Dienstag, 27. September 2022

Hesse, Hermann "Siddhartha"

 

Dies ist mit Abstand meine Geschichte von Herman Hesse. Vielleicht, weil es trotz des Themas so viel positiver ist als seine anderen Bücher. Aber ich glaube nicht, dass es das ist. Ich denke, er hat viel über dieses Buch nachgedacht und beschreibt die Reise, die jeder junge Mensch um die ganze Welt machen muss, nicht unbedingt auf die gleiche Weise wie unser Protagonist Siddartha, aber wir alle müssen unser Ziel finden, unseren Sinn des Lebens, die Bedeutung im Leben. 

Im alten Indien wird Siddhartha, der Sohn eines Brahmanen, der höchsten Kaste, Asket. Zusammen mit einem Freund will er die Erleuchtung finden. Wir begleiten ihn auf seiner Suche.

Die Geschichte spielt zwar in der Antike und in einem Land, das ziemlich weit von Hesses Heimat Deutschland entfernt ist, aber sie hätte überall und zu jeder Zeit spielen können. Der Autor selbst lebte tatsächlich wie seine Figur, suchte in hinduistischen und buddhistischen Schriften nach dem Sinn des Lebens.


Dieser philosophische Roman hat einen sehr lyrischen Schreibstil. Ich habe es wirklich genossen, ihn zu lesen. 

Es wäre zu wünschen, wenn jeder dieses Buch mindestens einmal in seinem Leben lesen würde, je früher desto besser. Und ich bin mir sicher, dass jeder seine Freude daran haben wird, egal ob er einer Religion angehört, irgendeiner Religion, oder nicht, ob er an ein höheres Wesen glaubt oder nicht. Denn dies ist kein Buch über Buddha, Gott oder Religion, es ist ein Roman über unsere Seele.

Zwei Zitate aus Siddhartha:

"Weisheit ist nicht mitteilbar. Weisheit, welche ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit… Wissen kann man mitteilen, Weisheit aber nicht. Man kann sie finden, man kann sie leben, man kann von ihr getragen werden, man kann mit ihr Wunder tun, aber sagen und lehren kann man sie nicht.
"  

"Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nicht zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben."

Muss ich mehr sagen?

Buchbeschreibung:

"Siddhartha, 1953 im Suhrkamp Verlag erstmals erschienen und für Generationen zu einem Kultbuch geworden, ist die Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus den familiären und gesellschaftlichen Konventionen zu einem eigenständigen Leben, ein Buch über die Erkenntnis, daß Bewußtsein nicht überlieferbar ist durch Lehren, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. In diesem Text sucht Hesse zu ergründen, 'was allen Konfessionen und allen menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem Einzelnen geglaubt werden kann'."

Ich habe auch "Der Steppenwolf" (Steppenwolf) und "Narziss und Goldmund" (Narcissus and Goldmund) vom gleichen Autor gelesen.

Hermann Hesse erhielt 1964 den Nobelpreis für Literatur "für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt".

Hermann Hesse hat 1950 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

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