"'Ein Haus für Mr. Biswas' porträtiert anhand einer Reihe seiner Häuser und seines relativ kurzen Lebens den armen indischen Journalisten, der in Port of Spain, Trinidad, in den Jahren vor und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Beamten wurde."
Ich liebe V.S. Naipaul. Er ist ein wunderbarer Schriftsteller. Er erzählt uns nicht nur von einem Leben, in das wir nie hineinsehen könnten, sondern tut dies auch auf so hervorragende Weise.
Ein Mann hat einen Traum und arbeitet dafür. Nicht immer einfach. Viele Kämpfe. Je mehr er versucht, seine Ziele zu erreichen, desto weiter scheint er sich davon zu entfernen.
Eine Geschichte über Enttäuschungen im Leben und zerplatzte Träume, exquisit geschrieben. Ich habe dieses Buch geliebt.
Offensichtlich ein Roman mit einem großen autobiografischen Hintergrund. Die Hauptfigur, Mr. Biswas, der auf dem Vater des Autors basiert, ist kein besonders sympathischer Charakter, er ist eingebildet und hält viel von sich selbst und nicht viel von anderen. Doch dank V.S. Naipauls wunderbarer Sprache ist die Geschichte so schön, als würde er von einer schönen Prinzessin erzählen. Und obwohl der Protagonist nicht sympathisch ist, können wir nur Mitleid mit denen haben, die in ein bestimmtes Leben hineingeboren wurden und dem ihnen lange zuvor sie überhaupt hier auf der Erde waren beschriebenen Weg folgen müssen. Man fragt sich allerdings, wie gut die Beziehung zwischen V.S. Naipaul und seinem Vater war.
Wenn wir Herrn Biswas folgen, erhalten wir Einblicke in den Kolonialismus und den Kampf der Ureinwohner, ihm zu entkommen. Wir leben auch mit der Familie zusammen und lernen ihren Alltag kennen und wie viele Menschen versuchen, auf engstem Raum miteinander auszukommen.
Eine sehr komplexe Geschichte mit vielen Nebenhandlungen und Nebenfiguren, die ihr eine besondere Tiefe verleihen. Sie hat das Zeug zu einem echten Klassiker.
Buchbeschreibung:
"Dieser Familien- und Entwicklungsroman spielt in Trinidad, im indischen Milieu dieser Insel, dem Naipaul entstammt. Mr. Biswas ist von Geburt an Außenseiter: Er wird 'falsch herum' geboren, mit sechs Fingern an einer Hand - Unglückszeichen, die ihm von vornherein eine Sonderstellung innerhalb der Familie verschaffen. Als Abkömmling indischer Einwanderer und Sohn eines armen Landarbeiters, der früh stirbt, bleibt Biswas auch am Rande der Gesellschaft von Trinidad. Dies ist Fluch und Chance zugleich. Mr. Biswas entwickelt eine Reizbarkeit und Fantasie, die den Zusammenstoß mit dem Familienklan, dem er durch seine Frau angehört, zu einem Kampf auf Leben und Tod werden lassen."
V.S. Naipaul erhielt den Nobelpreis für Literatur 2001 "für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen, und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen".
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.


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