann, weil der Boden zu hart ist, schafft es die dreiundzwanzigjährige Anna mit einem unbeugsamen Willen, ihren Vater und den erst fünfjährigen Bruder Kolja am Leben zu erhalten. Unter dramatischen Umständen lernt sie den Arzt Andrej kennen, und vor dem Hintergund unendlich schwerer Wochen und Monate entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte ......"


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