Ich wusste von Tschernobyl. Wie wir alle. Wir alle haben von der Atomkatastrophe 1986 gehört. Wir alle haben von den Gefahren gehört, denen Atomkraftwerke uns alle aussetzen. Und das nicht erst seit Fukushima 2011. Für uns Europäer begann es schon viel früher.
Wir wussten auch, dass die Russen versuchten, den Unfall so lange wie möglich vor dem Ausland zu verheimlichen. Was wir nur vom Hörensagen wussten, war die Tatsache, dass sie ihn sogar vor ihrem eigenen Volk verheimlichten und ihre eigenen Leute in Gefahr schickten. Feuerwehrleute und andere "Freiwillige", die zum Aufräumen in die Gefahrenzone geschickt wurden. Und das nicht nur für ein paar Minuten. Die meisten von ihnen sind inzwischen tot, und ohne Swetlana Alexijewitsch und viele andere heldenhafte Menschen, die ihre Geschichten erzählten, wüssten wir immer noch nicht, was genau in Tschernobyl und Umgebung passiert ist.
Wer sich auch nur im Geringsten für die Zukunft unseres Planeten und für die Umwelt interessiert, sollte Sie diesen erschütternden Bericht darüber lesen, was Geld den Menschen antun kann. Denn genau darum geht es: Geld und Macht. Jeder Krieg wird darum geführt und jede Geschäftsentscheidung wird darauf basiert. Und wer zahlt den Preis? Wir, die "kleinen Leute".
Eine sehr eindringliche Geschichte, die jeder lesen sollte, insbesondere diejenigen, die immer noch glauben, Atomkraft sei die "billigste" und "beste" Energieform.
Dieses Buch erinnert eindringlich an das Zitat: "Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt – sondern von unseren Kindern geliehen." (wahrscheinlich von Moses Henry Cass – laut Quote Investigator, aber vielen anderen weisen Menschen zugeschrieben).
Buchbeschreibung:
"Swetlana Alexijewitsch wurde bekannt durch die Dokumentation menschlicher Schicksale und gilt als wichtigste Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Über viele Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, für die die Katastrophe von Tschernobyl zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Entstanden sind eindringliche psychologische Porträts, die ungeheure Nähe zu den Betroffenen aufbauen und von höchster Sensibilität und journalistischer Perfektion zeugen."
Svetlana Alexievich erhielt den Nobelpreis für Literatur 2015 "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt" und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2013.
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.


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