Freitag, 24. April 2026

Dugain, Marc " Die Offizierskammer"

Dugain, Marc " Die Offizierskammer" (Französisch: La Chambre des officiers) - The Officer's Ward - 1999

Ein weiteres Buch, das wir im Lesekreis gelesen haben, empfohlen von unserem französischen Mitglied. Kein so dickes Buch wie das, das wir vorher gelesen haben, weniger als 160 Seiten, fast eine Kurzgeschichte.

Eine etwas andere Kriegsgeschichte, die nur eine Schlacht am Anfang der Handlung, zu Beginn des Krieges, schildert. Unser Protagonist Adrien wird verwundet, schwer verwundet. Die Hälfte seines Gesichts fehlt, und er muss den Rest des Krieges in einem Krankenhaus nahe Paris verbringen, wo er andere Verwundete trifft. Manche überleben viele Operationen, andere nicht.

Adrien begegnet anderen verwundeten Männern und sogar einer Frau, und zwischen ihnen entsteht eine Bindung, wie sie nur Menschen mit einem ähnlichen Schicksal eingehen können. Es beginnt eine Freundschaft, die über den Krieg hinaus ein Leben lang hält.

Es ist eine einfache Geschichte, erzählt in einfachen Worten und Sätzen (deshalb hatte ich keine Probleme, sie auf Französisch zu lesen). Sie ist interessant, aber ich hätte mir gewünscht, sie wäre etwas ausführlicher, etwas tiefgründiger gewesen.

Wir hatten jedoch ein sehr anregendes Gespräch darüber. Die meisten von uns empfanden die Geschichte als traurig, aber auch voller Hoffnung. Sie zeigte, wie die Menschlichkeit selbst dann noch zum Vorschein kommt, wenn scheinbar nichts mehr hilft. Und dass wir am Ende alle gleich sind.

Wir haben dies im Januar 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"In den frühen Tagen des Ersten Weltkriegs, noch bevor die Front wirklich eröffnet ist, wird der junge Offizier Adrien Fournier bei einem Aufklärungsritt von der Explosion einer Granate erfasst, sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen."

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