Donnerstag, 9. Juli 2026

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage"

Cousins, Dave "Fünfzehn kopflose Tage" (Englisch: 15 Days without a Head) - 2012

Ein weiteres Buch, das mir eine Freundin geliehen hat. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, es wirkt mir zu kindisch. Aber: Es ist ein brillantes Buch. Herzzerreißend und wunderschön zugleich. Eine alkoholkranke Mutter ist so verzweifelt, dass sie ihren Teenager-Sohn und seinen sechsjährigen Bruder allein zurücklässt. Keine Adresse, niemand, der sich um sie kümmern könnte, kein Geld, nichts.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Mutter oder den kleinen Bruder mögen könnte. Laurence, der arme Kerl, muss sich sowohl um die alkoholkranke Mutter als auch um seinen kleinen Bruder kümmern, der alles andere als pflegeleicht ist. Als die Mutter verschwindet, will er nicht, dass die Kinder in verschiedenen Heimen landen, also tut er so, als wäre alles in Ordnung.

Wie gesagt, Menschen wie die Mutter machen mich wütend! Sie hat zwei Kinder und kümmert sich nicht um sie. Egal welche Ausrede man hat, egal wie verzweifelt man ist, man lässt seine Kinder nicht im Stich. Was wäre, wenn Laurence auch so ein Kind wäre, das keine Verantwortung übernehmen kann? Bei so einer Mutter ist das durchaus nachvollziehbar. Zum Glück ist er es nicht. Er und all die anderen Kinder in ähnlichen Situationen tun mir wirklich leid. Die Mutter hat sie nicht verdient. Das ist meine Meinung, und dabei bleibe ich.

Es gab einige lustige Szenen im Buch, die es zeitweise erträglich machten. Nur mal so als Beispiel: Im Tagebuch werden die Wochentage folgendermaßen aufgelistet (keine Ahnung, ob sie in dem Buch so übersetzt wurden, die englischen Originalwörter stehen unter meiner Übersetzung):

Dienstag, Wanntag, Trübtag, Lügentag, Da-lang, Irgendwann, Zwischentag, Fälligkeitstag, Endtag, Dieser Tag, Schreckenstag, Fetzentag, Elendstag, Nichttag, Weltuntergangstag, Wahnsinnstag, Heute
(Tuesday, Whensday, Blursday, Lieday, Thataway, Someday, Meanday, Duesday, Endsday, Thisday, Frightday, Tattersday, Slumday, Noneday, Doomsday, Madnesday, Today)

Buchbeschreibung:

"Wie weit kann man gehen, um die eigene Familie zusammenzuhalten? Laurence, 15 Jahre alt, geht jedenfalls ziemlich weit und manövriert sich dabei in eine Reihe grotesk-komischer Situationen – nicht zuletzt, weil sein kleiner Bruder fest davon überzeugt ist, ein bissiger Hund zu sein … Laurence Roach wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben, doch das ist schwer, wenn die Mutter eine depressive Alkoholikerin ist. Als sie eines Abends nicht mehr nach Hause kommt, erzählt er niemandem davon – aus Angst, er und sein Bruder Jay müssten sonst in Pflegefamilien. Er täuscht vor, seine Mutter sei noch da, zieht sich ihre Kleider an und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen. Abend für Abend schleicht er zudem in die Telefonzelle und gibt sich in der Live-Sendung des lokalen Radiosenders für seinen verstorbenen Vater aus, um seinen geheimen Traum zu verwirklichen. Nach zwei Wochen, in denen sich die beiden Brüder mit einem Minimum an Geld und Essen durchschlagen, entdeckt Laurence endlich eine Spur von seiner Mutter. Aber jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an."

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