So ein episches Werk! Eine Erzählung über den Ersten Weltkrieg – oder den Großen Krieg, wie er vor dem Zweiten Weltkrieg genannt wurde – aus russischer Sicht. Ich habe viele Bücher über den Ersten Weltkrieg von Autoren aus verschiedenen Ländern gelesen: Ägypten, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Serbien, den USA und sogar Russland (Doktor Schiwago). Aber keines befasste sich so explizit mit Russland oder gar mit dem Krieg selbst, mit Ausnahme von "Im Westen nichts Neues".
Solschenizyn beginnt und endet mit Geschichten über die einfachen Menschen, die zurückblieben und ihre Angehörigen in den Krieg schicken mussten. Dann erzählt er uns, was allein in einem Monat geschah, im August 1914. Einem Monat von über fünfzig.
Er konzentriert sich ausschließlich auf einen bestimmten Abschnitt, ein kleines Gebiet in Ostpreußen, das von den Deutschen verlassen wurde und nun zwischen Russen und Deutschen umkämpft ist. Viele Fehler passieren, und am Ende siegen die Deutschen. 153.000 Deutsche und 191.000 Russen verloren ihr Leben.
Wie schon in "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" und vielen anderen Erzählungen lässt uns Solschenizyn die Figuren hautnah miterleben, mit ihnen hoffen und verzweifeln und uns über die Generäle ärgern, die Fehlentscheidungen treffen und so viele Soldatenleben kosten.
Dies ist ein hervorragendes Buch über die Schlacht bei Tannenberg, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass sie eine Racheschlacht für eine 500 Jahre zuvor verlorene deutsche Niederlage war. Sie war in Wahrheit die Schlacht von Allenstein.
Keine leichte Lektüre, aber wer mehr über den Ersten Weltkrieg oder Schlachten im Allgemeinen erfahren möchte, findet hier eine großartige Geschichte.
Besonders gut gefiel mir an der Aufmachung des Buches die Karte am Anfang und die Liste aller Figuren. Die realen Personen sind in Großbuchstaben, die fiktiven in Kleinbuchstaben geschrieben. Das ist sehr hilfreich, gerade bei einem so detailreichen Buch mit so vielen Charakteren.
Buchbeschreibung:
"In seiner monumentalen Erzählung über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der unglückseligen russischen Offensive in Ostpreußen hat Solschenizyn geschrieben, was Nina Krushcheva in The Nation 'eine dramatisch neue Interpretation der russischen Geschichte' nennt. Die Ermordung des zaristischen Premierministers Pyotr Stolypin, ein entscheidendes Ereignis in den Jahren vor der Revolution von 1917, wird aus den entfremdenden Blickpunkten historischer Zeugen rekonstruiert. Die alleinige Stimme der Vernunft unter den Beratern des Zaren Nikolai II. Stolypin starb durch den Anarchisten Mordko Bogrov, und mit ihm verbrachte Russlands letzte Hoffnung auf Reform."
Alexander Solschenizyn erhielt den Nobelpreis für Literatur 1970 "für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat".
Buchbeschreibung:
"In seiner monumentalen Erzählung über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der unglückseligen russischen Offensive in Ostpreußen hat Solschenizyn geschrieben, was Nina Krushcheva in The Nation 'eine dramatisch neue Interpretation der russischen Geschichte' nennt. Die Ermordung des zaristischen Premierministers Pyotr Stolypin, ein entscheidendes Ereignis in den Jahren vor der Revolution von 1917, wird aus den entfremdenden Blickpunkten historischer Zeugen rekonstruiert. Die alleinige Stimme der Vernunft unter den Beratern des Zaren Nikolai II. Stolypin starb durch den Anarchisten Mordko Bogrov, und mit ihm verbrachte Russlands letzte Hoffnung auf Reform."
Alexander Solschenizyn erhielt den Nobelpreis für Literatur 1970 "für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat".
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.


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